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Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
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Drahbeck, X ~ mysnip, offthehook, . +

Im Zeitspiegel

Startbeitrag von Drahbeck am 12.01.2015 23:12

Im Zeitspiegel
Die Propagandamaschine des Naziregimes, anlässlich der für den 13. 1. 1935 terminierten Saarabstimmung lief schon geraume Zeit auf Hochtouren. Für in Opposition zum Naziregime stehende Kräfte, war das Saargebiet bis dahin noch ein letztes Rückzugsgebiet, dessen Verlust nunmehr auch drohte.
Artig leistete auch die Firma des Herrn Papstes, dem Naziregime seine Sekundantendienste.
Am 11. 1. 1935 notierte die „Freiburger Zeitung" unter der Überschrift:
„Kardinal Faulhaber zur Saarabstimmung" unter anderem:
Zitat

„Ähnlich wie in den übrigen Bistümern hat auch der Erzbischof von München, Kardinal Dr. Faulhaber, ein Hirtenwort zur Saarabstimmung veröffentlich ...
In der Kundgebung wird verordnet, daß am Abstimmungssonntag, 13. Januar, in allen Kirchen der Erzdiözese nach dem allgemeinen Gebet drei Vater unser mit Ave Maria gebetet werden, „um einen für unser deutsches Volk segensreichen Ausgang der Saarabstimmung zu erflehen."

Die Wikipedia notiert zum Stellenwert der Religion im Saargebiet nach dem Stand vom Jahre 2008:
Zitat

„Während Deutschland derzeit von jeweils 1/3 Protestanten und Katholiken und Konfessionslosen bzw. Angehörigen anderer Religionen geprägt ist, weicht das Saarland mit 64,1% Mitgliedern der katholischen Kirche am deutlichsten (+ 33,4%) vom Bundesdurchschnitt ab."

Insoweit hatte das zitierte Votum, durchaus einen politischen Marktwert. Die Nazis konnten sich entspannt zurücklehnen. Von der Firma des Herrn Papstes würde ihnen keine Gefahr drohen!
Auch die Evangelische Kirche verlautbarte („Freiburger Zeitung" vom 18. 1. 1935), sie wolle eigens für den 30. 1. 1935 einen speziellen Dankgottesdienst dafür ansetzen, das die Saar nun in die nazistische Gewalt gelangt sei.
Da wollte die Firma des Herrn Papstes nicht nachstehen, und verkündete am 22. 1. 1935, dass auch sie selbstredend, spezielle „Dankgottesdienste im Saargebiet" zelebrieren werde.

Weniger Glück als im Falle Saargebiet, hatten indessen die Nazis zu jenem Zeitpunkt, im Falle Eupen-Malmedy.
Und so jammert denn ein Kommentator in der Ausgabe vom 19. 1. 1935, dass jene Gebiete, die in Folge des Versailler Vertrages, zu Belgien zugeschlagen wurden, das für jene Gebiete keine reelle Chance zur Rückkehr nach Deutschland bestehe. Was jener Kommentator indes unerwähnt lies war beispielsweise der Umstand, dass entgegen Völkerrechtlichen Bestimmungen, die Kultureinrichtungen einen gewissen Schutz zusagen, die Universitätsbibliothek von Löwen (Belgien) im ersten Weltkrieg in Schutt und Asche gelegt wurde.
Zitat Wikipedia:
Zitat

„Im Ersten Weltkrieg wurde die Bibliothek in der Nacht vom 25. zum 26. August 1914 ein Raub der Flammen, als deutsche Truppen die von ihnen besetzte Stadt Löwen als Repressalie wegen des angeblichen Auftretens irregulärer Heckenschützen niederbrannten. Etwa ein Dutzend Handschriften, 800 Inukabeln und 300.000 Bücher fielen den Flammen zum Opfer. Dieses Ereignis spielte in der Folge eine große Rolle in der Kriegspropaganda der Entente gegen die Mittelmächte. Deutschland wurde bezichtigt, nicht einmal unwiederbringliches Kulturgut unversehrt zu lassen."

Es ist natürlich leicht, sich im Nachhinein die Wunden zu lecken. Sicherlich war der Versailler Vertrag solch ein Wundenaufreisser. Zur Vollständigkeit würde dann aber auch gehören, die vorangegangenen Geschehnisse, in die Betrachtung mit einzubeziehen.

Im Januar 1937 musste dann das „Goldene Zeitalter" der Zeugen Jehovas, in nur einer Woche, die Verhaftung von 72 „Bibelforschern" im Saargebiet bekanntgeben. Das war dann ihr Preis, den sie für ihren politischen Analphabetismus, in der Folge zu zahlen hatten.

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=11&day=11b&year=1935&month=01&project=3&anzahl=12

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=10&day=18b&year=1935&month=01&project=3&anzahl=12

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=01&day=22a&year=1935&month=01&project=3&anzahl=6

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=01&day=19a&year=1935&month=01&project=3&anzahl=6

Antworten:

Die Nazipresse berichtet (Teil I)

Im Zeitspiegel
Namentlich im Jahre 1935, lassen sich in der Nazipresse diverse, meist kleinere Berichte, zum Bibelforscherthema nachweisen.
In späteren Jahren besagte die Nazi-Presselenkung dann allerdings, es solle vorrangig nur noch in regionalen Blättern, mit örtlichem Bezug berichtet werden. Dies kam dann einer Reduzierung einschlägiger Berichte gleich. Man war sich bewusst, eine breite Berichterstattung wirkt sich nicht unbedingt förderlich für die Stimmungslage im Naziregime aus. Ähnliche Fesseln wurde auch dem Thema des Kirchenkampfes (zwischen „Bekennender Kirche" und „Deutschen Christen" zuteil).
1935 wirkten diese Restriktionen beim Zeugen Jehovas Thema noch nicht so umfassend.
Grob gefasst laßen sich diese Stufen nachweisen.

Die Verbotsproklamationen des Juni 1933, reduzieren sich auf eher minimale Notizen; allenfalls einige kirchliche Blätter berichteten kommentiert, etwas mehr.
Siehe etwa
19332Schwanengesang

Vielleicht kann als Ausnahme von dieser Regel, noch das „Berliner Tageblatt" vom 5. 7. 1934 erwähnt werden, welches eine Verbotsverfügung des Braunschweigischen Staatsministeriums wiedergibt. Allgemeine Mitteilungen zum Verbot, entsprachen jedoch noch nicht dem Kriterium, gegen die Zeugen Jehovas durchgeführte Gerichtsprozesse.

Auch die berühmt-berüchtigte Wilmersdorfer Erklärung vom Juni 1933 nebst Begleitschreiben, erreichte nicht den zeitgleichen Status, nun eine Pressepolemik oder Berichterstattung hervorzurufen. Die Presse war zu diesem Zeitpunkt noch weitgehend bei dieser Thematik ausgeschaltet.

Am 28. August 1933 ließ WTG-Funktionär M. C. Harbeck in einem Zirkularschreiben, noch die These des Stillhaltens ausgeben. Er wollte damit vor allem freie Hand für angestrebte Verhandlungen mit dem Naziregime haben, und diese nicht durch die eigene Anhängerschaft konterkariert sehen. Siehe auch
19372Harbeck

Zeitweilige Vermögensfreigaben von WTG-Werten durch das Naziregime, schienen die Sinnhaftigkeit dieses Weges zu bestätigen.
Noch am 5. Januar 1935 unternahm WTG-Syndikus Dollinger, einen (dann wohl letzten) Versuch, die Verhandlungsschiene zu befördern.

Die November"wahl" 1933 rückte erstmals den Grundsatz des Nichtwählens der Zeugen Jehovas, ins Bewusstsein der Nazis.
Aus einer früheren Referierung dazu, sei nochmals zitiert:
Zitat



von Drahbeck - am 17.01.2015 16:53

Die Nazipresse berichtet (Teil II)

Im Zeitspiegel
Schon am 21. 12. 1934 begann sich die „Schockstarre" des Naziregimes allmählich zu lösen, wenn die „Frankfurter Zeitung" in einem weiteren Bericht mitteilen konnte:
Zitat

„Fortsetzer der „Ernsten Bibelforscher" bestraft.
Wie der „Evangelist" mitteilt, hatten sich vor dem Sondergericht Halle/Saale eine Anzahl Mitglieder des Bundes „Zeugen Jehovas" der Fortsetzung des verbotenen Bundes „Ernster Bibelforscher", zu verantworten. Die Beklagten erklärten sich für unschuldig. Sie seien treue Staatsbürger, achteten den neuen Staat und seinen Führer und hielten sich immer im Rahmen der Gesetze, „natürlich oder nur, soweit sie mit dem Willen Jahwes übereinstimmen."
Der Anwalt der „Zeugen Jahwes" berief sich bei der Verteidigung auf den Schutz der freien Religionsausübung, den die Verfassung von Weimar jedem Staatsbürger gewährleiste. Sowohl die „Zeugen Jahwes" wie die „Ernsten Bibelforscher" seien Religionsgesellschaften, wie sie die Weimarer Verfassung im Auge habe, ein Verbot käme einem Verfassungsbruch gleich.
Diese Beweisführung lehnte das Sondergericht aber sehr entschieden ab. Es handle sich hier um Religionsgesellschaften, die ihrem Wesen nach dem Staat gefährlich werden könnten. Mit Schriften, die aus dem Auslande hereinkommen, werde eine sehr bedenkliche Zersetzungsarbeit betrieben, der der Staat, obwohl er den Schutz der freien Religionsausübung grundsätzlich zugestehe, nicht müßig zusehen dürfe. Das Sondergericht, das zur Begründung seines Standpunktes Stoff über die Zersetzungsarbeit der „Zeugen Jahves" beibrachte, sprach alle Angeklagten, Männer und Frauen schuldig und verurteilte jeden zu drei Monaten Gefängnis."

