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Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
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Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 5 Monaten
Beteiligte Autoren:
Gerd, Drahbeck

Weniger der inhaltlichen Substanz wegen ...

Startbeitrag von Drahbeck am 03.07.2009 03:52

Weniger der inhaltlichen Substanz wegen ... sei einmal aus der CV 237 (April 1989) eine Ausführung zum Thema Obrigkeitslehre zitiert.
Grundsätzlich „neues" wird in ihr nicht mitgeteilt. Zudem hatte da die CV offenbar einen Beitrag aus dem „Bruderdienst" übernommen, lieferte somit keineswegs eine selbständige Ausarbeitung.

Nun soll ja jeder Verfasser so seinen eigenen Stil haben.
Manch einer schafft es, mit vielen Worten wenig zu sagen.
Aber auch den umgekehrten Fall soll es ja geben. Mir scheint diese Ausführung ist eher der letzteren Variante zuortbar.

Es wird also im folgenden nunmehr kommentarlos zitiert, was in genannter CV-Ausgabe zu lesen war:

Vor 1929 schrieb die Wachtturm-Gesellschaft; die Regierungen sind von Gott zugelassen ... Römer 13 meint die weltliche Obrigkeit.
"Wohl waren diese heidnischen Regierungen böse, doch um eines weisen Zweckes willen zugelassen, oder von Gott verordnet", (Römer 13,1). (Bd. l Schriftstudien, 1886/1901, S. 258)

"Christen sollten ... ihnen doch gebührende Achtung und schuldigen Gehorsam leisten, weil Gott ihnen zu herrschen erlaubt hat, wie Paulus lehrt: 'Jede Seele unterwerfe sich den obrigkeitlichen Gewalten, denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott, und diese, welche sind, sind von Gott verordnet.' - Römer 13, l
(Bd. 2 Schriftstudien, 1926, Seite 77)

In diesem Sinne lehrte man richtig - nach der Schrift - bis 1929. Und dann?
URSPRÜNGLICHE AUSLEGUNG ALS „BIBELVERDREHUNG" VERDAMMT
Nach 1929 schrieb man : die Regierungen sind vom Teufel, Rom. 13 meint "Jehova und Jesus Christus", sowie die Führung innerhalb der Organisation der "Zeugen".

"Während des ersten Weltkrieges kamen jene geistlichen Israeliten (gemeint sind die damaligen Bibelforscher) unter die Gewalt der babylonischen politischen Systeme dieser Welt ... großenteils wegen der immer noch herrschenden religiösen Ansicht, daß die politischen Behörden der sichtbaren Organisation Satans (!) die obrigkeitlichen Gewalten seien, denen alle Christenseelen, wie in Rom. 13,1 befohlen, untertan sein sollten. Durch solche Bibelverdrehung vermochte die gewalthabende 'Religionshierarchie als 'geistlicher Berater' der politischen Mächte zu handeln ... Solch religiöse Falschanwendung ..."
(Die Wahrheit wird euch frei machen, 1946, Seite 312)

"Solche ('irdischen Könige, Fürsten und Mächtige') sind nicht die 'von Gott verordneten obrigkeitlichen Gewalten', wie die religiöse Geistlichkeit dies behauptet."
("Die neue Welt", Seite 293)

Wer wären sie aber? Antwort: Jehova Gott und Jesus Christus und die Führung in der „theokratischen Organisation" (nicht zuletzt)!
"Im Jahre 1929 brach das helle Licht hervor. In Jenem Jahr veröffentlichte der Wachtturm die biblische Erklärung von Rom. 13. Er zeigte, daß
n i c h t weltliche Herrscher und Regenten, sondern Jehova Gott und Christus Jesus 'die obrigkeitlichen Gewalten' sind ... sowie daß alle menschliche Einrichtung, der sie untertan sein müssen alle schriftgemäße Einrichtung jener Menschen ist, die ... IN GOTTES ORGANISATION als Diener tätig sind. Diese Enthüllung einer ungemein wichtigen Wahrheit machte den Geist des geweihten Volkes Gottes frei wie nie zuvor".
("Die Wahrheit wird euch frei machen", Seite 313)

Die Führer der „Neuen-Welt-Gesellschaft" schmücken sich mit dem „gestohlenen Purpurmantel" der Obrigkeit, indem sie Röm. 13 mehr und mehr auf s i c h bezogen:
„Diesen theokratischen höheren Obrigkeiten ist große Macht zu Strafsanktionen anvertraut: Sie haben die Macht, das Gericht an allen Gegnern zu vollziehen."

