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Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
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Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 8 Monaten
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vor 8 Jahren, 6 Monaten
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Drahbeck, Frau von x

Königreichsdienst 1959

Startbeitrag von Drahbeck am 14.04.2009 04:47

Die letzten vorangegangenen Folgen unter:
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,20021,23259




„Aus Laos und Kambodscha gingen die ersten Felddienstberichte ein", meldet erfreut der „Königreichsdienst" für April 1959.

Tja, da ist die Versuchung wohl nicht gering, mal zu vergleichen, wie es ZJ-mäßig dort 50 Jahre später aussehen würde.
Und siehe da, Kambodscha meldet laut ZJ-Jahrbuch 2008 eine Verkündiger-Höchstzahl von 276. Diese entspräche einem Verhältnis von 1 zu 50.710 zur übrigen Bevölkerung.

Nun hat Kambodscha, namentlich in seiner kommunistischen Phase, schlimmes durchgemacht. Das Pol Pot-Regime ist noch heute Synonym für schlimmste Menschenrechts-Verletzungen. Aber man kennt ja auch andere vormalige Verbotsländer, etwa die der ehemaligen Sowjetunion, in denen es anschließend für die WTG Raketenhaft schnell nach oben ging. Insofern vermag die Kambodscha bezügliche Zahl nicht sonderlich zu beeindrucken.

Von Laos wohl erst gar nicht zu reden. Selbiges taucht in den aktuellen WTG-Statistiken erst gar nicht mehr mit auf. Nun kann man rätseln. Ist es in der Sammelrubrik der Verbotsländer mit inbegriffen?
Immerhin, in den Siebziger Jahren tauchte es noch in den WTG-Statistiken mit auf. Von einer Höchstzahl von 21 (später dann noch 27) war damals die Rede, was einem Verhältnis von 1 zu 142.857 zur übrigen Bevölkerung entspräche.

Eine andere Zahl, dem „Königreichsdienst" jener Jahre entnommen, spricht davon, in Laos gäbe es jetzt 24 Verkündiger. Und o Wunder; dies sei eine 20prozentige Zunahme, gegenüber dem Vorjahr. Na, wenn das mal nichts ist!

Oder kann man das nicht doch als mangelnde dortige Akzeptanz der WTG-Religion gegenüber interpretieren?!?

So miserable Akzeptanz, ist in den europäischen Ländern in der Tat nicht gegeben. Dennoch scheinen die Antreiber der WTG, die nur einen Sinnspruch kennen, „Es ist nie genug", auch hierzulande so ihre Problemchen zu haben.

Selbigen kann man beispielsweise in der Rubrik „Eure Dienstversammlungen" der KD-Ausgabe für April 1959 begegnen. Da werden ja bekanntermaßen, auch „Demonstrationen" einstudiert, um die WTG-Gefolgschaft „auf Vordermann" zu bringen. Das liest sich dann beispielsweise so:

„Ein Studienleiter wird auf die Bühne gerufen. Sein Sorgenkind ist Schwester „Kränklich", die immer sagt, sie fühle sich nicht wohl, wenn sie eingeladen wird, mit in den Felddienst zu gehen."

Das kann natürlich in WTG-Sicht nicht sein. Ein echtes medizinisches Rezept hat sie auch für diese „Schwester Kränklich" nicht parat. Aber etwas anderes hat sie parat. Das an den Pranger stellen!

In den WTG-gewählten Worten liest sich das dann so:
„Die Zuhörer werden aufgefordert, Vorschläge zu machen, wie ihr geholfen werden könnte, oder Erfahrungen zu erzählen, die in ähnlichen Fällen gemacht wurden."

Und die weitere Belehrung lautet:
„An gewissen Dienstzweigen kann er sich aber trotzdem beteiligen; Gottes (Redaktionelle Einfügung: soll wohl heißen der WTG) Willen zu tun ... Ob man gesund oder krank ist."

Und die WTG-Tätigkeit würde ja auch den Sinn von der Krankheit ablenken. Das scheint so ein besonderer „Trumph" zu sein, denn die WTG sich selbstredend nicht entgehen lässt.

Das besagte „Schwester Kränklich", vielleicht durch den Besuch, ihrer Geschmacksrichtung entsprechender Kulturveranstaltungen, oder in der Neuzeit, etwa ausgewählten Fernsehprogrammen, vielleicht auch die nützliche Ablenkung erfahren könnte. Darüber indes, reflektiert die WTG dann lieber nicht!

Damit „Schwester Kränklich" sich auch gar nichts „einbildet", bekommt sie denn auch noch ein paar andere Beispiele unter die Nase gerieben. Zum Beispiel dieses:

„Der Diener bittet Schwester Reif, das Problem zu schildern, daß sie mit Schwester „Schwierigkeiten" hat. Sie erzählt, daß Schwester „Schwierigkeiten" vier Kinder und einen ungläubigen Mann habe und sage, es sei ihr einfach nicht möglich, in den Dienst zu gehen."

Auch für diesen Fall haben die, die „Weisheit mit Löffel gefressen habenden" WTG-Funktionäre ein „Rat" parat. Zum Beispiel denn:

„Wenn die Schwestern wochentags in den Dienst gehen, können sie sich gegenseitig helfen, indem sie einander abwechslungsweise die kleinen Kinder hüten; sie können ein Kind in den Dienst mitnehmen, während der Mann die anderen betreut."

