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Forum zu den Eisenbahnen in Polen
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PKP-ST44, svoigt69

Spätsommerliches aus Polen (m21B insgesamt) Teil3 und Schluss

Startbeitrag von svoigt69 am 06.10.2016 10:39

Liebe Forumsgemeinde,

von Samstag bis Dienstag konnte ich nochmals in Polen verweilen. Dazu vielleicht später ein paar Zeilen. Gestern nahm ich mir Zeit für mich und heute Vormittag ist Gelegenheit, den Aufschrieb zur Spätsommerreise fortzusetzen.

Dienstag, 13.09.2016, begann wie bei solchen Fahrten üblich sehr früh. Von meinem Quartier in Walbrzych ging es durch die Stadt auf die Landstraße 367 nach Boguszów-Gorce, dort einen kleinen Plausch mit dem Fahrdienstleiter halten. Bahnbrechende Neuigkeiten kamen dabei nicht zu Tage, die Auskünfte vom Vorabend wurden jedoch bestätigt. Depol war abermals nicht angekündigt, obwohl der Betriebsarbeiter am Kopalnia Boguszów-Gorce davon sprach. PKP C war mit ET42-012 dort und wartete auf Rückfahrt, neben ihr ein Bügeleisen von STK mit Signalschatten auf der Front. Ich fuhr weiter nach Sędzisław, um auf den angekündigten Leerzug nach Wojcieszów zu warten. Die Sonne stand gut für eine morgendliche Streiflichtaufnahme und im Bahnhof gelang dann auch ein Bild mit ST44-1215 und -1246 vor klassischer Eaos(s)-Garnitur. Gut gemacht, weiter nach Kamiena Gora. Hier waren vom Vortag drei beladene Wagen stehengeblieben, die von einer ST43 abgeholt werden sollten. Es kam aber leider nur PKP C ST44-1211, eine von den Loks mit grüner Brille. Es sprang eine schöne Gesamtaufnahme mit Stellwerk, Wasserturm und Rangiereinheit heraus. Weiteres Verweilen am Ort war aufgrund des Sonnenstandes nicht nötig.

Für das kleine Züglein fuhr ich dann erneut in die Steigung nach Witkow. Andreas hatte von diesem Ort bereits Bilder gezeigt:

[20329.foren.mysnip.de]

Gegen zehn war es dann soweit und der Gagarin kam die Rampe herauf, gemächlich und nahezu unterfordert. Nun nahm ich eine kleine Erkundungsrunde auf mich und wollte schauen, wie es nach Wojcieszów geht und vor allem, ob man im Bahnhof zur aktuellen Zeit ein Bild machen kann. Die Strecke ist unglaublich reich an Motiven, es gibt unzählige Hangblicke mit schönen Ortslagen und Landschaftsblicken, nur fahren muss halt auch etwas, sonst nützt der Motivreichtum gar nichts. In Wojcieszów selbst war die Verladung bereits in Gang, ein Bild unterdessen nicht möglich. Beide Loks standen ungünstig, waren aus und das Personal wartete auf Ablösung. Also weiter.

In Strzegom traf ich PMT M62BF-3102, wartend auf Jaworzyna Slaska. Ein kurzer Abstecher dorthin bestätigte mir die kalte M62Ko-1242 mit schönen grauen Fenstern, von der ich kein Bild machte. ST43-108 stand wartend vor einer Leine Res-Wagen. Also zurück nach Stanowice an den BÜ mit Stadt- und Bruchblick auf Strzegom und siehe da, es passte, M62BF-3102 kam bereits die Steigung herauf gekrochen. Am nord-östlichen BÜ von Goczałków warf ich den Anker erneut, denn in Graniczna standen Wagen in der Beladung und wer weiß schon, was da kommt! Es kam M62-1690 von Tabor Debica, deren Lebenslauf man hier anschauen kann:

[rail.phototrans.eu]

Oben in Rogoznica traf ich sie dann wieder. Der "Kundendienst" war am Zug tätig, Geräusche von grobem Werkzeug drangen herüber. Man wechselte Bremssohlen.



Da sie stand nun mit ihrer sagenhaften Benummerung und dem alten PCC-Farbkleid, irgendwie gegensätzlich, während zwei Rumune von PKP C tuckerten und auf das Herausrangieren ihres Zuges warteten.



Die Zeit ist nah, wo uns diese Details fehlen werden.



ST43-325 und -368 waren die Aktivisten des Abends in Rogznica, die aufgrund von Bauarbeiten im durchgehenden Hauptgleis durchaus anspruchsvolles Rangiergeschäft zu erledigen hatten. Sylvio und Micha kreuzten noch auf, Grüße an dieser Stelle, bevor einer der Rumune an den Zugschluss setzte.



