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Fotogalerie Ungarn
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Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 3 Monaten
Beteiligte Autoren:
ChristianMUC, CZZF50, Joachim Piephans, J.N.

Wo der Diesel (noch) regiert: ein Besuch an der Westbahn, die zur Ostbahn wird... (m14B)

Startbeitrag von ChristianMUC am 02.04.2010 19:11

Servus,

"Die Strecke, die im Osten Westbahn und im Westen Ostbahn heißt" - etwas verwirrend mag diese Beschreibung für denjenigen klingen, der sich mit der Strecke noch nicht befasst hat. Es geht um die Strecke Györ - Graz, deren erster Teil bis zum Grenzbahnhof Szentgotthard als Ungarische Westbahn bezeichnet wird, der österreichische Teil wird als Steirische Ostbahn bezeichnet.
Der ungarische Teil wurde bis 2006 komplett von der Staatsbahn MÁV betrieben, zum 1.1.2006 wurde auf Anordnung des Staates der Südabschnitt zwischen Szombathely und Szentgotthard an die GySEV abgegeben. Diese hat mit umfangreichen Sanierungsmaßnahmen begonnen, so daß der Abschnitt zwischen Körmend und Szentgotthard noch bis Anfang Juni komplett gesperrt ist. Nachdem zwischen Szombathely und dem Einfahrsignal Körmend schon Oberleitungsmasten und moderne 55cm-Bahnsteige Einzug gehalten haben, ist davon auszugehen, dass der Südteil jetzt folgt.
Auf österreichicher Seite wurde und wird im Zuge der S-Bahn Steiermark einiges an den Bahnhöfen gemacht (neue Bahnsteige, usw.), eine Elektrifizierung droht aber erst in mehreren Jahren in Verbindung mit einem Tunnel unter der Laßnitzhöhe.
Verkehrlich sieht es seit der Übernahme durch die GySEV so aus, dass die Personenzüge fast ausschließlich durch M41 bespannt werden, lediglich in Tagesrandlage verirrt sich der 5147-Triebwagen hierher. Im Güterverkehr kommen M62 zum Einsatz, das Rangiergeschäft erledigen GySEV-eigene M44.
Jenseits der Grenze teilen sich 2016-bespannte Wendezüge ("Cityshuttle") den Verkehr mit 5022 ("Desiro"), im Güterverkehr kommen 2016, 2068 und 2070 zum Einsatz, letztere nur vor regionalen Güterzügen.


Bild 1: Beginnen will die fotografische Reise im Bahnhof Körmend, der noch ein wenig den alten Charme altösterreichisch-ungarischer Bahnhöfe versprüht. M41 2302 bringt im Streiflicht ihren Personenzug nach Szombathely, nach einem Lokwechsel geht es weiter nach Sopron


Bild 2: Mein Hauptaugenmerk beim sonntäglichen Besuch lag auf den aktuell noch vorhandenen Formsignalen des Bahnhofs Körmend. Nachdem die Formsignale in Jak-Balogunyom bereits gefallen sind, steht dies den Signalen hier unmittelbar bevor.


Bild 3: Eineinhalb Stunden später hat das Sonnenbaden auf dem Hügel nebem den westlichen Einfahrsignalen ein Ende und neben dem ersten Sonnenbrand des Jahres ist auch mein Wunschmotiv perfekt: M41 2309 befördert ihren Personenzug gen Szentgotthard


Bild 4: Wenn es ein Klischee über die ungarische Sprache gibt, dann ist das wohl das recht häufig vertretene Ö. In dieser Hinsicht ist der Ortsame Alsörönök wohl ein Volltreffer. Mit dem von M41 2175 bespannten Zug bin ich von Körmend hierher gekommen und genieße nach dem Foto die vollkommene Einsamkeit...


Bild 5: Die Ruhe wird eine Dreiviertelstunde später von der gleichen Lok unterbrochen, die ihre Wagen zurück gen Szombathely bringt.


Bild 6: Im Grenzbahnhof Szentgotthard hat sich M41 2302 von ihrem Zug gelöst und wird vom örtlichen Verschubpersonal über die Übergänge gelotst.


Bild 7: Am Morgen gab es nach dem Grenzübertritt erst einmal M62 304 zu bewundern, die den im Hintergrund sichtbaren Kesselzug gebracht hatte. Wie für die M41 gilt auch für die M62 ein wenig "Viel davor - nix dahinter" - verglichen mit der fast lächerlichen Leistung von 1700 PS Traktionsleistung ist der Sound sehr beeindruckend. Dem Fotografen gefällts, dem Buchhalter wohl eher nicht...


