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Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
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Erster Beitrag:
vor 3 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 3 Jahren, 3 Monaten
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Drahbeck, der einzig wahre Bauer

Im Zeitspiegel

Startbeitrag von Drahbeck am 30.08.2014 08:50

Es „geht abwärts"
Im Zeitspiegel
Auch die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten sah sich schon vor einiger Zeit genötigt, die Druckausgabe ihrer Gemeindezeitschrift einzustellen, und ersatzweise auf deren weiter bestehende Internet-Variante zu verweisen
Siehe dazu
Mysnip.46379.

Und auch
www.advent-verlag.de/cms/cms/front_content.php?idcat=295

Angeboten werden jetzt
Eine Online-Ausgabe von "Adventisten heute" mit Umblättern-, Druck- und Speichern-Funktionen.
Und auch das Heft als PDF zum herunterladen.

Dem Vernehmen nach soll auch die klassische Print-Ausgabe weiter erhältlich sein. Aber bei gleichzeitiger zunehmender Favorisierung der genannten Internet-Varianten. Das ganze primär aus finanziellen Gründen. Insoweit ist die Praxis der Zeugen Jehovas mittlerweile kein „Einzelfall".
Auch einige Kirchenblätter haben schon mal die Variante pdf-Datei für sich entdeckt. Mit dem Unterschied - das Komplett-Heft ist dann nur gegen Bezahlung - erhältlich (epaper als Abonnement).

Auch um die Neuapostolische Kirche macht dieser Trend keinen Bogen. Soweit wie die Adventisten und die Zeugen Jehovas ist die zwar noch nicht, aber eine neuere Meldung redet von wirtschaftlichen Schwierigkeiten, und in der Folge von Angebotseinschränkungen, im Vergleich zu früheren Zeiten.

www.webmart.de/nlhistory.cfm?id=41596&nlid=304701#NL

Als „kalte Dusche" eher unerwarteter Art, bewertet man in Kreisen etwa der Evang. Kirche Berlin-Brandenburg, die ab nächstes Jahr wirksame Organisierung von Kontrollmitteilungen der Banken an die Kirche. Das hat zwar nur für die „Sparer" einen realen Sinn, deren Guthaben über die zulässigen Freigrenzen liegt. Angesichts der Niedrigzinsphase, wohl eher mit abnehmender Tendenz. Aber offenbar sind einige verschreckt genug dadurch geworden, um dann in Kommentierung dazu zu sagen. Dann sparen wir uns halt die Kirchenmitgliedschaft.

Die Wochenzeitung „Die Kirche" brachte dazu vor einiger Zeit Vergleichszahlen, die zeigen, das im Vergleich zu früheren Jahren, wegen genannter Verunsicherung die Austrittszahlen derzeit überproportional angestiegen sind.

Antworten:

Denn sie wissen nicht, was sie tun

Ein Kommentator stellt fest, wie mir scheint zu recht fest:

„Die Wahrheit ist: Putin hat lange zugesehen, wie ihm Nato und EU immer näher rückten. Bei der Ukraine war Schluss. Der Westen musste das wissen. Unsere Empörung hat darum etwas Schales."

www.spiegel.de/politik/ausland/nato-jakob-augstein-ueber-russland-ukraine-und-den-kalten-krieg-a-989771.html

von Drahbeck - am 04.09.2014 11:49

Re: Denn sie wissen nicht, was sie tun

Die Nato ist Russland wirklcih sehr nahe gekommen, Verträge mit Russland, Russland hat eine über 70 Kopf starke russische Delegation beim Sitz der Nato in Brüssel, die Natostaaaten liefern Russland modernste Kriegstechnologie, ein Ausbildungszentrum, einen Hubschrauberträger, ...
das sind wirklich feindselige Handlungen, da muss Russland sich fürchten
andererseits liefer Russland für über 3 Mrd. EUR Waffen an die EU, global exportiert Russland ständig mehr Waffen. Russland liefert MIGs und Hubschrauber (70) nach Afghanistan.
Bislang waren es Verträge die Russland als "Kriegserklärung" und Verlust des eigenen Machtbereichs verstanden hat. Hier wird nun offensichtlich Umgedacht.
Zukünftig ist zu erwarten, dass im Westen aufgerüstet wird. Und im Osten.
Womöglich zieht in Europa auch wieder Krieg und alle Not ein.
Der Westen wir Russland nicht gewähren lassen. Und sollte die Ukraine das "Bauernopfer" sein, so wird sicherlich ein extremer Rüstungswettlauf einsetzen bei dem jeder bestimmt versuchen wird in die Lage zu kommen, den "letzten" Schuss abgeben zu können und zu siegen.

Der Zauberlehrling, JWv Goethe
„Die ich rief, die Geister,
Werd’ ich nun nicht los.“

Ach, ich bin ja gar nicht so weit von der Realität entfernt:
www.bild.de/politik/ausland/nato/nato-erklaert-putin-den-kalten-krieg-37531570.bild.html

von der einzig wahre Bauer - am 04.09.2014 13:47

Familienunternehmen Heilsarmee

Einer Meldung der „Freiburger Zeitung" vom 5. 9. 1934, übernimmt Evangeline Booth, die Tochter des Begründers Willam Booth, nunmehr das Kommando in diesem Zweig der Religionsindustrie.

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=04&day=05b&year=1934&month=09&project=3&anzahl=12

http://de.wikipedia.org/wiki/Evangeline_Booth

Und damit man weis, wie die Herrschaften so aussehen, gibt es eigens eine Postkartensammlung, in der man sie „bewundern" kann.

http://www.heilsarmeemuseum-basel.ch/D/postkarten_booth.php

von Drahbeck - am 06.09.2014 04:01

Krieg und Aberglauben

Im Zeitspiegel
Ein Artikel der „Freiburger Zeitung" (10. 9. 1934).