Eine in der Substanz ähnliche Meldung, analog der eben zitierten, gab es auch im „Berliner Tageblatt" vom 23. 11. 1934.
Die „Deutsch-evangelische Korrespondenz", die zuvor schon über Verbotsbestrebungen in Polen und Japan berichtet hatte, setzte am 13. 2. 1935 unter der Überschrift: „Immer wieder „Ernste Bibelforscher" diese thematische Berichterstattung fort.
Zitat

„Kürzlich hatten sich 24 Personen aus Bad Dürrenberg und Umgebung vor dem deutschen Sondergericht zu verantworten. Die Beweisaufnahme ergab, daß die meisten Angeklagten tatsächlich in kleineren Grüppchen den früheren Zusammenhalt aufrecht erhielten. Wenn das Gericht trotzdem 22 aus subjektiven Gründen freisprach, so darum, weil es den Angeklagten glaubte, daß sie sich der Strafbarkeit ihres Tuns nicht bewußt gewesen seien. Der Führer der Gruppe, der im Oktober 1934 eine Versammlung abgehalten hatte und auch sonst als Werber der „Ernsten Bibelforscher" hervorgetreten war, wurde zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt.
In einem weiteren Fall wurde eine Geldstrafe von 150 Mark verhängt. In der Begründung brachte das Gericht klar zum Ausdruck, daß die nationalsozialistische Regierung nicht daran denkt, irgend einen Glaubens- oder Gewissenszwang auszuüben.
Auf der anderen Seite müsse jedoch kräftig eingeschritten werden, wenn unter dem Deckmantel der Religiosität hetzerische Angriffe gegen den Staat oder gegen staatliche und kirchliche Einrichtungen festzustellen sind."

Die entscheidende Meldung über den Paradigmawechsel konnte man dann einer Meldung der „Frankfurter Zeitung" vom 28. 3. 1935 entnehmen. Diesmal war zu lesen:
Zitat

„Rutherfords Weisung an die deutschen Bibelforscher
Bremen, 27. März
In einer Verhandlung vor dem Sondergericht gegen den ehemaligen Dienstleiter der Ortsgruppe Bremen der aufgelösten Vereinigung der „Internationalen Bibelforscher" spielte ein im Herbst 1934 in Deutschland eingetroffenes Schreiben des obersten Leiters dieser Vereinigung, des amerikanischen Richters Rutherford, eine Rolle. In diesem Schreiben wurden die Mitglieder der Vereinigung zum Widerstand gegen die deutsche Regierung aufgefordert. Ferner wurden sie angewiesen, an einem bestimmten Tage im Oktober vorigen Jahres überall Versammlungen abzuhalten. Der Dienstleiter der Bremer Ortsgruppe stand jetzt unter der Anklage, den organisatorischen Zusammenhalt der Vereinigung aufrecht erhalten und durch Verbreitung von Schriften zum Ungehorsam gegen die Gesetze aufgefordert zu haben. Der Angeklagte erkärte, daß er sich keiner strafbaren Handlung bewußt sei. Er habe das Schreiben Rutherfords in mehreren Exemplaren weitergeben, darin könne er aber nichts Strafbares erblicken. Eine Versammlung habe er nicht abgehalten, er sei an jenem Tage mit drei Glaubensbrüdern zusammengekommen, um einen gemeinsamen Gottesdienst abzuhalten.
Das Gericht hielt den Angeklagten aber für schuldig, denn einmal enthalte das Schreiben Rutherfords die ausdrückliche Aufforderung der deutschen Regierung Widerstand zu leisten, dann aber sei auch in dem angeblichen Gottesdienst keine religiöse Handlung zu erblicken, sondern, da dieser Gottesdienst an dem von Amerika aus vorgeschriebenen Tage stattfand, eine Aktion, die gegen das Gesetz zum Schutz von Volk und Staat verstoße. Der Angeklagte wurde daher zu neun Monaten Gefängnis verurteilt.
Zu Beginn der Sitzung ereignete sich ein Zwischenfall. Im Zuhörerraum saßen vier Personen, die den deutschen Gruß des eintretenden Gerichts nicht erwiderten, auch nicht, als der Vorsitzende sie ausdrücklich aufforderte, den rechten Arm zu heben. Sie wurden hierauf wegen Ungebühr vor Gericht aus dem Saal gewiesen."

Auf vorzitierten Fall, in der Bericherstattung weitgehend identisch, ging auch die „Deutsch-evangelische Korrespondenz" vom 3. 4. 1935 ein. In ihm enthalten auch der mit herausgestellte Vorwurf des Naziregimes, die Zeugen Jehovas würden eine „Kulturbolschewistische Organisation" sein.

Zwar nicht direkt in der Nazipresse erschienen, aber auf die Verhältnisse in Hitlerdeutschland bezugnehmend der Bericht in der in Basel (Schweiz) erscheinenden „National-Zeitung" vom 15. 2. 1935.
Bezug genommen wird auf ein Verfahren gegen acht Zeugen Jehovas vor dem Hessischen Sondergericht in Darmstadt:
Zitat

„Die Verhandlung war insofern interessant, als die Beweisaufnahme Einblick in die Lehren dieser Sekte bot. Von dem Vorsitzenden über die einzelnen Bestimmungen ihrer Organisation befragt, die irgendwelchen Dienst am Staate verböten, gaben die Angeklagten zu, daß sie diese Satzungen unbedingt befolgten und wenn es darauf ankäme, selbst den Heeresdienst verweigern würden. Zwei Männer wurden als geistige Führer der Gruppe zu Gefängnisstrafen von drei und zwei Monaten unter Anrechnung von acht Wochen Untersuchungshaft verurteilt; die übrigen, darunter ein 68jähriges Ehepaar, erhielten je einen Monat Gefängnis."

Nun noch einige weitere Detail-Zitierungen.
Am 16. 3. 1935 berichtete das Blatt „Berliner Börsen-Zeitung" über ein Verfahren gegen gleich 30 Zeugen Jehovas vor dem Sondergericht in Hamburg.
Wieso ausgerechnet ein Blatt mit diesem Titel, die Zeugen Jehovas-Thematik aufnahm, ist nur schwer nachvollziehbar.
Wie auch immer: Von diesen 30 wurden 26 zu sechs Monaten Haft, drei zu 9 Monaten, und der Hauptangeklagte Tümmler zu einem Jahr Haft verurteilt. Der Versuch der Angeklagten, ihre Organisation wieder flott zu bekommen, wird in dem Bericht als „Kulturbolschewistische Bestrebung" bezeichnet.
Bezüglich des im gleichen Blatt erschienenen Artikels „
Zitat

„Die Anklage stammt von Seiner Majestät dem Teufel!" (13. 2. 1935)
siehe auch
19352Durchbruch

Am 21. 3. 1935 meldet das „Berliner Tageblatt":
Zitat

„In manchen Gebieten, besonders in Sachsen, treiben die Anhänger der verbotenen Gemeinschaft ernster Bibelforscher noch immer ihre staatsgefährliche Propaganda unter dem Decknamen Zeugen Jehovas. Das Amtsgericht in Limbach hat jetzt acht dieser Propagandisten zu Gefängnisstrafen verurteilt."

Gleichfalls am 11. 4. 1935 meldete das „Berliner Tageblatt" die Verurteilung von 32 Zeugen Jehovas durch das Lübecker Schöffengericht. Das dabei verhängte Strafmaß variierte
Zitat

„von drei bis sechs Monaten, unter Anrechnung der erlittenen Schutz- und Untersuchungshaft."

