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RFID nur noch drei Monate?

Startbeitrag von laase am 07.12.2016 07:08

Habe von einem neuen Gesetz gehört, wonach zukünftig ein einfacherer Zugang zu allen Ladepunkten gewährleistet werden soll. Im Kern: nur noch Kredit- bzw. EC-Karten- basiertes Zugangs- und Bezahlsystem erlaubt. Oder webbasierter Zugang (zB App). RFID, Kundenkarten usw wären damit nicht mehr zulässig. Für "Altsäulen" soll eine Übergangsfrist von gerade mal drei Monaten gelten. Kann das jemand bestätigen?
Viele Grüße, Lars

Antworten:

Selbst wenn EC oder Kreditkarten gefordert werden sollten, wieso sollten damit (zusätzliche) RFID Karten nicht mehr zulässig sein?

von Solarstrom - am 07.12.2016 20:24
Noch ist der Strom in Düsseldorf kostenlos, mit RFID. So lange ist es nicht erforderlich, umzustellen.
Die Franzosen geben gerade ihr großartiges neues Netz für RFID frei (plug surfing). Nunja, das lässt sich leicht ergänzen.
Düsseldorf ist gerüstet. Da ist noch viel Platz in den Säulen, und, der Strom ist, überaus umweltschonend. Weltmeister sozusagen, als Stadt, die nicht auf Wasserkraft zurückgreifen kann.
Auch bei Windenergie hält sie sich klugerweise zurück, obwohl sie auch da Vorreiter war. mit einem kleinen Windrad. Das Windrad wurde abgerissen, weil schlicht und einfach vom Energieausbeutenberechner gelogen wurde. So hat man sich viel Ärger und Enttäuschung erspart. Schlechte Erfahrungen haben auch ihre guten Seiten. Einige schnelle Brüter in Frankreich, den USA und Russland flogen in die Luft, sodass Düsseldorf dieser Ärger auch erspart blieb. So konnte man alles in die sinnvollste Alternative stecken, den Bau des modernsten Heizkraftwerkes. Die meisten Nutzer der Ladesäulen tanken übrigens mit Schukostecker. Dabei habe ich mich nicht einmal doppelt gezählt.

von Bernd Schlueter - am 08.12.2016 11:35
Zitat
Bernd Schlueter
Dabei habe ich mich nicht einmal doppelt gezählt.


Wie doppelt gezählt? Also nur noch sechs Monate statt drei?
Oder was meinst Du beim Thema "RFID nur noch drei Monate" und doppelt zählen.
Und wieso zählst Du Dich doppelt. Ich dachte, Du wärs einzigartig. :drink:

Sorry, verwirrter Roland

von Hotzi-47 - am 08.12.2016 22:28
Ja, im Moment zähle ich doppelt, weil ich mehr oder weniger der Einzige bin, der schukomäßig tankt. Die Twikefahrer haben das Handtuch geworfen. Ist Ihnen wohl zu kalt geworden in der letzten Zeit.
Meiner Kiste auch. Vorgestern musste ich 200 Meter schieben.

von Bernd Schlueter - am 09.12.2016 13:29
Zitat
laase
Habe von einem neuen Gesetz gehört,....


Ladesäulenverordnung II, kein wirklich neues Gesetz, sondern eine Erweiterung und Ergänzung der Ladesäulenverordnung. Ist auf Frühjahr 2017 vertagt.

Hier der Kommentar und die Beschreibung auf Sonne Wind & Wärme.

Ansonsten im Netz mit Suchwort "Ladesäulenverordnung II" suchen. Da kommt dann noch mehr.

Gruss, Roland

von Hotzi-47 - am 10.12.2016 11:53
Hallo Roland,

danke für den klärenden Link!
aber darin steht auch "... gegenwärtig in der Ressortabstimmung und könnte bereits im November dem Bundesrat vorgelegt werden..."
November ist ja nun schon durch?! Ist im November auf 2017 vertagt worden, meinst Du?
Gut, kann sein, daß meine Schlußfolgerung "RFID nur noch begrenzt" zu voreilig war und trotz der neuen Verordnung noch länger Bestandsschutz hat, aber eben nur parallel zu anderen dann zwingend vorgeschriebenen Zugangsmöglichkeiten. Und das finde ich schon ziemlich weitreichend!
Kurz gesagt: ich finds gut! ;-)