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=06&day=10a&year=1934&month=09&project=3&anzahl=8

von Drahbeck - am 10.09.2014 22:40

Suchmaschinen handeln

Im Zeitspiegel
Suchmaschinen gibt es etliche. Keineswegs nur den Platzhirsch Google.
Einige von denen, haben mit Wirkung vom 1. August (bis auf weiteres) jetzt „Nägel mit Köpfen" gemacht.
Einige Presseorgane der Leistungsschutzrecht-Hardliner-Fraktion werden von besagten Suchmaschinen als nicht mehr Anzeigungswürdig, behandelt.
Ob die Herrschaften aus besagten Presseorganen sich damit einen „Gefallen" selber tun - steht wohl auf einem anderen Blatt.

www.stefan-niggemeier.de/blog/19058/leistungsschutzrecht-wirkt-mehrere-suchmaschinen-zeigen-verlagsseiten-nicht-mehr-an/

von Drahbeck - am 15.09.2014 07:50

Höhenflug und Absturz

Im Zeitspiegel
Nochmals eine Vokabel des Herrn Besier aufnehmend („Höhenflug und Absturz") erscheint mir diese auch passend für die sogenannte „Piratenpartei". Eine gewählte Vokabel - nicht von mir - gewählt - aber nun halt mal existierend.
Ein „Höhennflug" für diese, war sicherlich die Abgeornetenhauswahl 2011 in Berlin, wo sie ein Wahlergebnis um die 8 % einfahren konnte. Nachfolgende Wahlen scon deutlich weniger.
Im Rückblick gesehen, hat sie aber sich dieses Vertrauensvorschusses als nicht würdig erwiesen
Der Absturz manifestierte sich dann wohl in den Ergebnissen der letzten Landtagswahlen.
Sachsen, Thüringen und Brandenburg ,mit Ach und Krach um ein Prozent.(mal etwas mehr, mal etwas weniger).
Ich bin nach wie vor der Meinung, sie hätte ein besseres Ergebnis, angesichts der politischen Gesamtlage, verdient. Der Wahlbürger war offenbar anderer Meinung.
Letzte Meldung in diesem Trauerspiel. Der Austritt des Herrn Lauer, aus diesem sogenannten Parteiengebilde (Bereich Berlin).

Ganz andere Meldungen hingegen kann derzeit die - ich vermeide die Vokabel nicht - die rechtspopulistische „Alternative für Deutschland" einfahren.
Analysen bescheinigen letzterer ein gnadenlose Beliebigkeit, die wenn es die übrigen Konstellationen so ermöglichten, sowohl mit der NPD als auch der SPD (und was dazwischen liegt) koalieren würde. Zur Zeit steht für die aber eine Koalition nicht auf der Tagesordnung (und ich kann nur hoffen, es bleibt dabei).

Weiter wird ihr bescheinigt, ihrem Wesen nach, eine Protestpartei zu sein und sonst nichts.
Für Protest gibt es sicherlich viele Gründe, auch berechtigte.
Ich kann nur hoffen; das der Wahlbürger mit der gnadenlos großen Zipfelmütze, die ihm jeglichen „Durchblick" verwehrt, bei zukünftigen Wahlen, sich dieser endlich mal entledigt.
Sicher bezüglich dieses Wunsches wäre ich allerdings nicht. Die Ergebnisse für die AfD bestätigen diese Befürchtung nur zu sehr.

von Drahbeck - am 18.09.2014 20:15

Zwei Blutfälle aus Spanien

Im Zeitspiegel
Eine Meldung aus Spanien, weitergeleitet via einer großen Presseagentur, in Deutschland auch in einer großen überregionalen Tageszeitung am 19. 9. 1994 publiziert, berichtet über den Tod zweier 13 bzw. 14jähriger.
Der eine Fall betraf ein 14jähriges Mädchen, das an einer Hirnhautentzündung dann verstorben ist. Ihr Zustand war schon zum Zeitpunkt der Einlieferung in das Krankenhaus bedrohlich. Jetzt setzten die berüchtigten Mechanismen der Zeugen Jehovas ein. Die Sorgeberechtigte Mutter verweigerte die Zustimmung zu einer von den Ärzten als notwendig erachteten Bluttransfusion.
Die Ärzte versuchten zwar, gerichtlicherseits eine zeitweilige Aufhebung des Sorgerechts zu erwirken. Allerdings machte der Faktor Zeit, einen dicken Strich durch die Rechnung. Bis die Justiz sich zu einer Entscheidung durchringen konnte, war es zu spät. Die Patientin war bereits verstorben, da in der Zwischenzeit die Ärzte zur faktischen relevanten Untätigkeit in der Sache verurteilt waren.
Bei dem Todesfall des 13jährigen lautete die Diagnose auf Leukämie.

http://de.wikipedia.org/wiki/Leukämie

Hier wieder das Trauerspiel. Die den Zeugen Jehovas zugehörenden Sorgeberechtigten, verweigerten die Zustimmung zu einer ärztlicherseits als notwendig erachteten Bluttransfusion. Aufgrund dieser Dogmatik kam erschwerend der Umstand hinzu, das der Patient von einem Krankenhaus in das andere verlegt wurde. Wiederum mit dem „Nebeneffekt" wertvolle Zeit für die Behandlung, auf diese Weise zusätzlich zu verspielen.

von Drahbeck - am 19.09.2014 04:10

Freimaurerlogen

In einer eher nur als Kurznotiz zu bezeichnenden Meldung, berichtet die „Freiburger Zeitung" vom 19. 9. 1934 über die „Auflösung von Freimaurerlogen" im Naziregime.
Die Vokabel „Auflösung" ist dann wohl eher dem Bereich einer „vornehmeren" Beschreibung des Begriffes Verbot, zuzuordnen.

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=02&day=19b&year=1934&month=09&project=3&anzahl=12

von Drahbeck - am 19.09.2014 22:02

Re: Höhenflug und Absturz

Etwas über "glückliche Vereine". Einer mit gewisser Insiderkenntnis des "glücklichen Vereins" alias "Priratenprtei" plaudert aus dem "Nähkästchen".
Vielleicht ein Ausnahmefall. Vielleicht. Viellecht auch nicht.

www.karek.de/2014/09/15/aus-und-vorbei-mit-der-schatzmeisterei/

von Drahbeck - am 20.09.2014 05:20

Aus dieser Bitterkeit ziehen sie ihre Nahrung

Im Zeitspiegel
„Der Evangelist", so der Titel einer von der Bischöflichen Methodistenkirche herausgegebenen Zeitschrift. In deren Ausgabe vom 27. 9. 1924, gab es auch ein paar Sätze über die Konkurrenz der Bibelforscher. Pauschal kann schon mal unterstellt werden. Beide: Methodisten und Bibelforscher, pflegen im gleichem Milieu zu grasen.
Ärgerlich für die Methodisten in sonderheit, auch das eigene „Eingemachte" wurde durch die Missionsbestrebungen der Bibelforscher tangiert.
Ja, hätten letztere sich darauf beschränkt „Kirchenferne" Kreise anzusprechen, hätten ja die Methodisten gar, vielleicht noch Beifall geklatscht. Genau das aber war eben nicht der Fall. Statt dessen mussten auch die Methodisten, Abwerbeversuche aus den eigenen Reihen, seitens der Bibelforscher beobachten. Und da hörte dann, wie man so sagt, „die Gemütlichkeit auf".
Deshalb das Motto des „Evangelisten" in der Sache, nicht kleckern sondern klotzen.
Das las sich in dem genannten Artikel unter anderem so:
Zitat

„Was tun die Gemeinden zur rechtzeitigen Belehrung und Bewahrung? Was ist zunächst einmal rein rechnerisch, also äußerlich ausgedrückt, wirtschaftlicher:
Man durchsetzt seine Gemeinde mit Aufklärungsschriften, auch wenn man sie umsonst abgeben müßte - oder man läuft tagelang, wochenlang von Familie zu Familie, um den ausgestreuten Unkrautsamen mühsam wieder auszurotten? Schon die wirtschaftliche Seite sagt genug. Aber die Sache liegt tiefer. Es geht hier um das ewige Seelenheil."

