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vor 4 Jahren, 6 Monaten
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obb1040, mirquidi

Schmalspurbahnen in Osteuropa 2013, Teil 7 - Mit dem D1 durch Transkarpatien

Startbeitrag von mirquidi am 12.02.2014 15:54

Nach dem Besuch der Museumsbahn Vychylovka hatten wir inzwischen das Nachquartier in Ungarn erreicht.

Mit dem D1-Triebwagen übers Vierschienengleis
Wir schreiben Donnerstag, den 17. Oktober 2013. Gegen 6 Uhr wurden wir munter. Vielleicht war es die Aufregung, in die Ukraine einzureisen, jedenfalls hielt uns nichts mehr im Bett. Da es Frühstück erst ab 8 Uhr gab, wurde dies ausgelassen. Das Hotel in Ungarn hatten wir gewählt, weil wir uns die ukrainischen Straßen in der Nacht nicht antun wollten. In vielen Foren im Netz wurde über die Schlaglöcher ausgiebig berichtet.
Gegen 6.45 Uhr trafen wir am Grenzübergang Barabas/Koson ein – die Schranke geschlossen, die Ampel zeigte rotes Licht. Immerhin waren wir die ersten! Es zeigte sich, daß wir einen lokalen Übergang mit temporären Öffnungszeiten erwischt hatten. Bis 7 Uhr traf von hinten die Mannschaft der ungarischen Seite ein, kurz nach sieben Uhr ging die Schranke hoch. Gemütlich wurden die Ausreisedokumente aus der EU ausgefüllt, der Kilometerstand und der Kraftstoffstand im Tank eingetragen. Nach gut 15 Minuten ging es weiter auf die ukrainische Seite. Dort wurde zuerst ein Laufzettel für Paß- und Zollkontrolle gereicht. Anschließend würden mühsam die Daten in den Computer eingetippt, nachdem auch die Fahrzeugzulassung kontrolliert wurde. Nach der kurzen Zollkontrolle mit Blick in den Kofferraum ging es bis zum Posten an der Ausfahrt. Dort war erst mal Schluß, es fehlte ein Stempel auf dem Laufzettel! Also zu Fuß zurück zur Paßkontrolle und den Stempel abgeholt und schon konnte das Abenteuer beginnen.

Eigentlich war die Schmalspurbahn von Vynohradiv unser Ziel, aber da der Morgenzug eh schon unterwegs war, wollten wir uns erst einmal den D1-Triebwagen auf dem Vierschienengleis zwischen Chop und Vynohradiv widmen.

Etwas Geschichte
Das Gebiet unterhalb des Karpatenbogens gehört bis 1918 zum Königreich Ungarn der k&k Doppelmonarchie. Mit dem Ende des ersten Weltkrieges schloß es sich der neugegründeten Tschechoslowakei an, ab 1938 gehörte wieder zu Ungarn. Nach 1945 wurde das Gebiet von der Sowjetunion besetzt und in die Ukrainische Sowjetrepublik eingegliedert. Die Normalspurstrecke zwischen Chop und Korolevo bzw. Halmeu in Rumänien wurden auf die sowjetische Spurweite 1520 mm umgebaut. Um trotzdem die Verkehrsströme zwischen der Ostslowakei und Rumänien zu bewältigen, wurde das Gleis jedoch vierschienig ausgeführt. Das Normalspurgleis liegt etwas versetzt im Breitspurgleis. Die Zugförderung oblag der sowjetischen Staatsbahn SZD, später der ukrainischen Staatsbahn ZU, die hierzu Diesellokomotiven der Baureihe M62 mit Regelspurausrüstung einsetzten.



Unseren ersten Kontakt mit dem Vierschienengleis hatten wir gegen 9 Uhr im Bahnhof Kissin. Jeweils vor Weichen wird die Normalspur ausgefädelt und nach der Weiche wieder eingefädelt. Links befindet sich die Normalspur, rechts die Breitspur. Die Stopfmaschine im Hintergrund sollte uns noch etwas die Laune vermiesen. Leider kontrollierten wir am Bahnhof die aktuellen Aushänge nicht – ein Fehler, wie sich kurz darauf erweisen sollte!