Wenn da nur nicht diese bekloppten Zeittarifanbieter wären, die einem zB in Berlin über 80% der Ladesäulen vermiesen. Ich möchte jedenfalls nicht 4,95€ pro Stunde zahlen, wenn sich meine Else gerade genüßlich mit 1kW vollsaugt und nach 2h wieder genug Saft für 40-50km hat. Das sind dann nämlich 4,95€/kWh, einfache Rechnung! Ganz ehrlich: dann kann ich auch sehr viel billiger mit jedem x-beliebigen Benziner fahren! Und es gibt ja nicht nur City-Els und andere "Semiautos", die einphasig und mit weniger als 16,0A laden! Selbst wenn ich dreiphasig mit 10,5kW "durchbraten" könnte, wäre das immer noch ein kWh-Preis von 47ct! Und dann womöglich noch eine Einmalgebühr, eine eRoaming Gebühr usw usf ...
Nee, so klappt E-Mobilität in der Breite bestimmt NICHT! Es sei denn, man will die eh nur für Zahnärzte und Rechtanwälte einführen.
Sorry, ich mußte jetzt mal Dampf ablassen, aber diese Entwicklung nervt mich tierisch! Auch, daß Berlin sich jetzt ausgerechnet mit einem Zeittarifanbieter zusammentut und diesem ein faktisches Monopolrecht einräumt. Das setzt doch ganz falsche Signale! Selbst wenn man das irgendwann als hemmend erkennt, wird es schwer sein, das wieder ins Lot zu bringen.
Für mich begann es schon sich falsch zu entwickeln, als eine große deutsche Steckerfirma meinte, der Ausbau der Emobilität hänge im Wesentlichen von einem einheitlichem Stecker ab, nämlich ihrem. Und die ganze Nicht-E-Mobility Welt es nichtsahnend dumm nachschwätzte, den Lobbyisten damit ungemein Auftrieb verschaffte und dieser Stecker nachher tatsächlich von der EU durchgesetzt wurde. Nur deshalb können RWE & Co heute "Charge @ home" anbieten (damals das normalste der Welt!!!) und sich dumm und dusselig dran verdienen, daß der heutige Emobilist seinen Stecker eben nicht mehr einfach in eine normale Drehstromsteckdose stecken kann. Warum einfach, wenns auch umständlich geht und man die neuen Kunden dann auch noch so richtig ausnehmen kann!
Ich weiß nicht, wie es euch Tausenden damals ging, aber ich fragte mich naiv: "äh wieso jetzt, ich lade doch ganz wunderbar mit Schuko und außerdem gibts doch auch CEE 16A, CEE 32A, CEE 63A, den Marechal usw.? Wo soll da das Hindernis sein? Der echte Knoten sitzt doch ganz woanders, nämlich bei den steifen großen Automobilkonzernen?!"

Kann man dieser Entwicklung eigentlich irgendwas entgegensetzen? "guerilla-charging" vielleicht? Oder "plug-pirates"? Würde vielleicht auch ein Zeichen setzen: E-Mobility von unten! Aber das wäre ein anderes Thema.

Viele Grüße, Lars

von laase - am 13.12.2016 23:10
So lange nicht genügend Ladestationen vorhanden sind ist der Zeittarif das einzig sinnvolle, da sonst Elektroautos die Ladestationen zum kostenlosen Parken missbrauchen, und sie für andere Blockieren. Der Ladestationsbetreiber will irgendwann mit seinen Stationen auch Geld verdienen. Das geht nicht wenn sie dauernd von Nichtladern und Ladern mit geringer Ladeleistung blockiert werden. Auch wenn es ärgerlich für die Langsamlader ist, aber anders geht es wohl nicht.

Die 47 ct/kWh sind für viele Ladestationen wohl nicht kostendeckend. Irgendwie muss ja auch der Preis der Installation und der Betrieb bezahlt werden. Rechne mal wie viele kWh verkauft werden müssen um alleine die 10000+ Euro für so eine Ladestation abbezahlt sind.

Die Verbrenner die Ladestationen blockieren sind schon nervig, aber die Elektroautos die entweder viel länger voll geladen oder teilweise sogar gar nicht angesteckt den Ladeplatz blockieren sind genauso schlimm.

Hinzu kommt noch, dass wegen der Eichordnung eine Abrechnung nach kWh nur mit geeichtem kWh Zähler der für den Nutzer sichtbar ist, zulässig ist. Diesen Aufwand scheuen die meisten Ladesäulenbetreiber. Da ist es einfacher die Zeitabrechnung zu verwenden und man hat das Problem mit blockierten Ladesäulen auch gleich gelöst.

