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Bernd Schlueter, Berlingo-98, Manfred aus ObB, el El, Ralf Wagner

Standardisierung

Startbeitrag von Bernd Schlueter am 19.11.2017 04:19

Die Standardisierung in der Elektromobilität ist ganz gehörig fehlgeschlagen. Bei den Batterien ist von außen ein Standardisierungsdruck entstanden, weil er bei der Stromversorgungsakkus längst erfolgt ist. Die 18650er Zelle gibt so heute den Ton auch bei unseren Elektroautos an. Nur langsam entstehen geeignetere Formen.

Beim Laden erfolgte eine regelrechte Katastrophe: Man bemühte sich zunächst, möglichst viele inkompatible Stecker und Ladesysteme auf den Markt zu bringen. Das war ein durchschlagender Erfolg in Hinblick auf die Verhinderung der Durchsetzung der Elektromobilität. Nicht genug damit, obwohl wenigstens in Europa die Übergangslösung TYP2-Stecker weitgehend einheitlich beschlossen wurde, vervollständigte man das Ladechaos durch unterschiedliche Zugangs- und Abrechnungssysteme, die zudem sehr oft Funktionsmängel aufwiesen.

Ich sehe mir gerade Youtube-Videos zum Induktionsladen an. Nun hoffe ich, dass man wenigstens hier einheitliche Normungen vornimmt, ehe auch hier das Chaos Oberhand gewinnt. Denn hier müssen die Spulen ziemlich genau übereinander stehen, während man bei der Wahl der Akkuspannung völlig variabel ist.

Mit meinen Bekannten vom Bioland-Bauernhof haben wir schon seit langem beraten, wie wir die Elektromobilität auch in der lLandwirtschaft einführen können. nach erfolgreicher Produktion diverser Gemüsesorten bevölkern nun vier Kinder nebst deren Freunden und Freundinnen den Hof und ein größeres Elektroauto mit genügend vielen Sitzen wäre ein großer Wunsch. Insgesamt über 300 m² nach Süden ausgerichtete, schattenfreie Dachfläche rufen regelrecht nach Solarzellen, bisher aus finanziellen Gründen noch vergeblich.

Roland hat in den news nun den Fendt-Ttraktor vorgestellt. Der ist schon seit langem auf dem Hof vorgeplant.
Hier in der nordeutschen Tiefebene herrschen total ebene, steinfreie und fruchtbare Ackerflächen vor und rufen nach autonom ackernden Traktoren, die man, durch GPS gelenkt, schon vermehrt findet. Die zugehörige Genauigkeitsstufe , wie sie auch die Geodäten verwenden, steht hierzulande bereits zur Verfügung.
Laden: überhaupt kein Problem, sofern ein Windgenerator erreichbar ist. Alle 50 Furchenreihen fährt das Gerät, genau wie sein Staubsaugerpendant, zur Ladestation direkt am Windgenerator.
Nut dieser wahnsinnige Aufwand für den Steuer- und Umlagendjungel ist ein arges Hindernis. Ladung: natürlich per Induktion.

Vorteil bei autonomer Arbeitsweise: da ein Bauer sehr viel Zeit für sonstige Aufgaben wie Kinderverwahren, Frau besuchen , Vieh streicheln und noch sehr vielem anderen benötigt, induktives Essen funktioniert noch nicht, kann man wenigstens die Versorgung der Äcker automatisieren und der langsame und gut abgesicherte Traktor kann, obwohl kleiner, mit einem nur einscharigen Pflug große Flächen versorgen.

Also, wer Ideen und Adressen dazu hat, bitte her damit! Um ausgediente Solarzellen würde ich mich kümmern. Hilfskräfte sind mehr als genug vorhanden. Mit Warteliste.
Der bedieselte Berlingo hat gerade das Zeitliche gesegnet und ruft nach einem würdigen Nachfolger.
Ach so, Drehstromanschluss vorhanden. Die zwei Kilometer lange Zuleitung aus drei 70mm² Drähten wurde auf zünftigen Holzpfählen verlegt.
Ort: bergisches Land, die Äcker liegen im Schnitt 30km entfernt (!)
Funktioniert nur durch Arbeitsteilung. Die Elektrobauern kommen.


