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Forum zu den Eisenbahnen in Polen
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Erster Beitrag:
vor 3 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 3 Jahren, 5 Monaten
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HgE, Niels K., AAW, wxdf, awp

Mit Regio-Shuttles von Liberec bis nach Ober-Schreiberhau?

Startbeitrag von Niels K. am 06.11.2014 15:27

Ab Dezember 2015 wenn ich diesen Beitrag richtig deute:

[www.zubacka.cz]

Ob das Zulassungsprocedere allerdings in einem Jahr zu schaffen ist wissen sicherlich nur die polnischen Amtsschimmel.

Antworten:

und die gelben Wagen?

Heißt das dann Abschied von Dschorch Dabbeljou auf dieser Verbindung? Gut, im Kaiserwald fährt ja derzeit auch nur die Hälfte des 813er Bestandes, dort sind Reserven sicher stets willkommen ...


Es war sehr schön!
Es hat mich sehr gefreut!

von awp - am 06.11.2014 15:52

Gemach, gemach

In dem Artikel wird auf Vielerlei verwiesen, warum das nicht so schnell geht :

- es müssten mehr Fahrzeuge beschafft (und damit deren Finanzierung geklärt) oder von anderen Strecken abgezogen werden
- wie Niels schon richtig vermutete, sind die polnischen Zulassungsbürokraten der Meinung, dass aus der Zulassung in Tschechien keinesfalls eine leichte Übertragung der Zulassung nach Polen folgt
- es müssten weitere Tf und Zub ausgebildet werden, die die polnische Sprache und polnische Bahnvorschriften beherrschen
- die Fahrzeuge haben sich in Tschechien durch Entgleisungen an Leitschienen verdient gemacht, was die SŽDC genial durch Entfernen der Leitschienen "gelöst" hat. In Polen sind die Leitschienen jedoch Vorschrift

von wxdf - am 06.11.2014 16:38

Re: Mit Regio-Shuttles bis nach Szklarska Poręba?

Hallo,

vielen Dank für den interessanten Link. Die polnische Einstellung zur Zulassung verwundert mich etwas, schließlich darf man ja woanders (bspw. Grenzverkehr D-CZ) zumindest bis zum Grenzbahnhof im Nachbarland ohne besondere Zulassung und Ausrüstung fahren.

Das größte Problem ist aber m. E. die Geschichte mit der Entgleisungsneigung der 840er. Im Zusammenhang mit dem Ausbau an der 036 meine ich auch gelesen zu haben, dass Stadler teilweise aufgrund des Infrastrukturzustandes Garantieforderungen abweisen würde und der Verschleiß an den Triebwagen höher als erwartet ausfiele. Retrospektiv war der Einkauf der "Westprodukte" vielleicht doch keine so gute Idee, aber der Kraj wollte ja unbedingt was Modernes. Wobei man ehrlicherweise sagen muss, dass der Zulassungsspaß auch mit den 814.2 nicht anders ausfallen würde - zumindest was die Bürokratie angeht.

Gruß,
Hans-Georg

von HgE - am 12.12.2014 13:20

Re: Mit Regio-Shuttles bis nach Szklarska Poręba?

Zitat
HgE
Die polnische Einstellung zur Zulassung verwundert mich etwas, schließlich darf man ja woanders (bspw. Grenzverkehr D-CZ) zumindest bis zum Grenzbahnhof im Nachbarland ohne besondere Zulassung und Ausrüstung fahren.


Ist das wirklich noch so komplikationslos möglich?

Mindestens für einen der deutsch-polnischen Grenzübergänge gibt es diese Erleichterung nicht mehr. Man pocht beharrlich auf das Vorhandensein der entsprechenden Zugsicherung. Auch wenn diese nur an zwei Signalen wirkt.
Seit der europäischen "Einigung" scheint man sich in den entsprechenden Amtsstuben ziemlich "einig" dem grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehr möglichst hohe Hürden in den Weg zu legen. Nicht umsonst nähern sich die durchgebundenen KD-Triebwagen Jelenia Góra - Lubań Śl. - Zgorzelec- Węgliniec dem Bahnhof Görlitz auf wenige Meter, einfahren tun sie nicht. Und das nun schon seit ca. zwei Jahren. Allerdings ist die Zahl der in Moys "köpfenden" Triebwagen in der derzeitigen Fahrplanperiode auch zurück gegangen. Vielleicht auch eine Folge der Unwilligkeit aller Beteiligten etwas für die grenzüberschreitende Verbindung zu tun.

von Niels K. - am 18.12.2014 21:04

Re: Mit Regio-Shuttles bis nach Szklarska Poręba?

