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Forum zu den Eisenbahnen in Polen
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vor 4 Jahren, 10 Monaten
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217 055

Reisebericht Sommerurlaub 2013

Startbeitrag von 217 055 am 15.08.2013 02:02

Hallo allerseits,

heute mal ohne langwierige Abhandlungen ein paar Beobachtungen aus meinem gerade beendeten Sommerurlaub.
Gut 14 Tage fotografischen Einsatzes in Polen liegen hinter mir und ein paar Erkenntnisse sind dabei natürlich aufgelaufen. Diese möchte ich den Interessierten nicht vorenthalten.

Dieses Jahr war ja durch die fehlenden Fahrplanmedien die Vorbereitung erheblich erschwert, was das aufwendige eigenständige Erstellen von Fahrplantabellen für Strecken mit mehreren Unternehmen im Personenverkehr geraten sein ließ. Natürlich kamen die Fahrzeiten der "Woodstockwoche" erst am letzten Tag vor der Abreise auf Umwegen ins Haus, was noch eine besondere Herausforderung war. Zumal es ja an 2 Tagen einen Mischzustand mit Triebwagen und ersten lokbespannten Zügen gab und zusätzlich noch Bauzustände! Nun ja, es wurde geschafft und hat sich auch bewährt. Ein Zustand, der gewisse Erkenntnisse im Vorfeld begünstigt, aber nicht gerade wünschenswert ist. Bei der Auswertung der Zugläufe der TLK kamen viele (sicher durch Bauarbeiten) ungewöhnliche Laufwege ins Blickfeld, weshalb wir eine Laufwegübersicht der in Fotoverdacht geratenen TLK erstellten, wissend, daß im Nachgang wegen fehlendem rückwirkenden Zugriff auf elektronische Auskünfte manche Frage unbeantwortet bleibt (und früher auch schon blieb).

