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Elweb Infra
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Erster Beitrag:
vor 1 Jahr, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 1 Monat
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Bernd Schlueter, Hotzi-47, Christian s, Manfred aus ObB

Bald nur noch Gleichstromnetze?

Startbeitrag von Bernd Schlueter am 15.05.2016 14:08

Siemens fängt an mit HGÜ. Busse und Straßenbahnen laufen bereits mit Gleichstrom. Die Eisenbahn hätte ihn gern . In meinem Haushalt benötigt nur noch die Spülmaschine Wechselstrom, da sie als einziges Gerät noch einen Induktionsmotor besitzt. Halt, alle Schaltuhren. Alles andere kann sowohl mit Gleich- wie auch mit Wechselstrom betrieben werden. Das wäre alles sofort möglich, wenn nicht eine einzige Schwierigkeit bestünde: kein Schalter ist für Gleichstrom geeignet, der Lichtbogen würde nicht abreißen. In der Industrie löst man das Problem, indem man in groß dimensionierten Schaltern den Lichtbogen in einer Flüssigkeit abreißen lässt, magnetfeldbetrieben eine Keramikwand mit Kupferplatten anrempel lässt oder, das ist der einzig elegante Weg, den Lichtbogen in Tausende kleine Lichtbögen innerhalb eines Halbleiters, also im Feststoff, aufteilt und diese dann verlöschen lässt. Solch ein Schalter heißt Transistor und ist genau so gebaut, sofern es ein Leistungstransistor ist. Ein dickes Notschütz mit Löscheinrichtung sorgt dann für die Notabschaltung. Meist wird man dann den Abschalttransistor im Stecker unterbringen, mit automatischer Abschaltung beim Ziehen.
Bei größeren Leistungen oder zur Bequemlichkeit natürlich auch am Gerät .
Trotzdem, ist da noch eine Menge nachzudenken, um allen Störfällen vorzubeugen.
Denkbar wäre auch, im Abstand von wenigen Millisekunden Abschaltlücken einzubauen, die ausreichen, auch die heute üblichen Schalter weiterverwenden zu können. Diese Lücken müssen dann durch einfacheTiefpassfilter im Gerät überbrückt werden, wobei sich am Eingang eine Kapazität oder eine zur Induktivität parallel geschaltete Diode befindet. Zur endgültigen Umstellung kann man sich dann Zeit lassen, der Umstellplan sollte aber frühzeitig erstellt werden. Ich stelle mir das so vor, dass wir ein kommunales Parallelnetz aufbauen, an das sich jeder anschließen kann und an dem auch alle Solardächer, Windenergieanlagen und BHKWs angeschlossen werden. Natürlich unsere Fahrzeuge, auch zur kurzzeitigen Zwischenpufferung. Dazu eine ausgefeilte smart grid-Steuerung, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Die öffentlichen Versorger stehen dann im Wettbewerb mit unseren BHKWs und Verbrennermotoren in den Langstreckenfahrzeugen, die dann selbstverständlich ein elektrisches Getriebe erhalten, einspeisen und kurze Strecken rein elektrisch fahren können. Um den Rest brauchen wir uns nicht zu kümmern, der kommt von selbst.
Da wir dann zu 100% Selbstversorger sind, müssen uns die konventionellen Stromanbieter Angebote machen. Dann gehts umgekehrt: den Strom müssen sie uns für 3 Cent verkaufen. Aber sie müssen uns 25 Cent bezahlen, ab 2022 mehr, wenn sie von uns Strom beziehen wollen. Gnädig bekommen sie etwas mehr, wenn keine Heizsaison ist, kein Wind weht oder die Sonne ihren Ruhetag einlegt. Beim Vermitteln überflüssiger Strommengen ins Ausland sind wir ihnen behilflich.
An den dann nicht mehr benötigten Hochspannungsleitungen hängen wir unsere Wäsche auf.. Auf den Masten jeweils ein Storchennest. Die Atomeier schmücken wir österlich und verstecken sie im Wald. Abreißen kommt nicht mehr in Frage, zu gefährlich und unnötig teuer.
Klar, unterhalb einer bestimmten Außentemperatur ist das Tanken kostenlos, ebenso bei Sturm und starker Sonneneinstrahlung.
Indem es dann in Afrika wieder kühler wird, lösen wir auch das Silvesterproblem mit unseren Nordafrikanern.