Aber eben erwähnter Bericht, glaubt mit erwähnen zu müssen:
Zitat

„Im Urteil wird hervorgehoben, das das Verhalten der lübeckischen Angeklagten, die sich mit völliger Unkenntnis zu entschuldigen versuchten, nicht entfernt so würdig gewesen sei wie das der kürzlich in Hamburg verurteilten ernsten Bibelforscher. Diese hätten wenigstens für ihr Verhalten gerade gestanden."

Am 1. 5. 1935 war in der „Frankfurter Zeitung" zu lesen:
Zitat

„Vor dem Thüringischen Sondergericht hatte sich der 43jährige Erich Sproß aus Meuselwitz zu verantworten, der beschuldigt wurde, durch seine Tätigkeit für die verbotene Internationale Bibelforscher-Vereinigung gegen die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat und gegen das Vereinsverbot des Thüringischen Innenministeriums verstoßen zu haben. Er hatte den Zusammenhang unter den Mitgliedern der verbotenen Vereinigung aufrechterhalten, Zusammenkünfte mit ihnen gehabt, Beiträge von ihnen eingezogen und Mitteilungen an sie gerichtet. Der Angeklagte räumte in der Verhandlung ein, daß seine Gesinnungsfreunde ungeachtet des Verbotes zusammenhielten, indessen gab er keine Auskunft über die richtigen Namen der unter Decknamen geführten Mitglieder. Er erklärte, für ihn gebe es nur einen Jehova, dem er Rechenschaft abzulegen habe. Er wurde dem Antrag des Staatsanwalts gemäß mit zwei Jahren, drei Monaten Gefängnis bestraft. Die Untersuchungshaft, in der sich Sproß seit Mitte November vorigen Jahres befindet, wird nicht angerechnet."

Zum Fall Sproß gibt es andernorts noch die Angabe, zuerst wurde er im März 1935 zu 15 Monaten Haft verurteilt. Weil er sich weigerte Namen anderer Zeugen Jehovas preiszugeben, wurde die Strafe in einem zweiten Verfahren dann auf 27 Monate erhöht. (Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933 - 1945 Band 8 Thüringen)
Da wie bereits ausgeführt, die „Frankfurter Zeitung" auch von ausländischen Presseorganen aufmerksam beobachtet wurde, braucht man sich nicht weiter zu wundern, dass jene Meldung in Sachen Erich Sproß, sich dann auch in der Schweizer Zeitung „Der Bund" (Ausgabe vom 2. 5. 1935) wieder findet.
Noch eine weitere thematische Meldung gab es in der „Frankfurter Zeitung" vom 1. 5. 1935, die es analog ebenfalls zur Mit-Referierung im Schweizer „Der Bund" brachte. Diese Meldung besagte:
Zitat

„Das Sondergericht verhandelte gegen zwei Einwohner von Celle, die früher Mitglieder der Internationalen Bibelforschervereinigung gewesen waren. Die Anklage warf ihnen u. a. vor, sie hätten gemeinsam ein Traktat verfaßt und in Druck gegeben, in dem Bibelsprüche aus ihrem Zusammenhang gerissen werden und durch einen selbst angefertigten Text mit einander verbunden worden seien. Es war zu dem Prozeß gekommen, weil der Buchdruckereibesitzer, der mit dem Druck des Traktats beauftragt worden war, dieses aus Vorsicht zunächst der Polizei vorgelegt hatte. Die Polizei hatte den Druck daraufhin verboten, da in dem Traktat Sätze enthalten waren, die als Aufforderung zur Kriegsdienstverweigerung aufzufassen waren.
Der Anklagevertreter forderte Gefängnisstrafen von vier und zwei Monaten, und das Gericht beschloß dementsprechend. Außerdem erhielten die Angeklagten, weil sie zu Beginn der Verhandlung den deutschen Gruß verweigert hatten, je drei Tage Haft."

Am 16. 5. 1935 meldet sich die „Frankfurter Zeitung" erneut zum Zeugen Jehovas-Thema zu Wort. Diesmal berichtet man aus Hannover. Das dortige Sondergericht hätte gegen zehn Zeugen Jehovas Urteile verhängt:
Zitat

„Die Angeklagten hatten sich trotz des Verbots der Regierung, das der Bibelforscher-Vereinigung jede Versammlungen, Werbe- und Lehrtätigkeit untersagt, zu einer Abendmahlsfeier vereinigt. Dabei waren sie von der Polizei festgenommen worden und befanden sich seitdem in Untersuchungshaft. Der Staatsanwalt forderte gegen alle Angeklagten Gefängnisstrafen von zwei bis drei Monaten.
Das Gericht verhängte jedoch nur gegen acht Angeklagte Geldstrafen von je 200 Mark, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt gelten und sprach die beiden andern Angeklagten frei.
Maßgebend für diese Entscheidung war, daß sich die Angeklagten nicht hetzerisch betätigt hatten."

Am 13. 6. 1935 gab es in der Basler „National-Zeitung" einen weiteren Bericht, unter der Überschrift: „Bibelforscher wandern ins Gefängnis."
Diesmal wird über eine Verhandlung vor dem Sondergericht Hannover, gegen insgesamt 35 Zeugen Jehovas berichtet.
Zitat

„Das Sondergericht verurteilte die Angeklagten zu Gefängnisstrafen von einem bis acht Monaten und zu Geldbußen von 200 - 300 Mark. Einige Angeklagte wurden freigesprochen."

Und weiter:
Zitat

„Das Gericht erklärte in der Urteilsbegründung, daß es sich bei den Angeklagten um verführte Menschen handle. Die Bibelforscher-Vereinigung sei nicht verboten worden wegen ihrer religiösen Tätigkeit, sondern weil unter ihrem Deckmantel gegen den deutschen Staat und seine Regierung politische Hetze betrieben wurde."

Schon frühzeitig gab es aus der Region Schlesien, einschlägige Meldungen. Etwa wenn das „Berliner Tageblatt" am 25. 1. 1935 mit einer noch nebulös formulierten Meldung den Anfang, der Berichterstattung über die justiziable Behandlung der Zeugen Jehovas-Angelegenheit durch das Naziregime machte. Genanntes Blatt erwähnt:
Zitat

„Polizei gegen „Ernste Bibelforscher"
In Langenölz i. Schles. hat die Gendarmerie eine nächtliche Versammlung der „Ernsten Bibelforscher" aufgehoben. Der Leiter der geheimnisvollen Veranstaltung wurde in Schutzhaft genommen und in das Amtsgericht Lauban eingeliefert."

Verhältnismäßig umfänglich ist der Bericht der „Breslauer Neuesten Nachrichten" vom 5. 6. 1935 zu benennen, was dafür spricht, dass eben das Zeugen Jehovas-Problem den Nazis in jener Region besonders „auf den Nägeln brannte".
Ein Massenverfahren gegen gleich 30 Zeugen Jehovas, wurde da in Szene gesetzt.
Einem namentlich genannten Wilhelm Scholz und einem Mitangeklagten Walter Behrens, wird die Aufrechterhaltung der ZJ-Organisation vorgeworfen.
Scholz wurde zu drei Monaten Haft verurteilt, Behrens hingegen, mangels Beweise freigesprochen.

Mitangeklagt ein weiterer Richard Scholz (man beachte die unterschiedlichen Vornamen) der zu einem Monat Gefängnis verurteilt wurde, während drei Mitangeklagte Frauen mit Geldstrafen von je 150 Mk (was als Mindeststrafe bezeichnet wird) davon kamen.

Weitere sechs Männer und sieben Frauen, unter denen ein Karl Röricht namentlich genannt wird, über die heißt es:
Zitat

„doch ließ sich nur bei dem Angeklagten Karl Röhricht nachweisen, daß sein Verhalten auf ein Aufrechterhalten der verbotenen Vereinigung abgestellt war. R(öhricht) wurde zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt."

Als nächstes vernimmt man:
Zitat

„Bedeutend schwerwiegender lag der Fall bei der Angeklagten Anna Süßmuth, die sich neben der illegalen Betätigung für die Bibelforscher auch schwere Beleidigungen gegenüber dem Führer hatte zuschulden kommen lassen."

Ihre Strafe sechs Monate Gefängnis.
Weiteren sechs Männern und vier Frauen wurde vom Gericht vorgeworfen, dass sie das
Zitat

„Versammlungsverbot dadurch umgehen zu können glaubten, daß sie sich zu „Geburtstagsfeiern" gegenseitig einluden.
Diese getarnten Zusammenkünfte wurden durch „Gesellschafstspiele" unterbrochen."

Geldstrafen zwischen 150 - 170 Mk. die Folge, aber auch Freisprüche mangels Beweis.

