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Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
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Letzter Beitrag:
vor 3 Jahren, 6 Monaten
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Drahbeck, der einzig wahre Bauer

Im Zeitspiegel

Startbeitrag von Drahbeck am 03.10.2014 08:55

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http://27093.foren.mysnip.de/read.php?27094,356392,356392#msg-356392...


„Die Antwort auf den Spott wird eine Aufrüstung sein, dass uns hören und Sehen
vergeht."
Und
„Die neue deutsche Rolle in der Welt wird noch richtig teuer."

www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-pannen-von-der-leyen-in-der-kritik-a-995043.html

Antworten:

Putin sei Dank.

nun wird das deutsche Militär auf Vordermann gebracht. ;)

Scheint aber auch dringend nötig zu sein.

Sicherheit kostet eben immer auch Geld.
Egal ob es die Sicherheit im Verkehr ist, ob Leitplanken an der Autobahn, Sicherheit durch Alarmanlagen oder Wachdienste oder eben die nationale Sicherheit.
Die Ukrine ist sicherlich ein Beispiel wie es ist, sich nicht verteidigen zu können oder auch die Kurden und die IS.
Die Ukraine hat auf die besessenen Atomwaffen aufgrund von Versprechen und Sicherheitszusagen verzichtet. Nun stehen sie da....
(das hat Putin wohl auch abgehalten, offiziell mit russischem Militär einzumaschieren)
http://www.welt.de/politik/ausland/article125310240/Haette-die-Ukraine-ihre-Atomwaffen-besser-behalten.html
Und auch Lech Walesa hätte gerne Atomwaffen für Polen.

Freiheit kostet etwas.
Wer das nicht schätzt und dafür nicht bereit ist Geld auszugeben der mag nach Russlang gehen. Ob er die dortige Art der Freiheit dann wirklich mag?

Wie vor tausenden Jahren so versteht der Mensch auch heute nur Macht. Und damit geht Gewalt einher.
Sich wehrlos machen schützt gar nicht.
Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin? Oh wie doof.
Wer sich nicht verteidigen kann wird leichter ein Opfer als derjenige der auf seine Sicherheit bedacht ist, dafür etwass gemacht hat, sprich Geld ausgeeben hat.
Sich nicht verteidigen zu können kann einem teuer zu stehen kommen.
Wer sich verteidigen kann wird dies im Falle eines Angriffs auch tun - und das ist dann gut so.

von der einzig wahre Bauer - am 08.10.2014 06:36

Proletarische Heimstunden

Im Zeitspiegel
Etwa im Zeitraum von 1923 - 1926 erschien in der „Verlagsanstalt proletarischer Freidenker" in Leipzig-Lindenau auch eine Zeitschrift mit dem Titel „Proletarische Heimstunden".
In diesem Verlag erschienen auch die Schriften von Hugo Efferoth und weiteren Autoren. Efferoth's „Ketzerbibel" und auch sein
„Himmel-Fimmel"

Namentlich letztere Schrift, war wohl dann die relevanteste des zeitgenössischen Freidenkertums, was eine Auseinandersetzung mit den Bibelforschern anbelangt. In diesen Kreisen wurden dann noch weitere Themen „beackert", kaum aber mehr das Bibelforscher-Thema. Was Efferoth in seiner Kritik bereits ausgeführt hatte, reichte ihnen aus. Und da war dann kein Platz mehr übrig für das Bibelforscherthema, welches dort fortan unter „ferner liefen" rangierte.

Man kann ja ähnliches heutzutage auch beim sogenannt „Humanistischen Verband", aber auch in anderen Kreisen dieser Szene beobachten. Die sind dermaßen beschäftigt sich als „Ersatzkirche" zu etablieren, etwa auf dem Felde „Lebenskundeunterricht" (versteht sich für sie: staatlich bezahlt habe er zu sein) dass da kaum noch „Kapazität" übrig ist für anderes. Namentlich auch nicht für eine kritische, ins Detail gehende Auseinandersetzung mit relevanteren weltanschaulichen Strömungen.
Vereinfacht zusammengefasst, ihr Motto lautet:
„Kasse machen und das war es dann auch schon."
Auch besagte „Verlagsanstalt proletarischer Freidenker" war schon von diesem Impetus beseelt. Aber eben nicht nur sie.
Da gab es ja noch einen Beerdigungsverein, welcher hochstaplerisch in seinem Namen auch den Begriff „Freidenker" mit führte. Durchaus waren die unterschiedlichen Macher der Szene, sich dabei „keineswegs gegenseitig grün". So wie es denn aussieht, hat besagter Beerdigungsverein, letztendlich die „Verlagsanstalt proletarischer Freidenker", mit „beerdigt".
1924 indes war es noch nicht so weit. Da gab es eben auch noch - unter anderem - die Zeitschrift „Proletarische Heimstunden". In ihr (S. 245f) dann auch noch mal eine weitere Auseinandersetzung zum Bibelforscherthema. Nicht unbedingt, von besonderem „Tiefgang" geprägt. Aber so hohe Ansprüche darf man an diese Kreise ohnehin nicht stellen. Jener Artikel sei im nachfolgenden einmal vorgestellt.
Als Titel wählte jener Artikel:
Zitat

„Der liebe Gott im Lichte der Bibel"

Und fügt dann noch den Untertitel mit hinzu:
Zitat

„(Der Intern. Vereinigung ernster Bibelforscher gewidmet)"

Einleitend wird ausgeführt:
Zitat

„Es wird wohl noch lange dauern, bis die Allgemeinheit davon überzeugt sein wird, daß die Bibel nicht dazu benutzt werden darf, um aus ihr Schlüsse auf unsere Gegenwart zu ziehen oder gar kommende Ereignisse, wie Erdbeben, Staatsumwälzungen usw. Vorauszusagen. Denn die Bibel ist Menschenwerk."

Und weiter;
Zitat

„Diese Wahrheit ist das Resultat ernstester und sorgfältigster Forscherarbeit. Sie ist das Ergebnis eines tiefsten Studiums der Bibel.
Alle Gebildeten wohl anerkennen diese Wahrheit.
Wer die Bibel heute noch für ein Werk des „heiligen Geistes" betrachtet, der schlägt der Wahrheit ins Gesicht oder aber er weiß nicht, wie viel menschliche Schwäche sich in ihr widerspiegelt, wie viele grobe Irrtümer, welche Widersprüche, welche falschen Aussagen und Voraussetzungen in ihr enthalten sind."

Denn:
Zitat

„Die Bibel ist eine Sammlung ungleichartiger, literarischer Schriftstücke aus ältesten Zeiten, verfaßt von verschiedenen Verfassern. Als historisches Schriftstück ist die Bibel ungemein wertvoll."

