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Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
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vor 3 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 9 Monaten
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Drahbeck, sebe

Königreichsdienst 1965

Startbeitrag von Drahbeck am 08.01.2015 23:47

Drückerkolnnen erblaßen vor Neid!
Wenn man denkt, der Egoismus der WTG sei nicht meht steigerungsfähg belehrt die „Königreichsdienst"-Ausgabe für Januar 1965 wieder mal eines anderen. Dort kann man unter anderem die entblödenden Sätze lesen:
Zitat

„Zwei Kinder konnten in (in einem fremdsprachigen Gebiet innerhalb Deutschlands) in einer Stunde 25 Zeitschriften und eine Neue-Welt-Übersetzung in einem solchen Gebiet abgeben obwohl sie das Zeitschriftenzeugnis auswendig lernen mußten, da sie die Sprache nicht beherrschten."

Das stelle man sich mal bildlich vor, wie da von den Kindern der betreffende fremdsprachige Text heruntergerattert wurde. Da dürfte wohl das erzielte Resultat eher der Motivation, des Mitleides, mit den so mißbrauchten Kindern entsprechen.
Dieselbe KD-Ausgabe tönt weiter:
Zitat

„Wenn ihr das Wachtturm-Abonnement anbietet und es wird euch entgegnet: 'Ich habe schon so viele Zeitschriften', habt ihr dann das Empfinden, daß das Gespräch beendigt sei? Das braucht nicht unbedingt der Fall zu sein."

Und dann folgen die Taschenspielertricks aus der Vertreterbranche, wie man einen unwilligen Kunden durch „Besoffenreden" doch noch gefügig macht.
Noch ein Highlight aus dieser KD-Ausgabe:
Zitat

„Wenn die interessierte Person nicht in der Lage ist, einen Geldbetrag für das Abonnement zu geben, dann seid bemüht, einen Tausch mit etwas von gleichem Wert anzuregen. Viele Leute sind oft viel eher bereit, einen Tauschwert zu geben in Form von
Naturalien oder Waren, anstatt Geld. Sie müssen aber wissen, daß wir zum Tauschen bereit sind".

Erfahrungen derart gibt es in der Tat auch andernorts in der WTG-Geschichte. Etwa wenn William Schnell über die USA zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise berichtet.
Dort wurde die WTG-Literatur den Leuten im Tausch gegen alte Autokühler und Batterien aufgeschwatzt.
Offenbar schwebte der WTG vor, solches sei vielleicht auch in Deutschland praktikabel!

Zu den von der WTG offerierten Vertretertricks gehört dann weiter die Belehrung:
Zitat

„Wenn ihr es vorzieht, nur das 'Wachtturm'-Abonnement anzubieten, dann könnt ihr das tun, doch sollte berücksichtigt werden daß ein Doppel-Abonnement (zugleich mit 'Erwachet!') in vielen Fällen genauso leicht abzuschließen ist wie nur eines."

Der zu dieser Zeit obligaten WTG-Forderung einer 20% Mehrung begegnet man in dieser Ausgabe, übrigens erneut.
Jeder stellt sich die ihm gemäßen Armutszeugnisse aus wäre dazu nur noch kommentierend anzumerken. Sonstige Drückerkolonnen können angesichts solcher WTG-Praktiken wohl nur noch vor Neid erblassen.

Antworten:

„Heim und Welt" und Co

Königreichsdienst 1965
Ohne beispielhaft die seinerzeitige Postille „Heim und Welt" direkt beim Namen zu nennen, an die dabei wohl mit als erstes zu denken ist, widmet sich der „Königreichsdienst", Ausgabe März 1965, Rubrik „Fragekasten" auch dieser Anfrage:
Zitat

„Was sagt die Gesellschaft zu den Bemühungen einiger Verkündiger, durch Inserate in verschiedenen Zeitungen einen Zeugen Jehovas als Lebenspartner zu finden?"