Und dann zitiert der Wachtturm seine self-made Neue-Welt-Übersetzung von Römer 13, 2-4. Darauf folgt die Drohung:
"Wahrlich, als Untergeordneter unter Gottes theokratische Organisation gebracht zu werden, bedeutet ein äußerst ernstes Verhältnis. Nie darf vergessen werden, daß Übeltun, grobe Untreue und Widerstand gegen Gottes theokratische Regierungsobrigkeiten f u r c h t b a r e Folgen nach sich ziehen."
(Wachtturm vom 15.8.1952, Seite 253)

1962: RÜCKKEHR ZUM URSPRÜNGLICHEN
Der Wachtturm-Kanal verkündigte auf den Bezirksversammlungen 1962 "neues Licht"! Neu war daran nichts! Was man gestern noch als "Finsternis" und "Bibelverdrehung" verdammt hatte, wurde nun als "helles Licht" wiederentdeckt: DIE ALTE, 1929 EINGEMOTTETE BIBELFORSCHERAUFFASSUNG über Römer 13! Und was "1929 als helles Licht hervorbrach", das war nun im Lichte des neuen-alten "Lichts" dazu verurteilt, als Finsternis abgetan zu werden. Die "ungemein wichtige Wahrheit", die den Geist der Zeugen frei gemacht hatte, "wie nie zuvor", sie ist nun nicht mehr wahr.

1963 SCHREIBT DER WACHTTURM WIEDER:
DIE REGIERUNGEN SIND VON GOTT ZUGELASSEN!
RÖMER 13 MEINT DIE WELTLICHE OBRIGKEIT!

"ZEUGEN JEHOVAS" IN DER ZWICKMÜHLE

„UNTERORDNUNG UNTER REGIERUNGEN" lautet die Überschrift auf Seite 81 des Wachtturms vom 1.2.1963) Und dann heißt es:
"Heute ist es noch dringlicher als zu der Zeit, da Paulus den Römerbrief schrieb, daß das befolgt wird, was er im Kapitel 13 zu tun gebietet ... Die obrigkeitlichen Gewalten, die heute mit Gottes Zulassung existieren, können dazu beitragen, daß wir Christen ein ruhiges und stilles Leben führen können".

Hat man diese Auslegung nicht 33 Jahre lang verworfen?! Warum nun diese Kehrtwendung um 180 Grad? Vielleicht aus Gründen bloßer Zweckdienlichkeit?
Daß viele "Zeugen Jehovas", die für die von 1929 bis 1962 geltende Wachtturm-Lehre über Röm. 13 fanatisch gekämpft und z. T. schwer gelitten haben, bei diesem neuen-alten "Licht" des Wachtturms IN EINE ZWICKMÜHLE gekommen sind, ist klar:
Ist diese neue, in Wahrheit also uralte Auslegung von Römer 13 richtig, dann war zwangsläufig die andere Auslegung, die man seit 1929 als „helles Licht" von Jehova gepriesen hat, ein Irrtum?
Dann hat man 33 Jahre lang Finsternis für Licht gehalten!

Irrlicht von Jehova? Finsternis von Jehova? Das ist
Doch undenkbar, denn „Gott ist Licht und gar keine Finsternis ist in ihm." (1. Joh. 1,5) ...

Ergänzend (und das stand nicht in der CV) sei noch auf einen Zeitzeugen hingewiesen, der jenen 1962er Obrigkeitslehrschwenk selbst miterlebte, und der in der Form eines Tondokuments auch seine diesbezüglichen damaligen Eindrücke mal zusammenfasste.

Brünigs Ausführungen zum Thema Obrigkeit

Antworten:

Also das war doch ein klarer Fall!