Eine andere Sache. In allen etwas größeren Städten finden wir heute Leihfahrradsysteme, so auch in Bochum. Die Fahrräder müssen zu im Stadtgebiet verteilten zentralen Parkplätzen zurückgebracht werden. Das ruft geradezu nach einem Elektroantrieb mit vereinheitlichtem Induktionsladesystem.Gebt die Idee weiter!

Antworten:

Hallo Bernd,

ich antworte mal auf die ersten zwei Absätze von Dir, die anderen habe ich nicht verstanden.

1. Das Thema Stecker ist im Bereich AC in Europa mit dem Typ2 Stecker sehr gut gelöst. Im DC Bereich hat man nach dem Weltstandard Chademo den CCS erfunden mit dem Wunsch etwas besser zu machen und ihn mit dem AC zu kombinieren. Zum Teil ist es auch gelungen. Hinderlich für Europa ist, dass der Weltmarktführer Nissan auch mit dem neuen LEAF nicht auf CCS anspringt. Tesla hat seinen DC Mid Standard gesetzt, da gab es noch kein CCS. Tesla hat man mit der Ladesäulenverordnung nur in Deutschland Prügel in den Weg gelegt, da jeder Ladepunkt (nicht je Ladestation) mit CCS ausgerüstet werden muss. Leider passt CCS schon rein mechanisch nicht am Modell S und Modell X. Die CCS Fraktion erwartet dass der Chademo Standard in 5 Jahren in Europa aussstirbt, es gibt aber auch andere Stimmen. Definitiv ist der CCS heute unterdimensioniert, würde man ihn noch einmal erfinden, würde man stärkere Kontakte verwenden. Abzusehen ist, dass für Nutzfahrzeuge und Bus ein stärkerer Standard kommen muss. Tesla hat schon wieder vorgelegt mit einem Entwurf für einen Stecker im MW Bereich.

2. Das Abrechnungs- und Authentifizierungschaos lichtet sich im Moment schlagartig. Das Roaming funktioniert Länder übergreifend. Mit meinem Kartenvertrag der ENBW kann ich auch an allen Ladern die an Hubject angeschlossen sind laden und zahle den Preis wie zu Hause + 1 € pro Ladevorgang. Das ist doch echt ein Fortschritt oder?

Zukünftig wird man alle Ladestationen in den Fahrzeugnavis sehen, samt Preis. Fahrzeuge können sich automatisch authentifizieren über das Ladekabel. Keine Kärtchen, Apps oder SMS mehr. Einstecken und gehen, wie bei Tesla...

