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Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
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Erster Beitrag:
vor 9 Jahren
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vor 8 Jahren, 10 Monaten
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Drahbeck, X ~ mysnip

Re: Im Zeitspiegel

Startbeitrag von Drahbeck am 08.08.2009 06:27

Ein Kommentar der heutigen "Berliner Zeitung" zu einem Mann der Zeitgeschichte, dessen Name geborenen Westdeutschen eher weniger sagt. Geborenen Ostdeutschen dafür um so mehr.

Eine der vielen "Errungenschaften" des Ostdeutschen Regimes, davor schon von der Sowjetunion praktiziert, nun eben in Ostdeutschland extensiv wiederholt, bestand darin, dass in gewissen Läden mit reichhaltigem Angebot (jedenfalls erheblich reichhaltiger als sonstige Geschäfte) gewisse Leute, welche über Westgeld verfügten, nach Herzenslust einkaufen konnten.
Das der kleine Mann in Ostdeutschland, eher weniger bis gar kein Westgeld zur Verfügung war halt dem sein Privatpech.

Auch PKW (in Ostdeutschland Mangelware) gab es dort - ohne Wartezeit - (Ostdeutsche wissen was letztere Aussage bedeutet) zu erstehen (gegen Westgeld).

So hatte Ostdeutschland beispielsweise eine größere Position von PKW der Marke Fiat eingekauft, die in vorgenannten Geschäften, zu vorgenannten Bedingungen, erhältlich waren.

Im Falle der Fiat PKW stellte sich dann aber heraus, es wurden mehr eingekauft als tatsächlich auf der vorgenannten Schiene absetzbar waren.
Da hatten die Ostdeutschen Macher eine "prima Idee". Die DDR-Stasi benötigte von jeher Dienst-PKW. Ergo wurde nun zusehends deren PKW-Bestand auf die Marke Fiat umgestellt. Registrierte man also im Ostdeutschen Straßenbild einem PKW der Marke Fiat, bestand die höchste Wahrscheinlichkeit zu wissen, da kutschiert wieder ein Stasiist. Die Privathalter solcher PKW waren eher in der Minderzahl (aus vorgenannten ökonomischen Zwängen).

Dann gab es ja noch so eine "tolle Ostdeutsche Erfindung". Um deren Gefängnisse von Zeit zu Zeit etwas an Belegschaft zu reduzieren, wurde da mit Westdeutschland ein Freikauf-Deal eingefädelt. Zum technischen Prozedere (wie einschlägigen Büchern entnehmbar ist) gehörte auch. Da führen Busse in den Gefängnishof ein. Ausgerüstet mit einer speziellen Nummerschildwechselanlage. Auf Ostdeutschem Gebiet halt mit Ostdeutscher Nummer, kurz vor der Grenze dann auf westdeutsches Nummernschild umgerüstet.
War so ein Bus mit der vorgesehenen Belegschaft vollgefüllt ging die Reise los.
Eskortiert von vorne und hinten von PKW. Welcher Marke?
Man ahnt es fast schon. PKW der Marke Fiat.
Die führen so bis hart an die Grenze mit, um dort erst im allerletzten Augenblick, den Bus ohne weitere Eskorte weiterfahren zu lassen!

Wie es dann mit dem Ostdeutschen Regime zu Ende ging, suchten deren Funktionäre nach Sündenböcken, die man nun der Volkswut zum Fraße vorwerfen könne (um so sich selbst zu retten). Offenbar war der Herr, von dem genannter Zeitungsartikel redet auch dazu auserkoren.
Dieses Ungemach indes ereilte ihn nicht.
Er hatte es verstanden sich im Westen - nicht zuletzt im Franz Josef Bayern, machtvolle Freunde zu sichern, die ihm aus der Patsche halfen, und nunmehr in Bayern das fürstliche Leben, weiterhin ungeschoren ermöglichten.

Ergo was lehrt das alles.
Eine Krähe hackt selten (bis nie), der anderen Krähe die Augen aus.

Der Artikel der "Berliner Zeitung":
www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0808/194919892009/0059/index.html

Und nicht zu vergessen am Wahltage (zumindest meiner Meinung nach)

Antworten:

Re: Im Zeitspiegel

Die „Freiburger Zeitung" vom 12. 8. 1929
vermeldet den Tod von Heinrich Zille (bereits am 9. 8. 29 verstorben)
„Det was sein Milljoh".

