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Informationen zum Thema:
Forum:
Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
Beiträge im Thema:
21
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren
Beteiligte Autoren:
Gerd B., . +, X ~ mysnip, Alphabetus

Re: Thema: "Regina" und verwandtes

Startbeitrag von . + am 02.06.2008 05:23

Hallo Gerd,

wie stellst Du Dir ein Kompendium vor?

Die Beiträge sind auf Manfreds Seite zugänglich.
Auch verwende ich meine Internetseite als thematische Zusammenfassung.

http://blog.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.ListAll&friendID=160443710

("Speise zur Rechten Zeit" ist dort unter "älter" auf Seite 2).

Das einzige was ich mir vorstellen könnte wäre speziell „Speise zur rechten Zeit“ also die Sklavenwahl von 1919 auf Infolink zu posten.
Die Artikel „Jesus sucht den Supersklaven“ waren noch aus meiner Zeit bevor ich mich bei Infolink anmeldete.

Das neue Forum von Ricarda wäre dafür auch Interessant.

Zu welchem prüfen und sichten würdest Du mich „erweichen“ wollen?

„Herr, ich bin bereit, mit dir sowohl ins Gefängnis als auch in den Tod zu gehen.“
(Lukas 22:31-33)

Antworten:

Re: Thema: "Regina" und verwandtes

Danke für den Link + !

Wusste bis vor 5 Minuten nicht, dass man in einem geordneten Haushalt alles wieder findet, wenn, ja wenn man w e i ß wo die Sachen sind.

Diese Zuschrift kam einmal von Regina,auf welchen Link in den Links hättest du ihr hingewiesen?

Zitat

Jetzt wird es aber wirklich Zeit, daß hier mal jemand Stellung für Jehova und seine Organisation nimmt. Gibt es denn hier nur Kritiker?

Jehovas sichtbare Organisation ist doch leicht zu erkennen und von anderen Religionen zu unterscheiden.

1. Sie preist Jehova den allein wahren Gott und verherrlicht seinen Namen. Mat. 4/10, Joh. 17/3

2. Sie erkennt völlig die wichtige Rolle, die Jesus Christus im Vorsatz Jehovas spielt- als der Rechtfertiger der Souveränität Jehovas, als Hauptvermittler des Lebens, als Haupt der Christenversammlung, als herrschender messianischer König. Offb. 19/11-13, 12/10, Apg. 5/31, Eph 1/22,23

3. Sie richtet sich streng nach Gottes inspiriertem Wort aus und gründet all ihre Lehren und Verhaltensregeln auf die Bibel. 2.Tim. 3/16,17.

4. Sie hält sich von der Welt getrennt Jak. 1/27, 4/4

5. Sie achtet darauf, daß sich ihre Angehörigen an einen hohen Maßstab sittlicher Reinheit halten, weil Jehova selbst heilig ist. 1. Petr. 1/15,16 1. Kor. 5/9-13.

6. Ihr Hauptbestreben gilt der Durchführung des in der Bibel für unsere Tage vorhergesagten Werkes, nämlich der Verkündigung der guten Botschaft von Gottes Königreich zu einem Zeugnis in der ganzen Welt. Mat 24/14.

7. Trotz menschlicher Unvollkommenheit, entwickeln ihre Glieder die Früchte des Geistes Gottes- Liebe, Freude, Frieden, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Glauben, Milde, Selbstbeherrschung- und das in einem Außmaß, durch das sie sich von der Welt im allgemeinen unterscheiden Gal 5/22, 23, Joh. 13/35


Kehren wir nun zurück ins geistige Paradies und zu Regina?

von Gerd B. - am 02.06.2008 07:21

Re: Thema: "Regina" und verwandtes

Hallo Gerd,

kennst Du Cantaloupe-melone?
Sehr gewöhnungsbedürftiger Geschmack.
Gesetzt den Fall das das mir vorliegende Objekt frisch ist schmeckt es wie UHU.
Ja – ich meine den aus der gelben Tube und nicht das Federvieh vom Grill.
Die Melone schmeckt wie farbloser Zellulosekleber.

Aber zurück zu Regina und dem Kompendium.

Als wir uns um die Jahrtausendwende kennen lernten war es durchaus außergewöhnlich wenn jemand privat einen PC besaß und auch damit ins Internet konnte.
Für Zeugen Jehovas war Internet so weit weg wie das erklimmen der Eiger-Nordwand.

Das ist heute anders.
Heute hat jeder einen PC, Internet und die meisten wohl auch DSL.
Wie ich gehört habe soll es sogar in Wien schon DSL geben...
;-)
Nein im Ernst.

Heute könnte jeder Zeuge des Unsinns an jede relevante Information kommen.
Der Effekt ist aber das die Zeugen des Wachtturms die Informationen nicht sehen wollen.
Sie nehmen es schlicht zur Kenntnis das sie eine falsche Religion sind wie jede andere – zucken mit den Schultern – und gehen zur Tagesordnung über.

Einer Tagesordnung die sich www.Jehovas-sichtbare-Organisation-ist-doch-leicht-zu-erkennen-und-von-anderen-Religionen-zu-unterscheiden.de nennt.

1.) Kennst Du die Piemontkirsche?
Na klar wirst Du sagen.
Mon Chéri und so weiter... .
Falsch.
Die sog. Piemontkirsche existiert gar nicht als eigene Sorte - die Kirschen in Mon Chéri stammen aus ganz Europa.

2.) Tic-Tac sorgt laut Werbung mittels "Carmagnolaminze" für frischen Atem.
"Mit was?" fragen Botaniker zurecht –
"Carmagnolaminze" gibts nämlich nur in der Werbung.
Carmgnola hingegen ist eine Stadt bei Turin – ohne Minzanbau...

3.) Wenn beim Kreuzworträtsel irgend ein Berg oder eine Bohne oder sonst was gesucht wird - versuchs bloß nicht mit "Cabua-Kakaobohne"!
Denn auch diese Bohne (Du ahnst es wahrscheinlich schon...), die angeblich im Dany Plus Sahnepudding von Danone enthalten sein soll, gibt es nicht.

4.) Eine weniger spektakuläre Erkenntnis ist, daß es weder "Villariba" noch "Villabacho" gibt (währst Du wahrscheinlich nie von allein drauf gekommen, oder?).
Die bekannten Dörfer aus der Waschmittel Fairy Ultra-Werbung heißen übersetzt schlicht Ober- und Unterstadt.

5.) Oder die "byzantischen Königsnüsse" (ein Schelm, der hier böses denkt!) aus der Ferrero Rocher-Werbung, die angeblich den besonderen Geschmack ausmachen.
Von dieser Sorte hat noch nie ein Nuß-Imperteur gehört.

Aktimel weckt Abwehrkräfte und Jehovas Zeugen sind die wahre Religion.
Jetzt nimm der Armen Frau doch nicht ihre Illusion.

