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Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
Beiträge im Thema:
3
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 6 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 6 Monaten
Beteiligte Autoren:
Drahbeck, Frau von x

Meinung

Startbeitrag von Drahbeck am 27.05.2009 06:42

Da gibt es also dieser Tage den Fall Kurras.
Ein Polizist aus dem damaligen politischen Westberlin, der zum Mörder und zum Auslöser der sogenannten „Studentenrevolte" (1968) wurde.
Und da die „Gauck"-"Birthler"-Behörde, ihren überkommenen Stasi-Akten-Bestand, keineswegs schon wirklich „aufgearbeitet" hat. Was wiederum - nicht zuletzt - auch dem ungeheuren Umfang dieses Aktenkonvolutes als einem Grunde; und einem anderen Grunde - dem ostentativen politischen Desinteresse zuzuschreiben ist.
Da das nun mal so ist, war es eigentlich nur der „Kommissar Zufall", der da dieser Tage offenlegte. Der „gute Mann" war ja zugleich Stasiagent im Westen.

Wie wurde er es? Lese ich die Presseberichte dazu richtig dann etwa so.
Mitte der 1950er Jahre gefällt ihm seine berufliche Anstellung als Polizist bei der Westberliner Polizei nicht mehr so recht. Unzufriedenheit mit beruflichen Rahmenbedingungen, soll es ja auch andernorts geben - wäre ergänzend anzumerken.
Ergo dachte er über einen Arbeitgeberwechsel nach. Und da es damals noch keine Berlin trennende Mauer gab, rekapitulierte er. Da gibt es ja im Ostteil auch eine Polizeiverwaltung. Warum sich nicht einfach dort um einen neuen Job bewerben?
Gesagt getan.

Seine Gesprächspartner bei diesem „Kadergespräch" indes, dachten etwas „weiter" als vielleicht er selbst.
Den „Fisch" an der Angel werden wir versuchen zu „dressieren" sagten sie sich. Man redete ihn erst mal die Kündigung bei seinem Arbeitgeber aus. Man legte ihm nahe, dort weitere Karriere zu machen. Und vielleicht beförderte man just diesen Umstand auch noch durch eigenes agieren.
Und siehe da, das Kalkül ging sogar auf.

Wer schon mal vom Fall des Dr. Richard Sorge zu Zeiten des zweiten Weltkrieges etwas gehört hat, fühlt sich unwillkürlich auch daran erinnert.
Kurras gelangte in eine Stellung, wo er im Auftrag der Westberliner Behörden Ostagenten zu enttarnen hatte. Da war also der rechte „Bock" an der „rechten" Stelle angelangt. Nur, dass er halt seine Erkenntnisse eben nicht nur den Westberliner Vorgesetzten (die ja offenbar mit ihrem Mann sehr zufrieden waren) mitteilte, sondern noch ein paar andere Abnehmer seiner Erkenntnisse hatte (die auch gleichfalls sehr zufrieden waren).

Und dann trat der Mordfall ein. Allen bisherigen Erkenntnissen zufolge keineswegs, so vom Osten „geplant". Das war dann ein klassischer „Betriebsunfall", der auch zum abschalten der Quelle Kurras führte.

Nun sind durch diesen Fall wieder mal einige, etwas unsanft aus ihrem „Vorsichhindösen-Schlaf" erwacht. Und wieder mal wird bemängelt, dass der Aktenbestand der Gauck-Birthler-Behörde eigentlich unbefriedigend „erschlossen" ist. Der Ratgeber sind dann viele. Die ihre Sonntagsreden aber sehr schnell wieder vergessen, wenn es denn „ernst" werden sollte.

Frau Birthler merkte zu recht an, sie könne ja nicht von sich aus, etwa eine „Durchgauckung" aller gewesenen und noch tatsächlichen Abgeordneten deutscher Parlamente veranlassen.
Und just der politische Wille dazu fehlt.
Ergo können sich die Sonntagsredner auch ihre Sonntagsreden ersparen (eigentlich).
Und sie merkte weiter zu Recht an. Wenn schon denn schon, dann müsste für einen solchen Fall auch das „zweite und dritte Glied" in die Betrachtung einbezogen werden.
Ergo kann man - ohne Prophet zu sein - schon vorab das Resultat verkünden.

Die Sonntagsredner erwirken wieder mal ein „Hornberger Schießen". Viel Rauch und Nebel und sonst nichts.

Und dann beachte man mal, was den Aktenbestand der Konkurrenzfirmen der Stasi anbelangt. Ebenfalls laut Presseberichten, ist da so gut wie nichts in die Endarchive angelangt. Und das wenige, was dort angelangt ist, befindet sich im sorgfältigen Zustand der Voraussortierung.

Dann noch das Beispiel. Die Ostdeutsche Blockflötenpartei CDU, hatte ihr Archiv zu Ostzeiten in Ostberlin.
Wie die West-CDU sich nun auch diese Blockflöte ohne viel Federlesen einverleibte, bestand eine ihrer ersten Massnahmen auch darin, dass Archiv der Ost-CDU aus Berlin abzuziehen, in die Nähe von Bonn. Dort aber ist es äußerst strengen Archiv-Sperrgesetzen unterworfen.

Beispiel. Der Archivbestand des vormaligen Staatsekretariates für Kirchenfragen der DDR, ist ohne sonderliche Schwierigkeiten, im Bundesarchiv (Standort Berlin) bei begründetem Interesse einsehbar.
Das Archiv der Ost-CDU indes, wie bemerkt, eben nicht.

A ja wie war das noch mal mit den Krähen?!

Genau, eine Krähe hackte der anderen Krähe die Augen nicht aus!

http://www.manfred-gebhard.de/Laube.htm

Antworten:

Re: Meinung / Fernsehtipp

Heute, 23.30 Uhr, NDR, Zapp Spezial

Die Stasi und der Todesschuss



von Frau von x - am 27.05.2009 08:51

Re: Kurrras

Laut einer Meldung der Zeitung „BZ" in Berlin, welche wohl fünf von insgesamt siebzehn Akten der Stasi über den Fall Kurras einsehen konnte, gibt es in dem diesbezüglichen Text auch den Passus:
„Am 17. August 1955 verpfiff er die Aktivitäten der Zeugen Jehovas in West-Berlin"

Ende der Durchsage. Keine weiteren Details.

Was soll sich da abgespielt haben. August? Höchstwahrscheinlich eine Kongress- oder Bezirks- Kreis-Versammlung der Zeugen.
Ob dieser Umstand indes mehr hergibt, als die Stasi vielleicht auch aus der zeitgenössischen Westpresse entnehmen konnte, erscheint mir keineswegs eine „gesicherte" Erkenntnis, eher ein Aufbauschen einer Banalität zu sein.

www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/wen-kurras-an-die-stasi-verkaufte-article478710.html

Anders geartete Meinungen, bedürfen der belegten Begründung.
Aus dem mageren Text der "BZ" kann ich solche Belege jedenfalls nicht entnehmen.

von Drahbeck - am 04.06.2009 18:11
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