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Solarstrom, Emil, Bernd Schlueter, Ralf Wagner, p.hase, Hotzi-47, Berlingo-98, Manfred aus ObB, wchriss, Dr. Mabuse, R.M

350 kW Ultra-Schnellladenetz

Startbeitrag von Solarstrom am 09.12.2016 08:29

Das erste Ultra-Schnellladenetz mit DC Ladeleistungen von bis zu 350 kW soll in Belgien, den Niederlanden, Österreich und Deutschland bis Ende 2018 entstehen. Insgesamt werden es 24 Standorte sein. Das ist ein europäisches TEN-T Projekt mit der Bezeichnung 2015-EU-TM-0367-S:
[ec.europa.eu]

Der nächste Schritt wird ein europäisches Netz mit 400 Standorten sein:
[www.springerprofessional.de]

Antworten:

Zitat
Solarstrom
Das erste Ultra-Schnellladenetz mit DC Ladeleistungen von bis zu 350 kW soll in Belgien, den Niederlanden, Österreich und Deutschland bis Ende 2018 entstehen. Insgesamt werden es 24 Standorte sein. Das ist ein europäisches TEN-T Projekt mit der Bezeichnung 2015-EU-TM-0367-S:
[ec.europa.eu]

Der nächste Schritt wird ein europäisches Netz mit 400 Standorten sein:
[www.springerprofessional.de]


Fehlen nur noch die Autos, die diese Leistungen auch nehmen können. Bisher ist keines auf dem Markt. Schaun wir mal. Audi? Porsche? Oder Lastwagen und Busse?

Ich würde mich schon freuen, wenn deutsche Hersteller endlich Autos mit 11 oder 22 kW AC Ladegeräten anbieten für die grosse Anzahl der Typ2 Stationen. Sehr wenige Autos können da sinnvoll, also mit 11 oder 22 kW laden. Hauptsächlich die ZOEs. Einige ältere SMART und der Daimler B. Auch die neuen BMW i3. Mit 22 kW Ladeleistung kommt man schon ganz gut voran. Und ist kosten- und gewichtsmäßig eine ganz gute Lösung.

Gruss, Roland

von Hotzi-47 - am 09.12.2016 09:51
Zitat
EMobile plus solar
Fehlen nur noch die Autos, die diese Leistungen auch nehmen können. Bisher ist keines auf dem Markt. Schaun wir mal. Audi? Porsche?


Ein Porsche wurde bei der Raststätte Köschinger Forst bereits gesichtet, der an 2 Schnellladern gleichzeitig geladen hat. Wohl um auf die 800V Spannung zu kommen.

Ansonsten wird bei Audi und Porsche immer gemeckert, wenn die ein EV mit 150 oder 350 kW Ladetechnik ankündigen, wo die denn laden wollen? Jetzt wird gemeckert, dass Ladestationen mit 350 kW gebaut werden, wer denn da laden soll? Ich denke die ersten 24 Stationen sind aufgebaut, wenn die ersten Autos da sind. Das passt meiner Meinung zeitlich gut zusammen.


Zitat
EMobile plus solar
Ich würde mich schon freuen, wenn deutsche Hersteller endlich Autos mit 11 oder 22 kW AC Ladegeräten anbieten für die grosse Anzahl der Typ2 Stationen.


Drehstrom ist Nice to have, mit 3,6 kW oder 7,4 kW ist mein EV über Nacht auch voll. Für Langstrecke brauche ich aber schnelle DC Lader. Mein CHAdeMO Auto könnte heute schon mit 70 kW laden, davon gibt es aber wohl erst 3 Stück in Deutschland. Der Amoera E wird wohl CCS mit 80 kW können, der Hyndai Ioniq kann wohl auch CCS mit ca. 70 kW.

von Solarstrom - am 09.12.2016 14:55
Hallo Solarstrom,

Schrieb ich schon: "Schaun wir mal. Audi? Porsche?". Hast geschaut und gesehen, Porsche am Köschinger Forst. Genau, aber noch nicht auf dem Markt.

Ich will nicht über Porsche und Audi meckern, die erkennbar den Tesla jagen wollen. Stichwort "TESLA Killer". Aber es bleibt eine Lösung für wenige, denn für die Masse wären Ladeleistungen bis 22 und 43 kW über AC und bis 150 kW über DC sicher noch für viele Jahre ausreichend.
Für Busse und LKW machen dann die noch höheren Ladeleistungen schon Sinn. Die habe ja auch größere Akkus drin.

Ich habe aber so meine Zweifel über die Sinnhaftigkeit von 350 kW Ladetechnik. 150kW macht schon genug Probleme, sowohl auf der Lieferseite als auch bei der Übertragung und der Akkuseite. Aber das sollte noch alles gehen, Neuentwicklungen. Entspricht im Prinzip den TESLA Superchargern, denen man unbedingt etwas entgegensetzen will.

Bei 350 kW wirds problematisch. Gebaut werden kann die Station freilich, ist aber nicht schön für die Versorger, wenn da immer mal 350 kW für 10 oder 15 min zugeschaltet werden. Dann lange Pause. Und dann die Kabel und Steckverbindungen für 340A. Nicht direkt cool, eher heiß. Schwer oder gekühlt oder beides. Allerdings haben die Kabel soviel Kupfer, dass die in den wenigen Minuten schon eine ganze Menge Verlustleistung in Wärme umsetzen können. Also ehe sie mal richtig heiß werden. Dann kann man temperaturgesteuert kühlen oder immer noch abregeln.
Auf jeden Fall eine herrliche Spielwiese für Entwickler. Ich seh schon die leuchtenden Augen. Besser: ich sah schon....

Gruss, Roland

von Hotzi-47 - am 10.12.2016 11:29
Zitat
EMobile plus solar
..., ist aber nicht schön für die Versorger, wenn da immer mal 350 kW für 10 oder 15 min zugeschaltet werden. Dann lange Pause.


Gehst Du davon aus dass pro Standort nur eine Station gebaut wird?

Für eine sinnvolle Versorgung müssen wohl mehrere Stationen ähnlich wie bei Tesla an einem Standort stehen. Dadurch die 350 kW wohl wie bei Tesla wegen der schnell steigenden Batteriespannung nicht durchgehend bis 80 % Kapazität geladen werden können, und wegen der Lastverteilung auf mehrere Stationen an einem Anschluss wird sich zu Stoßzeiten schon ein mehr oder weniger kontinuierlicher Lastverlauf ergeben.

von Emil - am 11.12.2016 06:17
Hallo

So wie du es schreibst wären es bei 2 Stationen nur noch 175kw je Station ähnlich wie bei Tesla, wenn mehr Fahrzweuge laden geht die Ladeleistung je Fahrzeug zurück.