Ob es denn wirklich den Herren vom Methodismus „nur" ums Seelenheil ginge, darf man wohl getrost in Frage stellen. Jede erfolgreiche Abwerbung war für sie letztendlich auch ein finanzieller Verlust. Wie man dabei gegensteuern wollte, wurde bereits gesagt.
Einem Autor aus dem evangelikalen Milieu einem Dr. Fisch, mag es ja besonders gefreut haben, denn für den rührte nun der „Evangelist" die Werbetrommel.
Dazu verkündet der „Evangelist":
Zitat

„Wer sich darüber näher unterrichten will, lese die eben in erweiterter Bearbeitung herausgegebene Schrift von Dr. Fisch „Die 'Ernsten Bibelforscher' entlarvt". Es ist notwendig, daß diese ausgezeichnete Schrift in Tausenden verbreitet wird, um dem Verderben Einhalt zu tun, das diese Irrlehren in Köpfen und Herzen anrichten."

Ob denn jene Schrift des Herrn Fisch wirklich die „ultimative Waffe" war? Zumindest bei mir bleiben da Zweifel zurück.
Neben Banalitäten in der Gegenargumentation von Fisch.
Siehe z. B. Fisch.
Neben dem hatte Fisch ja auch ein bestimmtes „theologisches Korsett" welches er eben mit „verkaufen" wollte.
Diesem begegnete man schon in einer früheren Ausgabe des „Evangelisten", und zwar in der Ausgabe vom 15. 3. 1924.
Just dort tönte besagter Dr. Fisch unter der Überschrift:
„Bibellehre und Lehre der „Ernsten Bibelforscher" bereits:
Zitat

„Die Ernsten Bibelforscher lehren
Gott kann keinen Sohn haben ..."

So so, da Herr Fisch sich aber nicht mit Belegen für seine Unterstellung aufhält, erlaube ich mir doch anzumerken: Ziemlich gewagt diese These. Eher zur Abschreckung der eigenen Klientel gedacht, kaum aber zu einer „wirkungsvollen" Gegenargumentation an die Adresse der Bibelforscher.
Weiter meinte Herr Fisch tönen zu sollen:
Zitat

„Er (der Mensch) hat vor dem Tier nichts Höheres, Göttliches voraus ... Beim Tode stirbt die Seele, ist dann vernichtet ..."

Damit ist schon eher der eigentliche theologische Dissenz beschrieben. Die Himmel-Hölle-Theologie ist halt auch für die Methodisten existenziell. Und die wurde in der Tat von den Bibelforschern angegriffen. Nicht beantwortet wäre dann allerdings die Frage, ob jener Hinweis von Fisch, wirklich so „wirkungsvoll" war. Böse Zungen sind da eher geneigt zu kommentieren:
So wirkungsvoll, wie ein „Schuss in den eigenen Ofen".
Zurückkehrend zur Ausgabe vom 27. 9. 24.
In der Beschreibung dessen, wo den Methodisten in Sachen Bibelforscher „der Schuh drückt", las man dann auch die Sätze:
Zitat

„Die „Ernsten Bibelforscher" betätigen sich überall mit wachsendem Erfolg. Sie wissen in kluger Weise anzuknüpfen an die Bitterkeit, die durch alle Kriegs- und Nachkriegsnöte in den Herzen ist. Aus dieser Bitterkeit ziehen sie ihre Nahrung. Sie verkünden ein Zukunftsreich, das mit den kommunistischen Träumen große Ähnlichkeit hat. Die Sicherheit ihres Auftretens und ihrer Behauptung, die einzig richtige Auslegung der Heiligen Schrift zu kennen, die lieblose, hochmütige Kritik an allen Kirchen und Gemeinschaften verschaffen ihnen viele Anhänger."


von Drahbeck - am 25.09.2014 23:39

Zu mager ausgefallen

Im Zeitspiegel
In der Zeit vom 15. - 19. 12. 1922, erschien (in mehrere Folgen gesplittet) in der katholischen, in Luzern (Schweiz) erscheinenden Zeitung „Vaterland" eine Artikelserie, bestritten von einem Prof. Meyenberg, welche er den Titel gab:
Zitat

„Die Bibel und der Charakter unserer Zeit.
Zugleich Antwort auf die Frage: Werden Millionen jetzt Lebender nicht sterben?"

Seine Diktion ist eher mit dem Begriff „zurückhaltend" zu beschreiben. Auch spannt er seine „Bogen" breiter aus. Wenn er zwar einerseits den Bibelforscherslogan von den „Millionen jetzt Lebender werden nicht sterben" andeutungsweise mit in den Titel seiner Artikelserie mit aufnahm, wäre es eine Fehlinterpretation, nun zu schlussfolgern, als hätte er „nur" die Bibelforscher in seinem Blickwinkel. Dafür mag stellvertretend auch seine Aussage stehen:
Zitat

„Wenn man die Leben Jesu-Kritik und die sie beeinflussenden Philosophen etwa, der letzten 170 Jahre beleuchtet, dann staunt man, dann erschrickt man, dann entsetzt man sich, was alles aus Jesus Christus gemacht werden wollte; man schritt zur Zerpflückung und Zerreißung der Heiligen Schrift, zur Leugnung der Gottesgesandtschaft, der Gottheit, der Gottessohnschaft, ja des geschichtlichen Daseins Christi - letzteres unmittelbar vor dem Weltkrieg! Ungezählte freisinnige Erklärungen des Lebens Jesu folgten sich. Die eine begrub die andere."

Namentlich den mit genannten „freisinnigen" Interpretationen meint er vorhalten zu sollen:
Zitat

„Aber die Hauptsache, den Kranz und die Krone der Gottheit Christi, suchten sie dem Herrn zu nehmen. Nur der Schild der katholischen Kirche blieb rein: nur sie hat in Lehre und Leben den ganzen Christus immer verteidigt."

Aber auch jener Prof. nahm die jeweils aktuellen Tagespolitischen Meldungen zur Kenntnis. Und in Gesamtschau letzterer meinte auch er werten zu können:
Zitat

„Schwarmgeister, aber auch tiefer denkende, den Krisen und Wenden unserer Tage und dem ganzen Gewirre der Zeitereignisse folgende Menschen - stellen sich die Frage: Tragen unsere Tage gewisse eschatologische Züge, Züge der Endzeit an sich?"

