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Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
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Drahbeck, Frau von x, Swordfish, X ~ mysnip

Vor fünfzig Jahren

Startbeitrag von Drahbeck am 01.04.2009 02:34

Die letzten vorangegangenen Folgen dieser Serie:
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,19268




„Es war ein aus Italien Eingewanderter, der sich im Gebiet der New Yorker Metropole niedergelassen hatte", weis der „Wachtturm" vom 1. 4. 1959 zu berichten.
Hier schon sei mal das Zitat unterbrochen. Weitere biographische Details werden im konkreten Fall nicht genannt.
Aus Italien also nach den USA ausgewandert ist der Betreffende.

Warum hat er seinen ursprünglichen Heimatboden verlassen? Höchstwahrscheinlich doch wohl aus wirtschaftlichen Gründen, in der Hoffnung, dass es ihn (vielleicht) dann in den USA besser gehen könne.
Ob denn letztere Erwartung erfüllt wurde oder nicht, mag dann ja erst mal dahingestellt sein.
Vielleicht mag es für seinen Kinder (unterstellt er habe welche) dann der Fall sein. Ob es für ihn, der „ersten Generation" schon so war, erscheint nicht unbedingt ausgemachte Sache zu sein.

Dieses „Strandgut" war und ist seit jeher, auch für die WTG bevorzugtes „Angelgebiet".

Wie ging nun die Geschichte, laut WT weiter? Da führte also der Weg des Betreffenden eines Tages auch an einer Art von Trödelladen vorbei. Und unter den dortigen Angeboten für einen Cent (sicherlich eine geringe Summe) fand der Betreffende auch das WTG-Buch „Die Harfe Gottes" und nahm es für diesen Preis mit.
Das alles spielte sich dann wohl in den 1950er Jahren ab: besagtes Buch erschien aber bereits in den 1920er Jahren.

Und die Lektüre jenes Buches soll dann bewirkt haben, dass der Betreffende sich nunmehr der WTG-Religion mit Haut und Haaren verschrieb, was ja Anlass für den WT zu seinem Jubelbericht ist.

Dann hatte der Betreffende „es wohl sehr nötig"; dann war er wirklich ein doppelt „Gestrandeter" wäre mein Kommentar dazu. Dass solche Gestrandete bevorzugt von der WTG „geangelt" werden, wurde ja bereits konstatiert.

Vielleicht hat er dann ja in besagtem Buch auch nachfolgendes gelesen, und vielleicht auch für bare Münze genommen. Wenn letzteres der Fall ist, spricht dies nicht unbedingt für seinen Intelligenzgrad, wohl aber spricht es für einen der Hilfe sucht in einer hilflosen Umgebung.

Er suchte „Brot", und was er bekam waren Steine, die er für „Brot" gar noch hielt.

Gelesen im genannten Buch, unter anderem:

„Die Zeit des Endes" umfasst einen Zeitraum vom Jahre 1799 an, wie zuvor angedeutet, bis zur Zeit des vollständigen Sturzes von Satans, Reich und der Einsetzung des Königreiches des Messias. Die Zeit der zweiten Gegenwart des Herrn datiert von 1874, wie zuvor bemerkt."

Oder auch:
„Seien einige (Dinge) derer genannt, die seit 1874 ans Licht gekommen sind, als weiterer Beweis der Gegenwart des Herrn seit jener Zeit, wie folgt: Additionsmaschinen, Aluminium, antiseptische Chirurgie, automatische Bahnkuppelung, automatische Pflüge, Automobile, bewegliche Bilder, drahtlose Telegraphie, dunkelstes Afrika, Dynamit, Eisenbahnsignale, elektrische Eisenbahnen, elektrische Schweissmethoden, Erntemaschinen, Eskalatoren, feuerlose Kochapparate, Gasmaschinen, Göttlicher Plan der Zeitalter, Induktions-Motoren, Korrespondenz-Schulen, künstliche Farben, Leuchtgas, Luftschiffe, Nordpol, Panamakanal, Pasteursche Schutzimpfung, Radium, Rahm-Separatoren, rauchloses Pulver, riesenhohe Geschäftsgebäude, Röntgen-Strahlen, Schreibmaschine, Schuhnähmaschine, Setzmaschine, Sprechmaschine, Stacheldraht, Streichholzmaschine, Südpol, Telephon, Untergrundbahn, Unterseeboote, Vakuum-Teppichreiniger, Zelluloid, Zweiräder."

Oder auch:
"Und zur Zeit des Endes wird der König des Südens mit ihm zusammenstossen, und der König des Nordens wird gegen ihn anstürmen mit Wagen und mit Reitern und mit vielen Schiffen; und er wird in die Länder eindringen und wird sie überschwemmen und überfluten. Und er wird in das Land der Zierde eindringen, und viele Länder werden zu Fall kommen." ...

Die Erfüllung dieser Prophezeiung stellt den Beginn der "Zeit des Endes" fest, weil die Prophezeiung dies bestimmt erklärt. Der Feldzug des grossen Kriegers Napoleon Bonaparte ist eine klare Erfüllung dieser Prophezeiung, wie aus den historischen Ereignissen dieses Feldzuges deutlich hervorgeht.

Der "König des Südens", von welchem in dieser Prophezeiung die Rede ist, deutet auf Ägypten hin; der König des Nordens bedeutet Grossbritannien, welches damals ein selbständiger Teil des römischen Reiches war.

Napoleon kämpfte in Ägypten gegen die ägyptischen Heere, die von Murat Bey geführt wurden, und denen er eine Niederlage beibrachte. Sein Sieg jagte nicht nur den Ägyptern einen heillosen Schrecken ein, sondern auch den Völkerschaften bis weit in Afrika und Asien hinein, und alle umherwohnenden Stämme unterwarfen sich dem grossen Eroberer.

Während Napoleon hier operierte, unternahmen die Engländer im Norden, unter der Führerschaft des Admirals Lord Nelson, einen erfolgreichen Angriff auf Napoleons Streitkräfte zur See, Napoleon begann diesen ägyptischen Feldzug im Jahre 1798, führte ihn zu Ende und kehrte am 1. Oktober 1799 nach Frankreich zurück. Der Feldzug ist kurz aber anschaulich in dieser Prophezeiung Vers 40—44 beschrieben, und da dieser Feldzug 1799 zu Ende ging, so bezeichnet er, nach den eigenen Worten des Propheten, den Beginn der "Zeit des Endes".


Oder auch:

„Weshalb jetzt in spitzfindiger Art über Daten, Tage oder Stunden debattieren? Die wahrnehmbaren Tatsachen, die in Erfüllung gegangene Prophezeiung und die in Erfüllung begriffene Prophezeiung, liefern einen überwältigenden, über den Schatten jedes Zweifels hinausgehenden Beweis, dass der Herr gegenwärtig ist, dass die Welt zu Ende und dass das Königreich des Himmels nahe ist! ...

Wir haben jetzt die Zeit erreicht, wo die Glieder des Leibes Christi ihre plötzliche Verwandlung in einem Nu erfahren werden. Einen Augenblick sind sie noch in Verwesung gesät, im nächsten Augenblick werden sie auferweckt zu Unverweslichkeit. Einen Augenblick sind sie noch in Unehre, im nächsten Augenblick in Herrlichkeit. Einen Augenblick sind sie noch in voller Schwachheit, im nächsten Augenblick in Kraft."


Nun auch das kann man dann wohl noch sagen.
Auch dieser italienische Narr, wie etliche andere Narren vor und nach ihm, musste vergeblich auf seine wunderbare Verwandlung warten.
Er bekam allerdings „Ersatz". Als der WTG-Religion Verfallener, dürfte nun auch er den Treppentierier zum Verkauf des WTG-Opiums spielen.

Wahrhaftig eine bemerkenswerte „Verwandlung".

Und auch das bekam er dann wohl noch zu hören.
Was die die „Harfe Gottes" mal aussagte, sei inzwischen „altes Licht". Neues Licht hingegen sei alles, was die WTG als aktuelles Betörungsmittel zur Ausbeutung ihrer unmündigen Schafherde ansieht!

Antworten:

Zitat

...WTG-Buch "Die Harfe Gottes" ...
"Wir haben jetzt die Zeit erreicht, wo die Glieder des Leibes Christi ihre plötzliche Verwandlung in einem Nu erfahren werden. ...


Vorgestern schrieb ich hier:
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,22931,24803#msg-24803

Die Gesalbten fuhren nicht wie von vielen erwartet am Ende der Zeiten der Nationen in den Himmel auf.

von Frau von x - am 02.04.2009 07:53
Ach ja, wer es noch nicht wusste. In den 1950er Jahren hatten die USA da wohl ein spezielles Problem. Was war dieses Problem, welches ja fast die „Sicherheit der USA bedrohte"?
Nun wenn es um Sicherheit geht, man ahnt es vielleicht, sollen sich da ja wohl Wehrdienstbehörden besonders angesprochen fühlen, wohl nicht „nur" in den USA.

Aber vielleicht gibt es in den USA doch die Besonderheit - man kennt es ja bereits von den Felddienstformularen der Zeugen Jehovas - das für all und jedes Statistiken angelegt werden.

Was wäre denn eine Behörde, könnte sie sich nicht den lieben langen Tag mit Statistikauswertungen beschäftigen? Und das gar noch in den USA. Ohne Statistik geht doch dort gar nichts. Warum sollte es es bei den Wehrdienstbehörden der USA anders sein?
Offenbar ist es auch dort nicht anders.

Nun aber machten die dortigen Statistikauswerter eine für sie äußerst schlimme Entdeckung.
Natürlich kennen stramme Statistikauswerter auch die Vergleichszahlen andernorts. Würden sie die nicht kennen, wären es ja keine strammen Statistikauswerter.
Und die USA-Wehrdienstbehörden wissen auch, diese „Errungenschaft" wird ja auch in anderen Staaten, etwa in Europa, extensiv praktiziert.

Und wie sie da so die Statistikergebnisse ihrer europäischen Kollegen, mit den eigenen Statistiken verglichen, da machten sie doch eine für sie gar alarmierende Feststellung.

Gibt es Grund zum Alarm, versteht es sich auch in den USA selbstredend, dass diese Alarmmeldung, postwendend zur Alarmierung der weiteren Öffentlichkeit weiter geleitet wird.

Nun kann es ja vielleicht sein, dass auch in den USA, nicht jeder Bürger eine Tageszeitung hält, oder vielleicht im Fernsehen die Nachrichtensendungen konsumiert. Das wissen offenbar auch unsere amerikanischen Statistikauswerter. Sie wissen offenbar noch mehr. Sie wissen oder erahnen, welche Gruppe von Menschen sie vielleicht nicht auf diesem traditionellem Wege, mit ihrer Alarmmeldung erreichen. Weil sie aber mit allen Wassern der professionellen Statistikauswerter gewaschen sind, wissen sie auch, wie man es bewerkstelligt, dass auch jene Nicht-Zeitungsleser, dennoch ihre Alarmmeldung zur Kenntnis gebracht werden kann; denn schließlich geht es ja um die Sicherheit der USA (und da ist ja eben kein Aufwand zu wenig, um dieses hehre Ziel zu erreichen).

Möglicherweise wissen also die Statistikauswerter des Pentagon auch. In New York (wohl auch eine der größeren Städte der USA) soll ja auch die Redaktion einer Zeitschrift namens „Erwachet!" ihren Sitz haben.
Und weiter wissen sie vielleicht auch, jene Redaktion betreut ja im besonderen jene Kreise, wo sie befürchten müssen, auf dem konventionellem Wege bekommen die doch ihre Alarmmeldung nicht mit.
Also was tun sprach Zeus?

Der Überlieferungsweg ist ja nun nicht im Detail überliefert. Aber ein WTG-Mann wie Anton Koerber beispielsweise, fungierte da ja schon zu der Zeit als Verbindungsmann zur USA-Regierung. Da wird also der Herr Koerber, wenn gewünscht, auch mal eine entsprechende Meldung der „Erwachet!"-Redaktion ans Herz legen, die dem Pentagon es wert ist.

Vielleicht aber lief das auch viel unspektakulärer ab.
Hält es das Zeugen Jehovas-Fußvolk auch (vielleicht) weniger mit dem intensiven Zeitungslesen. Der „Erwachet!"-Redaktion kann man selbstredend solch potentiellem Analphabetismus nicht unterstellen. Die lesen sehr wohl viele relevante Blätter.

Und dabei stießen sie dann wohl auch auf jene Meldung, deren Weiterleitung dem Pentagon offenbar lieb und teuer war. Im vorauseilendem Gehorsam war es dann für „Erwachet!" in seiner Ausgabe vom 8. 4. 1959 die Sache wert, auch seinerseits jene Pentagon-Meldung weiter zu geben. Vielleicht bekam ja der WTG-Verbindungsmann Koerber, bei seinem nächsten Gespräch mit Beamten der USA-Regierung, dann dafür vielleicht sogar noch eine Belobigung ausgesprochen. Wer weis?

