Lademöglichkeiten, wo man sie braucht...

Startbeitrag von Yardonn am 07.07.2013 00:18

Heute war eine lustige Fahrt...
wollte mal eben schnell zur Auflösung eines ambientigen Pubs um ein paar Dinge ab zu stauben.
Kurzentschlossen, deshalb nur mal kurz am PC auf meine Routenplanung geschaut, und das Navi eingestellt.
Auf dem PC sah die Planung super aus, nur 29 km...
Aber eine Fahrt ins Ladesäulen-Niemandsland, keine Notfallsäule irgendwo, nicht RWE, nicht DSL, nicht Lemnet....
Naja dachte ich, ich bin zwar immer was knapp an Akkus. aber 60 km sollten auch mit ein paar Bergen zu schaffen sein. In der Ebene wären 80 km so das Limit gewesen....

Leider hohlte mich meine ungenügende Vorbereitung schnell ein. Mir schwannte schnell, was mein Navi da so wollte, war nicht die Route, die ich am PC ausgekuckt hatte. Und dann schlug das 45 km/h- Zulassungs Problem zu...
Also vor dem Kraftfahrstrassen-Schild gewendet, ein paar Anwohner gefragt, und loss ging es erst mal 3 km zurück.... Und dann über jeden Berg, den ich finden konnte... Und wieder wollte das Navi auf die Schnellstrasse, also wieder ein paar km mehr...
Ich hatte noch mehr als 10 km, als mein Akku von den Wh her halb leer war, obwohl ich schon einige km nur noch mit Sparfahrt unterwegs war... Schluck... Naja, hatte gute Laufschuhe an, also mutig über den "Point of no return" drüber und weiter.
Dann ging es aber recht gut bis zum Ziel, und als ich das war (36 km.... ähm...) waren noch ca. 30 km sparfahrt im Akku, auch mit Bergen. Der Rückweg konnte also gelingen... wenn ich diesmal den perfekten Weg finden würde. Das war schon sehr besorgnisserregend, zumal mein Akku stark nachlässt, wenn man die letzten Ah rausquetschen will.

Aber man kann das Hochgefühl kaum beschreiben, als ein vor einen Geschäft (geschossen... wir hatten 23:30....) ein parkte, und in meinem Scheinwerferlicht in den Rabatten eine Aussensteckdose lag.
Ich wagte nicht zu hoffen, steckte meine Verlängerung ein, und... Saft!!!! Die Steckdose war für so ein elektrisches Kinder-Spielgerät, was aber schon ausgesteckt war.
Überglücklich die 3 Lader eingesteckt, und mit gigantischen 800 Watt geladen... eigentlich wollte ich garkeine Ladegeräte mitnehmen, aber irgendein Instinkt hatte mich richtig beraten...

So hab ich zum ersten mal in meinem Leben Strom "gestohlen". Hätte ihn gerne bezahlt, sah aber keine Möglichkeit, dem Inhaber das Geld (ähm, wir reden über ca. 15 Cent.. häte natürlich auch nen Euro gegeben...) zukommen zu lassen.
Wie ich dann erfuhr, hätte mich auch der Kneipenbesitzer laden lassen, aber das wäre ein etwas umständlichere Aktion mit der Kabeltrommel geworden...
So war ich nach etwas mehr als einer Stunde sehr glücklich, wieder gute Reserven in den Akku geladen zu haben, und sah den zu erwartenden Umwegen auf dem Rückweg gelassener entgegen.

Und wie das halt so ist... wenn man Reserven hat, hat man auch noch glück. Auf dem Rückweg fand ich eine super laufenden Strecke (unter Längerem ignorieren des Navies, irgendwie haben wir Differenzen, was wir beide unter Ökonomischer Streckenführung verstehen...), die mit ca. 30 km und optimalen Höhenmetern (immer noch einige, aber das läßt sich hier nie vermeiden...) deutlich weniger Strom als beim Hinweg Verbrauchte, obwohl ich fuhr, was Kiste und schlechte Sicht bei Nacht zuließen.
Der Gesamtverbrauch zeigte, das ich wohl auch ohne Nachladen irgendwie angekommen wäre... aber wohl langsamer und mit viel mehr Sorgen...

