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Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
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Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 2 Monaten
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Drahbeck

Darwinismus

Startbeitrag von Drahbeck am 25.07.2009 05:55

Nun sieht man wieder (andernorts) das Thema Darwinismus hochgespult. Besonders kluge meinen gar ja, Darwin selbst sei schon Sozialdarwinist gewesen.
Mangels eigener Vertiefung in das Thema Sozialdarwinismus, kann ich besagte These weder bestätigen noch dementieren.

Aber was Sozialdarwinismus an sich darstellt, ist auch klar.
Die Wolfs"moral". Überleben könne nach ihr nur der Kräftigste und Angepassteste. Besonders krasses Beispiel etwa die Nazis mit ihrer Judenvernichtung; aber auch ihren "klammheimlichen" (die waren so "heimlich" das trotzdem viele Bescheid wussten) T4-Aktionen, Euthanasie, der bewussten Vernichtung von (im Sinne ihrer Macher "lebensunwertem" Leben). Und als "passenden" Gegenpol, selbige Macher sich selber zur "Herrenrasse" erklärend.

Eine markante Aussage diesbezüglich die von Terrorchef Himmler. (sinngemäß).
Wieviele Polen, Weiber und Kinder beim Bau eines Panzergrabens umkommen, interessiere ihn nicht. Ihn interessiere lediglich, das besagter Panzergraben für Deutschland fertig werde.
Und derselbe Himmler in seiner Posener Rede dann auch noch. Die Judenvernichtung sei ein "Ruhmesblatt". Nur, dürfe sie halt nicht an die grosse Glocke gehängt werden.
Und das da seine Schergen bei ihrem blutigen Handwerk "standhaft" blieben, wähnt er gar auch noch als besonderen Event!

Da kann man wohl noch heute gar nicht soviel essen, wie angesichts dessen zu kotzen wäre!
Mag der Hitlerismus extremer Ausläufer eines Sozialdarwinismus sein, er ist mit Sicherheit nicht der einzigste. Es gibt noch weitaus mehr Fälle diesbezügliche.

Etwa die Praxis gewisser Religionsorganisationen, reguläre Rentenleistungen für ihre betagten vormaligen Hauptamtlichen, grundsätzlich nicht in Erwägung zu ziehen. Die haben bis zur letzten Sekunde weiter zu arbeiten (vielleicht als große "Gnade" etwas weniger als die Jüngeren). Vermögen sie dann diesen Spielregeln nicht zu entsprechen, besteht alternativ die Option des Abschiebens. Sollen sich doch nun andere um diese so zur Last gewordenen kümmern.
Auch das ist sehr wohl dem Bereich Sozialdarwinismus zuzuordnen.
Und anderes mehr.
Die gesamte kapitalistische Gesellschafts- und Wirtschaftsdoktrin ist letztendlich auch dem Bereich Sozialdarwinismus zuzuordnen.

Haben nun etwa Päpste je ernsthaft dagegen Front gemacht? Schon die Sozialenzykliken eines Leo XXIII. mit seiner ostentativen Propagierung des Ständestaates, sprechen da eine andere Sprache!
Als es in Südamerika zeitweilig etwa die Bestrebungen gab (Stichwort nur Helder Camara) dieses Sozialdarwinistische Evangelium auch der katholischen Kirche etwas zu entschärfen, kam von Rom nur eine Antwort.
Diese Protagonisten zu isolieren, wenn nicht anders möglich gar zu exkommunizieren.

Sollten katholische Kreise allen Ernstes glauben, sie seien eine Art Gegenpol zum Sozialdarwinismus, kann man darauf nur antworten. Eigentlich kann man als Antwort darauf nur in einen Lach-Weinkrampf verfallen.

Sicherlich, die planmäßige Vernichtung vermeintlich "lebensunwerten" Lebens durch die Nazis, ging auch zeitgenössischen katholischen Kreisen zu weit. Das ist und sei anerkannt.
Der Gegenpol selbiger Kirche dann ihre Bevölkerungspolitik. Stichwort nur "Humanae vitae", Kondomverbot auch in Ländern der Dritten Welt, die schon so arg genug am Hungertuch nagen.

Wird also das Verhalten zu Nazizeiten isoliert herausgestellt, unter Ausblendung wesentlicher anderer Aspekte, wird nur ein Zerrbild, noch dazu eines der übelsten Art geliefert!

Und dann sollten auch andere religiöse Kreise, sich bei dem Thema nicht gar zu viel einbilden. Erinnert sei nur an Gerhart Hauptmanns "Der Narr in Christo Emanuel Quint". Darin lässt Hauptmann einem "Prachtexemplar" von Pfarrer, in trauter Liaison mit Ostelbischen Junkern, den diese Hierarchie so nicht hinnehmenden auch wissen.
Gott habe halt ihm (dem Pfarrer) das Amt gegeben.
Und das Amt seines unbotmäßigen Widerparts sei halt nur zu arbeiten. Und vor allem nicht, diese "göttliche Ordnung" in Zweifel zu ziehen. Sei es durch Worte oder Taten. Schon "Worte" könnten da ja den Tatbestand des "Hochverrats" erfüllen. Und für solche sollte es nur "Schloss und Riegel" geben.

