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Technik & Turbulenzen
Beiträge im Thema:
4
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
O'Boyle, Boeingler, www.erklaert.de, immermalwiederflieger

Start bei starkem Regen

Startbeitrag von immermalwiederflieger am 09.09.2007 06:54

Hallo,

ich habe einige Fragen zum Start bei starkem Regen und würde mich über Erklärungen hierzu sehr freuen, da ich mir irgenwie noch nicht richtig vorstellen kann, warum ein Flugzeug auch dann starten kann:

1. Wieso funktionieren die Triebwerke bei starkem Regen? Wenn ich es richtig verstehe, wird doch die Verbrennungsluft von vorne angesogen. Darin müsste doch nun jede Menge Wasser sein, das mit in die Verbrennungskammern kommt. Wird dieses Wasser vorher irgendwie abgetrennt?

2. Wird das Flugzeug durch den Regen nicht schwerer und dann runtergedrückt? Einmal "klebt" doch zusätzlich Wasser am Flugzeug und macht es schwerer und durch den Regen, der noch fällt, kommt doch ein zusätzlicher Impuls nach unten auf das Flugzeug. Wie sieht dies bei Flugzeugen mit ohnehin schon hohem Startgewicht (z. B. Langstrecke mit A340 oder B747) aus?

3. Gibt es bei einem Regenstart eigentlich insbesondere während der Startphase mehr Turbulenzen? Ich habe beim Fliegen die Beobachtung gemacht, daß es immer etwas wackelt, wenn das Flugzeug in eine Wolke hinein- oder hinausfliegt.

4. Wie sieht es mit einem Start bei Gewitter aus?

5. Ich habe einmal gehört, daß wegen schlechten Wetters alle nationalen Flüge gestrichen wurden, die internationalen aber nicht. Habe ich das falsch verstanden oder gibt es hier unterschiedliche "Klassen". Mein Befürchtung ist natürlich, daß bei internationalen Flügen dann möglicherweise Wirtschaftlichkeit vor Sicherheit geht.

Antworten:

Hallo,

1. Eine eigentlich komplizierte Antwort verkürzt: die Luft in der Brennkammer des Triebwerks ist bereits starkt verdichtet. Einspritzung und (initiale) Zündung liegt in einem vom Luftstrom geschützten Bereich. Die Temperatur in der Brennkammer ist extrem hoch.

2. Der Regen macht mathematisch gesehen sicher etwas aus. Die zusätzliche "Belastung" für ein Flugzeug ist aber extrem gering und macht letztlich keinerlei Unterschied. Schlechtes Wetter ist allerdings dennoch für die Flugplanung wichtig. Vor allem bezüglich der Winde und des Sprit-Haushalts. Die Windgegebenheiten werden in die Spritplanung miteinberechnet.

3. Wo Wolken sind, da sind in der Regel auch Luftverwirbelungen zu finden (vor allem IN Wolken). Bei "normalem" Regen-Wetter (oder ähnlichem) sind diese aber völlig ungefährlich, auch bei Start und Landung.

4. Gewitter ist an sich nicht gefährlich. Bei Gewitter werden jedoch in der Regel große Luftmassen umgewälzt - und zwar zunächst von unten nach ganz weit oben (im Gewitter) und dann wieder von oben nach unten (am Rand des Gewitters). Ein Gewitter funktioniert also wie eine große "Kreislaufpumpe" für Luftmassen. Diese Fallwinde am Rand eines Gewitters können bei Start oder Landung gefährlich sein, einfach weil der Abstand zwischen Flugzeug und Boden relativ gering ist und ein Fallwind ein Flugzeug "mit nach unten nehmen kann". Deshalb kann es passieren, dass bei einem Gewitter die Starts und Landungen an einem Flughafen unterbrochen werden. Die Entscheidung hängt jedoch von der Art des Gewitters und wo es genau steht ab. An vielen Flughäfen (und im Cockpit der meisten Flieger) gibt es entsprechende Sensoren, die solche Fallwinde erkennen und die Piloten warnen.

5. Erfolgt an einem Flughafen die Entscheidung, den Flughafen zu "schließen" - also keine Starts und Landung zuzulassen - dann geschieht dies für alle Flüge. Da gibt es keine Unterscheidung zwischen national oder international. Ein Sonderfall könnte eventuell die Notwendigkeit zur Landung (aufgrund von Spritmangel) sein. Dann ist aber schon zuvor etwas schief gelaufen. Denn jeder Flug wird mit eine ausreichenden Menge Reserve-Sprit geplant. Ein Flugzeug muss genug Sprit an Bord haben, um im Falle der Schließung des eigentlichen Zielflughafens einen (zuvor bestimmten) "Ersatzflughafen" anfliegen zu können.








von www.erklaert.de - am 09.09.2007 09:55
Wenns wirklich schüttet, wird die "Continuous Ignition" (Dauerzündung) eingeschalten, diese verhindert dann, dass ein Triebwerk "ausgeblasen" wird.



MfG
Boeingler :cool:

von Boeingler - am 09.09.2007 20:16
Hallo!

Schau dir mal dieses Video an. Da kann man schön sehen wieviel Wasser so ein Triebwerk verträgt.



Gruß
Thomas

von O'Boyle - am 10.09.2007 08:26
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