Antworten:

Zitat
Bernd Schlueter
Siemens fängt an mit HGÜ. Busse und Straßenbahnen laufen bereits mit Gleichstrom.


Sorry Bernd, keine Anfänge oder Anfänger bei Siemens und HGÜ. Die machen das schon echt lange. Bereits 1977 habe ich grosse HGÜ Anlagen von Siemens und mit Siemens Bauteilen besichtigt, damals in Cabora Bassa in Mosambique. Von Anfangen kann also keine Rede sein. Und Edison hatte seinerzeit New York und so mit Gleichstrom beleuchtet, ist aber Geschichte, nachdem Nikola und Westinghouse endlich dem Drehstrom zum Durchbruch verholfen hatten. Warum wohl hat sich AC und Drehstrom durchgesetzt für Netze und Übertragung von hohen Leistungen?
Jahre später habe ich von meinem Balkon aus aufs Schloss Pretzfeld schauen können, dort wurden viele Jahre die Halbleiter für HGÜ Anlagen gebaut, seinerzeit mit verschiedenen Aufdrucken (Siemens, AEG, ABB, kam alles aus einer Fertigung). Ist aber Geschichte, also auch nicht "Siemens fängt an....".

Gleichstrom an den Enden ja: Bei der Erzeugung durch Solaranlagen, MW-Bereich ist Standard. Beim Verbraucher auch ja z.B. bei Triple Chargern mit Chademo und CCS Ausgängen. Im ganz kleinen, sozusagen Micro-Bereich mit USB auch. Bei Übertragung und Netzen nur im Sonderbereichen: extreme Langstrecke oder Kurzkupplung von unterschiedlichen Netzen über HGÜ. Ist einfach zu teuer bisher.

Die Drehstromtechnik wirst Du noch lange Zeit bei den Netzen sehen. Ist einfacher in der Handhabung und Sicherheitstechnik. Wie Du schreibst: DC-Kurzschlüsse und Lichtbogen machen den VDElern das Leben schwer.
Obwohl es Firmen gibt, die da schöne Geräte liefern. Habe im CityEl da einen schönen ETA Automaten drin, klein, und mit 80V und 125A für DC auch ausreichend strom- und spannungsfest. Aber leider 10 bis 20 mal so teuer, wie ein herkömmlicher Automat für AC und auch nix HGÜ oder Netze und so, eher was für den Endpunkt.

Also DC an den Endpunkten ja, ist Stand der Technik, auch zum Schnellladen von E-Fahrzeugen. DC für die Netztechnik nur für Sonderfälle, daran wird sich so schnell nichts ändern.

Bau und projektiere doch einmal mal eine kleine Unterverteilung von 1,2 MW in DC und in AC. Dann merkst Du die Unterschiede in Preis und Grösse.

Solarmobile Grüße von Roland

von Hotzi-47 - am 16.05.2016 09:20
Zitat
EMobile plus solar


Bereits 1977 habe ich .......


Relativ kurz nach dem die Preußen den Vorderlader ersetzt haben wurde in Bayern mit Gleichstrom
Strecken überbrückt die damals als fast unendlich galten Anno 1882


Bildquelle: [www.vde.com]

Der borische Organisator der Oskar von Miller ( sogesehen mein Nachbar ) mußte da deutlich mehr
Neuland betreten als der Elon der gern den Namen von Tesla verwendet, der Oskar hat aber relativ
schnell zu Tesla umgeschwenkt, weil mit dieser Technik der Strom leichter dem gemeinen Volke zu
mehr Wohlstand verhelfen konnte ( nachzulesen im Buch von Oskar von Miller
[books.google.de] ab Seite 140)
was leider bei den Eauto Tesla so absolut nicht der Fall, aber dafür wenigestens als Ersatzreligion zu verwenden
[www.krone.at] ( was ich ja schon länger begrantle ;-) )


In diesen Sinn noch ein Video zu den Anfängen der Stromverteilung ( die Verhandlung in dem Video
ist etwas später als die Wasserkraft wo ich der Zeitabschnittsbevollmächtige bin ( weil die Wasserkraft
hatts lang vor mir gegeben und soll durch die Arbeiten der Modernisierung noch hoffentlich lang nach mir
sauber Energie liefern ) die Lieferung von Gleichstrom aufgenommen )