Ich soll auf ihre sieben Punkte antworten?

Richte Ihr von mir schöne Grüße aus, Gratuliere ihr zu ihrer guten Wahl und empfehle ihr doch gleich die 50/70 Stunden Großpackung.
Dann bekommt sie im Paradies aus der Wachtturm-Baukomitee-Kantine die 20% größere Speck-Kartoffelbrei-Ration gratis!

Unser Klientel sind nicht die „Stellung für Jehova“ Bezieher.
Unser Klientel sind die Menschen die sich von einer Sekte trennen wollen.

Wir liefern denen, die Gründe suchen sich von einer Sekte zu trennen, Fakten.

Für die meisten dort reicht vollkommen der Straßendiensteffekt.
Also Menschen die für die Aussage an sich gerade stehen.

Viele wollen oder können gar nicht in die Materie einsteigen um der Frage wirklich auf den Grund zu gehen.
Und wenn Du ehrlich bist haben diese dabei auch nicht viel verpasst.

Unser Klientel sind auch Menschen die erstmals mit den Zeugen des Schwachsinns in Verbindung kommen und sich Informieren wollen.
Ob man jedoch jemanden der erst einmal von der Droge-Sekten-Religion genascht hat so wieder von der Nadel weg bekommt?

In welches Forum hat sich denn die Regina verlaufen?

Aber um das Ganze nicht im Klamauk versinken zu lassen, hätte ich einen Vorschlag.
Wenn Regina die Frage ernst gemeint hat antworte ich Ihr gerne.

Wenn Du willst kannst Du sie Fragen und mir dann das Forum nennen.
Sollte es sich um ein Zeugenforum handeln, wäre es zwar das erste das mich länger als 4 Wochen duldet.
Aber wenn sie es wirklich will antworte ich ihr gerne.
Ich würde sie auch nicht nur mit Linksammlungen abspeisen.

Mit lieben Grüßen
+



von . + - am 02.06.2008 13:47

Re: Thema: "Regina" und verwandtes

Das Forum wo Regina die Fragen stellte, wurde durch ein neues ersetzt.

Sie bekam auch Antworten, ich werde diese in einem eigenen Thread abrollen lassen.
Wie sagt Obama im Stakkato: "Change now!"

CU!

von Gerd B. - am 02.06.2008 14:18

Regina bekam von einem Zeugen Jehovas Antworten!

Regina energisch:

>>Jetzt wird es aber wirklich Zeit, daß hier mal jemand Stellung für Jehova und seine Organisation nimmt. Gibt es denn hier nur Kritiker?

Jehovas sichtbare Organisation ist doch leicht zu erkennen und von anderen Religionen zu unterscheiden.

1. Sie preist Jehova den allein wahren Gott und verherrlicht seinen Namen. Mat. 4/10, Joh. 17/3
2. Sie erkennt völlig die wichtige Rolle, die Jesus Christus im Vorsatz Jehovas spielt- als der Rechtfertiger der Souveränität Jehovas, als Hauptvermittler des Lebens, als Haupt der Christenversammlung, als herrschender messianischer König. Offb. 19/11-13, 12/10, Apg. 5/31, Eph 1/22,23
3. Sie richtet sich streng nach Gottes inspiriertem Wort aus und gründet all ihre Lehren und Verhaltensregeln auf die Bibel. 2.Tim. 3/16,17.
4. Sie hält sich von der Welt getrennt Jak. 1/27, 4/4
5. Sie achtet darauf, daß sich ihre Angehörigen an einen hohen Maßstab sittlicher Reinheit halten, weil Jehova selbst heilig ist. 1. Petr. 1/15,16 1. Kor. 5/9-13.
6. Ihr Hauptbestreben gilt der Durchführung des in der Bibel für unsere Tage vorhergesagten Werkes, nämlich der Verkündigung der guten Botschaft von Gottes Königreich zu einem Zeugnis in der ganzen Welt. Mat 24/14.
7. Trotz menschlicher Unvollkommenheit, entwickeln ihre Glieder die Früchte des Geistes Gottes- Liebe, Freude, Frieden, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Glauben, Milde, Selbstbeherrschung- und das in einem Außmaß, durch das sie sich von der Welt im allgemeinen unterscheiden Gal 5/22, 23, Joh. 13/35

von Gerd B. - am 02.06.2008 14:26

Re: Regina bekam von einem Zeugen Jehovas Antworten!

1.Jehova als den allein wahren Gott preisen und seinen Namen verherrlichen

Ein lobenswertes Bestreben! Und worin besteht die Verherrlichung des Namens? Auch die WTG schrieb, daß man nicht schon deshalb den Namen verherrlicht, weil man ihn bei jeder Gelegenheit gebraucht, sondern indem man für das eintritt, wofür der Name steht. Ein ständiger und plapperhafter Gebrauch kann auch sehr leicht zu gedankenlosem Gebrauch oder auch zu Mißbrauch führen. Wohlgemerkt: ich bin durchaus nicht gegen den Gebrauch des Namens Gottes. Den Namen jedoch in einer Ansprache von 50 Minuten über 60 Mal zu gebrauchen, macht den Redner noch nicht automatisch zu einem Lobpreiser Gottes. Ich habe anläßlich eines Bezirkskongresses eine solche Ansprache gehört; kein Wunder, daß bei dieser Häufigkeit keine Zeit mehr war, Christus auch nur zu erwähnen. Ein Außenstehender hätte kaum bemerkt, daß es sich bei dem Redner um einen Christen handeln sollte! Und ich habe derartige Vorträge schon oft gehört; man kann eine Ansprache halten, ohne Christus zu erwähnen – oder nur selten -, bestimmt aber nicht, ohne immer wieder das Wort ‚Jehova‘ zu erwähnen. Ich spreche hier auch nicht von der Aussprache, obwohl wir alle wissen, daß ‚Jehova‘ eine mittelalterliche Konstruktion zwischen dem ‚Tetragrammaton‘ und den Vokalen aus ‚Adonai‘ ist; zwar sagt die WTG, daß nicht ganz sicher sei, ob die Aussprache ‚Jahwe‘ richtig sei - das mag sein -, aber sie weiß, daß die Aussprache ‚Jehova‘ ganz bestimmt falsch ist. Bei den vielen Korrekturen, die sie schon veranlaßt hat, hat sie hier naheliegende Gründe, hier auf eine Änderung zu verzichten.