Begonnen haben wir (zusammen waren wir drei Personen) in Zasieki und Zary. Ohne Besonderheiten, nur ein paar Bilder von SU46-048, ST43-128 und SA133-003 entstanden. Am Abend wurde in den zu Deutschland nahe gelegenen Gebieten eine starke Mückenplage erstmals festgestellt, so daß eine Übernachtung eher in Zelten als im Auto geraten war, weil im verschlossenen Auto die Temperatur unerträglich (bei tagsüber bis 36°C) war und bei geöffneten Fenstern der "Mückentot" drohte.
Am nächsten Tag lag das Einsatzgebiet um Rudna-Gwizdanów, Glogów, Leszno und Bytom Odrzanski. Früher aufgefallene Fotomöglichkeiten waren nach einigen Jahren durch Bewuchs dahin, so mußte eben neu gesucht werden. Auf der elektrischen Hauptbahn von Wroclaw nach Zielona Góra ging es am Morgen sehr belebt zu, die meisten Züge aber mit Fahrtrichtung Nordwest. Neben zwei Zügen mit grünen ET22 (1150 und 958) nach Norden, gab es Gleiches auch nach Süden zu beobachten (ET22-737). Dazu ein paar Dieselzüge mit PMT M62-0161 bzw. PHU TEM2-101. EP07-1058 bespannte TLK 76102, PR schickte EN57-1440 und -815 sowie -2012 und -2031 vorbei. Außerdem war in Rudna-Gwizdanów noch ET22-2031 samt Zug abgestellt. In Glogów wurden uns in einer halben Stunde alle bisher noch übrigen (Bild-)Wünsche erfüllt. Dazu mußte man nur die durch die Regie geplanten Möglichkeiten schnell erkennen und nutzen. So gab es EU07-138 mit einem Güterzug aus Miedzyrzecz (laut Wagenbezettlung) in perfekter Position angehalten zu finden. Auf einem Bahnsteiggleis stand EN57-815 (gerade mit Sonne auf der Front, und nur dort) und wurde auf dem Nachbargleis von der M62-1208 (PMT) umfahren, bis dann die M62 mit der EU07-138 parallel auf beiden Streckengleisen nach Süden ausfuhr.
Später dann der erste Versuch für Fotos auf der Strecke Leszno - Glogów. Noch keine 5 km nordöstlich von Glogów wurde ein Zug gesichtet und nach einer schnellen Wende im ehem. Bahnhof Grodziec Maly fotografiert. ST43-198 zog den Zug mit "hoher" Geschwindigkeit. In Glogów hatte schon ein Zug mit ST43-406 gestanden, für den das Ziel Leszno spekuliert wurde. Allerdings kam er nicht, weshalb wir weiter die Strecke erkundeten. Im Bahnhof Wschowa wurde aus der Ferne Spitzenlicht verortet. Ein Motiv mit den beiden Kirchen von Wschowa war auch gleich zur Hand und wurde nach Begutachtung für "nötig" befunden. Nur das Spitzenlicht blieb da, wo es war. Was tun? Nach etwa 20 min Wartens wollten wir den Bahnhof Wschowa besichtigen - wenn dort schon ein Zug war. Wer weiß, was der dort machte. Das war ein grober Fehler, denn mit unserem Erscheinen auf der westlich den Bahnhof überspannenden Brücke, fuhr der Zug eben ab! Nix mit Wschowa - und das Bild mit den Kirchen war auch nicht mehr drin (und das bei bestem Licht!). Ein Foto in Stare Drzewce gelang aber noch, dann wurde der Zug aus Glogów erwartet. Die Spekulation lautete, der Zug in Wschowa hat gewartet, bis der Zug aus Glogów eine berechenbare Zeit für Glogówko liefert - und so war es dann auch. Es erschien dann ST43-198 vor der -406 mit Ostkurs, während der Zug nach Glogów von ST43-100 vor ST44-1213 gezogen wurde (so ging es später bei totalem Gegenlicht mit führender ST44 auch wieder zurück).
Am Abend in Bytom Odrzanski wurde von PR ein Os nach Zielona Góra in einheitlichem Lubuskie-Design geliefert mit EN57-857 und 1265. Sehr nett, daß nicht bunt gebildet wurde. Güterzug gab es nur in die falsche Richtung.

Den nächsten Tag begannen wir in Walowice, wo leider die vorhandenen Wolken zu früh (für einen Zug nach Westen) verschwanden und so eine sehr interessante Lichtstimmung verloren ging und durch totales Gegenlicht ersetzt wurde. ST44-1237 rollte donnernd (die Rollgeräusche des Zuges waren schon etwa 10 min vor seinem Erscheinen sehr deutlich zu hören) nach Guben und kam etwa 2 Stunden später zurück. Noch vor wirklichem Tageslicht war ST43-365 am Schlafplatz vorbei gedonnert und deren Rückkehr stand noch aus. Der Zug wurde in Gubin erwartet und war eine große Geduldsprobe. Erst nach Wanderung der Sonne in 90°-Licht zur Fahrtrichtung veränderten wir den Standort zur Anpassung an das Licht und die Frau auf dem Stellwerk rief uns mitleidvoll (vermutlich im Verdacht, daß wir gehen wollten) zu, daß jetzt ein Zug komme. Na, es ging dann auch innerhalb von 5 min los. Fehlende Gegenzüge ermöglichten ein nächstes Foto in Krosno Odrzanskie. Bisher waren Fahrten Richtung Osten immer nicht auf dem Hausgleis erfolgt oder der Blick durch Gegenzüge verstellt gewesen. In Nietków war der Zug dann bei unserer Ankunft schon weg, aber nach unserem Eintreffen in Czerwiensk, rollte die Lok gerade wieder auf die Südseite des Bahnhofs, während die ST44 im Bw stand. Gleich darauf brachte eine ET22 einen Autozug, den die ST43 bespannte. Bis zur Abfahrt dauerte es noch etwas, das dann folgende Wolkenlotto ging zwei Mal zu unserem Glück aus. Der Tag endete nach vielem Warten auf Züge und Fotos von nur 4 Zügen mit einer Ortsveränderung nach Rzepin zu Ende. Unzufrieden? Nein! Da hatte ich an der genannten Strecke auch schon mehr Pech mit den Zügen oder dem Wetter. Außerdem gab es im gerade im Vollumbau befindlichen Bahnhof Nowa Sól zwei Wummen von OrlenKol zu sehen. Eine Remo- (M62-1684) und eine richtige Wumme (M62-584).

