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Fotogalerie Polen
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Erster Beitrag:
vor 1 Monat, 1 Woche
Letzter Beitrag:
vor 1 Monat, 1 Woche
Beteiligte Autoren:
brejlovec750, Joachim Piephans

Neulich, an einem fernen Ort (m2B)

Startbeitrag von brejlovec750 am 07.11.2017 17:42

Guten Abend miteinander,

im Oktober begab es sich, einer persönlichen Einladung zu einem Sonderfahrttag an den leise vor sich hinrostenden Schienensträngen der Schmiegeler Kreisbahn zu folgen. Das Ganze hatte für mich sehr emotionale Züge, denn meine ersten Eindrücke vom gelobten Nachbarland gewann ich - genau, in Poznań und Śmigiel. Und das vor ziemlich exakt 20 Jahren, im September 1997.

Um einer sitzfleischzehrenden ICE-Reise zu entgehen, beschlossen wir, erst einmal straff nach Westen zu fahren, um nach Nordosten zu gelangen. Die ÖBB-Nachtdüse mag zwar für deutsche Eisenbahner nichts mehr übrig haben, aber eine günstige Umsteigeverbindung im hauptstädtischen Einkaufspalast mit Gleisanschluß ließ uns von München nach Posen über Karlsruhe reisen. Ach, diese tolle neue Eisenbahnwelt. Die Sache verlief erstaunlich pünktlich und störungsfrei, wenngleich es in Abfahrt MP kurzzeitig spannend, aber dann doch ereignislos verlief. Auch auf der Augsburger Schiene gab es schon spontane BuPo-Empfangskomitees für selbsterklärte Neubürger...

Neulich, am Großpolnischen Platz...




...durfte Polen einfach nur Polen sein. Ein passabler Wochenmarkt, auf dem es Honig vom Großstadtimker und andere Spezialitäten der Region zu erstehen gab, gegenüber ein Kaffeehaus mit großer Gefahr für die schlanke Linie (haha). Und ein deutsch-polnisches Treffen. Akwarium trifft Helmut, so die Spitznamen der beiden recht betagten Fahrzeugtypen.


Neulich, in Großpolen...




... war da noch die gelungene Sonderfahrt. Streng genommen waren es vier Fahrten, denn alle betriebsfähigen Fahrzeuge bekamen ihren Auslauf. Und die kleine Gruppe die entsprechenden Fotogelegenheiten auf der Strecke nach Stare Bojanowo dazu. Fast könnte man meinen, es hätte sich in 20 Jahren nichts verändert. Doch leider muß sich die kleine Mannschaft der ŚKD gegen die Bedeutungslosigkeit ihrer Bahn stemmen. Die Personaldecke - schmalspurig, das Budget der Gemeinde ebenso. Da erstaunt, ja verblüfft es, daß man vier Triebfahrzeuge und ein halbes Dutzend Wagen betriebsfähig vorhält, dazu eine sechs Kilometer lange Strecke! Und dabei bleibt es ja nicht, gerade erst hat man die Schuppendächer saniert, betreibt eine gut ausgestattete Werkstatt, die zweifellos ein Ort der Sauberkeit und Sicherheit ist. Unser Geld war hier mehr als gut angelegt. Größte Sorge dürfte sein, daß der einzige Lokführer, der gewiß auch einen nicht unerheblichen Anteil an der Wartung hat, schon bald in den Ruhestand gehen wird. Es ist an der Zeit, den Nachwuchs zu fördern. Sonst gehen in Schmiegel am Ende doch noch die Lichter aus.

Mein Dank richtet sich an unseren zumindest nach außen hin tiefenentspannten Reiseleiter, der für einen reibungslosen Tagesablauf vom Frühstückstisch bis zum Taxidienst nach Leszno sorgte. Natürlich gilt es auch, sich beim Betriebspersonal und den Statisten zu bedanken, welche jedweden Unfug der "Bekloppten" klaglos ertrugen.

Für die Heimkehr wählten wir schließlich die nicht minder abwegige Route via Katowice, Wien und Simbach, um nach einer gefühlten Ewigkeit wieder in München zu landen. Dabei fiel besonders der tadellose Liegewagen aus dem PKP-ICCC-Stall auf, der uns bei privater Vierernutzung von der zugigen Katowicer Bahnsteighalle bis zum kaum angenehmeren Wiener Hauptbahnhof brachte.