Bei Batrad begegnet uns plötzlich ein unbekannter D1-Triebwagen, allerdings viel zu früh! Eigentlich sollte er erst 30 Minuten später in Batovo abfahren!


Nichtsahnend ging es weiter nach Batovo. Dort sollte die Ausfädelung der Normalspur mit D1 abgelichtet werden. Es kam nur keiner!


Also wenigstens ein Dokumentationsbild vom Bahnübergang, bevor wir in den Bahnhof Batovo fuhren, um uns nach dem Stand der Dinge zu erkundigen.


Im Bahnhof begegnet uns zunächst die Elektrischka ER-869, die von der Aufsicht ordnungsgemäß abgefertigt wurde, bevor sie auf die Weiterfahrt nach Mukatschewo ging.


Unbeeindruckt vom Treiben der WL11-078 ist dieser Bahnhofshund. Eine Nachfrage bei der Aufsicht ergab, daß es heute Bauarbeiten gibt! Mist, das hätte man auch schon in Kissin herausbekommen können. Damit fiel dann auch der zweite D1-Zug ins Wasser. Also nach Vynohradiv wechseln, dort stand ja noch der Mittagszug der Schmalspurbahn auf dem Programm. Das wir Zeit hatten, wollten wir noch dem Bahnhof Beregowo einen Besuch abstatten. Plötzlich schlossen sich die Schranken. Aha, hier fahren also noch Züge! Es wird also nur zwischen Batovo und Kissin gebaut!


D1-563 ist von Korolewo nach Kissin unterwegs und fährt in Beregowo aus.


Auf dem Bahnhofsvorplatz verläuft noch das Gleis der Schmalspurbahn, die hier aber schon 20 Jahre nicht mehr verkehrt.


Da der D1 ja aus Kissin wieder zurückkommen mußte, suchten wir uns eine brauchbare Stelle und wurden bei Vilok fündig. Pünktlich kommt D1-563 um die Ecke.


Und passiert anschließend den netten Bahnübergang. Nach rechts fädelt das Normalspurgleis aus, um gleich wieder einzufädeln. Die abzweigenden Breitspurweiche gibt es inzwischen nicht mehr.


Der kurze Aufenthalt im Bahnhof Vilok reicht, um den Zug zu überholen und kurz vor dem nächsten Bahnübergang nochmals abzulichten.


Auf der weiteren Fahrt nach Vynohradiv verläuft die Strecke in ca. 100 m Abstand parallel zur Straße. Während der Zug gemütlich mit 40 km/h durchs Land zuckelt, könnte man ihn gut überholen, böte die Straße nicht den Zustand einer Hindernisbahn. Einwandfreie Abschnitte wechseln plötzlich mit Schlaglochbatterien, die zur Notbremsung und zum Fahren in Schlangenlinien zwingen. So wird die Motivsuche in der Theißebene zum Lotteriespiel, denn viel Vorsprung ist nicht herauszufahren. Bei Fantschikovo biegen wir mal rechts ab, der Bahnübergang erweist sich aber nicht als das erhoffte Motiv.


Gemütlich tuckert der D1-563 Vynohradiv entgegen, markant zeichnet sich der Speicher am Bahnhof bereits ab. Im Hintergrund erhebt sich der Schwarze Berg. Wir fahren dem D1 nicht mehr hinterher, denn wir wollen uns der Schmalspurbahn widmen.


Es ist Donnerstag und da ist in Vynohradiv Markttag! Kurz vor 13 Uhr steht die Diesellok allerdings nicht vor dem Zug, sondern kommt erst langsam vom Speicher herangerollt. Des Rätsels Lösung sollten wir erst nach der Reise erfahren.
Mehr von der Schmalspurbahn im nächsten Teil.

Mit besten Grüßen
Falk Thomas
aus Hennigsdorf

Antworten:

Hallo,

Sehr schöne Herbstbilder! Ärgerlich natürlich wenn auf Strecken wo ohnehin nichts los ist auch noch nichts fährt! Ich wusste auch nicht dass bis Mukachevo die alten Rigaer Triebwagen fahren!
Wir sind am Samstag ein - und am Dienstag ausgereist. Bei den Bildern bekommt man ja trotz des Straßenzustandes Lust wieder hin zu fahren!

Viele Grüße, OBB1040

von obb1040 - am 13.02.2014 09:07
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