Also wenn schon dann jede Station mit 350kw.

Was immer vergessen wird die heutigen Fahrzeuge können da auch nur mit der Hälfte laden da die Spannungen niedriger sind.

Erst bei 800V Akkuspannung sind die 350kw möglich.

Viel besser finde ich aber die Angabe wieviel Zeit für das Nachladen je 100km Reichweite benötigt werden. Die Angabe 100km in 4 min hört sich einfach besser an.


Gruß

Roman

von R.M - am 11.12.2016 10:28
Hallo

Die 350kW sind mehr ein theoretischer Wert:
Der Stecker von Phoenix Contact (der uns auch in der Mäulesmühle vorgestellt wurde) kann 350A bei 1000V. Das sind 350kW.
"800V" Betriebsspannung der "Teslakiller" sind bei 350A Ladestrom dann 280kW.
Mal hochgerechnet:
In Form von 216x Li-Ionen Akkus mit 3,7V Nennspannung in Reihe wären 799V Nennspannung.
Vollgeladen auf 4,12V pro Zelle wären 890V. Das wären bei 350A Ladestrom dann max. 311kW.
Oder:
243x 3,7V in Reihe wären 899V Nennspannung, und 1001V Ladeendspannung.

Also, wenn es wirklich reale 350kW sein sollen, und nicht nur Angeberei, brauchen diese eine Nennspannung von 899V (etwas höher als 800V) oder sie haben ein Tiefsetzsteller im Auto, der wegen dem Stecker von 1000V auf 890V herunterwandelt.
Bei 350kW dürfte der aber auch etwas Platz brauchen...

Viele Grüße Daniel

von Dr. Mabuse - am 12.12.2016 05:16
Zitat
R.M
Viel besser finde ich aber die Angabe wieviel Zeit für das Nachladen je 100km Reichweite benötigt werden. Die Angabe 100km in 4 min hört sich einfach besser an.


Da weder der Verbrauch der einzelnen Elektrofahrzeuge gleich, noch die Ladeleistung der Elektrofahrzeuge über den gesamten SOC Bereich konstant ist, wäre eine einzige Angabe von Reichweiten pro Zeit für die meisten Fahrzeuge immer falsch.

von Emil - am 12.12.2016 06:17
Wenn man Fahrzeug mit niedrigerer Spannung von 400 V an solchen Stationen schnell laden will kann man das Batteriesystem auch durch Auftrennung in zwei Hälften mit halber Kapazität und Schalten in Serie rekonfigurieren. Dann kann man zumindest schon mal mit doppelter Ladeleistung laden.

Was ähnliches mache ich bei meiner Solaranlage. Ich kann einfach mit einem Schalter zwischen Parallel- und Serienschaltung der Module umschalten. Das Gleiche könnte auch mit entsprechenden Schützen im Fahrzeug gemacht werden.

Genauso können natürlich auch Fahrzeuge mit 800 V Akku an Ladestationen mit maximal 400 A laden. Einfach die Serienschaltung auftrennen und die beiden Akkuhälften parallel schalten.

von Emil - am 12.12.2016 06:31
Zitat
Emil
Das Gleiche könnte auch mit entsprechenden Schützen im Fahrzeug gemacht werden.


Na ja, Schütze für 1000 V DC und 400 A gibts nicht soooo viele am Markt. Sind - wenn verfügbar oder für E-Autos und so neu entwickelt - wahrscheinlich gross und teuer. Schaltschrankgröße im Auto? Sehe ich jetzt nicht so.
Oder man machts gleich elektronisch. Die mechanischen bräuchten sicher eine Verriegelung oder sowas, damit nur stromfrei geschaltet werden kann.
Hast Du Erfahrung mit 400 A DC Schaltern, die unter Last schalten können.

Gruss, Roland
Werd - wenn ich ihn mal treffe - den Kollegen und Entwickler bei Porsche mal fragen, was die da genau machen und vorhaben. Oder ich schaus mir gleich in Erlangen bei den Fraunhofer Leuten an, die sind mir räumlich näher und haben auch mehrere Stromtankstellen auf dem Gelände. Bis dahin schaffen der Berlingo und Hotzi es auch im Winter.

von Hotzi-47 - am 12.12.2016 10:17
Zitat
Emil
Gehst Du davon aus dass pro Standort nur eine Station gebaut wird?


Na ja, ich habe Stationen an Autohöfen gesehen mit je einem 1,2 MW Schaltschrank. Reicht für 24 mal 50 kW, und so ähnlich wurden dort die Ladesäulen auch ausgelegt, also 8 Triple Charger, bei denen jeweils alle drei Anschlüsse gleichzeitig Saft liefern können. Also eine Station (vom Trafo her) mit vielen Ladepunkten. Wenn Du also nach "Station" fragst, würde ich klar sagen, dass eine Station pro Tankstelle, egal ob an Autobahnraststätten, Autohöfen oder sonstwo, gebaut werden. Mit vielen Ladepunkten, hoffentlich jedenfalls. Und hoffentlich mit den Anschlüssen, die die Mehrheit der Nutzer auch wirklich brauchen können.

Bei solchen Anschlußleistungen könnten natürlich auch 350 kW Anschlüsse mit dran. Mit Lastmanagement ähnlich wie bei Tesla Superchargern. Wenn viele laden wollen, bekommen einige entsprechend weniger. Ich beobachte jedenfalls, dass das Wort "Lastmanagement" immer häufiger im Zusammenhang mit Ladestationen auftaucht.

Anders siehts aus, wenn man mehr Busse und LKW elektrisch fahren. Ein Supermodell wäre doch: 4 Stunden fahren, eine Stunde laden. Mehr als 4 Stunden darf sowieso kein Fahrer am Stück fahren. Über Nacht würde man dann mit (für LKW) moderaten 22 kW auch noch rund 200 kWh reinbekommen, ein für LKW durchaus realistischer Wert. Denn sollte man es hinbekommen, dass der mit 50 kW auf der Autobahn dahinrollt, sind fast 400 km möglich. Bei 100 kWh pro 100 km wären es immer noch 200km.

Die Entwicklung ist spannend. Schaun wir mal.