Und weil er nun diese Frage so auch stellte, blieb es nicht aus, das sein Blick auch auf die einschlägige Bibelforscherverkündigung fiel. Sicherlich wollte er sich nicht zum Apologet letzterer machen, da war ihm seine angestammte katholische Kirche allemal lieber. Aber sein Blick auf die Bibelforscher fiel doch relativ wohlwollend aus. Etwa wenn er meinte ihnen bescheinigen zu sollen:
Zitat

„Die Verkünder der Neuen Welt am Ende der Tage der Verheißer: Millionen jetzt Lebender werden den Tod nicht sterben, stellen sich zunächst auf positiven Boden. Es ist nicht so leicht, ihre Sache zusammenzufassen. Das Folgende ist ihr Bild:
Sie anerkennen die Inspiration der Heiligen Schrift, die Weltschöpfung, das Paradies, den Sündenfall, in einem gewissen Sinne auch die Erbsünde.
Gott halte seine Versprechen. Die Weissagungen der Propheten des Alten Testamentes hätten sich zu einem großen Teile erfüllt. Ihr Rest werde sich unfehlbar noch erfüllen. Aber nur ein vollkommener, sündenloser Mensch, der zugleich Sohn Gottes sei, vermöge die Menschheit zu erlösen und zu einem ewig glücklichen Staat hier auf Erden zu führen. Das habe Jesus Christus in seinem Leben getan, aber doch nur vorbereitet. Er werde wiederkommen und den glücklichen Staat auf Erden für ewig errichten."

Wo er sicherlich nicht folgen wollte ist in seinen Worten:
Zitat

„Jetzt greifen die Verkünder der Neuen Welt die Zahlensymbolik der Heiligen Schrift auf und legen sie arithmetisch-chronologisch, d.h. auf ganz bestimmte Zeitfristen, mit Zahlenangaben aus."

Aber eine Polemik letzteren Umstand betreffend, nun anzuzetteln, das behagte ihm nicht. Immer noch überwog bei ihm eine eher positive Bewertung der Bibelforscher.
Er nahm es auch zur Kenntnis, wie sich die Bibelforscher beispielsweise zum Komplex des Zionismus verbreitet hatten.
Da wiederum bemerkenswert. Auch wenn Meyenberg sicherlich als unabhängig von den Bibelforschern anzusprechen ist, wähnt er ihnen doch gerade auf dem Felde Zionismusbegünstigung vielleicht nicht direkt zu folgen, aber doch ein hohes Maß an Verständnis zu offenbaren. Sicherlich mehr Verständnis als so manch anderer religiösem Antisemitismus verhafteter in der katholischen Kirche, es damals hatte. Jedenfalls stimmte Meyenberg mit Sicherheit nicht in den Chor, der nicht wenigen religiösen Antisemiten in der katholischen Kirche mit ein. Statt dessen wähnt er eher wie folgt urteilen zu sollen.
Zitat

„Im Osten drohen die bolschewistischen Flammen. Eine unselige Weltpolitik hat die Türkengefahr in unverantwortlicher Weise heraufbeschworen.
Wirtschaftliche und soziale Nöte allüberall!"

Namentlich zu der von ihm mit erwähnten „Türkengefahr" und der sich daraus ergebenden Rückfrage, was versteht er denn so unter letzterer, ist sicherlich seine Sachstandsbeschreibung zutreffend:
Zitat

„In unseren Tagen erleben wir eine ganz eigenartige Erscheinung: die Rückwanderung eines großen Teils der Judenschaft nach Palästina, die jüdische planmäßige Neukultivierung Palästinas, das werden eines Judenstaates im Heiligen Lande, einen eigenartigen Sieg des Zionismus unter Englands und des Völkerbundes Schutz.
Als im Weltkrieg der Türkenhand die heiligen Stätten entglitten und entfielen, öffneten christliche Mächte und geheime Kräfte den Juden den Schauplatz des Lebens Jesu."

Was hat dieser politische Umbruch, in Folge des Weltkrieges entstanden, nun zu bedeuten? Das ist eine der Fragen, die auch ihn so umtrieb.
Das meint er dann wie folgt deuten zu können:
Zitat

„Wer wird da nicht nachdenklich? Soll sich dies zu einem neuartigen Kampf gegen Christus und sein Reich ausgestalten? Dann wird die Vorsehung ihre Wege finden, wie in den Tagen Julians des Abtrünnigen, der durch die Juden die Weissagungen Christi zuschanden machen wollte. Geheimnisvoll siegte damals - "der Galiläer". Es scheint ja ab und zu bereits jetzt: als wollten Neustücke der Weltumgestaltung der Sieger eines und das andere ihren Händen - entfallen! Die heiligen Bücher verkünden auch: Die Nationen werden das jüdische Jerusalem zertreten, bis das Ende der Tage sich erfülle. Wenn nun aber d o c h der Judenstaat ersteht und durch des Volkes unvergleichliche Zähigkeit und Geldkraft erblüht? Kündet sich dann doch vielleicht eine beginnende Sammlung der Juden ein Zeichen der Endtage an? Von einer Bekehrungsbewegung finden wir nicht die Spur. Bleiben wir nüchtern! Aber hüten wir uns auch vor lächelnder Oberflächlichkeit. Soll einmal eine Bekehrung der Juden als Volk einsetzen: und die Heilige Schrift erklärt es bestimmt und klar - dann geschähe
dies, auch bei einem ganz außerordentlichen Eingreifen Gottes: - die Bibel verkündet das Wiedererscheinen des Propheten Elias."

Ergo schwamm er zwar nicht direkt auf der Bibelforscherwelle mit. Allzuweit entfernt von ihr, war er aber auch nicht.
Beleg dafür auch seine Aussage:
Zitat

„Die freisinnige Auffassung der Bibel spottet über ein Ernstnehmen biblischer Weissagungen, wer aber an die Übernatur glaubt, an Christus und Kirche, der geht auch an diesem Geheimnis des Buches der Bücher nicht frivol vorüber, sondern horcht ahnend ehrfürchtig hin - wenn er sie auch nicht mit Jahrzahlen wie die Neu-Welt-Verkünder und Adventisten kindisch ausdeutet."

In Resonanz auf diese Artikelserie gab es dann auch noch einige abgedruckte Leserbriefe darauf. Einer vom 3. 5. 1923 fühlte sich zu dem Ausruf veranlasst:
Zitat

„Wohl zur Überraschung vieler wurde dort gezeigt, daß auch nach der Überzeugung katholischer Schriftausleger Millionen von Menschen einst nicht mehr sterben werden, "da denselben die Wehen der Endtage wie der Tod angerechnet würden" und die Vorboten derselben sogar die "letzten" sein könnten."

