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Elweb Infra
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Erster Beitrag:
vor 8 Monaten, 1 Woche
Letzter Beitrag:
vor 5 Monaten, 1 Woche
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Bernd Schlueter, Nicolai_, Emil, Berlingo-98, Solarstrom, laase, Jan-EL, Michael Hu, Andi aus Bad Essen

Bundesnetzagentur verhindert Schukosteckdosen an Ladesäulen

Startbeitrag von Nicolai_ am 06.12.2017 09:39

Mein Arbeitgeber (16 000 Mitarbeiter) baut zur Zeit eine Handvoll Ladesäulen auf seinen riesigen Mitarbeiterparkplatz. Ich hatte mich dahingehend bemüht, Ladesäulen mit Schukosteckdose oder CEE-blau aufzustellen, aber es wird nur Typ 2 (evtl. auch CDS) geben.
Grund: die Förderung durch die Bundesnetzagentur für die Errichtung der Ladesäulen wird nicht gewährt, wenn eine Schukosteckdose mit an der Ladesäule dran ist.

Ist jemandem ein Grund für diese völlig blödsinnig erscheinende Regelung bekannt?
Alte E-Fahrzeuge (auch eBikes) werden hier gezielt verhindert! Nur warum?

Antworten:

Schukodosen sind nicht verboten. Nur gefördert werden sie nicht mehr. Macht schon Sinn, denn warum soll man solche Uralt-Technik heute noch fördern? Und über 2 kW bzw. 10A Dauerstrom kann es bei Schuko schon mal schmoren.
Obwohl es durchaus gute Schukodosen für die Ladung von Elektroautos gibt, die auch 16A dauernd aushalten. BALS bietet sie an. Für den Heimbereich durchaus zu empfehlen, denn die meisten E-Autos haben ein sogenannten Home- oder Notladekabel dabei.

Die Fördergelder gibts nur für Ladestationen nach neuer Norm, also mit TYP2 / Mode 3 Anschluss. Man will durch Fördergelder also gezielt den Umstieg auf die neue und bessere Technik.

Technisch gesehen will man wohl auch aus Sicherheitsgründen nur noch TYP2 vor allem im öffentlichen Raum. Die Vorteile sind: 16A ohne Probleme, und auch 32A möglich, allso ein- und dreiphasig. Stecken und Ziehen normalerweise ohne Last. Sicherheit durch Kommunikation und Verriegelung.

Wer die viel billigeren Schukodosen installiert, muss es selbst bezahlen. Kann jeder im Einzelfall durchrechnen, ob Schuko ohne Förderung mehr oder weniger kostet als Typ2 mit Förderung. Vor allem entfällt dann der ganze Bürokratismus um Antragstellung und Meldung an die Bundesnetzagentur. Je nach Auto wird dann bis 3,6kW oder auch nur mit 2 kW geladen, was für die langen Standzeiten während eines Arbeitstages aber auch ok ist. 8 Stunden mal 2 kW wären auch rund 16 kWh, was bei vielen Fahrzeugen für mehr als 100 km reichen sollte. Die meisten Arbeitswege sind wohl darunter. Und die "Drillinge", der alte BMW i3 mit kleinem Akku sowie der e-up können sowieso nicht mehr reinladen. Für Parkplätze am Arbeitsplatz ist einphasig 230V 16A also allemal ausreichend.

Ach nochwas: Ich hab selbst so ein (so von Dir bezeichnetes) "altes E-Fahrzeug" mit Schukostecker. Für das Laden an TYP2 Ladesäulen muss ich mir noch einen Adapter besorgen. Sowas gibts heute vielfach im Handel und ohne das gehts an den neuen Ladesäulen nicht mehr.

von Berlingo-98 - am 06.12.2017 11:08
danke Berlingo-98 für die ausführliche Antwort.

von Nicolai_ - am 06.12.2017 11:45
Was spricht dagegen geeignete Typ2 Ladesäulen mit der Förderung aufstellen zu lassen und danach durch eine Elektriker ein paar Löcher in die Gehäuse rein schneiden zu lassen und Schuko und CEE-Dosen an den Ladesäulen zusätzlich zu installieren?

von Emil - am 06.12.2017 12:44
Zitat
Emil
Was spricht dagegen geeignete Typ2 Ladesäulen mit der Förderung aufstellen zu lassen und danach durch eine Elektriker ein paar Löcher in die Gehäuse rein schneiden zu lassen und Schuko und CEE-Dosen an den Ladesäulen zusätzlich zu installieren?


