Ryanair

Startbeitrag von Andreas am 07.02.2007 17:28

Hallo liebe Forumsteilnehmer,

Ich habe auf www.spiegel.de gerade folgenden Artikel gelesen:[www.spiegel.de]
Titel: Gefährliche Landemanöver bei Ryanair - Ryanair droht Piloten bei Fehlern mit Entlassung

Als regelmässiger und zufriedener Ryanair - Kunde kommen mir jetzt ehrlich gesagt Bedenken, da mich die Schilderung des Drucks, unter dem die Piloten anscheinend stehen, nicht gerade beruhigt und zum Nachdenken zwingt.
Ich habe bis auf eine sehr harte Landung in Girona (subjektiv so erlebt, als Laie und natürlich Nicht - Experte) noch nichts Negatives erlebt und bin nun von diesem Bericht einigermassen überrascht.

Ich finde dieses Forum sehr gut und würde mich freuen, wenn erklaert.de vielleicht zu diesem Beitrag Stellung nehmen könnte.

Herzlichen Dank im Voraus,
Andreas

Antworten:

Hallo Andreas,

ich bin zwar nicht fliegen@erklärt, aber ich drängle mich jetzt mal einfach vor und bitte auch beide darum um Verzeihung! :D

Ein besonderer Druck wie er da im Artikel beschrieben ist, ist keine Rechtfertigung in "Ameisenkniehöhe" über ein Wohngebiet zu rauschen. Da kann sogar jeder Privatpilot eines Kleinflugzeuges einen Satz heiße Ohren dafür bekommen, Mindestflüghöhen sind einzuhalten Punkt!

Die Gesellschaft wäre verantortungslos würde sie so ein Fehlverhalten tollerieren, ich will mal ein Beispiel aus dem Straßenverkehr anstellen.

Der Busfahrer führ mit über 100 km/h durch die 60 km/h Zone, obwohl der Reisebegleiter sich über die überhöhte Geschwindigkeit beschwerte, Der Bus konnte die darauf folgende Kurve nur mit quietschenden Reiffen nehmen. Busfahrer beim Busunternehmen Meier stehen unter einem besonderen Druck da sie nur 25 Minuten haben den Bus für eine neue Reisegruppe fertig zu machen....


Das ein Pilot nicht in Langeweile verfällt wenn er nur 25 Minuten Bodenzeit hat kann ich mir gut vorstellen, trotzdem sind die Ruhezeiten und die Aufgabenliste zu den Checks peinlich genau geregelt und in dieser Zeit durchführbar.

Diese Belastung ist aber kein Grund das "Ein mal Eins" des Fliegens über Bord zu werfen, das jeder Flugschüler in den ersten Flugstunden lernen muß!

Der Pilot hat extremen Mist gebaut und wird absolut richtiger Weise dafür zur Verantwortung gezogen und die Ausrede stressig kurze Bodenzeit kann hier nicht gelten, die hätte ja auch erst gezählt nach dem er ganz entspannt noch einmal durchgestartet und vernünftig gelandet wäre.

Grüße

Amadeus

von P.Amadeus - am 07.02.2007 23:55
Hallo Amadeus,

Du drängelst nicht und bist außerdem vom Fach. Also nur zu.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Vielleicht doch ein Satz: KEIN (beruflicher) Druck der Welt darf einen Piloten dazu veranlassen, sein Leben und das seiner Passagiere auf's Spiel zu setzen. Ich würde die Piloten allein deshalb sofort rausschmeißen, weil sie dies als Begründung angegeben haben.
Ich kann mir vorstellen, dass das Flugpersonal (nicht nur die Piloten) bei Ryanair stärker unter Druck steht als bei anderen Fluggesellschaften. Sicherlich gehört zu diesem Druck auch, dass die Piloten angehalten werden "scheduled" zu landen (heißt PÜNKTLICH). Verliert ein Pilot bei Ryanair seinen Job, wenn er verspätet ankommt? Mit Sicherheit nicht. Denn die Umstände, die zu Verspätungen führen, liegen fast ausschließlich außerhalb des Einflussbereichs des Flugzeugführers.



von www.erklaert.de - am 08.02.2007 08:41
Herzlichen Dank für die beiden schnellen Antworten!

Trotzdem besteht in mir weiter der Zweifel, ob ich in Zukunft total entspannt mit besagter Gesellschaft werde fliegen können. Generell bin ich auf die sogenannten "Billigflieger" angewiesen, da ich als Musiker immer noch einen Extra-seat für mein Instrument bezahle.

Herzliche Grüsse,
Andreas

von Andreas - am 08.02.2007 09:13
Hallo Andreas,

kannst Du. Wie Du nämlich merkst, reagiert Ryanair auf solche Zwischenfälle - und zwar mit aller notwendigen Härte.

Ich kann leider nicht beurteilen, ob der grundsätzliche Druck auf das Ryanair-Personal besonders hoch ist. Dazu müsste man mit jemandem von Ryanair (möglichst unter vier Augen) sprechen können.
Eines ist jedoch sicher: kein Druck der Welt kann damit gelöst werden, dass man waghalsige Flugmanöver durchführt. An die Öffentlichkeit gehen? Gewerkschaft? Betriebsrat (gründen)? Eventuell Job verlieren/wechseln? Alles besser und vor allem zweckmäßiger!!!
Nur aus diesem Grund verurteilen wir das Verhalten dieser Piloten so hart (ohne die Arbeitsbedingungen bei Ryanair wirklich zu kennen). Denn dieses Verhalten hat (klar und deutlich) nichts mit Ryanair zu tun.



von www.erklaert.de - am 08.02.2007 13:32
Danke für diesen letzten Kommentar.
Natürlich wäre es das Beste, mit einem Piloten direkt sprechen zu können, um so die Arbeitsbedingungen beurteilen zu können.
Na ja, nächsten Monat geht's wieder los (Girona - Karlsruhe). Werde versuchen, den Flug wie immer zu geniessen.

Grüsse,
Andreas

von Andreas - am 08.02.2007 18:05
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