Was aber ist denn nun jene Meldung, die da die Statistikauswerter des Pentagon so überaus erschreckte?
Offenbar dieses.
Die Pentagon-Statistikauswerter hätten festgestellt das in den vorangegangenen Jahren (wohl die Zeit nach 1945) von den USA-Musterungsbehörden 40% der Wehrpflichtigen wegen körperlicher Untauglichkeit, zurückgestellt werden müssten.
Und ihre Statistikvergleiche ergäben weiter, dass sei siebenmal mehr als wie die statistisch belegten Fälle in Europa.

Jetzt kann man vielleicht ersehen, was für einen „großen Dienst", mit ihrer Alarmmeldung die Statistikauswerter des Pentagon doch der Sicherheit der USA erwiesen haben.
Wer weis, vielleicht wurden sie ja in der Folge davon, vom Statistikauswerter, zum Ober-Ober-Statistikauswerter befördert. Wer weis.
Damit kann das ganze in der Sicht des Pentagon, noch nicht sein bewenden haben. Es müssen auch die Ursachen analysiert, und Abänderungsvorschläge für die „missliche" Situation gemacht werden. Was die Ursachen anbelangt, meinte das Pentagon sehr schnell den entsprechenden Sündenbock benennen zu können.

Die amerikanischen Eltern seien es. Die würden ihre Kinder einfach zu „verweichlicht" heranziehen. Und das Pentagon und seine Statistikauswerter müssten dann diese Suppe „auslöffeln".

Nun ist es ja wohl mit „Schuldzuweisungen" allein noch nicht abgetan. Viel besser ist man doch dann dran, kann man quasi „leuchtende Beispiele" vorstellen, und die den Kritisierten unter die Nase reiben, und sagen. Seht ihr: so müsst ihr es machen! Dann kommen wir auch wieder von unserer miesen Statistikzahl herunter.

Und in dem Moment trat in der „Erwachet!"-Redaktion der große Aha-Effekt ein. Wusste man doch, man habe ja selbst genügend einschlägige Erfahrungen. Ergo könne man auch in dieser Angelegenheit die „Vorbildfunktion" für die kritisierte amerikanische Nation abgeben.

Und da man in der „Erwachet!"-Redaktion in der Tat belesen ist, wusste man auch sofort Zitatstellen zu benennen, wo andere das ausdrücken, was man ja selbst auch praktiziert.

Nun so uneigennützig ist dann auch die „Erwachet!"-Redaktion wohl nicht. Wenn sie denn schon als „Vorbild" der amerikanischen Nation dienen soll, dann muss natürlich das ganze auch in einem „Erwachet!"-Artikel zur Belehrung der eigenen Anhängerschaft seinen Niederschlag finden. Und hat es auch. Aus dieser „Erwachet!"-Belehrung sei dann noch nachfolgendes kommentarlos zitiert.

Kommentarlos auch deshalb, weil diese „Erwachet!"-Ausführungen auch so, für sich sprechen:

„Erwachet!" meint ausführen zu können:

"Der schwerwiegendste Fehler (amerikanischer Eltern) aber ist, daß sie sich durch übertriebene Gefühlsduselei oder Rührseligkeit davon zurückhalten lassen es (die Kinder) zu züchtigen. Anstatt daß sie konsequent sind, lassen sie sich von den Kindern drangsalieren.

In der Bibel finden wir mehrere Texte, die deutlich zeigen, daß das Kind Zucht braucht (Spr. 22:6, 15; 23:13, 14; 29:15, 17). Moderne Kinderpsychologen beginnen, diese Tatsache zu würdigen. Dr. Spock schrieb vor kurzen:

„Zu große Opfer [der Eltern] sind weder für die Eltern noch für das Kind gut ... Wenn die Zucht mit Liebe gepaart ist und das Kinde merkt, daß die Eltern es bestrafen, um ihm zu helfen, gefällt ihm das."
Dieser Gedanke wird auch durch einen Bericht bestätigt der in der Zeitung 'New York Sunday Times' vom 1. September 1957 erschien. Unter der Überschrift „Nigerische Jugendliche erhalten im Betragen Note 1" wurde gemeldet, eine amerikanische Austauschgruppe habe festgestellt, daß „Kinder, die streng erzogen werden, kaum zu Kriminalität neigen. Nigeria gehört zu den paar Ländern der Welt, in denen die Jugendkriminalität kein großes Problem ist. Den Kindern der Eingeborenen bleibt wenig Zeit dafür, und ihre Eltern haben keine Geduld mit jugendlichem Leichtsinn."
Folgende Worte Arnaldo Cortesis erklären, warum von allen westlichen Ländern Italien die geringste Zahl von Jugendlichen Verbrechern hat:
„Die meisten Italiener halten immer noch an der Überzeugung ihrer Vorväter fest, daß ein Klaps im richtigen Augenblick oder ordentliche Dresche das Kind lehrt, was von ihm erwartet wird ... Junge Menschen, die als Kinder gezüchtigt wurden, sind sittsam und werden nicht von einer Ruhelosigkeit, einem Drang zur Widerspenstigkeit und einem Gefühl der Unsicherheit geplagt wie ihre Altersgenossen in anderen Ländern." 'New York Times Magazine', 23. Februar 1958.
Richter Samuel Leibowitz, der dienstältestete Richter des höchsten Kriminalgerichts in Brooklyn (New York), ist der Meinung, daß man ein Kind dazu erziehen müsse, etwas zum Wohle der Familie beizutragen, auch wenn es sich mit Händen und Füßen dagegen wehre.
„Das Kind will gar nicht, daß die Eltern zu allem ja und amen sagen. Ein solches Verhalten macht das Kind unglücklich und verwirrt es. Es will um seine Welt ein Sicherheitsgeländer in Form von Regeln und Zucht haben, die ihm wohl große Bewegungsfreiheit ermöglichen, es aber auch genau wissen lassen, wie weit es gehen kann." - 'This Week', 15. Dezember 1957.

Die Weichlichkeit der amerikanischen Jugend ist somit der Verzärtelung zuzuschreiben, die das Ergebnis einer fatalen Verwechslung von Liebe und Sentimentalität ist ...
Deshalb sagt Gottes Wort: „Wen der Herr liebt, den züchtigt er." ... Die ganze Weichlichkeit der modernen Jugend würde verschwinden, wenn die Eltern, anstatt sentimental zu sein und sie zu verwöhnen, sie in Liebe züchtigen würden ..."






von Drahbeck - am 08.04.2009 03:24
„Worauf setzt du deine Hoffnung?", fragt der „Wachtturm" vom 15. 4. 1959 (selbiger zugleich als „Sonderausgabe" bezeichnet) in einer Artikelüberschrift.
Und in der Substanz liest man in ihm auch die Sätze:

„Durch die Geldentwertung haben Menschen schon oft in wenigen Tagen ihr ganzes Vermögen verloren, das sie im Laufe ihres Lebens erspart hatten. So erlebten im Jahre 1923 in Deutschland viele, die das Geld zu ihrer Zuversicht gemacht hatten, eine bittere Enttäuschung, denn selbst wer damals Ersparnisse im Werte von einer Billion (1.000.000.000.000) besaß, erlebte, wie diese gewaltige Summe zu dem Wert nur einer Mark zusammenschmolz. Auch in den Vereinigten Staaten hat das Geld nicht mehr den Wert den es noch vor einigen Jahren hatte. Das Geld, mit dem man früher einen Wagen kaufen konnte, reicht heute höchstens noch für etwas mehr als die Anzahlung. Mit dem Geld, mit dem man vor einigen Jahren einen ganzen Anzug kaufte, kann man heute kaum noch die Hose bezahlen. Durch Inflation und Deflation ist das Geld zu einer sehr armseligen Grundlage für unsere Hoffnung geworden.
Das Geld kann durch einen Krieg verloren gehen; es kann uns gestohlen werden; wir können es einbüßen, weil wir nicht damit umzugehen wissen; ja es gibt unzählige Möglichkeiten, wie wir unser Geld verlieren können."


In diesem Stil geht es dann in diesem Artikel, noch einige weitere Aspekte betreffend weiter.
An dem Hinweis auf Inflation usw. ist in der Tat was dran. Das lässt sich wohl schwerlich leugnen.
Aber auch das muss man dann wohl auch sagen, in sinngemäßer Zitierung eines Spruches.

Der Ratgeber sind viele; uneigennützig indes ist von ihnen kaum einer.

Das gilt dann auch und besonders in diesem Fall.
Das genannte Beispiel der Inflation belegt. Krisengewinnler waren damals im besonderen die Sachwertbesitzer.
Nun muss man ja auch das sagen; wer da schon am Rande des Existenzminimus vegetiert. Wie soll denn der „Sachwerte anhäufen"? Der hat doch nicht die allergeringste Chance dazu.

Und der „Wachtturm" wäre wohl auch der allerletzte der in der Richtung „Empfehlungen" abgeben würde.
Ihm geht es nur um eines. Selbst aus der Angst anderer Nutzen zu ziehen.

Man ist sich ja keineswegs zu schade das „Scherflein der armen Witwe" zu kassieren. Ist es „etwas" mehr, sagt man garantiert auch nicht nein.
Man tut ja alles, um die Menschen in Angst und Furcht hineinzusteuern, namentlich mit dem extensiven Spielen auf dem „Endzeitklavier".

Wenn die so Verängstigten dann der WTG ihre Werte übereignen. Man sagt nur eines (ohne es so deutlich auszusprechen). Es kann nie genug sein!

Und dann sehe man sich doch mal die WTG-Immobilienpolitik näher an.
Beispiel ihre New Yorker Liegenschaften, aber auch andernorts. Die werden ja zunehmend „verscherbelt". Nicht das man nun den eigenen Laden damit nun auflösen wollte. Davon ist man selbstredend Lichtjahre entfernt. Es werden halt an anderen Standorten Ersatzbauten geschaffen.



Einer der neueren Königreichssäle in Deutschland

Und kennt man die Praxis der ZJ-"Bauregionen" weis man ja, wie das abzulaufen pflegt.

Unterm Strich kommt da für die WTG-Oligarchie eine massive Wertsteigerung heraus.
Immobilienwerte können in der Tat einen höheren Wert darstellen. Auch diese Erkenntnis und Feststellung ist sicherlich nicht neu


























Bettelode

von Drahbeck - am 15.04.2009 03:32
Das sogenannte „Zweite Vatikanische Konzil", dass einige Kreise in der Catholica am liebsten rückgängig gemacht sehen würden. Und wenn diese Kreise stark genug wären, wäre wohl der jetzige Papst der Allerletzte, der sich ihnen in den Weg stellen würde.

Nicht das er für sie die „Kartoffeln aus dem Feuer holen wollte", dass sicherlich nicht. Politisch denkend genug ist er ja, um reale Machtverhältnisse einschätzen zu können.
Und die realen Machtverhältnisse auch in der Catholica, besagen doch wohl.
Noch sind die Ewiggestrigen dort nicht die Majorität. Noch ...

Unterhalb dieser Schwelle, gelingt es diesen Kreisen jedoch immer wieder mal, gewisse „Nadelstiche" zur Wirksamkeit zu bringen. Und genau auf dieser Ebene, ist wohl der derzeitige Papst der „Allerletzte" der sich ihnen da in den Weg stellen würde.
Exemplarisch für die Zeit vor dem „Zweiten Vatianischen Konzil" stehen auf katholischer Seite auch solche Aussagen wir die von Heimbucher:



Zusammengefasst: Die Grundsätze der Inquisition.
Und denen trauert offenbar auch in der Catholica, noch so mancher noch heute nach!
Lässt man die Papstgeschichte des letzten Jahrhunderts Revue passieren, kommt man nicht umhin, dem Wechsel von Pius XII. zu Johannes XXIII. eine historische Dimension zuzuschreiben. Jedenfalls war dieser Johannes XXIII. in historischer Dimension ein paar Nummern bedeutender, als der jetzige rückwärtsgerichtete Amtsträger dieser Firma.

Namentlich das sogenannte Zweite Vatikanische Konzil, von diesem Papst einberufen, bleibt für immer mit seinem Namen verbunden.

Der mit den Nazis und den Faschisten paktierende Pius XII. hätte diesen Schritt nie getan. Auch der jetzige Rückwärtsgerichtete nicht, wäre er schon damals Papst gewesen (als „Sandkastenspiel" mal gewertet).

