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Forum zu den Eisenbahnen in Polen
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vor 1 Jahr, 2 Monaten
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svoigt69

Spätsommerliches aus Polen (m21B insgesamt) Teil1

Startbeitrag von svoigt69 am 19.09.2016 19:28

Liebe Forumsgemeinde,

gleich eines vorweg: Das wird jetzt ein bisschen mehr Lesestoff. Bilder mit Zweizeilern folgen hier nicht. Also entweder den Backbutton anklicken oder dranbleiben, je nach Belieben!

Patrick und ich trafen sich am 02.09.2016 bei Ger in Berlin. Wir verbrachten einen schönen Abend, wie es unter guten Bekannten üblich ist. Gutes Essen gab es auch und dazu Zwickl aus der Oberpfalz. Ich staunte nichte schlecht, wie die "Buletten" so etwas in der Hauptstadt haben können. Am nächsten Morgen klingelte bereits 4Uhr der Wecker, Ger hatte Kaffee gemacht und wir verquatschten uns ein bisschen. Im Morgengrauen passierten wir die Stadtgrenze und erreichten stressfrei die Staatsgrenze. Im Güterbahnhof stand bereits SU45-141 (die früher mal anders hieß) vor ihrem Kesselzug nach Barnkowo. Da sich die Peitsche anschickte, los zu fahren, starteten auch wir. In Sarbinowo passte es mit dem Licht und der fotogene Zug konnte das erste Mal gedrückt werden. Bis ca. 13Uhr widmeten wir uns diesem Zug und seiner Rückleistung an verschiedensten Motiven. Abgerundet wurde das Ganze durch einen grandiosen Bäckereinkauf in Debowo und Gespräche mit Einheimischen. Wieder in Kostrzyn angekommen, gab es ein schönes Porträt von TEM2-145 sowie wiederum diverse Szenen mit SU45-141, die sich bereits anschickte, den zweiten Zugteil nach Barnkowo zu bringen. Wir drückten sie letztmalig am ESig des Güterbahnhofes aus der Verbindungskurve heraus und machten uns vom Acker.

So fuhren wir erfogbeladen und gelöst durch den 03.09. dahin. Es ist gut, wenn eine Reise gleich zu anfangs mit einem Bilderauftakt beginnt. So können kleinere Niederlagen besser verkraftet werden. Und die gab es! Auf dem Weg Ri. Krzyz legten wir Stops ein, um Patrick Aufnahmen modernerer Schienenfahrzeuge zu ermöglichen. Die Zeit dafür war einfach da. Und während er drückte, ging ich der Fdl-in in Bogdaniec auf den Zünder. Die wusste von einem Gütetzug nach Kostrzyn zu berichten, der in etwa zwei Stunden fahren sollte. Nun ja, wir fuhren ohne schuldhaftes Zögern, aber dennoch gelassen nach Santok. Der Blick vom Feldherrenhügel sollte es sein, mit ST44 bitte und einem gemischten Güterzug. 15:20Uhr liefen wir in Santok ein. Die dortige Fdl-in sprach von einer Durchfahrt 15:06Uhr ... :confused: ... und meine persönliche Massentauglichkeit war erstmal weg. So viel dazu!

In Jastrowie kauften wir Vorräte nach, unter anderem ein großes Brot und ein Stück Wildschweinschinken. Das war was! Abends trudelten wir in Szczecinek ein. Der Stall war voll, der Bahnhof leer. Da unser Zimmervermieter bereits zweimal angerufen hatte, nahmen wir nun direkten Kurs zu ihm. Der Abend endete mit einem kleinen Imbiss auf der Terrasse mit einem Rückblick auf den schönen Tag. Der nächste Tag begann dann prognosegerecht. Es war bewölkt, aber für unseren Plan ganz passend. Es herrschte nämlich Allseiten-Fotolicht. Nach der obligatorischen Anmeldung beim Lokleiter ging es ans Handwerk. Mit Stativ wurden typische Bw-Szenen festgehalten, vor allem Blicke von drinnen nach draußen. Das machte uns viel Freude. Die im Bw Szczecinek abstellten ST43 dienen lt. Aussage des Lokleiters nur Reservezwecken. Auch ST44-747 ist noch vorhanden. Etwa halb zehn waren wir mit allem durch, lösten noch das Kastenbrot SA102-003 am Hp. Gwda Mala und begaben uns an die Strecke Szczecinek - Pila. Neben einem ersten Bild in Turowo Pom. mit EN57-1006 war für Lotyn ein längerer Halt eingeplant.