Daraus abgeleitet:
Zitat

„Wenn die Bibel nun wirklich Menschenwerk ist, dann müssen wir Gott darin genau so sehen, wie ihn die damaligen Volksstämme sich vorgestellt haben. Mit einem Wort: dann muß auch der in ihr zur Sprache kommende Gott Menschenwerk sein. In diesem Falle kann das bekannte Bibelwort, daß Gott den Menschen nach seinem Bilde geschaffen",nicht richtig sein. Es muß vielmehr das Gegenteil der Fall sein, d. h. es muß der liebe Gott von den Menschen nach menschlichem Bilde geschaffen worden sein."

Und in der Tat!
Zitat

„In der Bibel sehen wir Gott in all der widerspruchsvollen Naivität, die all die Völker des Morgenlandes bis zum heutigen Tag in ihren Gottesideen kennzeichnet. Und das ist's, was ich hier an Hand der Bibel meinen Lesern zeigen möchte.
Allerdings werden, da wir uns zu diesem Zwecke in die Krinoline biblisch-orthodoxer Betrachtungen werfen müssen, die daraus hervorgehenden Situationen, trotz allen Ernstes, der Komik nicht entbehren."


von Drahbeck - am 22.10.2014 22:49

Sturm im Wasserglas

Im Zeitspiegel
Am 25. 10. 1924 fand vor den Schranken eines Gerichtes in St. Gallen (Schweiz) ein spektakuläres Verfahren statt, welches in der Zeugen Jehovas-Geschichte unauslöschlich als „Bibelforscherprozeß" eingegangen ist. Wer mal die Gelegenheit hatte, deutschsprachige kritische Literatur zum Bibelforscherthema aus den 1920er Jahren, per eigener Anschauung zu lesen, wird fast überall diesem Spektakulum begegnen.
Mit am ausführlichsten von den Presseberichten, war wohl dazu der von den "Basler Nichrichten", Ausgabe vom 28. 10. 1924.

Zusammen mit weiteren Presseberichten zutiert in
Mysnip.53190

Erwähnt sei auch der eher parteiisch-tendenziöse Bericht in:
"Der Morgen. Katholisches Tagblatt der Schweiz"
Nr. 255; Donnerstag, 30. Oktober 1924
Ebenda mit zitiert

Aber auch im Kontext der Auseinandersetzung mit der Berichterstattung der
"Münchner katholischen Kirchenzeitung" ebenfalls mit zitiert.
Mysnip.113818

von Drahbeck - am 25.10.2014 03:49

Rechtswalter Jäger

Im Zeitspiegel
Eine in der Wortwahl, zwar lapidar und eher nichtssagend formulierte Meldung in der „Freiburger Zeitung" vom 31. 10. 1934.
Der Rechtswalter Jäger der Deutschen Evangelischen Kirche, sei von seinem Amt zurückgetreten.
Und Hitler habe die süddeutschen Bischöfe Meiser und Wurm und den Bischof Marahrens „zu einer Aussprache über Kirchenpolitische Fragen" empfangen.
Besagter Dr. Jäger indes, hatte zuvor die süddeutschen Bischöfe per Rollkommando, unter Hausarrest gestellt, dieweil sie nicht so spurten wie die „Deutschen Christen" und ihre Speerspitze Jäger das gerne gehabt hätten.
Das Hitler höchstpersönlich die Aufhebung des Hausarrestes verfügen mußte - kaum aus eigenem Antrieb, sondern gezwungenermaßen - dieweil das Kirchenvolk sich weitgehend mit den gemassregelten Bischöfen solidarisierte, war in der Regieplanung der „Deutschen Christen" mit Sicherheit nicht vorgesehen.
Dafür musste nun der „Kopf des Jäger rollen", dieweil er eben die ausführende Kraft, in diesem letztendlichen Machtkampf war.
Mit diesen Vorgang erlitt vor aller Welt sichtbar (zumindest für die Sachkenner), die nazistische Kirchenpolitik, deren Ziel ja eine „Einheitskirche" war, eine Niederlage, die dauerhaft weiter wirken sollte. Es gab zwar weiter Versuche der Nazis, doch noch das Heft in ihrem Sinne wenden zu können.
Indes nach dieser offenkundigen Niederlage, war man von diesem Ziel, weiter denn je entfernt!

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=02&day=31a&year=1934&month=10&project=3&anzahl=6

http://de.evangelischer-widerstand.de/html/view.php?type=dokument&id=22

von Drahbeck - am 31.10.2014 03:28

Gott züchtigt seine Söhne

Im Zeitspiegel
So der Titel eines Artikels der am 7. 11. 1994 in einem bekannten Printmagazin zum Abdruck kam.
Notiert wird auch das vermehrt um Entwurzelte und Randständige der deutschen Gesellschaft geworben wird, nicht zuletzt in Asylbewerberheimen.
Zum Thema Blut wird auch der WTG-Satz zitiert, dass es in Einzelfällen "erforderlich sei, daß rund um die Uhr jemand Wache hält", auf das es mit dem selbstverordneten Selbstmord, auch in diesen Fällen (Verweigerung der Annahme einer Bluttransfusion) klappe.
„Die frommen Brüder treten, wie Tenniscracks und Formel-1-Piloten, als Steuerflüchtlinge auf - allerdings jonglieren sie mit ungleich höheren Summen" wird weiter festgestellt.

Das alles interessiert aber gewisse „Nachtwächter" etwa in der CSPD nicht sonderlich.
Die wähnen, sie hätten mit ihrem "Godesberger Programm" grundsätzlichen Frieden mit der Religionsindustrie geschlossen. Differenzierungen dabei vorzunehmen, ist diesen Herrschaften aber prinzipiell zu mühselig. Lieber sagen sie zu allem „Ja und Amen"!

www.spiegel.de/spiegel/print/d-13693277.html

Vom Wanderprediger zum Sohn Gottes

Den Schleppenträgern ins Stammbuch

von Drahbeck - am 06.11.2014 23:08

Starke Worte

Im Zeitspiegel
Starke Worte der Polemik konnte man in einer Publikation mit dem Titel:
„Heimat und Kirche im Appenzellerland. Beilage zum "Appenzeller Volksfreund" begegnen.
Herausgeber selbigen das katholische Dekanat Appenzell in der Schweiz.
Auch wenn man in Deutschland des Jahres 1944/45 andere Sorgen als die fragliche Polemik hatte, ändert das nicht übermäßig viel an dem Umstand, dass sie zumindest Schweizer Gemüter, um diese Zeit aufwühlte, Daher mag auch an diesem Ort eine Referierung gerechtfertigt sein.
Am 11. 11. 1944 begann unter der Überschrift „"Hütet euch vor den falschen Propheten! ..." eine Artikelserie in jenem Blatt, dem noch weitere Fortsetzungen folgen sollten. Äußerer Anlass jener Artikelserie bildete eine ebenfalls polemische Verteidigungsschrift der Zeugen Jehovas, just zu jener Zeit mit dem Titel "Ein helfendes Wort in kritischer Zeit".
Die katholische Antwort darauf, fiel schon mal pauschal auch recht eindeutig aus. Etwa wenn man die Thesen wiederholte:
Zitat

„Der Katholik weiß zwar, und mit ihm jeder rechtschaffene Bürger, was er mit dergleichen Traktätlein zu tun hat. Er wirft sie kurzerhand ins Feuer - ohne dadurch um einen einzigen vernünftigen Gedanken ärmer zu werden. Weil jedoch die Zeugen Jehovas mit ihren Schriften eine immer wiederkehrende Belästigung unseres Volkes darstellen, möchten wir die Gelegenheit wahrnehmen, an dieser Stelle einmal unser katholisches Volk über den kirchenfeindlichen Geist dieser Sekte etwas eingehender aufzuklären."