Natürlich geht das technisch. Wahrscheinlich sprechen nur irgendwelche Zulassungsfragen und der Bürokratismus dagegen. Aber wenn das ganze an einer 3,7 kW Ladesäule gemacht wird, könnte es gehen. Denn da ist weniger Bürokratismus und Meldepflicht gegeben, siehe Ladesäulenverordnung II bzw. meine umfangreichen Berichte dazu in der letzten Ausgabe der EMobile plus solar, Nr. 99. > em99-alles-zum-laden.pdf
Und hier kann man die aktuell gültige Ladesäulenverordnung einsehen. Siehe besonders §7 Ladepunkte mit geringer Ladeleistung. Konkret: bis 3,7 kW.

von Berlingo-98 - am 06.12.2017 15:49
Hallo Emil,
Die Säulen haben z.b. Garantie. Die währe futsch. Und dann stimmen die Schaltpläne nicht mehr. Nicht zu vergessen das Problem der CE Kennzeichnung.
Das mal in Kürze.

Mit sonnigen Grüssen

von Michael Hu - am 06.12.2017 17:15
Einen Typ2 Stecker gibts für unter 100 € inzwischen.

von Jan-EL - am 06.12.2017 23:22
Ich kann bestätigen, dass auch in Düsseldorf an den Mennekessäulen gelegentlich die Schukosteckdosen aus Plastikmaterial wegschmoren.
Aber es gibt schließlich Typ2-Stecker.
Die sind formschön und warum sollte nicht auch jeder Elektrofahrradfahrer diese gute Norm benutzen müssen? Es gibt schicke Satteltaschen, die der kapriziösen Schnur ein schickes Ambiente bieten. Außerdem gibt es schicke Adapterstecker, um auch einen Typ2 Stecker an der Steckdose in der Küche anschließen zu können.Passend dazu eine zweite Satteltasche.
Alternativ dazu ein Anhänger. Es gibt Elektroautofahrer, die sollen sogar ihren Nachttischlampen mit den Schicken Typ2-Stecvorrichtungen den richtigen Pep verliehen haben.
Nein, bei meinen zahlreichen Anrufen bei Mennekes bei Arnsberg wurde mir entschieden erklärt, dass man an den Schukoschmelzdosen nichts zu verbessern gedenke. Das überlasse man der Firma Bols, deren Schukostecker auch nicht viel teurer sind.
Inzwischen habe man den Monopolverwalter überzeugt, dass er das auch nicht will...
Ein zünftiger Braunkohlenstromfahrer tankt über Mennekes Typ2, das ist doch klar; und wer es nicht einsieht, wird halt gezwungen. Wofür sind Monopole schließlich da?

Der neue Monopolverwalter

Eine Monopolverwaltung wäre keine Monopolverwaltung, wenn sie nicht unsere Freiheit, Monopole zu schützen und neue Monopole durchzudrücken, bewahren würde!
Danke für den wichtigen Hinweis. Dann weiß ich ja , an wen sich meine Lobby wenden muss, wenn ich das Monopol für meine Induktionsanlagen durchsetzen möchte. Selbst in Krefeld hat die deutsche Monopolnetzagentur eine Niederlassung. Sie verwaltet auch die Durchsetzung und Festsetzung der Grenz werte der elektromagnetischen Induktionsdichte und der Frequenzpläne. Ein überaus lukrativer Bereich..

Ich werde mich gleich mal mit denen verbinden, um zu melden, dass der Kabelnetzmonopolist Unitymedia abkassiert, ohne dass eine Verbindung zustande kommt. Unitymedia meint, das sei erlaubt.

[www.google.de]

von Bernd Schlueter - am 07.12.2017 00:56
Wer läd denn sein E-Bike unterwegs ? :rp:
und was die "Alten" angeht, da hat doch sowieso jeder einen Adapter auf Typ2 im Kofferraum liegen, oder etwas nicht ?
Meinetwegen können sie den Schuko ruhig weglassen. Der wird dir eh hier und da von irgendwelchen Idionten rausgezogen. Alles schon erlebt. Seitdem packe ich grundsätzlich den Typ2 ran.

von Andi aus Bad Essen - am 22.01.2018 15:34
Zitat
Emil
Was spricht dagegen geeignete Typ2 Ladesäulen mit der Förderung aufstellen zu lassen und danach durch eine Elektriker ein paar Löcher ...