Ein deutliches „Donnerwetter" zu diesen Tendenzen wird zwar vermieden. Andererseits wird aber ein gewisses WTG-seitiges Unbehagen diesbezüglich nicht verschwiegen.
Man kann es auch so zusammenfassen. Der Versuch „Wasser nach beiden Seiten zu tragen".
Und dieweil ein „Anathema" ausblieb, kann man ja im heutigen Internet-Zeitalter auch kommerzielle Angebote, zugeschnitten auf die Zeugen Jehovas bewundern, deren Macher vor allem und zuerst, ihre eigenen finanziellen Interessen bei dem Thema im Auge haben.

Auch in dieser KD-Ausgabe begegnet man wieder der astronomischen WTG-Forderung einer 20% Zunahme. Und wie sah die Realität aus. Die lässt sich beispielhaft am in dieser Ausgabe erwähnten Dezember-Bericht ablesen, der zwar für Westdeutschland eine Zunahme von 3,5% gegenüber dem Vorjahr konstatiert. Indes bleibt die Frage offen, wieso man dann unbedingt auf den ominösen 20 % weiter herumreitet.
Weiter wird mitgeteilt:
Zitat

„In den Versammlungen lagern noch ungefähr 18 000 Exemplare des Buches „Gott bleibt wahrhaftig".

Die sollen nun offenbar in einer Gewaltaktion, auch noch in klingende Münze umgesetzt werden.

An weiteren Aufputschelementen ist in dieser KD-Ausgabe auch kein Mangel, etwa indem den deutschen Zeugen Jehovas erneut unter die Nase gerieben wird.
In Afrika müssten teilweise dortige Zeugen Jehovas:
Zitat

„so weit zu Fuß gehen müssen, daß sie bis zu zwei Wochen dazu brauchen, ehe sie zur nächsten Eisenbahnstation gelangen, um dann von dort aus, die Reise zu einem Kongreß anzutreten. Für die Reisekosten wird oft der Verdienst eines Jahres benötigt."

Solche Aufopferung hätte die WTG auch gerne von ihren deutschen Betörten.

von Drahbeck - am 10.02.2015 00:45

Vergatterung

Ein Herr Abrahamson pflegte im Dezember 1964 (laut Angabe im „Königreichsdienst" Ausgabe Februar 1965) als von der USA WTG ausgesandter Vergatterungsfunktionär (alias „Zonendiener") auch der damaligen Wiesbadener WTG-Zentrale einen Besuch abzustatten.
Der KD tönt dazu:
Zitat

„Er weilte eine Woche in unserer Mitte und war uns behilflich, unsere Arbeit zu verbessern und nach den Anweisungen der Gesellschaft auszurichten."

Ihm wollte es nun der deutsche WTG-Fürst Franke gleichtun, daher teilte die „Königreichsdienst"-Ausgabe März 1965 mit:
Zitat

„Um den Brüdern besser beizustehen, Probleme und Schwierigkeiten zu überwinden, hatte Bruder Franke eine Besprechung mit sämtlichen Kreis-und Bezirksdienern in der Zeit vom 16. bis 26 Januar I960."

Weiter im KD-Text:
Zitat

„So gingen in der letzten Zeit eine ganze Reihe von Berichten ein, die uns veranlaßten, eine Zusammenkunft mit allen Kreis- und Bezirksdienern durchzuführen. Der Zweigdiener und einige weitere Brüder des Zweigbüros unternahmen deshalb eine Reise durch ganz Deutschland, um an den verschiedenen Orten mit den Kreis- und Bezirksdienern zusammenzukommen. ...
In München und Hamburg wurde die Gelegenheit wahrgenommen, eine Zusammenkunft mit allen Aufsehern, Dienern und Studienleitern durchzuführen. Bei dieser Zusammenkunft waren in München 330 und in Hamburg 197 Diener zugegen."