Und natürlich kann der heutige EMobilist wenn nötig immer noch seinen Typ2 Stecker in fast jede Art Steckdose stecken. Dazu gibt es dann entsprechende Adapter.

von Emil - am 14.12.2016 06:02
Das ist absolut richtig. Ich habe auch fast schon ein schlechtes Gewissen mit meinen nur 3,15kW. Waren aber meistens Teslas, die blockieren, jetzt nicht mehr. Wo sind die hin? In Düsseldorf läuft das jetzt alles gut.
Also, mir würde eine unverriegelte Schukodose genügen. Wer klaut schon einen Schukostecker? Auch Schabernak habe ich bisher nicht festgestellt.

von Bernd Schlueter - am 14.12.2016 08:36
Mein Vorschlag für eine Lösung des Park-Laden-Abrechnungsproblems:

Man macht kombinierte Park- und Ladeplätze, z.B. in Parkhäusern oder zusätzlich dort, wo bereits die übliche Parkraumbewirtschaftung läuft.

An diesen möglichst gut kenntlich gemachten Park+Ladeplätzen steht eine Schuko- oder CEE-blau Dose zur Verfügung. Dafür ist für diesen Platz die Parkgebühr um einen Euro pro Stunde höher. Größenordnung, kann auch weniger sein. Damit würde ich z.B. meinen AX oder Berlingo gerne dort laden, es kostet genausoviel oder wenig wie zuhause. Plus Parkgebühr natürlich.

Vorteil für die Parkraumbewirtschaftung: Dort wird nicht länger geparkt und geladen als nötig. Jedenfalls nicht wesentlich länger. Und die Verbrenner werden wegen der höheren Kosten den Platz meiden. Hoffentlich jedenfalls.

Ein zusätzlicher Ladepunkt am gleichen Platz mit Typ2 und 22 kW wäre natürlich auch schön, der müßte oder könnte dann zusätzlich auf herkömmliche Weise abgerechnet werden, also über Ladekarte oder was sonst jetzt neues kommt. Vielleicht auch übers bestehende System. Man zahlt dann am Automaten entsprechend mehr.

Die erste Hürde wäre der Wille der Betreiber und Gerätehersteller, das so zu machen. Wenn diese Entscheidung steht, lassen sich alle technischen Probleme wie Zähler, Eichung, Datenerfassung und Abrechnung sicher lösen. Man bekommt ja am Eingang ein Parkticket oder einen Plastikchip oder irgend so was. Damit schaltet man dann seine Ladung frei, und somit kann dann auch die Energiemenge erfasst und mit abgerechnet werden.

Machbar?? Jedenfalls könnte man die Betreiber sehr gut mit Fördergeldern überzeugen. Denn so ein System muss ja entwickelt und installiert werden. Das kostet. Das Geld wäre aber nicht verloren, schafft ja Arbeitsplätze.

Gruss, Roland

von Hotzi-47 - am 14.12.2016 13:31
Niemand wird noch Geld in die Installation von Schuko oder CEE16 Blau stecken, dazu ist die Zahl der potentiellen Kunden vorbei. Wer soll das bezahlen?

Alle neuen Fahrzeuge haben mindestens Typ2, das alles vom langsam Laden bis 22 kW abdeckt.

Das mit den kombinierten Park- und Ladeplätzen haben wir heute auch schon und es funktioniert nicht, weil es nicht wirklich durchgesetzt wird. Und die normale Parkgebühr für einen Parkplatz auch mit etwas Aufschlag reicht nicht um die Kosten für Infrastruktur und Strom zu decken, den ein Elektroauto laden kann.

Das ist alles sehr kompliziert und teuer. Ich war kürzlich in Wolfsburg und da waren viele Ladesäulen die früher mal irgendwie abgerechnet wurden jetzt zum Laden kostenlos. Das bisschen Strom das an diesen Ladestationen geladen wird kostet wohl weniger als der Aufwand zu Abrechnung.

von Emil - am 14.12.2016 15:23
Zitat
Emil
Niemand wird noch Geld in die Installation von Schuko oder CEE16 Blau stecken, dazu ist die Zahl der potentiellen Kunden vorbei.


Na ja, alle mir bekannten neuen E-Fahrzeuge werden mit so einem Heimladekabel ausgeliefert mit dem üblichen ICCB dran und Schukostecker. Und nach meiner unmassgeblichen Ladeerfahrung gibt es immer noch Ladestops, wo man massig Zeit hat. Da ist das Schuko-Laden nicht so abwegig. ... während der Arbeitszeit ..... über Nacht ..... abends im Theater oder Kino ....
... 3 Stunden in der Therme oder auf dem Sporplatz....... Hauptsache, man bekommt genug Energie für die Heimfahrt.