Zu was? Geförderte Mennekes Ladesäulen die unterhalb dem Typ2 noch eine Schukosteckdose (mit Verriegelung) haben, werden doch immer noch zahlreich aufgestellt.

von Solarstrom - am 22.01.2018 16:44
Schukosteckdosen sind so billig, die müssen nicht gefördert werden. Was denen fehlt, ist eine bei genau 10 Ampere ansprechende Sicherung.
Ich meine , man sollte so wenig Staat, wie möglich, zulassen.

von Bernd Schlueter - am 02.02.2018 16:14
Ich muß immer wieder den Kopf schütteln ob dieses "Megaladerwahns": der Durchbruch für die Emobilität kommt doch letztlich nicht mit einigen E-Panzern, sondern mit den vielen "kleinen" Autobesitzern, die in Mietwohnungen wohnen und eine günstige Möglichkeit fürs Aufladen über Nacht und auf dem Mitarbeiterparkplatz brauchen!
Daher: nicht 1000x 50kW brauchen wir, sondern 10 Mio x günstige 3kW! Zumindest brauchen wir die auch, aber darauf kommt bei den Förderern offenbar kaum jemand ....

von laase - am 09.03.2018 18:14
Also, wenn ich auch einer der größten Verteidiger der Schukostecker-"Schnarchlader" bin, muss ich doch feststellen, dass viele der teuren Ladeplätze von Schukostecker-Dauerbelegern , wie ich einer mit meinen bis zu 4,5 Stunden Ladezeit bin, zugeparkt werden.
Insofern ist es überhaupt nicht einzusehen, dass leistungsfähigere Ladesäulen mit Schukosteckern abgewertet werden. Schukostecker mit Leistungsbegrenzung kann man so billig herstellen, dass sie, ohne jede Förderung, zusätzlich aufgestellt werden können, wie es die Firma Aldi und einige Stadtverwaltungen, wie hier am radfahrfreundlichen Niederrhein, tun.
Was mir aber auffällt, ist, dass nicht Schnarchlader wie ich die Ladesäulen blockieren, sondern bevorzugt die Fahrzeuge , die eine hohe Ladeleistung besitzen, aber ihre eigentliche Ladezeit um das zehn- und Mehrfache überschreiten. Ich schaue mir regelmäßig an, ob bei den meist fetteren Fahrzeugen noch geladen wird. Das kann man an den meisten Düsseldorfer Säulen sehen.
Da ich meist nur eine Stunde an der für mich überdimensionierten, wichtigen Ladesäule mitten in der Altstadt laden muss, dazu sehr selten, weiche ich, wenn es nur irgendwie geht, auf freie, abgelegene Ladesäulen aus, meist Schukosteckern bei Bekannten und bei mir zu Hause. Das Parkplatzprivileg sollte nicht unnötig ausgenutzt werden.

Ich halte die Maßnahme der Netzagentur für absolut richtig. Es sollte zügig geladen werden können, auch wenn es heute hauptsächlich Schnelllader sind, die blockieren.
Auch diese könnten , angesichts der höheren Reichweite, viel leichter auf die heimische Steckdose ausweichen, die leider nicht gefördert wird. Ich sehe schon die zukünftigen Lastenfahrräder mangels preiswerter Schukosteckdosen blockieren.
Nein, die leistungsfähigen Säulen sollten nur für die Fahrten über längere Strecken möglichst freigehalten werden. Für die Anfangszeit waren die Schukosteckdosen in den Ladesäulen durchaus sinnvoll. Im Übrigen verriegeln diese nicht und ich habe schon häufig die Stecker eigenhändig herausgezogen und mich mit dem Nachbarladeplatz per Verlängerungsschnur zufrieden gegeben, wenn der Ladevorgang eindeutig beendet war.

Wir sollten uns unbedingt Gedanken machen, wie wir das Ladeproblem bei stark ansteigender Elektroautofahrerdichte lösen können. Leider werden aber gerade der heimische Ladestrom extrem hoch besteuert und Schukosteckdosen benachteiligt, während die umweltschädigten Brennstoffe, aus denen auch der weit größte Teil des Ladestroms erzeugt wird, praktisch unversteuert bleiben.

Hinzu kommen völlig unverständliche Hemmnisse gegen Schukosteckdosenbetreiber, die ihre Ladepunkte kostenlos zur Verfügung stellen und dazu den Strom oft verschenken.

---VERKEHRTE WELT---

von Bernd Schlueter - am 10.03.2018 12:48
ich schätze, die Ladeparkplätze werden eher wegen des kostenlosen, attraktiven Stellplatzes als wegen des Strombedarfs stundenlang zugeparkt?