Eigentlich ist die Ladeinfrastruktur (*lächel*... naja im Notfall... ) garnicht so schlecht, wenn man nur Schuko braucht....
Auf jeden Fall hat diese Steckdose echt meinen Abend gerettet...

Antworten:

In Eberbach hatte ich weniger Glück. i-MiEV also eigentlich brauchbare Reichweite.

Von Bonsweiher (ca Heppenheim Bergstraße) nach Lindenfels (20 km), Reichelsheim (20 km) übersprungen, Michelstadt (30 km) ging alles glatt. Nochmal 30 km aber 7% Steigung und dann war der Campingplatz überfüllt und auf dem Caravan Stellplatz die Steckdose weg.

Nochmal 20 km zum Katzenbuckel, 626 Meter hoch haben wir lieber für dieses Mal sein gelassen. Es gibt für Hotelgäste der Turmstube eine Rote 400V/16A. Das versuchen wir demnächst, aber mit Buchung.

Statt direkt zurück, sind wir nochmal über Ebach/Mischelstadt gefahren. Die Steigungen im Odenwald sind für mich unberechenbar und der Verbrauch vom Wetter abhängig. Wahrscheinlich wäre es gut gegangen.

Verbraucht haben wir 7 Euro an Münzen, also etwa 14 kW. 16 kW passen in die Batterie.

Liebe Grüße von
Peter und Karin

von Peter Dambier - am 08.07.2013 13:17
Also, meine Erfahrung ist, dass man schon Hilfe bekommt, wenn man in Not ist. Das erste Mal im Weihnachtsverkehr, als mich die Düsseldorfer Leitstelle für geschlagene 1,5 Stunden die Ampel im Tunnel rot schaltete und ich die volle Zeit dort im Gestank dort ausharren musste.
Einmal im Bergischen, Mitternacht in "Spitze", war kein Problem. 5 Minuten reichten, um über den Berg zu kommen, dann gings 180 Meter bergab, genug für den letzten Berg.
Mal kurz das Pferd im Vorgarten grasen lassen, da habe ich Verständnis, wenn ein Hausbesitzer Bedenken bekommt...
Ich plädiere für den Schukostecker mit Ventilator. Da habe ich beste Erfahrung mit gemacht, da überhitzt nichts. Man will ja keinen schlechten Eindruck hinterlassen. Der schwache Luftstrom ist auf Stecker und Dose gerichtet und kühlt über das Plastikgehäuse alles überaus effektiv.

von Bernd Schlüter - am 08.07.2013 14:06
Ach ja Bernd und ganz wichtig die Kontakte schön sauber und Oxidfreihalten!!!!!!!!!

Ich habe da Steckverbindungen gesehen (Markenware), erst vor kurzem - machen nie Probleme (Aussage Besitzer) aber wenn ein Teil dranhängt das über zwei Stunden und mehr dann kontinuierlich => 2KW zieht - locker zum Tauchsieder gelangt hätte die Steckverbindung.
Und selbst das Gummikabel 25cm weiter noch als Wärmetaucher arbeitete locker reichte um nach 15 Sekunden mit der Hand umschlossen "Verbrühungen" zu erzeugen.

ERGO - ein Scheuerschwamm in Kabelfach. Leider habe ich noch nichts geeignetes für die Steckdosen.

von thegray - am 14.07.2013 14:59
...Auch da hilft der Ventilator.
16 Ampere sind für ungekühlte Schukosteckdosen einfach zu viel.

von Bernd Schlueter - am 15.07.2013 15:23
Beim Strom betteln hilft ganz eindeutig der Niedlichkeitsfaktor. Mit meinem alten Microcar hatte ich da nie ein Problem. Bei so einem netten Autole konnte keiner nein sagen:

[attachment 267 IMGP0001_ji.jpg]

Jetzt, beim iMIEV/Ion, hilft das nix mehr. Bin schon ein paar mal leer ausgegangen.
Thomas

von Thomas Pernau (Ion) - am 15.07.2013 15:39
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