Der Aufwand beim Laden ist immer gleich: sowohl für das Schuko-Laden als auch über Typ2 muss man erstmal ein Ladekabel rausholen und anstecken.

Da ich auf meinem Hof (seit 2003) nur Schuko und CEErot anbiete, habe ich Erfahrung mit Fremdparkern bei mir. Vom CityEl bis zum Tesla Roadster, Model S und umgebauten Sprinter war alles dabei, und die üblichen Franzosen sowieso (AX, Berlingo, SAXO und 106). Früher auch Twikes. Alle haben gerne Schuko angeschlossen, viele hatten gar nix anderes, beklagt hat sich niemand wegen zuwenig Strom. Und der Sprinter war übernacht an der CEErot und hat 11 kW genuckelt. Auch nicht wirklich lange. Und voll ausreichend.

Nichts gegen Schnellladen, wenn man schnell vorankommen will. Aber sehr häufig reichts auch mit 3,7 oder 11 kW. Natürlich liebe ich das Schnellladen und sehe da auch die Zukunft. Ich habs alles mitgemacht, von Chademo über CCS bis zum Tesla Supercharger. Und auch alles über CEErot bis 22 kW und Laden an üblichen Baustromverteilern. Alles nur als Beifahrer, aber immerhin. Ach so: ganz früher auch als Veranstalter, wir hatten damals die Ladepunkte bereitgestellt. Verachtet mir die Schuko oder Camping Norm nicht. Sie lebt.
Und für meinen Berlingo bau ich gerade den Adapter von Typ2 auf Schuko bzw. Drehstrom 11 und 22 kW. Für die Ladesäulen, die kein Schuko mehr haben. Oder wenn ich trotz langem Kabel bei ALDI nicht an die Schukodosen komme.

Wie wärs mit einem Twizy? Der kann sowieso nix anderes nehmen. Und bei der begrenzten Reichweite von 80 km oder so freut sich der unterwegs über jede Lademöglichkeit. Schukostecker ist fest dran, TYP2 würde nur über Adapter gehen. Renault hat den nicht.

Gruss, Roland
Viel mehr interessiert es mich bei diesen ganzen neuen Vorschriften, warum die Preisauszeichnungspflicht, die für jeden Käse im Supermarkt gilt, noch nicht bei den Stromtankstellen gilt. An keiner Ladesäule, an der ich getankt hatte, war außen klar und deutlich der Preis zu erkennen. Auch das sollte schleunigst geändert werden. Ein Punkt für die Ladesäulenverordnung II.

von Hotzi-47 - am 14.12.2016 19:08
Zitat
EMobile plus solar
Na ja, alle mir bekannten neuen E-Fahrzeuge werden mit so einem Heimladekabel ausgeliefert mit dem üblichen ICCB dran und Schukostecker.


Angeblich soll der Schukostecker bei einer Zoe einige 100 Euro Aufpreis kostet. :rolleyes:

Zitat

... 3 Stunden in der Therme oder auf dem Sporplatz....... Hauptsache, man bekommt genug Energie für die Heimfahrt.


Das ist halt nur relevant für Fahrzeuge mit beschränkter Reichweite. Wie man am aktuellen "Elektroauto-Boom" sieht, akzeptieren nur wenige geringe Reichweiten. Der Trend geht eindeutig in die Richtung 200+ echte Reichweite. Da besteht nicht wirklich eine Notwendigkeit bei jeder Gelegenheit zu laden. Mit 2 kW Ladeleistung kommt man auch nicht wirklich weit.

Zitat

Der Aufwand beim Laden ist immer gleich: sowohl für das Schuko-Laden als auch über Typ2 muss man erstmal ein Ladekabel rausholen und anstecken.


Das mit den Ladekabel herausholen ist völliger Quatsch. Auf lange Frist werden sich Ladestationen mit angeschlossenem Ladekabel durchsetzen. Bei der Tankstelle holt ja auch nicht jeder seinen Schlauch heraus und schließt in an.

Solche unschönen Details behindern die Entwicklung der Elektormobilität. Ein Anschluss für alles ist die beste Lösung. Der Typ1 wie in Tesla verwendet ist wäre hier die beste Lösung gewesen.

Zitat

Wie wärs mit einem Twizy? Der kann sowieso nix anderes nehmen. Und bei der begrenzten Reichweite von 80 km oder so freut sich der unterwegs über jede Lademöglichkeit. Schukostecker ist fest dran, TYP2 würde nur über Adapter gehen. Renault hat den nicht.