Nun war unmittelbar nach dem Ableben des Pius XII. noch nicht in allen Details vorhersehbar, welche neuen Akzente denn sein Nachfolger setzen würde. „Erwachet!" vom 22. 4. 1959 jedenfalls, thematisiert unter der Überschrift „Ein neuer Papst wird gewählt", auch diesen Wechsel im Papstamte. Da besagter Johannes XXIII. da erst am Anfang seines Pontifikates stand, konnte auch noch nicht das erwähnte Zweite Vatikanische Konzil Berücksichtigung finden. Das kam ja erst später.

Weniger über diesen damals neuen Papst, mehr wohl über seinen Vorgänger, findet man auch in diesem „Erwachet!"-Artikel einige erhellende Aussagen. Nun gehört „Erwachet!" mit Sicherheit nicht zu den Bejublern des Papsttumes. Eben weil das so ist, kann man diesen Aussagen durchaus den Rang des Unabhängig Wertenden zubilligen.

Unter anderem liest man. Elf Wahlgänge und mehrere Tage Zeit, beanspruchte die Wahl des damals neuen Papstes. Schon ein verhältnismäßig lange Zeit. Zugleich auch Symptom dafür dass die Rückwärtsgerichteten in der Catholica, einige Zeit brauchten, zu „verdauen", dass nun wohl der Anbruch einer neuen Zeitepoche ansteht.

Aber auch im „Erwachet!"-Bericht findet man schon den Satz:
„Der neugewählte Papst machte ohne Zögern von seiner päpstlichen Macht Gebrauch und führte zahlreiche Neuerungen ein."

Und weiter:
„Der neue Papst scheint somit einen anderen Kurs zu verfolgen, als der verstorbene Pius XII. verfolgt hat."

Auch diese Aussage sollte sich dann ja je länger, je mehr, bestätigen. Nun allerdings betrug seine Amtszeit nur knapp fünf Jahre. Da hatte es sein Vorgänger schon mal auf die vierfache Zeit gebracht. Insofern hatten die Rückwärtsgerichteten noch ihre Chance wieder aufatmen zu können.

Man vergleiche auch
www.zeit.de/2002/41/ZL-Ppste

Natürlich konnte er als 77jähriger Papst geworden, auch nicht „aus seiner Haut". Man kann ihn nur im Rahmen der Catholica und ihrer Rahmenbedingungen insgesamt werten. Legt man diesen Massstab nicht an, kann man etwa in einem „Die Welt"-Artikel über ihn, auch die Sätze vorfinden:
„Adenauer nannt ihn naiv"

Und der Verfasser jenes Artikels meint dann ihn auch als den „stursten aller Päpste" titulieren zu sollen.
Dieses Votum allerdings, dürfte dann wohl mehr über den „Welt"-Artikelschreiber aussagen, als über den von ihm referierten Papst.
www.welt.de/kultur/article2634320/Johannes-XXIII-der-sturste-aller-Paepste.html

Wie auch immer, kehren wir zu den Aussagen von „Erwachet!" zurück. Und dort liest man dann unter anderem auch noch:

„Es besteht ein großer Unterschied zwischen dem früheren und dem neuen Papst. Eugenio Pacelli stammte aus einer römischen Adelsfamilie, während Angelo Roncalli aus einer armen Bauernfamilie stammte. Pacelli ließ sich keine Gelegenheit entgehen, um in Tat und Wort hervorzuheben, daß er dem Adel angehöre.
Man kann sagen, daß die Pacelli-Herrschaft begonnen habe, als Pacelli Staatssekretär des Vatikans wurde. Sein privater „Hof" von Verwandten, Freunden und Freunden seiner Verwandten sowie deutschen Jesuiten erlangte allmählich die Herrschaft über die Kardinäle und andere kirchliche Würdenträger. ...

Die 'New York Times' vom 23. November 1958 schrieb ...
„Gewisse Sprecher des Vatikans glauben, Pius XII. ein Kompliment zu machen, wenn sie in unbedachter Weise über ihn sagen, daß er während seiner fast zwanzigjährigen Herrschaft keinen Menschen zum Lachen gebracht habe und auch nie den geringsten Wunsch verspürt habe, das zu tun."...



von Drahbeck - am 22.04.2009 04:35
Vollmundig postuliert der „Wachtturm" in seiner Ausgabe vom 1. 5. 1959, im dortigen Hauptstudienartikel auch:

„Mögen die politischen Herrscher Großbritanniens, Amerikas, des kommunistischen Rußlands und anderer mächtiger Nationen Notiz davon nehmen, was Nebukadnezar ereilte, der das über die Juden herrschende Vorbild-Königreich Jehovas vernichtet hatte. Ja mögen wir alle den Bericht lesen: „Noch war das Wort im Munde des Königs, da kam eine Stimme vom Himmel herab: Dir, König Nebukadnezar, wird gesagt: Das Königtum ist von dir gewichen ..."

Offenbar ist jenes Votum in einem der Vorträge des New Yorker WTG-Kongresses des Jahres 1958 mit eingebettet gewesen; denn just diese WT-Ausgabe widmet sich umfänglich im weiteren eben der Berichterstattung über jene WTG-Veranstaltung.

Da im vorstehenden Zitat unter anderem auch die „politischen Herrscher Russlands" (und man darf unterstellen auch dessen damalige Verbündete) namentlich mit angesprochen wurden, darf man weiter sagen. Jene Herrscher hatten durchaus „verstanden". Nicht erst im Jahre 1958, sondern auch schon die Jahre davor.

Und im Gegensatz zu den WTG-Narren hatten sie auch verstanden, solcherlei Voten in die politische Sprache zu übersetzen, und politisch zu werten.

Und diese Wertung sagte ihnen glasklar. Die WTG stellt die Machtfrage. Sie ist nicht willens, sich den politischen Vorgaben der östlichen Regime ein- und unterzuordnen.

Und weiter haben jene östlichen Herrscher sinngemäß darauf geantwortet. Ihr wollt den Kampf, bitte schon ihr könnt ihn haben.
Die weiteren Details die sich aus dieser Grundsatzlage ergaben, brauchen hier und heute nicht wiederholt zu werden. Sie sind ohnehin genug bekannt.

Wenn die WTG-Apparatschicks wähnen, mit ihren Bibelzitierungen, auch politisch denkende Menschen „besoffen reden zu können", dann begehen sie eine grundsätzliche Fehleinschätzung. Bei ihrer eigenen Narren-Anhängerschaft mag das in der Tat wirksam sein. Die Praxis hat es ja mehr als einmal bestätigt.
Nicht wirksam hingegen ist es bei klar politisch denkenden Menschen.

Nun mag man sagen, die zeitgenössische Politik der östlichen Staaten, auch in Religionsfragen, forderte vielerlei Widerspruch heraus, was wohl schwerlich zu bestreiten ist.

Von diesem Gefühl des Unbehagens gegenüber der östlichen Religionspolitik, war allerdings nicht „nur" die WTG-Religion betroffen, sondern eben auch breite Bereiche der übrigen „Religionsindustrie". Und dann ist es schon die Frage, wie man denn auf solch mißliche Ausgangsbasis reagiert.

Jedenfalls auch das ist feststellbar, weite Teile der übrigen „Religionsindustrie" versuchten es in den östlichen Ländern eher mit dem „lavieren".

Nicht so die WTG-Religion. Sie wollte den Kampf und sie bekam ihn auch. Wo Kampf ist, gibt es auch Opfer. Auch das ist klar belegbar. Ein „Jehova" hat jedenfalls nicht die lebenslänglichen Gerichtsurteile und anderes mehr, gegen damalige WTG-Protagonisten verhindert. Ein Friedrich Adler etwa meint in seiner Verblendung sich damit trösten zu können: „Sie meinen wohl ein Jahr ..."



Nein, die östlichen Machthaber meinten eben nicht „blos ein Jahr". Das wusste selbstredend auch Adler. Aber er hoffte der „große Zampano" würde ihn ja schon nach spätestens einem Jahr, aus seiner misslichen Lage erlösen. Es wurde - wieder mal - nichts mit dem wundersamen „großen Zampano".

Bleiben wir einen Moment noch beim Fallbeispiel Adler.
Das „lebenslänglich" hatte dann ja eines späteren Tages für ihn auch noch mal ein Ende. Aber sicherlich nicht schon nach „einem" Jahr. Und der Osten schob ihn dann nach den Westen ab, wo er dann im Wiesbadener WTG-Büro noch sein „Gnadenbrot" bekam. Selbstverständlich gibt es in WTG-Kreisen auch ein „Gnadenbrot" nicht umsonst. So durfte sich denn Adler auch dort noch nützlich machen, etwa in Form der Bedienung einer Schreddermaschine .
Sucht man exemplarische Beispiele für die These von WTG betörten Narren. Adler ist sicherlich ein geeignetes Veranschaulichungsbeispiel.


Der Rubrik glasharter Machtansprüche seitens der WTG kann man übrigens noch in einer anderen Passage der Kongressberichterstattung dieser WT-Ausgabe begegnen.
Etwa dieser:

„Der Präsident der Gesellschaft, der fast alle diese Zweigbüros und Druckereien rings um die Erde besucht hat ... verfaßte er - nachdem er wochenlang den größten und kompliziertesten Zweig der Gesellschaft, das Zweigbüro Brooklyn persönlich inspiziert hatte - ein allumfassendes Buch, das Anweisungen enthält, die sämtlichen Zweigorganisationen als Wegleitung dienen sollen und ließ es drucken. Dieses 158seitige, aus großen losen Blättern bestehende Buch trägt den Titel „Richtlinien für die Zweigbüros der Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania" ... Da nun jedes Zweigbüro im Besitz dieses Buches ist, und dessen Anweisungen befolgen muß ...."

Die Welt war erschüttert, als in einem seinerzeitigen Krieg (1979) zwischen China und Vietnam, auch die Meldung zu vernehmen war, chinesische Generäle hätten eigene Soldaten gezwungen, im morastischem Gelände, als lebende Panzerlaufbahn-Unterlage zu fungieren.

Man muss für solcherlei Geisteshaltung keineswegs nur auf jene chinesischen Offiziere verweisen.
Ihre Geistesverwandten kann man auch in Brooklyn „bewundern".

http://www.youtube.com/watch?v=BMSPR1YuoLo

[Redaktioneller Hinweis: Das eingebettete Bildmaterial entstammt nicht der besprochenen "Wachtturm"-Ausgabe]

von Drahbeck - am 01.05.2009 04:19

Re: Vor fünfzig Jahren / "Yellow List"

Zitat
Drahbeck
Vollmundig postuliert der „Wachtturm" in seiner Ausgabe vom 1. 5. 1959, im dortigen Hauptstudienartikel auch:

„Mögen die politischen Herrscher Großbritanniens, Amerikas, des kommunistischen Rußlands und anderer mächtiger Nationen Notiz davon nehmen, was Nebukadnezar ereilte, der das über die Juden herrschende Vorbild-Königreich Jehovas vernichtet hatte. Ja mögen wir alle den Bericht lesen: „Noch war das Wort im Munde des Königs, da kam eine Stimme vom Himmel herab: Dir, König Nebukadnezar, wird gesagt: Das Königtum ist von dir gewichen ..."

Offenbar ist jenes Votum in einem der Vorträge des New Yorker WTG-Kongresses des Jahres 1958 mit eingebettet gewesen; denn just diese WT-Ausgabe widmet sich umfänglich im weiteren eben der Berichterstattung über jene WTG-Veranstaltung.

Da im vorstehenden Zitat unter anderem auch die „politischen Herrscher Russlands" (und man darf unterstellen auch dessen damalige Verbündete) namentlich mit angesprochen wurden, darf man weiter sagen. Jene Herrscher hatten durchaus „verstanden". Nicht erst im Jahre 1958, sondern auch schon die Jahre davor.

Und im Gegensatz zu den WTG-Narren hatten sie auch verstanden, solcherlei Voten in die politische Sprache zu übersetzen, und politisch zu werten.

Und diese Wertung sagte ihnen glasklar. Die WTG stellt die Machtfrage. Sie ist nicht willens, sich den politischen Vorgaben der östlichen Regime ein- und unterzuordnen.

Und weiter haben jene östlichen Herrscher sinngemäß darauf geantwortet. Ihr wollt den Kampf, bitte schon ihr könnt ihn haben.
Die weiteren Details die sich aus dieser Grundsatzlage ergaben, brauchen hier und heute nicht wiederholt zu werden. Sie sind ohnehin genug bekannt.

Wenn die WTG-Apparatschicks wähnen, mit ihren Bibelzitierungen, auch politisch denkende Menschen „besoffen reden zu können", dann begehen sie eine grundsätzliche Fehleinschätzung. Bei ihrer eigenen Narren-Anhängerschaft mag das in der Tat wirksam sein. Die Praxis hat es ja mehr als einmal bestätigt.
Nicht wirksam hingegen ist es bei klar politisch denkenden Menschen. . . .

