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Forum:
Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Drahbeck, Gerd B.

Zwischen Optimismus und Freibrief

Startbeitrag von Drahbeck am 27.04.2009 14:21

Letzte vorangegangene Meldungen unter
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,24167,24167#msg-24167

Nunmehr ergänzt durch diese

www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/1933306/index.do

Antworten:

Einer Meldung zufolge soll der
FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache in Österreich, sich gegen eine Anerkennung der Zeugen Jehovas als Religionsgemeinschaft in Österreich ausgesprochen haben.

www.ots.at/presseaussendung.php?schluessel=OTS_20090507_OTS0124&ch=politik

A ja, auch einer der zu später (halbherziger Einsicht gelangte).
Halbherzig deshalb, weil eben das „Pferd" verkehrt rum aufgezäumt wird.
Wer sich nicht dazu bekennen kann, mit dem Grundsatz
Trennung und Staat und Kirche
Wirklich ernst zu machen.

Und das kann man ja erwiesenermaßen weder in Österreich, noch in Bayern, noch in anderen Gegenden.

Der kann sich dann seine selbstgefälligen Sich selbst bewundernden Reden „vorm Spiegel" auch sparen.
Die nutzen nämlich genausoviel als wenn er sie denn nicht halten würde

www.ots.at/presseaussendung.php?schluessel=OTS_20090507_OTS0124&ch=politik

Und dann vergleiche man mal die nachstehenden Kontrastmeldungen.
Ein weiterer Kommentar wird dann wohl überflüssig.

diepresse.com/home/panorama/religion/477092/index.do?_vl_backlink=/home/panorama/religion/index.do

www.kurier.at/nachrichten/316814.php

von Drahbeck - am 07.05.2009 10:37
Lesermeinungen im "Kurier" (Österreich) zur
ZJ-Entscheidung.
Zum Zeitpunkt des Schreibens dieser Zeilen nicht gerade "viel".

Wer weis, vielleicht kommen ja noch ein paar dazu.
Vielleicht sagt der eine oder andere aber sich auch:

Was soll's meine Zeit kann ich mir auch anders vertreiben ...

www.kurier.at/interaktiv/meinungen/316829.php

von Drahbeck - am 07.05.2009 11:35
"Es ist noch lange nicht zu Ende"
Tönen die Zeugen Jehovas nach ihrem Sieg in Austria.
Hat einer was anderes erwartet?
Dann muss man ihm den Realitätssinn absprechen.

Wer sich scheut seine eigenen - von vorne und hinten gehätschelten Klientel namens „Catholica" - zu nahe zu treten. Der braucht sich dann auch nicht zu wundern, wenn er in der Richtung weiter erpresst wird, bzw. Erpressungsversuchen ausgeliefert ist.
Der Präzendenzfall ist geschaffen.
Die Begehrlichkeiten auch andernorts sind massiv damit befördert.
Die Folgen werden nicht allzu lange auf sich warten lassen.
„Die Väter assen saure Trauben - und den Söhnen wurden die Zähne stumpf"! Weis schon die Bibel zu berichten.

Man hat in Austria mit allerlei Winkelzügen eine unliebsame Entscheidung hinausgezögert.
Verhindern konnte man sie letztendlich so nicht.
Was übrigens auch für das Thema „Zweitverleihungen" in Deutschland sich noch bestätigen wird.

derstandard.at/?url=/?id=1241622251341

von Drahbeck - am 08.05.2009 13:47
Äußerungen des Pressesprechers der "Ges. gegen Sekten- und Kultgefahren", in Wien:

Kommentar zur Anerkennung der Zeugen Jehovas als Religionsgemeinschaft in Österreich

Der weltanschaulich neutrale Staat hat keine Kriterien, um den behaupteten oder wirklichen religiösen Wert einer Religionsgemeinschaft beurteilen zu können. Laut Gesetz sind es eher oberflächliche Merkmale wie die Zahl der Anhänger, die Fähigkeit, wenigstens eine Kultgemeinde zu betreiben, und die Nichtübertretung von Gesetzen. Wobei man sich bewusst sein sollte, dass nicht alles Negative gesetzlich verboten ist, sondern vieles durch einen stillschweigenden gesellschaftlichen Konsens geregelt wird, aus dem auszuscheren noch keine strafrechtlichen Folgen hat.