Tesla hat vor einer Weile, als sich Engpässe an manchen Autobahnsuperchargern ergaben, angeblich verlangt, dass die Säulen nicht länger als die Ladezeit belegt bleiben dürfen.
Auf der Raststätte kann die Teslafahrer den Stromvernichter kurz umparken. Bei Innenstadtparken ist man evtl. lange weg - wie auch bei Bahnhofspendlerladeplätzen, da sind die Nutzer sicher immer einen ganzen Arbeitstag+Bahnfahrzeit lang weg.

Was das Verriegeln betrifft: die neumodischen Fahrzeuge halten das teure Ladekabel ja auch noch fest. Nach Ladeende sollte die Ladesäule das Kabel freigeben, damit wenigstens der Nächste von einem Ladesäulenlosen Nachbarparkplatz mittels langem Kabel Strom bekommen kann - was meint Ihr? Also ähnlich wie Bernd auch mal fertiggeladene Oldies aus der Schuko zieht. Somit könnten teure Ladesäulen von mehr Fahrzeugen nacheinander ohne Umparken genutzt werden. Was meint Ihr?

von Nicolai_ - am 10.03.2018 19:16
Zitat
Nicolai_
Was das Verriegeln betrifft: die neumodischen Fahrzeuge halten das teure Ladekabel ja auch noch fest. Nach Ladeende sollte die Ladesäule das Kabel freigeben, damit wenigstens der Nächste von einem Ladesäulenlosen Nachbarparkplatz mittels langem Kabel Strom bekommen kann - was meint Ihr? Also ähnlich wie Bernd auch mal fertiggeladene Oldies aus der Schuko zieht. Somit könnten teure Ladesäulen von mehr Fahrzeugen nacheinander ohne Umparken genutzt werden. Was meint Ihr?


Es gibt heute schon die Zeitgenossen die fremde Fahrzeuge während des Ladens einfach aus stecken, weil sie meinen sie brauchen den Strom dringender. :eek:

Ich halte da gar nichts davon. Wenn sich so ein Verhalten einbürgert dann herrscht Krieg an den Ladesäulen. Wer eingesteckt ist, der ist eingesteckt und niemand hat das herum zu fummeln. Eine Ladescheibe mit Telefonnummer drauf kann helfen, aber ganz generell braucht es eben Parkplätze mit Lademöglichkeit, die man so lange belegen kann wie man eben parken muss.

Anstatt einer Ladesäule für 10.000 Euro sollten eben 50 Ladeanschlüsse für 200 Euro geschaffen werden. Ein Vorbild ist hier das Shopping-Center Mariandl in Krems mit 50 Anschlüssen.

[attachment 2708 Mariandl.jpg]

von Emil - am 11.03.2018 05:15
Hallo Emil,
nein - hab kein Sorge: die neuen Ladesäulen halten das Ladekabel genau so lange fest, wie geladen wird. WÄHREND des Ladens kann niemand den Stecker ziehen! Wenn der Akku voll ist, sollte es aber freigegeben werden. Warum nicht?

von Nicolai_ - am 11.03.2018 06:01
Anscheinend ist die sichere Typ2 Verriegelung nicht immer gewährleistet. Bei manchen Ladestationen gibt es auch eine Reset, der die Verriegelung löst. Es gab tatsächlich schon Fälle wo das geschehen ist.

Bei mit Chademo ladenden Fahrzeugen ist das anscheinend auch schon passiert, weil jemand mit CCS laden wollte.

Ich sage, das Abstecken ohne Rücksprache mit dem gerade Ladenden gehört sich nicht.

von Emil - am 12.03.2018 06:37
Selbstverständlich sollte man mit dem Ausstöpseln fremder Stecker warten, bis sicher erkennbar zu Ende geladen wurde. Wir sollten das in die allgemeinen Laderegeln (ALR) aufnehmen. Ein Zettel am Fahrzeug, dass bei Ladeende der Stecker herausgezogen werden darf, wäre hilfreich, ebenso handynummer für Ladenotfälle und voraussichtliche Rückkehrzeit des Fahrers. Die Ladefunktion sollte an der Ladesäule immer im Vordergrund stehen, weniger die Parkwächterfunktion.
Ob man eine Parkscheibe zur Ladescheibe ummalen darf?

Gar keine schlechte Idee: auch mit der normalen Parkscheibe tut man niemandem weh. Da die Ladesäulen unübersehbar sind, ist die Funktion als Parkscheibe eh aufgehoben. Eingestellt wird die voraussichtliche Rückkehrzeit.

Ich werde es ab sofort so machen, Bitte weitersagen!

von Bernd Schlueter - am 12.03.2018 15:22
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