ZITAT:
,,Vielleicht hatte der DDR-CIA-Experte Julius Mader nicht so unrecht, als er in seiner ,,Yellow List", auch ausdrücklich die WTG mit eingliederte, als auch im Dienste der CIA stehend. Auch hier muss man dann wohl die ausdrückliche Einschränkung machen. Nicht in Gesamtheit. Aber auf der Ebene relevanter Einzelpersonen. . . . "
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,7398,7520#msg-7520

,,Watch Tower Movement"
http://www.mindcontrolforums.com/cia500.htm

von X ~ mysnip - am 01.05.2009 09:09

Re: Vor fünfzig Jahren / "Yellow List"

Zitat
X ~ mysnip
Vollmundig postuliert der „Wachtturm" in seiner Ausgabe vom 1. 5. 1959, im dortigen Hauptstudienartikel auch:

ZITAT:
,,Vielleicht hatte der DDR-CIA-Experte Julius Mader nicht so unrecht, als er in seiner ,,Yellow List", auch ausdrücklich die WTG mit eingliederte, als auch im Dienste der CIA stehend. Auch hier muss man dann wohl die ausdrückliche Einschränkung machen. Nicht in Gesamtheit. Aber auf der Ebene relevanter Einzelpersonen. . . . "
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,7398,7520#msg-7520

,,Watch Tower Movement"
www.mindcontrolforums.com/cia500.htm

Oh, jetzt gibt es Mader's CIA-Liste also schon im Internet!

newsmine.org/content.php?ol=cabal-elite/secret-society/cia/cia-500-front-companies.txt

Ich konnte sie seinerzeit nur in der Ostberliner Staatsbibliothek einsehen.
Und wer das damalige dortige Signaturensystem kennt weis auch. Benutzungseingeschränkt.
Ich war ja dort, auch aufgrund diverser anderer Literaturbestellungen, "bekannt wie ein bunter Hund". Mich traf diese Einschränkung also nicht.
Aber irgend jemand der zum ersten mal dort vielleicht was bestellte. Dem hätte es schon passieren können, dass man ihm sagte.
So, nun bringen Sie erstmal eine amtliche Bescheinigung, aus der hervorgeht, warum und wieso Sie auch diesen Titel einsehen wollen.

Insofern konnten sich die "Schwesterfirmen" der CIA auch im Ostbereich, "gegenseitig die Hände reichen."

In einem einschlägigen Artikel des Organs der Ost-CDU, der damaligen Tageszeitung "Neue Zeit", verwies ja Mader ausdrücklich als Beleg für seine These, eben auf seine "Yellow List".

Schon damals war mein Eindruck. Argumentation unbefriedigend!
Es werden ja lediglich Organisationsnamen aufgelistet. Aber eben ohne Detailbegründungen, weshalb dieser oder jener, aus welchen Gründen, und aus welcher Beweislage, sich in dieser Auflistung mit vorfindet!


von Drahbeck - am 01.05.2009 09:27

Re: Vor fünfzig Jahren / "Yellow List"

Beim jetzigen nochmaligen Überfliegen der Mader'schen Auflistung. Darin unter anderem auch der Name „Tarantel Press".

Siehe just zu diesem Namen auch
Parsimony.2762

Und was dort exemplarisch an diesem Einzelbeispiel verifiziert wird, lässt sich auch auf etliche andere Beispiele übertragen!

von Drahbeck - am 01.05.2009 09:38


"... wohin die Reise geht weiß allein der große Zampano denn der bestimmt das sowieso."

Damit hatte Freddy Breck gerade 1975 mehr Gottvertrauen bewiesen, als Fred(dy) Franz. :joke:

Wir wünschen allen ein schönes verlängertes Wochenende!




von Frau von x - am 01.05.2009 10:05
Das wünsch ich euch auch und viel Sonne :)

LG Selina

von Swordfish - am 02.05.2009 10:46
Diesmal ohne weiteren Kommentar. Das zitierte aus „Erwachet!" vom 8. 5. 1959 spricht sicher für sich. Unter der Überschrift „Konstantin ein christlicher Kaiser?" war darin auch zu lesen:

„Das Heidentum gedieh weiter.
In seinem Werk 'Man and His God's' schreibt Homer W. Smith über Konstatin:
„Seine 'Bekehrung' war selbst nach den damaligen Maßstäben nur nominell; nach seiner Bekehrung brachte er seine Gattin, einen seiner Söhne, einen Neffen und dessen Gattin um und ließ Licinius und dessen Sohn erdrosseln, obschon er beiden versprochen hatte, sie am Leben zu lassen. Er ließ sich weiter auf den Münzen als ein Apollos-, Mars-, Herkules-, Mithras- und Zeus-Verehrer darstellen. Konstantin, der sich erst kurz vor seinem Tode taufen ließ, ahmte darin viele Christen nach, die der Meinung waren, es sei unklug, sich mit der Taufe zu beeilen, da diese ja alle Sünden wegwasche, aber nicht wiederholt werden könne."

„Immer noch Pontifex Maximus des Jupiters"
Über das Verhalten Konstantins nach seiner "Bekehrung" schreibt Charles Merivale in seinem Werk 'A General History of Rome':
"Er paßte sich den Traditionen des Reiches an, indem er das Amt des Pontifex Maximus der alten Staatsreligion übernahm; er schmückte den Triumphbogen, den er in der Stadt errichtete, mit Statuen einiger Götter des Olymps... Konstantin unternahm keine drastischen Schritte, um mit den bestehenden Formen des Heidentums zu brechen. Er war immer noch Pontifex Maximus des Jupiters, des 'Besten und Größten'. Er erlaubte, daß im Lager und auch in den Tempeln, die er gewöhnlich aufsuchte, der Gott der Römer angerufen wurde. Er untersagte weder bei dem Geist des Kaisers zu schwören noch zu ihm zu beten. Er freute sich darauf, nach seinem Tode auch ein gesegneter Gegenstand des römischen Staatskults zu werden.
Anstatt die beiden gegensätzlichen Religionen gegeneinander abzuwägen, verschmolz er sie. Religion war für ihn mehr eine Sache des Gefühls als der Meinung, was wahrscheinlich bei weit mehr Menschen der Fall ist, als man allgemein annimmt."

Abergläubisch
Der Historiker John Lord schreibt über Konstantin: "Er glaubte an Omen, Träume, Visionen und übernatürliche Einflüsse." — Beacon Lights of History, Band IV, "Das kaiserliche Rom"

Die Vision
In dem Werk 'The Encyclopaedia Britannica', elfte Ausgabe, Band 6, Seite 988 und 989, heißt es über "die Vision vom Kreuz", die Konstantin veranlaßt J haben soll, sich zum Christentum zu "bekehren":
"Eusebius erklärt, daß Konstantin ihm die Geschichte erzählt habe; aber er hat sein Werk nach dem Tode des Kaisers geschrieben, und die crwähnte Form [ein flammendes Kreuzeszeichen am Himmel, auf dem die Worte standen: "Durch dieses siege"] war ihm, als er sein Werk, betitelt 'Ecclesiastical History', schrieb, offenbar unbekannt Der Verfasser des Werkes 'De mortibus persecutorum', sei es Lactantius oder ein anderer, war ein gutunterrichteter Zeitgenosse, und er berichtet uns, daß Konstantin das Zeichen im Traum gesehen habe; sogar Eusebius vervollständigt die Vision am Tage mit einem Traum in der darauffolgenden Nacht"

„Ein Mann ohne Gewissen"
In dem Schulbuch 'A History of Rome for High Schools and Academies', schreibt George Willis Botsford über Konstantin:
"Seine Bekehrung besserte seinen Charakter nicht Er blieb, was er gewesen war - ein hartherziger, gewissenloser Mensch ... bereit, zu heucheln oder Blut zu vergießen, je nachdem, was ihm nützlicher war."

„Ein Despot"
In seinem Werke 'Geschichte der Alten Kirche', Band 3, schreibt der deutsche Theologe Hans Lietzmann:
"Gewiß, er war ein Despot, ein Politiker, der keine Rücksicht kannte, wenn es um die Erreichung seiner Ziele ging ... sinnlos erscheint uns die Tötung des vorher bereits zum Sklaven degradierten Sohnes des Licinius, voll furchtbarer Tragik der Tod des Crispus und der Fausta. Und diesen blutigen Schemen folgt eine lange Reihe namenloser Gestalten, die kaiserliches Gebot aus dem Leben riß. Kann ein Christ so handeln?"


Ergänzend noch ein paar andere Zitate.
In den seinerzeitigen seinerzeit im „Volksboten" veröffentlichten Predigten der WTG im Auftrage Russells, respektive von ihm selbst verfasst, meinte die WTG (17. Juni 1916) zum Thema Konstantin:

„Kaiser Konstantin als Urheber der Dreieinigkeit.
Der römischer Kaiser Konstantin sah ein Gesicht - wahrscheinlich in völlig wachem Zustande - ein Gesicht, das ihm und seinem Reiche größeres Gedeihen verhieß, wenn das Christentum als die Religion seines Kaiserreiches anerkannt werde statt des Heidentums, das bis dahin Staatsreligion gewesen war.
Ein gewisser Teil der christlichen Kirche hatte dieses Ziel längst erstrebt.
Den Gedanken der Wiederkunft Christi zur Aufrichtung seines Königreiches fahren lassend, suchte man eine Verbindung, gewissermaßen eine Heirat mit einem irdischen Reiche, um so als Königin auf dem Thron irdischer Herrschaft zu sitzen.

Konstantin erlangte großen Einfluß in kirchlichen Angelegenheiten. Er schlug die Einberufung eines Konzils aller Bischöfe vor, deren es etwa tausend gab. Er wollte wissen, warum diese apostolischen Bischöfe, die alle von dem gleichen Geist inspiriert zu sein vorgaben, so verschiedenartige Lehren hatten. Er erbot sich, die Kosten für alle Bischöfe für die Teilnahme an dem Konzil zu Nizäa zu tragen; aber die Mehrzahl, fürchtend, daß der Kaiser unter dem Einfluß des Bischofs von Rom stände (der sich damals noch nicht als Papst bezeichnete), blieb aus. Nur 384 kamen. Aber selbst diese waren nicht unter einen Hut zu (bringen)."


Man vergleiche thematisch auch:
Parsimony.2239

In ihrem seinerzeitigen Babylon-Buch verbreitet sich die WTG gleichfalls mit der Aussage:
„Nun kam das vierte Jahrhundert und damit der Aufstieg Konstantins des Großen. Nachdem Konstantin seinen letzten Opponenten geschlagen hatte, wurde er am 28. Oktober 312 auf Beschluß des Senats oberster Augustus und Pontifex maximus. Man sagt, daß er bei seinem Feldzug gegen seinen Opponenten Maxentius am Himmel, unterhalb der Sonne, ein flammendes Kreuz erscheinen sah, das die Worte trug: In hoc signo vinces (,,In diesem Zeichen wirst du siegen").
Im Januar 313 gab Konstantin in seiner Eigenschaft als heidnischer Pontifex maximus sein
berühmtes Toleranzedikt zugunsten der sich zum Christentum Bekennenden heraus, die damit auch in öffentliche Dienste gewählt werden konnten.
Konstantin empfing aber nicht die christliche Wassertaufe. Obwohl Kaiser Licinius, sein Schwiegersohn, zusammen mit Konstantin dieses Toleranzedikt herausgab, verfolgte Licinius später die Christen. Von 314 an griffen beide Kaiser wegen dieser Streitfrage zu den Waffen.
Kaiser Konstantin besiegte Kaiser Licinius und ließ ihn töten. Auf diese Weise wurde Kaiser Konstantin im Jahre 325 das Haupt über die östlichen und westlichen Gebiete des Römischen Reiches.

Schon im Jahre 321 hatte Konstantin das erste Gesetz über den Sonntag (Dies solis) festgelegt, den Tag des Sonnengottes Sol, der das Kreuz als Symbol hatte. An diesem Tag sollte keine gerichtliche Tätigkeit ausgeübt werden, und die Beobachtung des Sonntags wurde zur gesetzlichen Pflicht. Als sich Konstantin für das Christentum seiner Tage interessierte, erfuhr er von den großen trennenden Streitfragen, die sich insbesondere darum drehten, in welcher Beziehung Gott zu seinem Sohn Jesus Christus und zu dem heiligen Geist stehe. Diese religiöse Uneinigkeit war eine Bedrohung für den Zusammenhalt seines Reiches. So berief er 325 als einziger Kaiser und als Pontifex maximus
ein religiöses Konzil ein, um den Streit über die ... ,,Dreifaltigkeit" beizulegen.