Jener Leserbriefschreiber ahnt also auch, jener Prof. Meyenberg ist aber schon verdächtig nahe am Gedankengut der Bibelforscher angelangt. Das tiefere Durchdenken dieses Umstandes indes, bereitete ihm dann „Bauchschmerzen".
Ein weiterer Leserbriefschreiber auch von einem Gefühl des Unwohlseins befallen, ob der Meyenberg'schen Ausführungen, setzte seine eigenen inzwischen gesammelten Erfahrungen und Beobachtungen die Bibelforscher betreffend dagegen. Zu diesen Beobachtungen gehörte in seinen Worten auch:
Zitat

„Auf die nächsten Tage haben sich die Propheten der modernen Bibelforschung zu Fangvorträgen im Hotel "Rößli" (in Wolhusen, Schweiz) gemeldet. Durch ihre freche und aufdringliche Propaganda und durch ihr reichliches Gold und Silber aus Israel haben sie zwar schon viele fangen können. Lüge und Verdrehung ist bei diesen Propheten Kunst und Trumpf."

Und zu seinen Erfahrungen gehörte dann auch die:
Zitat

„Neulich fand sich ein Herr Schutzbach am Palmsonntag in der Eisenbahn von Luzern nach Rothkreuz und verbreitete ein Pamphlet: "Was ist Wahrheit?" unter allen Zuginsassen. Das Schriftchen ist eine direkte Aufforderung an das katholische Volk zum Austritt aus seiner Kirche. Über dieses Schriftchen zur Rede gestellt, ja selbst nur über die Beantwortung des Titels, war Herr Schutzbach von Zürich in denkbar größter Verlegenheit eine Antwort geben zu können."

Auf Grund dieser Sachlage verdichtete sich in den abgedruckten Leserbriefen die Forderung:
Zitat

„In Nr. 39 des "Vaterland" erschien ... eine Einsendung, ... in der diese Leute als im Solde der Juden stehend hingestellt werden! Ob das begründete Tatsache ist, würde sicher noch viele Leser interessieren, umso mehr, da Prof. Köhler seinerzeit in der "Neuen Zürcher Zeitung" feststellte, daß unlauteres Wesen, Schwindelreklame und Geldmacherei nicht getrieben würden und Prof. Allgeier (kathol. Theologe in Freiburg i. Br. ), bekannte, daß man sich dieser Leute schlecht erwehre, indem man sie als Bolschewisten oder verkappte Juden beschimpfe.
Der Laie vermag sich ob solcher widersprüchlicher Meldungen kein objektives Urteil zu bilden und es wäre vielleicht nicht unangebracht, wenn eine berufene Feder die Wahrheit hierüber auf den Leuchter stellen würde."

Was das Votum des genannten Prof. Arthur Allgeier anbelangt, ist auch auf einen Artikel in der gleichfalls katholisch orientierten „Köllnischen Volkszeitung" vom 2. 11. 1922 hinzuweisen.
Einleitend bemerkt er in ihm:
Zitat

„Die tiefe Erschütterung, welche der Krieg und die Revolution mit ihren Folgen im geistigen Leben unseres Volkes hervorgebracht, hat religiös teils auflösend und zerstörend, teils aufbauend und stärkend gewirkt ... Die religiöse Frühling treibt aber auch seltsame Blüten. Dahin gehört die Erscheinung der Ernsten Bibelforscher."

Namentlich sei aber auch auf den Schlusssatz in diesem Artikel hingewiesen, den er wie folgt zusammenfasst:
Zitat

„Meines Erachtens erwehrt man sich ihrer schlecht, indem man sie, wie es da und dort geschehen, als Bolschewisten oder verkappte Juden verleumdet und beschimpft."

Offenbar bekam nun der mitgenannte Prof. Allgeier auch Wind von dieser Kontroverse im „Vaterland", und fühlte sich nun berufen, sich der Leserschaft des „Vaterlandes" als solch eine „berufene Feder" vorzustellen.
So geschehen in einem Beitrag vom 20. 10. 1923.
Zu dem folgenden Votum von Allgeier gehören dann auch die Sätze:
Zitat

„Die Behauptung, die ernsten Bibelforscher stehen im Solde der Juden, kann höchstens finanziell gemeint sein. In dieser Form findet sie sich in der Broschüre von Hans Lienhardt. „Ein Riesenverbrechen am deutschen Volke und die Ernsten Bibelforscher" .... Lienhardt nennt den Stifter Russell „einen amerikanischen Juden" und redet von unerschöpflichen „aus einer den Mitgliedern unbekannten Riesenquelle (aus jüdischen Banken in Newyork) fließenden Mitteln", ohne auch nur nur das Bedürfnis zu empfinden, diese Behauptung irgendwie zu belegen. Seine Schrift ist eine antisemitische Tendenzschrift temperamentvollster Sorte, die den ernsten Leser kein Vertrauen einflößt."

Weiter Allgeier:
Zitat

„Bestimmter äußert sich Fritz Schlegel, „Die Wahrheit über die Ernsten Bibelforscher" ... er sei der Wahrheit ein wenig auf die Spur gegangen, und diese habe geführt zum jüdischen Bankhaus Hirsch in New York. Nähere Angaben fehlen aber auch."

Und als sein eigenes Votum dazu äußert dann Allgeier:
Zitat

„Man sollte derartige Mätzchen in der Bekämpfung der Sekte meiden. Die Ernsten Bibelforscher bieten in ihren Phantastereien Angriffsflächen genug. Mit bösen Verdächtigungen zu arbeiten ist gar nicht nötig, auch zu allerletzt nicht christlich. Mehr als Verdächtigung liegt aber zur Zeit nicht vor."

Damit hätte diese Kontroverse ihren fulminanten Abschluss finden können, denn dem Votum von Allgeier ist in der Tat voll zuzustimmen.
Es war aber noch nicht der Abschluss.
Ein strammer Benediktinerpater aus dem Kloster Beuron namens Dr. Alois Mager fühlte sich in der Ausgabe des „Vaterlandes" vom 27. 9. 1924 auch noch bemüßigt, seinen verspäteten „Senf" zu dieser Kontroverse hinzuzugeben.
Auch Mager artikuliert unmißverständlich, nicht zu übersehendes Mißfallen über die Bibelforschertätigkeit, um daran erneut die Frage festzumachen:
Zitat

„Die wirklich ungewöhnliche Propaganda und Kolportagetätigkeit die die Ernsten Bibelforscher zur Zeit in Deutschland und vor allem in der Schweiz entwickeln, legt von selber die Frage nahe, woher die ungeheuren Geldmittel fließen, die dazu notwendig sind. Die „Internationale Vereinigung Ernster Bibelforscher" will „kein geschlossener Verein" sein. Er führt „keine Mitgliederlisten", erhebt „keine Beiträge". Auf Anfragen um einen Jahresbericht antworten sie, daß sie an „Fremde" keine Jahresberichte abgeben. Das ist freilich ihre Sache. Sie müssen sich aber den Vorwurf gefallen lassen, daß ihre eigentliche Organisation, ihre letzten Absichten das Licht der Öffentlichkeit scheuen."