Was ich in den Zusammenkünften viel seltener höre als ‚Jehova‘ ist das Wort, unter dem uns von Christus erlaubt ist, Gott zu nahen: ‚Vater‘ und ‚Abba‘ (Joh. 1:12). Diesen Namen würde ich gern öfter hören! Die Israeliten der Tage Mose gebrauchten den Namen ‚Jehova‘ (bleiben wir jetzt bei dieser Aussprache), aber er hinderte sie nicht, selbst ein goldenes Kalb unter diesem Namen zu verehren. Oft habe ich den Eindruck, daß viele Brüder ‚Jehova‘ sagen und die Organisation meinen. Sie sprechen von Anweisungen Jehovas, Einladungen Jehovas, Speise Jehovas usw., wo eigentlich von der Organisation die Rede sein müßte. Wenn zum Beispiel der Papst zu einer Pilgerfahrt nach Rom einladen würde mit den Worten, Gott habe die Katholiken dazu eingeladen, dann würden wir dies doch als anmaßend empfinden und sagen: die Kirche hat eingeladen! Aber wie ist das bei uns?

Mißbrauch – auch durch Gedankenlosigkeit und Gewohnheit – ist möglich, ja der Name ‚Jehova‘ wird sogar von Okkultisten mißbraucht; man kann ihn auch wie eine magische Formel, gleichsam als ‚Schutzamulett‘ verbal vor sich her tragen. Auch die von Dir verwendete Formulierung ‚Jehova und seine Organisation‘ ist bei vielen schon zu einer Formel geworden. Man kann sie ständig in Ansprachen hören. Es scheint keinem aufzufallen, daß Christus darin nicht vorkommt; beobachte das einmal in den Zusammenkünften!

Wir sagen auch, daß uns Jehova ‚neues Licht‘ gibt, das heißt, er wird verantwortlich gemacht für das neue Licht, das wir empfangen. Es wird gern dafür das Beispiel angeführt, wie Gott fortschreitend das Geheimnis des Messias offenbarte: Weibessame, Abrahams Same, aus dem Stamm Juda, Davids Sohn usw.; auch der Heilige Geist leitete die Jünger erst nach Pfingsten in das tiefere Verständnis göttlichen Wollens, wie zum Beispiel die Ausdehnung der Botschaft Gottes auf Nichtjuden durch den Glauben an Christus. Aber wenn Gott auf diese Weise ‚neues Licht‘ gab, wurde das frühere Verständnis nie falsch, sondern nur ergänzt; es blieb Wahrheit! Wenn aber durch ‚neues Licht‘ das frühere sich als Irrtum, als falsch erweist, dann war dieses Licht nicht von dem Gott der Wahrheit1Auch dazu zwei Beispiele:

Nachdem zu Zeiten von Russell das Verständnis von Römer 13 über die obrigkeitlichen Gewalten bezüglich ihrer Identität das gleiche war wie heute, kam 1929 eine Änderung, die bis 1962 dauerte. Im Buch der WTG ‚die Wahrheit wird euch frei machen‘ wird dazu auf Seite 313 gesagt:

‚Im Jahre 1929 brach das helle Licht hervor. In jenem Jahre veröffentlichte „Der Wachtturm“ die biblische Erklärung über Römer, Kapitel 13. Er zeigte, daß nicht weltliche Herrscher und Regenten, sondern Jehova Gott und Christus Jesus „die obrigkeitlichen Gewalten“ sind, und daß die christlichen Seelen „Gott mehr gehorchen müssen als Menschen“, sowie daß ‚alle menschliche Einrichtung‘, der sie untertan sein müssen, alle schriftgemäße Einrichtung jener Menschen ist, die unter dem König Christus Jesus in Gottes Organisation als Diener tätig sind‘.

Im Klartext: eigentlich haben Jehovas Diener nur den Vertretern ihrer Organisation zu gehorchen. Im Jahre 1962 wurde diese Erklärung wieder geändert, als ‚neues Licht‘. Doch wer, welcher Geist war für die eindeutig falsche Erklärung von 1929 verantwortlich? Selbst die Vertreter ‚Babylons der Großen‘ hatten hier das ‚hellere Licht‘.

Zweites Beispiel: nach der Lehre der WTG durfte bis 1974 mit Ausgeschlossenen nicht gesprochen werden; dann kam der Wachtturm mit der Abhandlung über das Gleichnis vom verlorenen Sohn, und man durfte Ausgeschlossene jetzt wenigstens menschlich behandeln, mit ihnen sprechen, sie grüßen, auch wenn man ihre Ansichten nicht teilte. Aber seit 1981 ist wieder jeder Kontakt mit ihnen untersagt, und dieses Mal nicht nur mit Ausgeschlossenen, sondern auch mit denen, welche die Gemeinschaft freiwillig verlassen haben. Hat Gott seine Meinung so schnell und so grundsätzlich geändert? Ich habe in der Bibel keine solchen Änderungen finden können, und die emotionalen Schmerzen, die durch solche Anweisungen entstehen – wer hat sie zu verantworten? War irgendwann einmal wieder jemand mit sich selbst zu streng gewesen, wie beim zivilen Ersatzdienst?

Sollten wir Gott die Verantwortung für ‚Irrlicht‘ geben? Manche Brüder versuchen, alles zu entschuldigen mit der Bemerkung: ‚die Brüder sind nicht inspiriert‘; dann sollte man aber Deutungen nicht als von Jehova kommend bezeichnen und sich in seiner Lehrautorität auch nicht so behandeln lassen, als wäre man inspiriert, um nur dann, wenn es nötig ist, auf eine solche Entschuldigung zurückzugreifen!

Fortsetzung folgt

von Gerd B. - am 03.06.2008 05:19

Re: Thema: "Regina" und verwandtes

2.völlige Anerkennung der Rolle, die Jesus Christus im Vorsatz Jehovas spielt

Eine sehr schöne Aussage, wenn mir auch die Formulierung nicht sehr gefällt, nämlich daß Jesus ‚eine Rolle spielt‘. Aber völlige Anerkennung: sehr gut. Ich bemerkte schon daß man den Eindruck haben könnte, daß die Formel ‚Jehova und seine Organisation‘ häufiger und mit mehr Nachdruck erwähnt wird als die Person Christi – von bestimmten Themen abgesehen. Man kann Zusammenkünfte erleben, in denen Christus nur am Ende der Gebete genannt wird. Ich erinnere mich an das Schlußgebet in einer Dienstzusammenkunft, in welchem der Bruder dreimal Jehovas Organisation, zweimal den Kanal Gottes und einmal den treuen und verständigen Sklaven erwähnte; Christus ‚kam nur vor‘ in der Schlußformel ‚in Jesu Namen‘.

Wie sieht ihn die Schrift ‚in seiner Rolle‘? Da fällt die Auswahl der Texte schwer wegen ihrer Fülle!