von Ralf Wagner - am 19.11.2017 10:51
Ja, CCS ist unterdimensioniert, trotzdem viel zu groß, aber immerhin Gleichstrom. Damit zu schwach und man sollte gleich wieder von diesem als Standard abgehen. Verstehe ich nicht, dass der mechanisch nicht zum Tesla passen soll. Weil er er unförmig geworden ist wegen seiner ganz oben liegenden Kontakte? Chademo war als erster da. Ist der schlechter als CCS? Letzteren sehe ich als regelrecht verunglückt an und man sollte sich auf einen der anderen Standards einigen oder gleich, das ist meine persönliche Ansicht, den zweipolgen, kompakten Stecker für die 350 kW-Ladung schaffen.
Für das zukünftige Treckerproblem in der abgelegenen lLndwirtschaft mit ihren langen Zuleitungen sehe ich ein anderes Problem, die Notwendigkeit der Zwischenspeicherung, wofür ich eigentlich nur einen Schwungradspeicher für sinnvoll halte, damit die Ladepausen für den Traktor nicht zu lang werden. Auf den wird man nicht verzichten können, auch, wenn man um 1900 in Preußen schon elektrisch, per Seilzug pflügte.
Es wird einfach überall improvisiert, statt auf das Ganze zu achten.Die automatisierte Landwirtschaft per GPS gesteuertem Elektrotrecker, der häufig selbst zur Ladestation fahren muss, ist meiner Ansicht nach auf feuchte und Verschmutzungs-unempfindliche Induktionsladung angewiesen.Ich habe selbst gestaunt, dass es hier im Rheinland schon die Furchesteuerung per GPS gibt. Da denkt man heute schon weiter, sachgerecht, nicht, um die Konkurrenz auszustechen. Deutschland hat eine Vergangeheit in puncto Vermeidung von Standardisierung. Ich erinnere mich an eine unglaubliche Stecker-Vielfalt im Audiobereich und beim Telefon. Das wird offensichtlich weitergeführt. Auch den Mennerkesstecker Typ 2 sehe ich als unglücklich an. Zu teuer und man hatte einen durchaus brauchbaren, den CEE. Die Überwachungsfunktion hätte man auch anders hinbekommen können.
Man wusste ganz genau, dass die Standards alle nur vorläufige sind, einigt sich trotzdem auf unzureichende, teure und nicht verbreitete Lösungen. Schon der Schukostecker war eine Missgeburt, ist aber nun mal sehr verbreitet und wird trotzdem angefeindet.
Nein, ich bin unzufrieden mit der Vorgangsweise.
In der elektrischen Landwirtscahft wird der dezentrale Verbund unausweichlich sein, mit einer Zwischenspeichereinheit, die keinesfalls eine Batterie sein müsste. Solch eine leistungsfähige Zwischenspeichereinheit ist nicht nur in der landwirtschaft unerlässlich, nein auch im dezentralen, smart grid. An das letztere wollen manche schon aus Prinzip nicht denken.
Potentialtrennung sollte ein Thema werden, daran denkt doch überhaupt noch keiner der Verantwortlichen...
Dabei ist die Technik längst da. GM hat es schon vor langer Zeit vorgemacht und es hat funktioniert.
Großfahrzeuge, das dürfte klar sein: Oberleitung, aber doch bitte nicht dreipolig mit Drehstrom. Dort hat man Funkenstrecken, die mehr als lang genug sind, wenn die elektronische Abschaltung einmal versagen sollte...
Im Moment studiere ich alles, was im Bereich Induktion als Patent angemeldet ist.
Welch wahnsinniger Aufwand, welch ein Dschungel von Anmeldungen, nur, weil man sich im Vorfeld nicht ungefähr einigen konnte, in welche Richtung dies laufen sollte. Dazu von Juristen verfasst. Alle vieleicht in der Zukunft möglichen Winkelzüge müssen da, so bei den Anmeldungen der Firma Siemens alleine, berücksichtigt sein, dazu in einer möglichst unvertändlichen Sprache, patentiert, sprich, mit neuen Monopolen.
Patente sind Monopole.
Das bedeutet, einen neuen langwierigen Krieg.

Monopole haben in einem freien Europa nichts zu suchen. Unsere Europa-Abgeordnete, Sabine Verheyen, die wir auf der Exkursion nach Brüssel mit Stephan Nagel elektrisch besuchten, ist nicht zu beneiden.

von Bernd Schlueter - am 19.11.2017 15:38
Hallo Bernd,
Wenn du schreibst: "Die 18650er Zelle gibt so heute den Ton auch bei unseren Elektroautos an." .. so würde ich mal vermuten, Du irrst hier. Denn vor allem nicht bei unseren SAFT-powered E-Autos noch bei den modernen E-Autos findest Du mit der Ausnahme von TESLA die 18650 Zellen. Und schreib bitte nicht, dass das Laptop Zellen sind. Ein weiterer oft genannter Irrtum. Es ist nur die gleiche Größe, die Materialien innen sind schon fürs Auto optimiert. Aber selbst Tesla geht auf die größeren 21700 über. Na ja, nur etwas größer, aber von den inneren Werten doch sehr für TESLA angepasst.

Die weitere Standardisierung auf den Typ2 Stecker hat neben den besseren Kontakten und der Sicherheit durch stromloses Stecken udn Ziehe auch weitere Vorteile. Denn nun müssen die Ladegeräte in den Fahrzeugen per Kommunikation (genauer per Pulsweitensignal) steuerbar sein. Idealerweise kann die Ladesäule bis 6 A als kleinsten Ladestrom AC-seitig vorgeben. Die meisten Ladegeräte nehmen diese Signale wohl ernst, wenn auch nicht alle so weit runter regeln können. Aber immerhin kann man dadurch von der Ladesäule oder Heimladestation die Eingangsleistung des Ladegerätes runterregeln. Es gibt schon Geräte, die das z.B. für die Anbindung des E-Autos an eine Solarlanlage hernehmen und entsprechend des Solarstromangebotes die Ladeleistung anpassen. Und ich denke, dass wird immer mehr zum Standard und viele werden das nutzen. Wär u.U. was für Deinen Landwirt.