Von „hinterlistiger Propaganda" ist desweiteren die Rede.
Zitat

„die wir am besten als die Methode "Wolf im Schafskleid" bezeichnen.
Das Schafskleid, das unschuldige Schafskleid darf, ja soll man sehen. Am liebsten nur dieses. Darum ist es so deutlich sichtbar umgehängt - auch in dieser Flugschrift."

Nach dieser Einleitung setzte sich die Ausführung in der Ausgabe vom 2. 12. 1944 fort.
Als seinen besonderen Streithelfer erachtet dabei jenes Blatt den katholischen Konfessionskundler Konrad Algermissen, Verfasser einer in mehreren Auflagen erschienenen voluminösen „Konfessionskunde".
Algermissen nun wird mit diesem Votum bemüht:
Zitat

"Mag die starke Erlösungssehnsucht dieser Sekte auch einige ansprechende Züge tragen, so wirkt die leichtfertige, alle Fundamente des Christentums zerstörende Bibeldeutung umso abstoßender. Die internationale Vereinigung Ernster Bibelforscher irrt nicht nur in der einen oder anderen christlichen Wahrheit, sondern untergräbt systematisch die Grundlagen des christlichen Glaubens wie auch der staatlichen Ordnung."

Zu den von Algermissen angeführten Kritikpunkten (aus katholischer Sicht) gehören dann:
Zitat

„verhöhnt das Mysterium der Trinität, streitet die wahre Gottheit Christi und des Heiligen Geistes ab, leugnet die natürliche Unsterblichkeit der Seele, mißbraucht die Bibel, bekämpft die christliche Kirche mit Haß und Verleumdung, erklärt die Sakramente für nichtig, verunstaltet die Lehre von den letzten Dingen in allen Teilen und verbreitet an Stelle der christlichen Liebe und Eintracht den Geist des Hasses, der Verhetzung und Aufwiegelung."

Da haben also die Zeugen Jehovas „ihr Fett weg", die desweiteren in diesem Algermissen-Urteil als
Zitat

„eines der traurigsten Zerrbilder des Christentums dargestellt" werden.

Die Brüchigkeit der von Russell kreierten 1874-Berechnung wird dann aufgezeigt.
Kritisch diesen Aspekt bewertend muß aber auch angemerkt werden.
Die in Rede stehende Artikelfolge erfolgte in den Jahren 1944/45. Zu diesem Zeitpunkt hatte aber die 1874-Berechnung in den WTG-Gefilden keine Bedeutung mehr. Sie war ab etwa 1925 ad acta gelegt und durch andere Ententeichthesen ersetzt worden.
Den Hinweis auf diese Differenzierung gibt es indes in jenem Artikel nicht. Selbiger stellt es im Gegenteil so dar, als würde die 1874-Rechnerei, ungebrochen fortbestehen. Indem eine notwendige Differenzierung nicht erfolgt, versetzt sich jener „Appenzeller Volksfreund" damit selbst einen „Schlag ins Kontor".
Zu den weiteren Ungenauigkeiten gehört dann unter anderem das Wiederkäuen der These:
Zitat

„Ihre Schmutzschriften, die erwiesenermaßen von jüdischen Freimaurern finanziert werden."

Auch mit der Vokabel „erwiesenermaßen" hängt man sich unbegründeterweise, „ziemlich weit aus dem Fenster". Schon um 1925 herum, wo jene These Konjunktur hatte, war sie keineswegs „erwiesen".
Verdächtigungen sind kein Beweis, dazu gehört dann wohl noch etwas mehr.
In der Ausgabe vom 19. 5. 1945 beklagt man dann, es sei ein
Zitat

„ungeheurer Vorwurf, den die Zeugen Jehovas in ihren letzthin wiederum verteilten Schriften gegen uns erheben, wenn sie darin Stellung nehmen gegen "immer wiederkehrende Verleumdungen in der katholischen Presse, Jehovas Zeugen seien Feinde des Staates". Damit stehen auch wir auf dieser schwarzen Liste."

Am 19. 5. 1945 wird dann in der Auseinandersetzung mit diesem Vorhalt, dann auf eine Zeugen Jehovas-Veranstaltung in Bern, im Zeitraum vom 11. - 13. 4. 1941 verwiesen.
Dort sei unter anderem proklamiert worden, man würde ja die Schweizer Verfassung achten. Und dieses Selbstzeugnis soll es dann gewesen sein, dass die Anwürfe an die Adresse der Zeugen Jehovas „wiederlegt".
Nun will aber der „Appenzeller Volksfreund" sich mit solcherlei billigen Mätzchen keineswegs zufrieden geben, und kontert daher seinerseits:
Zitat

„Aber abgesehen von dieser Erklärung sind die Schriften der Zeugen Jehovas nicht dazu angetan, in unserem Volke diese Achtung zu fördern, so z.B. wenn die Lehre von der heiligsten Dreifaltigkeit eine "Lehre des Teufels" genannt wird."

Die Rückfrage, welche zu dieser Art von Argumentation zu stellen wäre, ist allerdings die:
Reicht der Hinweis auf die Kontroversen in Sachen „Trinitäts"- oder Dreieinigkeitslehre schon aus, daraus eine „staatsfeindliche Gesinnung" ableiten zu können?
Meines Erachtens machen es sich die katholischen Herrschaften, da wohl etwas zu einfach, vorsätzlich zu einfach!
Dann wird in der Folge erneut die Freimaurer-Finanzierungsthese aufgekocht. Kalter Kaffee wird durch erneutes Aufbrühen, nicht unbedingt „schmackhafter" wäre kommentierend dazu anzumerken.
Erneut tönt man:
Zitat

„Schon das allein, ist für uns sehr aufschlußreich, daß jüdische Freimaurer es sind, die die Flugschriften der Zeugen Jehovas finanzieren."

Wiederum eine Behauptung ohne Quellenwert, die keinerlei stichhaltiger Nachprüfung standhält.
Aufbauend auf der Freimaurerthese tönt man dann weiter:
Zitat

„Sind Ausländer, die darauf ausgehen, ein Land zu erobern indem sie seine Säulen untergraben, sind solche Leute für uns Staatsfeinde oder sind sie es nicht? Und sind Leute im eigenen Lande, die ihnen dabei "sehr von Nutzen" sind, also helfen, sind solche Leute im eigenen Lande unsere Staatsfeinde oder sind sie es nicht?"

