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Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
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Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 2 Monaten
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Drahbeck

Heydemann

Startbeitrag von Drahbeck am 10.07.2009 12:06

Eine Personalentscheidung ist zu registrieren.
Das Dresdner „Hannah Arendt Institut", in der letzten Zeit ohne Führungsspitze, hat nun einen neuen Direktor erhalten.
Siehe dazu auch:
www.welt.de/die-welt/article4092951/Neuer-Direktor-fuer-das-Dresdner-Hannah-Arendt-Institut.html

Nicht so sehr die eigenen Bücher bzw. Aufsätze von Günther Heydemann, sind mir persönlich ein „Begriff". Wohl eher schon seine Herausgebertätigkeit.

Jens-Uwe Lahrtz, Verfasser einer auch Zeugen Jehovas-spezifischen Dissertation etwa, nennt ihn als Gutachter, der mit Einfluss auf die Erscheinung seiner Arbeit nehmen konnte.
Angenehmer empfinde ich besonders den Umstand, dass von Herrn Heydemann eben keine die Scientology bagatellisierenden Arbeiten vorliegen.

Und auch keine ausgesprochene Lobbyistenarbeit (unter anderem) auch für die WTG.
Das war ja, wie man weis, bei seinem letzten Amtsvorgänger grundlegend anders.

Im Jahre 2003 etwa, fungierte Günther Heydemann zusammen mit Heinrich Oberreuter als Herausgeber einer von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegebenen Publikation mit dem Titel:

„Diktaturen in Deutschland
- Vergleichsaspekte, Strukturen, Institutionen und Verhaltensweisen"
Selbige ist dann wohl für hiesige Verhältnisse auch dahingehend interessant, dass sie unter anderem einen Aufsatz enthält von Gerald Hacke zum Zeugen Jehovas-Thema.
Grundlegend neues arbeitet Hacke in selbigem wohl eher weniger heraus. Wer seine selbstständige Schrift zum ZJ-Thema bereits kennt, wird in genanntem Aufsatz kaum darüber hinausgehendes vorfinden.

Immerhin schreibt Hacke in genanntem Aufsatz auch die Sätze:

„Für die Beantwortung der Frage, warum die Zeugen Jehovas im zwanzigsten Jahrhundert sowohl in demokratischen Staaten als auch unter autoritären und totalitären Regimen Verfolgungen ausgesetzt waren, ist aber das Wissen über die Grundzüge ihrer Glaubenslehre, insbesondere ihres Staats- und Politikverständnisses, unabdingbar."

Das ist dann ja wohl zurückhaltend formuliert, in der Sache aber sehr wohl richtig. Und im Kontext dieser Grundthese, wirkt die ZJ-KdöR-Angelegenheit, einmal mehr als befremdlich.

Weiter so Hacke:

„Eine Radikalisierung erfuhr diese "Absonderung", als der "Wachtturm" ... 1929 in zwei Artikeln die frühere Interpretation der "obrigkeitlichen Gewalten" (Römer 13, 1-7)
auf eine völlig neue Grundlage stellte
Die Konsequenzen der neuen Auslegung waren beträchtlich."

Wiederum dazu die Feststellung. Zwar „zurückhaltend" formuliert, aber in der Sache nicht falsch.

Um es auch mal so zu formulieren.
Stützte sich Besier auch auf den WTG-Apologeten Waldemar Hirch, dem ich weitgehend die Objektivität bei seinen Ausarbeitungen abspreche.
So würde ich nicht davon reden, dass Heydemann sich nun im gleichen Umfange vor den WTG-Karren spannen ließe.

Von Heydemann gibt es beispielsweise kein apologetisches Filmopus von Poppenberg realisiert.
In selbigem unter anderem Besier als „Hauptstar".
Ich würde zwar nicht mit Hacke in allen Details übereinstimmen. Gleichwohl ihm konzedieren, weitaus näher dem Kriterium der Objektivität zu sein, als etwa Herr Hirch.

Etwa zehn Jahre früher - also 1993 - ist mir ein weiteres von Heydemann zusammen mit Lothar Kettenacker herausgegebenes Buch, auch partiell zu einem Begriff geworden.
Selbiges trug den Titel:
"Kirchen in der Diktatur"

Darin gab es unter anderem einen Aufsatz von Olof Klohr mit dem Titel „Atheismus in der DDR".
In westlichen Kreisen, namentlich den kirchlich orientierten, zeichnet man ja gerne das Bild vom Religionsvernichtenden Osten.
Bei näherem Hinsehen ein Zerrbild.

Selbstredend verstand der Osten, bei allem was seine politischen Machtansprüche tangierte, keinerlei „Spaß" und antwortete fallweise auch darauf mit seiner Repressionsmaschinerie.
Indessen unterhalb dieser Ebene kuschte sogar die SED vor ihrer Blöckflöte namens CDU.
Klohr kann's bezeugen, wie er auf CDU-Druck hin in die symbolische Wüste gejagt wurde.

Das alles spielte sich weniger im Bewusstsein der westlichen Öffentlichkeit ab. Aber Symptome dafür, dass jenes von Klohr und noch ein paar Gesinnungsgenossen herausgegebene Schrifttum atheistischer Art, praktisch als „Geheime Verschlusssache" gehandhabt wurde, blos um die Blöckflöte CDU nicht in ihrem Dogma zu stören, gibt es etliche.

Zu DDR-Zeiten konnte (und wollte) Klohr als strammer Parteisoldat darüber nicht reden.
Hier in dem genannten Buch nennt er, nach dem Ende der DDR, erstmals einige der Fakten dazu.

Fühlen sich heute noch einige CDU-Politiker dazu berufen, jedes Wort eines kirchlichen Amtsträgers als „heiliges Evangelium" zu kanonisieren, könnte für manchen lehrreich sein, wie es denn der Gegenseite so erging (eben im genannten Fall dem Klohr als exemplarisches Beispiel).
In dem genannten von Heydemann mit herausgegebenen Buche, konnte man auch dazu, erhellendes lesen!

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