Nicht nur über „ein" sondern gleich mehrere Gerichtsverfahren gegen Zeugen Jehovas, berichtete die „Schlesische Zeitung" in ihrer Ausgabe vom 12. 9. 1935.
Ein Verfahren spielte sich vor dem Sondergericht in Görlitz ab.
Gegen zehn Zeugen Jehovas wurde da zugleich verhandelt.
Es heißt im Bericht:
Zitat

„Zwei Angeklagte, die sich besonders hervorgetan haben, (wurden) zu je sechs Monaten Gefängnis (verurteilt), ein Angeklagter erhielt vier Monate Gefängnis, zwei Angeklagte je einen Monat Gefängnis, zwei andere Geldstrafen von je 150 RM. Drei Angeklagte wurden freigesprochen."

Damit ist die Berichterstattung in diesem Fall noch nicht beendet, denn es geht weiter mit der vielsagenden Angabe:
Zitat

„Das Verfahren gegen zwei Angeklagte, die sich im Konzentrationslager befinden, wurde abgetrennt, weil die Angeklagten zum Termin nicht erscheinen konnten."

Weiter in demselben Bericht. An einem zweiten Verhandlungstage jenes Gerichtes, sei gegen 16 weitere Angeklagte verhandelt worden.
Zitat

„Sie behaupteten, daß sie sich gegenseitig nur freundschaftliche Besuche abgestattet hatten, bei denen keine Gottesdienste gehalten wurden. Das Sondergericht sah nur bei vier Angeklagten die Schuld für erwiesen an und verurteilte einen zu drei Monaten Gefängnis, einen zu einem Monat Gefängnis und zwei weitere Angeklagte je 150 Mk. Geldstrafe. Die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen."

Noch einen dritten Verhandlungstag in dieser Serie legte jenes Gericht ein, diesmal gegen 14 Angeklagte. Der Bericht ist meines Erachtens insoweit ungenau, als jener dritte Verhandlungstag Angehörige des „Apostelamtes Simeon aus Jakobs Geschlecht" betrifft. Eine Gruppierung aus dem Umfeld der „Neuapostolischen Kirche", von dieser aber mittlerweile unabhängig, und dem Naziregime gleichermaßen unbequem. In diesem Falle musste aber das Sondergericht wegen mangels an Beweisen Freisprüche verkünden. Immerhin ist doch wohl bemerkenswert, dass man auch in diesem Falle versuchte, justiziabel vorzugehen.
Noch eine weitere thematische Vorankündigung ist jener Zeitungsausgabe zu entnehmen. Sie verkündet:
Zitat

„Das schlesische Sondergericht tagt am 17. September in Brieg. Dort werden sich 5 Angeklagte aus Brieg wegen Betätigung für die internationalen „Bibelforscher" zu verantworten haben."

Flankierend sei nochmals an den Fall Niedowski erinnert.
Zitat



von Drahbeck - am 17.01.2015 17:10

Exkurs: „Kulturbolschewismus"

Zitat

„Zur Religion könnte man erwarten, dass die Lehre der Zeugen Jehovas aus nahe liegenden Gründen nicht nur als 'Bolschewismus', sondern auch als 'Amerikanismus' attackiert worden wäre".

Dies ein eher „entnervter" Ausruf von Björn Laser in seinem 2010 erschienenen Buch mit dem Titel: „Kulturbolschewismus
Zur Diskussemantik der „totalen Krise" 1929 - 1933" (S. 331) Peter Lang Verlag.
Geht man von heutigen Wertungskriterien aus, hat dieses Votum von Herrn Laser seine Berechtigung. Nur nützt eine „Was wäre wenn"-Argumentation nur wenig.
Fakt ist, zur Zeit des „Sturzes ins Dritte Reich", wurde über vielerlei Kanäle an die Adresse der Zeugen Jehovas der Vorhalt des „Kulturbolschewismus" ventiliert, über staatliche und kirchliche Kanäle.
Auch Herr Laser sieht sich an anderer Stelle zu dem Eingeständnis genötigt:
Zitat

„Die Ernsten Bibelforscher brauchen nicht darauf zu hoffen, dass jemand sie gegen den ,Bolschewismus'- oder einen anderen Vorwurf verteidigt."
(S. 356)
Eben wegen dieser vielfältigen Gegnerschaft brauchten sie auch zeitgenössisch nicht auf eine wirklich faire Bewertung hoffen. Da wurde Fairnes durch Propagandathesen ersetzt!
An weiterer Stelle muß auch Herr Laser ergänzend noch erwähnen:
Zitat

„Bei ihrem Verbot durch das Preußische Innenministerium im Juni 1933 wird den Bibelforschern „kulturbolschewistische Zersetzungsarbeit" attestiert."
(S. 235).
Von einem der Laufbahn nach, Germanisten, hätte man nicht unbedingt das Streifen der Zeugen Jehovas-Thematik erwartet. Da aber dann aus sachlichen Gründen - eben via des Schlagwortes „Kulturbolschewismus", sich das dann doch so ergab, gehörte zum Auswertungskonvolut des Verfasser, auch das Buch „Geschichte der Zeugen Jehovas. Mit Schwerpunkt der deutschen Geschichte", sowie vom Verfasser auch ausgewiesen, dieJahrgangsdateienauf der Webseite (in der Reihenfolge, so wie sie bei ihm im Literaturverzeichnis auftaucht:
1936, 1919, 1922, 1923, 1927, 1928, 1929. Zuletzt in der vom Verfasser angegebenen Einsichtsvariante 22. 5. 2007.
Seine von ihm getätigten Exerpte fasste er dann auf den Seiten 234, 235 wie folgt zusammen:
Zitat

„Schon 1919 werden sie im Miesbacher Anzeiger als „Schrittmacher des Bolschewismus" bezeichnet. In der Rosenheimer Räterepublik habe sich „diese kleine Gesellschaft der besonderen Gunst der Spartakisten [erfreut], die den Hauptteil der Versammlungsbesucher stellten und an dem Herunterreißen von Staat und Kirche helle Freude hatten".
Größere Verbreitung erfährt die 1926 erschienene Schrift Die ernsten Bibelforscher als Opfer bolschewistischer Religionsspötter des Generalsekretärs des Evangelischen Bundes Paul Bräunlich, die trotz ihres Titels weit davon entfernt ist, die Bibelforscher als Opfer in Schutz zu nehmen und stattdessen ihre Bibelauslegungen als „Förderungsmittel gottlosesten Bolschewistentums" bezeichnet. Im von der Deutschvölkischen Freiheitsbewegung herausgegebenen Deutschen Tageblatt stößt das auf begeisterte Zustimmung. Am 21.8.1927 ist dort zu lesen, Bräunlich führe „den Nachweis, dass die rätselhaften Gründer der Sekte bolschewistische Religionsspötter sind, die nach raffiniertem Plan darauf ausgehen, im Herzen der Kirchentreuen [!] evangelischen Bevölkerung das Vertrauen zur Kirche zu vergiften, die Bibel der Lächerlichkeit auszuliefern und die haltlos gemachten Nachläufer dem Bolschewismus in die Arme zu treiben".
Skepsis äußert zunächst ein Pfarrer Rohkohl in der Zeitschrift der Apologetischen Zentrale Wort und Tat , da die Bibelforscher „aus ihrem umfangreichen Schrifttum eine Fülle von Beispielen bringen" könnten, „die dartun, dass ihre Führer gegen den Kommunismus aufgetreten sind". 1928 betont Rohkohl jedoch in der Zeitschrift Der Geisteskampf der Gegenwart: „Ein wesentliches Merkmal der Ausführungen Bräunlichs wird sich trotzdem auch jeder objektive Kritiker zu eigen machen können, dass nämlich die Bibelforscher Wegbereiter des Bolschewismus sind, soweit es sich um die Religionslosigkeit und Religionsfeindschaft der Massen handelt. Hier ist mit bewundernswerter Klarheit das Endergebnis der Bibelforscherarbeit herausgestellt worden: Die Massen werden zunächst der Kirche wie jeder nur religiösen Gemeinschaft entfremdet und mit glühendem Haß gegen sie erfüllt". ...
Die Leipziger Neuesten Nachrichten fürchten am 18.5.1929: „Wenn diese Bewegung in unserem Volke siegt, dann treiben wir rettungslos dem religiösen Bolschewismus zu"
Am 11.3.1931 schreibt der protestantische Geistliche Julius Kuptsch im Völkischen Beobachter. „Auch sie versprechen und bezwecken nichts anderes wie die Bolschewisten, Kommunisten und andere Marxisten; nämlich die Herbeiführung paradiesischer Zustände auf dieser alten Erde unter einer internationalen Rätediktatur. Sie haben nur die besondere Aufgabe, diejenigen die noch an Gott glauben [...], mit Hilfe der Bibel für die internationale Räte-Weltherrschaft zu gewinnen" Da sollte sich doch irgendwo auch Kulturbolschewismus finden lassen, und in der Tat: Bei ihrem Verbot durch das Preußische Innenministerium im Juni 1933 wird den Bibelforschern „kulturbolschewistische Zersetzungsarbeit" attestiert.