Es geht hier doch nicht um die Versorgung der Nischen- und Sparfahrzeuge, sondern darum die Masse der Verbrenner durch Elektromobile zu ersetzen. Da muss man nach Ladelösungen suchen die bequem, einfach und auch vom Laien nutzbar sind. Da macht es keinen Sinn standardmäßig X verschiedene Lösungen mit verschiedenen Steckern anzubieten. Wir haben jetzt schon an den großen Stationen 3 verschiedene Anschlüsse, weil jeder sein eigenes Süppchen gekocht hat und immer noch kocht. Es ist fast schon so schlimm wie an regulären Treibstofftankstellen.

Zitat

Viel mehr interessiert es mich bei diesen ganzen neuen Vorschriften, warum die Preisauszeichnungspflicht, die für jeden Käse im Supermarkt gilt, noch nicht bei den Stromtankstellen gilt. An keiner Ladesäule, an der ich getankt hatte, war außen klar und deutlich der Preis zu erkennen. Auch das sollte schleunigst geändert werden. Ein Punkt für die Ladesäulenverordnung II.


Es wäre ja nicht nur die Preisauszeichnung sondern auch eine sichtbare Tankuhr mit einer schriftlichen Quittung. Aber genau diese Dinge machen die Ladestationen noch teurer und noch unwahrscheinlicher dass die Kosten wieder hereinkommen, außer es werden 50+ ct/kWh verlangt. Dies fördert aber auch nicht gerade die Elektromobilität da dann die 100 km Fahrt mit dem Elektroauto teurer ist als mit dem Verbrenner.

von Emil - am 15.12.2016 06:20
Hallo Emil,
danke für die schöne und sachliche Diskussion.
Wegen Laden des ZOE habe ich mich schlau gemacht und in die aktuellen Verkaufsunterlagen geschaut. Dort steht, und ich kopiere es mal raus:

Spezifische Z.E. Ausstattung (für alle Modelle, also sowohl "Life" als auch "Intens")
• Ladekabel mit IEC Typ 2 Stecker für Standardladung
• Ladekabel mit Schuko-Stecker
• Ladesystem CHAMELEON CHARGER für 4 Lademodi


Und in der Preisliste erläutert Renault die Ladegeschwindigkeiten so:
Ladedauer (in Stunden) 0 % auf 100 %.............. ..............22 kWh Batterie................ Z.E. 40 Batterie
Schuko-Ladung (230 V AC/10 A/2,3 kW/1-phasig)..................14,5....................................25
Schuko-Ladung5,6 (230 V AC/14 A/3,2 kW/1-phasig)...............9,5....................................16
Standardladung (230 V AC/16 A/3,7 kW/1-phasig) Wallbox......6–9...................................15
Beschleunigte Ladung7 (400 V AC/16 A/11 kW/3-phasig)
Wallbox/Ladestation...................................................................2–3...................................4,5
Beschleunigte Ladung7 (400 V AC/32 A/22 kW/3-phasig)
Wallbox/Ladestation.....................................................................1 (80 % Batteriel.)..........1,75


Daraus schließe ich, dass ein Ladekabel Typ2 - ICCB - Schuko dabei ist. Ich weiß nicht, ob diese Kombination eine "gute" Schukodose erkennt, die bis 16A liefern kann. Also eine mit dem kleinen Magneten drin, den manche Schuko-ICCB´s erkennen und dann auf 14A Ladestrom oder so hochschalten. Denn die meisten Schuko Ladekabel nehmen heute nur bis 10 A ab, wohl aus Sicherheitsgründen.

Unabhängig davon taucht in der ZE Zubehörliste ein "Elektrisches Ladekabel für Wallbox/Haushaltssteckdose" für 618 Euro auf. Verwirrend. Oder ist das Angebot für die, die ihr Kabel verloren haben?

Beim Nissan Leaf habe ich ebenfalls in die Prospekte geschaut. Bei allen Leaf-Modellen wird dies standardmäßig mitgeliefert:
EVSE-Kabel (Mode 2 Sicherheitssystem) mit Haushaltsstecker (bis 2,3 kW)
Mode 3 Ladekabel Typ 1 / Typ 2 (bis 7,4 kW)
Bei allen Modellen ist nur ein kleines AC Ladegerät mitgeliefert für einphasig 16A.
Das Ladegerät für einphasig 32A (bzw. bis 6,6 kW) kostet 1047 Euro Aufpreis.
Bei der VISIA Ausführung kostet der Chademo Anschluss 490 Euro Aufpreis, bei den Modellen ACENTA und TEKNA sind die serienmäßig.

