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Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
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Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 8 Monaten
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Drahbeck, X ~ mysnip, Gerd B., Maxi, Frau von x, X ~ mysnip

Zwischen Optimismus und Freibrief

Startbeitrag von Drahbeck am 20.03.2009 15:45

Letzte vorangegangene thematische Meldungen.
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,20672,20672#msg-20672




Die Anerkennung könnte als Freibrief verstanden werden: 'So schlimm können die ja nicht sein.'" So sieht der Psychologe Martin Felinger von der Gesellschaft gegen Sekten und Kultgefahren die möglichen Auswirkungen der Entscheidung.
...
zählt aber einige Probleme auf: etwa der Glaube an den nahen Weltuntergang und die dadurch ausgelöste Angst, die Menschen "manipulierbarer und weniger eigenständig" mache. Oder das Verbot von Bluttransfusionen, das in den vergangenen zwei Jahren zwei Menschen in Österreich das Leben gekostet habe.
Einige ehemalige Zeugen Jehovas würden in seine Beratungsstelle kommen und von sozialer Isolation berichten, da es ihren früheren Glaubensbrüdern und -schwestern untersagt sei, mit ihnen zu reden oder sie gar zu grüßen. Felinger nennt auch ein Kinderbuch, in dem es heißt, die Kinder sollen sich Freunde suchen, "die Gott so lieben wie du selbst".
...
. Das Resultat wird noch auf sich warten lassen, wie Oliver Henhapel vom Kultusamt sagt. Das habe "pragmatische Gründe", da einige Stellungnahmen der einzelnen Behörden und Ministerien erst am Montag einlangen und in den Bericht für die zuständige Ministerin Claudia Schmied eingearbeitet werden müssen.

diepresse.com/home/panorama/religion/462896/index.do?_vl_backlink=/home/index.do

Antworten:

Re: "14. Kirche in Österreich: Zeugen Jehovas "optimistisch"

"Manipulierbar und weniger eigenständig"

Zitat
Drahbeck
Die Anerkennung könnte als Freibrief verstanden werden: 'So schlimm können die ja nicht sein.'" So sieht der Psychologe Martin Felinger von der Gesellschaft gegen Sekten und Kultgefahren die möglichen Auswirkungen der Entscheidung.
...
zählt aber einige Probleme auf: etwa der Glaube an den nahen Weltuntergang und die dadurch ausgelöste Angst, die Menschen "manipulierbarer und weniger eigenständig" mache. Oder das Verbot von Bluttransfusionen, das in den vergangenen zwei Jahren zwei Menschen in Österreich das Leben gekostet habe.
Einige ehemalige Zeugen Jehovas würden in seine Beratungsstelle kommen und von sozialer Isolation berichten, da es ihren früheren Glaubensbrüdern und -schwestern untersagt sei, mit ihnen zu reden oder sie gar zu grüßen. Felinger nennt auch ein Kinderbuch, in dem es heißt, die Kinder sollen sich Freunde suchen, "die Gott so lieben wie du selbst".
...
diepresse.com/home/panorama/religion/462896/index.do?_vl_backlink=/home/index.do

Weiter mit dem Zitat aus:

Die Presse.com
Zimmermann: "Persönliche Angelegenheit"

Dass es diese Vorschrift gibt, bestätigt Zimmermann.
"Es steht jedem frei, den Zeugen Jehovas beizutreten und sie zu verlassen." Aber genauso habe die Gemeinschaft das Recht, ihre Regeln für den Umgang mit anderen Menschen zu definieren.


"Es steht jedem frei." Ist es so einfach oder nicht?

Zimbardo Psychlogie S.597
Oft verläuft der Prozeß der Beeinflussung durch Gruppennormen so allmählich und so subtil, daß ein Individuum nicht wahrnimmt, was geschieht. Selten kommt es vor, daß sich ein Gruppenmitglied dem Gruppeneinfluß entziehen kann.

Wie stark ist der Gruppeneinfluß bei ZJ, insbesondere für deren Heranwachsende?