Der nichtgetaufte Kaiser Konstantin, der heidnische Pontifex maximus, forderte alle christlichen epíscopoi oder Aufseher des ganzen Reiches auf, zu einem Konzil zusammenzukommen, nicht in Rom (Italien), sondern in Nizäa bei Nikomedia ..."


Der seinerzeit unter dem Alias "Saladin" schreibende Verfasser meinte:
„Wenn damals zwischen Konstantin und Livinius nicht eine erbitterte Fehde ausgebrochen wäre, so würde man in den Tempeln des Christentums heutzutage ebensowenig einen Gottesdienst vorfinden, wie zwischen den aufrechten Riesensteinen der alten Druiden in Wales. Dadurch aber, daß er sich für das Christentum erklärte, warf Konstantin in die damals noch schwankende Waagschale die brutale Gewalt eines trotzigen, fanatischen und verräterischen Pöbels, wodurch sich das Schicksal gegen seinen Nebenbuhler Licinius entschied, der 324 n. Chr. geschlagen, entthront und später meuchlings ermordet wurde - alles zur größeren Ehre Gottes und seines Christus.

Daß das Christentum heute noch existiert, hat es keinerlei Kreuzigung auf irgendeinem Golgatha zu verdanken, sondern einfach dem siegreichen blutigen Schwert, das auf der milvianischen Brücke den Purpur der Cäsaren für den erbärmlichen Konstantin gewann."



von Drahbeck - am 08.05.2009 01:51
In einer thematischen Kritik des „Wachtturms" vom 15. 5. 1959, befinden sich besonders die Konkurrenzreligionen in den USA in seinem Brennglasspiegel. Was man diesen glaubt vorhalten zu sollen, kommt auch in einem Zitat das der WT da aufspießt zum Ausdruck. Er zitiert:

„'Selbstverständlich reden religiöse Amerikaner auch von Gott und Christus', schreibt Willi Herberg in seinem beachtenswerten Buche 'Protestant - Catholic - Jews', 'aber das eigentliche Mittel zur Erlösung scheint in ihren Augen die Religion zu sein, das heißt die 'positive' gläubige Haltung. Dieser Glaube an den Glauben, diese Religion, bei der die Religion selbst Endzweck ist, ist das hervorragende Merkmal der zeitgenössischen Religiosität Amerikas.
Pfarrer Daniel Polings Regel:
'Ich begann am Morgen die zwei Worte zu sagen: 'Ich glaube' - diese zwei Worte, weiter nichts', kann als klassischer Ausdruck dieser Ansicht über den amerikanischen Glauben erwähnt werden."


Nun mögen mit diesem Votum, weite Teile der USA-Religiosität zutreffend erfasst sein.
Gott ist für sie ein „guter Mann" und geht es ihnen persönlich auch noch gut, dann ist er ein „noch besserer Mann".

Geht es dann nicht mehr ganz so gut, was sie dann noch von ihrem „Gott" halten, steht wohl eher auf einem anderen Blatt. Solange eine Gesellschaft wirtschaftlich Fortschritte zu erzielen vermag, mag das ja so ablaufen. So lange ...

Da dieses zitierte Votum aus den 1950er Jahren stammt, kann auch unterstellt werden, es war so.
Nicht unterstellt werden kann hingegen, dass auch die WTG-Religion es so ähnlich von „Haus aus schon hielte".

Gleichwohl gilt es auch da näher hinzusehen.
Sehe ich mir beispielsweise die Argumentation eines Dr. Waldemar H. an, und frage ich weiter, was ihn denn so im besonderen „umtreibt", dann lautet mein Urteil.
Umtreiben tut ihm im besonderen das Gefühl des saturierten Bildungsbürgers, des „Kulturchristen" , der da in hohem Maße mit jenen Typen identisch ist, die da der WT, im vorzitierten Zitat selbst beschrieben hat.

Setze ich hingegen das Votum des mit dem „Brett vorm Kopf durch die Weltgeschichte marschierenden" WTG-Funktionärs Gerrit Lösch in den Kontext dazu, der sich gegen Universitätsausbildung expressis verbis ausgesprochen hat. Dann ergibt sich die weitere Frage. Und, warum hielt besagter Dr. H. sich nicht auch daran? Jene Gerrit Lösch'schen Voten waren in der WTG Geschichte schon weitaus früher nachweisbar. Lösch sagte somit nichts Neues. Er wiederholte nur bereits früher gesagtes.

Es wurde bereits eingeräumt, die WTG an sich, hält es von Hause aus anders. Ihre anders gearteten Voten bringen besonders auch den „Angst-Affekt" mit ein. Eben um die Verängstigten für die WTG-Interessen willfährig zu machen.
Einem Beispiel für letzterem, kann man auch in einem weiteren Artikel der gleichen WT-Ausgabe begegnen. Selbiger wieder mal angereichert, auch mit einem der berüchtigten WTG-Bilddarstellungen.



http://fr.truveo.com/Zeugen-Jehovas-gegen-Hochschulbildung/id/1251185834

von Drahbeck - am 15.05.2009 02:53
Wieder einmal postuliert „Erwachet!" vom 22. 5. 1959, seine Grundsatz-Narrenthese:

„Die Menschen sollten daher nicht erwarten, daß die Politiker dieser alten Welt eine bessere Welt schaffen können."

Wen also ein Gefühl der Politikverdrossenheit beseelt, und das sind mit Sicherheit nicht wenige, der wird just von der WTG auf dieser abschüssigen Bahn bestärkt.

Es irrt der Mensch, solange er lebt, sagt man (wohl nicht ganz zu unrecht). Ergo wird man an vielerlei Politikentscheidungen, vieles aussetzen können. Und je weniger die Rahmenbedingungen einem „Schlaraffenland" gleichen, umso mehr wird dieses Frust-Gefühl Nahrung finden.
Das alles ist wohl nur zu wahr.

Dennoch muss diese Destruktiv-These zurückgewiesen werden.
Sie ist identisch mit dem Flötengesang des „Rattenfänger von Hameln" , der die von ihm betörten ins Elend führt.

Genau das tut auch die WTG!

Sie spricht ja eine soziologische Klientel im besonderen an, die schon von Hause aus, nur selten einen wirklichen „Durchblick" hat. Und sie tut alles, dieses Dummheitsniveau weiter zu verstärken.

Nun soll nicht jenen Kräften das Wort geredet werden (die es mit Sicherheit nicht zu knapp gibt), die da in von ihnen abverlangten Akklamationskundgebungen ihr gleichfalls (egoistisches) Heil sehen. Abschreckende Beispiele diesbezüglich kennt man mehr als genug. In der Geschichte dieses Landes beispielsweise zur Hitlerzeit und in Ostdeutschland.

Dennoch muss nochmals wiederholt werden. Die zitierte WTG-These ist verfehlt, vom Grundsatz her, grundsätzlich verfehlt.

Das Hoffen und Harren auf den großen Zampano, verstärkt lediglich den Umstand, dass aus Narren dann noch tatsächliche Supernarren werden!

Und was das „warten auf den großen Zampano" anbelangt. Siehe aus der Fülle diesbezüglicher Beispiele, etwa dieses

Empfehlung:
Man setze sich doch auch mal mit derFrühgeschichte der Adventisten näher auseinander.




http://www.youtube.com/watch?v=2ErfuyvTmXk&hl=de

http://www.youtube.com/watch?v=NUQf9a4dGEE&hl=de

von Drahbeck - am 22.05.2009 03:42
Gelesen im „Wachtturm" vom 1. 6. 1959:
„Bei Gemeinschaftsentzügen können die davon Betroffenen , die auf der Überzeugung beharren, daß das Komitee seine Kompetenzen überschritten hat, Berufung einlegen. Es sind bei der Gesellschaft Berufungen eingelegt worden und einige Gemeinschaftsentzüge wurden rückgängig gemacht. Diese Tatsache beweist, daß einige Komitees in der Exkommunikation allzu eifrig gewesen sind ..."
Hört, hört, mag man da wohl nur sagen. Die Botschaft hört man wohl, indes es fehlt der Glaube.

Wenn es solch geschilderten Fälle tatsächlich gibt, dann muss man jenen, die da ihren Fall weiter durchboxen, wohl überdurchschnittliche Nervenstärke attestieren. Ob man diese Eigenschaft in der Mehrzahl der Fälle auch als Gegebenheit unterstellen kann, erscheint wohl eher zweifelhaft.

Denn ist erst mal die Exkommunikation ausgesprochen, wird derjenige der davon betroffen ist, - faktisch - wie „der letzte Dreck" behandelt.

Nun mag es dennoch solche Fälle geben wie geschildert. Ein herausragender Fall der Art wäre dann wohl auch der Fall des Anton A. Koerber. Selbiger brachte es noch zum Kongress-Aufseher und auch zum Verbindungsmann der WTG zur amerikanischen Regierung in Washington. Gleichwohl ereilte ihn, zur Zeiten der Rutherford-Administration das Exkommunikationsschicksal.

Sein Fall ist besonders aufschlussreich auch dahingehend, dass er inzwischen ein materiell wohlhabender Mann, es sich leisten konnte, großzügig Geschenke zu verteilen.
Einer der so Beschenkten (ein „Standesgemäßer" PKW) war der damalige WTG-Präsident N. H. Knorr.
Und der käufliche Knorr machte es möglich, was anderen undenkbar erschien. Besagten Koerber wieder in Amt und Würden einzusetzen.

Ob indes diejenigen die da über kein Bestechungspotential verfügen, die gleichen Chancen in der Praxis haben, wie besagter Herr Koerber, erscheint wohl eher zweifelhaft!

Siehe zum Fall Koerber unter anderem auch:
Sie nahmen Konserven

Parsimony.5599

Exkurs.
Aus der Zeitschrift „Brücke zum Menschen" (Nr. 131 (1997)) sei nochmals der Koerber betreffende Part zitiert. Davor ist dieser Fakt auch schon in Englischsprachiger Literatur publiziert worden.
(Etwa von William Cetnar und auch von Edmond C. Gruss)

Einsame Entschlüsse eines Wachtturm-Präsidenten
Ein Cadillac für Nathan Knorr -
und ausgeschlossener "Krösus" wurde Kreisaufseher
Träume werden manchmal wahr, wenn auch selten. Erfüllt hat sich jedenfalls der Traumwunsch eines unter Rutherfords Präsidentschaft ausgeschlossenen Zeugen Jehovas. Der im Laufe der Jahre steinreich gewordene Ex-ZJ hatte den Wunschtraum, Kreisaufseher zu werden - oder etwas ähnliches, gegebenenfalls auch bei der "Konkurrenz".

In diesem Bemühen versuchte er, seine Dollarscheine wirksam einzusetzen, zunächst einmal bei der Dawn - (Tagesanbruch-) Bible Student Association: Er vermachte ihr eine Spende von 2000 Dollar, aber die Brüder von der "Bösen-Knechts-Klasse", wie die ZJ sie nennen, winkten ab, als er seine Träume verriet.

Dann trat der reumütige Ketzer den Gang nach Canossa an? - Nein, erstens nicht nach Canossa, sondern nach Brooklyn; zweitens erhobenen Hauptes, denn er hatte mehr anzubieten als ein zerknirschtes Herz...

Der Mann, dessen 'vorbildliche' Lebensgeschichte im Wachtturm vom 15.August 1968 dem deutschsprachigen Leser geschildert wurde, heißt Anton Koerber.
Edmond C. Gruss berichtet in seinem Buch "Wir verließen Jehovas Zeugen" (engl.)' wie folgt über diesen Fall:

"Ich erinnere mich noch daran, daß mein Vater nach der Versammlung in Washington D. C. im Jahre 1935 von ihm sprach. Koerber war für die Beschallungsausrüstung der Versammlung verantwortlich und hatte aus irgend einem Grund einen Streit mit Richter Rutherford.
Als Anton zum Bethel zuriickkehrte, stellte er fest, daß er aus dem Gebäude verwiesen und von der Gesellschaft ausgeschlossen worden war. Er kehrte ins Immobiliengeschäft zurück und war darin sehr erfolgreich, machte ein Vermögen. Bis 1952 hatte ich nur Schlechtes von ihm gehört: ...ein untreuer Diener, der sich gegen Gottes theokratische Organisation gestellt, und dem man deshalb die Gemeinschaft entzogen hätte.