Joh. 5:23 er soll geehrt werden wie der Vater; wer ihn nicht ehrt, ehrt auch den Vater...nicht, selbst wenn er beständig den Namen Gottes im Mund führen würde
Joh.16:14...Gottes Geist verherrlicht Christus! Und wir? Was tun wir?
1.Petr. 4:16 wir sollen Gott verherrlichen weil wir den Namen ‚Christ‘ tragen

In diesem Zusammenhang möchte ich ein willkürlich gewähltes Beispiel nehmen; Heutiger Tagestext ist entnommen aus Zeph. 2:3. Der Kommentar sagt:

‚Wer dann [in der großen Drangsal] geborgen sein möchte, muß jetzt entschlossen handeln. Was ist zu tun? Er muß, ehe es zu spät ist, Jehova suchen, Gerechtigkeit suchen und Sanftmut suchen‘
Obwohl hier vom Entrinnen, von Rettung gesprochen wird, kommt Jesus nicht vor; aber wo böte es sich mehr an als bei diesem Thema? Völlige Anerkennung der Rolle Jesu? Das war kein ausgesuchter Text, sondern einfach der Text von heute!

Beim letzten Kreiskongreß gab der Kreisaufseher Jugendlichen den Rat – als Mittel gegen Langweile -, doch bei den Vorträgen zu zählen, wie oft der Name ‚Jehova‘ und wie oft der Name ‚Jesus Christus‘ erwähnt würde. Ein sehr guter Rat; man sollte ihn befolgen!

In dem Buch der WTG ‚Die Offenbarung – ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!‘ wird auf Seite 36 in einem herausgehobenen Kasten betont, daß in einem alten Liederbuch der WTG in doppelt so vielen Liedern Jesus gepriesen wurde als Jehova Gott; das heutige Liederbuch enthält jedoch viermal so viele Lieder, in denen Jehova gepriesen wird, als Lieder zum Lobe Jesu Christi. Ich will mich hier nicht zum Statistiker machen; aber wer sich einer solchen Veränderung rühmen kann, der hat wohl nie gelesen: ‚wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihm gesandt hat‘. Vielleicht wird ja in einem künftigen Liederbuch nur noch Jehova gepriesen; spielt dann Jesus unter den Singenden die Rolle in Gottes Vorsatz?

Den Ausdruck ‚Hauptvermittler‘ (Hebr. 12:2 u.a.) für Jesus hat ja Ingrid schon beanstandet [bei "Bechhaus"], und Du hast ihr zugestimmt. Aber wieso dann ‚Hauptvermittler‘? Keine andere Übersetzung gebraucht diesen Ausdruck, denn er erweckt sofort die Frage nach dem oder den Nebenvermittlern. Aber weißt Du nicht, daß nach der Lehre der WTG Jesus überhaupt nicht Dein Mittler ist, falls Du Dich zur ‚großen Volksmenge‘ zählst, da er laut Wachtturm vom 15.08.1989 (ausführliche ‚Leserfrage) nur und ausschließlich der Mittler der 144000 ist. Die ‚anderen Schafe‘, die ja auch nicht ‚wiedergeboren sind (Joh.3:3) und deshalb auch nicht vom Brot und Wein des Gedächtnismahls nehmen dürfen‚ die auch nicht mit dem Heiligen Geist gesalbt sind (Römer 8:9), ziehen Nutzen‘ aus seinem Opfer, sind aber nicht aus Glauben gerechtgesprochen, sondern müssen sich ihre Rechtfertigung erst noch erarbeiten (siehe das Buch ‚Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes'). Ich wünsche Dir sehr, daß Deine Antwort an Ingrid aus dem Herzen kam und nicht nur der Unwissenheit der Lehre der WTG entsprang. Übrigens war zu Zeiten von C.T. Russell die Auffassung der Notwendigkeit eines Mittlers gerade umgekehrt. Dort brauchte die kleine Herde der Heiligen keinen Mittler. Wahrlich erstaunliche Lichtblitze!

Für einen Christen ist Jesus einziger Retter und Erlöser, er ist Herr und Hirte, er ist die Grundlage von allem (1.Kor. 2:2; 1. Kor. 3:11). Vielleicht ist er das ja auch für Dich, und dann danke ich Gott dafür; aber wie steht es mit seiner ‚völligen Anerkennung‘ in der Organisation?

Die Bibel zeigt auch, daß sein Lösegeld zur Versöhnung, Rechtfertigung und Rettung völlig ausreicht; wir können durch eigene Leistung nichts hinzufügen, ja wir würden sogar den Wert seines Opfers mindern (Eph. 2:8; Röm. 3:21-26; 2.Kor. 5:18-21). Wie kommt es aber dann, daß man immer wieder unter Brüdern die Frage hört: tue ich auch genug, um gerettet zu werden?‘ Erkennen sie nicht die ‚Rolle Christi‘ als das von Gott ‚völlig anerkannte‘ Lösegeld für die, welche glauben und ihn als Herrn annehmen? Erkennen sie nicht, daß gute Werke der Erweis, nicht die Bedingung der Rettung sind (Eph. 2:10)? Meinen sie, sich das Leben verdienen zu müssen durch eigene Leistung? Dann ist allerdings das ‚vielleicht‘ aus Zeph. 2:3 angebracht, denn nach Gal. 5:4, Röm. 11:6, Tit.3:5 würden wir ja Gottes unverdiente Güte und Barmherzigkeit gering schätzen.

Als ich einem Ältesten einmal am Ende eines Briefes ‚die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit dir‘ wünschte, schrieb er mir zurück, das sei bei uns nicht üblich; bei uns müßte das heißen ‚die Gnade Jehovas‘. Hat er nie gelesen, wie Paulus und Petrus ihre Briefe, Johannes die Offenbarung abschloß? Wie ist so etwas möglich? Völlige Anerkennung der Rolle Jesu? Ich wünschte es sehr!

Müßte nicht jeder Christ dem ‚vielleicht‘ Zephanias, das für die Juden seiner Zeit durchaus zutreffend war, die Gewißheit gebenden Worte Jesu gegenüberstellen wie z.B. in Joh. 5:24, 6:40+47, 10:9+28-29, 11:25? Eine Schwester sagte einmal zu mir: ‚bist du wieder auf dem Jesus-Trip?‘ Ich hoffe es; ich möchte, bei aller Liebe zu den Brüdern, nie auf einem ‚Organisations-Trip‘ sein. Denn wer ist für uns gestorben? Wer rettet (Röm.10:9)? Und wer ist auferstanden und hat schon seit damals ‚alle Macht‘? Eine Organisation? Von welcher irdischen Organisation Gottes spricht eigentlich die Bibel? Doch nur vom ‚Leib Christi‘. Anerkennen wir Jesus wirklich völlig nach der Bibel? Gott sei Dank, wenn es so ist!

Fortsetzung folgt

von Gerd B. - am 04.06.2008 05:20

Re: Thema: "Regina" und verwandtes

Danke für dein Echo Alphabethus!

Daher gleich ein Nachschlag:

3. alle Lehren und Verhaltenslehren sind auf Gottes Wort gegründet

Als Ziel ist diese Aussage lobenswert, als behauptete Tatsache muß sie natürlich geprüft werden, denn wir fordern ja andere Menschen auf, ihre Religion zu prüfen, weil diese Behauptung von einer ganzen Anzahl von Gemeinschaften vorgetragen wird.