[www.youtube.com]

Ja und obwohl der Prinzregent nicht so vom Elektrischen angetan, hat es sich doch durchgesetzt,
im Gegensatz zum Königreich Bayern welches bald 100 Jahr Geschichte, ohne das die Politik
dadurch Besser geworden, nur sakrisch Dammisch.

von Manfred aus ObB - am 16.05.2016 10:00
Hallo Manfred,
Respekt, Respekt, bist bereits 1882 mit Deinem Nachbar Oskar von Miller dabei und hast die Energieübertragung Miesbach-München eingeweiht und sogar Bilder für den VDE gemacht. Habe ich ja gar nicht gewußt, ich hatte immer gedacht, ich wäre der ältere von uns Beiden. Na ja, ich war halt beruflich erst 1977 unterwegs, damals in Afrika. Genauer von 1969 bis 1979.

Was ist mit den Zeitabschnitten der oder Deiner Wasserkraft? In welchem Zeitabschnitt könnte oder dürfte ich mal zum Laden kommen, wie ist das mit der Bevollmächtigung? Gibt es Deine Ladesäule noch, war - so glaube ich - sogar Park & Charge. Und Du hast wirklich, wie von Dir geschrieben: "die Lieferung von Gleichstrom aufgenommen." Wie das: Du lieferst Gleichstrom in Deine Ladestation?

Oder wie oder was, denn hier sind wir schließlich im Forum über Ladeinfrastruktur. Oder was habe ich hier nciht oder mistverstanden?

Solarmobile Grüße an unseren Wasserkraftgrantler, Roland

von Hotzi-47 - am 16.05.2016 12:49
Zitat
EMobile plus solar

Respekt, Respekt, bist bereits 1882 mit Deinem Nachbar Oskar von Miller dabei und hast die Energieübertragung Miesbach-München eingeweiht


Ja Roland so ist des in Bayern, da zählt am Land nicht so der Name sondern des Anwesen, de Leid gehen
der Hof oder des Sach bleibt, insofern ist Deine Kritik etwas berechtigt, des Walchenseekraftwerk ist
erst seit bald 100 Jahr der Nachbar, Anno 1882 war der Miller gedanklich noch nicht soweit um über ein
Drehstromnetz nachzudenken, wobei ich bei Deinen nächsten Punkt wär Drehstromkiste, die da ja viel
über Ladehalte mit Staatsknete Blafaselt wird etwas im Wachstum Ruhiger geworden, Du Schreibst

Zitat
EMobile plus solar


Gibt es Deine Ladesäule noch, ....



Es gibt Strom, ja sogar zu 100% Selbergemacht und des wen Du Schreibst

Zitat
EMobile plus solar



Na ja, ich war halt beruflich erst 1977 unterwegs




mach ich den schon länger als Zeitabschnittsbevollmächtigeter des san nun mehr als 40 Jahr wo ich
mich praktisch der Nachhaltigen Energiewirtschaft widme, wenn auch inzwischen mit Pausen beim
Bader, äh Doktor.



Da hast Teilweis was Mißverstanden, aber des hat ja zwischen uns a Tradition und des will auch gepflegt sein ;-)

Zitat
EMobile plus solar


In welchem Zeitabschnitt könnte oder dürfte ich mal zum Laden kommen, wie ist das mit der Bevollmächtigung?



Zum Laden kann man eigentlich immer kommen, wenn ich es weiß, allein inzwischen kanns halt sein
das ich hin undf wieder halt beim umdran bin wie des Hermann Leopoldi einst Sang ( des Original
find ich nicht )
[www.youtube.com] Zeitindex 3:48 ansonsten war ja der Eine oder
Andere ja schon hier, kannst ja Nachlesen, falls Deine Schreibpause auch eine Lesepause

[67183441.foren.mysnip.de]