Eine überraschende Wendung
1952 nahm Anton Koerber mit der Gesellschaft Kontakt auf und teilte den leitenden Brüdern mit, daß er Vollzeitpionier werden möchte. Sein erstes Ersuchen wurde abgelehnt wegen seiner Rebellion in der Vergangenheit. Danach kam er ins Bethel, und ich wurde von T. J. Sullivan beauftragt, zum Foyer des 8. Geschosses hinabzugehen und ihm klarzumachen, daß er kein Pionier werden könne. Ich ging hinunter, um Herrn Koerber zu treffen, und ich fand einen älteren Mann, der sich nicht wohl fühlte. Er fragt mich, ob er zum Pionier ernannt werden könne. Ich erklärte ihm erneut, dies sei unmöglich wegen seiner Vergangenheit und schlug ihm vor:
"Du weißt, Anton, wenn Du wirklich Jehova liebst, solltest Du ihm so viele Stunden dienen wie Du kannst, ohne diesen Titel. Man verweigert Dir nur den Titel, nicht das Vorrecht des Dienstes"!

Er war mit dieser Antwort nicht zufrieden und deutete an, er werde die Angelegenheit noch weiter verfolgen. Als er mir die Hand gab, ließ er eine 10-Dollar-Note darin zurück.
Ich berichtete T.J. Sullivan, Anton sei mit meiner Antwort nicht zufrieden und bemerkte, daß doch jemand anders mit ihm reden sollte.
Daher wurde A. H. Macmillan gesandt, um ihm den gleichen Bescheid zu überbringen. Ich war bei dem Gespräch zwischen Macmillan und Koerber zugegen. Es war eine gründliche Aussprache; man sagte Koerber, er sei ein selbstsüchtiger Mann, der nur auf einen Titel aus sei, aber keinen bekommen würde. Wenn er etwas tun wolle, könne er Versammlungsverkündiger werden. Macmillan war viel schärfer, als ich es gewesen war.

Ein oder zwei Tage später, als ich in den Speisesaal des Bethels zum Essen ging, war ich sprachlos, denn auf dem Stuhl neben N. H. Knorr saß Anton Koerber als sein Gast.
Nach dem Essen verließ ich den Raum und konnte immer noch kaum glauben, was ich gesehen hatte. Ich ging ins Foyer, und Koerber rief mich zu sich und zeigte zum Fenster hinaus auf einen neuen Wagen, der am Straßenrand geparkt war, und sagte: "Schau den Cadillac auf der anderen Straßenseite - ich habe ihn Knorr geschenkt, und er kann jederzeit einen neuen haben, wenn er will":

Als ich einige Jahre später C. Russell Pollock von diesem Ereignis erzählte, berichtete er, wie Koerber im Jahre 1951 an die Tagesanbruch" - Bibelforscher herangetreten war, kurz vor seiner Kontaktaufnahme mit der Wachtturm-Gesellschaft. Die Mitteilung wurde in einem Brief Pollocks mit dem Datum vom 15. November 1971 unterbreitet:

" ...Anton Koerber sandte dem 'Tagesanbruch' einen Scheck über 2000 Dollar und bat um eine Zusammenkunft mit den Vertretern des 'Tagesanbruch'. Wir hatten
ein Treffen mit ihm anläßlich unserer Hauptversammlung im Jahre 1951. Er bot dem 'Tagesanbruch' Geld, wenn sie eine Organisation aufbauen würden, die in ihren Strukturen denjenigen der Zeugen Jehovas ähnlich wäre. Das bedeutet, von einem zentralen Hauptbüro gesteuert zu werden. Die Diskussion wurde verschiedentlich per Telefon von seinem Heim in Florida aus fortgesetzt. Wir konnten natürlich seine Bedingungen für eine Zusammenarbeit nicht annehmen.

Wie Bill bemerkte: "der 'böse Sklave* lehnte das Bestechungsgeschenk ab, aber der 'treue und verständige Sklave' nahm es an". Das Vorstehende ist wahr und beweisbar...."

Aber das Ende dieses Vorgangs ist noch bezeichnender. Anton Koerber, den man als Pionier abgewiesen hatte, was eine relativ unbedeutende Position ist, wurde zum Kreisaufseher ernannt, eine Stellung, die üblicherweise aus den Reihen treuer Pioniere besetzt wird! 1953 wurde er zum Vorsitzenden des Internationalen Kongresses im Yankee Stadion ernannt. Er starb am 19. November 1967, und der Wachtturm vom 15. Mai 1968
(deutsch: 15. August 1968) schilderte die Lebensgeschichte von Anton Koerber, erzählt von seinen Freunden
(S. 313-318; deutsch: S. 505-509).
(Der Artikel überspringt schnell die Zeit von 1935 - 1952 in einem Satz, der keine Hinweise gibt auf das, was wirklich geschah).

Die Geschichte, die der Wachtturm über ihn schrieb, legt Nachdruck darauf, daß er in "materieller Hinsicht sehr großzügig" war (S. 509).

In seiner Ansprache im Dodger Stadion (22. Juli 1973) gebrauchte Vizepräsident Fred Franz Anton Koerber sogar als Beispiel eines Mannes, "der die Notwendigkeit erkannte, sich auf geistige Werte zu konzentrieren und treu den Fußspuren unseres Herrn Jesus Christus zu folgen".
Er wurde gelobt, weil er die Gelegenheit zu einem Geschäft ausgeschlagen habe, bei dem er in einem Jahr eine Million Dollar verdient hätte.
"Warum? Weil er seinen Anteil am Vollzeitdienst für Jehova Gott nicht unterbrechen wollte".
Die Tatsachen zeigen, daß Anton Koerber bei den 'Tagesanbruch-Bibelforschem' (dem "bösen Sklaven") genauso glücklich gewesen wäre wie bei der Wachtturm- Gesellschaft (dem "treuen und verständigen Sklaven"), solange er nur öffentlich Beifall erhalten konnte.


Als Hintergrund weshalb es denn überhaupt zum Zerwürfnis zwischen Rutherford und Koerber kam, kann man in einem Text von David Horowitz ergänzend noch lesen:

„Anton Koerber strengte einen Prozess an, um etwa §25.000 zurückzuerhalten, die er Richter Rutherford geliehen hatte. Beteiligt waren der Verkauf einer Radiostation und eine Diebstahlsaktion von Rutherfords Handlangern, um schriftliche Beweise in Koebers Büro in Washington, D. C., zu vernichten. Der Fall musste nach Rutherfords Tod eingestellt werden, da die meisten Beweise sich auf mündliche Aussagen gestützt hätten.

Obwohl es 1935 die TV-Serie Mission Impossible noch
nicht gab, waren die vom Wachtturm verwendeten Methoden fast prophetisch ähnlich. ...



von Drahbeck - am 01.06.2009 02:55
Nun also musste, laut „Erwachet!" vom 8. 6. 1959, die kanadische und amerikanische Öffentlichkeit, sich wieder mal mit Bluttransfusions-Verweigerungsfällen auseinandersetzen. Und es trat das ein, was dabei gar nicht so selten ist. Die Emotionen schäumten. Sie schäumten hoch.

Auch die Standesorganisationen der amerikanischen Ärzteschaft, in diesem Falle besonders eine „Amerikanische Krankenhausgesellschaft", kamen nicht umhin, dazu eine Stellungnahme abzugeben.
Und was bei Funktionären der Ärzteschaft schon mal unterstellt werden kann, trat ein.

Selbige sagten sich: Wir können uns nicht primär von Emotionen leiten lassen.
Wir haben ja auch kein gesetzliches Recht, etwa einen Selbstmörder an seinem Vorhaben zu hindern.
Zwar kommt dieser Begriff in dem Statement dieser Organisation nicht mit vor. Gleichwohl dürfte er in der Sache Pate stehen. Das Interesse der Ärzte-Standesorganisation in solchen Fällen beschränkt sich dann wohl primär, nicht in den Sog der Folgewirkungen, im juristisch verantwortlichen Sinne, mit hineingezogen zu werden.

Und da die WTG-Apparatschicks durchaus bereit sind, in diesem Punkte (nur in diesem Punkte) der Ärzteschaft entgegen zu kommen, braucht man sich über den Inhalt diesbezüglicher offizieller Verlautbarungen der Ärzteschaft auch nicht zu wundern.

Ergo gab es in diesem Falle auch eine Verlautbarung, die „Erwachtet!" so „bedeutungsvoll" erschien, dass sie selbige in Repro-Form in der genannten Ausgabe mit abdruckt. (In Englisch und in deutscher Übersetzung). Hier mag denn nur die deutsche Übersetzung vorgestellt werden.

Die WTG feiert das ganze nun als „großen Sieg". Ob es denn ein solcher tatsächlich war; darüber wird man wohl weiterhin, durchaus unterschiedlicher Meinung sein können.

Welche Fälle lagen nun dem zugrunde? Laut genannter „Erwachet!"-Ausgabe offenbar die. Zuerst ging es um Fälle in Kanada. Dazu liest man:
„Die erwähnten Fälle sind nicht die ersten ihrer Art, aber die Publizität, die beide Fälle, der Fall des 14jährigen Donals Holland von Neepawa, Manitoba, und der kleinen Lori Lynn Camphell von Newmarket; Ontario, durch Presse, Rundfunk und Fernsehen erhielten, rief einen Entrüstungssturm sondergleichen hervor.

Man wollte die Eltern zwingen, ihr Einverständnis zu einer Blutübertragung zu geben. Viele Zeitungen forderten, daß das Gesetz abgeändert werde, damit die Ärzte auch gegen den Willen der Eltern Blut geben könnten. Man beschritt den Rechtsweg, um zu erreichen, daß die Kinder den Eltern weggenommen und der staatlichen Kinderfürsorge übergeben würden, damit der Wille der Eltern nicht respektiert zu werden brauchte.

Der erste Fall betraf Donald Holland, den Sohn des Ehepaars Lewis Holland. Donald wurde am 4. November 1958, als er auf der Farm seines Vaters einen Traktor führte, versehentlich angeschossen. Der Schuß verletzte die Oberschenkelschlagader, und Donald verlor ziemlich viel Blut.
Lewis Holland brachte seinen Sohn ins Krankenhaus, verlangte aber, daß ihm keine Blutübertragung gemacht werde. ...
Die Ärzte behalfen sich mit Dextran, und die Operation gelang. Der Chirurg erklärte, daß das Bein des Jungen in „erstaunlich gutem Zustand" sei. Doch Donald erholte sich nicht, obschon die Ärzte alles taten, um sein Leben zu retten.
Er starb neun Tage nach dem Unfall.

Während Donalds Krankheit forderten Ärzte, Reporter, Rundfunksprecher und Geistliche, daß ihm Blut gegeben werden ... Seine Eltern blieben jedoch, obschon sie unter Druck gesetzt wurden, (in) ihrem Glauben ... fest.

Tendenziöse Zeitungsartikel vermittelten den Eindruck, daß die trauernden Eltern ... zum Teil den Tod ihres Sohnes selbst verschuldet hätten.
Lewis Holland gab der Presse folgende Erklärung ab.
„Wir liebten unseren Jungen. Wir waren mit jeder Operation, jedem Heilverfahren, das uns die Ärzte empfahlen, einverstanden, ausgenommen ... des Blutes ..."


Dann zitiert „Erwachet!" noch mit Vorliebe aus der Presse solche Statements, wo „Neunmalkluge" wissen wollten, die Todesursache, sei letztendlich nicht bedingt durch die Bluttransfusionsverweigerung. ...

Als weiteres Fallbeispiel liest man in „Erwachet":
„Kurz nach dem Tode Donald Hollands wurde dem Ehepaar Kenneth Campbell, die auch Zeugen Jehovas sind, ein Töchterchen geboren. Doch Lori Lynn, die am 8. Dezember 1958 zur Welt kam war ein sogenanntes RH-Kind. Die Standardbehandlung für solche Fälle ist ein Austausch des Blutes durch Blutübertragung. Doch die Eltern lehnten diese Behandlung ab. Obschon versucht wurde, dem Vater, Kenneth Campbell, zum Nachgeben zu zwingen blieb dieser (im) ... Glauben fest. Die öffentliche Meinung interessiert uns nicht ...

Ihre Weigerung rief jedoch eine Flut von Presseartikeln hervor, die an das Gefühl der Leser appellierten und gegen die Eltern Stimmung machten. 'The Telegramm', eine Zeitung von Toronto, brachte in einer einzigen Ausgabe fünf lange Artikel über die Bluttransfusion, darunter einen redaktionellen Artikel, in dem die Regierung aufgefordert wurde, einzugreifen.
Ganz unvermittelt wurde auf Sonnabend, den 13. Dezember, eine Gerichtsverhandlung anberaumt; Herr Campbell wurde erst eine Stunde und 15 Minuten vor Beginn davon verständigt. ... Die Kinderfürsorge wollte auf gerichtlichem Wege erreichen, daß das Kind den Eltern weggenommen werde. ... Die Fürsorge brachte den Fall mittels eines Schnellverfahrens vor Gericht.
Der Richter hieß Stewart."