Wenn schon mal das
Stichwort „Kulturbolschewismus" aufgenommen wurde, so muss man auch an die (spätere) Konfessionskundliche Koryphäe der Evang. Kirche, den Kurt Hutten erinnern, in seiner Phase vor 1933. Just 1932 publizierte Hutten ein Buch zu dem Thema „Kulturbolschewismus". Einige notwendige Anmerkungen zu diesem in Mysnip.95090
Dortselbst auch weiterführende Verlinkungen.
Auch: Mysnip.182558

Mehr zur Gegenwart überleitend, auch nicht zu vergessen
Lizenz zur Verachtung derer ganz unten
Dieser Typus mag in der Gegenwart nicht unbedingt, vordergründig in kirchlichen Kreisen präsent sein. Indes wie es zu Hutten's Zeiten vor 1945, neben der Nazifiliale „Deutsche Christen" auch die von den Kirchen nicht geliebten „Deutschgläubigen" gab. So auch heutzutage, als rechter Flügel (politisch gewertet) ihre Enkel die Islamhasser.

von Drahbeck - am 20.01.2015 23:05

Buschkowsky erteilt Absage

Im Zeitspiegel
Der Bürgermeister Buschkowsky, von manchen in die die Nähe der Koryphäe Sarrazin gerückt (ob zu Recht oder nicht, ist mit dieser Feststellung keineswegs entschieden), fühlt sich in diesem Milieu offenbar nicht sonderlicb wohl. In der Folge, erteilte er der Islamhasser-Szene eine deutlichen Absage, was ausdrücklich festzustellen ist..

Auch die katholische Kirche fühlt sich bezüglich der Islamhasser-Szene nicht sonderlich wohl.
Bedenkt man, das kaum einer aus diesem Milieu in Sachen des katholischen Rechtsaußen Robin de Ruiter
den Mund aufbekam, und das man dort schwieg, wo man hätte reden sollen (in Sachen de Ruiter) ist es ebenfalls als Quantensprung bezeichenbar, das auch katholische Kreise der Islamhasser-Szene eine Absage erteilen!

Allerdings erweist sich die Eintagsfliegen-Meldung aus dem Bereich der Catholica, wohl kaum als sonderlich "vertrauenswürdig", wovon auch eine andere Meldung über eine "schräge Allianz" kündet.

www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2015/01/508138/schraege-allianz-wiener-kardinal-kaempft-fuer-dubioses-zentrum-von-saudi-arabien/

www.rbb-online.de/politik/beitrag/2015/01/buschkowsky-laesst-sich-nicht-von--pegida--vereinnahmen.html
.
ww.stern.de/panorama/rede-bei-duisburger-pegida-bistum-muenster-entzieht-pfarrer-die-predigterlaubnis-2167686.html

Bei Pegida ginge es um "Nationalismus" und "Rassismus".

Und in diesem Milieu fühlen sich dann evangelikale Kreise (im Gegensatz zu den Kreisen der "Kulturchristen") offenbar "Pudelwohl".

www.welt.de/politik/deutschland/article136495585/Bibeltreue-fuehlen-sich-in-der-Pegida-Welt-zu-Hause.html

Sage mir wer deine Freunde sind und ich sage Dir wer Du bist!

Nochmals zusammengefasst. Das Thema, die eigentliche Wurzel besteht in der Lizenz zur Verachtung derer ganz unten, die prägnant ein Sarrazin erteilte, und die nun ihre vielfältigen Fortpflanzungen zeitigt.

Lizenz zur Verachtung derer ganz unten

von Drahbeck - am 20.01.2015 23:57

Ukraine

Im Zeitspiegel
Ein Rechtsanwalt kommentiert (Überschriftsmäßig)
auf seinem Twitter-Acount
„Geht doch: Lüders redet zur Ukraine Klartext auf Phönix"

Man sollte sich das zugehörige Video genau ansehen:

https://www.youtube.com/watch?v=m9R5UEVMJHE

Die Interessen der zunehmend (wieder) von den Falken dominierten USA-Außenpolitik, auch im Falle Ukraine, sind keinesfalls identisch mit Interessen Europas. Auch wenn jener Aspekt aus opportunistischen Gründen, nicht weiter sonderlich thematisiert wird.
Die USA-Falken haben schon in anderen Fällen Stellvertreter-Kriege in Szene gesetzt. Jetzt wieder mal besonders auch im Falle Ukraine.
Wer hündisch - ohne eigene Überlegung den USA folgt -, erweist sich damit keinen Dienst zum eigenen Nutzen.
Mit in jenem Video erwähnt, die Geschichtsklitterung aus Ukranischem Politikermund, die in der Substanz im nachhinein, den Hitler'schen Aggressionskriegen einen Glorienschein verpasst. Bei den Politikern, wo diesbezüglich nicht die Alarmglocken anschlagen, muss man allerdings die Frage stellen, wie es um diese bestellt ist.

von Drahbeck - am 21.01.2015 23:47

Re: Ukraine

Ich halte die Einstellung der meisten europäischen Staaten in dieser Frage auch für bedenklich.

Die USA streben nach der Weltherrschaft - auf jedem Gebiet...

von offthehook - am 22.01.2015 09:22

Verbot der Weissenbergianer

Im Zeitspiegel
Am 24. 1. 1935 kann man in der „Freiburger Zeitung" diese Notiz über das „Verbot der Weissenberg-Sekte" lesen.


http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=02&day=24a&year=1935&month=01&project=3&anzahl=14

Exkurs:
Das Lexikon „Die Religion in Geschichte und Gegenwart" (3. Auflage) notierte bezüglich Weissenberg auch:
Zitat

„Als Kind kath. Tagelöhner, als Waise von einem, heilkundigen Schäfer erzogen, wurde Maurer, war 1876-78 Soldat und übte sich dann in Berlin in 36 (!) Berufen. 1903 erschien ihm Christus; ausgerüstet mit den »drei göttlichen Gaben des Hellsehens, Hellfühlens und Hellhörens« wirkte W. fortan als Heilmagnetiseur, wurde 1904 ev. und gründete die »Vereinigung Ernster Forscher von Diesseits nach Jenseits« (1907 e. V.). Von seiner Frau seit 1908 getrennt, tat er sich mit dem Medium Grete Müller zusammen, die als Reinkarnation der Maria 1911 und 1912 angeblich vaterlos die »Ölzweige« Frieda und Elisabeth gebar. Die ev. Kirche verließ er 1926, als Versuche scheiterten, über eigene Wahllisten Einfluß zu gewinnen, und schuf die Evangelisch-Johannische Kirche (E.-J. K.). Seine Heilerfolge und Prophezeiungen, astrologische Gutachten über ihn und okkulte Phänomene (in seinen Versammlungen sprachen durch Medien Luzifer, Luther, Marx u. a.!), auch das Kreuzzeichen in seiner Hand sowie die soziale Leistung seiner »Friedensstadt« (bei Trebbin in der Mark Brandenburg; Sitz ab 1932) führten ihm Tausende zu. Unbeirrt von seiner primitiven Sprache, der oft groben Art des stämmigen, an Rasputin erinnernden Mannes und seiner
Freude an handfesten Lebensgenüssen nannten sie ihn »Göttlicher Meister«, »Hl. Geist im Fleisch« u. Ä. ... Seiner Zuordnung zum Spiritismus widersprach W. heftig: er wollte den »biblischen Spiritualismus« vertreten. Schon 1915 einmal inhaftiert und häufig wegen Kurpfuscherei verklagt, konnte er alle Prozesse gewinnen, bis er 1935 trotz Nationalismus und Wehrbegeisterung, ja eifriger Propaganda für Hitler, als Sexualverbrecher verurteilt und nach Bad Obernigk/Schlesien verbannt wurde.