Der nächste Morgen erbrachte zuerst mal eine in Rzepin mit Zug stehende ET21 in Gestalt der 3E/1-63 von DBSRP. Ziel war aber (eigentlich ja fast schon pervers) der SA105 auf seinem Weg nach Miedzyrzecz. Das mit höchster Priorität angepeilte Bild in Lubiechnia Mala erwies sich als nicht mehr möglich. War es nun der Bewuchs oder neu gesetzte Masten am Bahnübergang? Wir mußten jedenfalls nach Osno ausweichen, auch in Sulecin und Templewo konnten noch erfolgreich Ergänzungen umgesetzt werden. Die Jahre zuvor war mir auf dieser Strecke nie ein Bild eines Planzuges ermöglicht worden - entweder einfach so Ausfall oder kkA. Diesmal gab es ein Schienenfahrzeug (SA105-104 - Zug kann man das ja nun wirklich nicht nennen!) und allerhand Fahrgäste, auch mit Fahrrädern. Das "Ding" war jedenfalls gut gefüllt und es gab auch unterwegs Zu- und Ausstieg.
Anschließend lauerten wir in Skwierzyna auf den nächsten Zug - den ersten von am Wochenende nur noch 2 Zügen zwischen Gorzów und Zbaszynek. Das Ausfahrsignal wurde für SA108-006 nicht bedient und am gleichen Tag wurde in der PolenBILD (Fakt) auf Seite eins mit der Überschrift aufgemacht: "Polnische Züge fahren bei Rot". Das Foto dazu war getürkt, nicht aber unsere Bilder von Zügen, die auf Befehl oder Ersatzsignal Halt zeigende Signale passierten. Es war kein Einzelfall!
Weiter ging es zur Ostbahn und mit SU45-079 vor dem "Eröffner" Os 80426. Auch ein paar Triebwagen gingen noch auf den Film, u. a. SA134-020 und -021 sowie SA 133-007. An Loks gab es noch SU42-514 und einen Leerzug mit SU45-161 und 241. Letzterer war ein echter Glückstreffer. Während einer Motiverkundung im Stadtgebiet von Gorzów sah einer von uns dreien beim Abrücken gerade die sich schließenden Schranken. Das sichtbare Signal verwandelte aber sein Signalbild nicht und so wollten wir uns auf die andere Fahrtrichtung einstellen, als das Signal plötzlich doch "Wolno" zeigte. Es kam dann der Leerzug nach Kostrzyn, leider aber ohne Sonnenlicht.