Im neusten Buch der WTG für Jugendliche liest man dies:

WTG-Buch 2008 fragen junger leute - praktische antworten Band 2 S. 0, 306
,,Jugendliche haben oft ein aufregendes, spannendes Leben. Wir wünschen dir, dass du diese Zeit genießen kannst, möchten dir aber gleichzeitig ans Herz legen, so zu leben, dass sich Jehova über dich freut. Denk daran: Er sieht, was du aus deinem Leben machst, und du bist ihm dafür verantwortlich. ...
Es ist unser innigster Wunsch, dass dir dieses Buch hilft, dem Druck und den Versuchungen zu widerstehen, mit denen Jugendliche heute konfrontiert werden. Durch die wertvollen Hinweise darin wirst du Entscheidungen treffen können, die Gott gefallen und sein Herz erfreuen ...
Solange man nicht getauft ist, ist man Gott gegenüber nicht verantwortlich.
Falsch
.
Jakobus 4:17 gilt nicht nur für Getaufte: ,,Wenn ... jemand weiß, wie er das tun soll, was recht ist, und es doch nicht tut, so ist es ihm Sünde." Wenn du also weißt, was richtig ist, und reif genug bist, ernsthaft über dein Leben nachzudenken, ist es vielleicht Zeit, mit deinen Eltern oder einem reifen Christen über die Taufe zu reden. Sie können dir helfen, dich auf diesen Schritt vorzubereiten."

Steven Hassan Ausbruch aus dem Bann der Sekten S.107
Schuld und Angst sind essentielle Werkzeuge, um Menschen unter Kontrolle zu behalten. Schuld dürfte wohl das wichtigste emotionale Druckmittel sein, um Konformität und Gehorsam zu erzeugen


von X ~ mysnip - am 20.03.2009 22:16
Zitat
Drahbeck
Die Anerkennung könnte als Freibrief verstanden werden: ...


Jahrbuch der Zeugen Jehovas 2009 S.25,26:

Amtliche Eintragung:
Warum und wie?


Die Gesetzgebung für Religionsgemeinschaften ist von Land zu Land verschieden. In manchen Staaten ... kann eine religiöse Gruppe die amtliche Eintragung und Anerkennung beantragen. ... In anderen Ländern werden Glaubensgemeinschaften in zwei Kategorien unterteilt. Die erste Kategorie umfasst die großen Religionsgemeinschaften. Eine Eintragung in dieser Kategorie bringt viele Vorteile mit sich, beispielsweise Steuerbefreiungen.



Österreich Am 31.Juli 2008 fällte der EGMR in dem Fall Jehovas Zeugen gegen Österreich ein bedeutendes Urteil. Das Gericht stellte fest, dass das österreichische Religionsgesetz die Glaubensfreiheit von Jehovas Zeugen einschränkt, weil es Religionen im zwei Klassen aufteilt und damit Bürger zweiter Klasse schafft. Die Brüder in Österreich bemühen sich seit 30 Jahren um die Anerkennung als Religionsgemeinschaft. Wie das Gericht erklärte, ist diese jahrelange Verzögerung "schwer zu rechtfertigen in Bezug auf religiöse Gruppen mit langer internationaler Tradition, die auch im Land seit langem etabliert und daher den zuständigen Behörden bestens bekannt sind, wie dies bei Zeugen Jehovas der Fall ist". Jetzt muss die Recjtslage in Österreich angepasst werden. Die Brüder hoffen, dass sie dadurch rechtlich mit den großen Religionsgemeinschaften gleichgestellt werden.


Zitat

'So schlimm können die ja nicht sein.'" So sieht der Psychologe Martin Felinger von der Gesellschaft gegen Sekten und Kultgefahren die möglichen Auswirkungen der Entscheidung.
...
zählt aber einige Probleme auf: etwa der Glaube an den nahen Weltuntergang und die dadurch ausgelöste Angst, die Menschen "manipulierbarer und weniger eigenständig" mache. ... Felinger nennt auch ein Kinderbuch, in dem es heißt, die Kinder sollen sich Freunde suchen, "die Gott so lieben wie du selbst".
...
diepresse.com/home/panorama/religion/462896/index.do?_vl_backlink=/home/index.do


"Kinderbuch" der Zeugen Jehovas LERNE VON DEM GROSSEN LEHRER Kapitel 47 Seite 244-249:

WOHER WISSEN WIR,
DASS HARMAGEDON NAHE IST?