Mit dem Zeichenstift brachte er so manches „auf den Punkt".
Steht er zwar in keiner direkten Beziehungslinie zum Thema dieses Forums, soll gleichwohl er nicht übergangen werden.

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=04&day=12b2&year=1929&month=08&project=3&anzahl=4

Google hat ja auch eine Bildersuche.
Man gebe mal bei Google Heinrich Zille ein, und klicke den Button „Bilder" dazu an.
(als Empfehlungstipp)

Passende Musikuntermalung dazu wäre beispielsweise die:
http://www.youtube.com/watch?v=AspH-8gOvFg&hl=de

von Drahbeck - am 09.08.2009 02:41

Re: Im Zeitspiegel

In der "Süddeutschen Zeitung" vom 17. 8. 1969 unter der Überschrift: "Feldddienst gegen den 'Mafia-Boß Satan'" gelesen:

"Auf der Nürnberger Zeppelinwiese geht morgen die große Heerschau der Zeugen Jehovas zu Ende.
Angesichts dieses reibungslosen Ablaufs, der kommunale Fachleute geradezu faszinierte, wirkte es fast grotesk, daß es einem einzigen Mann gelang, ein wenig Sand in die Supermaschinerie zu streuen. Er hatte sich am Eingang des Geländes postiert, und die Vorbeiziehenden mit Flugblättern versorgt, in denen er sich kritisch mit der Lehre der 'Bibelforscher' auseinandersetzt.

Obwohl sonst jederzeit zu Diskussionen bereit, hielten es Ordner der Zeugen Jehovas für angebracht, den einsamen Demonstranten und seine zwei Begleiter vor den Gläubigen abzuschirmen.
Trotzdem kam es immer wieder zu heftigen Kontroversen, die nur mit Mühe geschlichtet werden konnten. Erregte Gläubige warfen dem Demonstranten die Flugblätter vor die Füße und wandten sich verächtlich mit der Bemerkung ab:
'Das sind die falschen Propheten.'
Aufschluß über das sonderbare Verhalten, das gar nicht in das gewohnte Bild der Zeugen paßte, gab schließlich einer der Hilfswilligen:
'Das ist keiner von der APO', erklärte er, 'sondern ein abgefallener Glaubensbruder'"



von Drahbeck - am 17.08.2009 04:39

Re: Im Zeitspiegel

"Farmer ohne Maschinen" betitelte die "Berliner Zeitung" vom 19. 8. 2009 ein Bild.
Auf ihm sah man, auf einer Kuhweide versammelt, ein "würdiges Publikum" in der Hinteransicht zu bewundern, wie sie da eine Wahlveranstaltung in den USA lauschten.
Zur "Würde" gehörte dann auch, allesamt Männer (Frauen offenbar bei diesem Anlass in diesem Kreise unerwünscht).

Nun soll es ja auch heutzutage noch so sein. Mancher der an sich nichts darstellt. Mit Uniform ist er dann "was".
Etwa zur Nazizeit war diese Spezies auch in diesem Lande besonders "bewunderbar". Das Wort von den "Goldfasanen" und anderes mehr soll da ja (hinter vorgehaltener Hand) nicht selten die Runde gemacht haben.
Eine besondere Art von "Lemmingen" kann man dann wohl auch in der vielfältigen Form der Religionsindustrie bewundern.

Das mit den Uniformen, kann natürlich sehr unterschiedliche Ausprägungen haben.
Die seinerzeitige "Spiessburger"-Webseite brachte das mal in einem Fragesatz auf den Punkt.
Woran erkenne man, dass einer Zeuge Jehovas ist.
Nun, wenn er (beispielsweise) seinen Lebensunterhalt als Fensterputzer verdient. Außerhalb dieser beruflichen Tätigkeit wie ein "Bankdirektor" gewandet zu sein pflegt.
Da ist er aber dann nicht der einzigste dieser Art.
Da gibt es dann noch ein paar mehr aus seinem Umfeld, die da ähnlich daherstolzieren.
Letztendlich also auch eine Art von Uniform (mehr der zivileren Art).

So gesehen ist da wohl eine Wahlversammlung, wo das geneigte Publikum allesamt mit Strohhüten (der gleichen Machart) und Hosenträgern ausgestattet ist, letztendlich auch eine uniformierte Veranstaltung. Das ist dann der Religionsgemeinschaft der "Amish People" zuzuordnen.
Unformträger reduziert sich somit nicht nur auf Mitglieder militärischer Formationen.
Auch die Religionsindustrie hat ähnliches zu bieten.