Bei allem Respekt für Deine Missachtung des Langsamladens an einer 230V 16A Dose: Es soll rund eine Million Außensteckdosen geben in Deutschland. Und ich liebe die vielen blauen sogenannten Campingdosen an den Wohnmobil-Stellplätzen. Ich habe da schon mal Strom genommen für 1 Euro pauschal für 3 Stunden. Fand ich günstig. Es ging mit 16A Absicherung über einen schaltbaren ICCB mit 3,2 kW Leistung (Bettermann Adapter). Ich finde diese Lademöglichkeiten voll ausreichend für eine Menge Anwendungen, bei denen ich einige Stunden Aufenthalt habe. Denn ich bin nicht des Fahrens willen unterwegs, meist will ich irgendwo hin, um dort was zu tun. Und das dauert sehr oft schon mal einige Stunden. Besuch bei den Enkeln z.B., oder Therme oder Sportplatz oder so. Alles Plätze, wo man sich standardmäßig gerne mal einige Stunden aufhält. In 3 Stunden dann mal 10 kWh nachfassen ist angenehm. Nicht immer und überall muss ich wirklich schnell laden. Und nicht überall muss ich wirklich den Akku randvoll laden. Ich weiß das so genau, weil ich es seit vielen Jahren so praktiziere. Und was ist mit dem Hotel, wo ich übernachte? Brauch auch keine Schnellladung! Besser Schuko als nix! Und zum Beispiel bei einem E-Mobil Stammtisch in rund 42 km Entfernung lade ich gerne mal die 2 oder 3 Stunden über Schuko nach. Dafür haben sich die Teilnehmer schon einen Verteiler von Typ2 auf mehrere Schuko gebaut, damit alle was von der einen Säule haben. Alles Quatsch? Nein, gelebte Praxis. Vom City-El über SAXO, Leaf und ZOE alles dabei, ich wahrscheinlich auch mal mit meinem geliebten Hotzi. Und bei den monatlichen Treffen am Solarmobil Verein Erlangen sind die 6 Schuko meist voll belegt und werden gerne angenommen, von CityEl über Twizy, AX, Berlingo (alt), BMW i3, Renault Fluence, ZOE, Leaf, Tesla-Roadster, Tesla Model S, Baoya, Erk-City Car, Hotzi und anderen. Wie üblich, bei solchen Treffen gibt es eine grosse Vielfalt. Nur ein Model X war noch nicht dabei. Und die Ampera halten sich zurück, wenn die Steckdosen von anderen gebraucht werden.

Also Schuko ist nicht tot. Es ist gut für uns "Alte", die noch immer die AX, Saxo, Berlingo und Co. fahren, und für die neuen Twizy. Du willst die doch nicht missachten und von öffentlichen Ladesäulen abhalten? Minderheitendiskriminierung? Und dieses "Home-Laden" oder "Not-Laden" können nach meinem Wissensstand wirklich alle. Sozusagen der kleinste gemeinsame Nenner. Erst danach fängt die Vielfalt an: Typ1, Typ2, Chademo, CCS, um nur die gebräuchlichsten zu nennen. Frankreich kennt auch noch den Typ3, Da gibts dann Adapter.

Über den europäischen oder zumindest deutschen Quadi-Standard bzw. Unsinn mit dem Typ2 Ladekabel an Bord haben sich schon viele aufgeregt. Vor kurzem war ein Amerikaner hier und hat nur den Kopf geschüttelt über so viel Unsinn. In den USA sind an allen Ladesäulen die Kabel dran, übrigens fast immer TYP1 mit 32 oder sogar bis 40A möglich. Ich halte das auch für die bessere und bequemere Lösung. Besser schon deshalb, weil eine Steck-Trennstelle fortfällt. An den Schnellladesäulen mit Leistungen größer als 22 kW ist es Norm. Besser ist es natürlich auch, weil es bequemer ist.
Ich denke, dass sich das auch in Deutschland bzw. Europa nach und nach einführen wird.

TYP1 am Tesla? Möglich in den USA. Die europäischen Tesla haben einen modifizierten TYP2 Inlet, wie er sogar in der Norm für den Betrieb mit AC und DC mal vorgesehen war. Über die Signalisierung wird DC erkannt und entsprechend umgeschaltet. AC bis 22 kW geht auch. Eigentlich eine Super Lösung. Warum nur hat das niemand sonst aufgegriffen. Ich finds von der Handhabung des einfachste.