Gruss, Roland
Ich entwickele und baue keine Stromtankstellen, und noch brauche ich sowas grosses nicht, noch reichen mir Schuko und 11 und 22 kW Drehstrom. Ich beobachte es jedoch voller Freude, was sich da entwickelt. Trotzdem wär ich froh, wenn sich die 11 oder 22 kW AC Ladegeräte in den Autos als Quasi-Standard durchsetzen würden. Damit kommt man auch bei mittleren bis langen Strecken schon ganz gut voran. Und kleine Pausen zwischendurch tun den Fahrern und Beifahrern eher gut. Nur umgewöhnen muss man sich.

von Hotzi-47 - am 12.12.2016 10:35
+++ gelöscht, gehört nicht zum Thema
Mod Ralf+++




Gleichstromladung in Nickel-Eisen

von Bernd Schlueter - am 12.12.2016 10:42
Zitat
EMobile plus solar
Na ja, Schütze für 1000 V DC und 400 A gibts nicht soooo viele am Markt. Sind - wenn verfügbar oder für E-Autos und so neu entwickelt - wahrscheinlich gross und teuer. Schaltschrankgröße im Auto?
Sehe ich jetzt nicht so.


Die Schütze brauchen eigentlich nur die Hälfte der Spannung aushalten.

Bei Kilovac gibt es zumindest welche bis 900 V.

Zitat

Oder man machts gleich elektronisch.


Elektronisch ist nicht so gut da es ja Leckströme gibt.

Zitat

Die mechanischen bräuchten sicher eine Verriegelung oder sowas, damit nur stromfrei geschaltet werden kann.


Das ist wiederum Standardtechnik über einen Hilfskontakt, oder elektronisch.

Zitat

Hast Du Erfahrung mit 400 A DC Schaltern, die unter Last schalten können.


Ich habe mehrere bi-stabile Relais von Kissling mit 300A in meinem Wohnmobil.

von Emil - am 12.12.2016 11:42
Zitat
Dr. Mabuse
Die 350kW sind mehr ein theoretischer Wert:
Viele Grüße Daniel


Dem stimme ich voll zu, zumal derzeit und auch in naher Zukunft das keiner Nutzen kann.
Alles was über C2-Ladestrom abgeht, ist extrem schlecht für die derzeitigen Akkus. Das wären selbst bei einem P90 nur max. 180 kw Ladeleistung. Wer ein langes Akkuleben haben will sollte sich sowieso von Ladevorgängen unter 1 Std. verabschieden.
Gruß
Christian

von wchriss - am 12.12.2016 12:27
Große Leistungen Schalten mit Kontakten ist ein Problem. Das geht eigentlich nur im Cabrio, bei dem über den Köpfen ein großer Hörnerblitzableiter angebracht ist, der dem Lichtbogen freien Raum nach oben gibt. Ist der Lichtbogen durch den Luftauftrieb nach oben gewandert, reißt er ab. Spätestens, wenn er einen Meter Länge erreicht hat. Ohrenschützer sind wegen des Zischens und Geknalles unbedingt erforderlich.
Nein, es genügen aber auch schon etwas über 1mm Kontaktabstand, wenn man einen Transistor vorschaltet, die gibt es für einen erschwinglichen Preis schon im 10kVolt-Bereich. Der überaus geringe Leckstrom reicht nicht aus, einen Lichtbogen zu zünden oder zu unterhalten. Für Notfälle gibt es immer noch Schmelzsicherungen hinreichender Größe und Quarzsand.gefüllt. Auch magnetische Vielstrecken-Funkenausbläser gibt es, die niemals in einer leistungsstarken Säule fehlen sollten.

Kostet ein Akku 30000 Euro und lebt er mit 3000 statt 1000 Zyklen länger, wenn er in einer Stunde statt in einer halben geladen wird, wird diese halbe Stunde längere Wartezeit mit 40 Euro die Stunde vergütet.

Also, der zusätzliche Schukostecker sollte auch benutzt werden.
Wer den großen Akku nur spazieren fährt und nie auf deren maximale Laufleistung kommt, der darf sich ruhig Schnelladungen erlauben.

von Bernd Schlueter - am 12.12.2016 13:44
Ich weiß nicht was ihr für ein Problem habt. Es besteht doch überhaupt keine Notwendigkeit diese Schütze bei Last zu schalten. Man kann vor dem Schalten alles elektronisch abregeln. :rolleyes:

von Emil - am 12.12.2016 13:48
Nein, es gibt kein Problem. Die IGBT-Tabletten für noch viel höhere Leistungen sind preiswert und dauerhaft. 1000 Ampere an einem 100mm² Ladekabel von 3m Länge lassen gerade mal 50 mV Abfallen bei einer Erwärmung des Doppelkabels mit 100 Watt. das ist absolut problemlos händelbar.
Auf einen mechanischen Schütz kann man sogar im Ladegerät verzichten.Da genügt eine kompakte, quarzsandgefüllte Schmelzsicherung.Teilweise liegen bereits die roten Zuleitungskabelzu den Ladestationen in den Bürgersteigen, die für den Bahn- und Obusbetrieb. Der Laderegler regelt bei Spitzenbelastungen für den ÖPNV-Verkehr zurück und stabilisiert das Netz. Entsprechendes gilt für den Rückspeisestrom. Auch die Eisenbahn kann von solchen variablen Ladestationenn profitieren. Die Zeit, in der hoher Strombedarf besteht, beschränkt sich auf eine Zeit, die meist geringer als eine Minute beträgt.
Wir sollten endlich die "smarte" Leistungssteuerung einführen.

Bei den hohen Leistungen dürfte das Induktionsladeverfahren besonders vorteilhaft sein, indem man eine flache Sule in einen größeren Schlitz im Fahrzeug schiebt. Irgendwann werden die starken Felder beim Laden über Spulen in der Straßendecke kritisch. Befindet sich die Induktionspule im Ferritkern im Fahrzeug, ist ein Resonanztransformetor nicht mehr erforderlich.

General Motors hat das beim Volta schon alles vorgeführt und getestet.

von Bernd Schlueter - am 08.01.2017 05:40
Letzte Woche hatte ich einen Vortrag bei electrify BW zum Thema gehalten. Wir haben bereits eine Raststätte geplant.

Die meisten Fahrzeuge heute haben Batteriespannungen unterhalb 500 Volt. Durch hohe Leistungen fliessen trotzdem sehr hohe Ströme, bei meinem Tesla z.B. über 1000A Batteriestrom. Zukünftig wird man höhere Spannungen versuchen um die Ströme kleiner zu bekommen, z.B. beim Porsche 800 Volt +. Von den Halbleitern her ist das eine Herausforderung, da diese mit 1200V Spannungsfestigkeit verwendet werden.

Etliche Fahrzeuge in der Mittelklasse werden wohl unterhalb der 500V Spannungsebene bleiben und können dann auch nur mit z.B. 450 V x 350 A max laden.