Man vergleiche thematisch auch:

http://forum.mysnip.de/read.php?27094,5501,5503#msg-5503

Parsimony.23783

Parsimony.23553

von Drahbeck - am 19.08.2009 05:47

Re: Im Zeitspiegel

In der Form eines Linkverweises, sei auf einen Artikel der "Berliner Zeitung" vom 20. August 1999 hingewiesen, welcher die damalige "Standhaft"-Kampagne der WTG zum Anlass nahm, darüber etwas weiter zu reflektieren.

... So gesehen waren die in der Ausstellung gezeigten Flugblattkampagnen der Zeugen Jehovas und ihr 1938 erschienenes Buch mit Zeugnissen ehemaliger KZ-Insassen wohl eine Anklage des "Dritten Reichs", aber kein Aufruf zum politischen Widerstand. Denn Besserung konnte für sie nur das bald kommende Gottesreich schaffen. Diese Motive bleiben im Dunkeln, was den Respekt vor den Leiden nicht schmälern kann. ...

www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1999/0820/none/0026/index.html

von Drahbeck - am 20.08.2009 00:52

Re: Im Zeitspiegel

Re: Im Zeitspiegel

Gelesen in der „Freiburger Zeitung" vom 27. 8. 1929;
unter der Überschrift".
„Seit wann ich an Hellseher glaube. Nach eine wahren Begebenheit erzählt von D. Thorn".

Und das „Highlight des Berichtes liegt dann wohl insbesondere in der Abschlussbemerkung:
„ ... Und plötzlich, ich traute meinen Ohren nicht, sagte er - der Hellseher -
Gehen Sie nach Hause, denn ich sehe, daß Sie nicht glauben, denn ich bin Hellseher.
Ich ging - und j e t z t glaube ich auch an Hellseher."

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=02&day=27b1&year=1929&month=08&project=3&anzahl=4

Es ist zwar ein thematisch anderer Bericht, gleichfalls in der „Freiburger Zeitung" vom 27. 8. 1929 unter der Überschrift „Massen-Halluzinationen"
Auch wenn also beide Berichte, unterschiedliches berichten.
Vielleicht gibt es doch einen - unausgesprochenen - geistigen Zusammenhang, welcher die Grundlage beider Berichte darstellt:

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=04&day=27b2&year=1929&month=08&project=3&anzahl=4

von Drahbeck - am 27.08.2009 05:30

Re: Im Zeitspiegel

Die Wandlungen des Herrn Fischer.
Es wäre sicherlich unfair nur auf seine Person abzustellen. Aber was sich da offenbart.

Ganze Batterien ähnlicher Fälle könnte man bemühen.
Was interessiert diese Herren ihr Gewäsch von gestern, wenn nur heute ihre Kasse stimmt!

www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0909/seite1/0069/index.html

von Drahbeck - am 09.09.2009 05:27

Re: Im Zeitspiegel

"Im Wiederholungsfall - mag es sich selbst nur um die gelegentliche Einverleibung eines Glases Whisky handeln - wird nicht unter fünf Jahren Gefängnis erkannt ..."

Gelesen in einem Artikel der "Freiburger Zeitung" vom 13. 9. 1929 über die US-amerikanische "Errungenschaft" der Prohibtion.

Eines solches Super-Spiessbürger-Milieu ist dann ja wohl typisch für "God's own Country".
Nun soll besagter Gott ja von unterschiedlichen "Firmen" jeweils für sich vereinnahmt werden, welche sich untereinander nicht "grün" sind.
So geht es also in der Religionsindustrie "Hüh und Hot" her.

Im Zuge dieses Pluralismus gab es dann auch noch die von Rutherford mit angeführte "Partei" der Kämpfer gegen die Prohibition.

Wenn also die USA-Spiessburger auch beklagen, dass die Rutherforderianer immer stärker wurden, dann hätten sie wohl allen Grund sich bei einer etwaigen Ursachenerforschung, auch mal allerkräftigst an die eigene Nase zu fassen.

Auf solcherlei "Weltverbesserer" "wartete" dann wohl die Welt, die physischen "Fusel" zwar zu ächten suchte, dafür religiösen Opiumfusel um so mehr zu verbreiten sucht. Und das keineswegs "nur" innerhalb der Grenzen der USA.