Und „Erwachet!" meint dann das Recht zu haben, besagtem Richter unter anderem mit dem Satz denunzieren zu können:
„Er war ein ehemaliger Geistlicher und hatte sich nie besonders als Anwalt ausgezeichnet. Da die Kirche, der Stewart angehörte, in der Frage der Blutübertragung eine entgegengesetzte Ansicht vertritt ..."

Weiter geht es im Bericht mit der Aussage:
„Die 'Gerichtsverhandlung' fand im Krankenhaus statt. Nach einem Kampf, der von 17 Uhr bis 23.30 Uhr dauerte, übertrug der Pfarrer-Richter die Sorge für das Kind dem Staat, wie dies zu erwarten gewesen war. Es erhielt Blutübertragungen. Das Kind wurde etwa einen Monat später den Eltern zurückgegeben."

Deutlich gegen seine Interessen liegend, kommt „Erwachet!" in seiner weiteren Berichterstattung nicht ganz darum herum, auch solche Voten noch zu zitieren, wie etwa dieses:

„Die Zeitung 'Toronto Daily Star' (10. Dezember 1958) veröffentlichte die Erklärungen einiger Geistlicher, darunter auch diejenige des Rabbiners Rosenberg von Toronto.
„Dr. Rosenberg fügte bei, daß man irgendeines der 613 Gesetze des mosaischen Gesetzes übertreten dürfe, wenn dadurch ein Leben gerettet werden könne ... Bluttransfusionen retten Leben. Alles andere ist zweitrangig."
Er warf Jehovas Zeugen vor, sie „verschuldeten zum Teil den Tod von Menschen."
Der Rabbiner sagte, er würde Gottes Gesetz, wenn dieses die Verwendung von Blut nicht erlaube, übertreten ....

Das Interesse der Öffentlichkeit war so geweckt worden, daß der kanadische Rundfunk, der unter der Aufsicht des Staates steht, eine 12 Minuten dauernde Fernsehsendung über das Werk der Zeugen Jehovas brachte."


Und siehe da, just diese Fernsehsendung hatte es der WTG dann angetan. War sie über sonstige Presseberichterstattungen in der Sache kaum erfreut, so lag der Fall bei dieser Sendung offenbar anders. Wohl nicht ohne Bedacht hat man ja in dem Text auch die Angabe mit einfließen lassen, besagter Sender stände unter staatlicher Aufsicht.

Da wird dann das ganze wohl vor lauter vermeintlicher „Objektivität" zur Propagandashow mutiert sein. Was wollte die WTG denn mehr? ...

Man kennt ja diese Sorte vermeintlicher „Objektivität" schon zur Genüge.
Etwa beim Thema KdöR auch anzutreffen.
Sagt die WTG. Die Nase, und jene Argumente passen uns nicht. Prompt ist der vorauseilende Gehorsam der Richterschaft zu konstatieren.
Jene Richter, die da ihre Berufskollegen aus der vormaligen DDR, auch schon mal wegen deren damalige Zeugen Jehovas-Urteile glaubten belangen zu (sollen - müssen). Wohl eher müssen.
Denn das eine Krähe der anderen die Augen nicht auszuhacken pflegt, konnte man ja auch bei diesem Vorgang „bewundern".

Jene Richterschaft, die etwa dem schon zu Nazizeiten als Richter mit Zeugen Jehovas-Verfahren tangierten, Rolf Stoedter, dann noch in der Bundesrepublikanischen Zeit, mit hohen Würden versahen (Etwa einer ihm zugeeigneten Festschrift). Sehe ich mir indes das Stoedter'sche Votum in Sachen Zeugen Jehovas, in der Nazizeit in einer juristischen Zeitschrift publiziert an, komme ich jedenfalls zu dem Urteil.

Herr Stoedter hatte genauso „gut" in den DDR-Zeugen Jehovas Verfahren als Richter agieren können.
Und jene DDR-Richter, die man dann zu Bundesrepublikanischen Zeiten, noch wegen ihrer Zeugen Jehovas-Urteile „belangte". Die hätten ebensogut, wenn sie nicht eben vom Jahrgang her „Spätgeborene" gewesen wären, zu Nazizeiten Stödters Part wahrnehmen können, einschließlich zugeeigneter „Festschrift" zu Bundesrepublikanischen Zeiten dann.
Soviel zum Thema „Objektivität der Objektivität".

Neben den Fällen aus Kanada, findet man im „Erwachet!"-Bericht auch noch einen aus den USA. Und zwar den:

„Am 15. April 1951 wurde in Chikago, Illinois, die eine Woche alte Cheryl Lahrens ihren Eltern von Gerichts wegen weggenommen, weil diese sich aus religiösen Gründen geweigert hatten, ihrem Töchterchen eine Blutübertragung machen zu lassen. Das war der erste von vielen ähnlichen Fällen gewesen ..."

Und perspektivisch gab es dann wohl in den USA, auch Verhandlungen zwischen den Zeugen Jehovas und der Amerikanischen Krankenhausgesellschaft. Das daraus resultierende Kommunique wurde von der WTG dann, wie bereits vernommen, als „Siegestrophäe" präsentiert.

Eines vergaß allerdings „Erwachet!" noch mit hinzuzufügen.
Es soll auch Siege geben, die sich letztendlich als Pyrrhussiege erweisen!
http://de.wikipedia.org/wiki/Pyrrhussieg

Exkurs:
Heft 2/2008 der Zeitschrift "Religion Staat Gesellschaft" widmet sich auch dem Blutthema. Der nicht unbekannte Gerhard Besier, schrieb das Editoriale Vowort dafür, und im Inhalt, findet man dann etliche Apologeten-Namen im Sinne des WTG-Blutdogmas.
Was man indes in jenem Heft nicht findet, ist das Votum eines Kritikers des WTG-Blutdogmas.

Für den haben Besier und Kumpane in dieser Zeitschrift keinen Platz.
Als Autorenname dortiger Aufsätze begegnet man etwa den eines
Heinrich Dreuw, seines Zeichens dem Krankenhausinformationsdienst für Zeugen Jehovas in Selters/Ts. angehörend.
Und damit man ihn auch kontaktieren könne, wird auch auch gleich die eMail dieses Herrn Dreuws mit angegeben. Deren Endung spricht dann wohl für sich
@de.jw.org

Oder aus Österreich ein Herr Gerson Kern, der vorgestellt wird als Sprecher für den Krankenhausinformationsdienst für Zeugen Jehovas in Österreich.
Der nennt indes "blos" eine "zivile" eMail für sich.

Da bringt es der Herr Wolfgang Steuer, "weiter" denn er wird auch ausgewiesen als:
Krankenhausinformationsdienst für Zeugen Jehovas in Selters/Ts.
Ebenfalls mit einer "zünftigen" eMail mit der Endung
@de.jw.org

Dann darf in dieser "erlauchten" Gesellschaft auch nicht der WTG-Anwalt Dr. Hans-Hermann Dirksen fehlen.

"Fast" als "Aschenputtel" mutet da ja der Name eines (ehemaligen) Chefarztes eines Kinderklink in Köln an.
Oder der Beitrag eines Herrn (mit Professorentitel) aus der Schweiz, den es aber nur in Englisch zu lesen gibt.

Immerhin liest man auch "zwischen den Zeilen" findet man auch dort aufschlußreiches. Etwa wenn die Herren Steuer/Dreuw (zwar nur in einer Fußnote) erwähnen, daß Oberlandesgericht München habe in einem Urteil aus dem Jahre 1998 (OLG München I U 4705/98) auch die Formulierung verwandt das der dort verhandelte Fall, sich wohl

"unter Ausschaltung [...] [ihres] Gewissens [...] dem Glaubensimperativ der Zeugen Jehovas [zu] beugen" hatte.
Was wohl dafür zu sprechen scheint, das genanntes Gericht wohl nicht sonderlich positiv angetan war, von der Zeugen Jehovas-Praxis.

Genannte Autoren meinen in ihrem Aufsatz auch:

"In der deutschen Ausgabe ihrer Zeitschrift 'Der Wachtturm' vom 15. Dezember 1946 wurde unter dem Hinweis auf das bereits dem Noah gegebene Gebot dargelegt, dass es nach der Bibel nicht korrekt ist, "Blut zu sich zu nehmen, sei es durch Blutübertragung oder durch den Genuß von Speisen."

In in der dazugehörigen Fußnote liest am als Quellenbeleg:
"Der Wachtturm, 15. Dezember 1946, 380. Diese Aussage erschien bereits 1944 in der englischen Ausgabe des Wachtturms vom 1. Dezember 1944, 362."

Über den englischen Watchtower möchte ich mit diesen Herren nicht streiten.

Seite mit der beanstandeten Quellenangabe in dem Aufsatz

Wie in Blutkult (per Repro-Auszug) belegt ist, war dort schon der „Wachtower" zum Thema Blut, der Ausgabe vom 1. Juli 1944 relevant. Die Ausgabe vom 1. 12 erwähnt das kein Blut essen erneut.
Gravierender indes ist ihr Lapsus den deutschen "Wachtturm" betreffend.
Es sei prinzipiell anerkannt, dass für 1946 noch eine schwierige Bestandslage den deutschen Wachtturm betreffend bestand. Jedenfalls kann ich die genannte Angabe dieser Herren nicht verifizieren, obwohl ich auch den 1946er WT-Jahrgang vorzuliegen habe.

Ich begründe mein Votum wie folgt:
Die Ausgabe vom 15. Dezember 1946, die auf dem Titelblatt als Erscheinungsort Magdeburg/Wiesbaden angibt, endet (in meinem Exemplar) mit der Seite 288 (Ergo gibt es in diesem Jahrgang, mit genanntem Erscheinungsorten, gar keine "Seite 380").

Dann gab es noch zeitgleich, die in Bern gedruckte Ausgabe des "Wachtturms". Dort gibt es in der Tat eine Seite 380, und zwar in der Ausgabe vom 15. Dezember 1946.
Allerdings, wirkt der dort enthaltene Anti-Blut-Passus, inhaltlich eher banal.
Er sei einmal zitiert:
„Nicht allein als Nachkommen Noahs, sondern auch als einem, der durch Gottes dem Volke Israel gegebenes Gesetz gebunden ist, das den ewigen Bund der Heiligkeit des lebenerhaltenden Blutes einschloß, war dem Fremdling verboten, Blut zu sich zu nehmen, sei es durch Blutübertragung oder durch den Genuß von Speisen. (1. Mose 9:4; 3. Mose 17: 10 - 14) Auch das Berühren und Essen eines Aases, das von einem Menschen nicht der Ernährung halber getötet wurde, machte es erforderlich, daß er sich dem Gesetz Gottes gemäß einer Reinigung unterzog. (3. Mose 17:15, 16; 4. Mose 19; 10 - 12) Das Gebot der Reinheit erstreckte sich auch auf die Ehen. Unreine Verbindungen zwischen Menschen oder zwischen Mensch und Tier mußten verabscheut und gemieden werden. „Ihr aber, ihr sollt meine Satzungen und meine Rechte beobachten, und ihr sollt nichts tun von allem diesen Greueln, der Eingeborene und der Fremdling, der in eurer Mitte weilt." - 3 Mose 18: 6 - 26.

Summa Summarum: Der Begriff „Blutübertragung" ist in vorstehendem zitierten Text, eher beiläufig mit eingebaut. Und der Kontext nahm auf Alt-Israelitische Verhältnisse Bezug. (Und unter jenen Alt-Israelitischen Rahmenbedingungen, gab es so etwas wie Blutübertragungen überhaupt noch nicht). Dann ist von Speisevorschriften die Rede, etwa kein Aas zu verwenden usw. Speisevorschriften und medizinische Belange, dürften doch wohl unterschiedliche Ebenen darstellen.
Gleichwohl soll dieser dürre Text (bezogen auf den Deutschsprachigen „Wachtturm"), das Startsignal in Sachen Blutverweigerungs-Aussagen sein, denn davor gab es solcherlei Aussagen, die auch den Begriff „Blutübertragung" verwandten, im gesamten WTG-Schrifttum überhaupt nicht!

Was wollen die Ausführungen in genanntem Zeitschriftenheft, letztendlich "rüberbringen". Meiner Meinung auch das, Kritiker der WTG-Blutdoktrin in "den Staub zu drücken."
Natürlich ist jede medizinische Behandlungsform mit Risiken behaftet. Auch und nicht zuletzt auf diesem Felde. So gesehen, ist schon das morgendliche Aufstehen aus dem Bett, ein Risiko. Es kann ja als dessen Folge, "soviel geschehen ..."