Des mit den Zeitabschittsbevollmächtigeten ist dem 68er Zeitgeist geschuldelt der wenig Katholisch
statt einer Ehefrau nur noch einer Zeitabschnittsgefährtin sucht und da manchmal die Kritik kommt
ich wär in manchen Dingen zu Konservativ ist das natürlich eine üble Nachrede in diesen Dingen bin
ich Stockkonservativ, nur für meine Wasserkraft bin ich eben nicht der Einzige, die ist 400 Jahr nachgewiesen,
seit 1904 zur Stromherstellung, da eben Gleichstrom der dann bedingt durch das Monopolgesetz ( Bernd
hat dazu was geschrieben, ist aber zensiert worden wie in guten Alten Zeiten als Du noch Co-Admin )
kein öffentliches Ewerk mehr, sondern nur ein Inselstromanlage und die Gleichstromtechnik wurde
zu Laden von Elektrobooten am Kochelsee verwendet, bis Varto die Rohstoffe brauchte um die E-Uboote
( also die vom Typ XXI und XXIII ( wo eins zum späteren U Hai wurde was auf der Dockkerbank sank
Du erinnerst Dich [de.wikipedia.org] ) zu bestücken. Ob die noch 400 Jahr läuft die
Wasserkraft, Hmmm ich jedenfalls bau grad die Wehranlage um ( besser ich Saniere die Wehranlage,
denn ein Neubau würde eine umschreibung des Wasserrechts bedingen und wär dann zeitlich befristet,
weil dann ökologisch, also neues EEG aber nur 20 Jahr ( in unsern Alter etwas was uns der Herr erst
genehmigen muß ) mit fast den doppelten Erlöß, oder weiter nach den alten Stromeinspeisungsgesetz
aber unbefristet, wenn man nicht doch mal mehr den Strom für was anders Nutzt ( da gibt es viel Dinge,
die sich heut Hardecorefahrer nicht vorstellen können ) jedenfalls ist Laden in einem Inselnetz oder Laden
nach den Gedanken von Gabriel zum Strommarkt 2.0 [www.bmwi.de]
( so ein Haubentaucher die Zukunft ist eine Nachhaltige Energiewirtschaft und das umfaßt mehr als nur
den Strommarkt, aber sagte der Scheer zur Einführung des EEG, aus dem Kopf zitiert:
" um das EEG zu gestallten, darf man keine Ahnung von der Energietechnik haben sondern Visionen "
schon daraus sieht man ist nur unter Schröder/Fischer gegangen, weil unter Schmid/Genscher No Way
wie des heut unter Trensetern hoast, den der Schmid Helmut meinete immer:
* wer Visionen hat sollte zum Arzt gehen * ) ist gerade das Sauberhalten eines Bilanzkreises ein Thema.

Wenn Du so willst bin ich hier eben am Testen wie man als ( ein etwas veralteter Begriff )
Bilanzkreisbevollmächtigter sein Versorgungsgebiet frei von Unnötigen Kosten hält, weil inzwischen
das Märchen vom Stromsee in den immer mehr sauberer Strom fließt und der deshalb im grüner
( obwohl Algen sind durchaus eine nachhaltige Energiequelle ) wird gestorben ist im Gegensatz zum
alten Ende von Märchen, die wenigstens eine Moral hatten :rp:

von Manfred aus ObB - am 16.05.2016 15:34
Meine Experimente an der Waldmühle in den letzten Tagen ließen mich einige Tücken der Frequenzwandler erahnen, die erst, wenn diese gelöst wären, ein Gleichstrominselnetz sinnvoll erscheinen lassen. Natürlich bleibt dann übergangsweise ein zweites sinuswandlerbestücktes Netz erhalten, das schon vorhanden ist. Das wird eh von Gleichstrom gespeist.
Der von Michael F. entworfene "Universalwandler" arbeitet anscheinend störungsfrei und dürfte einige Inselanlagengeräte erfreuen.
Vorerst sorgt er, wie könnte es anders sein, für das Wohlergehen der Kaffeemaschine im Bienenhaus, dessen Gesundheitsteesorten ich leider aus rein persönlichen Geschmacksgründen verschmähen muss.
Demnächst kommen die Lader an die Reihe, dann auch für Gäste. Ob schon dieses Jahr, verspreche ich mal lieber nicht.
Erst die Waldmühle, dann halb Bayern und bald die ganze Welt. Die Gedanken hatte schon der Kinni, als er 1880 auf seiner Elektromuschel im Lindersee unter dem Schloss Linderhof schaukelte.