Zitat
HgE
... Die polnische Einstellung zur Zulassung verwundert mich etwas, schließlich darf man ja woanders (bspw. Grenzverkehr D-CZ) zumindest bis zum Grenzbahnhof im Nachbarland ohne besondere Zulassung und Ausrüstung fahren.


Das gilt meines Wissens nur für "Altbestand" mit Baujahr bis 1990.

Zitat

Das größte Problem ist aber m. E. die Geschichte mit der Entgleisungsneigung der 840er. Im Zusammenhang mit dem Ausbau an der 036 meine ich auch gelesen zu haben, dass Stadler teilweise aufgrund des Infrastrukturzustandes Garantieforderungen abweisen würde und der Verschleiß an den Triebwagen höher als erwartet ausfiele. Retrospektiv war der Einkauf der "Westprodukte" vielleicht doch keine so gute Idee, aber der Kraj wollte ja unbedingt was Modernes. Wobei man ehrlicherweise sagen muss, dass der Zulassungsspaß auch mit den 814.2 nicht anders ausfallen würde - zumindest was die Bürokratie angeht.


Glaubst du bei "östlichen" Neubaufahrzeugen kann das nicht passieren? Die Strecken im Iser- und Riesengebirge sind von ihrer Trassierung halt anspruchsvoll.

@ Niels:
Ja, beim Thema Eisenbahn ist der Eurokratie die Absicherung gegen alle Eventualitäten weit wichtiger als das grenzenlose Reisen.

In anderen Bereichen hätte man z.B. die Nutzungsentgelte für (teils haarsträubend schlechte) Konsumgüter begrenzt. Oder worin unterscheiden sich Roaming- und Trassenbenutzungsgebühren ...


Grüße,
André

von AAW - am 21.12.2014 17:59

Re: Mit Regio-Shuttles bis nach Szklarska Poręba?

Zitat
AAW
Das gilt meines Wissens nur für "Altbestand" mit Baujahr bis 1990.

Da habe ich Zweifel. Die 750.7, die regelmäßig nach Bad Schandau kommen, dürften doch aufgrund der weitreichenden Rekonstruktion nicht mehr als Altbestand gelten, oder?
Die rechtliche Grundlage ist §3a der EBO:
Zitat

Auf Grenzbetriebsstrecken und Durchgangsstrecken dürfen anstelle der Vorschriften des zweiten bis fünften Abschnitts mit Ausnahme des § 11 die entsprechenden Vorschriften des Nachbarstaates angewendet werden.

§11 betreffen die Bahnübergänge, alle die Fahrzeuge betreffenden Regelungen sind im dritten Abschnitt zusammengefasst (§18-33). Damit gibt es m. E. keinen Zwang für ein EIU, für den kleinen Grenzverkehr bis zum Grenzbahnhof irgendeine Zulassung nach deutschem Recht zu verlangen. (Verboten ist es natürlich auch nicht.)

Zitat
AAW
Glaubst du bei "östlichen" Neubaufahrzeugen kann das nicht passieren? Die Strecken im Iser- und Riesengebirge sind von ihrer Trassierung halt anspruchsvoll.

Natürlich hätte das mit jedem anderen komplett neuen Fahrzeug auch passieren können. Mein gedankliches "Konkurrenzmodell" ist der 814.2, der ja offensichlich nicht gewollt war, obwohl man ihn primär für diese und ähnliche Strecken konzipiert hat. Die dürften von der Laufgüte und Entgleisungsneigung sich nicht allzu sehr von den 810+010-Zügen von GWT unterscheiden, hätten also höchstwahrscheinlich kein Problem mit den Leitschienen gehabt.

Ich hatte übrigens während einer früheren Baumaßnahme auch einmal die Gelegenheit, mit einem 814.0 von Liberec bis Smržovka zu fahren und etwas später zum Vergleich die selbe Strecke mit einem 840er zurückzulegen. Die Laufgüte habe ich bei beiden ganz subjektiv als gleichwertig empfunden.

Gruß,
Hans-Georg

von HgE - am 03.01.2015 15:17

Re: Mit Regio-Shuttles bis nach Szklarska Poręba?

Zitat
HgE
Ich hatte übrigens während einer früheren Baumaßnahme auch einmal die Gelegenheit, mit einem 814.0 von Liberec bis Smržovka zu fahren und etwas später zum Vergleich die selbe Strecke mit einem 840er zurückzulegen. Die Laufgüte habe ich bei beiden ganz subjektiv als gleichwertig empfunden.