Lotyn, Rückseite des Empfangsgebäudes



Lotyn, Bahnsteigseite

Von den ehemals drei Gleisen zzgl. Ladegleis wird nur noch das durchgehende Hauptgleis betrieblich genutzt. Derbe Eingriffe in die Infrastruktur ließen (für mich) nur wenige Einstellungen offen, ohne Kompromisse einzugehen. Und so betrat als erstes EN57-355 die Bühne, welchen ich lediglich mit dem Handy festhielt.



Vor diesem Bild konnten noch zwei schöne TLK´s dingfest gemacht werden, zu deren Verkehrszeiten das Wetter sein günstiges Beitragen zugab. Danach fuhren wir nach Jastrowie, kauften nochmals Vorräte und warteten im Bahnhof den nordwärts fahrenden Kibel ab. Mit Sommersonne und EN57-890 wäre das nichts geworden, aber so saß die Aufnahme perfekt. Danach wurde sofort Plytnica angefahren.



Ja, ich habe dort auch analog gedrückt, aber diese Szene hier fand unter widrigsten Bedingungen statt und wurde daher nur digital festgehalten. (Mein) Letztes Bild entstand in Pila mit EN57-1276, schon mit Stativ und 1/20sec, etwa 17:30Uhr. Da wir keine Übernachtung gebucht hatten, begann nun das große Suchen. Bis Miasteczko Krajeńskie wurden wir nicht fündig, bekamen jedoch Obdach in einem Wohnmobil auf dem Grunstück einer ausgebuchten Herberge. Der Wirt hatte alle Sorten alter Autos in seiner Remise, deren Wiederinbetriebnahme er wohl nicht erleben wird.

Am (Mo) 05.09.2016 widmeten wir uns dann der Strecke Pila - Bydgoszcz. Erste gemeinsame Auslösung des Tages war kurz vor der 12-Uhr-Suppe, die dann auch gereicht wurde. Gedrückt wurde EP07-1015, welche einen TLK nach Nordwesten brachte. Das diffuse Licht spielte ausgezeichnet mit. Nach zwei Kibeln am Ort verdrückten wir uns und wurden in Samostrzel erneut motivfündig. Wir klärten zwei Altbaukibel und setzten um nach Nakło nad Notecią. Vor schönster Kulisse ging uns dort EN57-1096 in die Falle. So waren wir mit der zweiten Tageshälfte mehr als zufrieden und fuhren nach Bydgoszcz. Unser Hostel erwies sich als praktisch und gut. Am Abend fuhren wir noch in die Stadt, aßen ein großes Eis am Rynek und genossen die angenehme Atmosphäre, denn daran waren wir bereits gewöhnt. Keine Hektik, keine schnellen Manöver, kein sinnloses Umhergefahre ... schön einfach!

Der nächste Tag versprach wechselhaftes Wetter als Sonne-Wolken-Mix. In Ślesin fiel Patricks Wunschkibel einfach mal aus, obwohl die Sonne herrlich schien, so dass ein für ihn wesentliches Wunschmotiv offen bleibt. Während des Wartens kochte ich Kaffee und genoss die morgendliche Stille am Ort. Der Kibelpleite trotzend, fuhren wir nach Bydgoszcz zurück, direkt auf den Hof der Fa. Depol. Es gab ein sanftes Willkommen und viel Lächeln, Dank für überlassene Bilder von Pan Christo, die sofort erteilte Erlaubnis zum Fotografieren und auch die Feststellung, dass wir beide ja das gleiche T-Shirt trugen. Ja, wir hatten ein Tourshirt in depol-blau, mit dem Stadtwappen von Bydgoszcz und den Eckdaten unserer Reise. Auf dem Hof stand TEM2-065 als Neuling herum, erworben von Globaltransport Rzepin. An BR232-052 und -281 wurde gewerkelt, ansonsten waren keine Loks auf dem Hof.

Grüße an den getroffenen Andreas aus Dresden! Melde Dich einfach mal, vielleicht kann man etwas zusammen machen oder wenigstens Informationen austauschen.