Natürlich taucht sofort die Frage auf, warum es so viele Lehränderungen gibt, wenn doch alles auf die Lehre der Bibel gegründet ist. Da gingen zum Beispiel Tausende von jungen Männern ins Gefängnis, um den ‚von der Bibel verbotenen‘ Ersatzdienst nicht verrichten zu müssen. Doch heute erlaubt ihn ‚die Bibel‘ plötzlich. Da lehrte ‚die Bibel‘, daß die Generation von 1914 nicht vergehen würde, bis Harmagedon käme; wer seine Zweifel kundtat, wurde zumindest von Dienstämtern entbunden, da er eine so klare biblische Lehre nicht glauben könne. Doch seit 1995 ist das nun anders, und die Zweifler hatten recht. Man nannte auch Jahre: 1914, 1925, 1975. Alles auf die Bibel gegründet? In den Jesaja-Auslegbüchern werden viele Auslegungen auf 1919 bezogen; wo finde ich das in der Bibel? Dort soll Babylon die Große gefallen sein: als das alte Babylon fiel, haben die Bewohner es deutlich gemerkt; die modernen ‚Babylonier‘ merkten es bis heute nicht. Als Gott sein Bundesvolk wählte am Sinai und die Christenversammlung zu Pfingsten, hat er das deutlich bekundet; wie hat er dies heute getan? Es gibt zahlreiche Gemeinschaften, die sich elitärer Erwählung rühmen; wir sollten die Geister prüfen, das verlangt Gottes Wort (1.Joh. 4:1).

Wie ist das mit den Bewohnern von Sodom? Mal sollten sie ewig vernichtet sein, mal durften sie auferstehen; das wechselte mehrmals. Wie stand und steht es mit Daniel 4 (Nebuchadnezars Traum und die Zeitrechnung)? Und warum gibt es über Zweifelsfragen keine offene Diskussion? Warum haben manche Brüder Angst, ihre Zweifel zu äußern?

Du hast geschrieben, man dürfe Texte nicht einfach drehen und wenden, wie man sie gut gebrauchen könne. Das ist richtig. Doch warnt uns Röm. 2:1, das gleiche zu tun, was wir an anderen beanstanden. Bis 1935 nahmen alle Brüder am Gedächtnismahl die Symbole ein; in den vier Berichten über die Einsetzung steht nichts von bestimmten Hoffnungen, sondern von Vergebung der Sünden; auch die Große Volksmenge wäscht ihre Kleider im Blut des Lammes. Doch 1935 wurde von Rutherford die bisherige Verfahrensweise geändert. Ich spreche hier nicht über ‚Hoffnungen‘, sondern über den veränderten Gebrauch von unveränderten Bibeltexten. Und es gibt nun einmal Punkte, in denen Menschen nach dem eigenen Gewissen und Verständnis handeln müssen (Röm. 14:23), und niemand darf sich zum Herrn des Glaubens anderer machen (2.Kor. 1:24). Sie sollten deshalb nicht diszipliniert und zu Abtrünnigen erklärt werden.

In diesem Bereich ließen sich noch viele weitere Beispiele anführen. Das heißt nicht, daß es nicht Brüder gibt, die anstreben, sich in Lehre und Raterteilung nach der Bibel zu richten. Aber die Schrift sagt: wir erkennen nur stückweise (1.Kor. 13:9+12). Daher sollten wir in unseren Behauptungen bescheidener sein.

Fortsetzung folgt


von Gerd B. - am 04.06.2008 12:14

Re: Thema: Hallo!

Zitat
Alphabethus
Es gibt sehr selten Beiträge wie diese, die mir eine Erklärung liefern, warum bei vielen Lehrpunkten in meinem Herzen ein "Error" Gefühl entsteht. Vielen Dank für die Mühe und Sachlichkeit. Man kann sehr deutlich spüren welche Frucht des Geistes dahinter steht. Gal. 5:19-23.
Dankesgrüße an alle aufrichtigen Aufklärer
Alphabethus


Willkommen im Forum Alphabethus,

erlaubst du eine Frage?

,,Es gibt sehr selten Beiträge wie diese, die mir eine Erklärung liefern, warum bei vielen Lehrpunkten in meinem Herzen ein "Error" Gefühl entsteht."

Würde es dir etwas ausmachen einige Lehrpunkte zu konkretisieren?

Viele Grüße!

von X ~ mysnip - am 04.06.2008 19:23

Antwort an Regina

4. sie hält sich von der Welt getrennt

Die einzelnen Brüder haben in der Vergangenheit vieles auf sich genommen, um ihrem Verständnis dieses Textes zu entsprechen. Doch ist ja bekanntlich gerade die Diskussion im Gange über die auch von der WTG zugegebene zehnjährige Mitgliedschaft der WTG als Nichtregierungsorganisation bei den Vereinten Nationen. Die von der WTG vorgebrachten Begründungen sind nicht stichhaltig und würden vergleichsweise keinem einzelnen Zeugen abgenommen. Man saß ‚auf dem wilden Tier‘, hat die Neutralität verletzt; dabei kündigte man gleichzeitig den Unterstützern der Vereinten Nationen Vernichtung an. Hier gilt ebenfalls der Grundsatz aus Jakobus 2:10.

Und wie war das im zweiten Weltkrieg? Während in Deutschland die Brüder in den Konzentrationslagern litten, durften in der Schweiz die Brüder mit Billigung der WTG ihren Militärdienst leisten. Präsident Knorr hat sich 1947 dafür ‚mutig entschuldigt‘, wie ein Wachtturm von 1948 es formulierte. War der Grund für dieses Verhalten vielleicht darin zu suchen, daß man vermeiden wollte, daß das letzte Zweigbüro auf europäischen Boden geschlossen würde? Heiligt der Zweck die Mittel?

Gewiß, andere haben weit Schlimmeres getan, und die Leiden der Brüder verdienen Achtung und Respekt. Aber die oben aufgestellte Behauptung ist doch wohl nicht so ganz aufrecht zu erhalten.

Fortsetzung folgt

von Gerd B. - am 05.06.2008 05:07

Re: Thema: Hallo!

Hallo Alphabethus,

Deine Worte in Gerd’s Ohr.

Langfristig ist es tatsächlich so das Gedankenfreiheit Menschen gläubiger macht.
Angst und Gedankenkontrolle führt eben nicht zu einem besseren Glauben sondern allenfalls zu funktionierenden Instinkten.
Es ist ein Trugschluss das Organisationen zu Gott führen.
Es ist ein Trugschluss das ohne Jehovas Zeugen die Zeugen für Jehova aussterben würden.

Wir alle kennen doch das Gleichnis des Sämanns.
Samen der auf den festgetretenen Boden der Religionsorganisationen fällt bildet nur oberflächliche Glaubenswurzeln.
Wie Rasen den man zuviel Gießt.
Die Wurzeln gehen dann nicht tief genug.
Kommt Hitze und Trockenheit stirbt der Rasen ab.