Bis später
Daniel

Antworten:

Fern, so fern

Ach, was wurde im Direktionskontor der Neuhauser Lokalbahnen nur an Rau(s)chmitteln herumgereicht, daß man solcherart benebelt meinte, die FAUR-Triebwagen einem Designbüro vorwerfen zu müssen!? So herrlich wie auf deinem Bild von der Schmiegeler Kreisbahn könnte es in Südböhmen auch sein, neue Motoren, Steuerung und Sitzpolster in die Wagen, eine schmucke Lackierung auf das unveränderte Kleid, fertig.

Es gibt keine in irgendeiner Weise regelmäßigen Verkehre (und wenn es das jeweils zweite Wochenende eines ungeraden Monats wäre ...), sondern man fährt wirklich nur auf Bestellung?
Vielleicht sollte die Visegrad-Gruppe mal einen Gipfel nicht zur xenophoben Abschottung, sondern zur intelligenten Ausnutzung von EU-Fördermitteln für Schmalspurprojekte einberufen - Motto "Von Viktor lernen ..." Als Ort des Gipfels schlage ich die Puskás-ferenc-Akademie in Felcsút vor. vyp:


Zwei schöne Einblicke, danke. Es sollte sich Gelegenheit finden lassen, mehr davon zu sehen :cheers:
Die Umwege heutiger Nachtzüge, sobald sie längere Relationen in Deutschland zurücklegen, sind noch nicht ausgereizt. Ich bin für Zürich - Prag via Leer (Ostfriesland) und Budapest - München über die Rottalbahn ...

Bevor mir noch mehr Blödsinn einfällt - gute Nacht!
Joachim

von Joachim Piephans - am 07.11.2017 23:39

Der Blick in die Ferne... (m1B)

Ja, lieber Joachim, deren Gelegenheit zum Schauen wird es geben :--P:cheers:. Je mehr ich in der Nähe von Drehscheiben mit eiligen und eiligsten Fotos konfrontiert werde, desto sparsamer bebildere ich. Aber Ein-Blick geht ja noch.



Wohl der Motivklassiker an der Reststrecke schlechthin, dieses verhältnismäßig schlichte Holzkreuz am Bahnübergang zwischen Nietążkowo (Nitsche) und Robaczyn (Robertsruh), in seiner Form schon leicht von der starken Sonneneinstrahlung beeinträchtigt. An diesem schönen Herbsttag war nur noch ein einziger MBxd2 einsatzbereit, weshalb man einige Züge mit Lxd2-266 und Klasse fahren mußte. So in etwa hätte ich sicher das Foto noch um die Jahrtausendwende beschriftet... Man braucht übrigens kaum einen Gedanken daran verschwenden, daß der Pendelbetrieb nach Stare Bojanowo je wieder aufgenommen wird, schließlich braucht man in Śmigiel noch nicht einmal eine Busverbindung nach Kościan. Dreimal werktäglich genügt hier ein Kleinbus der Firma Milla, der am 20. Oktober bei Abfahrt um 18:15 nicht an Überfüllung litt.

In Schmiegel fährt man bei passenden Gelegenheiten, also nicht nur auf Bestellung. Es ist darüber hinaus möglich, einen Zug zu mieten, entweder einen Triebwagen (sollte der "echt" motorisierte 222 sein, vielleicht fällt der 226 in den FAUR-Farbtopf, dann kann man ja nochmal überlegen...) oder eine der beiden Lxd2 (einmal Maybach, einmal Henschel) mit Wagen. Es soll jedenfalls recht günstig sein. Was unser etwa zehnstündiger Fototag kostete, verrate ich Euch im Dezember. Mit Kleingruppe ist es gut machbar.

Abschließend noch zwei Gelegenheiten für weitere Informationen:

Śmigielska Kolej Wąskotorowa

Auch in der großen Stasiakte vertreten...

Gruß in die Runde
Daniel

P.S.: Bitte entschuldigt die etwas konfuse Erstellung des Ausgangsbeitrages. Auf dem Fotofone ist es ziemlich schwierig, mit Fettpfoten zu navigieren...

von brejlovec750 - am 08.11.2017 08:49
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