Konsequent finde ich die Entscheidung die Lader für die hohen Spannungen zu bauen um daran beide Spannungsebenen zu laden. Das Ultra E Projekt sind vorab 25 Test-Ladestationen in Europa. Unabhängig davon haben unsere OEM s 400 Ladestationen in Europa angekündigt.

Ralf

von Ralf Wagner - am 29.01.2017 23:11
Nach meinem Verständnis geht sowohl CHAdeMO wie auch CCS bis 500V. In der Praxis tummelt sich das Gros der EV Akkus aber bei Ladeschlußspannungen um die 400V, manche auch darunter, aber meines Wissens keiner wesentlich darüber. Die 50 kW CHAdeMO Ladesäulen die ich kenne, gehen nicht nennenswert über 110A hinaus. Das macht bei 400V nur 44 kW anstatt 50 kW. Da fragt man sich schon, weshalb die Autos nicht 450-500V verwenden und die Ladeleistung ganz ausnutzen?

von Solarstrom - am 30.01.2017 16:51
An der A8 bei Zusmarshausen nahe Augsburg wird von der Firma Sortimo eine Elektroauto-Tankstelle mit 50 Ladeplätzen, Restaurant und einem Elektromobilitäts Innovationspark gebaut. U.a. auch mit 350 kW Ladesäulen: [www.augsburger-allgemeine.de]

Die Architektur sieht schon ziemlich geil aus. Ist aber auch funktional. Egal wo das Elektroauto seine Ladedose hat, man findet an dieser Konstruktion wohl immer eine Möglichkeit zu laden. Auch wenn das Auto einen Anhänger zieht, was bei vielen Tesla SCs nicht geht.



Ist wohl geplant von der Firma eLoaded aus Innsbruck. Wenn man nach der Adresse sucht, landet man an der (Architektur?) Hochschule Innsbruck. Die neugeründete Firma scheint ein Hochschul Spinoff zu sein: [host19.ssl-gesichert.at]

Würde mich schon interessieren, ob diese Stromtankstelle eine Einzeltat von der Firma Sortimo ist, oder ob das der erste Standort vom Ultra E Projekt ist? Also durch den Bürotrakt die Keimzelle der 25 oder sogar 400 Ultraschnellladestandorte wird.

von Solarstrom - am 30.01.2017 17:15
Das sieht gut aus was die Innsbrucker da machen.

[host19.ssl-gesichert.at]

Ein modularer Aufbau ist wichtig um schnell und effizient natürlich auch kostengünstig zu bauen.

An der A9 entsteht ebenfalls eine Ladestation, dort sind die Ladestationen im Kreis angeordnet.
[www.bollinger-grohmann.com]
> Fürholzen
Im Planungszeitraum waren Anhänger am E-Fahrzeug noch kein Thema, mittlerweile muß man es berücksichtigen.

von Ralf Wagner - am 30.01.2017 21:12
Zitat
Ralf Wagner
Im Planungszeitraum waren Anhänger am E-Fahrzeug noch kein Thema, mittlerweile muß man es berücksichtigen.


An der Planung sieht man schon welche Priorität die Elektromobilität gegenüber den Verbrennern genießt. Während die herkömmliche Tankstelle ein breite gerade Zufahrt hat, müssen die Elektromobilfahrer 3 Mal ums Eck fahren und umständlich rangieren.

Das macht man in Norwegen übersichtlicher und einfacher:


Quelle

Das mit den Hängern haben sie aber auch noch nicht so richtig berücksichtigt.

von Emil - am 31.01.2017 05:49
Sicherlich wird man die hohen Ladeleistungen auch zur Stabilisierung und gleichmäßigeren Auslastung des Netzes nutzen. Dann wird sowohl mit Halbleitern geregelt, wie auch geschaltet. Die notwendige Technik ist bereits in jeder Lokomotive oder Straßenbahn eingebaut. Für den Notfall gibt es immer noch die kurze Notabschaltung des Hochspannungsnetzes, die ohne größere Schäden auch nach einem Blitzeinschlag erfolgt. Ansonsten benötigt man nur einfache, sichere und billige Leistungstrenner. Stromlos.

Hochspannungsschalter

In Italien hört man überall noch das Pfeifen der Thyristor-Regelungstechnik. Die ist deutlich robuster als IGBT-Technik und verkraftet Blitzeinschläge besser. Beeindruckend groß ist der Elektroden-Abstand der zahlreichen Hörnerblitzableiter entlang den Bahnstrecken.
20.000 Ampere fließen häufig in der Hauptentladung, die problemlos bewältigt werden. Über 400.000 Ampere kommen selten vor, dann schon mit Zerstörungen.
Also, nach oben ist man mit der Ladungsleistung nicht begrenzt. Eine Frage der Stecker, Zuleitungen zum Fahrzeug und der Batterien. Geschaltet wird vorteilhaft in der Ladestation. Einfache Thyristortechnik ist auf Wechselstrom angewiesen.

Also, alles kein Neuland und eine Frage der Batterien.
Bald das Super-Hyper-Ultra-Ganz-Schnellladenetz?

von Bernd Schlueter - am 11.02.2017 11:54
mobilität wird sich wie alles in der welt zwischen arm/reich und kurz/lang aufspalten. menschen werden ihre reichweiten nach dem arbeitsplatz kaufen und spassfahrten gehören nicht mehr zum leben.

wer reichweite braucht shared sich ein auto und gut. schliesslich kommt es vor die haustüre gefahren, ganz alleine und vollgeladen.

ich gehe davon aus, daß porsche einfach ein konkurrenzprodukt nur für sich allein und gegen tesla von unseren steuergeldern aufbaut. sollen sie machen, wenn sie spass dran haben. für die e-mobilität ist das nicht von belang.

von p.hase - am 12.02.2017 23:26
Hi Zusammen, ich habe seit kurzem erfreulicherweise mit dem Aufbau der 350 kW Lader recht direkt zu tun :xcool:. Hintergrund dass sich die OEMS jetzt dahinter klemmen, ist schlicht die Erkenntnis, das ohne Ladeinfrastruktur keine Fahrzeuge verkauft werden. Die 350 kW einfach deswegen, damit man alle Arten von Fahrzeugen laden kann. Wie schon geschrieben, wird ein Teil der Fahrzeuge wohl auf der 400V Ebene bleiben, diese können aber genauso an den 1000V Ladern laden. Jedes BMS fordert die Leistung an, wie es die Batterie verträgt. Im Moment sind wir bei 2C+ wie z.B. beim Hundai Ioniq E, das wäre bei einer 80 kWh Batterie rund 160 kW Ladeleistung. Zu vermuten ist, dass es aber auch Fahrzeuge kommen mit deutlich mehr als 100 kWh. so dass man die Leistung bis in ein paar Jahren durchaus brauchen kann.