:::
...Du weißt bestimmt, wann der Sommer nah ist, Genauso kannst erkennen, wann Harmagedon nah ist. Das kannst du an dem Zeichenn erkennen, das Jesus beschrieben hat (...).
Auf den zwei vorherigen Seiten ist abgebildet, woran man erkennt, dass Gottes Königreich nah ist. ...
...
:::
Manche behaupten, das alles hätte es schon immer gegeben. Doch noch nie zuvor war alles in so vielen Teilen der Welt gleichgestellt zu beobachten. Verstehst du, was das Zeichen für uns bedeutet? - Wenn sich alles erfüllt, was zu dem Zeichen gehört, wird die heutige böse Welt bald von der neuen Welt abgelöst.
...
... Wir wissen, dass Harmagedon nah ist. Deshalb sollten wir nicht damit warten, Gott unsere Liebe zu zeigen und ihm zu dienen. Wenn wir das aufschieben, könnte es eines Tages zu spät sein. ...
Als nächstes werden wir darüber sprechen, wie es sein wird, wenn der große Krieg von Harmagedon vorbei ist.
...


Kapitel 44 S.227-231:

SUCH DIR FREUNDE;
DIE GOTT LIEBEN!


Ein Freund ist jemand, mit dem man gerne redet und gerne zusammen ist. Es ist aber wichtig, die richtigen Freunde zu haben. ...
... Wenn wir also Jehovas Freunde sein möchten, müssen wir das tun, was Gott gefällt - ... .
Jesus sagte zu seinen Aposteln: "Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete" (Johannes 15:14). Alles, wozu Jesus die Menschen aufforderte, kam von Jehova. Die Freunde von Jesus waren also Menschen, die das taten, was Gott wollte. Ja, alle seine Freunde liebten Gott.
:::
Das soll aber nicht heißen, dass Jesus zu Menschen, die Gott nicht dienten, unfreundlich war. Nein, er war nett zu ihnen. ... Er besuchte sie, um mit ihnen über Jehova zu reden. Er wollte ihnen helfen, ... Gott zu dienen.
...
:::

Wenn wir uns an dem großen Lehrer ein Beispiel nehmen wollen, werden wir dann auch Menschen besuchen, die nicht unsere Freunde sind? - Ja. ... Wir besuchen sie, um mit ihnen über Gott zu reden.
Mit guten Freunden ist man besonders gerne zusammen. Der richtige Umgang sind sie aber nur dann, wenn sie tun, was Gott gefällt. ... Wenn sie ihn kennen lernen möchten, können wir ihnen dabei helfen. Und wenn sie Jehova eines Tages genauso lieben wie wir, können sie zu unseren besten Freunden gehören.
Es gibt da aber noch eine Möglichkeit herauszufinden, ob jemand ein guter Freund für dich wäre. Beobachte, wie er sich benimmt. ... Gott hat genau gesehen, was er gemacht hat, stimmts? ...
...
... Wir müssen also darauf achten, uns nur Freunde zu suchen, die Gott lieben.
...

Hervorhebung von mir

von Frau von x - am 21.03.2009 11:00
Bitte warten ..

news.orf.at/?href=http%3A%2F%2Fnews.orf.at%2Fticker%2F322095.html

Vielleicht darf man das ja der Rubrik „Nervenkrieg" zuordnen.
Andererseits dürfte der nun auch nichts wesentliches am voraussehbaren Ergebnis ändern.
Immerhin bekommen die Antragsteller so auf die „indirekte Art" mitgeteilt, wie „gut gelitten" sie doch eigentlich seien.
Darüber gehen selbige lachend zur Tagesordnung über; auch das ist klar.

Im übrigen sind die ja auch nicht gerade „zart besaitet", dokumentiert auch durch ihre letzten drei vor den EMG in Straßburg gezerrten Fälle.
Nun hat ja jedes Land seine eigene Gesetzgebung, die nicht mit der anderer Länder identisch ist.

Jedenfalls gibt es in der juristischen Literatur Deutschlands durchaus Belege dafür, dass in Deutschland jene in Strasburg eingeklagten Urteile, gegen die Republik Österreich, hier nicht zustande gekommen wären.

