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Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
Beiträge im Thema:
2
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Drahbeck, Gerd B.

Gottgläubige Atheisten ?

Startbeitrag von Gerd B. am 24.05.2009 08:57

Zitat eines Zitats:

Zitat von: www.atheismus-info.de/#atheismus
Was ist Atheismus?
Als Theismus bezeichnet man den Glauben an Gott. Als Atheismus demgegenüber einen Nicht-Glauben an Gott (A- ist eine Silbe der Verneinung).

Ein Atheist ist jemand, der nicht an Gott glaubt. Er ist nicht unbedingt jemand, der glaubt, es gäbe keinen Gott. Mehr steckt tatsächlich nicht dahinter. Nach einem landläufigen Vorurteil ist ein Atheist ein Mensch, der glaubt, dass es keinen Gott gibt. Diese Haltung bezeichnet man als positiven oder starken Atheismus - sie wird ziemlich selten vertreten. Eine Position, bei der nur einfach der Glauben an Gott fehlt, nennt man negativen oder schwachen Atheismus.

Atheisten werden oft als Gottlose bezeichnet, meist mit dem Vorwurf, ein Atheist habe auch keine Moral. Das ist aber völlig falsch - eine Haltung, bei der die Moral abgelehnt wird, bezeichnet man als Nihilismus oder als Amoralismus. Ein Atheist kann, muss aber nicht Nihilist oder Amoralist sein. Auch die meisten Atheisten folgen einer Moral [...], nur dass sich ein Atheist zur Begründung seiner Moral nicht auf Gott beruft.

Dann ist da noch die Bezeichnung Gottesleugner in Gebrauch. Leugnen wird in zwei Bedeutungen gebraucht [...]

Antworten:

Re: Eine Frage der Definition

Laut Impressum der zitierten Passage handelt es sich bei dem Betreiber der Webseite um den
Diplom-Psychologen Volker Dittmar.
Seine Defintionskünste in dem Fall, kann man in der Tat als anfechtbar ansehen.

Da gab es (jetzt mal auf die Geschichte Ostdeutschlands zurückgreifend); Anfang bis Mitte der 1960er Jahre, an der Universität Jena im besonderen, Bestrebungen einen Lehrstuhl für sogenannt "Wissenschaftlichen Atheismus" nach Sowjetischem Vorbild einzurichten (Kurzzeitig existierte der auch).
Allerdings, auch das existierte an den Universitäten Ostdeutschlands, Theologische Fakultäten (Später in "Sektionen" umbenannt).

Und die Ostdeutsche Blockflötenpartei namens "CDU" hatte an selbigen ihre besondere "Hausmacht". Und wie sie da so mitbekamen was der Olaf Klohr in Jena da im besonderen auf die Beine stellen wollten, setzten sie der Ostdeutschen Partei SED (intern) ein glashartes Ultimatum.
Entweder der oder wir.
Und siehe da, die SED knickte vor ihrer Blockflöte in dieser Frage ein.

Herr Klohr wurde alsbald von Jena nach Warnemünde-Wustrow befördert, durfte dort einen Lehrstuhl für sogenannt "Wissenschaftlichen Sozialismus" weiter wahrnehmen. Der aber war nun überhaupt nicht mehr (wie in Jena noch) auf Religionsfragen zugeschnitten.
Als strammer Parteisoldat machte Klohr dann auch "gute Miene" zum Spiel, dass andere für ihn spielten.

Einige Jahre später, so etwa ab 1972, empfanden wohl auch einige SED-Apparatschicks, man solle den Blockflöten nicht zu weit entgegenkommen. Und so "durfte" Herr Klohr (faktisch aber klammheimlich) wieder etwas mehr auf seinem Ursprungsgebiet tätig sein. Ob den die Studenten der Seefahrtsschule da einen "Nutzen" davon hatten (das waren ja alles angehende Offiziere der Marine) kann man wohl weiter in Zweifel ziehen.

Jedenfalls begann Klohr mit der Herausgabe einer Schriftenreihe mit dem Titel "Wissenschaftlicher Atheismus". Als bereits "gebrannte" Kinder spielte sich das alles außerhalb öffentlicher Publizistik mehr oder weniger ab.
Das war so ein "Geheimunternehmen" dass selbst heute noch, die Deutsche Bücherei Leipzig, die einen Pflichtexemplarsanspruch auf diese Schriften gehabt hätte, selbige nicht komplett (nur äußerst lückenhaft) in ihrem Bestand hat. Und im Rahmen von Forschungsreisen zur DB Leipzig habe ich mir die dort vorhandenen Ausgaben auch mal (mit) angesehen.

Je länger je mehr, entpuppte sich der Ursprungs-Serien-Titel als Makulatur.
Das uferte immer mehr zu dem Begriff "Religionswissenschaft" aus.

Der Unterschied zwischen Theologie und Religionswissenschaft (auch eine Frau Y... beispielsweise nennt sich "Religionswissenschaftlerin") besteht eben darin. Beide behandeln die gleiche Thematik. Der eine Konfessionsgebunden (die Theologen), der andere eben (theoretisch) nicht Konfessionsgebunden.

Also, wer da plakativ den Begriff "Atheismus" vor sich her trägt, vielleicht mit mit einer Zusatzvokabel wie im Falle Klohr, wird auf Dauer dieses so nicht durchhalten können.

Ich würde viel eher im Fall der Fälle dem Begriff Agnostiker, Deist oder ähnliches, dem Vorzug geben. Jedoch von einer Eng-Defintion auf "reinen Atheismus" prinzipiell Abstand nehmen.


von Drahbeck - am 24.05.2009 09:40
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