Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Fotogalerie Baltikum und Osteuropa
Beiträge im Thema:
2
Erster Beitrag:
vor 3 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 3 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Strojmistr, mirquidi

[UA] Borschatalbahn 2014 (Teil 1)

Startbeitrag von mirquidi am 24.11.2014 16:23

Mitte Oktober ging es im Anschluß an die Osteuropa-Tour von Michael Schneeberger nochmals in die Westukraine zur Borschatalbahn. Einige grundlegende Informationen zur Bahn sind im Bericht vom letzten Jahr zu finden.
Der Grenzübertritt in die Ukraine am Donnerstag, dem 16.10.2014, vollzog sich völlig unspektakulär – nur der ungarische Paßbeamte war der Meinung, daß unsere Führerscheine mangels Verfallsdatum nicht mehr gültig wären. Nach 15 Minuten Telefonaten mit verschiedenen Stellen ließ er uns dann aber doch ausreisen. Die Einreise in die Ukraine dauerte keine 15 Minuten, dann hatten wir unsere beiden Stempel auf dem Laufzettel und konnten passieren.
Die Lage in Transkarpatien ist als ruhig zu beschreiben. Vom Bürgerkrieg in der Ostukraine war wenig zu spüren. Nur die Wahlplakate entlang der Straßen ließen etwas von den Veränderungen im Land erahnen. Die Schlaglöcher sind noch größer und zahlreicher geworden, auffällig waren aber zahlreiche neue Tankstellen an der Parallelstraße entlang der Theiß zwischen Beregovo und Vinohradiv.
In den ersten beiden Tagen war das Wetter mehr als bescheiden, dichter Hochnebel belegte die Theiß-Niederung, gefolgt am Freitag Nachmittag von strömendem Regen. So beschränkten wir uns auf einige Motive, die wir im vergangenen Jahr nicht ausreichend beachtet hatten.
Grundsätzlich ist nur noch ein Zug auf der Strecke unterwegs. An Nichtmarkttagen verkehren drei Zugpaare, wobei der Vormittagszug ab Vinohradiv samstags nach Irshava verlängert war. Die Rückleistung am Vormittag verkehrte dabei grundsätzlich in der Planlage des Irshava-Zuges. An Markttagen werden vier Zugpaare gefahren, wobei der Zug in Chmilnyk übernachtet.
Die Fahrzeiten haben sich je Richtung um 10 Minuten verlängert, die auf der Internetseite der Lemberger Eisenbahn stehenden Fahrzeiten sind Makulatur. In Vinohradiv bestehen keine Anschlüsse mehr Richtung Korolevo.
Anbei einige Bilder von den ersten beiden Tagen. Der Streckenteil nach Irshava folgt im zweiten Teil des Berichtes.


Markt in Vinohradiv am Donnerstag, dem 16.10.2014


Der Mittagszug hat Schalanky erreicht und bringt Marktteilnehmer nach Hause


Plandiesel mit einem bekannten Gefährt aus Ludwigsfeld


Pickup-Point am Bahnübergang in Oleschnyk, falls kein Zug kommt, findet man vielleicht noch einen Pkw


Der Nachmittagszug in Cernyi Potik, aufgrund rasant fortschreitender Dämmerung entschlossen wir uns, hier abzubrechen und ins Suny Mountain-Hotel zu fahren.

Da Fahrplaninformationen sehr schwer zu erlangen sind und die gedruckten auf den Bahnhöfen nicht stimmen, verpeilten wird die vormittäglichen Zugfahrten am Freitag. Wie oben beschrieben, verkehrt der 8 Uhr-Zug aus Vinohradiv bis Chmilnyk, fährt aber erst um 11.36 Uhr Uhr zurück. Da wir zwischendurch noch nach D1-Triebwagen schauten, ging der Schmalspurzug an uns vorbei. Um zu prüfen, wo der Zug abgeblieben ist, fuhren wir über Velky Komjaty nach Schalanky, wobei nur die letzten sechs Kilometer Schotterpiste waren. Von dort ging es zu Fuß zum Bahnhof Chmylnik.


Der Bahnhof verfügt über vier Gleise, wobei eines zum Abstellen alter Wagen genutzt wurde. Der Bahnhof ist rund um die Uhr besetzt, es gibt einen 24-h-Dienst mit Übernachtung. Alle drei bis vier Tage wird auch die Strecke nach Beregowo befahren, wenn die Lok zum Tanken muß. Die Einfahrten aus Beregovo und Irshava sind mit Lichtsignalen gesichert, die Einfahrt aus Vinohradiv mittels Formsignal.


Zum Befahren der einzelnen Streckenäste muß dem Zug ein Schlüssel ausgehändigt werden, der in Vinohradiv übergeben wird. Der zugehörige Ring hängt neben der Tür. In der zweistündigen Wartezeit entwickelte sich eine interessante Diskussion mit dem Fahrdienstleiter A.P., der ungarischer Nationalität war. Dabei mußten meine letzten Russisch-Kenntnisse herhalten, die seit gut 30 Jahren verschüttet lagen. Immerhin konnten wir erfahren, daß der Zug am Samstag nach Irshava fährt!


Irgendwie schafften wir es, die Zeit bis zur Ankunft des Zuges zu überbrücken, wobei es inzwischen angefangen hatte zu schütten. TU2-098 fährt in Chmylnik ein.


Nach gut zehn Minuten geht es wieder zurück, wir nutzen die Möglichkeit, das Einfahrtsignal an der Borschawabrücke abzulichten, das immer auf Fahrt steht.


Da wir eh schon naß waren, entschlossen wir uns, noch ein paar Nachtaufnahmen in Vinohradiv zu machen, danach ging es ins Hotel. Für den nächsten Tag hatte der Wetterbericht eine deutliche Wetterbesserung angesagt. Dazu mehr im nächsten Teil.

Viele Grüße
Falk Thomas

Antworten:

Danke für´s Teilhaben an der Reise. Sehr ärgerlich, wenn man so weit fährt und dann so schlechtes Wetter ist. Manchmal gelingen aber gerade dann Stimmungen, die man bei Sonne nie bekommen würde.

von Strojmistr - am 24.11.2014 17:27
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.