Das Wiedererkennen beim Fdl in Rogoznica führte zu einer Fülle an Informationen für den Folgetag. Es sollten zwei Züge von Depol nach Rogoznica kommen und ein weiterer nach Boguszów-Gorce. Und Orion sollte mit Be-Erka nach Jawor kommen. Höchste Zeit also, sich zu beruhigen und dem Tag einen würdigen und ruhevollen Abschluss geben. Ich fuhr gelassen nach Jaworzyna Slaska und siehe da, M62Ko-1242 war an und der Christbaum gezündet. Einer guten Nachtaufnahme stand nichts im Wege, alles stand extrem passend und kein Mast störte. Danach fuhr ich nach Wałbrzych Fabryczny und nahm dort "Räuberübernachtung". Der Bahnhof und sein Umfeld waren für mich komplettes Neuland, am nächsten Morgen ergaben sich folgende Eindrücke.



PKP C ist drinnen untergebracht, Fahrgastwechsel erlebte ich keinen.



Toilette am frühen Morgen? Fehlanzeige ... !



Hochbauliche Reste des ehemaligen KWK Boleslaw ... vom Bahnsteig aus führte damals eine Fußgängerbrücke direkt zum KWK hinüber. Mein Gott, wie mag das früher hier gewesen sein? Wie ausgetreten waren wohl die Stufen auf der Brücke, wie oft mag dort - vielleicht bei Eis und Glätte - geschimpft worden sein? Alles vorbei, nur die Geschichte bleibt.

Mit einem meiner Zettel ging ich zur Fdl-in. Zug 561003 nach Boguszów-Gorce wurde in der Nacht von Depol auf TorLok umgelegt und war mit 311D im Zulauf. Ich machte mich sogleich vom Acker, erreichte ein erneut leeres Strzegom und fuhr nach Graniczna. Ganz hinten im Anschluss standen blaue Loks, also mit ordentlicher Schutzausrüstung dorthin. Depols SM42-2494 und BR232 154 aalten sich in der Morgensonne.



Überall tropft es, aber die Aufnahme von den beiden Depol-Loks war bereits sicher im Kasten. Zug 561023 Czerniwice - Rogoznica war demnach deutlich vor Plan (08:43Uhr) angekommen. Fehlte also noch Zug 262011 Lublin Tatary - Rogoznica! Aber ich hätte Zeit, meinte der Fdl in Rogoznica, also auf nach Jawor. Dort wurde mir Orion im Zulauf bestätigt, ganz klar, das konnte nur die Be-Erka sein. Bei Stare Jawor ging es an bekannte Stelle und ziemlich planmäßig 10:52Uhr betrat BR232-537 die Bildfläche. Links ein Bauernhof, der Zug unter Telegrafenleitung, ... was will man mehr?

Am östlichen Bahnübergang von Jawor stellte ich das Auto ab und sah Markus. Der marschierte gerade in den Bahnhof hinein, zog sich im Gehen die Warnweste über. Rufen, Winken, Rufen, Hüpfen ... all das nützte nichts, denn Markus war im Modus. In diesem Moment zählte für ihn nur das Porträt der Lok, alle anderen Wahrnehmungen standen auf "off". Später fanden wir uns, begrüßten einander herzlich und machten Pläne für die nächsten Stunden. So kam die Be-Erka als nächstes bei Siekierzyce in den Kasten. Es folgte DLA TEM2-086 mit SM42-2500 in Rogoznica, dann ließen wir uns auf eine Mittagspause in Strzegom ein. Ein paar Vorräte kaufen, Eis essen, eine Runde um den Bahnhof drehen und einfach Ruhe haben nach einem aufregenden Vormittag, das tat uns beiden gut. Später landeten wir wieder in Goczałków und klärten dort PKP C ST43-108, Depol SM42-2494 mit BR232-154 sowie Depol TEM2-065 mit BR232-052 vor besagtem 262011. Ende gut, alles gut, unser Zimmer in Strzegom hatten wir bereits und machten nur noch eine Kontrollfahrt nach Jawor.



Besser konnte der Tag nicht laufen, es fehlten nur noch gutes Essen und ein großes Bier :cheers: ...





Sehr klassische Farbgebung, Depol hält offenbar nichts davon. Mit dem Personal kamen wir gut ins Gespräch, auch Leute vom Service waren vor Ort. Ein aufgeschnittener Feuerlöscher mit aufgeschweißtem Rohrstutzen diente als Trichter für wenigstens 100li nachzufüllendes Motorenöl.



Und die Personale guckten nicht schlecht, als Markus von seinem Vater erzählte, der die 537 damals auch fuhr. Das Verweilen mit den Leuten vor Ort war unglaublich entspannt. Sie erzählten uns von ihren spektakulären Laufwegen und den teilweise unendlichen Wartezeiten. Man denkt sich da hinein und fühlt es mit, kennt man doch aus eigener Erfahrung sehr genau, was es bedeutet, in Polen zu warten. Danach begaben wir uns zur Übernachtung und aßen gut. Die Erfolge des Tages wurden nicht übertrieben begossen.