Weiter fordert der „Appenzeller Volksfreund" die Zeugen Jehovas auf:
Zitat

„klagt gegen die Zeitung "Der Morgen" oder gegen Freyenwalds Büchlein "Die Zeugen Jehovas"
oder gegen die Schrift von Otto Karrer „über moderne Sekten" wo überall dieser Brief abgedruckt ist, auf den wir uns hier stützen."

Eine solch polemische Forderung mag zwar in den Augen ihrer Aufsteller sinnvoll sein. In den Bewertung des nüchtern urteilenden Unabhängigen Beurteilers ist sie es sicherlich nicht. Dazu wäre ein genaues Abwägen des Für und Wider vonnöten. Und diese Abwägung zeigt auch, es gibt einiges dem Bereich „Wider" zuzuordnendes.
Und im übrigen kann ein Justizspektakel keinesfalls der „Weisheit" letzter Schluss sein. Jedenfalls kündet jenes katholische Urteil auch reichlich, von nicht vorhandener „Weisheit".
Die katholischen Herrschaften mögen zwar im tibetanischen Wiederkäuen ihrer Glaubensthesen Tradition haben, so auch in diesem Falle.
Schlichtweg ist als Gesamturteil dazu allerdings festzustellen:
Gewogen und für zu leicht befunden!

von Drahbeck - am 11.11.2014 04:44

Es geschehen noch Zeichen und Wunder

Im Zeitspiegel


Die Nummer zwei in der Kirchenhierarchie der Evang. Kirche Berlin-Brandenburg, ist unerwartet hoch, von ihrem Posten abgewählt worden.
Was die Ursache dafür ist, müssen die Kirchenmitglieder allerdings selbst beurteilen.

Schon vor Jahren war mir diese Dame mal unangenehm aufgefallen. Der damalige Sektenbeauftragte Thomas Gandow wollte eine Tagung machen, zum Thema einer der „kleineren Religionsgemeinschaften". Da besagte Dame in der Kirchenhierarchie über Gandow stand, musste letzterer es hinnehmen, das seine Pläne von dieser Dame sabotiert wurden.

www.idea.de/nachrichten/detail/frei-kirchen/detail/synode-der-ekbo-waehlt-proepstin-ab-88658.html

von Drahbeck - am 15.11.2014 12:03

Im Jahre 1692

Im Zeitspiegel
Sei in Frankreich ein Mord geschehen, weis ein Artikel der „Freiburger Zeitung" vom 18. 11. 1934 zu berichten.
Und weil das im Jahre 1934 so schön weit in der Vergangenheit zurückliegt, fühlte sich ein Herr Horst W. Karsten in besagter Ausgabe, dazu berufen, der staunenden Mitwelt mitzuteilen, wie er denn aufgeklärt wurde.
Da alle bei der Aufklärung versagten, musste nunmehr ein Wünschelrutengänger her, der reichlich ausgeschmuckt wie der Artikel ist, dann den Mord aufklärte.
Damit wurde wieder mal für Irrationalismus eine Lanze gebrochen.
Das wesentliche an der Geschichte ist wohl, dass sie schon weit lang in der Vergangenheit zurücklag, sich jeder rationalen heutigen Überprüfung, damit entzieht.
Sherlock Holmes wird sicherlich vor Neid erblassen, angesichts solcherlei Konkurrenz!

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=17&day=18r&year=1934&month=11&project=3&anzahl=24

von Drahbeck - am 19.11.2014 00:57

Friedrich Ritter von Lama

Im Zeitspiegel
Die in München erschienene „Allgemeine Rundschau.
Wochenschrift für Kultur und Politik" brachte in ihrer Ausgabe vom 20. 11. 1924, auch einen Artikel (eher bloß eine Notiz) des vorgenannten zum Bibelforscherprozess von St. Gallen.
Besagter Herr Lama meinte da mitteilen zu sollen, jener Prozeß
Zitat

„leuchtete tief in das Treiben der sogenannten Ernsten Bibelforscher hinein und enthüllte diese neue Bewegung als eine Geldmache des jüdisch-amerikanischen Freimaurertums."

Und weiter Lama:
Zitat

„Dabei spielte besonders ein Brief eines Hochgradfreimaurers eine Rolle, der die interessanten Mitteilungen enthält:

Zitat

„Wir geben ihnen (den Ernsten Bibelforscher) auf dem bekannten indirekten Wege viel Geld durch eine Anzahl Brüder, die während des Krieges sehr viel Geld gewonnen haben; es tut ihrer dicken Brieftasche nicht weh. Sie gehören zu den Juden ...
Die katholischen Dogmen sind unseren Plänen lästig, deshalb müssen wir alles tun, ihre Anhängerschaft zu vermindern und sie lächerlich zu machen."

Zitat

Mister Binkele, der verantwortliche Leiter der E. B. in der Schweiz, vertreten durch jüdische Advokaten, wurde zu 600 Franken verurteilt, der von ihm wegen Verleumdung Beklagte (ein Protestant) freigesprochen."

Diese „Information" ist schon mal dahingehend als unzulänglich zu bezeichnen, als der Prozess, aus formaljuristischen Gründen, genannten Ausgang nahm.
Die „Aktivlegitimation" der Bibelforscher wurde schon mal in Zweifel gezogen (ein geschickter Schachzug der Anwälte des Angeklagten Dr. Fehrmann, ohne Zweifel).
Desweiteren interessierte sich das Gericht für den ominösen „Freimaurerbrief" keineswegs in aktiver Weise.
Es reichte dem Gericht aus, dass seitens der Bibelforscher, die gegen sie gerichteten Anwürfe, lange Zeit „klaglos" hingenommen wurden (jedenfalls auf der justiziablen Ebene). Wegen dieser Sachlage hielt das Gericht auch keinerlei Eintritt in die Frage vonnöten, den Wahrheitsbeweis oder dem Gegenteil davon, den Freimaurerbrief betreffend, nachzugehen.
Insoweit ist es eine Falschdarstellung, als hätten die Aussagen jenes Freimaurerbriefes das Gericht tatsächlich „beschäftigt", was eben nicht der Fall war.
Es wurde allein unter Verfahrenstechnischen Aspekten letztendlich ein Urteil gefällt.
Zum Verständnis der ganzen Angelegenheit wäre auch die Kenntnisnahme der Vor- und Nachgeschichte, welche sich besonders mit dem Namen des Herbert von Bomsdorff-Bergen verbindet, vonnöten.
Ohne diese Detailkenntnis, wird derjenige der sie nicht hat, weiter im Nebel herumirren.
Details zu Bomsdorff-Bergen
In der zeitgenössischen Publizistik (das ganze spielte sich überwiegend auf der Ebene von Artikeln in Tageszeitungen ab) ragt als eine Überdurchschnittlich relevante Quelle der Artikel im „St. Galler Tagblatt" vom 27.Oktober 1924
Abendlatt Nr. 253 heraus, der im nachfolgenden einmal etwas näher vorgestellt sei.
Zitat