Hier träumte der Elektro-Kinni von Richard Wagner und der Elektromobilität

von Bernd Schlueter - am 01.07.2016 10:38

Wirklicher alternativer Strom

Mich nervt die Aufschrift an den Ladesäulen hier in der Gegend, dass man zu 100% Wasserstrom tanke. Dabei stammt fast alles aus den umliegenden Braunkohlenkraftwerken.
Die einzige Möglichkeit, an wirklich echten regenerativen Strom zu kommen, sehe ich in der Errichtung eines zweiten, alternativen Netzes, in dem man nur tanken kann, wenn auch Strom zur Verfügung steht. Wir Elektroautofahrer haben die Möglichkeit, uns an ein solches Netz anzupassen.
Wir könnten für dieses Netz eine andere Frequenz und Spannung wählen. Für am sinnvollsten halte ich dabei Gleichstrom. Alle Zwischenkreise arbeiten damit.
Für die Inselanlage der Waldmühle erwarte ich dadurch den Wegfall vieler Gleichrichter und Frequenzwandler, Solarenergie kann direkt eingespeist werden und Elektroautos einfacher geladen werden, ohne separatem Lader. Insgesamt ein hoher Wirkungsgradgewinn. Der Hauptvorteil für die Waldmühle ist aber die Einsatzmöglichkeit eines unstabilisierten Generators beliebiger Frequenz, bei dem sich die Mühlraddrehzahl nach dem Pmax-Verfahren an die extrem stark schwankende Wasserführung des Flusses anpassen kann. In einem solchen Netz steht die Umweltfreundlichkeit des Stromes nicht nur auf dem Papier und wir müssen nicht mehr an der von den Großen beherrschten Börse unseren wertvollen alternativen Strom sozusagen verschenken. Wir haben dann selbst die Wahl und ich weiß schon, welche Stromart ich dann wähle.
Ich bitte, dass sich jeder einmal erkundigt, wie viele Eurer Haushaltgeräte mit einer Gleichstromzwischenspannung arbeiten und wie wenige, leistungsschwache Geräte oder Geräteteile noch auf 50Hz Wechselspannung angewiesen sind. Es ist ganz enorm, wieviel Investition in die Netzstruktur eingespart würde, wenn man endlich zur nun endlich universell verwendbaren Gleichstromversorgung zurückkehren würde. Auch die Steckernorm ist längst entwickelt: das NEMA-System (unverpolbar und unkompatibel mit Schuko).
Klar, Braunkohlenstrom würde sich dann geringfügig verteuern müssen, weil damit dann verlustreich Aluminium elektrolytisiert werden müsste.
Sollt Ihr mal sehen, wie , entgegen allen Behauptungen, Braunkohlenkraftwerke in ihrer Leistung gedrosselt werden können! Noch laufen sie Tag und Nacht durch.
Ich glaube nicht, dass in absehbarer Zeit zu 100% auf regenerative Energie umgestellt werden kann, aber der Anfang wäre damit gemacht.

von Bernd Schlueter - am 02.07.2016 06:07

Waldmühle

Ich bin im Moment hin- und hergerissen, wie wir künftig die Waldmühle versorgen sollen.
Die Insel soll ja ein Modell für ein dezentrales Netz werden. Die Drehstromversorgung funktioniert ja leidlich und sicherlich wieder gut, wenn die Reste des Treibriemens aus Kunststoff durch die Zahnkette ersetzt sind. Nur sehr wenige Geräte benötigen wirklich Dreh- oder Wechselstrom und würden genaus so gut oder sogar besser mit Gleichstrom funktionieren. Die Frequenzwandler würden sich über Gleichstrom als Eingang ebenso freuen, wie alle Lampen, Wärmegeräte, der Computer und die wenigen Geräte, die noch auf den Brummstrom von 50 Hertz angewiesen sind. Die elektrische Zahnbürste oder der Klingeltransformator, lassen sich ganz einfach umstellen. Die Solarenergie fällt in Form von Gleichstrom aus den Photovoltaikzellen. Einspeisen von Wechselstrom ist ein unnötig schwieriges Unterfangen. Die genaue Einhaltung der Sinusform stellt hohe, energieverzehrende und eigentlich völlig unnötige Anforderungen an Einspeisegeräte und Verbraucher. Weltweit kämpfen Energieunternehmen gegen Abweichungen des Phasenwinkels und Verbraucher müssen mit hohem Aufwand den Leistungsfaktor auf 1 korrigieren, genannt PFC.