Hierzulande (alte BRD) tobte ja der Kampf in Sachen Wehrdienst-Rechtssituation, in den frühen 1960er Jahren, auch in allen denkbaren Gerichtsinstanzen. Und das Ansinnen der WTG, ihre Pioniere und Sonderpioniere, was fallweise Vergünstigungen anbelangt - auf gleicher Stufe gewertet zu wissen wir etwa evangelische oder katholische Pfarrer, wurde hierzulande jedenfalls von den Gerichten zurück gewiesen.

Hinzuweisen wäre da beispielsweise auf
Band 7 (1959) S. 66f. Der „Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichtes":
Keine Wehrdienstbefreiung für Pionierverkündiger analog der Befreiung hauptamtlicher Geistlicher in anderen Kirchen.
Oder daselbst auch den Band 14 (1962) S. 71f.; S. 318f.
Keine Wehrdienstbefreiung für Sonderpionierverkündiger.

Und den auch hierzulande vor den Europäischen Gerichtshof gezerrten Wehrdienstfall Albert Grandath aus Düsseldort.
Jener Fall endete wie das Englischsprachige "Yearbook" des EMG belegt, eben nicht mit einem WTG-Sieg.
"Yearbook of the European Convention on Human Rights"
Band 10 (1967) - Erscheinungsjahr 1969 S. 626f.

Siehe auch:

Nicht blos drei Fälle in Österreich

von Drahbeck - am 23.03.2009 09:57
Ein ZJ-PR-Mann übt sich im Interview im „Schönsprechen".
Leider sieht man in dem Video nicht den „Sack voller Kreide" den er wohl in Vorbereitung des Interviews „gefressen" hat.
Oder irre ich mich da.
Bei „Rotkäppchen und dem Wolf" spielte besagter Kreideverzehr jedenfalls eine tragende Rolle ...

www.vol.at/news/vorarlberg/artikel/zeugen-jehovas---ende-einer-sekte/cn/news-20090323-07463022

von Drahbeck - am 24.03.2009 08:31

Re: ;-)

Zitat
Drahbeck
Ein ZJ-PR-Mann übt sich im Interview im „Schönsprechen".
Leider sieht man in dem Video nicht den „Sack voller Kreide" den er wohl in Vorbereitung des Interviews „gefressen" hat.
Oder irre ich mich da.
Bei „Rotkäppchen und dem Wolf" spielte besagter Kreideverzehr jedenfalls eine tragende Rolle ...

www.vol.at/news/vorarlberg/artikel/zeugen-jehovas---ende-einer-sekte/cn/news-20090323-07463022


bei ca. 3:40min

Reporter:

,,Wenn man Mitglied ist bei den Zeugen Jehovas und kein Mitglied mehr sein möchte, was kann man dann tun?"

Zeuge Jehovas Christian Wampl:
,,Grundsätzlich üben wir ja keinen Druck aus auf diejenigen die Zeugen Jehovas sind. Und wenn sich jemand wirklich dafür entscheiden sollte, was ja oft, sehr sehr selten vorkommt, dann kann er seinen Austritt bei der Bezirkshauptmannschaft oder dem Magistrat machen. Seit über 10 Jahren ist das gängige Praxis für wenige die das wirklich tun möchten."

von X ~ mysnip - am 24.03.2009 09:58

Re: ;-)

Nein. es wird überhaupt kein Druck ausgeübt, vorallem nicht auf die Familienmitglieder, die noch bei den Zeugen verbleiben---Lügner und Heuchler, kann ich da nur sagen!!!

von Maxi - am 24.03.2009 11:33

Re: ;-)

Hehe Beckdra,

beim Aufdeck gegen die Märchenerzähler, nicht selbst ein Märchen erzählen, wie das hier:

Zitat

Bei „Rotkäppchen und dem Wolf" spielte besagter Kreideverzehr jedenfalls eine tragende Rolle ...


Schlag nach bei Grimm!

Liebe Grüße vom 7. Geißlein!

Mähehä~~~~! :joke:

von Gerd B. - am 24.03.2009 13:41

Re: ;-)

Zitat
Gerd B.
Hehe Beckdra,

beim Aufdeck gegen die Märchenerzähler, nicht selbst ein Märchen erzählen, wie das hier:

Zitat

Bei „Rotkäppchen und dem Wolf" spielte besagter Kreideverzehr jedenfalls eine tragende Rolle ...