Verschiedentlich hatte (auch) die „Evangelisch-lutherische Kirchenzeitung", in ihrer Berichterstattung das Thema Weißenberg mit aufgenommen, so etwa im Jahre 1925.
Indes auch im Jahre 1927 dann noch. Aus letzteren Bericht sei nachfolgend etwas zitiert. Er wird deshalb ausgewählt, weil er kein Eigenbericht ist, sondern sich seinerseits auf eine externe Quelle stützt. In diesem Bericht konnte man also lesen:
Zitat

„Ein Mitarbeiter der "Deutschen Zeitung", K.S., versuchte hinter das Geheimnis der "Geisterbeschwörungen" zu kommen und es gelang ihm eines Tages, Zeuge der sonst geschlossenen Versammlung zu sein. Er berichtet darüber in der "Deutschen Zeitung" vom 27. Oktober:

Zitat

"Ein großer Saal in der Nähe des Alexanderplatzes bildet den Schauplatz des geheimnisvollen Treibens der "Ernsten Forscher von Diesseits nach Jenseits." Es handelt sich um eine Hauptzusammenkunft, die der "Meister" leitet und zu der ein Fremder nur auf Umwegen oder durch Zufall gelangt. Der Saal ist überfüllt, mehrere tausend Menschen, bei weitem mehr Frauen als Männer, sind beisammen. Von der Galerie aus beobachte ich die Vorgänge im Saal. Über die Bühne ist eine riesige Fahne gespannt, auf der die Worte:
Gott zum Gruß aufgemalt sind. Unter der Fahne sitzt das hohe Komitee und eine Schaar auserwählter junger Mädchen; neben ihnen sitzt der Prophet. Nach einem Klingelzeichen geht der Prophet an einen kleinen Altar, auf dem ein dreiarmiger Leuchter mit Lichtern steht, die aber der Sparsamkeit halber nicht angebrannt werden und eröffnet mit knappen, unbeholfenen Worten die Versammlung. Erst wird ein Choral gesungen und dann beginnt der eigentliche Akt der Geisterbeschwörung. Weißenberg greift sich eins der Mädchen heraus und schaut sie an. Sie beginnt unter seinen Blicken zu taumeln, schließt die Augen und sieht aus, als ob sie hypnotisiert sei. Dann beschwört er den Geist des Freiherrn von Richthofen und befiehlt ihm, in den Leib des Mädchens zu fahren und eine Rede zu halten. Mir wurde erklärt, daß er bei früheren Versammlungen auch Männer, wie Moltke, Bismark, Kaiser Wilhelm I. u. a. aus dem Munde eines Mädchens sprechen ließ.
Seine Anhänger sind auch fest davon überzeugt, daß aus dem „Werkzeug" (so wird das Medium genannt)
tatsächlich der Geist
jenes Verstorbenen spricht. Mit einem kräftigen „Gott zum Gruß" meldet sich der "Geistesfreund" durch das Werkzeug, in diesem Falle Freiherr von Richthofen und die ganze Gemeinde antwortet ebenso. Dann gibt der "Meister" dem "Werkzeug" eine Bibel in die Hand und der Geist beginnt zu reden. Zuerst werden die Vorzüge des "Propheten" gepriesen - wer in seiner Nähe weilt, ihm die Hände küßt, der wird es hier und im Himmel gut haben, wer ihm hier etwas zukommen läßt, der wird es hundertfältig im Himmel wieder erhalten; denn nur er - so heißt es weiter - ist der richtige Prophet, seine Kirche wird sich über die ganze Erde verbreiten, usw. Der heilige Geist wandele jedoch augenblicklich auf Erden in dem Körper des heiligen Johannes. Fast eine Stunde lang predigt die Geisterstimme, als wenn sie alles auswendig gelernt hatte, und zwei Damen stenographieren die ganze Rede mit. Inzwischen hört man aus der Menge der Zuhörer dann plötzlich ein dumpfes Brüllen, das sind, wie man mir erklärte, Geister, die zum Licht wollen und mit den bösen Geistern kämpfen. Dann eilt der "Prophet" zu dem Kämpfenden hin und schaltet den Geiet aus. Wenn er dabei durch die Reihen der Andächtigen geht, fallen Frauen vor ihm auf die Knie, küssen ihm die Hände, den Rock, kurz alles, was er ihnen darbietet.
Eine Frau neben mir sagte, sie würde, wenn er es verlangen würde, sofort ihr Leben für ihn hingeben. Und das alles im heutigen Berlin!
Man sagt immer, die Menschen wollten nicht mehr glauben; der "Prophet" vom Alexanderplatz und sein Anhang aber ist ein Beweis, daß der Wille zum Glauben überall vorhanden ist und daß er von irgendeinem geschäftstüchtigen Menschen in falsche Bahnen geleitet, die unheimlichsten Früchte zeitigen kann.

Am 31. Oktober, am Reformationsfest, werden Weißenbergs Anhänger in Berlin und Abordnungen seiner Gemeinde im Reich in Berlin-Steglitz einen großen "Kirchentag" abhalten. Sobald die "Geisterstimme" geendet hat, erweckt Weißenberg das Medium aus dem Trancezustand und macht einige geschäftliche Mitteilungen. Er erklärt, daß er kein Geld von seinen Gläubigen verlange, daß aber in der letzten Zeit so viele Spenden eingegangen seien, daß er seinen herzlichsten Dank aussprechen müsse. Er habe das viele Geld gar nicht mit seinen Augen fassen können. Es werde aber allen alles hundertfältig im Himmel vergolten werden. Noch ein paar Gebete werden gesprochen, und inzwischen fallen wieder einige in "Verzückung". Er aber erledigt sie in Bausch und Bogen, indem er erklärt: "Ich gebiete allen Geistern sofort auszuschalten!" Dann wird die Sitzung geschlossen. Der "Prophet" klappt den Altar auf, packt den Leuchter hinein und läßt sich die Tageseinnahmen geben, während die Gläubigen dem Ausgange zuströmen. Am Eingange zu dem Saal staut sich die Menge und bildet eine lange Gasse zu einem eleganten Privatauto, dem Auto des "Propheten", Auch der Meister läßt nicht lange auf sich warten. Jovial grüßend schreitet er durch die Menge, der Schlag wird aufgerissen, - klappt zu und der "Prophet" fahrt davon. 0, welche Lust "Prophet" zu sein."

In dem 1926 erschienenen Buch über „neuzeitliche Sekten und Häresien" von Martin Riemer, werden auch die Weissenberger mit gestreift. Daraus sei noch nachstehendes zitiert.
Zitat

„Weißenberg kann, wie er dem Schreiber dieses Berichtes (Riemer) in der Pause sagt, nicht alle Geister, die sich melden, "einschalten". Heute wollen sieben reden, aber nur drei kann er zulassen.
Er nähert sich einem Mädchen von vielleicht 30 Jahren, das mit geschlossenen Augen, totenbleich auf ihrem Stuhl nach hinten gesunken ist, und führt sie an ihrem steif ausgestreckten Arm vor die Gemeinde, Mit beiden Händen bearbeitet er ihren Oberkörper vorn und hinten; er reibt den Rücken, die Brust streicht er gerade. Dann drückt er dem willenlosen Geschöpf eine Bibel in den Arm. Wie ein Rück durchfährt es den Körper, nun stehlt sie, an allen Gliedern zitternd, da und spricht „Gott zum Gruß", der Geist ist "eingeschaltet". Bonifazius, der Apostel der Deutschen, redet, - Etwa 20 Minuten dauert seine Ansprache, wer darauf gerechnet hat, über seine Person, seine Zeit, sein Leben etwas zu hören, wird sehr enttäuscht. Nichts mehr und nichts anderes als was ein Volksschüler weiß und in seinem Aufsatz schreibt, wird offenbart."

Aus der Februar-Ausgabe 1928 (S. 25f.) der Zeitschrift „Wort und Tat" sei noch nachfolgendes thematische entnommen:
Zitat

„In der von dem Propheten herausgegebenen, geschmückten, Zeitschrift: "Die Johannesbotschaft" können wir unter dem 8. Sept. 1927 folgendes lesen: "Alle Völker müssen sich beugen, vor dem, der da auf deutschem Boten steht und lebt und regiert bis in alle Ewigkeit. Alle Völker, alle Könige müssen kommen, und sie werden kommen"
Kürzlich versuchte ein "Werkzeug" in Potsdam durch heiße Umschläge einen Toten zu erwecken. Nach drei Tagen griff die Polizei ein und beerdigte zwangsweiße die schon in Verwesung übergegangene Leiche. Den heftigen Angriffen in der Tagespresse stellten die Weißenberger durch ein Flugblatt folgendes entgegen:
Zitat

"Wir Weißenberger verwerfen natürlich die Handlungsweise des Brd. Holz auch, der in seinem Übereifer und Hochmut dasselbe tun wollte wie der Meister. Es war das derselbe Glaube, wie ihn einst Petrus hatte, als er auch, wie sein Herr, aufs Meer hinausging und - versank. Aber wenn es auch eine große Dummheit war, so ist das aber noch lange nicht so schlimm, als wenn der Arzt einen Totenschein ausstellt, und der vermeintliche Tote erwacht dann im Grabe und zerfleischt sich aus Verzweiflung in der Gruft, wie es vor wenigen Jahren in Stettin der Fall war. Herrn Weißenbergs wirkliche Totenauferweckungen, die unter Zeugen stattgefunden haben, die werden begreiflicherweise totgeschwiegen, ja sogar zynisch abgestritten."

