[RO][MD][UA] Heißer August im Osten, Teil 3

Startbeitrag von s-lin am 22.11.2014 16:27

Servus Hobbykollegen,

vielen Dank für die positiven Rückmeldungen zu den ersten beiden Teilen.

Was erlaubt sich s-lin, den Teil 3 mit einer Woche Verspätung im oleba-Forum einzustellen? Auf DSO waren die Bilder doch schon vor einer Woche zu sehen. Stimmt, aber die überlegene Forensoftware des hiesigen Forums erlaubt die Einbettung von Videos, und das zum Teil 3 passende Video wurde erst heute hochgeladen. Und das Video darf der treuen Leserschaft des oleba-Forums natürlich nicht vorenthalten werden.



Nach einem wettermäßig enttäuschenden Start des Urlaubes sollte es jetzt sonniger weitergehen :xcool: Dabei nahmen wir natürlich gerne in Kauf, dass auch die Temperaturen anzogen. Nachmittags herrschten regelmäßig um die 36 Grad im Schatten, so dass etwaig erforderliche Gartenarbeit an den Motiven sehr anstrengend wurde. Auch der Kvas-Konsum stieg an: Kvas ist ein aus vergorenem Brot hergestelltes Getränk, das entfernt an Kindermalzbier erinnert. Die in Moldawien in Flaschen vertriebene Version ist angeblich ohne Zuckerzusatz. In der Ukraine kann man Kvas von Marktfrauen aus kleinen Tankwagen erwerben :cheers:

Wir entschieden, uns nach Norden zu orientieren. Am 07.08.2014 befassten wir uns noch mal mit der Strecke von Ungheni nach Chişinău, um sodann nach Norden weiterzufahren. Den Bahnhof Pîrliţa wollten wir noch mal ordentlich mit dem Schnellzug haben. Danach blieben wir bei dem schönen Ortsblick von Pîrliţa hängen. Von dort geht eine gute Straße nach Floreşti und dann nach Bălţi, wo wir den langsamen Moskau-Schnellzug (Moskau- Chişinău) zweimal umsetzten.

Was meinen wir mit „langsamem“ Moskau-Schnellzug? Es handelt sich um den Zug von Chişinău nach Moskau und zurück, der sowohl in Ungheni als auch in Bălţi Kopf macht (No. 341/342). Dadurch fährt er in den genannten Städten den zentralen Bahnhof an. Im Gegensatz dazu nutzt der "schnelle" Moskauschnellzug (No. 47/48) die jeweiligen Verbindungsgleise und hält etwas außerhalb der Zentren. Dadurch erspart er sich das Kopfmachen. In Ocniţa heißt es aber für beide Schnellzüge Kopfmachen. Die dortige Verbindungskurve scheint unbenutzt. Die RZD betreiben einen weiteren Schnellzug nach Moskau. Dieser fährt über Tiraspol (Transnistrien). Dieser Zug scheint aber ein bisschen zu kriseln, wurden doch die Verkehrstage reduziert. Diesem Zug widmen wir uns in einem der nächsten Teile.

Die 1892 eröffnete Strecke von Ocniţa ins ukrainische Mohyliv -Podilskij weist einige schöne Motive auf. Eines davon haben freundlicherweise die Hobbykollegen aus der Schweiz veröffentlicht

[bahnbilder.ch]

Nach einigen Irrwegen und Unterbodenschäden sowie einem längeren Fußmarsch fanden wir das Motiv auch, mussten aber bei 36 Grad sehr lange holzen, bis es unseren Ansprüchen genügte. Während wir schwitzten, kühlten sich die moldawischen Kinder und die ukrainischen Kinder auf ihrer jeweiligen Seite im gemächlich fließenden Dnister ab :cool:

Güterzüge gab es wenige, und beide Exemplare kamen in die falsche Richtung. Auf der Strecke Ocniţa - Mohyliv -Podilskij werden die Güterzüge im Rahmen des Lokausgleichs für die Schnellzüge mitgenommen. So kann mit einem Güterzug von Ocniţa nach Mohyliv -Podilskij ab Mittag gerechnet werden. Dem No. 48 kann ein Güterzug nachfolgen (im August schon zu spät). Wahrscheinlich ist der August aber güterzugmäßig Nebensaison.

SG
ste



Bild 1:
Am Morgen des 07.08.2014 legten wir uns im schönen Bahnhof Pîrliţa an der Strecke von Ungheni nach Chişinău auf die Lauer. Klaus stieg auf ein verfallenes Gütermagazin hinauf, ich auf die Laderampe. Das gefiel einem Anwohner nicht, der jedoch mit ein paar Eisenbahnbildern aus Bayern umgestimmt werden konnte und uns von den glorreichen Zeiten des Bahnhofs erzählte. Ach ja, der Prietenia No. 106 von Bukarest nach Chişinău kam auch noch durch, mit der Stammlok 3TE10M 1249, die passend zur Wagengarnitur lackiert ist.