Schlag nach bei Grimm!

Liebe Grüße vom 7. Geißlein!

Mähehä~~~~! :joke:



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 24.03.09 14:42 durch Gerd B..


Oh, dann muss ich halt Sack und Asche anlegen.
Liegt in meinem Fall wohl die Lektüre etwas zu weit zurück.
Danke trotzdem für den Korrekturhinweis!

von Drahbeck - am 24.03.2009 13:46

Re: Österreich / Christian Wampl

Zitat
Maxi
Nein. es wird überhaupt kein Druck ausgeübt, vorallem nicht auf die Familienmitglieder, die noch bei den Zeugen verbleiben---Lügner und Heuchler, kann ich da nur sagen!!!
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,23366,23366#msg-23366

Hallo Maxi,

wenn nicht alles so traurig wäre, könnte man über Christian Wampl schmunzeln.
Für mein Verständnis bringt er durch seine Wortwahl die Realität hinter der Fassade sehr schön rüber. Zum Beispiel durch diesen Satz:

"Grundsätzlich üben wir ja keinen Druck aus auf diejenigen die Zeugen Jehovas sind."

Ich habe ihn durch sein, sicher unbewußt, eingebautes "ja" so verstanden:

"Grundsätzlich üben wir ja ... Druck aus auf diejenigen die Zeugen Jehovas sind."

Auch klang in meiner Wahrnehmung noch das Wörtchen aber mit:

"Grundsätzlich üben wir ja keinen Druck aus auf diejenigen die Zeugen Jehovas sind." ABER!

Viele Grüße an Alle!


von X ~ mysnip - am 24.03.2009 15:16

Re: ;-)

Zitat
X ~ mysnip
Zitat
Drahbeck
www.vol.at/news/vorarlberg/artikel/zeugen-jehovas---ende-einer-sekte/cn/news-20090323-07463022

bei ca. 3:40min

Reporter:

,,Wenn man Mitglied ist bei den Zeugen Jehovas und kein Mitglied mehr sein möchte, was kann man dann tun?"

Zeuge Jehovas Christian Wampl:
"Und wenn sich jemand wirklich dafür entscheiden sollte, was ja oft, sehr sehr selten vorkommt, dann kann er seinen Austritt bei der Bezirkshauptmannschaft oder dem Magistrat machen."

Versteh ich hier was falsch?

Auf die Frage des Reporters:

"Wenn man ... kein Mitglied mehr sein möchte ..."

antwortet Christian Wampl:

" ... was ja oft, sehr sehr selten vorkommt ..."

Kommt es nun "oft" oder "sehr sehr selten" vor, daß jemand kein Mitglied mehr sein möchte?


von X ~ mysnip - am 24.03.2009 17:02

Re: ;-)

Zitat
X ~ mysnip
"Wenn man ... kein Mitglied mehr sein möchte ..."

antwortet Christian Wampl:

" ... was ja oft, sehr sehr selten vorkommt ..."

Kommt es nun "oft" oder "sehr sehr selten" vor, daß jemand kein Mitglied mehr sein möchte?


Das sind dann wohl die Tücken eines Life-Interviews.
Einmal aufgezeichnete Worte lassen sich im nachhinein schwerlich abändern.
Allenfalls herausschneiden. Dann aber besteht die Gefahr der Verstümmelung des Sinnzusammenhanges.
In seinem Selbstverständnis wollte er sicherlich rüberbringen; dass seien „seltene" Fälle.
Darüber kann man streiten oder auch nicht.
Aber wie eben auch jene vermeintlich „seltenen" Fälle in der Praxis behandelt werden.
Darüber gab jenes Interview eben keine glaubwürdige Auskunft.

von Drahbeck - am 24.03.2009 17:14

Re: ;-)

Zitat
Drahbeck
Zitat
X ~ mysnip
"Wenn man ... kein Mitglied mehr sein möchte ..."

antwortet Christian Wampl:

" ... was ja oft, sehr sehr selten vorkommt ..."

Kommt es nun "oft" oder "sehr sehr selten" vor, daß jemand kein Mitglied mehr sein möchte?

Zitat

Das sind dann wohl die Tücken eines Life-Interviews. ...

Ja, ein Life-Interview meistern und bei dieser Materie konsistente Antworten geben, ist eine kognitive Herausforderung.