Im Porsche Vortrag bei electrify bw wurde ja schon einiges öffentlich gezeigt, insofern kann ich das hier weiterplaudern. 400 Stationen mit durchschnittlich 6 Ladepunkten sind für Europa, in den nächsten drei Jahren geplant. Ziel ist dass die Ladeinfrastruktur sichtbar ist, wenn die Fahrzeuge kommen.

Die Fahrzeuge kommen , Porsche laut Vortrag wohl 2019, die anderen vermutlich ähnlich. Konzerne wie VW mit allen Geschwistern haben es einfacher. Teile vom Mission E wie ein 22 kW Lader werden sich sicher auch bei den Geschwistern finden lassen. Die Spanne zwischen Porsche Mission E und VW Up E ist groß, bestimmte Synergien gibt es trotzdem.

Der Aufbau der Ladeinfrastruktur hat Ähnlichkeiten mit Tesla und derem Vorgehen, nur mit ca. 5 Jahren Vesatz. Wenn man sich mit den Themen befaßt, merkt man was Tesla mit der Ladeinfrastruktur geschaffthat. Allein die Baugenehmigungen für die Ladestationen sind ein großer Aufwand, auch da es in jedem Land, Bundesland, Kreis wieder eigene Regeln und Behörden gibt.

Die Planung einer Raststätte der Zukunft hat mich schon 2014 und 2015 beschäftigt und schon dort haben wir nach guten Lösungen gesucht, sei es für die Stromversorgung oder sei es an der Ausbildung von Ladeplätzen für die kommenden Fahrzeuge.

Seit Euch sicher, dass viele Leute mittlerweile viel Energie dran setzen eine gute Ladeinfrastruktur zu schaffen.

Viele Grüße
Ralf

von Ralf Wagner - am 16.04.2017 21:20
T&R Fürholzen West hat auch eine geschwungene Überdachung wie Zusmarshausen. Beide Projekte haben aber wohl nichts miteinander zu tun, ist ja auch eine Raststätte wo es noch Kraftstoffsäulen gibt.
[www.presseportal.de]



von Solarstrom - am 17.06.2017 05:06
Zitat
Solarstrom
T&R Fürholzen West hat auch eine geschwungene Überdachung....



Selbst bei extremster Föhnlage sind die Berge nicht so nah da wie in diesen Bild :rolleyes:

von Manfred aus ObB - am 17.06.2017 06:04
Zitat
Solarstrom
An der A8 bei Zusmarshausen nahe Augsburg wird von der Firma Sortimo eine Elektroauto-Tankstelle mit 50 Ladeplätzen, Restaurant und einem Elektromobilitäts Innovationspark gebaut.


Ich war heute mal vor Ort, es ist noch keine Bautätigkeit zu sehen. Die Fläche wird noch landwirtschaftlich genutzt.

Hier ein Lageplan:



Quelle: [www.augsburger-allgemeine.de]

von Solarstrom - am 15.07.2017 19:11
Es gibt neue Infos zum Innovationspark in Zusmarshausen. Es soll diese gigantische Menge von Ladesäulen entstehen:

24 Stück Supra Schnelllader mit je 350 kW
120 Stück Schnelllader mit je 50 kW

Booooom!!!

Gespeist von regionaler Wasserkraft (Lechwerke?). Die 120 Schnelllader sind wohl zum DC Parken gedacht, um die EVs möglichst zu laden, wenn viel überschüssiger, regenerativer Strom anfällt.


[www.augsburger-allgemeine.de]

[www.sortimo.de]

von Solarstrom - am 01.09.2017 17:27
zahl ich die mit meinen steuern mit?

von p.hase - am 01.09.2017 18:52

Re: 350 kW Ultra-Schnellladenetz (Ionity)

Zitat
Solarstrom
Der nächste Schritt wird ein europäisches Netz mit 400 Standorten sein:
[www.springerprofessional.de]


Gemeinschaftsunternehmen Ionity startet

Das von der Autobranche gemeinsam geplante europaweite Ladenetz für Elektrofahrzeuge soll bis Ende dieses Jahres noch erste Gestalt annehmen. Bis dahin werde der Aufbau der ersten 20 von insgesamt 400 geplanten Schnellladestationen an Autobahnen und anderen Hauptverkehrsachsen in Deutschland, Norwegen und Österreich beginnen, ... Im kommenden Jahr soll die Zahl auf über 100 steigen, bis 2020 sollen dann alle 400 Ladestationen stehen.

Das eigens für den Aufbau des Netzes gegründete Unternehmen, ... , firmiert unter dem Namen Ionity. Sitz ist München, wo zunächst etwa 50 Mitarbeiter beschäftigt werden sollen.

Die Stationen sollen jeweils etwa 120 Kilometer voneinander entfernt liegen und stets über mehrere Ladesäulen verfügen. Den Angaben zufolge entstehen die ersten 20 Stationen in Zusammenarbeit mit dem Raststättenbetreiber Tank & Rast, der österreichischen Mineralölgesellschaft OMV und der Handelskette Circle K, die auch Tankstellen betreibt. Später sollen weitere hinzukommen.

[www.manager-magazin.de]:

von Solarstrom - am 03.11.2017 15:41
Zitat
Solarstrom
Das erste Ultra-Schnellladenetz mit DC Ladeleistungen von bis zu 350 kW soll in Belgien, den Niederlanden, Österreich und Deutschland bis Ende 2018 entstehen. Insgesamt werden es 24 Standorte sein. Das ist ein europäisches TEN-T Projekt mit der Bezeichnung 2015-EU-TM-0367-S:
[ec.europa.eu]


Smatrics & Allego starten Aufbau der 25 Ultra-E-Schnelllader

Das angekündigte EU-Projekt Ultra-E mit 25 Hochleistungsladestationen mit bis zu 350 kW Ladeleistung geht in die Umsetzung. Smatrics baut in den kommenden Wochen den ersten Standort im Raum Wien auf. Weitere drei folgen innerhalb der nächsten Monate in Salzburg, Linz und Graz.

Die Standorte werden in der ersten Ausbaustufe jeweils mit vier Ultra-Schnellladestationen mit je bis zu 175 kW Ladeleistung ausgestattet. Zwei der vier Ladestationen können zu einem späteren Zeitpunkt dann bis zu 350 kW bereitstellen. Als Ladeanschluss setzt das Projekt auf CCS. Komplettiert werden die Standorte von einer zusätzlichen Multi-Standard-Schnellladestation mit bis zu 50 kW.