Nach etwas Informationserhebung bei Depol, welche später auch Ronny :cheers: zu Gute kam, verdufteten wir nach Trzciniec. Das Bahnwärterhaus nördlich des Bahnhofes sollte als Motiv herhalten, aber ein blaues und ein rotes Auto verhagelten mir die Partie. Nach dem Patrick zwei Aufnahmen gemacht hatte, fuhren wir an den Einschnitt bei Tarkowo und nahmen dort EN57-1823 auf. Da wir an der Strecke Bydgoszsc - Inowroclaw bereits sehr gute Aufnahmen gemachten haben, fuhren wir direkt nach Wapienno. Und siehe da, M62-2087 stand am Zug und alle Funzeln waren bereits eingeschaltet. So verlegten wir recht flott an die Straße hinter Piechcin und warteten. Am Himmel wechselten bereits Sonne und Wolken in rasanter Weise ab. Als der Zug kam, war an unseren Standpunkten einfach das Licht aus. So begab es sich auch in der Ortslage Piechcin. Wie es in Drziarnowo war, weiß ich wohl erst nach der Filmentwicklung. Na ja ... ! Den Tag beschlossen wir mit Aufnahmen am Westkopf von Inowroclaw Towarowy. Die Sonne hatte inzwischen die Oberhand gewonnen und mit 170 057 und EN57-1823 gelangen zwei weitere schöne Aufnahmen. Für Inowroclaw haben wir inzwischen ein geübtes Abendritual. So verbrachten wir den Rest des Tages unter sternenklarem Himmel auf dem schönen Marktplatz, Patrick mit Eis und ich mit einem Bier.

Der nächste Tag (Mi, 07.09.) versprach Sonne pur. Bereits in Inowrocław (I) Rąbinek konnte morgens ET22-788 in bester Sonne verarztet werden. Von I Chemia machte sich M62-2087 mit einer El-Lok auf den Weg nach I Mątwy, um das Bügeleisen dort in die Werkstatt zu drücken. Am Werktor konnten wir schöne Szenen mit toller Industriekulisse festhalten. Der Gagarin nahm ein anderes Bügeleisen an den Haken und brachte es nach I Chemia zurück. Uns bleib die Information, dass die Lok am frühen Nachmittag den Pendel nach Wapienno fahren soll, was uns ganz fröhlich machte. Patrick hat einige Eindrücke in einem Beitrag zusammengefasst.

[www.drehscheibe-online.de]

In Wapienno stand bereits ST44-1208 am Zug nach I Towarowy. Wir drückten das putzige Züglein vor und in Piechcin sowie in Drziarnowo. Von dort wechselten wir nach Koszielec, um M62-2087 unsere Aufwartung zu machen. In der Steigung hinter Pakosc und an der Einfahrt Wapienno folgten weitere schöne Einstellungen. Die Rückfahrt des vollen Zuges konnten wir lichtbedingt nur noch vor der Podg. Drziarnowo festhalten. Den abendlichen Rausschmeißer erfuhren wir mit EN57-676 und einem TLK Ri. Westen, bevor es wieder auf den Markt von I ging. Was für ein Tag!

Bis zum Do wurde Kruszwica nicht angefahren, obwohl wir jeden Tag artig baten und fragten. Nun sollte es endlich so weit sein, doch zuvor kamen in der Früh bei Janikowo noch EU07-1523 mit einem gemischten Güterzug sowie EN57-676 auf Film und Chip. So bezogen wir Position am Rand der Ortslage Tupadły und warteten, dass es endlich 8:30Uhr würde. Ab dann ist nämlich die Strecke offen. Es dauerte auch nicht lange und der Autoverkehr ebbte aufgrund geschlossener Schranken ab. Was sich dann jedoch auf der Brücke über die Notecka zeigte, war für mich persönlich ein weiterer Tiefschlag. Vor bester Industriekulisse kam Lotos 285-128 mit Getreidewagen geschlichen. Aber sei´s drum, Bild gemacht, sogar hinterher gefahren, in Kruszwica noch ein Bild mit den markanten Silos gemacht und schließlich noch die Werklok 401Da-219 mit den Formsignalen verewigt. Ende und los!