Bild 2:
Der Tren No. 802 von Ocniţa nach Chişinău kam mal wieder in Form eines D1 daher, da wie gesagt im August die Reihe D1M gar nicht zu sehen war. Wir freuten uns über den Bauernexpress D1 772 (1-3) den wir wieder bei dem Bahnwärterhaus bei Unteşti, diesmal von der anderen Seite, erwarteten.



Bild 3:
Die Nahverkehrszüge fahren wirklich sehr langsam. Wir haben den Verdacht, dass dies zum Zwecke der Energieeinsparung erfolgt, da die lokbespannten Fernzüge etwas flotter daherkommen. An der Gleislage kann es nicht liegen. Die Videos sind daher zum Teil nicht so spektakulär wie erhofft. Dafür kann man problemlos verfolgen und ein weiteres Bild erhaschen, so wie vom Tren No. 802 mit D1 772 (1-3) zwischen Pîrliţa und Bumbeta.



Bild 4:
Mit dem nachfolgenden Tren No. 6028 Ungheni - Chişinău machten wir den Ortsblick Pîrliţa noch mal in einer Variante. Es erfreute und D1 708 mit seiner Anwesenheit. (07.08.2014).



Bild 5:
Wie versprochen geht es weiter nach Norden. Von einer Straßenbrücke bei Rauţel konnte der D1 771 als Tren No. 6091 Ungheni - Bălţi -Oras umgesetzt werden.



Bild 6:
Inspiriert durch ein auf www.trainpix.org veröffentlichtes Foto begaben wir uns in die sympathische Stadt Bălţi. An der Umgehungsstraße brachten sich hunderte von Traktoren in Aufstellung, um für eine staatliche Kompensation für sanktionsbedingte Marktausfälle zu kämpfen. Oh je, der Konflikt hatte uns eingeholt. Wir kamen aber noch durch und nach einer Stunde Suche nach der Fotostelle fanden wir heraus, dass es vom Fußgängerüberweg, der ins Depot führt, zu machen sei. Bald darauf kam 3TE10M 0021 (A-Sektion führend) mit dem langsamen Moskauschnellzug No. 342 in Bălţi Slobozia an.



Bild 7:
Auf Grund des Lokwechsels in Bălţi Slobozia kann man den No. 342 noch mal machen. Wir fuhren zurück nach Rauţel, wo noch mehr Traktoren hinzugekommen waren. Nach dem Lokwechsel führt jetzt die B-Sektion der 3TE10M 0021B. Nach dem Bild suchten wir unser Heil in der Flucht nach Norden, um nicht in die Traktoren-Demo zu geraten.



Bild 8:
Die Strecke von Bălţi nach Ocniţa ist arm an Motiven. Klaus hatte die Idee, den schnellen Moskauschnellzug No. 47 etwas seitlich von der Straßenbrücke bei Drochia zu machen. Ich war zunächst etwas skeptisch, da auf Grund der Länge des Zuges ein Weitwinkel unausweichlich war und man relativ weit weg gehen musste. Im Nachhinein muss ich Klaus für die Motividee sehr dankbar sein. Es führt 3TE10M 0003.



Bild 9:
Einige schöne Motive weist die 1892 eröffnete Strecke von Ocniţa ins ukrainische Mohyliv -Podilskij auf. Die meisten Fernzüge der CFM nach Russland nehmen diese Route, um den Transit durch Transnistrien zu vermeiden. Am Morgen des 08.08.2014 erwarten wir bei Naslavcea den No. 342, der sich mit der ordentlich schuftenden 3TE10M 2941 aus dem Tal des Dnister ins moldawische Hügelland hervorarbeitet.



Bild 10:
In Ocniţa beobachten wir den D1 708 beim Umsetzen ins Depot.



Bild 11:
Und wieder der langsame Moskauschnellzug No. 342. Nach dem Lokwechsel in Ocniţa auf 3TE10M 1103 verlässt der Zug gemächlich das Bahnhofsvorfeld Richtung Bălţi.



Bild 12:
Dieses Motiv haben wir der Vorarbeit der Schweizer Hobbykollegen zu verdanken, die 2013 in Moldawien unterwegs waren. Wir haben sehr lange gebraucht, um das Motiv zu finden, und noch länger, um es halbwegs freizuschneiden. Letzteres war bei 36 Grad im Schatten nicht eben angenehm. So war die Freude über den schnellen Moskauschnellzug No. 48, geführt von 3TE10M 0151, um so größer. Das Motiv bei Verejeni ist am besten fussläufig von der nördlichen Kirche einem Rinderpfad talwärts folgend erreichbar. Achtung, der Dnister ist der Grenzfluss und es gibt Patrouillen!

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