Das "in den Staub drücken", das überhöhen der WTG-Blutdoktrin zum "Nun plus ultra" bringt vielleicht der in diesem Heft mit vertretene WTG-Anwalt Dirksen zum Ausdruck, wenn er denn vollmundig meint auch postulieren zu sollen.
Zitat:
"Bis vor Kurzem enthielt die Patientenverfügung der Zeugen Jehovas noch eine "Haftungsbefreiung", mit der der Patient Krankenhäuser und Ärzte von der Haftung für Schäden aufgrund der Ablehnung von Bluttransfusionen bei ansonsten kunstgerechter Versorgung befreien wollte. Tatsächlich konnte aber gar keine Haftung des Arztes wegen einer unterlassenen Transfusion entstehen, da sich bei Schäden nicht ein Behandlungsrisiko des Arztes, sondern ein Krankheitsrisiko des Patienten verwirklichte. Darüber hinaus verdeckte dieser Passus die dennoch gegebene Haftung wegen eines eventuell vorausgegangenen Aufklärungsfehlers oder eines Behandlungsfehlers, der den Patienten überhaupt erst in die Lage gebracht hat, dass Bluttransfusionen erforderlich erscheinen. ..."

von Drahbeck - am 08.06.2009 03:47

Re: Vor fünfzig Jahren / heute

Erwachet! JUNI 2009 S.30:

Das Selbstbestimmungsrecht
des Patienten


VON EINEM ERWACHET!-MITARBEITER
IN ITALIEN

________________________

Jehovas Zeugen lehnen Bluttransfusionen ab, weil sie sich strikt an die Bibel halten. Das frühste Blutverbot lautet: "Nur Fleisch mit seiner Seele - seinem Blut - sollt ihr nicht essen." Auch den ersten Christen wurde ausdrücklich geboten, sich des Blutes zu enthalten (1.Mose 9:4; Apostelgeschichte 15:29; 3.Mose 17:14).

In Monterenzio (Italien) sollten Schüler einen Aufsatz über das Thema Blutspenden schreiben. Benedetta, eine Zeugin Jehovas, schrieb:
"Jehovas Zeugen sind dafür bekannt, dass sie Bluttransfusionen ablehnen, weil sie nach der Bibel leben. Das bedeutet aber nicht, dass sie sich anderen Behandlungsmethoden verschließen. Für sie ist die Gesundheit ein hohes Gut. Sie wünschen für sich und ihre Kinder die bestmögliche medizinische Behandlung und sind gern bereit, mit den Ärzten zu kooperieren - solange ihr Standpunkt akzeptiert wird."

In dem Aufsatz hieß es weiter: "Jeder Patient hat das Recht, sich seine Behandlung selbst auszusuchen. Auch hat er ein Recht darauf, dass man seinen Standpunkt respektiert und dass man ihn über die Vorteile und Risiken einer Behandlungsmethode aufklärt."

Die für Monterenzio zuständige Stelle von AVIS (Vereinigung der freiwilligen Blutspender Italiens) verlieh Preise für die besten Aufsätze. Die Zeitschrift Monterenzio Vivace schrieb: "Besonders hervorgehoben wurde der Aufsatz von Bendetta Barbi. Sie vertrat zwar eine völlig andere Meinung als die Allgemeinheit - auch als AVIS - nahm aber ausgewogen und respektvoll zu ihren Glaubensansichten Stellung."

Obwohl Jehovas Zeugen "eine völlig andere Meinung" als die Mehrheit der Bevölkerung vertreten, haben viele Ärzte inzwischen die Vorteile ihres Standpunktes anerkannt. Es wurden neue Operationsmethoden entwickelt, die den Blutverlust verringern. Das kommt nicht nur Zeugen Jehovas zugute, sondern auch anderen Patienten. Der Hauptgrund, warum Jehovas Zeugen Bluttransfusionen ablehnen, ist jedoch das zuvor erwähnte ausdrückliche biblische Verbot.

Wenn Sie mehr über dieses Thema erfahren möchten, können Sie gern einen Zeugen Jehovas fragen, der an Ihre Tür kommt. Er wird Ihnen die Ansicht des Schöpfers zum Thema Blut respektvoll erklären (1.Petrus 3:15).



MEHR INFORMATIONEN

Die DVD Tranfusionsalternativen wurde mit der Hilfe vieler
anerkannter Fachleute hergestellt. Sie geht auf medizinische,
rechtliche und ethische Prinzipien zum Thema Transfusionenal-
ternativen ein und ist über Jehovas Zeugen erhältlich.


(Mein Kommentar dazu folgt später)

von Frau von x - am 08.06.2009 08:54

Re: Vor fünfzig Jahren / heute

Zitat

Erwachet! JUNI 2009 S.30:
"Jehovas Zeugen ... sind gern bereit, mit den Ärzten zu kooperieren - solange ihr Standpunkt akzeptiert wird."

Das Angebot zur Kooperation gilt, solange die anderen machen, was ZJ wollen. Sehr großzügig und tolerant.

Zitat

Die für Monterenzio zuständige Stelle von AVIS (Vereinigung der freiwilligen Blutspender Italiens) verlieh Preise für die besten Aufsätze. Die Zeitschrift Monterenzio Vivace schrieb: "Besonders hervorgehoben wurde der Aufsatz von Bendetta Barbi.

Warum wird erwähnt, daß Preise verliehen wurden, wenn Bendetta Barbi keinen bekommen hat, sondern ihr Aufsatz nur in einer Zeitung "besonders hervorgehoben" wurde? Welcher Eindruck soll hier erweckt werden?

Zitat

Wenn Sie mehr über dieses Thema erfahren möchten, können Sie gern einen Zeugen Jehovas fragen, der an Ihre Tür kommt. Er wird Ihnen die Ansicht des Schöpfers zum Thema Blut respektvoll erklären (1.Petrus 3:15).

Zeugen Jehovas erklären die Ansicht des Schöpfers? :joke:

von Frau von x - am 09.06.2009 09:22
"Es mag sein, da ihr unter den niedrigsten Schichten wirken müßt, in deren Wohnvierteln viele Leute eures Missionsgebietes wohnen müssen."

Auch diese Sätze bekamen angehende WTG-Missionare laut „Wachtturm" vom 15. 6. 1959, anlässlich ihrer feierlichen Verabschiedung auf dem WTG-Kongresses 1958 in New York, mit auf den Weg.
Und just daran ist etwas.

Hierzulande setzt sich ja die soziologische Struktur der Zeugen Jehovas-Gemeinden, zunehmend aus Angehörigen der zweiten und dritten Generationen usw. zusammen.
Zwar gibt es auch Neukonvertierungen. Diese jedoch wiederum mit zunehmendem Anteil jener, deren Wurzeln einmal in einem anderen Lande der Erde waren, die es dann nach hierher verschlagen hat. Und just analysiert man dieses Spektrum der (noch) Neukonvertierten, findet man in diesen ersten Generationen, auch einen hohen Anteil jener, von denen das einleitende WT-Zitat sprach.

Die Mittelstandsphänomene denen man auch in Zeugen-Kreisen begegnen kann, sind heutzutage, wiederum den „zweiten und dritten Generationen" usw., vornehmlich zuzuordnen.

Noch etwas bekamen die angehenden Missionare in der ihnen zugeeigneten Ansprache auf jenem Kongress mit auf den Weg. Und zwar einen Satz, der sich weniger auf den ersten, dafür mehr auf dem zweiten Blick erschließt.

Und zwar den Satz:
„Weniger als zehn Jahre ehe Kaiser Wilhelm II. Von Deutschland sein Reich in den ersten Weltkrieg stürzte, hielt er in Bremen, Deutschland, am 22. März 1905 eine Rede. Darin ergriff er für alle Deutschen, seine Untertanen das Wort und sagte folgendes:
„Gott hat uns dazu berufen, die Welt zu zivilisieren. Wir sind die Missionare ..."


Zwar ging der Missionarsversuch der Alldeutschen Kreise und ihrer Nachfolger der Hitleristen nicht ganz so aus, wie sie sich denn das gewünscht hatten. Aber genug Leid über die „Missionierten" haben auch sie mit Sicherheit bereitet.

Imperialismus - so nennt man diesen Faktor in der politischen Sprache, ist keineswegs nur die Eigenschaft „eines" Landes.
Die diesbezügliche „Stafette" kann schon mal auf andere übergehen.

„Am deutschen Wesen" solle die Welt „genesen"? Das gilt nun wohl nicht mehr. Am American way of Life ist wohl eher die zeitgemäßere Parole dabei.
Und wenn das dabei eingesetzte Mittel - Opium - religiöses Opium -, vielleicht nicht überall in besonders starker Dosierung zur Anwendung kommt. Eine Ausnahme von der Regel gibt es mit Sicherheit, nämlich die WTG-Religion, welche im besonderem Maße Wert auf die höchstmögliche Gesundheitsschädigende Konzentration ihres religiösen Opiums Wert legt.
Dagegen waren die Alldeutschen und Nachfolger, in der Tat „Waisenknaben".

Willi Bühler: Die Hackordnung wird gewahrt

Der WTG-Turbokapitalismus in Spanien in Aktion
http://translate.google.com/translate?hl=de&u=http%3A%2F%2Fbetelajalvir.blogspot.com%2Fsearch%3Fupdated-min%3D2009-01-01T00%253A00%253A00%252B01%253A00%26updated-max%3D2010-01-01T00%253A00%253A00%252B01%253A00%26max-results%3D17

http://betelajalvir.blogspot.com/

von Drahbeck - am 15.06.2009 02:14
So so, da hatte also der Ministerpräsident Duplessis, der kanadischen Provinz Quebeck, im Jahre 1946 einen den Zeugen Jehovas zugehörigen Gaststättenbetreiber, die Konzession zum Ausschank alkoholischer Getränke entzogen.
Das hatte gravierende wirtschaftliche Folgen für den Betroffenen. Derart „trocken gesetzt" war sein Unternehmen nicht mehr Konkurrenzfähig und musste aufgegeben werden.

Erinnert man sich recht, hatte den Stein ins Rollen gebracht, dass jener Gaststättenbeitzer (wie sein Geschäft noch lief) Kautionen für andere Zeugen Jehovas gestellt hatte, die sich dem katholisch gesponserten Hass jenes Herrn Duplessis auf der Justizebene ausgeliefert sahen.
Als treuer Statthalter des Herrn Papstes, holte dann wohl Herr Duplessis zum „Trockenlegungsschlag" aus.

Nun sollte das alles auch noch ein juristisches Nachspiel haben. Der „Trockengelegte" klagte. Offenbar musste er einen langen Atem haben, denn erst im Jahre 1959 konnte er seinen endgültigen gerichtlichen Sieg feiern.
Und in einer dazugehörigen Karikatur in „Erwachet" vom 22. 6. 1959 sieht man, wie da dem Duplessis mittels „Gerichtsschwertes" die Beine weggehauen werden.

Ein solcher Sieg ist es denn dem „Erwachet!" wert, auf insgesamt fünf Druckseiten, in der genannten Ausgabe „würdevoll" zelebriert, dargestellt zu werden.

Nun soll in der Tat besagter Herr Duplessis keineswegs in „Schutz" genommen werden, und erst recht nicht seine hinter ihm stehenden katholischen Ohrenbläser.

Aber dennoch darf daran erinnert werden. Das hier war für die WTG ein Sieg. Ein Automatismus dass sie indes „nur" Siege immer und überall einfahren kann, gibt es nicht.

Erinnert sei an den Fall Albert Grandath aus Düsseldorf (Deutschland). Der wurde „WTG-Ohrengeblast" bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte geführt. Man wollte damals (das spielte sich noch vor dem Wehrersatzdienstschwenk der WTG des Jahres 1996 ab), einen WTG-günstigen Präzendenzfall schaffen. Es gelang nicht.

Jener kanadische Gaststättenbesitzer bekam letztendlich eine finanzielle Entschädigung per Gerichtsbeschluss zugesprochen.
Herr Grandath indes, blieb auf seinen Gerichtskosten (die ja immerhin mehrere Gerichtsinstanzen beinhalteten, und wer sich etwas mit der Materie mal befasst kann erahnen, was für Summen da anlaufen).
Herr Grandath blieb letztendlich auf seiner Kostenlawine sitzen.
Und keine WTG-Turbokapitalisten interessierten sich eben für diese Kostenlawine.

Auch und besonders im Falle der WTG-Religion gilt.

Im Falle des Erfolges hat der viele „Väter", nicht zuletzt die WTG, die es denn nicht verabsäumt, dass alles propagandistisch nach allen Regeln der Kunst auszuschlachten.
Im Falle des eben Nicht-Erfolges, wird es um dem davon Betroffenen ziemlich einsam!

Zum Fall der Kontroversen in Qubeck, siehe ergänzend noch:

Parsimony.22107

Parsimony.22327

Kriegshetzer

von Drahbeck - am 22.06.2009 02:11
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