Tagebuch der schwarzen Kaiserin - Geistermedien

Startbeitrag von . + am 02.06.2008 23:00




Auf dem Domogled.*

Ich steh' auf hohem Domogled,
Auf steiler Felsenschanze,
Von frischer Maienluft umweht,
Umstrahlt vom Sonnenglanze.

Ein unabsehbar weites Meer
Voll hoher, grüner Wogen,
So sind die Höhen rings umher,
Mit dichtem Wald umzogen.

Und in der blauen Ferne blinkt,
Gleich einem Silberbande
Die Donau, wie sie vorwärts dringt
durch blütenreiche Lande.

Du glorreich schöner Maientag!
Lass mich der Nacht gedenken,
Dass in ihr mystisch Glück sich mag
Mein Geist noch einmal senken.

Des Meisters Seele war bei mir,**
Und meine könnt' ihn sehen;
Er zog sie aus dem Leibe schier
Als sollt' sie mit ihm gehen.

Und all der bösen Zweifel
Tross Zerstäubten wie im Nue;
Ich leg' nun in Jehova's Schoss
Mein müdes Haupt zur Ruhe.

* 1106m hoher Berg mit guter Fernsicht südlich von Herkulesbad.
** Heinrich Heine.
-----------------------------------------------------------------

Ausschnitt aus dem Gedicht „Nordsee-Stanzen“

III.
Es wirft die Sonne vor dem Niedergehen
Noch einen Blick auf die geliebte See;
Nun kann kein menschlich Äug' mehr auf sie sehen,
Es thut die rote Glut ihm dort zu weh;

Und dennoch muss gebannt ich lange stehen
In dieses lodernden Altares Näh'.
Die besten Nachtgebete meiner Seele
Leg' ich hier nieder an Jehovas Schwelle.
--------------------------------------------------------------------------

Nachtrag zu dem Gedicht „Chor der Salamander“

Nachtrag: Dieses obige Gedicht
Ich verfasst es selber nicht.
Während ich im Wald spaziert,
Hat der Meister* mir's diktiert.
Anfangs wollt' ich nicht daran.
„Solche Faxen geh'n nicht an",
Hat er mir drauf streng gesagt;
Ungehorsam war' gewagt;
Nun so schreib' ich's (contre coeur);
Denn der Meister bleibt doch Er.

* Heinrich Heine.
-----------------------------------------------------------------------------

An den Meister.

Nur einmal, einmal komme wieder,
Dass ich Dich schau von Angesicht,
O, schwebe einmal noch hernieder,
Du meiner Seele Trost und Licht.

Führ' sie zurück in Deine Bahnen,
Eh' ihr die Welt ein Böses tut.
Mein Herz durchzieht ein schlimmes Ahnen,
Mir fällend fast den stolzen Mut.




---------------------------------------------------------------------------------------
Aus dem poetischen Tagebuch von Elisabeth Amalie Eugenie, Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn - besser bekannt als Sissi.

Jemand meinte nun zu mir das Sissi möglicherweise Schizophren war.
Wenn jemand Stimmen hört ist er nicht gleich Spiritist.

1.) Dagegen spricht das die Gedichte die sie durch ihr Medium schrieb eine ungleich höhere Qualität aufweisen als „private“ Reime die sie in einer gewöhnlichen Gossensprache verfasste.
Als Beispiel das „Gaffer“ Zitat.
http://forum.mysnip.de/read.php?27094/5011,5011msg-5011
Wenn sie ihre Adelskolleginnen als fette Schweine, blöde Affen tituliert.



Diese, eine Schweizer Kuh
Gleich an fetten Formen

Jena aber hässlich, wie
Eine Hex im Märchen

Ei, wie sie sarkastisch lacht
Mit ihren schiefen Kopfe

u.s.w.



Oder hier als Beispiel ungekürzt das Gedicht in der sie sich auf sehr gewöhnliche Art über die zukünftige Schwägerin „Erzherzogin Karolina“ auslässt.
Da die jüngste Kaisertochter Marie Valerie sich in Erzherzog Franz Salvator verliebt hatte und ihn näher kennenlernen wollte, kam es im Sommer 1886 zu regen Kontakten der Kaiserfamilie mit der Familie Habsburg-Salvator, dem toskanischen Zweig des Hauses.
Sissi billigte zwar die Wahl ihrer Tochter, machte sich aber trotzdem insgeheim, über die Salvator-Familie lustig, so auch über Valeries zukünftige Schwägerin, Erzherzogin Karolina:
---------------------------------------------------------------------------



Der Karolin.