In seinem einschlägigen Konfessionskundlichen Buch, kommt Helmut Obst auch auf das Thema der „Evangelisch-Johannischen Kirche" zu sprechen. Da diese, wie vernommen, vom Naziregime auch verboten wurde, mag insbesondere der Aspekt noch zitiert werden, welche Deutung Obst denn den Ursachen dieses Verbotes zuteil werden lässt. Dazu kann man bei ihm unter anderem lesen:
Zitat

„Weißenberg und seine Anhänger standen den politischen Parteien der Deutschnationalen, der Deutschen Volkspartei, der Demokraten nahe. Die faschistische Machtergreifung wurde auf diesem Hintergrund als Beginn der deutschen Erneuerung begrüßt - wie auch von zahlreichen anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften. Viele »Geistfreundreden« waren voll des Lobes für die politische Entwicklung. Weißenberg bekannte sich offen zu Hitler. Am 17. Juni 1933 wurde in Anwesenheit Weißenbergs in der »Friedensstadt« ein Stützpunkt der Nazipartei gegründet. Doch waren von Anfang an die Keime für den späteren Konflikt mit dem faschistischen System vorhanden. Der Konflikt entzündete sich recht bald am Absolutheitsanspruch Weißenbergs und Hitlers, an der entschiedenen Weigerung, in Lehrfragen Zugeständnisse zu machen. Weißenberg blieb auch hier Nonkonformist. Es mußte auffallen, wenn etwa das nazistische Idol Horst Wessel in einer »Geistfreundrede«, die am 20. April 1933 in der »Johannes-Botschaft« zu lesen war, bekannte, daß er erst in der Ewigkeit »den großen Führer des deutschen Volkes und Vaterlandes (Weißenberg) erkennen« durfte und nachdrücklich für die Wahrheit und Bedeutung des Alten Testaments eintrat.
Oder wenn am 6. April 1933 die Rede eines »Geistfreundes« vom 10. Juni 1932 veröffentlicht wurde, in der es heißt: »Unser Heil und unser Leben liegt im Heilsbanner schwarz-weiß-rot und im schwarzen
Kreuz im weißen Feld, nicht im Hakenkreuz, meine Brüder, Kameraden, meine Freunde.«
1934 kam es zu einer großen, von Joseph Goebbels inszenierten Pressekampagne gegen Weißenberg. Im selben Jahr wurde die Zeitschrift »Der Weiße Berg« verboten. Ende 1934 verlangte die Geheime Staatspolizei von Weißenberg und seiner Gemeinschaft, auf, die »Geistfreundreden« und die Benutzung des Alten Testaments im Gottesdienst zu verzichten. Weißenberg lehnte ab. Es gehört zu seiner persönlichen Tragik, daß Weißenberg offenbar dennoch den Glauben an Hitler als den gottgesandten Führer hochhielt. In einer der letzten Nummern der »Johannes-Botschaft« vom 3. Januar 1935 verkündigte »Martin Luther« nach wie vor: »Der Kanzler Hitler liebt im Sinne und Geiste Jesu die Gerechtigkeit und führt sie durch alle Instanzen, er haßt die Ungerechtigkeit wie sein Heiland Jesus Christus, und, meine Lieben, er führt's durch.« In der letzten Nummer der »Johannes-Botschaft« vom 24. Januar 1935 prophezeit »Napoleon I.«: »Es siegt im deutschen Vaterland die Evangelisch-Johannische Kirche nach der Offenbarung St. Johannis!«
Am 17. Januar 1935 wurde die Evangelisch-Johannische Kirche nach der Offenbarung St. Johannis durch die Geheime Staatspolizei für Preußen, bald auch für das ganze Reichsgebiet verboten."

Am 26. 5. 1935 wurden die Weisenbergianer erneut Thema für die „Freiburger Zeitung"
Diesmal titelte man:
„Das Ende eines Propheten.
Weißenberg wegen Sittlichkeitsverbrechens verhaftet."

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=02&day=26r&year=1935&month=05&project=3&anzahl=22

Weitere Notizen zum Thema
Zeitspiegel (1)

(dort ziemlich am Textende unter Hinweis auf die "Freiburger Zeitung" vom 18. 12. 1927
sowie auch:

"Freiburger Zeitung" 17. Mai 1929
http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=05&day=17b3&year=1929&month=05&project=3&anzahl=6
Über den gegenwärtigen Stand der „Johannischen Kirche".
Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Johannische_Kirche

Auch noch die
April-Ausgabe 2011 des „Materialdienst" der EZW
Davor schon im März-Heft 2008 des „Materiadienstes" ein ähnlicher Bericht (auf deren Webseite herunterladbar).

von Drahbeck - am 23.01.2015 23:13

Griechenlands Rechtsextreme

Im Zeitspiegel
(Pegida lässt wohl grüßen).
Zum Stichwort „Chrysi Avgi" kann man in einem Wikipedia-Beitrag unter anderem auch lesen, jene Partei mit vorgenannten Namen
Zitat

erhebt territoriale Ansprüche an Nachbarstaaten sowie beitreibt eine eine Politik gegen Einwanderer.
Bei den Parlamentswahlen des Jahres 2012 errreichte sie einen Stimmenanteil von 6, 92 %.

Jene Prozentzahl muss aber noch durch eine weitere Detailzahl ergänzt werden, und zwar der:
Zitat

Überdurchschnittliche Wahlergebnisse erreicht sie offenbar unter Polizisten denn in den Wahllokalen, in denen die Polizei wählte, erlangte sie bei den Parlamentswahlen im Juni 2012 17 bis 25 Prozent.

„Folgerichtig" arbeitet die Wikipedia in ihrer Darstellung mit heraus:
Zitat

„Gewalt ist für sie (jene Partei) die Botschaft ihrer Politik"

Über einen Abgeordneten jener Partei wird desweiteren berichtet:
Zitat

„während einer laufenden Debatte im Parlament Passagen aus der antisemitischen Fälschung Protokolle der Weisen von Zion vor "

Weiteres über dise Hetzschrift
Auch dieses Detail gibt es noch:
Zitat

„Die Partei diskriminiere Menschengruppen auf der Basis von Hautfarbe oder sexueller Orientierung und spreche ihnen universelle Rechte ab
" was schon den Europarat veranlasst, sich auch über diese kritisch zu verbreiten.
Weiterhin „passend" gibt es auch dieses Detail noch:
Zitat

„Auf Einladung der NPD nahm im Jahr 2011 in Dresden eine Delegation der Chrysi Avgí an einer Veranstaltung zum Gedenken an den 13. Februar 1945 teil"

http://de.wikipedia.org/wiki/Chrysi_Avgi

Auch die „Neue Zürcher Zeitung" kam am 14. 1. 2015 in einem Artikel, betitelt „Der grosse Sprung nach rechts" auf dieses Parteiengebilde zu sprechen, und musste auch konstatieren
Zitat

„Griechenlands rechtsextreme Partei Chryssi Avgi zieht auch Menschen an, die man dort nicht erwarten würde."

http://www.nzz.ch/international/europa/der-grosse-sprung-nach-rechts-1.18460438

Im Verfolg der weiteren Ausführungen der NZZ werden auch Beispiele vorgestellt, auf die das zutreffe.
Bei einem dieser Beispiele nahm dann die NZZ eine Namensveränderung vor (aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes). Ihr Fallbeispiel mit dem (Pseudonym) Namen Triantafyllou
Zitat

„war selbst ein überzeugter Linker, wandte sich aber in den 1970ern vom Marxismus desillusioniert der Religion zu."

Und wo landete dieser nun? Nicht unerwartet dann die Auskunft bei den Zeugen Jehovas.
Indes, auch das kann vom Prinzip her durchaus nicht unerwartet sein, sein ältester Sohn sagte dann mit dem Erreichen seines 18ten Lebensjahres.
Zeugen Jehovas - aber doch nicht mit mir.
Er fiel dann eben jenen rechten Rattenfängern anheim, von denen hier die Rede ist.
Zitat

„Doch nach seinem 18. Geburtstag wandte sich der ältere Sohn vom religiösen Glauben der Familie ab, trat der Chryssi Avgi bei und kandidierte für die Partei bei den Regionalwahlen 2014. Triantafyllou erfuhr über das Internet von der für ihn schockierenden Nachricht. Seitdem hat er kein Wort mehr mit seinem Sohn gesprochen. «Ich wuchs an einem Ort voller Kriegswitwen und Waisen auf», sagt er ..."