Bei der Preisauszeichnungspflicht für die Ladesäulen kann ich nur immer und immer wieder schreiben: Bring meine Vorurteile nicht mit Deinen Argumenten durcheinander. Was immer es auch kosten mag, den Preis anzuzeigen: Ich will das. Und ich möchte es auch so in der Ladesäulenverordnung II festgeschrieben haben. Ich möchte es wirklich so haben wie an bisherigen Sprittankstellen: Also Preisanzeige der kWh, und dann Anzeige, was durchgelaufen ist und was es kostet.

Du kennst sicher den Selbstbau einer solchen Säule? Elektronik mit Raspi, Umbau einer herkömmlichen Sprittankstelle mit Neubeschriftung der Anzeigen. Super Lösung.



Gruss, Roland

von Hotzi-47 - am 18.12.2016 16:49
Hallo Roland,

Zitat
EMobile plus solar
Unabhängig davon taucht in der ZE Zubehörliste ein "Elektrisches Ladekabel für Wallbox/Haushaltssteckdose" für 618 Euro auf. Verwirrend. Oder ist das Angebot für die, die ihr Kabel verloren haben?

Ich hatte im Kopf dass das Ladekabel normalerweise nicht dabei ist, kann es aber nicht mit Sicherheit sagen.

Zitat

Bei allem Respekt für Deine Missachtung des Langsamladens an einer 230V 16A Dose: Es soll rund eine Million Außensteckdosen geben in Deutschland. Und ich liebe die vielen blauen sogenannten Campingdosen an den Wohnmobil-Stellplätzen. Ich habe da schon mal Strom genommen für 1 Euro pauschal für 3 Stunden. Fand ich günstig. Es ging mit 16A Absicherung über einen schaltbaren ICCB mit 3,2 kW Leistung (Bettermann Adapter).


Das ist aber nicht schön dass Du an den Stromanschlüssen der Wohnmobilstellplätze lädst. Denn die Betreiber haben den Preis nicht für den Anschluss von Elektroautos, sondern für den bescheidenen Stromverbrauch von typischen Wohnmobilen kalkuliert. Wenn das mehr Elektroautofahrer so machen, und die Betreiber der Plätze bemerken, dann führt das langfristig zu einer deutlich Erhöhung der Stromgebühren für die Wohnmobilisten. :rolleyes:

Du gehst bei Deiner Betrachtung davon aus dass die Mehrheit der Elektrofahrzeuge so eine beschränkte Reichweite wie die alten Fahrzeuge haben. Selbst die erste Generation der Fahrzeuge hat eine Reichweite von mehr als 100 km, und haben es normal gar nicht nötig unterwegs zu laden, außer es besteht Zuhause/Arbeit keine Lademöglichkeit. Und Langstreckenfahrten machen wegen der langen Ladedauer nur wenige.

Zitat

Und was ist mit dem Hotel, wo ich übernachte?


Da ist es Destination-Charging und durchaus sinnvoll wenn neben mindestens 1 Typ2 Ladestation die meisten Parkplätze einen Schukoanschluss haben. Allerdings werden mittlerweil bei vielen Hotels schon horrende Parkgebühren von bis zu 25 Euro verlangt. Für das Laden kommen dann noch ein paar Euros drauf.

Zitat

Also Schuko ist nicht tot. Es ist gut für uns "Alte", die noch immer die AX, Saxo, Berlingo und Co. fahren, und für die neuen Twizy.
Du willst die doch nicht missachten und von öffentlichen Ladesäulen abhalten?


Es macht nur wenig Sinn die schnelle Ladung mit Typ2 an einer Ladesäule und einem Parkplatz mit Schuko zu kombinieren. Denn damit wird die heute sehr knappe Resource Ladeplatz für sehr lange Zeit blockiert und der Ladestationsbetreiber kommt auch nicht auf seine Kosten außer er verlangt einfach unabhängig davon wie schnell geladen wird eine gleich hohe Parkgebühr. UNd genau das sehen wir heute an vielen Ladestationen. Dann beklagen sich die Schuko-Lader dass die kWh effektiv 5 Euro kostet.

Zitat

TYP1 am Tesla?


Da hatte ich mich vertippt, ist natürlich Typ2 und zwar Typ2 Mid.

Zitat

Warum nur hat das niemand sonst aufgegriffen. Ich finds von der Handhabung des einfachste.