Die Wachtturm Gesellschaft fürchtet Kritik.
Aber nicht weil dann Menschen ihren Glauben an Gott verlieren würden, sondern weil man zu Recht die Organisation verwerfen würde.

Momentan kursiert unter den Zeugen ein Email von einem Disput zweier Zwillinge.
Wenn ich dazukomme schicke ich den Text heute Abend hier mit ab.

Die Angst von Gerd, das Menschen durch Kritik von Gott weggeführt werden kann ich nicht nachvollziehen.
Die Angst bringt Menschen von Gott weg, nicht die Freiheit Kritik zu üben.
Gerade das Gegenteil passiert.
Die Freiheit auch kritisch Dinge hinterfragen zu können, sorgt vielmehr dafür das ein Glaube dann auf viel fundiertere und tief greifendere Wurzeln basiert.

Der Text „Sektiererische Föten“ von heute Abend geht darauf noch einmal ein.


von . + - am 05.06.2008 14:44

Re: Thema: Hallo!

Zitat

Die Angst von Gerd, das Menschen durch Kritik von Gott weggeführt werden kann ich nicht nachvollziehen.


Nur dann, wenn vermittelt wird, man brauche eine Kirche, Organisation u. dgl. um Gottes Vorsätze richtig nachvollziehen zu können!
Jeder kann sich den Geist von oben "runterladen" der es MÖCHTE, es braucht keinen selbsternannten Zwischen-"Server".

von Gerd B. - am 05.06.2008 18:14

Re: Thema: Hallo!

Genau!

Jeder kann sich den Geist von oben "runterladen" der es MÖCHTE, es braucht keinen selbsternannten Zwischen-"Server".

Dafür bringe ich binnen Kurzem ein schönes "Gleichnis"

Ich muss mich aber jetzt entscheiden zwischen "Gleichnis" und Kaiserin.
Denn um 22:05 Uhr will ich den 11.September Film sehen.

Momentan entscheide ich mich für die Kaiserin.



von . + - am 05.06.2008 18:20

Re: Thema: Hallo!

Hallo Alphabethus,

Leute wie du, die ihren Dank für die Beiträge und die Möglichkeit der Artikulation im Forum von Manfred Gebhard auf solch angenehme Art zum Audruck bringen, dürfen gern hereinplatzen :-) und ich bin mir sicher, auch du kannst mitreden.
Warum solltest du nicht kompetent genug sein? Des Alters wegen? Laß dich nicht davon abhalten. Im ebenfalls kritischen Forum infolink hat bis vor kurzem der 74 jährige "Perle" geschrieben. Das Alter merkte ihm keiner an und viele empfanden ihn als eine Bereicherung.
Zu den technischen Fragen. Deine Anmeldung war schon mal erfolgreich. Ansonsten gilt für meine Person, das meiste bezüglich des Internets habe ich erst dank der Hilfe von Stammschreibern gelernt.
Bei uns geht es neben nachvollziehbaren Fakten, auch um Glauben und Gefühle. Jedes Posting, das die eigene Trauer, Ohnmacht und Wut ausdrückt, gibt anderen das Gefühl nicht allein zu stehen. Die hier mögliche Meinungsäußerung führt zwar manchmal zu Differenzen, so daß Tage der Verzweiflung unausweichlich sein werden, [Stimmt's Gerd? ;-)] worauf es jedoch ankommt, ist die Suche nach Wahrheit.

,,Möge ein fremder Mund dich preisen"

Worte Gandhis, noch nie im Wachtturmtturm zitiert:
Hätten diese Missionare davon Abstand genommen, Indien die Lehre Christi zu verkündigen und einfach das Leben gelebt, das ihnen die Bergpredigt vorschreibt, dann wüßte Indien sie auch zu würdigen. Ich glaube nicht daran, anderen Menschen den eigenen Glauben zu verkünden und schon gar nicht in missionierender Absicht. Einen Glauben kann man nicht verkünden. Er muss gelebt werden, dann wird er sich von selbst verbreiten.
www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/521496/
Viele Grüße!






von X ~ mysnip - am 05.06.2008 22:19

Re: Thema: Hallo!

Hallo Alle,

und vor allem X, mit diesem bedenkenswerten Satz:

Zitat
X... schrieb
Die hier mögliche Meinungsäußerung führt zwar manchmal zu Differenzen, so daß Tage der Verzweiflung unausweichlich sein werden, [Stimmt's Gerd? ;-)] worauf es jedoch ankommt, ist die Suche nach Wahrheit.


Es ist oft die Würze im Leben, wenn man manchmal mit sich selbst nicht einig ist :rp:

Das ist eben die Freiheit, dass ich mich heute von meiner gestrigen Meinung distanzieren kann, weil ich niemandem verpflichtet bin. Außer Jesus, vorausgesetzt ich verstehe ihn heute richtig, oder ich korrigiere mich morgen, weil ich dann möglicherweise klarer sehe. ;-)

Regina fühlt sich ihrer geliebten Organisation verpflichtet, daher muss ihr etwas zum Bedenken übermittelt werden, wie diese Antwort:

5. ein hohes Maß sittlicher Reinheit

Dies sollte natürlich das Ziel einer christlichen Gemeinschaft sein. Ich stimme auch keineswegs allem zu, was in manchen Gemeinschaften gestattet wird; aber ich bin auch nicht zum Richter berufen. Ich muß nach meinem Gewissen handeln. Und man kann nicht bestreiten, daß auch andere christliche Gemeinschaften mit hohen ethischen Ansprüchen ein ähnliches Ziel anstreben. Der Unterschied liegt wohl mehr darin, wie man mit ‚Sündern‘, mit Übertretern umgeht. Da gibt es welche, die lassen ‚verlorene Schafe‘ einfach laufen (‚es ist ja ihr Leben‘), andere suchen das, was Verloren ist, und suchen zu heilen, und wieder andere versetzen den ‚verlorenen Schafen‘ dann noch ‚Abschiedsfußtritte‘, werfen sie hinaus, oder stellen äußerst unchristliche oder unmenschliche Regeln für eine Rückkehr auf.

Viele streben nach einer reinen Gemeinschaft, einer reinen Organisation. Aber gibt es die? Jedes Jahr werden Tausende wegen Verfehlungen aus der Gemeinschaft ausgeschlossen, und während ich hier schreibe, laufen schon wieder Hunderte von Rechtskomiteefälle. Gibt es denn eine reine Organisation, können sich Menschen so vor Gott rühmen? Oder gilt Röm. 3:9-12 nur für andere, nicht auch für uns? Bedürfen wir der Barmherzigkeit Gottes so wie auch alle übrigen Menschen? Willst du Dich rühmen, besser zu sein als viele Schlechtere (was ich gern glaube und wovon ich überzeugt bin) oder mißt Du dich am Beispiel Jesu mit dem Maßstab Gottes? Wenn Du Dich selbst rühmst oder auch Deine Gemeinschaft – ungeachtet dessen, daß man christliche Normen anstrebt -, dann bist Du wie der Pharisäer im Gleichnis von Luk 18:9-14: er log nicht, aber er erkannte nicht sein Versagen!