„Verleumdungsprozeß der Internationalen Vereinigung ernster Bibelforscher"
war jener Artikel überschrieben.
In der Sache wird dann mitgeteilt:
Zitat

„Anläßlich eines Vortrages von Prof. Dr. (Ludwig) Köhler über die Internationale Vereinigung ernster Bibelforscher in der Freien Protestantischen Vereinigung am 21. Januar (1924) hat in der Diskussion ein jüngerer Arzt, Dr. F(ehrmann), Vorstandsmitglied der Christenwehr, das Wort ergriffen und behauptet, das internationale Judentum wende der Internationalen Vereinigung ernster Bibelforscher seine reichen Geldmittel zu, um durch sie Verwirrung in die westeuropäische Christenheit hineinzutragen. Dr. F(ehrmann) berief sich dabei namentlich auf einen in der Presse erschienenen Brief, der bis heute keine Widerlegung gefunden habe."

Die Story geht weiter mit dem Bericht:
Zitat

„Im Anschluß an die Berichterstattung im "St. Galler Tagblatt" von einem jüdischen Einsender angegriffen, erwiderte Dr. F(ehrmann) mit einer Erklärung, in welcher er an seiner Überzeugung, daß das internationale Judentum die Bibelforscherbewegung finanzieren helfe, festhielt. Eine Aufforderung, die „Ehrverletzung" zurückzunehmen ist abschlägig beantwortet worden.
Am 14. April reichte sowohl die I.V.E.B. als deren verantwortlicher Leiter in Zürich gegen den St. Galler Arzt Klage ein, wegen Verleumdung und Beschimpfung durch die Druckerpresse mit dem Rechtsbegehren, diese als gerichtlich aufgehoben zu erklären, den Kritiker angemessen zu bestrafen und die Publikation des Strafurteils im "St. Galler Tageblatt" zu verfügen, alles unter Kostenfolge."

Über die eigentliche Gerichtsverhandlung vernimmt man dann:
Zitat

„In den mündlichen Gerichtsverhandlungen, die anderthalb Tage in Anspruch nahmen, erhob der Beklagte fürs erste die Uneinläßlichkeitseinrede, da die I.V.E.B. angesichts des Fehlens wesentlicher Merkmale kein Verein im Sinne des schweizerischen Rechtes sei, habe sie in einer Flugschrift doch selber erklärt, sie sei weder Sekte noch geschlossener Verein, besitze weder Zaun noch Zwang, führe weder Mitgliederlisten noch habe sie Statuten, kenne keine Eintritts- noch Austrittsformalitäten und verlange auch sie Mitgliederbeiträge. Sie stelle auch nicht eine Religionsgesellschaft dar, die nach St. gallische Recht Rechtspersönlichkeit und Prozeßfähigkeit besitze."

[Einfügung. Dazu kann man beispielhaft eine Passage aus der 1919 publizierten WTG-Flugschrift „Der Fall Babylons" vergleichen

Ende der Einfügung]
Zitat

„Das Bezirksgericht hat die Aktivlegitimation der Internationalen Vereinigung ernster Bibelforscher verneint, dagegen diejenige des verantwortlichen Leiters in Zürich bejaht.
Der Präsident der Vereinigung in den Vereinigten Staaten habe übrigens öffentlich 1000 Dollars jedem versprochen, der den Beweis dafür erbringe, daß der Vereinigung aus einer jüdischen Bank jemals Geld zugeflossen sei - was auch in der Versammlung in St. Gallen bemerkt ist.
Die Behauptung von Zusammenhängen der Lehren der Bibelforscher und des Judentums sei falsch, ebenso beständen keine Beziehungen zur Freimaurerei und dem Bolschewismus.
Die Quellen des Beklagten seien antisemitische Hetzliteratur, was dieser bestritt."

Bemerkenswert auch diese Passage
Zitat

„Im Hinblick auf den „bevorstehenden Weltuntergang" seien schon Versicherungspolicen zurückgekauft worden."

[Einfügung. Wer das bestreiten sollte der sei in der Neuzeit vielleicht an den Fall Erich Brüning erinnert, welcher in seiner Publizistik selbst von sich berichtet. Um seiner Betörung entsprechen zu können für die WTG in einem „Hilfe tut Not-Gebiet" zu wirken, habe er sich Teile seiner Rentenversicherung vorzeitig auszahlen lassen. Solcherlei Betörte, gab es mit Sicherheit schon in den zwanziger Jahren. Ende der Einfügung; weiter im Zitat]
Zitat

„Der Kampf gegen sie (die Bibelforscher), deren das Christentum verlästernde aufdringliche Propaganda verschiedene Regierungen zu Maßnahmen veranlaßt habe, sei Heimatschutz gegen geistige Überfremdung, Verteidigung und Schutz der auf christlicher Grundlage aufgebauten Staatsordnung.
Von alten, in so manchen Schriften erhobenen und dem Beklagten wieder aufgenommenen Vorwurf hätten sie sich bisher nicht zu reinigen vermocht, so daß der Beklagte seine Äußerungen habe für wahr halten dürfen. Übrigens werde der Beweis anerboten, das Zeugnis des Verfassers eines Buches das einen Freimaurerbrief vom 27. Dezember 1922 an einen schweizerischen Freimaurer enthielt, der die Bibelforscher in allem unterstützen sollte, um so die Anhängerzahl der Feinde (Protestanten und Katholiken) zu vermindern. In diesem Brief, der auch vom "Morgen" in Olten publiziert worden ist, wobei der Anwalt der Internationalen Vereinigung Ernster Bibelforscher den Klagetermin verpaßt hat, soll stehen...
(Hier
muß beigefügt werden, daß der Verleger des Buches diese Veröffentlichung auf Verlangen der klagenden Bibelforscher wiederrief, mit der Begründung, daß das Original von einer Zeitungsredaktion unterschlagen worden sei. Der Verfasser besteht aber auf der Echtheit des Briefes.)"

Zur Substanz des Gerichtsurteiles überleitend:
Zitat

„Das Bezirksgericht St. Gallen hat die Klage des Generalbevollmächtigten der Ernsten Bibelforscher abgewiesen und dem Kläger eine Gerichtsgebühr von 150 Fr. auferlegt. Der Kläger hat den Beklagten mit 450 Fr. außerrechtlich zu entschädigen.
Auf den offerierten Wahrheitsbeweis ist das Gericht nicht eingetreten. Die Abweisung der Klage erfolgte mangels objektiven Tatbestandes. Nach der Auffassung des Gerichtes ist der Vorwurf der Bestechung, in welchem die Ehrverletzung erblickt wurde, nicht erhoben Es war nicht gesagt, daß unsere Bibelforscher und der Kläger F. von derartigen Dingen Kenntnis haben müßten und Geld annähmen. Es wurde nur vom Zweck, den das Judentum mit seinen Zuwendungen verfolge, gesprochen. Daß die kritisierte Bewegung innerhalb der Christenheit Verwirrung anrichte, sei ganz natürlich. Nicht gesagt worden sei, daß die Bibelforscher von den Juden Geld erhielten, um sich kaufen zu lassen. In der Behauptung, daß die Juden Geld gäben, liege keine Ehrverletzung...."