Also, Ideen sind gefragt. Gleichstrom wurde bereits vor 100 Jahren in Deutschland abgeschafft. Geeignete Schalter findet man nur noch in alten, baufälligen Kellern oder Dachböden und die Stecker heute entsprechen auch nicht dem, was wir uns erträumen.

Sollten wir uns dem Schicksal ergeben und uns weiterhin dem Diktat der großen Drehstromversorger unterwerfen, die auch finanziell an der Ausplünderung der Bevölkerung mit Hilfe der elektrischen Energie und gefügig gemachter Politiker interessiert sind?
Sollte das ganze Gerede um dezentrale, alternative Energieversorgung uns nur an der Nase herumführen?

von Bernd Schlueter - am 21.08.2016 15:31

Re: Elektroboote Königsee

Ob es dieser Elektrokini war der dem Königsee Elektroboote verordnete weiß ich nicht .Jedenfalls wurden sie vor 1938 mit dem 1000 V Gleichstrom der elektrischen Bahn von Salzburg zum Königsee aufgeladen. Als Hitler zur Straßenverbreiterung die Schienen entfernen ließ und nur noch die Oberleitung zurückblieb wurde die Gleichstrom versorgung so matt daß eine andere Abhilfe geschaffen wurde.

im Kraftwerk Eichetmühle [www.youtube.com] läuft seit vielen Jahrzehnten die Gleichstrommaschine der ehemaligen Bahn leer als Schwungmasse auf der Welle der Drehstrommaschine mit

von Christian s - am 22.08.2016 19:22
Gleichstromgeneratoren sind nun wirklich out, denn die haben einen Kommutator und Kohlen. Das löst man mit Vielphasengleichrichterdioden, wenn es wirklich Gleichstrom sein soll. Auch im Netz hat Gleichstrom einen bösen Nachteil: der entstehende Lichtbogen beim Ausschalten verhindert den Einsatz kleiner mechanischer Schalter. Im Haushalt könnte man das Problem mit sehr kurzzeitigen Stromunterbrechungen lösen.
Zu einer Einigung wird man in unserer Demokratie nie kommen. In Tausend Jahren wird man noch unnötig gegen den Phasenwinkel ankämpfen und die Bären anlocken.
Bruno wurde von den 16 2/3 Hz des Walchenseekraftwerkes angelockt.
Ich bin nicht besonders geräuschempfindlich, aber mich stört das meist überflüssig gewordene Gebrumm. Auch die neueren Züge können alle mit Gleichstrom fahren. Die wegen der relativ niedrigen Frequenz schwergewichtigen Transformatoren dienten als Beschwerungsgewicht für die älteren Elektroloks. Noch gibt es zu viele davon.

von Bernd Schlueter - am 23.08.2016 21:18
für ein gewisses Zuggewicht brauchts aber auch etwas Lokomotivgewicht [www.youtube.com]

von Christian s - am 24.08.2016 10:34
Zitat
Bernd Schlueter
Auch die neueren Züge können alle mit Gleichstrom fahren.


Die fahren tatsächlich mit Gleichstrom. Jedenfalls so zwischendurch. Machen den extra aus dem Wechselstrom, der über die Stromabnehmer eingespeist wird. Heute wird erst gleichgerichtet und dann mit dem Ergebnis der Gleichstromzwischenkreis eines Pulswechselrichters für die Drehstrommaschinen versorgt. Watt glaubst Du denn, wie die Antriebsmaschinen heute geregelt werden?
Etwa noch mit Vorwiderständen? Voriges Jahrtausend, gibts hauptsächlich noch im Deutschen Museum in München. Oder bei der Museumseisenbahn in Ebermannstadt, da hatten wir kürzlich eine geführte Besichtigungstour. Ging aber mehr um Dampf und eine der letzten funktionieren "Schwartzkopff"* Lokomotiven.