Die nächsten drei Tage wurden dann für den Ostbahnabschnitt Kostrzyn - Krzyz verwendet. Das Wetter war inkonstant, aber nicht grundsätzlich unfreundlich. Zu den einzelnen Motiven werde ich mich hier nicht äußern, die eingesetzten Fahrzeuge sind bestimmt bekannt und schon mehrfach gezeigt worden. Bis auf einzelne Motive an der heutigen Blockstelle Santok, welche auch im vierten diesjährigen Anlauf nicht von der Sonne beschienen werden wollten, konnten wir uns aber über böse Überraschungen nicht beschweren. Insbesondere der 31.07. geriet zu unserem Glückstag. Bis auf eine einzige Ausnahme am späten Abend, wo die Sonne sich um eine Minute nicht mehr vor Verdeckung durch Wolken retten konnte, waren alle ausgesuchten Punkte zur Zeit der Zugdurchfahrt perfekt beleuchtet. Ich kann mich nicht erinnern, solches schon mal über einen ganzen Tag mit insgesamt hohem Wolkenanteil erlebt zu haben. Dieser Tag wird in Erinnerung bleiben! Zumal nach einer Vielzahl von vergeblichen Anläufen über viele Jahre endlich auch der Orts- und Wartheblick mit Santok perfekt und mit SU45 vor einheitlich lackierten Wagen fotografisch gelang (nun ja - aktuell ist es noch eine Hoffnung, der Film ist erst zur Entwicklung gegangen). Das Bild eines Foto-Kollegen davon gab es bei DSO schon zu sehen.
Nach drei Tagen waren wir zufrieden, so daß wir vor der befürchteten großen Invasion von Konkurrenten (im Sinne von Standorten) und damit oft verbundenem Ärger durch kurze Brennweiten oder bekloppt geparkte Autos, Zugverfolger usw. lieber das Weite suchten. Einziger Minuspunkt war der letztlich ausgebliebene Einsatz der SP32 vor "Woodstockzügen". Lediglich der TLK wurde an zwei von drei Tagen (jenen ohne Morgensonne) von SP32 bespannt. Man ließ die SP32 lieber mit einem Doppelstockwagen VT-Ersatz zwischen Krzyz und Chojnice fahren und quälte dafür SU42 mit den Woodstock-Zügen. Und das am Montag und Dienstag auch noch ausgemacht so, daß die beiden Umläufe mit drei Wagen die SU42 angehängt bekam und die SU45 jeweils Züge aus zwei Wagen bespannten. Fanden wir unglaublich "sinnvoll"! Die Fahrzeiten waren aber wohl für 800 PS gemacht, weil die SU42 nicht durch Unpünktlichkeit auffielen. Am Mittwoch wurde diesbezüglich nachgebessert und die Wagen bzw. Loks sinnvoller verteilt.

Am 01.08. waren so viele Wolken wie noch keinen Tag vorher unterwegs und so starteten wir begrenzt nach Nordosten. Nach der Feststellung, daß zwischen Krzyz und Pila bzw. Chojnice so gut wie keine Triebwagen fuhren, sollte die Gelegenheit genutzt werden, frühere SA108-Traumas (damals mangels Alternativen) zu beseitigen. Auch waren dort die Einsätze von SP32.2 für uns etwas ganz Neues. Ein Zugpaar hatte sogar zwei Wagen. Nur ganz früh und ganz spät "hoppelte" mal SA105-002 über die Strecke. Die restlichen Züge teilten sich SP32-202 und -204 mit SU42-510. Die SU42 war besonders fleißig, hatte ausgeblichenen Lack und ein besonders schön leuchtendes Spitzenlicht. Aber den Triebwagenumlauf konnte sie nicht einhalten und war bis zu 40 min verspätet. Außerdem war der Abschnitt Krzyz - Biernatowo nur eingleisig befahrbar, was eine weitere Verspätungsursache ergab.
Leider hatte sich doch auch manches verändert. So steht nichts mehr vom Stellwerk Biala Pilska, dafür auf ehemaligen Wiesen viele neue Häuser. Auch ist aus einer Wiese mit zwei Schienen wieder ganz ordnungsgemäß sichtbares Gleis geworden. Beim Hopping nach Walcz wurden dort SA136-003 und -009 und am anderen Tag SA103-010 und SM42-1115 angetroffen.