Do, 15.09.2016. Depols BR232-052 steht in Rogoznica ungünstig im Gemüse, in drei Stunden ist das Licht rum und dann sind wir wieder da. Mit Sonnenaufgang drückten wir dort einen KD-Triebwagen und fuhren nach Jawor. Dort stand bereits BR232-537 mit eingeschaltetem Spitzensignal am Zug. Das kann in Polen alles bedeuten, aber meistens geht es absehbar los. Wir pokerten hoch und wollten den Zug in Przybyłowice fotografieren, der einzigen Stelle morgens für einen Zug nach Legnica. Gegen 09:10Uhr war es dann soweit und die Aufnahme kam in den Kasten. Über Stare Jawor fuhren wir zurück und nahmen Kurs auf Rogoznica. Hinten, wo es zum Schwellenwerk hinein geht, standen nun Depols BR232-052 und TEM2-065 passend und richtig herum im Licht. Die Aufnahme saß perfekt, archivsicher gelöst. In Jawor dann die große Überraschung, die zweite Be-Erka von Orion war inzwischen eingetroffen, Zulauf über Jaworzyna Slaska. Ganz klar, dass wir die nicht sehen konnten!

Schade, die Lok war inzwischen aus, Tf und Lok vom GPS abgemeldet, und der dringende Wunsch, das Tfz nochmals zu starten, um es 15 Meter in die Sonne zu verfahren, konnte nicht erfüllt werden. So ist das eben, manchmal jedenfalls.



An dieser Stelle trennten wir uns. Wenn es am schönsten ist, soll man bekanntlich aufhören. Außerdem wollte ich 21Uhr in Zwickau sein und Markus hatte für sich auch weitere Pläne. Ich nahm den Weg nach Jerzmanice-Zdrój, traf unten in Nowy Koziol von PKP C eine ET22 und ET21-548 vor einem beladenen Zug.



Über Lesna und ...



... Luban (alles leer) erreichte ich Wegliniec. Dort standen so viele Züge mit Spitzensignal auf Richtung Westen, dass ich nicht warten wollte, bis das Licht besser würde. Also fuhr ich an eine Stelle vor Piensk, die man bspw. so umsetzen kann:

[rail.phototrans.eu]

Für meinen Geschmack etwas zu weit weg, mit 50mm hat man die markanten Bäume links und rechts gut im Bild. Auch der Weg geht damit nicht verloren. Nun ja, die Sonne stand gut und Zeit hatte ich auch, dort einige Variationen in Angriff zu nehmen. So kamen der Reihe nach PKP C ST44-1217, -1221, Zik 311D-08 und schließlich DBSRP 232 484 gefahren. Bingo, fertig! Dass BR232-003 bereits 10:43Uhr ab Wegliniec gefahren war, wusste ich bereits. Gegen 18Uhr sollte sie mit Ladung in Lasow abfahren, aber als ich dort eintraf, stand sie kalt im Gemüse. Das Gespräch mit der Dispo war schnell zu Ende, erst gegen 21Uhr sollte es eine Zugfahrt geben.

Und so roch (!) der Spätsommer 2016:



Der Weg nach Zwickau über die A4 war einfach.

Nun, von insgesamt 16 Diafilmen sind bereits elf entwickelt, die Aufnahmen von dem jüngsten Polenaufenthalt bereits mitgerechnet. Die Ergebnisse sind hochgradig zufriedenstellend. Nacharbeit gibt es nur zu dem, was schief ging, sprich also keine Sonne oder Zug verpasst. Wenige Örtlichkeiten auf der gesamten Reiseroute müssen unbedingt wieder besucht werden, ich lasse mich aber gern erneut auf vieles ein. Bukowina ist z.B. so ein Ort. Das Erlebte an sich ist nur mit Bildern allein schwer zu fassen und auch schwer zu vermitteln. Gut ist auf jeden Fall, auf so einer Reise Zeit zu haben, ohne hektisch abarbeiten zu müssen. Dann wird es meistens Mist und man verzettelt sich, außerdem gehen viele Details neben und an der Eisenbahn dabei verloren.

Danke für Euer Durchhalten; vielleicht bis bald.

Sven

Antworten:

Hallo Sven,

vielen Dank für Deine reichhaltigen Informationen zur Spätsommertour durch Polen.
Da konntest Du ja an den verschiedenen Tagen reichlich Motive mit den verschiedensten Darstellern umsetzen.
Danke auch für den Tipp zu Depol !!!
Im nächsten Jahr wird es erneut einiges zu Fotografieren geben an den polnischen Schienensträngen.
Ein Treffen ist dann durchaus möglich :xcool:
Vielleicht klappt es ja auch mit einem abendlichen :cheers: bei guten interessanten Gesprächen.
Und was die Bebilderung der Beiträge betrifft: --> "Weniger ist mehr" !!!
Das ist meine persönliche Meinung zur Bebilderung von Beiträgen.
Informationen sind wichtig und ein paar Bilder als Appetithäppchen :--P dazu.

Herbstliche Grüße
Ronny

von PKP-ST44 - am 24.10.2016 17:59
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