Ebenfalls am 27. 10. 1924 brachte die gleichfalls in St. Gallen erscheinende Zeitung „Die Ostschweiz", einen ähnlichen Bericht zum Thema, welcher sich aber inhaltlich mit dem Bericht des „St. Galler Tagblatt" in etlichen Details, inhaltlich überschneidet. Auf der Suche nach dem, was im Bericht der „Ostschweiz" als vielleicht eigenständige Berichtselemente gewertet werden können, seien aus letzterem Bericht noch diese Details zitiert.
Aus der Sicht des Klägers, also Binkele,
Zitat

„werde den Klägern Bestechung vorgeworfen und der Bewegung unlautere und materielle Interessen unterschoben. Alle seriösen Gegner der Vereinigung erblickten darin eine Verleumdung.
... Die Behauptung von Zusammenhängen der Lehren der Bibelforscher und des Judentums seien falsch, ebenso beständen keine Beziehungen zur Freimaurerei und dem Bolschwismus ... Als Gegenbeweis gegen den erhobenen Vorwurf produzierte Kläger eine eidesstattliche Erklärung des Generalkassiers der Gesellschaft ... und offerierte das Zeugnis eines Kantonsbuchhalters, der als Buchexperte fungiert hat. Die Mittel flössen alle als Gaben der Gläubigen."

Dann wird im weiteren auf das Plädoyer des Anwaltes des Beklagten eingegangen, welcher sich da in „längeren Ausführungen" produzierte. In selbigen auch die Passage:
Zitat

„Deren leitende Personen (der Bibelforscher) schon für die Jahre 1843/44, dann wieder 1914,17,24 und 25 den Weltuntergang vorausgesagt hätten (was einem Zuhörer zur Bemerkung Veranlassung gab, was für einen Sinn denn diese Klage noch habe).

Unterstellt, die „Ostschweiz" habe richtig berichtet, wäre dann aber anzumerken, die Miterwähnung der adventistischen Daten 1843/44 mit gleichem Atemzug mit Daten der Bibelforscher, zeugt nicht gerade von sonderlicher Differenziertheit der Argumentation.
Da ja nun dieser Dr. Fehrmann sich in diesem Gerichtsverfahren in dem Status des Beklagten befand, ist sicherlich die Argumentation seines Anwaltes auch dahingehend interessant, wenn er dem Gericht gegenüber plädierte:
Zitat

„Als unrichtig bezeichnete der Anwalt des Beklagten die Behauptung der Kläger, daß ihnen Bestechlichkeit, Käuflichkeit vorgeworfen worden sei. Übrigens treffe der hauptsächlichste Vorhalt der eingeklagten Bemerkungen die Juden. Den Bibelforschern werde - in guten Treuen - nur vorgehalten, daß sie von ihnen Geld empfingen, was keine Schande sei, wenn es einem guten Zweck
diene, wie die Bibelforscher doch behaupteten. So liege weder Verleumdung noch Beschimpfung vor, denn auch die Beleidigungsabsicht fehle. Redliche Motive und rechtlicher Endzweck seien dem Beklagten nicht abzusprechen. Er habe lediglich vom Recht maßvoller Kritik Gebrauch gemacht, gegenüber ausländischen Agitatoren, die unter Mißbrauch des schweizerischen Gastrechtes ihren Kampf mit ganz außergewöhnlichen Mitteln führten. Im Schutz der Klage würden die Bibelforscher einen Freibrief erblicken ..."

In Deutschland war es dann der katholische Publizist von Lama, welcher besonders in verschiedenen Publikationsorganen, das Thema des St. Galler Prozesses hochkochte. Etwa im "Miesbacher Anzeiger" vom 13. 11. 1924. Auch in „Neues Münchener Tageblatt" vom 11. 11. 1924. Letzteres Blatt bot dem Lama offenbar noch die umfänglichste Tribüne. Die anderen, wo er auch publizierte, haben seine Texte eher nur gekürzt offeriert.
So sei denn auf der Basis des „Neuen Münchener Tageblatt" noch etwas zitiert, was von Lama da so meinte „zum besten" geben zu können.
Einleitend tönt er schon mal vollmundig:
Zitat

„Nun weiß man es, wer hinter den "Ernsten Bibelforschern " steht, die auch bei uns ihr Unwesen treiben, nämlich amerikanische Juden und Freimaurer. Die Entlarvung ist in diesen Tagen in der Schweiz vor dem Bezirksgericht St. Gallen erfolgt."

Er unterstellt also ein Prozeßergebnis, das wie die vorstehend zitierten Aussagen aus dem „St. Galler Tagblatt" belegen, so gar nicht gegeben war.
Die Causa Fehrmann liest sich dann bei ihm so:
Zitat

„Darauf gingen die "Ernsten Bibelforscher" gegen Dr. Fehrmann zum Angriff vor, denen er mit folgender Erklärung im St. Gallener Tagblatt erwiderte:
"Die von mir in der Diskussion vertretene Ansicht halte ich im vollen Umfange aufrecht. Eingangs nämlich stellte Herr Prof. Köhler die Behauptung auf, daß es ihm ein Rätsel sei, woher die "Ernsten Bibelforscher" die reichen Geldmittel zu ihrer Propaganda beziehen. Im gleichen Atemzuge aber betonte er entschieden, daß nicht jüdisches Geld mitspiele. Gegen diese Ansicht vertrat ich meine Überzeugung, daß die Juden das größte Interesse an der möglichst raschen Ausbreitung der Lehre der "Ernsten Bibelforscher" haben und daß das internationale Judentum deswegen diese Bibelforscherbewegung finanzieren hilft, weil es hofft, durch Verwirrung
der Christenheit seine Ziele zu erreichen. Daß die Lehre der "Ernsten Bibelforscher" geistige Verwirrung hervorruft, hob auch der Referent wiederholt hervor."

Dann kann von Lama seine eigenen antisemitischen Ressentiments kaum verhüllen, wenn er auch die nachfolgende Formulierung verwendet:
Zitat

„Die "Ernsten Bibelforscher" und Mister Binkele (jidisch Pinkeles, amerikanisch Bainggele), Bürger der Vereinigten Staaten, waren durch das jüdische Advokatenbüro Dr. Liebermann in Zürich vertreten, in dessen Auftrag der ehemals polnische Jude Dr. Adam Reichstein den Prozeß führte."