Ferner standen unter anderem Nürnberg, Stuttgart, Frankfurt, Bremen. Hannover und Dortmund auf dem Programm.
Was den Herr Franke da zu seiner Sightseeing-Tour veranlaßte, formuliert der KD auch so:
Zitat

„So deutlich wie noch nie ging aus diesen Besprechungen hervor, welch gewaltigen Angriff Satan der Teufel auf die Neue-Welt-Gesellschaft unternimmt."

Diese Angriffe sähen also so aus:
Zitat

„Weil sich auch eine ganze Anzahl von Verkündigern durch Dinge wie z. B. zu viel Arbeit, familiäre Probleme, übermäßiges Fernsehen usw. ablenken ließen"
sich weiter per Vollkraft für die WTG verauszugaben,. Um diesen „mißlichen" Zustand möglichst zu kompensieren, musste also selbst WTG-Fürst Franke, mal die heimatlichen Wiesbadener Gefilde für einige Zeit verlassen.
Ob die Franke'sche Vergatterungsvorträge denn ihr Ziel auch erreichten, läßt der KD allerdings unbeantwortet.
Eine „Schwachstelle" die da der Herr Franke wohl auch ausmachte, war wohl die „Heimbibelstudien" dauern ihm zu lange.
Zitat

„Es werden verhältnismäßig viele unproduktive Heimbibelstudien durchgeführt."

Wenn sie nach einem Jahr Dauer immer noch nicht mit dem Ergebnis, Taufe des Betörten endeten, dann ist das in Franke's Sicht eben zu lange.
Daher „empfiehlt" der KD, zu solchen „Dauer-Heimbibelstudien" sollte auch mal „reife" Verkündiger mitgenommen und bei dem „Interessierten" eingeführt werden.
Den Part des letzteren beschreibt der KD dann so:
Erst werden ein paar leichte Allerweltsfragen gestellt, wo vorauszusehen ist, der „Interessierte" gibt auch die erwarteten Antworten. Das bildet dann den Einstieg, um in der Folge dann dem „Interessierten" eine Überdosis von vergiftetem Lob um die Backen zu schmieren. Damit hat der Vorgang allerdings noch nicht seinen Abschluss gefunden. Es soll dann wie folgt weiter gehen:
Zitat

„Dann stellt er die Frage, was mit einem gläubigen und ehrlichen Menschen der wohl an Jehova glaubt, aber noch mit der falschen Religion verbunden ist - in
Harmagedon geschehen wird. Der Interessierte sagt, daß er wahrscheinlich auch errettet werde, wenn er absichtlich nichts Böses tue und seine Sünden bereue und an Jehova glaube. Der Aufseher erklärt (aber) die Kollektivschuld Babylons."

Ergo das klassische Zuckerbrot- und Peitschespiel setzt ein. Unter Beachtung der individuellen Umstände, und dem „Fingerspitzengefühl" der Akteure, wie weit sie denn gehen können, ist nunmehr für den „Dauerinteressierten" vorzugsweise die „Peitschen-Phase" angesagt, bis man das Opfer soweit willenlos gemacht hat, das es alles tut was von ihm erwartet wird.

von Drahbeck - am 27.03.2015 23:40

Pantominentheater

Königreichsdienst 1965
Demonstration
Ein "Trepppenterier" soll seinen Teil zur Anfeuerung anderer beitragen, auf das sie denselben Lemminge-Status der "Führer befiehl wir folgen dir" erreichen mögen.
Dazu haben sich die Verfasser des "Königreichsdienstes", Ausgabe April 1965 auch das Element "Pantominentheater" ausgeguckt. In ihrer Lesart soll das dann etwa so ablaufen.
Zitat