Nur ganz kurz am frühen Morgen beschäftigten wir uns an einem Tag mit der Strecke Pila - Chojnice und sammelten dort SP32-206 auf den Film ein. Dort fahren zu wünschenswerten Zeiten immer noch keine berechenbaren Züge, so daß wir sinnvollere Ziele in den vielen Sommer-Urlaubszügen auf den Hauptbahnen sahen. Begonnen wurde mit dem Abschnitt Jastrowie - Szczecinek - Dalecino. Bei den EN57 war etwas Vorsicht geboten, gab es doch überraschend wieder eine gewisse Anzahl von Fahrzeugen mit Grafitty. Die TLK waren aber ein gutes Ziel mit Zuglängen zwischen 4 und 11 Wagen und ausschließlich Loks der Reihe E.07. Letztlich gab es zwar wenig TLK-lackierte Wagen, aber auch einheitlich nach Farbkonzept gebildete Züge waren letztlich nicht zu finden. Motive springen einem zwar nicht direkt auf den Arm, lassen sich aber finden bzw. erarbeiten. Leider gingen dabei mehrere Güterzüge verlustig. An Loks konnten wir EP07-1008, -1033, 374 und 444 einsammeln. Zwischen Szczecinek und Slupsk waren SA132-007 und SA102-001 im Einsatz. Östlich von Slupsk verabschiedete sich der Tag mit EU07-005 vor TLK 58103. Das war ein Wiedersehen mit dieser Lok nach 12 Jahren und ganz am anderen Ende des Landes als im Jahr 2001 (damals bei Przeworsk).

Nun ging´s auf die Saisonstrecken an der Ostsee. Zwischen Lebork und Leba arbeiteten SM42-237 und 368 gemeinsam vor den TLK, während SA132-005 für PR seinen 12h-Tag abriß. Nach Ustka fuhr EP07-374 mit dem TLK und EN57-1083 für die Os. Auf beiden Strecken waren die Geschwindigkeiten recht gut, lediglich südlich von Garcegorze gab es eine deutliche Langsamfahrt (sehr langsam).
Zwischen Reda und Hel ist das Gegenstück zur Strecke nach Swinoujscie zu finden. Volles Programm mit vollen Zügen. Abwechslungsreich und bunt, was den Fahrzeugeinsatz angeht. Fotografisch aber auch nicht gerade übermäßig ergiebig. Letzteres gilt besonders, wenn man nicht gerade "nachmachen" oder alle Züge an vier Punkten fotografieren will. Es gibt sicher einige herausragende Stellen, aber weder viele, noch besonders vielseitige. Speziell auf der Halbinsel selbst ist es arg begrenzt (durch Straße und Wald) und schwierig (oder experimentell!). Neben SA138-001, -002 und -003 (jeweils mit einen angehängten Fahrradwagen) waren für PR wie für PKP ICCC nur die Wunderwaffen mit 800 PS im Einsatz, was einfach lächerlich ist, wenn man einen so bespannten Zug in den Steigungen sieht und hört. Steigungen gibt es so einige - und da geht es mit etwa 20 km/h auf nagelneuem Oberbau "zur Sache". Der fast auf der ganzen Strecke zu findende neue Oberbau zeigt hoffentlich Richtung Abschied von den "Wunderwaffen". Es sollten doch bald auch wieder richtige Loks mit mindestens 2000 PS zulässig sein. Dann hört vielleicht auch endlich die Frechheit auf, den Zug "Jantar" aus Klimaanlagenwagen ohne Öffnungsmöglichkeit von Fenstern (und mangels Energieversorgung durch eine SM42 als rollende Fritteuse daherkommend) einzusetzen. Die TLK mit ihren bunten Wagen und den Loks SM42-380, -454, -563 und -616 waren letztlich aber doch fast langweilig gegenüber den lokbespannten PR-Zügen. Drei täglich in Hel auftauchende Wagengarnituren aus einem viertägigen Umlauf waren noch interessanter als die TLK, weil die Wagenparks alle abweichend gebildet waren. Diese bestanden aus: (1) fünf einstöckigen Wagen (Bonanza), (2) drei einstöckigen Wagen und einer zweiteiligen Doppelstockeinheit, (3) einem einstöckigen Wagen, einem Doppelstock-Einzelwagen (Bdhpumn) und zwei einstöckigen Wagen, (4) einer vierteiligen Doppelstockeinheit mit einem einstöckigen Wagen.