Die ersten beiden der von Allego geplanten zwölf Standorte in Deutschland sollen in Aschaffenburg und Bernau entstehen. In den Niederlanden sind zudem fünf Ultra-E-Standorte geplant, die restlichen vier in Belgien. In der ersten Ausbaustufe werden die Standorte jeweils mit vier CCS-Stationen mit je bis zu 175 kW Ladeleistung ausgestattet. ...

[www.electrive.net]

von Solarstrom - am 10.11.2017 16:38
Dann mache ich mir mal die Mühe und berechne den Energiebedarf auf 1000km, wenn man an den Ladehalten mit 350kW 50 kWh auflädt, nach der Formel:
bei 118 km/h sei der Verbrauch 40kWh Rollwiderstand und 120 kWh Luftwiderstand (quadratische Abhängigkeit).
Dann benötigt man , da die 40 kWh konstant bleiben:
bei 80km/h 95kWh 12,5 Stunden + Ladezeit ca 16 Minuten 12h45
bei118km/h 160kWh ca 8 Stunden 15 Minuten 27,5 Minuten 8h43
bei 140km/h 208kWh 7 Stunden 10 Minuten 36 Minuten 7h46
bei 160 km/h 260 kWh 6 Stunden 40 Miuten 45 Minuten 7h25
bei 200km/h 344 kWh 5 Stunden 58 Minuten ca 6h

Also, die hohe Ladeleistung bringt schon etwas, allerdings muss man bei jedem Ladehalt mit zusätzlichem Aufenthalt rechnen, so dass vielleicht 140 km/h die kürzeste Fahrzeit bringt.
Das wäre dann ohne Aufenthalt 130km/ h Durchschnitt , mit Zusatzaufenthalt bei 3 mal Zwischenladen kommt da noch Einiges hinzu.

Bei 200km/h vermasseln einem die 6 Zwischenladungen die Statistik. Hier nicht berücksichtigt.

Elektromotoren sind in der Leistung von sich aus nicht nach oben begrenzt. Das muss man ja nicht ausnutzen.
Bei weniger Ladeleistung kann man deutlich mehr laden und muss nur einmal kurz zwischenladen. Den Verbrauch habe ich wegen laufender Fahrzeugverbesserungen tief angesetzt, aber man sieht, wohin die Reise geht. Mehr Ladeleistung lohnt sich , nur von der Zeit aus betrachtet, aber nicht so sehr, wie mancher denkt.

Die Berechnung bezieht sich auf die Zukunft, wenn sich nur jeder 10te ein Elektroauto leisten kann und die Autobahnen leergefegt sind, das sollte man auch bedenken.

von Bernd Schlueter - am 19.11.2017 10:50
Wie das bei Tesla in der Realität aussieht kann man bei [abetterrouteplaner.com] ausrechnen.

Die Strecke Kiel - Salzburg hat eine Länge von 1024 km.

Für den S100D könnte es so aussehen:
[attachment 2557 Kiel-Salzburg.jpg]

Mit den SuC beträgt bei durchschnittlich 100 kW Ladeleistung die Ladezeit etwa 01:41. Wäre die durchschnittliche Ladeleistung 300 kW dann würde sich diese auf etwa 34 Minuten und damit die Reisezeit auf 9:15 Minuten reduzieren. Damit ergibt sich statt knapp 98 km/h ein Schnitt von etwa 111 km/h.

10% Zeitersparnis ist meiner Meinung nach nicht wirklich relevant. Diese kann man auch leicht verkehrsbedingt verlieren. Und wenn man in beiden Varianten eine Mittagspause von 1 h einlegt dann ist der Unterschied noch kleiner. Denn dann wird die Batterie auf jeden Fall voll geladen.

[attachment 2558 Kiel-Salzburg-Pause.JPG]

Während man bei Nutzung des SuC gemütlich nebenher den Toilettengang erledigen und Essen kann, steht man wohl beim 350 kW Lader wie an einer normalen Tankstelle daneben und muss warten bis der Ladevorgang abgeschlossen ist. Da wird wohl noch weniger als an anderen Ladesäulen die Blockierung toleriert werden.

von Emil - am 20.11.2017 05:55
Hallo Emil,
wie recht Du hast! So superschnell laden ist oft gar nicht nötig, ist belastend, für Batterie, Infrastruktur und auch den Fahrer. Die Grenze etwas schneller als Tesla, d.h. 150 kW ist mehr als ausreichend für kurze Reisezeiten.

Es wird gebaut, was technisch möglich ist und das Ziel sind 8 Minuten Ladezeit. Bleibt jemand länger als nötig am HPC stehen, zerstört das die Wirtschaftlichkeit. Es läuft darauf raus, dass man am Fahrzeug bleiben muss. Sinnvoll fände ich durchaus parallel zu den schnellen Ladern noch einige mit etwas gemäßigter Geschwindigkeit, für die Leute die mal Essen gehen wollen oder tatsächlich etwas Pause machen.

Die superschnellen Lader brauchen wir für Bus und LKW, dort sind 350 kW eher wenig, wie wir von EM gelernt haben. Auch da könnte man differenzieren und Nachtparkende LKW langsamer laden.

von Ralf Wagner - am 20.11.2017 07:46
mir ist das alles zu schnell. man muss zum sanifair hetzen und verbrennt sich die lippen am togokaffee. und das an ort wo andere spezels mit 180km/h an mir vorbeidonnern. muss nicht sein. initiative zukunft bundes- und landstrasse!

von p.hase - am 20.11.2017 08:25
Alles halb so schlimm. Die Kosten stecken in der Stromzuführung für die 350 kW. Parkplätze kann man beliebig viele einrichten und auch das kurze Kabel vom Lader dorthin kostet nicht viel. So kann man auch die Ladeleistung teilen bis zu 7 mal 50kW. Oder auch viel mehr. So gibt es insgesamt weniger Ladestau, Zeit für sinnvolle Ladeplanung, besserere Ausnutzung der Station und zudem ist die Station nicht teurer, weil die kurzen Anschlusskabel nicht viel kosten und die Station besser ausgelastet wird. Auch schwächere Fahrzeuge können laden und überschüssige Ladeleistung wird denen, die es vertragen zugeschlagen.
Es ist wie bei den Windturbinen, die immer mi viel zu hoher Maximalleistung angegeben werden, aber bei starkem Wind ihre Leistung nicht ins zu schwache Netz abgeben können.
Das A und O ist die Anpassungsfähigkeit, also auch das "smart Laden".

Ein einziger Gleichstromstecker für alle, der wäre kompakt, die Fahrzeuge brauchten nicht ihre Ladegeräte mitschleppen und damit wäre auch Platz für ein zusätzliches Loch für die Dose in der Karosserei, um endlich ein einziges Ladekonzept durchzusetzen.
Ladekabel? Klar an der Station.