"Es wird gezeigt, wie der Verkündiger der Versammlung ein Heimbibelstudium mit ihm begann. Es wird die Person die das Studium mit ihm durchführte, genannt, und während der Besprechung wird gesagt: „Wir wollen zurückblenden und beobachten, wie sich damals der Verkündiger auf die Bibelstudientätigkeit vorbereitete." Der Verkündiger sollte am Tisch sitzen und seine Vorbereitungen treffen, bevor er zum Studium geht. Bei der Vorbereitung geht er die Literatur durch und notiert sich Hauptgedanken aus der Broschüre „Diese gute Botschaft vom Königreich'", durch die er glaubt, Interesse zu wecken. Dies wird in Pantomime gezeigt, während der Bibelstudiendiener die erläuternden Worte spricht. Es wird beobachtet, wie er die Zeugnistasche überprüft, um sicher zu sein, ob er alles, was er benötigt, bei sich hat, z.B. Bibel, Broschüre usw. Er schaut auf die Anschrift und auf die sonstigen Informationen, die auf dem Haus-zu-Haus-Notizzettel sind. Er entwirft einen Plan, wohin er gehen will. Der Bibelstudiendiener sagt:
„Wenn alle Vorbereitungen getroffen worden sind, spricht er ein Gebet, aber es wird nicht demonstriert." Es wird hervorgehoben, wie Vorbereitung und Gebet Vertrauen und Begeisterung vermitteln. Die Pantomime endet damit, daß der Verkündiger in den Felddienst geht."

Auch bei diesem Beispiel werden andere Zweige der Drückerkolonnen-Industrie wohl nur mit einem Gefühl zu kämpfen haben, dem Gefühl des vor Neid erblassens!
Wahrhaftig hätte die WTG einen Orden verdient. Und zwar den:
Weltmeister der Drücker und Aufschwatzer von Dingen, die man nicht bestellt, einem aber doch (für die Drücker erfolgreich) aufgeschwatzt werden!

von Drahbeck - am 09.04.2015 12:40

Antreiber-Events

Königreichsdienst 1965
Also jubelt die „Königreichsdienst"-Ausgabe für Mai 1965, im Hinblick auf vorangegangene Aufpeitsch-Ansprachen für den Ferien-Pionierdienst:
Zitat

„Verkündiger, die oft unter sehr schwierigen familiären oder gesundheitlichen Verhältnissen leben, haben freudig auf diese Weise ihre Dienstvorrechte erweitert. Schwestern, die fünf oder sechs oder noch mehr Kinder zu versorgen haben, haben ihre Ferienpionier-Bewerbung abgegeben."

In Vorbereitung des Besuches von Kongresses weis man zu belehren, dass eine Familie, die mit dem Auto anreist.
Zitat

„Die Mutter, die in der Cafeteria arbeitet, will sich rechtzeitig einen Gesundheitspaß besorgen. Da sie mit dem Wagen fahren wollen, besprechen sie, welche Möglichkeiten sie haben, unterwegs Gelegenheitszeugnisse zu geben."

Na dann hoffen wir mal, angesichts solcher Fahrtunterbrechungen, dass dann ihre Aufmerksamkeit für den eigentlichen Fahrtvorgang nicht gar zu arg leidet. Es könnte tragische Folgen haben.
Weiter meint man belehren zu sollen:
Zitat

„Wenn die Kinder (während der Schulferien) durch den Schulunterricht weniger beansprucht werden, sollte sich die theokratische Ausbildung mehren."

Dazu hat man dann gleich mal ein passendes Veranschaulichungsbeispiel parat und zwar dieses:
Zitat

„Kinder erreichen gute Ergebnisse im Zeitschriftendienst, wenn sie die notwendige Anleitung erhalten und im Dienst allein arbeiten. Während in der Versammlung Zwiesel die Verkündiger je Stunde eine Zeitschrift abgeben konnten, war es einigen Kindern möglich, durchschnittlich 6 Zeitschriften abzugeben."

Denn so belehrt der KD weiter:
Zitat

„Allgemein sind die Menschen weniger mißtrauisch eingestellt, wenn man mit einem Kind an die Tür kommt."

Also auch das wird WTG-seitig zur gezielten Verkaufsförderung eingesetzt.

von Drahbeck - am 18.05.2015 01:39

Re: Antreiber-Events

Auch das ist Kindesmissbrauch!

von sebe - am 18.05.2015 11:59
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