Bei der Beschäftigung mit den Strecken Gdynia - Koscierzyna, Somonino - Kartuzy und Koscierzyna - Brusy stolperten wir über die Fahrzeuge SA138-004 sowie SA137-001 und -002. Nach Kartuzy fuhr an einem Tag SA103-006 und am nächsten Tag SA132-005. Auch auf der Strecke Gdynia – Koscierzyna war ein Großteil des Oberbaus außerhalb der Bahnhöfe frisch erneuert oder noch in Arbeit. Ein großes Baulogistikzentrum befand sich inkl. Security in Gdansk-Osowa. Dort trieben sich drei SM42 unterschiedlicher Firmen herum. Eine von Orion, eine von Wiskal (SM42-2386) und noch eine. Weiteres verhinderte die Security - und so wichtig, um einen Kampf mit denen anzuzetteln, war uns das Privatzeug dann auch nicht. Auf dieser und einer weiteren Strecke wurde die Wirkung der EU sichtbar. Massiv aufgelöste BÜ und technische Sicherung bei den anderen sind ein Zeichen, was auf künftig straffes Fahren ohne Geschwindigkeitseinbrüche hindeutet. Ebenso werden demnächst die Bahnsteige erneuert. Der ganze Bahnhof Somonino liegt schon voll mit neuen Bahnsteigelementen. Aber der Hammer kommt jetzt. Am ehemaligen Verknüpfungspunkt (Glincz) zwischen den Strecken Gdynia - Somonino und Pruszcz Gdanski - Kartuzy (letztere Strecke ist inzwischen unbefahren und oberbaumäßig abgängig) wurden im Gleis der Hauptstrecke zwei Weichen eingebaut für durchgehende Fahrtmöglichkeiten Gdynia - Kartuzy und Pruszcz - Somonino. Leider kenne ich das Projekt nicht, aber die unterstellte Perspektive für täglichen und regelmäßigen Schienenverkehr nach Kartuzy ist für mich ein überraschend hoffnungsvolles Zeichen im Land der Straßengläubigkeit. Mit Güterzügen hatten wir Pech, eines Abends erschien zur Kreuzung mit Os 90144 und auf Abstand Os 90533 in Somonino ST44-1234 mit SM42-1128 als Lz. Morgens zum Aufstehen weckte ein Containerzug mit Remo-ST44 und zur Kreuzung mit Os 90135 in Gdansk-Osowa stand dort ST44-1233 mit einem weiteren Güterzug Richtung Südwest. Ein Einholen des Zuges im Berufsverkehr erschien nahezu aussichtlos und für den Rest des Tages war das der einziger Güterzug bei Tageslicht außer einem kurzen Kesselwagenzug vom Flughafen, den OrlenKol SM42-2503 Richtung Koscierzyna entführte.
In Lipusz waren zu unserer Überraschung alle Bahnhofsgleise befahren, südlich des Bahnhofs sah es aber nach 24h-Takt mit Triebwagen aus. Demzufolge muß da irgendwas über Koscierzyna laufen. Leider fehlte uns die Zeit, dort mal geduldig zu warten oder zu forschen. Der am frühen Vormittag in Golubie befragte Fdl meinte nur, es wären doch heute schon 2(!) Güterzüge gefahren - mehr könne man nicht erwarten. Die in diesem Jahr personenverkehrslose KBS 440 über Bak war aber gut blank gefahren, während Czersk - Bak aktuell nicht viel Benutzung abbildete.
Ein Vormittag im Abschnitt Piesienice - Czersk war sonnenseitig wenig glücklich. Neben SA101-001 und -003 am frühen Morgen gab es SA102-003, SA131-001 und SA132-006 zu sehen und in Czersk stand bei unserer Ankunft das Einfahrsignal aus Richtung Gutowiec auf Fahrt und das Spitzenlicht eines Fahrzeugs krabbelte gerade über die weit entfernte Kuppe des Streckengleises. Ein Wechsel auf die andere Bahnhofsseite gelang noch, war aber irgendwie sinnlos, denn das ganze Licht gehörte der Lz daherkommenden SM42-744. Toller Güterzug!
Am Nachmittag wollten wir noch in Chojnice beobachten, was denn so von/nach Szczecinek fahren würde und hofften auf eine SP32.2 aus Pila. Letztere kam nicht (Lokschaden), und nach Szczecinek war´s modern in Form von SA132. Dafür trauten wir anfangs unseren Augen nicht, als sich beim Warten auf die Bereitstellung des Os 88241 plötzlich eine Wumme aus Osten quer über die ganze Einfahrt in den Güterbahnhof schlängelte. Die Lok war grün! Und mit gelben Fronten! Also Orignal-M62! Die Sonne schien und wir hatten es nicht gewußt und schon drei Tage mit viel Warten auf solche Züge gehofft. Und jetzt nur Notaufnahmen im Bahnhof von ungünstigem Standort! Gar nicht schön. Ob man herauskriegt, wohin die fährt? Nach knapp 15 min Umrühren im Kühlkreislauf wurde der Motor abgestellt und der Maschinist war verschwunden, bevor wir uns zum Fragen durchgerungen hatten. Alle Erfahrungen vergangener Jahre sprachen gegen die Fahrtrichtung nach Pila, so daß nur Szczecinek übrig blieb. Aber eigentlich hätte man ja gleich weiterfahren können. Bis zum Os 88241 war bei Ankunft noch 40 min Zeit. Auch nach Freiwerden des Blocks nach Czluchów gings nicht weiter, aber nach Ankunft des Os 85336 aus Szczecinek war plötzlich der Maschinist wieder da und startete den Motor. Der Personenzug hatte wohl die Ablösung mitbebracht, denn als der Zug später in Czluchów an uns vorbeifuhr, war´s ein anderer Lokführer. Auch in Czluchów gab´s wieder die Ausfahrt ohne Hauptsignalbedienung.
Ein Mann, der uns in Chojnice in perfektem und akzentfreien Deutsch ansprach, erzählte uns noch, daß die Strecke nach Naklo inzwischen geschlossen sei - wegen Diebstahl von Gleisen und so weiter und daß es mit Chojnice zu Ende gehe. Er meinte das wohl für die Eisenbahn (und das war nicht zu übersehen), uns kam aber auch die ganze Stadt in ähnlichem Zustand vor Augen. Wie lebendig war da doch Koscierzyna! Das gilt dort aber nur für die Stadt (unter Umständen auch nur im Sommer), nicht für den Bahnhof. Der ist nicht weniger am Sterben als in Chojnice.

