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Informationen zum Thema:
Forum:
Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
frau von K., Drahbeck, X ~ mysnip, Belliwell, Presseprecher

Leitlinie Blutransfusion bei Zeugen Jehovas

Startbeitrag von Presseprecher am 14.07.2009 04:40

Ein manchmal wichtiges Dokument für Angehörige verblendeter Zeugen Jehovas.


www.ethikberatung.uni-goettingen.de/pdfs/leitlinien_drk_zj.pdf

Zitat

Ist für einen erwachsenen oder auch minderjährigen Patienten ein Betreuer mit der Entscheidungsbefugnis über die Vornahme von Heilbehandlungen bestellt, tritt dessen Entscheidung an die Stelle der freien Entscheidung des Patienten. Der behandelnde Arzt hat sicher zu stellen, dass die vormundschaftsgerichtliche Bescheinigung über das Betreuungsverhältnis die Entscheidungskompetenz hinsichtlich einer ärztlichen Behandlung umfasst.



Zitat

Die Erklärung des Betreuers, Bluttransfusionen oder die Verabreichung von Blutprodukten zu unterlassen, bedarf zu ihrer Wirksamkeit der Zustimmung des Vormundschaftsgerichts, § 1904 BGB. Dieses kann in Zweifelsfällen einen Kontrollbetreuer bestellen.

Antworten:

Warum mischt sich ein Haufen ungebildeter Männer in die Belange der Ärzte ein? Diese haben bei weiterem besseres zu tun als sich in ihre Arbeit reinpfuschen zu lassen.

Warum maßt sich ein Haufen ungebildeter Männer an, auch nur über das Überleben eines einzelnen richten, bzw entscheiden zu können?

Warum legen Menschen ihr Leben in die Hände von einem Haufen ungebildeter Männer, anstelle es in Gottes Hände zu legen? Warum haben sie kein Vertrauen in die Medizin? Warum lassen sie sich bevormunden?

Ich versteh es ehrlich gesagt nicht. Ich war einmal währnd meiner aktiven Zeit im Krankenhaus. Ich habe seit vielen Jahren eine Blutkrankheit, ich besitze zu wenig Blut im Körper und es wird kaum welches gebildet. Meine größte Angst war immer, das in dieser einen Krankenhauswoche irgendwann ein paar Männer vom KVK im Krankenhaus stehen. Ich hatte Angst, das ich meine Entscheidungsgewalt verliere. Ich war eine der wenigen getauften Zeugen, die diese Patientenverfügung und den Blutpass nie unterschrieben hatten.

von Belliwell - am 14.07.2009 13:53
Zitat
Belliwell
... Warum maßt sich ein Haufen ungebildeter Männer an, auch nur über das Überleben eines einzelnen richten, bzw entscheiden zu können?

Erich Fromm Haben oder Sein S. 56
Die Inhaber der Autorität und jene, die Nutzen daraus ziehen, müssen die Menschen von dieser Fiktion überzeugen und ihr realistisches, das heißt kritisches Denkvermögen einschläfern.



von X ~ mysnip - am 14.07.2009 19:58
In der Rubrik
Diplomarbeiten
wurde jetzt noch der Hinweis auf eine Arbeit hinzugefügt, welche das Blutthema schon im Titel führt.
"Totschlag oder Religionsfreiheit?
Dürfen Eltern die Bluttransfusion bei ihrem Kind verweigern, weil sie Zeugen Jehovas sind?"

Allerdings, „zuviel" solltte man von selbiger nicht erwarten

von Drahbeck - am 15.07.2009 03:21
Ich zitiere mal eine Stelle aus einem Buch zum thema Blutverweigerung der Zeugen Jehovas und Kinder:

Zitat "Chirurgie und Recht" W.Weißauer: "Kinder bis zum 14. Lebensjahr gelten allgemein als noch nicht einwilligungsfähig. Bei Minderjährigen zwischen dem 14. und 18. Lebensjahr kommt es darauf an, ob sie nach ihrer geistigen und seelischen Entwicklung fähig sind Wesen, Tragweite und Bedeutung des Eingriffs zu erfassen und ihren Willen danach zu bestimmen. Anstelle der noch nicht Willensfähigen entscheiden die Sorgeberechtigten, im Regelfall also beide Eltern.

Jeder hat, wie erwähnt, nach unserer Verfassung das Recht, nach seiner religiösen Überzeugung zu leben und zu sterben. Verweigern Eltern aber in Vertretung ihrer noch nicht willensfähigen Kinder die Einwilligung in eine lebensrettende Bluttransfusion, so handeln sie - bei objektiver Betrachtung - gegen deren Wohl.

Der Arzt kann dann die Entscheidung des Vormundschaftsgerichtes herbeiführen, das - wenn irgend möglich - die Eltern anhören sollte. Sie können u. U das Gericht auf eine ernsthaft in Betracht kommende Behandlungs-alternative hinweisen, bei der eine Bluttransfusion nicht erforderlich wird, oder die Behandlung durch ein anderes Krankenhaus zur Diskussion stellen, das in ganz besonderem Maße auf blutsparendes Operieren und die Anwendung fremdblutersetzender Maßnahmen eingestellt ist.

Kann der Arzt wegen der Dringlichkeit der Behandlung die Entscheidung des Vormundschaftsgerichts nicht einholen, so darf und muss er sich notfalls über die Entscheidung der Eltern hinwegsetzen. Der Respekt vor ihrer Glaubensüberzeugung erfordert jedoch eine ganz besonders kritische Prüfung. ob die Bluttransfusion die letzte und äußerste Chance zur Lebensrettung bietet.

von frau von K. - am 18.07.2009 15:26
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