Eine andere Idee ist, mindestens Schukosteckdosne (gekühlt) für alle Solardächer verpflichtend zu machen. Wie viele Solardächer gibt es? Die rufen einen schon von weitem zum Ladeplatz und sind sehr begehrt.

Wäre doch gelacht, wenn wir ohne großen Kostenaufwand und bei Einstellung von Umlagen und Solarstromsteuern dem Förderungsmodell nicht den Garaus machen könnten und alle Stromerzeuger bis 350 kW mit dem gleichen neuen Einheitsstecker anschließen könnten!
Das Elektroauto als Regelfahrzeug wäre dann nicht mehr aufzuhalten und der Strom kommt dann nicht mehr von dort, was ohnehin nur auf dem Papier steht!

Nicht Tripel, sondern Mono, aber davon viele preiswerte.

Vergessen: vielerorts muss man für das Schukosteckerkabel (potentialfrei !) den Bürgersteig überwinden. Das kann man auch durch die Luft, vom nicht allzu hohen Dach.
So mache ich es stets in Köln und nehme eine Konstruktion aus Besen und Stricken zu Hilfe. Das kann man, vereinheitlicht, auch viel geschickter lösen.
Sollte jemanden das stören, tarnt man die drei Meter über den Bürgersteig gespannte Schnur mit Gebetsfahnen, wie sie in buddhistischen Ländern, bei Fronleichnamsprozessionen und Schützenfesten üblich sind. Es könnte auch "BSM" auf den Gebetsfahnen stehen.

von Bernd Schlueter - am 20.11.2017 09:17
Hallo Bernd et.al,
ja ja, da kann ich nur mit einstimmen: 350 kW Lader brauchen wir wahrscheinlich noch eine ganze Weile nicht. 50 kW DC reicht zur Zeit, weil die meisten Fahrzeuge eh nicht mehr vertragen. Und die 120 bis 150 kW Supercharger von Tesla oder demnächst auch Chademo und CCS reichen noch für die nächsten Jahre. Ich denke, 10 Jahre oder so. Erstmal müssen die aufgebaut werden, und dann müssen die Autohersteller nachziehen, damit das Gesamtsystem endlich mal klappt. Tesla hats systemtechnisch schon mal vorgemacht. Und mittlerweile erkennen mehr und mehr Fahrer die Vorteile der 20 bis 40 minütigen Ladepausen. Entspannung pur, dient der Verkehrssicherheit, und man kann in Ruhe Kaffee trinken. Für einen Mittagshalt braucht man eh mehr. Eigene Erfahrung, und viele bestätigen mir genau das in Diskussionen.

Bernd: schöne Vorschläge von Dir, ich darf mal so kommentieren bzw. ergänzen:

Ein einziger Gleichstromstecker für alle, der wäre kompakt....
Na ja, Typ2 MID hatten wir schon in der Norm. Als es dann einer machte, wars anderen nicht recht und sie habens aus der Norm wieder rausgenommen. Dabei finde ich die Idee mit dem einem Typ2 Stecker für AC bis 22 kW oder mehr und für DC bis 120 oder 150 kW wirklich bestechend gut. Schade schade, aber das bestehende Beispiel sollte Dir eine Warnung sein. Wenn Du wirklich was supergutes entwickelst und einführst, werden sich Gegenkräfte finden und das verbieten. Es wäre einfach zu schön..

Ladekabel? Klar an der Station.
Ist in den USA mit Typ1 Ladestationen der Standard, und das ist auch gut so. Setzt sich bei uns auch mehr und mehr mit Typ2 Stationen durch. Wobei es auch Stadtwerke oder Ladestationsbetreiber gibt, die das vehement ablehnen wegen Vandalismus- und Verlustängsten. Man könnte das Kabel ja klauen. Außerdem gibts die Schwierigkeiten an diesen Stationen für die Fahrzeuge mit Typ1 Inlet. Blöde Vielfalt, macht wieder alles kaputt.

Eine andere Idee ist, mindestens Schukosteckdosen (gekühlt) für alle Solardächer verpflichtend zu machen. Wie viele Solardächer gibt es?
Nimm die 16A Schuko von BALS, damit sollte es keine Probleme geben. Die Kühlung ist zwar ok, wichtiger ist (wie bei der Legrand Dose mit dem Magneten) das Runterregeln auf 10A oder weniger bei zu starker Erwärmung. Kann meines Wissens nach auch nur der Legrand Schukostecker an den ION und C-Zero Ladekabeln. Von Pflicht halte ich nix, aber von der Möglichkeit, einen Münzautomaten zu verwenden wie bei den Dosen der Wohnmobilstellplätze. Das wäre ein Anreiz. Muss mich mal erkundigen, wie die das steuerlich und so machen. Private Solardächer sollte es mittlweile mehr als eine Million in Deutschland geben. Dazu kommen die vielen Windparks. Dort könnte man große Ladeparks installieren, auch gerne mit vielen Typ2 Stationen mit mehr kW. Am besten gleich mit Cafe und Windkraftbetreiberbüro und Infostelle dabei, damit sich der Besuch auch lohnt.

Wäre doch gelacht, wenn wir ohne großen Kostenaufwand und bei Einstellung von Umlagen und Solarstromsteuern dem Förderungsmodell nicht den Garaus machen könnten.
Der ganze Summs mit Umlagen und Umsatzsteuer und so gilt für gewerbliche Anlagen. Viel zu kompliziert. Machen wir kleine private Anlagen unter 10 kW mit Schukodosen. Da wird vieles leichter. Ich denke, ich probiers mit meiner eigenen 5 kW Anlage so ab August 2020. Dann läuft meine Einspeisung mit Vergütung aus und ich brauch dann sowieso andere Wechselrichter.

Nicht Tripel, sondern Mono, aber davon viele preiswerte.
Genau, eigentlich an jeden Parkplatz eine 230V 16A Dose. Nicht Mega-, Super- oder Destiny Charging, sondern Parken und Laden. Ach so, Park&Charge gibts ja schon. Und das wünsch ich mir: Dass man dann auch weiter Parken darf, wenn die Akkus schon voll sind. Keine Hetze mit der Rückkehr. Würd ich gut finden. Parkgebühren?? Na ja, wird wohl kommen.

