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Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
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Erster Beitrag:
vor 9 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 9 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Drahbeck, Erich

Wahlen wie in der DDR- oder in Afrika?

Startbeitrag von Erich am 21.03.2009 08:50

Wie man mit 99,9% die Wahlen gewinnen kann?

Mit Unterbevollmächtigten Bevollmächtigten:D

http://www.sektenausstieg.net/images/stories/Netzwerk/vollmacht.pdf

Gruß
Erich

Antworten:

Noch etwas Geschichtliches über "Wahlen":

Zunächst nach Russells Tod, wurde für die Monate November, Dezember 1916 eine dreiköpfige vorläufige Geschäftsleitung, bestehend aus dem bisherigen Vizepräsidenten Ritchie, dem Sekretär-Kassierer van Amburgh und dem Rechtsberater Rutherford gebildet.
Für den 6. Januar 1917 waren dann Wahlen zur Neubesetzung des Präsidentenamtes angesetzt.

Allerdings nicht nur Rutherford, auch andere Personen hatten sich noch Ambitionen auf die Nachfolge Russells gemacht. Unter ihnen ragt besonders P. S. L. Johnson hervor, vormals lutherischer Geistlicher jüdischer Abkunft. Er beklagte aus seiner Interessenlage, dass durch Rutherfords Vorbereitungen "die Nominierungen so beschränkt waren, dass außer ihm - für den Tausende von stimmberechtigten Anteilen im voraus festgelegt wurden - keine anderen Kandidaten aufgestellt werden konnten." [4]

Johnson führt weiter aus:
"Eine Woche vor der Wahl übergab J. F. R(utherford) einem Bruder einen Bericht über die Versammlung der Stimmberechtigten, der in der Presse veröffentlicht werden sollte. In diesem Bericht wurde der Verlauf der Wahl, sowie das einstimmige Ergebnis geschildert; außerdem enthielt er einen Ausschnitt aus Rutherfords Rede nach Annahme der Wahl. Der Herausgeber des 'New York Herald' machte eine Bemerkung über die prophetische Gabe dieser Bethel-Leute, die genau vorhersagen konnten, was während einer Wahl geschehen würde. ...
Es ist ganz sicher, dass die Bemerkung, die er mir gegenüber im Juli anlässlich der Wahl R. H. Hirsch in den Ausschuss machte, auch für die Versammlung am 6. Januar zutrifft. Er sagte bei dieser Gelegenheit: 'Bruder Johnson, natürlich werden alle Dinge dieser Art im voraus arrangiert, genau wir bei einer politischen Versammlung.'"[5]

Diesen Sachverhalt zusammenfassend referiert Cole:
"Knapp vor seinem Tode hatte Mr. Russell Vorkehrungen zur Umgestaltung des Personals im Hauptquartier oder Bethel getroffen. Zu seinem Plan gehörte die Absetzung einiger der höchsten Beamten mit Einschluss des Vizepräsidenten, sowie der Aufstieg anderer aus den unteren Rängen.
Die abgesetzten Mitglieder hätten wohl ihren verletzten Stolz hinabgewürgt, wenn der Pastor noch zu seinen Lebzeiten den Wechsel vorgenommen hätte. Als Rutherford diese Veränderungen durchführte, konnten sie sich nicht damit abfinden.

Fünf Monate, nachdem er die Präsidentschaft angetreten hatte, lehnten vier von sieben Direktoren es ab, seine Machtbefugnisse anzuerkennen. ... Die Vorstandsmitglieder wünschten eine Neueinteilung. Vor allem wollten sie, dass alles was Rutherford tat, von der Zustimmung des Vorstandes abhängig gemacht werde. Dieses Direktorium, behaupteten sie, sei die höchste Autorität und der Präsident sei nur eine Repräsentationsfigur.

Wie die Dinge standen, handhabt der Präsident selbst die Verwaltung ohne die Vorstandsmitglieder zu befragen. Er ließ sie erst wissen, was er tat, nachdem es bereits geschehen war. Er setzte sie in den Stand von bloßen Beratern in Angelegenheiten der Körperschaft. Rutherford kümmerte sich nicht um den Widerstand. Vor ihm hatte es der Pastor ebenso gehalten. Den Pastor hatten sie nicht abgelehnt, aber Rutherford war nicht Pastor Russell." [6]

Rutherford erwies sich seinen Gegnern, mittels juristischer Schachzüge, denen sie nichts vergleichbares entgegenzusetzen in der Lage waren, als überlegen. Die organisatorische Vielgliedrigkeit mit den zwei Büros, in Pittsburgh und New York ausnutzend, erklärte er seine Rivalen einfach als "nicht rechtmäßig gewählt."
"Klassisch" geworden ist sein dazu geäußerter Ausspruch:

"Wollt ihr nun streng sachlich werden, dann sage ich euch streng sachlich, dass ihr vor allem keine legalen Mitglieder der Körperschaft seid", mit der er sie abfertigte. 31 Mitglieder des Bibelforscherbüros
die sich gegen Rutherford gewandt hatten, wurden von ihm so hinausgedrängt. [7]

Zankapfel wurde dabei ein von Rutherford, ohne Rücksprache mit den übrigen "Direktoren" in Auftrag gegebener sogenannter Siebenter Band der "Schriftstudien", betitelt "Das Vollendete Geheimnis." Dabei handelte es sich um eine Art Anthologie des Russellschen Schrifttums in der Lesart von Rutherford.
Faktisch wurden in ihm aber auch neue Akzente gesetzt, insbesondere eine verstärkte Kirchen- und Gesellschaftskritik. [8]


von Drahbeck - am 21.03.2009 09:10
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