Und dann wärmt er erneut die bereits genannte These von Schlegel auf, muß aber widerwillig, analog Allgeier einräumen:
Zitat

„Freilich unterläßt es der Verfasser (Schlegel), seine Behauptung näher zu belegen."

Seine weitere, daraus abgeleitete These dann:
Zitat

„Unbegreiflich aber ist (ihm Mager), wie ein katholischer Gelehrter ... sich zum Anwalt der Ernsten Bibelforscher in dieser Frage machen konnte.
Es ist doch Sache der Häupter dieser Sekte, sich von dem Verdachte jüdischer Finanzunterstützung zu reinigen. Warum legen sie ihre Karten nicht offen an den Tag?
Durch die aufdringliche, lästige Propaganda, mit der sie Kirchen und Privathäuser mit ihren Schriften und Flugblättern überschwemmen, durch die fortgesetzten Schmähungen gegen Kirche und Geistliche, von denen ihre Schriften und Reden strotzen, haben die ernsten Bibelforscher wahrlich das Recht verwirkt, daß man sie mit dem Mantel christlicher Liebe schützt."

Zu diesem Vorhalt des Mager wäre allerdings zu kommentieren, hätte er den bereits genannten Meyenberg der Anwaltschaft der „Ernsten Bibelforscher" bezichtigt, wäre man nicht umhin gekommen, das zwar nicht als objektiven Tatbestand anzuerkennen. Wohl aber als subjektive Meinungsäußerung, der man eine gewisse Schlüssigkeit nicht absprechen kann.
Die Sachlage ist aber nun die, nicht Meyenberg, sondern Allgeier wurde von Mager mit seinen unhaltbaren Vorwürfen überhäuft.
Dann beruft sich Mager auf den inzwischen mit aufgetauchten Herbert von Bomsdorff-Bergen (alias Christan Kreuz) und dessen Attacken gegen die Bibelforscher. In den Worten von Mager:
Zitat

„So ohne weiteres dürfte auch die Annahme nicht von der Hand zu weisen sein, daß die Ernsten Bibelforscher von der jüdischen Hochfinanz unterstützt werden. Denn Christian Kreuz (wohl ein Deckname) führt in seinem Buch „Ein Weltbetrug" ... einen Brief an, aus dem klar hervorgeht, daß jüdische Freimaurer den Ernsten Bibelforschern tatsächlich reichlich Geldmittel zuwenden.

Jetzt das Zitat von Herrn Mager unterbrechend, und eine kleine Zeitreise einflechtend.
Es ist bezeichnend was die Spekulationen über die Finanzmittel der WTG anbelangt, dass man solcherlei Spekulationen selbst noch im 1950er Verbots-Schauprozess gegen die Zeugen Jehovas in Ostdeutschland begegnen konnte. Namentlich die 1949er Waldbühnenveranstaltung der Zeugen welche von den Kommunisten nicht zu Unrecht als offene Kampfansage gedeutet wurde.
Zu diesem Waldbühnen-Spektakel meinte der Generalstaatsanwalt Melzheimer, laut „Neues Deutschland" vom 5. 10. 1950, in seinem Pladoyer im Verbotsprozess ebenfalls mit einflechten zu sollen:
Zitat

„Wenn man sich überlege, daß die Waldbühnenveranstaltung im Jahre 1949 nicht weniger als 380.000 Westmark gekostet habe, so könne man daraus ganz klar erkennen, daß hinter den „Zeugen Jehovas" das amerikanische Großkapital stehe."

Zurückkehrend zum Zitat von Alois Mager:
Zitat

„Der Brief blieb wiederum von den Ernsten Bibelforschern unwidersprochen.
Die Propaganda- und Kolportagetätigkeit der IVEB, erreichte nach und nach einen solchen Grad, daß Gefahr für die öffentliche Ordnung bestand. Denn verschiedentlich mußten die Kantonsregierungen gegen die Tätigkeit der Ernsten Bibelforscher vorgehen. Überflüssig ist es, im einzelnen zu zeigen, wie die Lehren der Ernsten Bibelforscher die Grunddogmen der katholischen Kirche leugnen."

Mager lässt aber unerwähnt. Das von ihm mit bemühte Vorgehen verschiedener Kantonsregierungen gegen die Bibelforscher, kulminierte dann in gerichtlichen Auseinandersetzungen vor dem Schweizerischen Bundesgericht. Und in objektiver Wertung ist festzustellen. Da wurden besagte Kantonsregierungen dann letztlich zurückgepfiffen. Auch das hätte es verdient - wenn man objektiv darstellen will - mit erwähnt zu werden, wurde aber von dem mageren Herrn Mager nicht mit erwähnt.
Die Schlusssätze von Mager bestehen dann in dem Ausruf:
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„Die Ernsten Bibelforscher bedeuten in der Tat eine ernste öffentliche Gefahr. Wir müssen sie nicht bloß vom katholischen Standpunkte aus, sondern im Interesse der allgemeinen Ruhe und Ordnung grundsätzlich und auf der ganzen Linie ablehnen."