Zitat

In seinem Selbstverständnis wollte er sicherlich rüberbringen; dass seien „seltene" Fälle.
Darüber kann man streiten oder auch nicht.

Christian Wampl antwortete auf die vom Reporter gestellte Frage ablenkend, indem er sagte: Mitglieder würden nur "sehr sehr selten" austreten.
Ich frage mich: Warum fiel vorher das Wort "oft", daß er schnellstens in "sehr sehr selten" korrigierte?

Zitat

Aber wie eben auch jene vermeintlich „seltenen" Fälle in der Praxis behandelt werden.
Darüber gab jenes Interview eben keine glaubwürdige Auskunft.

Dann hätte die PR-Arbeit auch ihr Ziel verfehlt. ;-)

Übrigens, die besagten Sätze von Christian Wampl kann man nicht mehr anhören.
Das Video ist aufs Positive gekürzt worden und damit die PR gelungen. :-)


von X ~ mysnip - am 24.03.2009 21:09

Re: Zensur Made in WTG

Zitat
X ~ mysnip

Zitat

Aber wie eben auch jene vermeintlich „seltenen" Fälle in der Praxis behandelt werden.
Darüber gab jenes Interview eben keine glaubwürdige Auskunft.

Dann hätte die PR-Arbeit auch ihr Ziel verfehlt. ;-)

Übrigens, die besagten Sätze von Christian Wampl kann man nicht mehr anhören.
Das Video ist aufs Positive gekürzt worden und damit die PR gelungen. :-)


Das Video ist dann ja ganz massiv „gekürzt" worden.
Also nicht bloß der Interviewpartner, eben auch jene Pressepublikation hat dann noch einige kräftige Portion „Kreide" zum „fressen" verabreicht bekommen.

Das Thema Bluttransfusion, war in der ersten Video-Fassung auch mit "angekratzt" (wenn auch kaum in aussagekräftiger Form).
Selbst diese vage Fragestellung fiel nun der Zensur zum Opfer.
Die "Dummen" (bitte die Anführungsstriche beachten), die da dieses WTG-PR-Video sehen, sollen eben nicht aus ihrer Dummheit erwachen, indem sie vielleicht der WTG unangenehme Fragen stellen.
In der ersten Videofassung gab es unter anderem auch einen Kameraschwenk, der die aufgestellten Spendenkästen ins Blick rückte. Nicht blos „einen" sondern gleich zwei.
Einen für die WTG, einen für die örtliche Versammlungs-Unkosten.

Die Praxis der WTG-Funktionäre die Bedingungen für Interviews zu diktieren, und wenn selbiges nicht möglich, dann das ganze „platzen" zu lassen, ist ja nicht neu. Das brachte schon mal ein anderer WTG-Funktionär ziemlich unverblümt in einem Tondokument zum Ausdruck,
Zeitlich Anfang der 1990er Jahre auf einer „Vergatterungsveranstaltung" in Berlin, namentlich für die örtlichen „WTG-Fürsten" aus dem Bereich des vormaligen Ostdeutschlands.
Denen musste wohl noch verklickert werden, wie der WTG-Konzern den anderen Hampelmännern (die sich selbstredend so nicht sehen), seine Bedingungen zu diktieren gedenkt.

„Wir nennen keine Preise ..."

von Drahbeck - am 25.03.2009 01:33

Re: Zensur Made in WTG

Zitat
Drahbeck
Das Video ist dann ja ganz massiv „gekürzt" worden. ...

Im wahrsten Sinne des Wortes. Von über 9 Minuten auf 2:40.

Beachtenswert im jetzigen Interviewzusammenschnitt finde ich diese öffentlichkeitswirksame Darstellung:

bei ca. 0:59min ,,Wir haben das Gefühl das ma die staatlich Anerkennung verdienen und deshalb wär das natürlich ein Vorteil ... gegenüber Diskriminierungsgeschichten an Schulen an Kindern ...."

Hier noch ein Vorteil:

Jahrbuch der Zeugen Jehovas 2009 S.25
,,Amtliche Eintragung: Warum und wie? ...
bringt viele Vorteile mit sich, beispielsweise Steuerbefreiungen."



von X ~ mysnip - am 27.03.2009 21:22
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