Gruss, Roland
Ich vermute mal, dass Dir das schöne Wort "Gleichstromzwischenkreis" durchaus geläufig ist.
* Schwartzkopff, Stefan, bekannt aus Funk, Fernsehen, dem BSM und der WAVE.


von Hotzi-47 - am 24.08.2016 14:54
Der Gleichstromzwischenkreis würde mir noch viel besser gefallen, wenn dort eine variable Gleichspannung über einen Tiefsetzsteller erzeugt würde, damit man nicht diese schrecklichen Impulse in den Motor jagen müsste. Eine ganze Menge Verluste würden dann entfallen und die elektrischen Komponenten wären langlebiger. Beim Auto würde ich einen Hochsetzsteller für den Zwischenkreis bevorzugen. Das ist mit meiner Vorliebe für geringere Batteriespannungen zu erklären. Was finden wir aber überall vor? Tiefsetzsteller, wozu die Motorinduktivität und das Ankereisen missbraucht werden.
Zweimal im Jahr gäbe es einen bahnfreien Tag, damit die Geologen in Ruhe ihre Magnetfeldmessungen durchführen können. Da wäre aber auch in jeder Nacht für wenige Stunden möglich. In den Niederlanden ist alles magnetisch. Messungen hoffnungslos. Umherstreunende Bahnströme. Dafür kann man beiliebiges einspeisen , ideal für den Beginn eines alternativen, völlig dezentralen Netzes, wie es mir für die Waldmühle vorschwebt.
Drei Fliegen wären das mit einer Klappe: Gleichstromoberleitung von Haus zu Haus, für den Obus und die Verteilung der Energie aus dezentralen Gleichstromblockheizkraftwerken. Die schmale Obusdoppelleitung erzeugt kaum magnetische Störungen.

von Bernd Schlueter - am 24.08.2016 20:23
Zitat
Bernd Schlueter
.... damit man nicht diese schrecklichen Impulse in den Motor jagen müsste. Eine ganze Menge Verluste würden dann entfallen und die elektrischen Komponenten wären langlebiger. Beim Auto würde ich einen Hochsetzsteller für den Zwischenkreis bevorzugen. Das ist mit meiner Vorliebe für geringere Batteriespannungen zu erklären.


Na da bin ich aber froh, dass die Kollegen, die bei S. damals unseren Motor und Steller entwickelt hatten - vor 30 Jahren - das alles schon gewußt hatten. 1997 hatten wir einen 1FT5 Motor mit 6SC-Wechselrichter deshalb gewählt, weil er von 72V bis über 200V Zwischenkreis alles machte. Und keine schrecklichen Impulse in den Motor mit einer ganzen Menge Verluste. Was anfangs Ärger machte, waren die steilen Anstiegsflanken, dadurch gingen die ersten Windungen der Motorwicklung kaputt. Das kennt man aber nach all den Jahren und hat es heute im Griff.

Was sind bei Dir genau "eine ganze Menge Verluste"? Wir hatte 1987 den Antrieb vor Einbau in der Uni Erlangen mal auf den Versuchstisch gelegt und vermessen. Hin und her, also Motor und Generatorbetrieb. Wirkungsgrade bis 96% für eine 10 kW Maschine fanden wir damals ok. Ist heute nicht viel besser geworden. Wichtig ist eine flache Wirkungsgradkurve auch bei Teillast. Denn im Auto wird meist Teillast gefahren, nach unseren Messungen (war mal eine Diplomarbeit) fährt unser "Erlanger Solarmobil" meist mit Leistungen zwischen 2 und 6 kW. Nur am Berg oder beim Beschleunigen mehr. Alles dank guter Abstimmung der Spannungen und Ströme zwischen Wechselrichter und Motor.

Für den Betreiber quasi ein Gleichstrommotor. Alles im Wechselrichter und dem Motor ist dann eine andere Geschichte. "Unsere" Maschine ist übrigens eine permanenterregte Synchronmaschine. Fast die gleiche Maschine fanden wir 1987 auch in einem Rennsolarmobil, mit dem zwei junge Ingenieure in Arosa die Tour de Sol gewonnen hatten. Haben dann eine Firma draus gemacht. Brusa.

Gruss, Roland
Ach so, in unseren Elektroautos - wie in allen Autos - gibt es nur Gleichstromnetze, um mal wieder aufs Thema zurückzukommen. Also nicht "bald", sondern ist schon eine Weile so.

von Hotzi-47 - am 25.08.2016 09:26
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