Vergessen: vielerorts muss man für das Schukosteckerkabel (potentialfrei !) den Bürgersteig überwinden. Das kann man auch durch die Luft, vom nicht allzu hohen Dach.
Da bekommt das Wort "Potentialfrei" mal eine ganz neue Bedeutung. Aber genial, machen wir Werbebanner dran oder Dekoration, je nach Jahreszeit. Zur Zeit Weihnachtsdekoration. Später dann Fasching oder Karnevalsdeko, je nach Gegend. Und dann kommt sicher wieder irgend eine Fußballmeisterschaft. Kreativität ist gefragt. Demobanner gegen Umweltverschmutzung, mit Werbung für E-Autos? Würde sachlich ja Sinn machen. Oder Werbefläche vermieten. Bin gespannt, wie die Behörden reagieren. Ordnungsämter sorgen ja für Ordnung. Könnt ja jeder kommen. Schaun wir mal.

von Berlingo-98 - am 20.11.2017 16:31
schon klar, daß das aufladen auch ULTRA kostet?!

von p.hase - am 20.11.2017 16:41
Nein, das hat nicht viel zu kosten. Wir sollten dafür sorgen, dass es möglichst viel Konkurrenz gibt, deshalb meine Idee mit den vielen Solardächern, natürlich auch Windturbinenladestellen oder an BHKWs.
Ich hoffe, dass es wirklich so sein wird, dass Anlagen unter 10kW nicht besteuert werden und man den Strom, den man nicht selbst nutzt, steuerfrei verschenken darf, bzw , dass man sich die Unkosten erstatten lassen darf. Steuerfrei auch mit eine Kiste mit 50-Centbox, ähnlich wie auf Campingplätzen für den Warmwasserstrom. Mit festgelegten Gebühren, die steuerfrei bleiben, weil niemand weiteres daran verdient.

Solaranlage, die aus der Förderung läuft: das betrifft inzwischen viele, die nun eine Inselanlage daraus machen wollen.
Ich habe die starke Vermutung, dass es nicht schwer ist, eine Netzeinspeisungsanlage auf Inselbetrieb umzubauen, manche Anlagen sind schon vom Werk aus umstellbar.

Vieleicht darf man kleinere Anlagen auch am Netz belassen? Ich weiß das alles nicht und es wäre nicht falsch, wenn wir uns darüber austauschen würden.

Jedenfalls wäre solch eine Ladebox an jedem Solardach der Elektromobilität und Angelas Energiewende sehr förderlich und Solardächer erkennt man schon von weitem als Rettungsstation. Da darf man dann auch mal nachts aus der Außensteckdose zapfen.

Übrigens kaufteBertha Benz den Saft für ihr Dreirad auch noch teuer in der Apotheke. War ja auch nicht solleicht zu bekommen.Aber Strom gibt es an jeder Ecke und so ein Mittelspannungstransformator für 10 kV hat mindestens 400 kW leistung, meist aber in der Gegend von 8 kV und es wäre sinnvoll, direkt aus den 10 kV Gleichstrom zu machen.

Der Stecker bestimmt dann, wieviel Maximalleistung ins Fahrzeug fließen kann.
Nein, ich behaupte, Sstrom ist überall verfügbar, in beliebiger Menge , wenn ein Mittelspannungsnetz existiert und ist dann soagr viel billger als der von 230 /400 Volt.

Jetzt fahren wir schon Elektroauto und da müssen wir uns nicht wegen lächerlicher Ladestellen Angst vor überhöhten Preisen einflößen.

Ich experimentiere gerade mit einer ganzen Batterie von Induktionskochfeldern, das ist ein ganz feine Sache kann ich nur sagen...
So etwas mit 1,2 kV hatte ich mir schon vor 58 Jahren gebaut, bei höherer Frequenz, das war ganz ungleich schwieriger mit der damaligen Röhrentechnik. Funktionierte aber auch. An Selenmangel litt mein Körper damals jedenfalls nicht. ich stinke, vermute ich, heute noch danach.

von Bernd Schlueter - am 20.11.2017 22:00

Re: 350 kW Ultra-Schnellladenetz (Ionity)

Zitat
Solarstrom
Gemeinschaftsunternehmen Ionity startet


Mit Shell hat das vor kurzem gegründete High-Power-Charging-Ladenetzwerk IONITY der deutschen Autohersteller nun einen weiteren wichtigen Partner gewinnen können. Auch die Partner Tank & Rast, OMV und Circle K gesellen sich hinzu.

Durch die strategischen Partnerschaften tritt IONITY damit in 18 europäischen Ländern in die Exploration und Realisierungsphase ein. Somit können bereits mehr als 50 Prozent der bis 2020 geplanten 400 Standorte abgedeckt werden. IONITY war von BMW, Daimler, Ford und Volkswagen (mit Audi und Porsche) ins Leben gerufen worden.

Der Mineralölkonzern Shell ermöglicht es dem Joint Venture, seine superschnelle Ladeinfrastruktur an Standorten in zehn europäischen Ländern aufzubauen. Dazu zählen Belgien, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande, Österreich, Polen, die Slowakei, Slowenien, die Tschechische Republik sowie Ungarn. Standortpartner von IONITY in Deutschland ist Tank & Rast. Das Unternehmen betreibt im deutschen Autobahnnetz rund 360 Tankstellen sowie etwa 400 Raststätten einschließlich circa 50 Hotels. Mit der österreichischen OMV kooperiert IONITY beim Aufbau der Schnellladeinfrastruktur in Österreich, Slowenien, der Tschechischen Republik und Ungarn. Und die Kooperation mit Circle K ermöglicht den Zugriff auf Standorte in Dänemark, Estland, Irland, Lettland, Litauen, Norwegen und Schweden. ....

Quelle: [www.electrive.net]

von Solarstrom - am 27.11.2017 21:03

Re: 350 kW Ultra-Schnellladenetz (Ionity)

Der erste Ultra E Standort ist an der Ausfahrt Aschaffenburg-West in Betrieb gegangen. Es sind 4 HPC Ladesäulen mit je 175 kW. 2 davon sollen im Frühjahr 2018 ein zweites Powermodul erhalten und damit je 350 kW Ladeleistung haben. Das Design der Ladesäulen kenne ich vom Corri-Door Projekt entlang der Autobahnen in Frankreich, es kommt von der französischen Firma [evtronic-industries.com] .

Zusätzlich gibt es noch für historische Fahrzeuge einen 50 kW Triple mit CHAdeMO, CCS und Typ2.

Quelle: [ecomento.de]








Auch der erste Ionity Standort entsteht im dänischen Aabenraa, was nicht weit von Flensburg entfernt ist. Es handelt sich dabei um 6 HPC Ladestationen mit je 350 kW von Porsche. Die Ladesäulen sind so aufgestellt, dass auch ein EV mit Anhänger daran laden kann.

Quelle: [www.electrive.net]



von Solarstrom - am 21.12.2017 16:23
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