Zum Gleichstrom-Direktladen, eines Deiner Lieblingsthemen: Das wird gerade für Landwirte, die eine große Solaranlage haben, sehr interessant. Ab 2020 werden die Anlagen frei, die Bauern können dann wahrscheinlich den Strom ungestraft selber nutzen. Dann braucht man noch eine Elektronikbox mit MPP Regler auf der Solarseite und Chademo oder CCS Ausgang auf der Fahrzeugseite. So recht was fertiges gibts da noch nicht, obwohl SETEC sowas aus China schon mal an einen Amerikaner auf Wunsch hinbekommen hat. Und auf der emove360 in München waren Leistungsteile zu sehen, die genau dafür vorgesehen sind. Und schöne Bilder dazu, wie es aussehen könnte.

[attachment 2556 v2g-und-solar-an-chademo.jpg]

Ich denke, in wenigen Jahren wird das Standard sein, also dass DC-Laden von der Solaranlage direkt in die Akkus landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte. Der Fendt-Traktor ist für 4 Arbeitsstunden mit Akkus ausgestattet. Ist schon mal was. Und vielleicht springt ja TESLA auch in diesen Nischenmarkt. Wundern würds mich nur ein wenig.

Zum Induktionsladen von Fahrrädern: Vor vielen Jahren hatten Neuseeländer die dafür beste Ladung vorgestellt. Es ging über den stationären Fahrradständer. Ein Bügel wurde wurde ausgeklappt und hielt das Fahrrad mit Stand an der Station fest. Darin eingearbeitet war die induktive Ladetechnik. Sobald das Fahrrad am Standplatz war, wurde aufgeladen. Der Bügel umschloss den Rahmen und hielt das E-Bike auch mechanisch fest. Such mal bei youtube, Du findest viele weitere ganz pfiffige Lösungen.

Zum konduktigen Laden über Stecker: Ich kann nur hoffen, dass die vielen Typ2, CCS und Chademo Lösungen nach 19 Jahren so gut funktionieren wie mein 19 Jahre alter Marechal Stecker am Berlingo. Außerdem hoffe ich, dass die neuen Typ2 Inlets mal so funktioneren hinsichtlich Regen- und Diebstahl- und Vandalismusschutz. Also beim Laden Klappe wirklich regensicher zu und am besten mit der Zentralverriegelung geschlossen. War bei den Franzosen schon vor 20 Jahren Standard. Wenn ich mir die heutigen "Standards" betrachte, graust mir.

@ Ralf: "2. Das Abrechnungs- und Authentifizierungschaos lichtet sich im Moment schlagartig." Das sind mal wirklich gute Neuigkeiten. Was wird auf NewMotion? Lohnt es noch, sich dort anzumelden? Immerhin sind die europaweit sehr weit verbreitet.

von Berlingo-98 - am 19.11.2017 15:42
Roland, was schreibst du da? Nach Auslaufen der Förderung werden die Solardächer "frei"?
Heißt das, dass man keine Steuer für den selbstgenutzten Strom mehr bezahlen muss?
Was ist mit der rückerstatteten Mehrwertsteuer? Darf man den Strom auch steuerfrei an andere abgeben?
Das wäre dann der Traum meiner schlaflosen Nächte und auch die Kathrin brauchte ihr Solardach (das auf dem Bauernhof) gar nicht erst anmelden. Diese Förderungs-und Umlagengeschichte ist eh eine Sünde an der Menschheit.
Meine zwei dicken Wärmepumpen stehen eh ungenutzt im Keller des Hofes und könnten bei Sonnenschein endlich in Betrieb genommen werden.

Auf dem Hof sind immer viele Helfer und Gäste, auch Kindergeburtstage, Musik- und Tanzveranstaltungen , die gut zu Sonnenschein passen. könnte glatt ein Musterhof werden.