Der wahre, wenn auch leider gesetzlich nicht verankerte, Grund für die staatliche Anerkennung von Kirchen und Religionsgemeinschaften ist deren säkulare Dienstleistung an der Gesellschaft. Das betrifft zum Beispiel:
Die Instandhaltung von Kulturgütern. Bekanntlich zahlt zum Beispiel die katholische Kirche in Österreich für diese Instandhaltung mehr Mehrwertsteuer, als sie vom Staat an Subventionen erhält.

Der Betrieb von hochqualitativen sozialen Einrichtungen, die nicht nur den eigenen Anhängern, sondern allen Menschen unabhängig von ihrer Konfession zugute kommen.
Die Stabilisierung der Gesellschaft durch Hebung der Moral, da die diesbezüglichen Forderungen der Religionen im Allgemeinen über das hinausgehen, was vom staatlichen Gesetz vorgeschrieben ist. Es ist zum Beispiel staatlich nicht verboten zu lügen, außer wenn es um finanziellen Schaden geht (Betrug) oder als Zeuge vor Gericht. Auch der Lebensschutz hat bei den meisten Religionen einen hohen Stellenwert.

Zumindest die christlichen Konfessionen befürworten einen Zusammenhalt der Familie, auch wenn nicht alle Mitglieder denselben Glauben teilen.

Diese säkularen Dienstleistungen der Religionen an der Gesellschaft sind gewiss als „Verdienste um die Republik Österreich“ zu betrachten und werden gerne auch von Menschen anerkannt, die diesen Religionen nicht angehören. Zum Beispiel äußerte sich auch Bundespräsident Heinz Fischer mehrmals positiv in diesem Sinn. Wobei man zugeben muss, dass durch verschiedene historisch bedingte Umstände auch Religionsgemeinschaften anerkannt wurden, die nichts zum säkularen Gemeinwohl beitragen, eben weil die Notwendigkeit der säkularen Dienstleistungen als gesetzliche Grundlage fehlt. Diese anderen
Religionsgemeinschaften sind aber bezüglich ihrer Mitgliederzahl eher unbedeutend.

Was soll man nun von einer Religionsgemeinschaft halten, die:
keinerlei Kulturgüter instand hält, keine sozialen Einrichtungen betreibt, die der Allgemeinheit zugute kommen, durch ihre Vision, alle Menschen außer ihren eigenen Anhängern würden demnächst von Jehova „abgeschlachtet“, durch ihre als „Theokratische Kriegsführung“ beschönigte Zulassung der Lüge und durch ihre Todesurteile infolge des Verbots lebensrettender Maßnahmen eher zur Destabilisierung der Gesellschaft beiträgt, und Familien zerstört, wenn eines der Mitglieder „abtrünnig“ wird.

Absurd ist schließlich die Begründung, Österreich habe durch die Nichtanerkennung der Zeugen Jehovas die „Religionsfreiheit“ verletzt. In Österreich bekommen Firmen als besondere Auszeichnung das Recht, in ihrem Logo das Staatswappen zu führen. Niemand würde das Nichterhalten dieser Auszeichnung als Einschränkung irgend einer "Freiheit" bezeichnen. Die Religionsfreiheit ist eine Freiheit des Individuums. In Österreich kann jeder Mensch glauben, an was er will, auch an das fliegende Spaghetti-Monster. Selbst die katholische Kirche duldet Dissidenten – bekannt dürfte sein, dass der Großteil der Katholiken die von Vatikan vertretenen Regeln zur Empfängnisverhütung oder den Pflichtzölibat der Priester ablehnt und dies auch öffentlich bekundet. Ich möchte aber sehen, was einem Zeugen Jehovas passiert, der öffentlich eine Maßnahme der Wachtturmgesellschaft kritisiert. Die Religionsgemeinschaft, die wohl am meisten die Religionsfreiheit ihrer eigenen Anhänger unterdrückt, schreit nach Religionsfreiheit! Das klingt verdächtig nach „Haltet den Dieb“.

Es ist nicht zu übersehen, dass das Buhlen um die Anerkennung durch den ursprünglich als „satanisch“ bezeichneten Staat" die Zeugen Jehovas zu einigen öffentlichkeitswirksamen Lockerungen des totalitären Griffes auf ihre Anhänger und zu einer weniger aggressiven Diffamierung Andersgläubiger veranlasst hat. Wenn diese Entwicklung sich fortsetzt, ist es nur zu begrüßen. Allerdings sind die bisherigen Fortschritte keineswegs so, dass die Zeugen Jehovas im Bewusstsein der Öffentlichkeit den christlichen Kirchen gleichgestellt werden können.

Friedrich Griess


von Gerd B. - am 08.05.2009 15:39
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