Gerrit Lösch, von den geistlichen Spitzen zu Brooklyn, erklärte mir das so:

1. Bis 1929 hatte Gottes Organisation zwar die richtige Sicht, aber zur "Welt" die falsche unterwürfige Einstellung.

2. Ab 1929 hatte die Organisation zwar die falsche Lehre, aber die richtige Einstellung zur Welt.

3. Der Höhepunkt bei Gottes Volk: die richtige Lehre und die richtige Einstellung!

Hurra!!


von Gerd - am 03.07.2009 06:17

Re: Erich Brüning

Es ist zwar ein grundlegend anderes Thema. Da aber der Name des Erich Brüning schon genannt wurde, sei noch auf ein anderes Tondokument von ihm hingewiesen.
In selbigen hält er Rückschau auf die 23 Jahre seiner „ZJ-Karriere"

Wer denn die von Brüning verfassten Bücher einmal selbst gelesen hat, wird darin auch etlichen Details begegnen, die man dort so nicht vorfindet.
Mein Kommentar zu Brüning (wie auch einigen anderen) besteht in der Feststellung:
Auch „ein Herausgebrochener", durch gewisse Umstände.

Hätte es die so nicht gegeben wäre er wohl zeitlebens in der WTG-Organisation verblieben.
Inwieweit er sich denn für die WTG-Interessen einsetzte, mag ja allein schon der Umstand verdeutlichen, dass er der WTG-Aufforderung nachkam (zur Förderung der WTG-Interessen) in ein „Hilfe-tut-Not-Gebiet" umzuziehen.

In seinem Falle also in einem Umzug von Deutschland nach Südtirol in Italien.
Jetzt kam - eines Tages - dort für ihn die Ernüchterung.
Ein Wirtschaftskrimineller in Amt und Würden bei den Zeugen Jehovas, fand seine Kritik, die er dann eben auch aussprach. Und das über einen Zeitraum von etwa 18 Monaten.
Pech für Brüning war allerdings, jener Wirtschaftskriminelle wurde von den höchsten Stellen der Zeugen Jehovas gedeckt.
Man wollte diese Kritik partout nicht wissen.

Und da Brüning in der Sache seinen Mund eben nicht verschloss, wurde er dann - wie er es nennt - mittels KGB-Methoden von ihnen ausgeschlossen.

Er erlebte später zwar (nicht bei den Zeugen Jehovas) wohl aber im weltlichem Sinne noch eine Rehabilitation dergestalt, dass jener Wirtschaftskriminelle gar per Interpol gesucht, in Fernsehsendungen (steckbrieflich ausgeschrieben wurde).
Das aber war keinerlei Anlass für die KGB-Organisation der Zeugen Jehovas, ihm noch die verdiente Rehabilitation zu gewähren!

Auch im Falle Brüning dann das Trauerspiel.
Seine inzwischen volljährigen Kinder verblieben weiter im WTG-Sog.
Ein besonders makabrer Umstand dabei ist noch dahingehend zu registrieren, dass seine älteste Tochter (auch im WTG-Sog), dann im WTG-Büro in Rom Selbstmord durch Erhängen beging.
Von der ZJ-KGB-Organisation, auch geflissentlich dieser Umstand totgeschwiegen!

http://www.sermon-online.de/search.pl?lang=de&id=11988&title=&biblevers=&searchstring=&author=0&language=0&category=0&play=1

von Drahbeck - am 04.07.2009 05:32

Re: Erich Brüning

Brünings Bücherinhalte waren nicht immer gut recherchiert.

In einem meinte er, dass die WTG falsch zitiere, was nicht stimmte.
Er bezog sich auf ein Zitat der WTG auf das "Greek/english Lexicon" von Arndt und Gingrich, auf Seite 94, ich habe den Wälzer.

Dort schrieb die WTG zum Wort "apollion" das bedeute "ewige Vernichtung", was B. als Falschzitat darstellte.

Aber in besagtem Lexikon wird das griechische Wort eindeutig als "eternal destruction" übersetzt, also das war völlig korrekt von den Wachttürmlern wiedergegeben.
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Auch seine "Beweise" bezüglich: WTG sei in der Hand der Freimaurer, sind bedenklich.

von Gerd - am 04.07.2009 06:09
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