Diese Subjektivität sei Dir gegönnt. Ich komme mit ihr in diesem Vergleich von Äpfeln und Tomaten aber zu einem gänzlich anderem Ergebnis. ;)
Wobei meiner Meinung nach unterschieden werden muß, ob man im Steuerwagen oder im Motorwagen des 814er sitzt. Einen ganz erheblichen Anteil hat auch die gefahrene Geschwindigkeit, neulich im Sp von Chomutov nach Luzna empfand ich das Fahrverhalten des 814er schon als "grenzwertig". Der hämmerte aber auch ständig am Limit durchs Land.
Ich vermute allerdings, daß man sich auf der Strecke von Liberec nach Harrachov -schon auf Grund der drei angetriebenen Achsen mehr- ganz bewußt für den 840er entschieden hat. Ein Vorteil, der natürlich auch auf der anderen Seite des Passes gilt. Ob er auch in der Praxis wirklich so relevant ist können vermutlich nur die Lokführer auf diesen Strecken beurteilen. Ich traue da dem "Popometer" der Kollegen immer noch mehr als irgendwelchen Meßtechniken, die Nullen und Einsen ausspucken...

von Niels K. - am 03.01.2015 15:42

Re: Mit Regio-Shuttles bis nach Szklarska Poręba?

Zitat
Niels K.
Ich vermute allerdings, daß man sich auf der Strecke von Liberec nach Harrachov -schon auf Grund der drei angetriebenen Achsen mehr- ganz bewußt für den 840er entschieden hat. Ein Vorteil, der natürlich auch auf der anderen Seite des Passes gilt. Ob er auch in der Praxis wirklich so relevant ist können vermutlich nur die Lokführer auf diesen Strecken beurteilen. Ich traue da dem "Popometer" der Kollegen immer noch mehr als irgendwelchen Meßtechniken, die Nullen und Einsen ausspucken...

Ein 814.2 hätte "nur" 2 angetriebene Achsen weniger. ;) Wichtiger als die Traktion dürfte aber die Bremse sein, der 840 ist an beiden Drehgestellen mit Magnetschienenbremsen ausgerüstet. Interessanterweise wurde aber ein drittes, unabhängiges Bremssystem (neben Druckluftbremse und hydrodynamischer bzw. elektrodynamischer Bremse) bei den vorher eingesetzten Fahrzeugen (843*, 854 und eben auch zeitweise 814.2) nicht verlangt, ebenso wenig bei den 743ern im Güterverkehr - die auf der Zubačka eingesetzten 820er sollen aber Mg an einem Drehgestell gehabt haben.

Zur Messtechnik, egal ob analog oder digital: Es gibt halt definierte Belastungsszenarien (Crashtests, Laufgütemessungen etc.). Diese sind, zwecks Standardisierung und Vergleichbarkeit, natürlich weitaus einfacher als der reale Eisenbahnbetrieb - sodass ein Bestehen in diesen Szenarien kein "Persilschein" für ewige Betriebsfestigkeit ist. Deshalb war es ja früher üblich vor dem Serienbau Prototypen umfangreich zu testen. Das hat m. E. eine Reihe von bösen Überraschungen zuverlässig verhindert und würde das selbe auch heute noch tun, wenn man es weiterhin täte.

Gruß,
Hans-Georg

* Es gab da ja bekanntermaßen gewisse Schwierigkeiten im Winter...

von HgE - am 03.01.2015 21:57

Re: Mit Regio-Shuttles bis nach Szklarska Poręba?

Zitat
HgE
Zitat
AAW
Das gilt meines Wissens nur für "Altbestand" mit Baujahr bis 1990.

Da habe ich Zweifel. Die 750.7, die regelmäßig nach Bad Schandau kommen, dürften doch aufgrund der weitreichenden Rekonstruktion nicht mehr als Altbestand gelten, oder?


Die Zulassung ist m.W. baureihenbezogen. Und da läuft die 750.7 wohl als "normale" 750er.

Zitat

Ich hatte übrigens während einer früheren Baumaßnahme auch einmal die Gelegenheit, mit einem 814.0 von Liberec bis Smržovka zu fahren und etwas später zum Vergleich die selbe Strecke mit einem 840er zurückzulegen. Die Laufgüte habe ich bei beiden ganz subjektiv als gleichwertig empfunden.


Die 840er sind m.M.n. als Nahverkehrstriebwagen in Ordnung. Ich fand auch nicht, daß sie irgendwie unruhig nach Harrachov hoch- oder runtergefahren wären.

Einziges Manko war der Türbedarfsverschluß: Drückt ihn der Fahrgast nach Einstieg, um nicht zu viel Kälte reinzulassen, dauert es ein paar Sekunden bis zum Schließvorgang. Oft kam es dann (es war frost+Schnee draußen), daß man noch mal drückte, bevor der Schließvorgang einsetzte. Ergebnis: Die Tür war im Modus "offen bleiben" festgelegt ... :rolleyes:

Grüße,
André

von AAW - am 17.01.2015 16:07
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