Das war mein Punkt. Aufgegriffen wurde es wohl nicht weil jemand mit CCS zusätzlich Geld verdienen wollte. :rolleyes:

Gut, und vielleicht liegt es auch daran, dass Tesla den DC-Anschluss außerhalb der Spezifikation betreibt. :rolleyes:

von Emil - am 19.12.2016 05:44
RFID bleibt, aber nicht ausschließlich. Bestandskunden werden damit erkannt und das reicht für diese. Dass man ein Bargeld (ich meine Geldchip-Karte bzw bei der Sparkasse girogo) -Bezahlsystem zusätzlich einrichtet, ist unverzichtbar. Sonst breitet sich die Elektromobilität nicht aus. Ich habe zwei RFID-Karten, für Köln und Düsseldorf, das reicht mir. Fernreisen sind nur mit Geldchipkarte möglich, das ist auf immer mehr EC-Karten eingerichtet. Internationalität ist dabei unbedingt zu erreichen. So, dass man auch in Honululu in der Hula-Bank aufbuchen kann, zumal sie dort keine Stadtsparkasse haben.
Das geht dann nicht mehr mit RFID, sondern mit galvanischem Kontakt an die chipkarte, die man also in einen Stahlgehäuseschlitz einschieben muss.
Ehe der große Kartenklau dann in Räuberstadt losgeht, sollten dafür auch leere Geldchipkarten ausgegeben werden, auf denen nur der Barbetrag verfügbar ist.
Ich sage mir, wo ein Schlitz, da lauert womöglich auch ein Schlitzauge, das in jede Karte, die es erblickt, beißt.
Denn Ladesäulen stehen schon mal sehr einsam und verlassen in der Räuberlandschaft herum.
Eine schnelle Sperrmöglichkeit nach paypalart sollte auch geschaffen werden.

von Bernd Schlueter - am 13.01.2017 14:43
Gebetsmühlenartig sage ich noch einmal, Schuko eignet sich nicht für Dauerladung. Typ 2 ist der Standard für AC und der wird auf alle Ladestationen in Europa angewendet.

Die Ladesäulenverordnung 2 habe ich gesehen und konnte auch mit den Verantwortlichen sprechen. Der Gedanke dahinter ist schlicht, dass jeder mit dem Elektroauto an jeder öffentlichen Ladestation laden kann. Es darf nicht mehr vorkommen, dass man an eine Ladestation kommt und auf Grund mangelnder Authentifizierung nicht laden kann. Es muss deshalb immer mehrere Wege geben sich zu authentifizieren. Die nächste Stufe ist, dass sich das Auto selbst an der Ladestation anmeldet, d.h. einstecken reicht mittelfristig.

Ich wäre ganz froh wenn die Ladestationen alle der LSV entsprechen würden. Die Ladestationen vom Energiedienst fressen nur NFC Kreditkarten, leider nicht meine. Meine Bank und der ED schieben sich gegenseitig die Schuld zu. Nach langem Theater habe ich einen Badge vom Energiedienst bekommen... So darf es eben nicht sein.

Bzgl Abrechnung gibt es in Deutschland leider hohe Auflagen, die zu erfüllen im Moment recht schwierig ist. Nach meinem Gefühl fehlt die passende Hardware um diese einfach in eine Ladestation einzubauen. Momentan muss man Komponenten zusammenstellen um alle Bedingungen zu erfüllen. Das geht vom geeichten Zähler bis zum bei Sonnenlicht ablesbaren Display. Wenn es passende all in one Geräte gibt, wird das einfacher. Bis dahin darf es gerne auch pragmatische Lösungen geben, wie z.B. eine Tiefgarage mit einem abgetrennten Bereich für Elektrofahrzeuge mit etwas höherer Gebühr (Strom inkl).

von Ralf Wagner - am 16.04.2017 21:58
Zitat
Ralf Wagner
Es darf nicht mehr vorkommen, dass man an eine Ladestation kommt und auf Grund mangelnder Authentifizierung nicht laden kann. Es muss deshalb immer mehrere Wege geben sich zu authentifizieren. Die nächste Stufe ist, dass sich das Auto selbst an der Ladestation anmeldet, d.h. einstecken reicht mittelfristig.


Was nützen vielfältige Authentifizierungsmaßnahmen wenn diese alle drahtlos über das Mobilfunknetz laufen, am Standort aber für bestimmte Mobilfunknetze gar kein ausreichender Empfang herrscht. :mad:

von Emil - am 22.04.2017 07:08
Hallo,
wie ich schon mehrfach gesaget habe: ec-Karte.
Darüber hinaus ist für mich die Einbindung eines Handys/Smartphones in Zahlungsvorgänge - in welcher Form auch immer - aus Sicherheitsgründen ein k.o-Kriterium.

Grüße

Lothar

von el3331 - am 22.04.2017 19:19
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