Tagebuch der schwarzen Kaiserin - das letzte Gedicht

Startbeitrag von . + am 08.06.2008 22:08




Ein südliches Märchen

Von ahnungsvoller Schwermut wie umhaucht,
Gelehnt an eines Gartens niedrer Mauer,
Die ganze Seele in diess Bild getaucht,
So blickte jetzt vertieft in süssem Schauer
Die Fürstin von der Anhöhe herab,
Die waldumkränzt sich senkt zum Meer hinab.

Ihr stolzes Schiff verliess sie alsogleich,
Und alles was sie dort mit Pracht umgeben,
Den Hofstaat auch aus ihrem fernen Reich,
Wies sie zurück, der Einsamkeit zu leben;
Ein Leben stillem Sinnen nur geweiht,
Wie es die ferne Heimat niemals beut.

So steht sie nun verlassen und allein
In diesem weltentrückten kleinen Eden,
Die Seele jubelt endlich frei zu sein
Und sprengt entzückt die Ketten und die Fäden
Und jeden bösen Traum, der sie umschlang.
Ihr Trank sei Lethe, ihr Vergessen lang.

Doch weh! Welch schreckensvoller wilder Traum.
O blieb's ein Traum, furchtbarer ist erwachen!
Zu seh'n vermag sie nicht, zu atmen kaum.
Sind's Teufel, die in dieses Eden brachen?
In Finsterniss versenkt, in schwarze Nacht,
Wird sie in Hades dunkles Reich gebracht?

In ihrer Seele tobt ein schwerer Kampf,
Wird Todesangst, wird Ehrgefühl jetzt siegen?
Und jeder Nerve steift sich wie im Krampf,
Da vor ihr nun die grossen Fragen liegen:
Ist Selbstmord hier nicht starre bitt're Pflicht,
Die Gnade findet vor des Herr'n Gericht?

Daran zu denken giebt ihr Todesmut;
Sie mustert raschen Blickes ihre Lage.
Des Schiffes Rand ist nieder, wo sie ruht,
Kein Grund besteht, dass sie noch länger zage.
Noch einen Blick wirft sie aufs Firmament
Zum Mächtigen, Der Sich Jehovah nennt.




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Dieses Gedicht – begonnen am 3.November 1888 ist das letzte aus dem poetischen Tagebuch von Elisabeth Amalie Eugenie, Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn.

Das Gedicht bricht unfertig ab.
Das Buch bleibt zur Hälfte unbeschrieben.

Späterer Gedichte der Kaiserin sind nicht bekannt.

Als Grund für diesen abrupten Abbruch des Tagebuches muss der Selbstmord des Kronprinzen Rudolf in Mayerling am 30. Januar 1889 angenommen werden.



Dieser Tod und seine grauenhaften Umstände übten auf die Kaiserin einen solchen Schock aus, dass sie zum Dichten nicht mehr fähig war.
Die Veränderung der Persönlichkeit der damals 52jährigen Kaiserin, bis hin zu Wahnvorstellungen, ist hinlänglich bekannt.



Wachtturm 1. 6.1976

Seite 351 Fragen von Lesern











Herrschende Frauen widersprechen dem Weltbild der Wachtturmsekte.



Erwachet 22. 3.1989

Seite 28 Leserbriefe



Frauen gehören an den Herd nicht auf den Thron.

Wachtturm 1. 7.1991

Seite 14 Abs. 3 „Frauen, die im Herrn hart arbeiten“



Frauen dürfen VORÜBERGEHEND ihren Herd verlassen um die Bibel zu studieren.



Seite 11 Abs. 8 Die Rolle der Frau in der Bibel



Demnach steht die Frau in der Stellung zwischen Mann und Tier.

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