Verkaufen sich unterbelichtete religiöse Kreise heutzutage als wirkliche Gegner des Sozialdarwinismus, mutiert solcherlei Wunschdenken zur allergrößten Farce.

Der Sozialdarwinismus feiert auch heutzutage, nicht zuletzt in der Religionsindustrie, seine allergrößten Triumphe, nachdem ein Drachenkopf namens Nazismus, erst mal (vorerst) abgeschlagen, die anderen Drachenköpfe an jenem Getier dafür umso kräftiger in Blüte stehen.
Das also erst mal zum Aspekt Sozialdarwinismus.

Nun gibt es nicht wenige "Schlaue" die darauf antworten, man wolle sich ja gar nicht auf den Aspekt Sozialdarwinismus verengen.
Man wolle lediglich den Aspekt herausarbeiten. Darwinismus kontra Schöpfungsglauben.
Und man meint mehr als genug Gründe zu haben, weshalb man unter diesem Blickwinkel dem Schöpfungsglauben den Vorzug gäbe.

Dazu ist zu sagen, der Agnostiker oder Deist, als der ich mich in diesem Kontext bezeichne, antwortet darauf:
Man war bei der Schöpfung nicht dabei gewesen (persönlich).
Man weis es demzufolge auch nicht.
Es kann so oder anders gewesen sein.
Für das anders steht dann etwa die These eines Nietzsche, dass Gott tot sei.
Wenn Nietzsche das so formulierte, dann setzt er doch wohl indirekt einen Gott mal voraus.

Ein Gott indes welcher in einem nicht endenden "Mittagsschlaf", sich weder durch rauchende KZ-Schornsteine, noch durch Kriege, noch durch ein Pol Pot-Regimes, noch durch einiges anderes, dabei stören lässt, dem fehlt eigentlich, um mit Marx zu sprechen, die wesentliche göttliche Eigenschaft.

Nun kennt man ja eine der Antworten der Religionsindustrie dazu. Gott werde "demnächst" ("demnächst" - WANN IST DAS? - Am "Sankt Nimmerleinstag" - eingreifen).
Ein nicht unbedeutender Vertreter auch der Religionsindustrie (Kurt Hutten) recherchierte mal Anfang der fünfziger Jahre, wie oft er denn bei seinen Forschungen schon mal Antworten dieser Art, aus dem Kreise seiner gehätschelten religiösen Narren begegnet sei. Und Hutten musste sich eingestehen. Selbst in seiner eigenen Kirche gab es ja den Fall des Obernarren Albrecht Bengel, welcher die "eschatologischen Erwartungen" auf das Jahr 1836 terminierte.
"Entschuldigend" meinte Hutten. Das Bengel'sche Datum sei ja eines außerhalb der eigenen (Bengel'schen) Lebenszeit gewesen. Aber er sei etlichen anderen Beispielen begegnet (er nennt die Zahl von 175 solcher Fälle), die eben solcherlei Erwartungen bewusst in die eigene Lebenszeit einordneten.

Nun mag ich diese Erbenszählerei von Hutten so nicht zu teilen. Hutten sagt ja nichts anderes es gäbe auch "gute" Erbsen (etwa Bengel) und halt die übrigen sind die schlechten.
Das alles ist wohl Wunschdenkenken und nichts anderes.
Narren und Supernarren sind sie alle, die Vertreter der Religionsindustrie.

Der Versuch eines Fazit besteht in der Feststellung.
Hätte man jenen Narren welche seinerzeit den Beginn des Radios als "göttlich vorhergesagtes Wunder" bejubelten, damals gesagt. Das ist noch nicht alles. Die Spitze der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Es wird noch Fernsehen, Internet, Handytelefonie und was weis ich noch alles geben. Hätte man den damaligen Radiobejublern, das schon so gesagt. Ob sie dazu auch gejubelt hätten, ist so ausgemacht wohl nicht unbedingt.

Ergo es gibt weiterhin (auch heute noch) ungeklärte Fragen. Vielleicht kann es mal eine Antwort zu ihnen geben, vielleicht auch nicht.

Bescheidenheit ist somit durchaus weiterhin das Gebot der Stunde.

Die Ablehner der Evolutionstheorie hingegen meinen, damit den Beweis ihrer These vom eingreifenden "großen Zampano" erbracht zu haben. Genau das eben haben sie nicht! Sie haben lediglich einer Zirkelschlusstheorie, eine oder mehrere andere hinzugefügt.

Die wirkliche Lehre aus alledem kann daher nur lauten.
Die Philosophen und Religionen haben die Welt eigentlich nur unterschiedlich erklärt.
Das aber, ist zu wenig ...

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