Ja, und für den Michael Hurst dürfte auch interessant sein, dass dort laufend Küken ausgebrütet werden und auch im Winter die Pflanzen elektrisch großgezogen. Ein Huhn pro Woche ist für den Bussard. Selbstbedienung, kommt regelmäßig, kostenlose Beköstigung

Ein Asbest-dach von ca 100m² wartet noch auf Ersatz. Scheune, das Dach ist unten offen.
Also von unten gekühlt. Dann sollte man die Solarzellen doch auch als Dacheindeckung verwenden können?
Aber, wie ist das mit der Steuer, wenn man auf Förderung und Umlage verzichtet?
Ich könnte auch einenTeil der Anlage auf meine Rechnung betreiben, um unter die Bagatellregelung zu fallen. Geht das?

von Bernd Schlueter - am 20.11.2017 11:34
Zitat
Bernd Schlueter

Ein Asbest-dach von ca 100m² wartet noch auf Ersatz. Scheune, das Dach ist unten offen.

Des is a Scheiß. Gutes altes Eternit hält ewig. Das Dach kann man oben vollpacken, naja, sandets halt in die Nachbarschaft, nicht so schlimm wie wenn mans flext, aber will man das innen haben? Da rieselts einem fröhlich auf den Kopf. Sicher kann man auch von unten zu machen, aber der Aufwand? Will mans gscheit machen muß das Asbest runter. Keine Baugrube weit und breit, die gefüllt werden möchte?

von el El - am 20.11.2017 18:16
Zitat
Bernd Schlueter
Roland, was schreibst du da? Nach Auslaufen der Förderung werden die Solardächer "frei"?
Heißt das, dass man keine Steuer für den selbstgenutzten Strom mehr bezahlen muss?
Was ist mit der rückerstatteten Mehrwertsteuer? Darf man den Strom auch steuerfrei an andere abgeben?


Ja Bernd, so ist es teilweise. Aber mit "frei" meine ich erstmal frei vom EEG-Einspeisevertrag. Was genau danach kommt an Einspeiserichtlinien und Verordnungen konnte mir noch niemand voraussagen.
Wenn man gewerblich einspeist und Strom verkauft, wird es sicher allerlei Hürden mit der Steuer geben. Ich werde versuchen, das alles zu vermeiden, weil ich für die kleine 5 kW Anlage keinen Bürokratismus mehr haben möchte. Daher also alles rein privat. Schaun wir mal, wie ich die Eigennutzung dann hinbekomme.

Zum Vergleich mal Tomaten:
Wenn ich gewerblich Tomaten anbaue und in den Handel bringe, dann muss ich für selbst aufgegessene Tomaten als "Eigenentnahme" eigentlich die MWST abführen.
Wird ähnlich sein bei der Photovoltaik, wenns gewerblich gemacht wird.
In meinem Garten bauen ich aber privat Tomaten an, und Handel nach außen gibts gar nicht. Da habe ich noch nie eine fiktive MWST errechnet und abgeführt. Tomaten verschenkt habe ich freilich schon mal an Freunde, Bekannte und Verwandte. Auch da gibt es Zeiten - ähnlich wie bei Sonnenstrom - mit enormen Überangebot. Ganz ähnlich wie bei meinen nicht gewerblich selbst angebauten Äpfeln. Die speichere ich sogar in den Winter hinein. Getrocknet.
Und Strom? Selbst erzeugt und genutzt und verschenkt und gespeichert. Die ganze Vielfalt. Und hoffentlich frei und unversteuert. Privat und wegen kleiner Mengen und Bagatellgrenze und so wird da nix angemeldet. Läuft unter dem Stichwort "Bürokratieabbau". Sollte Standard werden, womit wir wieder beim Thema wären.

von Berlingo-98 - am 21.11.2017 10:19
Zitat
Bernd Schlueter
Mit meinen Bekannten vom Bioland-Bauernhof haben wir schon seit langem beraten, wie wir die Elektromobilität auch in der Landwirtschaft einführen können.


Das könnte eine gute Lösung sein. "Sonnenernte auf zwei Etagen" Ich habe mich schon lange gefragt, warum man das nicht standardmäßig macht. Ich halts für eine der sinnvollsten Art der Landnutzung.

von Berlingo-98 - am 21.11.2017 17:28
Zitat
Berlingo-98
Ich halts für eine der sinnvollsten Art der Landnutzung.