Die leidvollen Erfahrungen des Vaters verhinderten es aber nicht, dass der Sohnemann einen kritisch zu wertenden Weg einschlug.
Indirekt ist das dann wohl alles auch ein Beleg, über die „Ausstrahlungskraft" der Zeugen Jehovas Religion!

von Drahbeck - am 25.01.2015 12:54

Re: Ukraine

Im Zeitspiegel
Zitat:
"Wer Waffen liefere, mache sich zur Partei."

Die USA eine solche Partei sein WOLLENDE Macht.
Die dann nicht bloß zur Einlagerung in Arsenale bestimmten Waffen, sind ja vom Territorium der USA "weit weg vom Schuß".

http://www.deutschlandradiokultur.de/politologe-walther-stuetzle-wir-sind-moeglicherweise-am.1008.de.html?dram%3Aarticle_id=310946


Und, überall hat die CIA (und andere vergleichbare USA-Firmen) ihre dreckigen Finger dazwischen. In Vergangenheit und Gegwnwart. Keinesfalls "nur" im Falle des im nachfolgenden Link genannten Beispieles:

forum.sektenausstieg.net/showthread.php?16088-Christliche-Politiker-und-ihre-Einstellung-zu-militärischen-Auslandseinsätzen&p=504795&viewfull=1#post504795

Herr Thomas Gandow von der Evangelischen Kirche in Deutschland, wusste in seiner Publizistik auch einiges geographisches zur Ukraine mitzuteilen. Zum Zeitpunkt der Gandow’schen Replik (1997), waren allerdings die derzeitigen Ukraine-Kontroversen so noch nicht akut.
Besonderer Gewährsmann vor Ort im Bericht von Gandow ist ein Herr
Alexander Dvorkin

Besagter Herr Dvorkin legt über sich selbst, via Gandow das Zeugnis ab.
Er (Dvorkin) sei
im November 1996 durch den früheren Dissident und Menschenrechtsvertreter Herr Gleb Jakunin in einen Prozeß verwickelt worden, in dem er beschuldigt, wurde, in Rußland gesetzlich anerkannte religiöse Organisationen, die er "totalitäre Kulte" nenne, zu verleumden.

Zu den Schleppenträger im Prozeß gegen Dvorkin gehört aus Deutschland auch eine Art Besier-Kompagnon oder meinetwegen auch Yonan-Kompagnon namens Hubert Seiwert aus Leipzig. Auf die Nennung der akademischen Titel besagter Herrschaften, verzichte ich aber meinerseits.

Dvorkin seinerseits führt aus, er stützte sich in seinen das Mißfallen vorgenannter Herrschaften gefunden habenden Ausführungen, auch auf das Buch von Steven Hassan: "Ausbruch aus dem Bann der Sekten".

Über seine Biografie teilt Dvorkin weiter mit.
Geboren 1955. Dann 1977 in die USA emigriert. Dort sechs Jahre staatenlos bis zu seiner Einbürgerung in die USA.
„Dort erwarb er einen Bachelor of Arts (BA) in russischer Literatur am Hunter College der City University of New York, den Magister der Theologie am Orthodoxen Theologischen Seminar St. Wladimir und den Doktorgrad in Mittelalterlicher Geschichte an der Fordham Universität. Er habe an verschiedenen höheren Lehranstalten unterrichtet und eine Reihe von wissenschaftlichen Artikeln sowie eine Monographie in Buchform veröffentlicht. Er habe bei dem Rundfunksender Voice of America in Washington, DC, als Autor und Radiosprecher und beim Radio Liberty in München als Chefredakteur der Nachrichtenabteilung gearbeitet."
Dann Ende 1991 in die noch bestehende Sowjetunion zurückgekehrt.

Er sei noch US-Bürger mit russischer Aufenthaltserlaubnis.

Seit März 1992 dann Mitarbeiter der Abteilung für Religiöse Erziehung des Patriarchats Moskau der Russischen Orthodoxen Kirche.

Pikant auch die weiteren Details die da Dvorkin so mitteilt.
So bezichtigt er einen früheren Priester beim Moskauer Patriarchat der ROK namens Jakunin, diesem sei 1994 das Priesteramt entzogen worden. Seine Amtsenthebung erkannte dieser aber nicht an. Er „schloß sich in der Folge der sogenannten "Ukrainischen Orthodoxen Kirche des Patriarchats Kiew" an. Letztere gilt der orthodoxen Weltgemeinschaft als schismatische Jurisdiktion. Sie wird geführt von dem selbsternannten "Patriarchen von Kiew und der ganzen Ukraine", Filaret, (bürgerlich: Michail Denisenko), ehemals Metropolit von Kiew der Russischen Orthodoxen Kirche."

Über letzteren vernimmt man weiter, er sei 1992 unter anderem wegen Zusammenarbeit mit dem KGB zu Sowjetzeiten, seines Priesteramtes enthoben. Jetzt sei Herr Denisenko eine enge Verbindung mit Munbewegung und "Vereinigungskirche" des S. M. Mun eingegangen.

Weiter teilt Gandow im Jahre 1997 mit:
„Letzte Meldung
Filaret und Jakunin exkommuniziert
Die Bischofskonferenz der Russisch-Orthodoxen Kirche, die in
Moskau vom 18. - 23. Februar zusammengetreten war, hat am
19.2.1997 den ehemaligen Priester Gleb Jakunin und Michail
Denisenko, den früheren Metropoliten Filaret, wegen ihrer
schismatischen und kirchenfeindlichen Aktivitäten exkommuniziert.
Beide haben erklärt, daß sie diese Entscheidung für sich nicht
akzeptieren. Filaret (Michail Denisenko) bezeichnet sich jetzt
als "Patriarch" einer "Ukrainisch-Orthodoxen Kirche (Kiewer Patriarchat)".

Lässt man sich diese Ausführungen im Detail weiter „auf der Zunge zergehen", möchte ich nochmals auf den genannten Aspekt des Dvorkin als Mitarbeiter des amerikanisch CIA-finanzierten Radionsenders „Liberty" hinweisen.Wenn anderen genannten Personen eine Zusammenarbeit zu Sowjetzeiten mit dem KGB vorgehalten wird, so belegen diese Details die Ausläufer des USA-gesteuerten kalten Krieges bis in die Gegenwart.

von Drahbeck - am 22.02.2015 09:41

Re: Ukraine

Ein Beitritt der Ukraine zur NATO hätte Russlands lebenswichtige Marinebasis in Sevastopol unter die Kontrolle der NATO gebracht – was für Russland so unvorstellbar ist wie es für die Vereinigten Staaten von Amerika unvorstellbar wäre, Norfolk, Virginia oder Houston unter russischer oder chinesischer Kontrolle zu sehen.

Ich denke, dass es nicht Putins Ziel ist, die Ukraine zu annektieren – zumindest nicht jetzt. Er will einfach sicherstellen, dass die Ukraine nicht zu einem "Dolch der NATO" wird, der gegen das Herz Russlands oder gegen das Schwarze Meer gerichtet ist. Die Ukraine war seit 1991 ein bankrotter, gescheiterter Staat, der von inkompetenten Politikern, Gangstern und Oligarchen geführt wurde...

von offthehook - am 22.02.2015 10:53

Re: Ukraine

DER SPIEGEL 8/2015 thematisiert den Ukrainekonflikt.

Angenommen US-Waffenlieferungen erfolgen.
Separatisten erbeuten militärische Technik (vielleicht nicht die modernste, aber trotzdem).
Wen dürfte dies freuen?

Wie viele Irre sind an Russland eigentlich schon gescheitert?
Danach gings mit der Geschichte der Menschheit jedoch immer irgendwie weiter ...

... allerdings gabs damals noch kein nukleares Arsenal!!

von X ~ mysnip - am 23.02.2015 16:45

Re: Ukraine

Klasse finde ich übrigens die Flucht von Wehrdienstpflichtigen in der Ukraine. Bekommen die im Westen Asyl?

von X ~ mysnip - am 23.02.2015 16:55

Re: Ukraine

Ohne mich jetzt an einer Politischen Diskussion beteiligen zu wollen.
Im Sommerurlaub schaute ich mir eine Oper im Schloss Braunfels an und wohnte in einem Hotel in Wetzlar.

Dabei spazierte ich einen Abend durch den Ort Wetzlar und kam an einem Denkmahl vorbei



In einfachen Worten Ausgedrückt.

Der Westen köderte die Ukraine im ersten Weltkrieg durch wirtschaftliche Anreize sich von Russland zu trennen.
Wenn der Westen heute interveniert das die Ukraine sich vom Westen trennt basiert das nach wie vor auf deren Bestreben von 1913.

http://www.exil-club.de/groups/MigrationWetzlar/ukraine.htm

von . + - am 23.02.2015 17:42
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