Als wenn denn die Frage wirklich relevant wäre, welcher Religion denn die engagierten Rechtsanwälte zugehörig sind.
Seine Formulierung
Zitat

„polnische Jude Dr. Adam Reichstein den Prozeß führte"
erfüllt schon mal den Tatbestand der unsachlichen Schmähkritik seitens des von Lama.
Über den Anwalt des Dr. Fehrmann und dessen agieren, meinte von Lama ausführen zu sollen:
Zitat

„Nationalrat Duft, der Vertreter Dr. Fehrmann's, legte die Ziele und Wege der "Ernsten Bibelforscher" dar und deckte ihre Verbindungen auf, nämlich den engen Zusammenhang zwischen den "Ernsten Bibelforschern" und den Juden.
Dieser gehe hervor aus der Schrift Rutherford's: "Millionen jetzt Lebender werden nie sterben", welche eine Verherrlichung des Judentums, namentlich des Zionismus und seines Vaters Herzl's ist und die, da es sich um eine Schrift der "Ernsten Bibelforscher" handelt, zwingend auf die intime Verbindung mit dem internationalen Judentum schließen läßt. Überdies erklärten die "Ernsten Bibelforscher" anfangs, daß sie für jeden Dollar, der nachgewiesen werden könne, daß er jüdisches Geld sei, 1000 Dollar geben werden; dann schränkten sie ihr Angebot ein, indem sie 1000 Dollar demjenigen versprachen, der nachweisen könne, daß jüdisches Geld an die "Ernsten Bibelforscher" gehe, während jetzt im Prozesse selbst der jüdische Anwalt noch weiter zurückging und 1000 Dollar nur mehr versprach, daß eine jüdische Bank den "Ernsten Bibelforschern " Geld zugehen
habe lassen."

Eine Reihe anderer Presseorgane, berichtete mit Variationen in ähnlichem Sinne. Etwa die „Thurgauer Zeitung" (St. Gallen, Schweiz vom 27. 10. 1924); oder Deutschland die „Nationale Rundschau" Bremen vom 6. 11. 1924 und noch weitere. Diese Berichte überschneiden sich inhaltlich weitgehend mit den bereits vorgestellten. Eine wörtliche Zitierung brächte also keinerlei relevanten Erkenntnisgewinn.
Soweit es die gleichfalls tendenziöse Berichterstattung der "Münchner katholischen Kirchenzeitung" anbelangt, wurde auf die schon früher eingegangen.
Siehe dazu:

Mysnip.113818
Gleichwohl ist einzuräumen, dass die "Münchner katholische Kirchenzeitung" zusätzliche Aspekte, relevanter Art mit ansprach, welche andernorts so nicht dargestellt sind. Insoweit besitzen die Berichte der MKZ zum Thema, durchaus einen hohen Quellenwert.

Im Jahre 1933 ragte dann besonders die auf der Berlin-Wilmersdorfer WTG-Veranstaltung von der WTG publizierte „Erklärung" hervor, mit den dann später vom vormaligen WTG-Funktionär Wrobel wegzensierten Sätzen:
Zitat

„Man möchte uns gestatten hier darauf aufmerksam zu machen, daß in Amerika, wo unsere Bücher geschrieben wurden, Katholiken als auch Juden sich miteinander verbunden haben in der Beschimpfung der nationalen Regierung in Deutschland und in dem Versuch, Deutschland zu boykottieren wegen der von der nationalsozialistischen Partei verkündigten Grundsätze."

Auch wenn Zensor Wrobel an diese Sätze nicht mehr so gerne erinnert werden möchte, ändert das ja nichts an dem Umstand, dass sie in den zeitgenössisch verbreiteten und auch bei Hesse/Harder in ihrer Publikation dokumentierten Textvarianten, enthalten waren.
Es gäbe zu jener „Erklärung" nebst Begleitschreiben unter anderem an Hitler, sicherlich noch
weiteres anzumerken, was aber früher bereits vielfältig geschehen ist.

Weitaus im Windschatten dagegen steht ein ebenfalls „Erklärung" überschriebener WTG-Text gleichfalls aus dem Jahre 1933.
Unter Zugrundelegung eines Exemplares selbiger, heute im Stadtarchiv Nürnberg vorfindlich, zeitgenössisch zur Kollektion des „Stürmer"-Archives gehörend, sei die auch einmal erwähnt.
Einleitend postuliert jener Text:
Zitat

„Christen ... die sich auf einem Kongress in Wien und Bern versammelt haben, geben hiermit freudig die Erklärung ab
Feinde der Wahrheit haben falsche, verletzende und verleumderische Anklagen über uns ausgestreut."

Dann verwahrt man sich gegen eine Unterstellung man würde mit Kommunisten und Sozialisten zusammenarbeiten.
Auch in Österreich und der Schweiz, war solch eine These - ohne Zweifel - Rufschädigend.
Zwar folgten beide Länder zu der Zeit nicht dem nazistischen Zeugen Jehovas-Verbot. Allzuweit entfernt indes, waren sie sicherlich nicht, wie namentlich die Geschichte in Österreich noch zeigen sollte.
Dann gibt es in jener „Erklärung" auch noch den sicherlich nicht unerwarteten Satz:
Zitat

„Es ist auch von unseren Feinden fälschlich behauptet worden, wir würden in unserer Tätigkeit von den Juden finanziell unterstützt. Dies ist absolut unwahr, bis zur gegenwärtigen Stunde."

Just dieses Argumentationselement gab es ja so in der Berlin-Wilmersdorfer „Erklärung" nicht. Indem es jedoch besagte „Erklärung für Österreich/Schweiz ausdrücklich wiederholt, offenbart sich die Langzeitwirkung dieser These.
Aber auch das muss gesagt werden. Rutherford hatte ja inzwischen, besonders in seinen Büchern „Rechtfertigung", die vormalige Zionismusbegünstigung gekippt, welche noch in den Büchern „Die nahe Wiederherstellung Israels" (Russell) oder „Trost für die Juden" (Rutherford) Triumphe gefeiert hatte. Jetzt war auch die WTG-These, im Chor der religiösen Antisemiten mitzuheulen.
Das liest sich in besagter „Erklärung" dann so:
Zitat

„Die Juden dagegen verwerfen Jesus Christus völlig und leugnen hartnäckig, dass er der Erlöser der Menschen sei, der von Gott zum Nutzen des Menschen gesandt wurde. Schon allein diese Tatsache sollte genügender Beweis dafür sein, dass wir von den Juden nicht unterstützt werden und dass die Anschuldigungen gegen uns in böser Absicht vorgebracht worden und falsch sind."

Jene „Erklärung" endet dann mit den Sätzen:
Zitat

„Es wird hierdurch beschlossen, je ein Exemplar dieser Erklärung den hohen Regierungsbeamten zu überreichen und dieselbe allgemein zu verbreiten, damit der Name Jehovas, des höchsten Herrschers im Universum, weiter bekannt gemacht werde."