Andererseits muss Deutschland auch Ackerflächen für die Solarstromproduktion erschließen,
sonst kann es den dringend Ausbau der erneuerbaren Energien (schon für die 85prozentige CO2-Reduktion
bis 2050 sind etwa 200 Gigawatt Photovoltaik nötig) nicht bewältigen.

Bild und Textquelle: [blog.innovation4e.de]
[attachment 2564 Szenario85.png]

Wer's im Detail sehen will [www.acatech.de]
wobei wer Will ( Hardcoreökos wollen aber nicht, die wollen den PVEndsieg )
sieht die Fehler auch im kleinen Bild, ist halt mit heißer Nadel gestrickt weil
die Hoffnung war, das wär ein Jamaikapassagier, weil fürs PV solls Geld deben
bis Sankt Nimmelein

Bildquelle: [www.ise.fraunhofer.de]

Im Bild lauter tolle Dinge für den Klimaschutz Biogasanlage, Akku. Aluminiumträger
in Bereich von Hochlastschneezonen und PV


Des Bild ist im Orginal vom Fraunhofer ISE wie dieser Text ( Textquelle oben Verlinkt )

Der dümmste Bauer erntet ja laut Sprichwort die dicksten Kartoffeln.
Der schlaue Bauer dagegen erntet Solarstrom. Zumindest in Deutschland,
wo die Erzeugung von Solarstrom für die Landwirte rund zehnmal lohnender
ist als der Anbau von Nutzpflanzen.


Frei nach der neuen Bauernregel

* In Afrika liefert ein PVpaneel mehr Strom zum Klimaschutz
in Deutschland mehr Geld durchs EEG zum Eigennutz *

von Manfred aus ObB - am 21.11.2017 22:45
Ackerland für PV? Gut man kann ja Holo-Myko-Heterotrophe Pflanzen drunter setzen, da brauchts kein Sonnenlicht, und irgend ein Viech wird die schon fressen. Oder man macht riesige Carports für die uns angedrohten, selbstfahrenden Autos draus?

von el El - am 22.11.2017 02:57
Zitat
el El
Ackerland für PV? Gut man kann ja Holo-Myko-Heterotrophe Pflanzen drunter setzen, ?


Holo-Myko-Heterotrophe Pflanzen kenne ich nicht (Der Artikel „Holo-Myko-Heterotrophe Pflanzen“ existiert in der deutschsprachigen Wikipedia nicht). Die im Bericht erwähnten Pflanzen kenne ich schon:

Ernteverluste durch Solarmodule – positive Gesamtbilanz
Die Ergebnisse der ersten Ernten auf den Versuchsflächen sind weitestgehend vielversprechend: »Beim Kleegras ist der Ertrag im Vergleich zur Referenzfläche nur leicht um 5,3 % reduziert«, berichtet Prof. Dr. Petra Högy, Agrarexpertin an der Universität Hohenheim. »Bei Kartoffeln, Weizen und Sellerie sind die Ernteverluste durch die Beschattung mit rund 18 bis 19 % etwas stärker ausgeprägt.«


Immer noch besser, die Fläche kombiniert für Energie und Nahrungsmittel zu nutzen als nur für "Energiepflanzen" (rund 20% der Agrarfläche in Deutschland). Und wie wärs mit Photovoltatik über Spargelfeldern?

Diese Pflanzen sehen nicht nach Myko-Heterotroph aus. Ganz normales Getreide.


von Berlingo-98 - am 22.11.2017 08:44
let me wikipedia that for you:
https://de.wikipedia.org/wiki/Mykotrophie

von el El - am 22.11.2017 09:16
Zitat
Berlingo-98

Immer noch besser, die Fläche kombiniert für Energie und Nahrungsmittel zu nutzen als nur für "Energiepflanzen".


Ohne EEG wär auch Mais nie eine Energipflaze geworden, sondern Winterfutter für Rindviecher,
aber nein einige Rin..... haben eine Vision und machen aus dem Stromeinspeisungsgesetz
welches eine halbe DINa 4 Seite ein Auskommen für 1000 Rechtsanwälte und Umweltgutachter,
ob der Pferdeapfel ein NAWARO ( Nachwachsenderrohstoff ) oder Nicht, also vom
Rücke und Polizeipferd Ja, vom Reitpferd Nein ist doch Logisch.