Aber es gibt Dinge, die sogar zu bemängeln sind; so läuft in den Vereinigten Staaten eine Welle der Kritik, weil man der Organisation vorwirft, sie würde Kinderschänder in ihren Reihen dadurch decken, daß sie versuche, die Tatbestände zu vertuschen, um den Ruf der Organisation nicht zu gefährden. Träfe das zu, dann wäre das sicher nicht im Einklang mit dem obigen Ziel. Und wenn man von ‚Theokratischer Kriegslist‘ hört, das heißt, vom Verschweigen der Wahrheit gegenüber denen, ‚die keinen Anspruch darauf haben, sie zu erfahren‘ (siehe auch im Lexikon der WTG, Band 2, Seite 237, Abs. 5), so könnte das in bestimmten Fällen als eine Großzügigkeit gegenüber Täuschung und Lüge verstanden werden, zum Beispiel in Sorgerechtsverfahren usw.

Wir sollten als Christen vielmehr als Unwürdige danken für Gottes Gnade statt uns in elitärer Selbstbeweihräucherung zu erheben. Wenn andere uns loben sollten, dann ist das etwas anderes (Spr. 27:2 [2 Möge ein Fremder und nicht dein eigener Mund dich preisen; möge es ein Ausländer tun und nicht deine eigenen Lippen.
Danke Alphabetus für den Bibel-Tipp]). Aber achte doch einmal darauf, ob Du nicht in den eigenen Reihen eine Fülle von Selbstlob liest oder hörst, eine Selbstgerechtigkeit wie die der Pharisäer (Spr. 30:12).

Fortsetzung folgt


von Gerd B. - am 06.06.2008 07:40

Re: Organisation

2.Mose 32:8

Sie haben sich ein gegossenes Standbild eines Kalbes gemacht und beugen sich fortwährend vor ihm nieder. . .



von X ~ mysnip - am 06.06.2008 14:14

Re: Organisation

6. Predigen der guten Botschaft vom Königreich

Bestimmt war es immer ein Merkmal gläubiger Christen, ihren Glauben zu bekennen und Gottes Werk zu tun (Joh. 6:29). Und die WTG lehrt ja ausdrücklich, daß niemand außer uns die ‚gute Botschaft vom Königreich‘ predigt. Sicher tut das wohl keiner in der gleichen Weise wie wir; aber predigen andere gar nicht, und woher kommt dann ihre Zunahme an Mitgliedern?

Es ist interessant, einmal den Begriff ‚gute Botschaft vom Königreich‘ in der Konkordanz der WTG (oder einer anderen) nachzuschlagen. Der Ausdruck erscheint dreimal bei Matthäus, zweimal bei Lukas und einmal in Apg. 8:12, dort aber schon als ‚gute Botschaft vom Reiche Gottes und vom Namen Jesu Christi‘. An allen anderen Stellen wird einfach von der ‚guten Botschaft‘ gesprochen. Warum erscheint nun dieser Ausdruck ‚gute Botschaft vom Königreich‘ nicht mehr nach Pfingsten und in den Briefen der Aposteln, warum nur in den Evangelien?

Die Antwort ist einfach, Jesus hatte seinen Lauf auf Erden noch nicht vollendet; daher sprach er von der ‚guten Botschaft vom Königreich‘. Er konnte nicht gut die ‚gute Botschaft von sich selbst‘ verkünden; doch nach Pfingsten änderte sich die Bezeichnung. Auch die Apostel gebrauchten den Ausdruck ‚gute Botschaft‘, aber sie gebrauchten nun auch 18 Mal – also ein Mehrfaches der fünfmal in Verbindung mit dem Königreich – den Ausdruck ‚Gute Botschaft über Jesus Christus‘, wie gesagt, ohne die Stellen, an denen einfach von der ‚guten Botschaft‘ die Rede ist. Die Apostel sprachen auch von Reich Gottes oder vom Reich Christi, aber dieses Reich war eingeschlossen in die Dinge, die Christus betrafen, wie z.B. Apg. 28:31, denn ohne Christus kein Reich! Und diese Botschaft wurde verkündigt (2.Kor. 4:3-5). Sie wurde verkündigt als gute Botschaft über den Christus, gewiß manchmal entstellt, mitunter mißverstanden oder falsch motiviert, aber sie wurde gepredigt (Philipper 1:18). Und das taten in der Vergangenheit – und auch heute – viele. Wer immer die gute Botschaft über den Christus verkündigt, verkündigt auch das Reich Gottes, um das ja in Jesu Gebet gefleht wurde.

Aber vielleicht sagst Du: wir verkünden dennoch etwas anderes, nämlich die Botschaft vom 1914 aufgerichteten Königreich! Doch warnt uns die Schrift, von der Lehre Jesu und der Apostel abzuweichen (2.Joh. 9 und Gal. 1:6-9). Ich sage das keineswegs als Angriff (Gal. 1:10; 4:16), sondern aus aufrichtiger Sorge; ein Evangelium von 1914 gibt es nicht in der Bibel und ist darin auch nicht vorhergesagt. Man sollte nicht von dem Evangelium der Bibel, dem Evangelium über den Christus, dem und zu dem das Reich gehört (1.Kor. 15:24) abweichen und auch andere, die den Christus predigen, nicht gering achten.

Fortsetzung folgt

von Gerd B. - am 07.06.2008 05:06

Re: Organisation

7. Frucht des Geistes mehr als in der Welt

Wie sollte man denn ‚Gottes Organisation‘, einen treuen und verständigen Sklaven, erkennen können? An der Liebe der einzelnen Glieder untereinander und an ihren Früchten. Es erhebt sich die Frage, ob nicht auch andere Gemeinschaften solche Früchte aufweisen, und Du schriebst vorweg schon, man müsse alle sieben Punkte im Zusammenhang sehen, nicht einen allein.

Man darf nicht vergessen, daß auch ethisch hochstehende Menschen und humanistisch eingestellte Personen viel Gutes tun; das war auch in den Tagen Jesu schon so, und Jesus hat in Gesprächen die guten Taten bestimmter Personen auch nicht bestritten. Doch sprechen wir hier ja von Christen und deren Frucht des Geistes. Bestimmt wäre es kaum ein Zeichen des Geistes, sich seiner Taten zu rühmen; selbst ein Paulus, der andere Christen achtungsvoll als ‚Geistesmenschen‘ bezeichnete (Gal. 6:1), sagte das niemals von sich selbst, sondern bekannte sich bescheiden als immer noch ‚im Fleische‘ (Römer 7:18). Das Selbstrühmen scheint mir aber ein großes Problem zu sein.