Wir nahmen direkten Kurs an die Güterzugstrecke Września - Jarocin, die an diesem Tag leider wegen Bauarbeiten gesperrt war. Also Plan B, ab nach Pleszew. Erneut trafen wir MBxd2-216 im Betriebsdienst und hatten somit unser Nachmittagsprogramm. Auch hierzu hat Patrick einen Beitrag erstellt.

[www.drehscheibe-online.de]

Bereichert wurde der Nachmittag zusätzlich durch EU07-358 oben im Staatsbahnhof, welche einen TLK nach Poznan beförderte. Im letzten Zugpaar der Schmalspurbahn fuhren Patrick und ich dann mit, logisch mit gelöster Fahrkarte und kompletter Kameraausrüstung. An beiden Endpunkten der kleinen Strecke konnten so noch Nachtaufnahmen angefertigt werden, bevor es über die Straße 11 in die Übernachtung ging.

Der nächste Tag (Fr, 09.09.2016) begann wie üblich sehr früh. Erster Anlaufpunkt war der Bhf. Topola Osiedle, wo wir auf den ersten Kibel bei Licht warteten. Leider war es "nur" ein EN57.20, der aber wenigstens digital festgehalten wurde. Eine Kontrollfahrt nach Odolanów war zeitlich drin und wurde absolviert, zumal zunächst zwei IC in Topola kreuzen mussten. In Odolanów stand eine EU07 von MKT, machte aber keine Anstalten. Wir fuhren zurück nach Topola Osiedle und warteten. Nun, wie das eben so ist, man kocht einen Kaffee und sofort gibt es Alarm. Zunächst erschien der planmäßige Kibel in Gestalt des EN57-871. Die Aufnahme saß, aber wir kamen nicht zur Ruhe. Tatsächlich folgte im Blockabstand DLA 3E/1M-488 und mitlaufender SM31-26 vor einem schweren Schotterzug. Nach diesem Bild, welches gleichfalls saß, wurde der Kaffee ausgetrunken, alles ordentlich verstaut und Fahrt auf Ostrow Zachod aufgenommen. Das riesige Kohlenlager wurde an diesem Tag leider nicht bedient, aber drüben bei Orlen´s herrschte Betrieb. Etwas kess stellten wir in Sichtweite des Werkschutzes die Leiter an den Zaun und drückten TEM2-202 vor perfekter Tanklagerkulisse. Danach machten wir uns natürlich vom Acker und begaben uns an die Strecke Ostrow - Jarocin. Wegen Bauarbeiten fuhr von Bronow aus Ri. Süden alles im Gegengleis, was uns teilweise sehr gut gelegen kam. Den Anfang machte EU07-013 mit einem TLK bei Biniew, der wenig später CTL 182-065 folgte. Aufgrund des Sonnenstandes verlegten wir unseren Standort nach Bronow. Unterwegs musste sofort gehandelt werden, als STK 181-081 drohte, die Bildfläche zu betreten. Im wunderschönen Bhf. Bronow klärten wir dann EN57-1804, der uns im Regelgleis rein gar nichts gebracht hätte. Unterwegs zum nächsten Motiv hielten wir eine schöne Dorfansicht in Dobrzyca fest und landeten zeitlich ausreichend in Kozmin an der Strecke Krotoszyn - Olesnica - Wroclaw. Dort gelang dann sehr planmäßig eine Einfahrt mit EN57-890 an den markanten Formsignalen. Da bis zur nächsten, geplanten Zugleistung etwas Luft war, nahmen wir Kurs auf Kobylin, wo Patrick zwei Fahrzeuge der KWP aufnehmen konnte. Danach setzen wir um nach Zduny. Im sanften Abendlicht kam EN57-1440 in den Bahnhof geschmettert (ob 1/500sec reichte, werden wir sehen), geziert von den schönen Formsignalen. Bevor wir in Milicz in den Schlaf fielen, musste in der Bude erst noch der flächendeckende Mückentod wüten.

So weit, so gut, Teil 1 lasse ich hier enden. Unsere Hochs und Tiefs könnt Ihr aufgrund der Schilderungen gut nachvollziehen, mit einer danebenliegenden Landkarte noch besser. Und warum soll man von Niederlagen nicht auch berichten? Das gehört einfach dazu, meine ich.

Danke für Eure Aufmerksamkeit bis hierher, Tippfehler bitte ich zu entschuldigen.

Habt eine gute Nacht; dobranoc!

Patrick & Sven

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