Energiepflanzen sind Erträge aus Landschaftspflege, es kommt halt drauf an wie
man Strom draus macht und wann, im Sommer wie vom EEG in die Landschaft gebaut

Bildquelle: [blog.innovation4e.de]

also völlig Kontraproduktiv zu der Technik PV und Akku weil nur Kostentreibend und
am Klimaschutz vorbei, aber wo kämmen wir hin wenn die Sekktorkopplung dem
Klimaschutz und der Rohstoffnachhaltigkeit dienen soll, keine Ablaßgeschäfte welche
die Verlegung von Kabeln auf jeden Acker bezahlen würd, dabei würd das sogar
Akkus im Etraktor sparen :eek: [67183441.foren.mysnip.de] der könnt da mittels Oberleitung übers Feld
fahren, nur die Spannung müßte man Standardisieren um beim Thema zu bleiben.

Moderater Hinweis: Bildquelle eingefügt, wegen copyright...

von Manfred aus ObB - am 22.11.2017 09:49
Zitat
Manfred aus ObB
Energiepflanzen sind Erträge aus Landschaftspflege....

Da bin ich ja froh, dass schon mehr als 20 % der Ackerfläche der Landschaftspflege dienen. Obwohl es rein gerichtlich und hinsichlich der Kosten von Wildschäden auch als reiner Gewerbe- oder Industriebetrieb eingestuft wurde. Na ja, seis drum, Landschaftspflege ist immer gut, auch wenn es gewerblich gemacht wird. Aber mit Mais-Monokulturen ?? Grübel grübel.... Was wäre das für ein Standard?

Zitat
Manfred aus ObB
.... dabei würd das sogar Akkus im Etraktor sparen. Der könnt da mittels Oberleitung übers Feld fahren, nur die Spannung müßte man standardisieren um beim Thema zu bleiben.

Gute und konstruktive Idee, soviel Kreativität verdient Anerkennung. Vielleicht mit Siemens-Technik? Oder doch besser mit konduktiver Gleichstromladung an ausgewählten Punkten. Wegen der vorgeschriebenen oder auch nur üblichen Brotzeit-Arbeitspausen. Wäre allerdings auch eine Superspielwiese (bzw. Feld) für induktives Laden. Da bekommt der Begriff "Feldspule" doch gleich eine richtige Bedeutung. Und dies wäre für Feldarbeiter wahrscheinlich die sicherste Lösung, wenn man bedenkt, was mit Oberleitungen so alles passieren kann.

von Berlingo-98 - am 22.11.2017 12:57
Zitat
Berlingo-98

Oder doch besser mit konduktiver Gleichstromladung an ausgewählten Punkten.
Wegen der vorgeschriebenen oder auch nur üblichen Brotzeit-Arbeitspausen.



Man merkt das Du nicht auf einen Bauernhof aufgewachsen, so wie die Grünen in Fordern,
wäre das der Fall gewesen, hättest Du selbst einen beträchtlichen Teil des Textes Zensiert :eek:

von Manfred aus ObB - am 22.11.2017 14:26

Verfahrbare Oberleitung über der Ackerfurche

Stromanschluss hat heute jeder Bauer und der reicht gerade, um autonom ackernde Trecker Vorwerkstaubsaugerartig immer wieder die Ladestaion anfahren zu lassen und dort genügend Zeit zu verbringen.
Solares Laden dürfte die Ausnahme sein und wir sollten nicht auch noch die Wiesen mit Sonnenzellen vollstellen.
Mein Bauer, die Kathrin ist die Bäuerin, residiert zeimlich oben im Bergischen Land und der viele Platz fürs Solardach wäre gut zur Versorgung der näheren Umgebung mit Strom und für ein oder zwei Elektroautos. Große Felder gibts da nicht und es ist auch nicht dauend Saison, der Trecker kann nur bei Diesel bleiben. Aber hier in der Ebene sieht das ganz anders aus.
Dacheindeckung , die könnte bei Scheunen und Ställen gut direkt mit Solarmodulen erfolgen. Bei möglichen 50 Euro pro m² muss das nicht teuerer werden als wenn man den Dachdecker damit beauftragt. Das ist dort die einzige Überlegung und, ob man das Projekt gemeinsm mit dem großen Schulllandheim nebenan aufziehen kann. Solarzellen müssen auch von unten gekühlt werden, das geht auf normalen Häusern nur, wenn sie aufgeständert auf das Dach gesetzt werden, damit die Luft darunter vorbeistreichen kann. Denn sie sind schwarz und werden sonst zu heiß. Das Scheunendach ist, wie die Viehställe , unten offen und damit doppelseitig gekühlt.
Elektrischer Antrieb ist prädestiniert für die vielen zusatzgeräte, aus denen die landwirtschaftlichen maschinen bestehen, dieses heillose und Störanfällige Strickwerk an zapfwellen entfällt dann. Ladekabel kosten nichts und sind zuverlässig, wenn sie nicht gerade von der Firma Mennekes sind und eine Ladesäule für 50.000 Euro auf der Wiese? Damit sich die Kühe rasieren und selbst elektrisch melken können?
Aber ein etwas größerer elektrischer Berlingo , der nur 40km weit kommt, der wäre genau, was fehlt. Von VW gibts da wohl nichts erschwingliches?

Wir roden Urwald zur Verfütterung an unsere Tiere, statt sie mit den heimischen Produkten zu ernähren. Das wird nicht gefördert, aber die Energiepflanzenproduktion zur Verdieselung, die wohl. Damit auch die Urwaldrodung.
Ich vermute mal, unsere Grünen haben das nicht einmal bemerkt und der Herr Lindner ist nur ausgestiegen, weil er das Trauerspiel nicht mehr mit ansehen konnte?

von Bernd Schlueter - am 23.11.2017 04:08
Nachdem uns Berlingo die tollen Preise in Einundleipzig gennant hat, das Solarmodul zu 37,5 Cent pro Watt, muss ich jetzt mal ausrechnen, was es kostet Kathrins gesamte Dachfläche von ca 400 der Sonne zugerichtete m² mit den Solarmodulen zu bepflastern. Also, das sind bei 150 watt/m² Peakertrag, 22.500 Euro, bei einem gescätzten Jahresertrag von 60kW mal 1000 Stunden oder 60.000kWh im Werte von 15.000 Euro, wenn man den Wert einer kWh mit 25 Cent ansetzen würde.
Also das, was eine Arbeitskraft, dort verdient.
Es gibt aber nur 2,5 Cent und die ganze Anlage würde nur dazu dienen, uns das Geld aus der Tasche zu ziehen, per EEG-Umlage unseren wertollen Strom teuer zu machen.. Kommt ja gar nicht in Frage. Allenfalls eine Spielanlage werde ich vorschlagen, mit der man im besten Fall das hofeigene Elektroauto in sonnenreichen Zeiten laden kann. Gut, die Weidezaunbatterien werden damit noch versorgt.
Wir wohnen halt in einem Land, in dem man die Energiewende nicht will. Ssonst würde man alles ins Netz einspeisen und zum gleichen Preis entnehmen, wenn ein Überschuss im Netz herrscht.

Wenn ich dann noch hören muss, dass man die vom Jürgen Trittin abgestellten Aluminiumelektrolyseanlagen nicht nur wieder in Betrieb genommen hat, sondern sogar auf ein Mehrfaches ausgebaut, um genau diesen Strom darin zu vernichten, denke ich überhaupt nicht daran, einen entsprechenden Vorschlag zu machen oder meine Arbeitskraft in solch ein umweltsündiges Projekt zu investieren.
Zudem, die 2km lange Zuleitung von der nächsten Mittelspannungsstation müsste für die 60 kW peak mächtig ausgebaut werden. Sie hätte zur Zeit einen Spannungsabfall von ca 120 Volt, wenn die 100 Ampere darüber fließen würden, dann revoltiert die Nachbarschaft nebst Kühlschrank. Mit dem in Deutschland üblichen Netz ist so etwas nicht zu machen. Es ist nicht allstromtauglich, verträgt keine Spannungsschwankungen nebst allen anderen Nachteilen, die ich hier nicht wiederholen werde.

von Bernd Schlueter - am 15.12.2017 18:59
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