Dieses auf der ganzen Linie ablehnen, hätte er dann wohl am allerliebsten in einem möglichst Bestandskräftigen Verbot realisiert gesehen, darüber kann kaum ein Zweifel bestehen, auch wenn ein Österreichischer Benediktiner, kaum über die Schweizerische Innenpolitik zu bestimmen hatte.
Wie immer man zu den Details dieser Kontroverse auch stehen mag, eines wurde deutlich. Es bestand ein abgrundtiefer Hass zwischen der Catholica und den Bibelforschern.
In dessen Konsequenz war es nur folgerichtig, dass es dann zu Nazizeiten die Katholisch-faschistische Kumpanei in Sachen Zeugen Jehovas gab, für die im besonderen der Name Jonak steht.
Geschichtliche Konstellationen vermögen sich manchmal zu wandeln. Und in einer gewandelten Form übernehmen dann andere Protagonisten den Part des Hassträgers.
So auch in den Jahren nach 1945 in Ostdeutschland zu beobachten, was dann bekanntlich in dem 1950er Zeugen Jehovas-Verbot mündete.
Egal ob die Namen nun auf Alois Mager oder auf Horst Sindermann lauten (Ein Kommentator des Ostdeutschen Verbots). Austauschbar in ihrer Hassideologie sind beide gleichermaßen.
Der Katholik Mager sah das katholische Eingemachte bedroht, und der Kommunist Sindermann eben das kommunistische Eingemachte.
Wie die Bilder sich doch gleichen und austauschbar sind.
Sindermann, war der nicht mal zeitweiliger Ministerpräsident in Ostdeutschand; mag die Rückfrage kommen?
Genau, das war er mal. Aber davor hatte er auch noch andere Phasen in seiner Biographie. Unter anderem auch die, bis 1945 in faschistischen KZ's eingesperrt gewesen zu sein. Es ist zwar nicht belegt, aber durchaus denkbar, dass er sich in dieser Phase seiner Biographie auch so seine Meinung über die Mitgefangenen von den Zeugen Jehovas bildete.
Tja und dann spitzten sich die Dinge um 1950 in Ostdeutschland zum Zeugen Jehovas-Verbot zu.
Zu dessen Begleitmusik gehörte dann auch eine vorbereitende Pressekampagne. Und sichtet man diese Artikel im Detail, kommt man nicht umhin zu werten.
Mit - inhaltlich - am substanziellsten war da wohl ein Artikel, welchen besagter Herr Sindermann am 3. 9. 1950 in der SED-Gazette „Neues Deutschland", dort namentlich gezeichnet, publizieren ließ.
Es ist mir die Mühe nicht wert, mich mit den Details der Sindermann'schen Ausführungen auseinanderzusetzen. Aber ich bitte es mir abzunehmen, so wie ich Kritik an Mager geübt habe, vermöchte ich das gleichermaßen auch an Sindermann.
Es sei dann mal so gehalten. Nachstehend sei - kommentarlos - jener Artikel des Herrn Sindermann aus dem „Neuen Deutschland" vorgestellt. Mein eigener Part bei dieser Referierung besteht lediglich darin, gewisse von Sindermann bemühte wörtliche Zitate, farblich abgesetzt darzustellen.
Bilde sich dann jeder seine eigene Meinung dazu!
"Neues Deutschland"
3. September 1950
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Horst Sindermann
Eine raffiniert getarnte amerikanische Spionageorganisation
Dokumentarische Beweise für die Agententätigkeit der „Zeugen Jehovas"
Die Sekte „Zeugen Jehovas" (Watch Tower and Bible Society), die ihren Sitz in Magdeburg hat, ist eine in amerikanischen Diensten stehende Spionage- und Sabotageorganisation. Tausende gutgläubiger, vom Sektengeist beeinflußter einfacher Menschen werden durch bezahlte amerikanische Agenten mißbraucht und gegen ihr eigenes Volk gehetzt.
Die Sekte arbeitet nach einem genau durchdachten Plan der amerikanischen Militärclique als Kundschafter, Spitzel, Nachrichtenapparat und Propagandist amerikanischer Ideologien gegen die fortschrittliche Entwicklung in der Deutschen Demokratischen Republik.
Die raffiniertesten Agenten werden in den USA ausgebildet. In der illegalen Bibelforscher-Zeitschrift „Wachtturm" in Nummer 12 vom 15. Juni 49 wird ausgesagt,

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„ ... daß sich im Staate New York die Wachtturm-Schule (Bibelschule Gilead) befindet. Auf dieser Schule werden in laufenden Perioden 106 Absolventen zur Missionsdienstarbeit in anderen Ländern ausgebildet und entsandt."

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Zur Anwerbung neuer Agenten erzählte der „Prediger" Schindler am 17. Januar 50 in Osterwieck, Lokal „Deutsches Haus":

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„Die Zeugen Jehovas werden in einer Schule in Amerika ausgebildet und anschließend auf die einzelnen Länder verteilt."

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Es ist nicht anzunehmen, daß die Bibelschule in New York ihre Gelder auswirft, um Gegner der amerikanischen Räuberpolitik zu erziehen. Die Beweise besagen, daß die Absolventen dieser Schule mit den Erfahrungen der imperialistischen Agententätigkeit ausgestattet sind, wenn sie in die Länder der Demokratie und des Fortschritts entsandt werden.
Wie ist ihre Methode?
Ihre Anhänger, die sogenannten Verkündiger, erhalten den Auftrag, die Lage in den einzelnen Gebieten genau zu erkunden. Zu diesem Zweck werden sie mit zwei Karten ausgerüstet. Auf der einen Karte müssen sie die ihnen zugewiesene Ortschaft oder den Ortsteil genau einzeichnen, unter besonderer Berücksichtigung behördlicher, industrieller und verkehrstechnischer Objekte (Bahnhof, Schule, Brücken, Ämter, Feuerwehr, Polizeireserve usw.)
Auf der anderen Karte, Haus-zu-Haus-Notizen genannt, tragen sie die Bewohner der einzelnen Häuser ein, unterhalten sich mit ihnen und erforschen ihre Gesinnung. Fortschrittliche Menschen werden mit einem G (Gegner) versehen. Wankelmütige und der amerikanischen Propaganda Geneigte mit einem I (Interessierte). Die letzteren sind Menschen, mit denen man sich eingehend beschäftigt, um sie in amerikanische Dienste einspannen zu können.
Beide Karten zusammen verschaffen dem amerikanischen Generalstab in Deutschland eine genaue Übersicht über die jeweilige Ortschaft oder den Ortsteil. Die Vielzahl der Karten ergeben einen Einblick in die geographischen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse der Republik und ermöglichen es dem amerikanischen Generalstab, seine Diversionspläne auszuhecken.
Ihre Ideologie
Die Zeugen Jehovas geben vor, die Bibel auszulegen und eine seelsorgerliche Tätigkeit auszuüben. Daß dem nicht so ist, beweisen folgende Beispiele.
In dem Buch „Regierung", das in Magdeburg herausgeben wurde, heißt es im Kapitel I, Seite 12:

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„Etliche Nationen werden vom Bolschewismus regiert, der insbesondere einen Protest gegen die Regierung, unter der sie früher leben mußten, darstellt ... Monarchien sind gegen das Volk hart, grausam und tyrannisch gewesen, aber Bolschwismus und Kommunismus sind noch schlimmer."

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Der Antibolschewismus steht, wie bei jeder faschistischen Organisation, an erster Stelle. Er ist die Hauptwaffe der amerikanischen Kriegstreiber und gehört zum Einmaleins der Bibelforscher.
Die Demokratie ist ihnen verhaßt, weil sie die Pläne der Imperialisten zum Scheitern verurteilt. Die von ihnen propagierte Staatsform tarnen sie als Theokratie.
In einer Versammlung in Halle im Lokal „Kühler Brunnen" erklärte ein Bibelforscher am 11. Januar 1950:

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„Wir wollen keine Demokratie, sondern eine Theokratie."

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Damit versuchen sie die demokratische Staatsform zu verunglimpfen und die Herrschaft des amerikanischen Monopolkapitals zu publizieren.
Antisemitismus
Genau wie der Faschismus und die amerikanischen Rassentheoretiker versuchen sie, die Völker mit dem Gift des Antisemitismus zu zersetzen, die jüdische Bevölkerung zu berauben und von den Schandtaten der amerikanischen Imperialisten abzulenken.
Dabei setzen sie, wie es die nazistischen Rassentheoreitiker machten, Judentum gleich Bolschewismus.
In der Gastwirtschaft Straub in Halle erklärte am 23. Januar 1950 ein Prediger:

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„Gott hat die Juden verworfen, und was Gott durchführt, ist unfehlbar."