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=01&day=13b2&year=1929&month=09&project=3&anzahl=4

Eine Notiz aus einer heutigen Radio-Nachrichtensendung:
In den USA gäbe es eine Demonstration gegen Präsident Obama, namentlich seine Bestrebungen in Sachen Gesundheitspolitik. Die können - so die Kritiker - "zum Sozialismus führen".

Das muss man sich mal auf der "Zunge zergehen lassen". Wer dort nicht betucht genug ist, darf im Falle gesundheitlicher Probleme eher verrecken.
Wer genug Money hat, für den gilt das selbstredend nicht.

Was man über diesen Spiessburger-Staat denken soll? "Spiessbürger" ist noch geschmeichelt.
Super-Super-Spiessbürger!

von Drahbeck - am 13.09.2009 04:15

Re: Gottes eigenes Land?

Zitat
Drahbeck
... Eine Notiz aus einer heutigen Radio-Nachrichtensendung:
In den USA gäbe es eine Demonstration gegen Präsident Obama, namentlich seine Bestrebungen in Sachen Gesundheitspolitik. Die können - so die Kritiker - "zum Sozialismus führen".

Das muss man sich mal auf der "Zunge zergehen lassen". Wer dort nicht betucht genug ist, darf im Falle gesundheitlicher Probleme eher verrecken.
Wer genug Money hat, für den gilt das selbstredend nicht. ...

Was man über diesen Spiessburger-Staat denken soll? ...

Besser ich halte mich zurück, sonst fange ich an zu kotzen!
!>!>!>!>!> http://www.youtube.com/watch?v=Nkn0CmrNPIs

von X ~ mysnip - am 13.09.2009 10:59

Re: Im Zeitspiegel

"Schwache Nerven" mag man der zeitgenössischen Catholica, angesichts eines Kommentares in der "Freiburger Zeitung" vom 20. 9. 1929 eigentlich nur bescheinigen.
Selbiger meint titeln zu sollen: "Eine Verhöhnung des Freiburger Katholikentages".
Stein des Anstosses wohl ein Kommentar welcher mit dem sinnigen Bonmot beginnt:

"Vorige Woche bin ich in Peking gewesen auf der 86. Generalversammlung der chinesischen Steckrübenpflanzer"

Und jener Kommentar erschien wohl in einer katholische dominierten (Hinzufügbar Katholisch-Französich dominierten) Zeitung des Elsaß. Und die deutschen Katholiken fühlten sich deswegen "wohl auf den Schlips getreten".
Nun mag man ja jenen Vergleich mit den "Steckrübenpflanzern" nicht unbedingt schön finden.

Aber insbesondere Bemerkenswert der Artikelabschluss. Da wird gefragt, was wohl der Herr Pacelli (ein späterer Papst) zu diesem Kommentar sagen würde.
Ob er was denn dazu gesagt hat, mag ja dahingestellt sein. Aber die Tendenz ist nicht zu übersehen. Jener Artikelschreiber möchte diesen "Vorfall" dazu ausnutzen, die ohnehin latenten Spannungen zwischen Frankreich und Deutschland zu der Zeit, noch "anzuheizen". Allerdings sollen dann möglichst andere für ihn die "Kartoffeln aus dem Feuer" holen. Eben auch besagter Herr Pacelli!

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=02&day=20b1&year=1929&month=09&project=3&anzahl=4

von Drahbeck - am 20.09.2009 03:33

Re: Im Zeitspiegel

Gelesen in der "Freiburger Zeitung" vom 27. September 1929


http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=01&day=27b2&year=1929&month=09&project=3&anzahl=4

Noch ein weiterer Artikel, ebenfalls der "Freiburger Zeitung vom 27. September 1929 entnommen.


http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=01&day=27b4&year=1929&month=09&project=3&anzahl=2

Zwar findet man in den Zeitungsmäßig angekündigten Veranstaltungskalender der "Freiburger Zeitung" auch solche der Rubrik sogenannter kleinerer Religionsgemeinschaften. Hier als Veranschaulichungsbeispiel ein Detailausriß aus der "Freiburger Zeitung" vom 28. 9. 1929.


Die WTG-Hörigen "Bibelforscher" sind indes in diesem Blatt weiterhin nicht mit aufgenommen.
http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=06&day=28r1&year=1929&month=09&project=3&anzahl=12

von Drahbeck - am 27.09.2009 02:22
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