Na wenn das mal nicht das „Patentrezept" ist. Fehlt blos noch, dass die WTG sich ihre Rezeptur patentieren lässt. Die Erfolgschancen scheinen dafür nicht gering sein.

Jenes Patent könnte dann den Titel tragen:
Wie man eine „Zitrone" bis zum letzten, allerletzten Tropfen ausquetscht, und anschließend wegwirft!

Antworten:

Zitat

..., Kambodscha meldet laut ZJ-Jahrbuch 2008 eine Verkündiger-Höchstzahl von 276.

Jahrbuch 2009: Verkündiger-Höchstzahl von 329.



von Frau von x - am 14.04.2009 09:03
Zitat
Frau von x

Jahrbuch 2009: Verkündiger-Höchstzahl von 329.


Oh, na bitte, wer sagt's denn. Es geht also dort für die WTG wieder aufwärts.
Von der Verhältniszahl 1 zu 50.000 indes dürfte man wohl immer noch nicht herunter sein (mutmasslicherweise).
Nun kan man ja Kambodscha ohne Frage, pauschal der Dritten Welt zuordnen. Dort waren die Blütechancen für den "Weizen" der WTG von jeher gut.
Besser jedenfalls als etwa in Westeuropa.
Dann spielt das Trauma des Pol Pot-Regimes wohl auch eine nicht zu unterschätzende Rolle.
Wer das dort überlebt hat, befindet sich ja wohl nicht selten auf dem gleichen Level, wie die seinerzeitigen Überlebenden der Hitler'schen KZ's.

In beiden Fällen haben schon mal "Heilsversprecher", eine nicht zu unterschätzende Grundlage ...


von Drahbeck - am 14.04.2009 09:16
Von einem „geistigen Paradies" meint der „Königreichsdienst" für Mai 1959 wieder mal faseln zu können. Und da für die „Ober-Paradiesmacher" offenbar der Grundsatz gilt:
„Masse muß her, egal wie", gibt es dann auch noch entsprechende Instruktionen.
Und offenbar erscheint den „Ober-Paradiesverkäufern" besonders die nachfolgende sehr wichtig zu sein:

Wörtlich heisst es da:
„Dazu gehört auch, daß ihr den Punkt 11 der wesentlichen Merkmale einer Predigt beachtet. Er lautet:
Verbindung zwischen Thema und Literaturangebot schaffen."


Ein Schelm, wer da nicht unwillkürlich an den Begriff: Geschäftemacherei denkt. (Zeitraum wo noch nicht auf "nur" Spendenaquirierung umgestellt war).
Natürlich gibt es im Bereich der Geschäftemacher große Unterschiede. Jene die sich nicht mit Pinups abgeben. Und jene, die es einstweilen noch müssen.

Will ein Kaufmann, etwas erfolgreich verkaufen, muss er sehr wohl die Gesamt-Marktlage beachten. Es würde ihm nicht viel nutzen, maßlos überteuertes anzubieten, während gleichzeitig seine Konkurrenz es billiger tut.

Es ist ja nicht nur der Endpreis. Es kommt ja auch auf die Gestehungskosten an.
Denkt man daran, dass die eigentliche Vertriebsschiene der WTG nichts nennenswertes kostet. Denkt man an ihren durchrationalisierten Produktionsablauf, darf man sich keineswegs durch vermeintlich niedrige Preise blenden lassen.

Spätestens seit den Konzernen „Aldi", „Lidl" und Co weis man. Gelingt es entsprechend hohe Stückzahlen abzusetzen, macht auch „Kleinvieh" sehr wohl seinen „Mist".
Und wenn es denn um „Urheberrechte" dieser Gewinn-Maximierungsstrategie geht, dann waren wohl die Amis den „Aldi" und „Lidl" und Co, um Nasenlängen voraus. Man muss dabei keineswegs den Namen „Wal Mart" in den Mund nehmen. Man kann als einem Präzendenzfall eben auch auf die WTG verweisen.

von Drahbeck - am 30.05.2009 00:15
„Dies mag bedeuten, dass viele von uns noch weniger Zeit für die sogenannten 'privaten Dinge' haben werden als bisher."
Dieses aus dem Munde der WTG doch rare Eingeständnis kann man in der „Königreichsdienst-Ausgabe vom Juni 1959 nachlesen.

Wie dieses, mag man auf den ersten Blick fragen. Der zweite Blick klärt schon auf.
20% Mehrung hatte die WTG von oben herab, für den Monat April 59 verordnet. Wie man nun berichten muss. Es wurden nur 14,6%.

Die WTG wäre nicht die WTG, würde sie sich damit abfinden. Und sie meint eine besondere Schwachstelle dabei wahrzunehmen. Die „Neulinge". Die nun müssen in der WTG-Lesart besonders in die Mangel genommen werden.

Nicht Hilfe bei deren tatsächlichen privaten Problemen interessiert die WTG. Sondern eben das „vergattern" auf die WTG-Linie. Das wiederum mag ja bedeuten „Einzel-Nachhilfeunterricht" zur erteilen, zur Erreichung der vermeintlich hehren WTG-Ziele.

Von Zeit zu Zeit gibt es seitens der WTG auch mal Anweisungen, unliebsames sei zu deckeln. Es soll möglichst nicht für die Öffentlichkeit sichtbar werden. Auch diese KD-Ausgabe enthielt eine solche, die im nachfolgenden noch kommentarlos vorgestellt sei.



von Drahbeck - am 11.06.2009 03:50
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