Danach wird dann noch für die Rutherford-Broschüre "Zuflucht zum Königreich" Reklame gemacht, dies sei „der Titel von Richter Rutherfords neuester Broschüre". Und als Impressumsangabe gibt es dann den Satz:
Zitat

„Für Österreich verantwortlicher Herausgeber;
Walter Voigt, Wien 7, Halbgasse 26"



Siehe zum Thema auch

19242Lama

von Drahbeck - am 20.11.2014 00:22

Thüringen

Im Zeitspiegel

Das Bundesland Thüringen, äußerst knappe politische Konstellationen aufweisend, dabei nach bisherigem Stand der Dinge, eine weitere Besonderheit aufweisend.
Man kennt ja sonderbare Konstellationen schon vom Fall des Herrn B.
Von der PdS/Linke gekauft, hielt diese Männerfreundschaft nur solange, wie eine Fortsetzung jener Konstellation gewährleistet erschien.
Als sich letzteres als nicht realisiert herausstellte, war dann postwendend auch „Schluss mit lustig".
Das ganze betraf regional den Bereich Sachsen, also nicht Thüringen.
Indes auch Thüringen hat ein Novum zu bieten.

Da erschien im Jahre 2006 beispielhaft ein Buch mit dem Titel:
„Gläubig und Genosse : Gespräche mit Bodo Ramelow"
Ohne selbiges nun selbst gelesen zu haben, unterstelle ich mal, jener gläubiger Herr ist der Kategorie „Kulturchrist" zuortbar. Jener Typus dessen Evangelium lautet. „Gott ist ein guter Mann, und das war es dann auch schon".
Zur Unterstreichung seiner „Gäubigkeit" diente dann wohl auch seine Mitgliedschaft in einer Partei, in welcher Herr B. es allerdings nur auf eine zeitlich befristete „Gastrolle" brachte.
Eher ungewöhnlich, das er zudem eigentlich von der Herkunft auch eine westdeutsche Biographie hat, was bekanntermaßen auch für den anderen genannten Herrn gilt.
Zusätzlich in der genannten politischen Minoritätslage, mag man es nachvollziehen können, das nicht all und jeder über die sich anbahnende weitere Entwicklung erfreut ist.
Ein solcher Kritiker prägte den prägnanten Satz:
„"Wenn die Thüringer den Politikwechsel gewollt hätten, dann hätten sie ganz klar Rot-Rot gewählt.".
Genau das aber sei nicht der Fall.
Über letzteren Kritiker vernimmt man weiter, er sei als Unternehmer in Weimar, zugleich Landesvorsitzender der Thüringer Mittelstandsvereinigung der CDU.
Auch ansonsten war jener Unternehmer schon verschiedentlich Wahlkampffördern für genannte Partei aktiv.
Was da jener Unternehmer so weiter über sich berichtet, ist nicht gerade angetan, ihn meinerseits mit einer „Vorschußlorbeere" zu versehen. Da ist dann (zumindest für mich, der Herr Ramelow noch das kleinere Übel).
Besagter Unternehmer berichtet über sich auch, als Ostbürger, absolvierte er just im Jahre 1989 den dortigen Wehrdienst.
Neben einigen weiteren Divergenzen, zitiert er aus seinen Erinnerungen, dass man in dieser Zeit (wohl seitens der Ost-Stasi im Hintergrund) an ihn das Ansinnen gerichtet habe er solle sich von seiner Schwester lossagen sollen, die Zeugin Jehova ist - bis heute. Seiner Laufbahn sei das nicht förderlich gewesen - in der DDR. "Ich bin in der DDR groß geworden und ich habe mich nicht losgesagt von meiner Schwester", sagt er..
Wenn jener Unternehmer also zu Ostzeiten noch keine weiteres Karriere machen konnte, dann spielt wohl auch sein Alter im Jahre 1989 da eine Rolle mit. Wie man sieht, konnte er dann unter den nachfolgenden Konstellationen, diese Karriere noch nachholen.
Ich halte es allerdings für sehr unwahrscheinlich, das besagte Schwester des Unternehmers, nun auch der CDU beigetreten wäre.
Da wird also ein Biograpieteil des Unternehmers, über Gebühr heraus
gestellt, und ihm eine „Bedeutung" gegeben, die es wohl nicht hat.

www.tlz.de/web/zgt/politik/detail/-/specific/Weimarer-Unternehmer-ruft-zur-Demo-gegen-Rot-Rot-Gruen-auf-1529919204

von Drahbeck - am 24.11.2014 09:01

Verbot der „Freireligiösen"

Im Zeitspiegel
In ihrer Ausgabe vom 27. 11. 1934 bringt die „Freiburger Zeitung" die Meldung über eine Verbotsverfügung des „Bundes Freireligiöser Gemeinden".
Wie üblich als Standardtext die Reichtstagsbrandverordnung nutzend, die ja auch für diverse andere Verbotsverfügungen des Naziregimes, als Gummiband herhalten muss.
Angeblich hätten sich bei den „Freireligiösen" nunmehr viele vorherige Kommunisten versammelt.
Von besonderem Zynismus indes trieft ein Nachsatz zu dieser Verbotsmitteilung. Das ganze wird dann gar noch als „Schutzmaßnahme für das Christentum" verkauft.

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=02&day=27b&year=1934&month=11&project=3&anzahl=10

von Drahbeck - am 27.11.2014 06:47

Eher zufällig notiert

(keine gezielte Recherche) die Todesmeldung der Ehefrau des Günther Pape (Autor der Westausgabe des Buches „Ich war Zeuge Jehovas")
im Oktober 2014

http://www.klaus-dieter.pape-hn.de/

Zeitgleich hat damit ihr Sohn Klaus-Dieter Pape, derzeit zumindest, seine Webseite zu einer „Ein-Thema-Seite" umgestaltet.
Notiz des Google-Textes:

Christa Pape. geb. 19. Februar 1929. gest. 13. Oktober 2014.

von Drahbeck - am 05.12.2014 12:14

Bekämpfung des Wahrsagerunwesens

Im Zeitspiegel
Eine Meldung der „Freiburger Zeitung" vom 6. 12. 1934, kündet über eine Anordnung zwecks Bekämpfung des „Wahrsagerunwesens".
Nun sind damit sicherlich nicht die Zeugen Jehovas, in vorderster Linie gemeint gewesen.
Indes so kann man es auch sehen:
Allzuweit entfernt vom Wahrsagerunwesen sind sie sicherlich nicht.

Die gleiche Zeitungs-Ausgabe bringt „passend angeordnet", auf derselben Seite auch noch eine Meldung, die davon kündet, der Geschäftsbetrieb der „Heilsarmee" erfährt auch Einschränkungen.


http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=06&day=06b&year=1934&month=12&project=3&anzahl=16

von Drahbeck - am 06.12.2014 01:56

Tanzbär

Tanzbär
(mit dem Ring durch die Nase geführt).
Kommentar zu einer Fernsehsendung von „Pro Sieben" (Galileo)

https://www.youtube.com/watch?v=72Rxsat1ZlY

von Drahbeck - am 08.12.2014 06:42
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