Am nächsten Morgen holten wir uns die SP32 aus Pila noch als Foto. Diesmal kam sie auch, SP32-204. Licht gab es keins und zwei Gleise weiter stand der "TUR" mit seinen 5 Wagen und SM42-349. Auf dieser Lok sahen wir im Führerhaus große Flachbildschirme, die scheinbar die Bilder einer Kamera an den Vorbauten zeigten. Die Lok schüttelte sich (und mindestens den halben Zug) gewaltig durch, weshalb das Bild genauso oft an wie aus war. So oft kann der Beimann gar nicht mit den Augen zwinkern! Ich gehe aber davon aus, daß bei mehr Drehzahl das Geschüttel und die Bildstörungen aufhören. In Deutschland hätte die Lok so aber keine Zulassung für Einmannbetrieb bekommen (siehe z. B. die L45H der SDG). Der Rest des letzten vollständigen Tages führte dann zurück nach Szczecinek und über den Abschnitt bis Wielanowo nach Koszalin, während der letzte Vormittag vor der Heimfahrt zwischen Bialogard, Kolobrzeg und Gryfice verbracht wurde. Dabei wanderten noch EN57-984, -113, -653, -1195 mit -1060, und -1001? mit ? auf den Film (die Hälfte von denen war mit Fremdfarbe beschmiert). Außerdem EP07-1052, -375, -1029, -1025, -330, -312 und EU07-038, dazu noch SM42-351 und SA136-001.