Der Karolin, der Karolin!
Ist gar ein nettes Mädchen,
Zur Putzsucht fehlt ihm jeder Sinn,
Trägt Zöpfchen wie Pastetchen.

Der Karolin ist von Statur
Wie eine kleine Knackwurst,
Denkt auch, das Wasser ist ja nur
Geschaffen worden zum Durst.

Der Karolin bringt keinen Schwamm
Drum jemals in den Taschen;
Der Karolin führt keinen Kamm
Und thut sich niemals waschen.

Der Karolin putzt nie die Zahn',
ein Luxus sind die Bürsten,
Auch ohne putzen sind sie schön;
Einfachheit ziert die Fürsten.

Der Karolin ist stets fidel
Mit offnem Karpfenmäulchen
Und ist dazu, bei meiner Seel,
Bescheiden, wie ein Veilchen.


---------------------------------------------------------------------------
So sehr sie mit ihrer Beobachtung auch Recht gehabt haben mag, an derartigen Texten erkennt man deutlich ihre gewöhnliche Herkunft.
Und man erkennt deutlich die Gedichte die sie als Schreibmedium niederschrieb und die, die sie aus eigenem Trieb verfasste.

2.) Wenn Sissi Gemütskrank gewesen sein musste, wenn sie glaubte vom Geist geleitet, Gedichte zu schreiben, warum ist das „Geist geleitete“ der Zeugen nicht genauso auf eine Krankheit zurück zu führen?

Aber angenommen sie war – laut eigener Aussage – Spiritistin, hat dann Sissi wirklich mit dem verstorbenen Heinrich Heine Gesprochen?
Ein Zeuge Jehovas würde diese Frage mit Nein beantworten.
Wenn Zeugen Jehovas das verneinen, wieso sollen dann ausgerechnet die Zeugen Jehovas ihre Botschaften wirklich von Jehova und nicht auch nur von irgendeinem Dämon bekommen?

Sissi war felsenfest davon Überzeugt das ihr Meister Heinrich Heine war, so wie die Wachtturm Gesellschaft felsenfest davon überzeugt ist ihre Botschaften von Jehova zu bekommen.
Nur wer sagt den der Wachtturm Gesellschaft das ihr Meister Jehova ist?

Wodurch zeichnet sich den der Dämon der Wachtturm Gesellschaft aus?
Ist es nicht ein Wahrsagerdämon der ihren Herren viel Geld einbringt?
Ist es nicht der Wahrsagerdämon der Wachtturm Gesellschaft, der ständig hinausposaunt „Paulus war ein Sklave Gottes des Höchsten, der euch den Weg der Rettung verkündigt“?

„Und als wir zur Gebetsstätte gingen, geschah es, daß uns ein gewisses Dienstmädchen begegnete, das einen Geist, einen Wahrsagerdämon, hatte.
Sie brachte gewöhnlich ihren Herren viel Gewinn ein, indem sie die Kunst der Voraussage betrieb. Dieses [Mädchen] folgte Paulus und uns beständig und rief die Worte aus:
„Diese Menschen sind Sklaven Gottes, des Höchsten, die euch den Weg der Rettung verkündigen.“
(Apostelgeschichte 16:16-17)

Wer sonst als die Zeugen Jehovas agiert heute in einem derart großen Stil als berufsmäßiger Vorhersager von Ereignissen?

z.B. der Vortrag „Was die nahe Zukunft bringt“ aus dem Zonenbesuch von Brd. Gerrit Lösch (Bethel Brooklyn) in Hawaii am 27. Januar 2008:
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,5133,5133#msg-5133

Wendet euch nicht den Geistermedien zu…



…und zieht nicht berufsmäßige Vorhersager von Ereignissen zu Rate, so daß ihr durch sie unrein werdet. Ich bin Jehova, euer Gott.
(3. Mose 19:31)

Antworten:

Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.