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In der Familie Fritz Ullrich in Delitzsch, Dübener Straße 46, beschäftigte man sich in einer Versammlung mit der Rassentheorie und der Prediger kam zu dem Schluß, daß
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„die Juden nicht mehr als eine bevorzugte Rasse, sondern als Volk von Gott verdammt seien. Einzelne Juden könnten gerettet werden, wenn sie von ihrer Religion abgingen."

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Die Pogromhetze und der Mord an Millionen jüdischer Menschen wird von dieser amerikanischen Sekte damit gerechtfertigt.
Der Kampf gegen die Republik
Mit dem Gifte des Antibolschewismus und des Antisemitismus versuchen sie, die friedliche Bevölkerung gegen die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik, ihre Einrichtungen und fortschrittlichen Errungenschaften zu hetzen.
So erklärte der Prediger Adler am 13. April 1950 in Schönebeck/Elbe, Breiter Weg 11/12:

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„Wir haben keine Angst vor Pieck und Grotewohl, wir sagen ihnen den Kampf an und wir brennen darauf."

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Mit der Verunglimpfung der führenden Persönlichkeiten unserer Republik geht die Agitation gegen die Wahlen am 15. Oktober Hand in Hand.
Der Prediger Günther Uhlig aus Magdeburg erklärte am 27. Juli 1950 in einer Versammlung:

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„Wahlen sind entweder Schiebungen oder Diktatur. Durch Wahlen werden die von Satan eingesetzten Marionetten unterstützt. Bald kommt der Tag, wo Gott Jehova herrschen und zugleich richten wird."

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Der Prediger Thieme aus Maslmeck erklärte am 14. April 1950 in Hettstedt im Lokal „Zum goldenen Stern" in einer Versammlung:

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„Die Zeugen Jehovas werden angehalten, jeder Regierung, ganz gleich, welche Richtung sie vertritt, jeden Dienst und Beistand zu verweigern."

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Die demagogische Formulierung dieses Predigers soll eine allgemeine Ablehnung der Regierung vortäuschen, befolgt jedoch den Zweck, die Deutsche Demokratische Regierung zu bekämpfen.
Die Aktivistenbewegung, die zur Steigerung der Produktion und zur Verbesserung der Lebenslage der Bevölkerung führt, paßt nicht in die Welteroberungspläne der amerikanischen Imperialisten. Sie brauchen in Elend und Arbeitslosigkeit lebende Völker, um ihre grausame Politik der kolonialen Ausbeutung durchführen zu können.
So haben die Bibelforscher den Auftrag, gegen die Aktivisten- und Wettbewerbsbewegung in den volkseigenen Betrieben zu arbeiten. Die Anweisungen, wie man das zu tun hat, gab der Bezirksdiener Pietke am 24. April 1950 in Kleinwittenberg im Lokal „Deutsches Haus" seinen Unterpredigern:

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„Sollten in den Arbeitsstellen den Leuten Schwierigkeiten gemacht werden und sie von extremen Parteifunktionären wegen Vernachlässigung ihrer Arbeit entlassen werden, fordert sie auf, in den Pionierdienst einzutreten und vollzeitliche Arbeit für den Bund der Zeugen Jehovas zu leisten. Die Pioniere haben pro Tag dreieinhalb Stunden Pionierdienst, wo sie predigen und werben. Während der übrigen Zeit des Tages sollen sie studieren und schlafen."

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Mit diesen Methoden versuchen die amerikanischen Agenten, Arbeitsbummelanten in ihre Spionagedienste einzuspannen.
Die Beweise besagen, daß es sich bei dieser amerikanischen Sekte um eine ausgesprochene Spionage- und Diversantenorganisation handelt, die unter dem Deckmantel religiöser Schrullen den Anschein harmloser Verrückter zu erwecken versucht, um dadurch besser ihre verderbliche Arbeit gegen den Fortschritt leisten zu können

(Repro von Gebietskarten
Text auf deren Rückseite)
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Liste von kleinen Orten unter 2500 Einwohnern in deinem Landgebiet. Bearbeite alle unten aufgeführten Orte und versuche in jedem Ort eine Studienversammlung einzurichten ...
Das Gebiet muß alle drei Monate zurückgegeben werden zwecks Wiederzuteilung oder Streichung. Bitte gib diese Zuteilung zurück, und zwar vor oder am ... Fälligkeitsdatum (Geb.-Diener).
Schreibe mit weichem Bleistift. Gebrauche nicht Tinte oder Gummistempel).

(ND-Text zu den Fotokopien)
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Die abgebildeten Karteikarten werden jedem „Zeugen Jehovas" ausgehändigt und müssen von ihm entsprechend ausgefüllt werden. Auf ihnen werden genaue kartographische Angaben gemacht über die Lage von Gebäuden, Straßen, Eisenbahnlinien usf. In die einzelnen Häuser werden Zeichen eingezeichnet an den Stellen, wo Gegner der „Zeugen Jehovas" wohnen. Die Karten müssen alle drei Monate der Leitung ausgefüllt abgegeben werden. Auf diese Art und Weise versucht sich der amerikanische Spionagedienst eine genaue Kenntnis der Örtlichkeiten und der Personen in der ganzen Welt zu verschaffen.

Weiteres zum Thema in einem Beitrag am 20. 11 (Bibelforscher-Prozess von St. Gallen im Jahre 1924. Dort thematisch die gleichfalls anfechtbaren Ausführungen des katholischen Publizisten Friedrich Ritter von Lama, als Ausgangsbasis nutzend.
Zu jenem Bibelforscherprozess siehe auch:
Mysnip.39555
Mysnip.53190
Mysnip.196178.

von Drahbeck - am 28.09.2014 23:10

Re: Suchmaschinen handeln

Gemäß einer Meldung vom heutigen Tage, bleibt es nicht dabei, dass nur einige "kleinere" Suchmaschinen die Seiten gewisser Zeitungs-Webseiten nicht mehr anzeigen.
Auch der Platzhirsch Google hat sich nunmehr dieser Handlungsweise in modifizierter Form angeschlossen.

http://google-produkte.blogspot.de/2014/10/news-zu-news-bei-google.html

von Drahbeck - am 01.10.2014 12:42

Re: Suchmaschinen handeln

Prophetische Worte

Im Zeitspuegel
in Sachen „Leistungsschutzrecht"

„Sie (die Gesetzesreform) wird nach und nach die journalistischen Firmen töten, weil niemand eine Gebühr für Verlinkungen wird zahlen wollen."

www.heise.de/newsticker/meldung/Spanien-bittet-Google-zur-Kasse-Urheberrechts-Reform-verabschiedet-2439535.html

von Drahbeck - am 31.10.2014 03:34
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