Ich hoffe, nicht gelangweilt zu haben.


Freundliche Grüße
217 055

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Aufschrieb Zugbildungen TLK

Hallo allerseits,

als Abbildung der von mir angetroffenen Züge im Norden Polens mal eine Auflistung der Zugbildungen nach Auswertung der entstandenen Bilder.
Dabei ist die Darstellung bei wenigen Zügen nicht vollständig, weil Teile des Zuges nicht sichtbar waren - da steht dann ein "?".
Einige Züge wurden mehrfach fotografiert, das wird dann in mehreren Zeilen abgebildet. Zur Darstellung der Farbkonzepte wende ich eine Kürzung an und benenne die klassifizierenden Merkmale. Rot und grün dürften klar sein, ICCC auch. Mit "TLK" ist die nur noch selten anzutreffende Lackierung gemeint, die eine bläuliche Farbe unterhalb der Fenster an den Wagenenden aufweist, in der Wagenmitte aber schon Richtung des ICCC-grau zeigen.
Die Schlaf- und Liegewagen sind ja weiterhin alle blau gehalten, weshalb für diese "blau" steht. Diese Bezeichnung verwende ich deshalb, weil ich mir nicht sicher zutraue, aus Abbildungen des ganzen Zugverbandes WL und Bc sicher zu unterscheiden. In den Fällen, wo das möglkich war, habe ich es in der folgenden Auflistung unterlassen.
Und jetzt geht´s los. Weil die Zugnummern ja allein auch nichts sagen, nehme ich ausnahmsweise mal die Zugnamen als Leitbezeichnung her. Die Beobachtungen entstammen der Zeit von Ende Juli bis 10. August 2013.

"Slowiniec": rot, TLK, TLK, ICCC
"Pirat": blau, grün, ICCC, ICCC, ICCC, grün, grün
"Szczecinianin": blau, grün, grün, rot, ICCC, grün, grün
"Gwarek": (1) rot, ICCC, grün, ICCC, ICCC, grün, ICCC
(2) grün, ICCC, ICCC, ICCC, grün, ICCC, rot
(3) ICCC, ICCC, ICCC, ICCC, grün, ICCC
"Jantar": 6x ICCC (davon ein Wagen mit vielen aufgeklebten Werbefratzen? - Speisewagen?)
"Kopernik": (1) grün, grün, grün, ICCC, grün, grün
(2) ICCC, grün, grün, rot, grün, grün, grün
(3) grün, grün, grün, ICCC, grün, grün, grün
"Pogoria": blau, blau, ICCC, grün, TLK, grün, ICCC
"Wydmy": (1) blau, blau, rot, ICCC, ICCC, ICCC, ICCC, grün
(2) blau, blau, rot, grün, ICCC, ICCC, ICCC, ICCC,
"Posejdon": blau, rot, ICCC, ICCC, ICCC
"Rozewie": blau, ICCC, grün, grün, grün
"Doker": ICCC, grün, grün, grün, ICCC, ICCC
"Podbreze": ICCC, ICCC, ICCC, grün, grün, grün, ICCC, ?
"Gryf": rot, grün, grün, grün, ?
"Zefir": (1) grün, grün, ICCC, grün, ICCC, rot, ICCC, ICCC, ICCC, ICCC, ICCC
(2): ICCC, ICCC, grün, grün, ICCC, grün, ICCC, ICCC, ICCC, ICCC
"Lubuszanin": ICCC, rot, ICCC
"Przemyslaw": ICCC, ICCC, rot (in Rudna-Gwizdanów)

Und nun ran an die Modellbahn?


Freundlichen Gruß
217 055

von 217 055 - am 13.09.2013 12:30
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