Auch was gute Werke betrifft, sollten wir uns nicht selbst loben; wir sollen als Christen eifrig sein in guten Werken (Tit. 2:14; 3:8). Und wenn man zum Beispiel Römer 12:9-21 oder Eph. 5:25-6:9 liest – neben zahlreichen anderen Stellen und Worten Jesu -, dann ist zu erkennen, daß gute Werke nicht nur im Predigen bestehen. Gewiß, einzelne Brüder und Schwestern versuchen auch, gute Werke im Sinne der Worte der Schrift zu tun, aber als Gemeinschaft besteht unser Ziel ausschließlich im Predigen. Auch Freundlichkeit und Milde sind Kennzeichen, ja, aber nicht nur gegen Brüder und am Glauben interessierte Personen, sondern auch gegenüber Kritikern und Gegnern, wenn es denn Frucht des Geistes wirklich ist.

Oft hört man in Versammlungen: ‚es ist so wenig Liebe da‘, ‚niemand kümmert sich um mich‘ usw. Ich will hier keine Einzelfälle untersuchen, die auch unberechtigt sein können, aber die glänzende Rüstung eines Ritters ohne Furcht und Tadel dürfen wir uns doch wohl nicht anziehen und gleichzeitig auf die Flecken anderer hinweisen. Wir sagen. ‚wir predigen kein soziales Evangelium‘. Ich will mich nicht an diesem Wort ‚aufhängen‘. Christen predigen das Evangelium Jesu Christi, und wenn wir ihn nachahmen, dann ist es nicht erheblich, ob andere das ‚sozial‘ nennen; aber er predigte und praktizierte Liebe, half Armen auch materiell, und gab ein Beispiel. Auch Jakobus führt in seinem Brief Beispiele an (Jak. 2:15-16). Gutes zu tun gegenüber jedermann, selbst gegenüber Gegnern: für mich ist das sozial. Und gibt es da nicht wirklich Personen und Gruppen, die in diesem Bereich auf Grund ihres Glaubens mehr tun als wir? Wir setzen andere Schwerpunkte; aber der Richter aller ist Christus, der Herr!

Meine Erfahrungen in Jahrzehnten zeigten mit: hier steht mehr die Loyalität zu einer Organisation im Vordergrund als gute Werke für Bedürftige. Vielleicht hat jemand andere Erfahrungen gemacht. Auf jeden Fall erkenne ich keinen Grund, sich zu rühmen. Kennst Du die Menschen anderer Gruppen so gut, um Dich zu einem Urteil berufen zu fühlen? Wenn ich die Frucht des Geistes suche, auch unter Brüdern, auch bei mir selbst, dann komme ich immer wieder auf Römer 7:24-25 zurück.

Zusammenfassung

Liebe Regina, ich kann nur hoffen, daß Deine Leselust Dich bis hierhin geführt hat. Sei meines tiefen Respekts und meiner besten Wünsche für Dich versichert und gewiß. Ja, man muß alle Punkte – und es gibt deren noch mehr – im Zusammenhang sehen, aber auch mit ‚unverdecktem Gesicht‘ und mit dem Licht des Wortes Gottes. Folgen wir dem Lamme nach, wohin immer es geht! Das wünsche ich Dir jedenfalls von ganzem Herzen.


von Gerd B. - am 08.06.2008 05:29

Re: Antwort an Regina

Hallo, auch an Alle!
Verzeihung, dass ich hier einfach so herein geplatzt bin. Ich kann wirklich nicht mit reden. Dazu bin ich nicht kompetent genug. Es liegt vielleicht an meinem sehr vorgerückten Alter, dass mich das Medium Internet total verunsichert. Ich weiß nicht umzugehen mit Links, googeln, registrieren und was es da noch so alles gibt. Ich war gestern nur so übervoll an Dankbarkeit für das Maß an Gedankenfreiheit, das ich durch die vielen Beiträge in diesem Forum erreicht habe, dass ich alle Hürden überwunden habe und mich aufrichtig dafür bedanken musste. Aber was würde es denn auch irgend jemandem nützen, wenn ich meine unmaßgeblichen Gefühle zu Berichten wie zum Beispiel unseren Einsatz bei Katastrophen äusserte - wir sind die Schnellsten, die am besten organisierten, die mit der größten Nächstenliebe ect..
Sprüche sagt: Möge ein fremder Mund dich preisen. Oder was würde es jemandem nützen, dass er weiß wie entsetzlich ich den Umgang mit den "Sündern" finde? Dass ich dabei nirgends eine 'Frucht des Geistes' entdecken kann, wenn man jemanden in einer Kriesensituation von allen Freunden abschneidet die vielleicht helfen können.
Wem nützt es, wenn ich meine Zweifel äussere darüber, dass der heilige Geist seinen Sklaven mit falschen Lehren versorgt? Das inspirierte Wort ist in jahrtausenden nicht korrigiert worden - ausgenommen Übersetzungsfehler. Würde es jemandem helfen wenn ich + meinen naiven Glauben erkläre, dass man die dritte Nacht beim Tode Jesu sehr leicht finden kann, wenn man bedenkt, dass Jehova durch ein Wunder für 3 Stunden Nacht - eine Sonnenfinsternis bei Vollmond (!) gesorgt hat? Ich habe ja keine Beiweise. Wenn wir aber alles was geschehen ist physikalisch beweisen können, wozu denn Glauben? Wird man nicht durch Glauben gerecht gesprochen? Was mich jetzt glücklich macht, ist die Freiheit, meinen Glauben durch ein eingenes Prüfen des Wortes Gottes und auch durch das reflektieren mancher kontroverser Beiträge vor allem in Eurem Forum zu leben. Dafür bin ich wirklich sehr dankbar und ich wollte, dass Ihr das erfahrt. Ich werde weiter ein sehr interessierter, stiller und dankbarer Leser der Beiträge sein. Alle guten Wünsche für das Forum und seine Gestalter
Alphabethus

von Alphabetus - am 28.06.2008 14:47

Re: Thema: "Regina" und verwandtes

Es gibt sehr selten Beiträge wie diese, die mir eine Erklärung liefern, warum bei vielen Lehrpunkten in meinem Herzen ein "Error" Gefühl entsteht. Vielen Dank für die Mühe und Sachlichkeit. Man kann sehr deutlich spüren welche Frucht des Geistes dahinter steht. Gal. 5:19-23.
Dankesgrüße an alle aufrichtigen Aufklärer
Alphabethus

von Alphabetus - am 28.06.2008 14:53

Re: Antwort an Regina

Vielen Dank an Manfred für das prompte und zuverlässige Reagieren!
Zitat

Ich kann wirklich nicht mit reden.
Dazu bin ich nicht kompetent genug.

http://forum.mysnip.de/read.php?27094,5140,7523#msg-7523


Schon klar.

;-)

An den gar nicht so stillen Mitleser:



von . + - am 28.06.2008 15:01
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