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Informationen zum Thema:
Forum:
Technik & Turbulenzen
Beiträge im Thema:
11
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Alfred E. Neumann, Wunschpilot, priska, turbulenz, Boeingler, Team Flugangst-Ambulanz, O'Boyle

Frage zu Turbulenzen

Startbeitrag von Alfred E. Neumann am 12.11.2007 09:58

Hallo!

Schön, daß ich diese erstklassige Seite gefunden habe.
Im Archiv bin ich nicht wirklich fündig geworden, deshalb meine Frage zu Turbulenzen.

Ich leide eigentlich nicht an Flugangst und die Geschichte mit den Turbulenzen ist mir auch einigermaßen klar, weiß daß da nichts passieren kann usw. usw....

Was ich nicht weiß ist, wie stark solche Turbulenzen werden können.
Ich hab schon zweimal bei Regen und Wind Starts und Landungen erlebt, wobei es mäßig stark gerüttelt hat. Wie eben auf einer sehr schlechten, unbefestigten Straße.
So weit, so gut.
Ich hatte nicht direkt Angst aber meine Frage war und ist: sind das nun schwache Turbulenzen?, oder schon heftiger?
Wie stark kann das im Normalfall werden? Wie muß ich mir das vorstellen?
Naturgemäß hört ja auch irgendwann einmal der Vergleich mit der holprigen Straße auf.

Da ich am kommenden Donnerstag nach London fliege und wir hier in Wien zur Zeit recht stürmisches Wetter haben, mache ich mir da schon einige Gedanken darüber.

Vielen Dank an alle Ratgeber!

Antworten:

Hi,

wirklich heftige Turbulenzen wird man (eigentlich) im normalfall nie erleben, da man um heftige Gewitter usw. einen großen Bogen fliegt.


Gruß

Dennis

von Wunschpilot - am 12.11.2007 11:58
@ Wunschpilot

Leider hat Deine Antwort null Informationsgehalt für mich :sneg:
Bitte lies Dir meine Frage nocheinmal durch!



von Alfred E. Neumann - am 12.11.2007 15:41
Hallo Alfred,

Turbulenzen sind immer eine subjektive Angelegenheit. Daher ist es zunächst einmal schwierig, eine allgemeingültige Einteilung vorzunehmen.

In der Fliegerei unterscheidet man vier Stufen von Turbulenzen oder, anders gesagt, unruhigen Lufträumen: Leicht, gemäßigt, stark und extrem. Als Vergleich: Stellt man sich ein Glas Wasser vor, dessen Oberfläche sich kräuselt, würde dies leichten Turbulenzen entsprechen. Wenn das Wasser im Glas unruhig hin und her schwappt, entspricht dies gemäßigten Turbulenzen; hebt das Tablett samt Glas ab oder kippt um, würde das den Kräften starker Turbulenzen entsprechen.

Wenn man im Freundes- und Bekanntenkreis fragt, ob schon mal jemand Turbulenzen miterlebt hat, dann waren es grundsätzlich "extreme" Turbulenzen. Tatsächlich fallen rund 99% von Turbulenzen in die Kategorie "leicht" bis "gemäßigt". - Wie stark eine Wettersituation werden kann, hängt von der jeweiligen Wetterlage ab. Es wird aber niemals so schlimm, dass dem Flugzeug etwas passieren könnte.

Zur Herbst- und Winterzeit gibt es viele Flüge, die gerade in Bodennähe, recht unruhig verlaufen. Das ist nichts ungewöhnliches, denn auch auf den Autobahnen haben gerade LKW-Fahrer mit Seitenwinden und Böen zu kämpfen. Mit einem Unterschied zur Fliegerei: Am Boden, auf der Straße, kommen die Böen überraschend und ohne wirkliche Stärkenmessung und anschließendes, angemessenes Handeln. In der Fliegerei geschieht nichts durch Zufall. Windverhältnisse werden gemessen, Handlungen auf die Wettersituation abgestimmt und entsprechend der Vorgaben für das entsprechende Flugzeugmuster oder aber den jeweiligen Flughafen berücksichtigt. Und noch etwas ist möglicherweise hilfreich: Ob Wind bzw. Turbulenzen oder nicht - das Flugzeug befindet sich immer in dem Medium (= Luft), für das es letztlich gebaut wurde.

Viele Grüße,

Marc

von Team Flugangst-Ambulanz - am 12.11.2007 17:31
Wunschpilot hat Recht, es wird vermieden in starke Turbulenzen einzufliegen.

Wenn du es aber genau wissen willst, eine starke Turbulenz ist wie folgt definiert:
Eine Geschwindigkeitsfluktuation von mehr als 25 Knoten zur angezeigten Fluggeschwindigkeit (IAS), bzw. >1,0g am Schwerpunkt des LFZ.

Dabei bestet die Gefahrt, dass angeschnallte Passagiere Verletzungen durch den Gurt erleiden.

Aber wie bereits gesagt, diese Gebiete sind ausgewiesen, und werden umflogen.



MfG
Boeingler

von Boeingler - am 12.11.2007 18:32
Hallo Alfred,

hier ist eine grobe Definition der vier Stufen.

KLICK

Viele Grüße

Thomas

von O'Boyle - am 12.11.2007 20:15
Herzlichen Dank an alle, insbesondere aber an Team Flugangst-Ambulanz.
Mit DIESEN Infos kann ich was anfangen. Danke!

von Alfred E. Neumann - am 13.11.2007 05:01
Das ist wirklich alles Supper geschrieben jetzt weis ich wenigsten was leichte und starke Turbulenzen sind, ich glaube ich habe bis jetzt die leichten Turbulenzen immer alls stark eingstuft :-)

von priska - am 13.11.2007 08:50
Zitat
Alfred E. Neumann
@ Wunschpilot

Leider hat Deine Antwort null Informationsgehalt für mich :sneg:
Bitte lies Dir meine Frage nocheinmal durch!



Okay, okay,

ich wollte nur darauf hinweisen dass die wirklich schweren Turbulenzen umflogen werden.
Daraus ergibts sich wohl dass z.B.: deine Starts und Landung bei nicht sehr starken Turbolenzen stattgefunden hat.
Ausserdem dauern auch Unwetter nicht ewig und bei zustarken Turbolenzen (oder ähnlichen) werden keine Starts oder Landungen durchgeführt. ;-)


Gruß

Dennis

von Wunschpilot - am 13.11.2007 11:17
Hi,
ich muss gestehen, ich fand die response auf Deinen Beitrag auch etwas hart...Diese Kategorisierung ist allerdings sehr interessant - ich war überrascht , dass das was als leichte Turbulenz gilt, sich für mich ganz anders darstellt.
@ Alfred E. Neumann: Wir hatten auf unserem Rückflug diesen Montag vom Piloten ebenfalls "leichte Turbulenzen über dem Balkan" angekündigt bekommen. Ich natürlich gleich in den Schlottermodus ....Es ist dann aber in der Tat "nur" so, dass das Flugzeug sich schüttelte, etwas um die Querachse wackelte. Drinks schwappten auf dem Tablett, die Tassen haben sich aber nicht von dort wegbewegt. Man hätte sich im Waschraum aufhalten können (ein paar haben das auch getan trotz der Anschnallzeichen), aber so ganz sicher auf den Füßen waren die nicht...
Also summa summarum - nicht angenehm, aber auch nicht schlimm. Auch dauern Turbulenzen meistens nicht lange (d.h. wir hatten ca. 10 Minuten die Anschnallzeichen an).
Der Landeanflug auf Frankfurt (im Sturm!) war sehr viel unangenehmer, zumindest gab es nicht "rund um den Henninger Turm", sondern wir sind direkt in den Approach gegangen. Von der Kategorisierung würde ich das als nächste Stufe der Turbulenz einstufen, weil alles mögliche in der Kabine rumhüpfte, der Sitzgurt drückte und das Ding wirklich das Gefühl eines Schiffs bei starkem Seegang vermittelte.
Glaub mir - ich hasse diese Dinger auch, das gute ist aber echt, dass man selten allzulange mit diesem Mist konfrontiert wird... :xcool:
Die Turbulenz

von turbulenz - am 15.11.2007 08:00

Der Flug NACH London war einfach phantastisch.
Das Wetter bei Abflug war stark bewölkt mit mehr oder weniger heftigem Wind. Um so überraschter war ich, als die Flugmaschine beim Steigen nur sekundenweise minimal zitterte.

Der Heimflug war schon ein bißchen unruhiger. Start in London bei strömendem Regen, mäßiges Schütteln und Rütteln einige wenige Minuten lang. Während des Fluges zeitweise stärkeres Rütteln, sodaß einmal sogar "Fasten Seatbelts" aufleuchtete.
Mein Herzschlag wurde zwar unwillkürlich schneller, hatte aber keine Probleme und/oder Ängste.

Grundsätzlich muß ich aber sagen, daß mir die Existenz dieses Forums sehr geholfen hat das Thema Turbulenzen in Zukunft ruhiger und nüchterner zu betrachten.

Nochmals herzlichen Dank allen Postern!


von Alfred E. Neumann - am 20.11.2007 09:19
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