Bild 8: Mit Ausnahme eines Zugpaares (Intercity "Fischerbastei"/RegionalExpress "Budapest") gibt es keine grenzüberschreitenden Leistungen im Personenverkehr über Szentgotthard mehr.


Bild 9: Die "Landplage" auf der steirischen Ostbahn heißt 5022. Nicht sonderlich bequem, aber halbwegs fotogen - und das sowohl nachts in Szentgotthard...


Bild 10: ...wie auch tagsüber am Bahnhof Laßnitzhöhe.


Bild 11: Einige Züge werden auch als Tandem geführt, so wie hier bei Mitterlaßnitz dieser Regionalzug.


Bild 12: An der Haltestelle Laßnitzthal befindet sich auch eine Blockstelle, die auf der eingleisigen, teils stark steigenden Strecke für eine dichtere Zugfolge sorgen soll. Bei dem von 2016 088 und einer weiteren 2016 geführten Güterzug aus Ungarn hat das nicht so ganz geklappt - der Zug muss nach einem Halt am Blocksignal mit ziemlicher Geräuschentwicklung direkt in der Steigung wieder anfahren. Erstaunlich, wie laut so ein Eurorunner werden kann...


Bild 13: In Studenzen-Fladnitz ist die Laßnitzhöhe schon länger überwunden und das 5022-Doppel strebt nun im Raabtal der Grenze entgegen.


Bild 14: Nicht so ganz die eigentlich gewünschte Aufnahme, aber doch ganz nett anzusehen: unbekannte 2016 verlässt mit Regionalexpress "Budapest" den Bahnhof Jennersdorf im Südburgenland.

Ich hoffe, die Bildserie hat euch trotz nicht 1000% Einhaltung der Grenzen ein wenig gefallen - Kritik und Kommentare sind gerne gesehen.

Viele Grüße aus München,
Christian

Antworten:

Lob und Frage

Sehr schöne Bilder, Christian, danke! Einige Spitzenaufnahmen dabei :spos:
Schade, daß der meiste Verkehr in Szentgotthard wieder gebrochen wird - das war doch schon mal anders?

"Grenzüberschreitende" Frage: was wird denn da in Laßnitzhöhe gemacht? Gleiserneuerung, Rückbau oder größere (verunstaltende) Bauarbeiten? Hast Du weitere Bilder von Laßnitzhöhe, wo man mehr vom Bahnhof sieht? - gern auch per mail, da hier OT.

Gruß,
Joachim

von Joachim Piephans - am 02.04.2010 19:30

Re: Lob und Frage

Zitat
Joachim Piephans
Sehr schöne Bilder, Christian, danke! Einige Spitzenaufnahmen dabei :spos:
Schade, daß der meiste Verkehr in Szentgotthard wieder gebrochen wird - das war doch schon mal anders?

Das liegt wohl an der aktuell nicht ganz so guten Stimmung zwischen GySEV und ÖBB. Die GySEV wollten ja mit den frisch eingekauften Schlierenwagen die noch älteren Mitteleinstiegswagen ersetzen, werden aber durch die ÖBB daran gehindert, die den Schlieren die "Einreise" verweigert. So schaukelt sich das hoch...

Zitat
Joachim Piephans
"Grenzüberschreitende" Frage: was wird denn da in Laßnitzhöhe gemacht? Gleiserneuerung, Rückbau oder größere (verunstaltende) Bauarbeiten?


Das Ladegleis wurde rückgebaut, als nächstes soll die alte Laderampe rückgebaut werden. Auf der Trasse des Ladegleises wird dann das Gleis 4 (Bahnsteig 1) bis zum östlichen Bahnhof verlängert, zudem soll Gleis 1 (Bahnsteig 3) etwas nach außen gelegt werden, um zwischen den Gleisen 1 und 2 einen neuen Bahnsteig 2/3 zu bauen. Ab Dezember soll ja die Strecke Graz-Gleisdorf-Weiz in den S-Bahn-Betrieb integeriert werden.

von ChristianMUC - am 02.04.2010 19:49

Lob!

Hallo Christian,

wirklich sehr schöne Fotos aus einer sehr interessanten Gegend. Die M41 vor den GySEV-Schlieren machen schon was her! :spos: Mein Favorit ist Bild #1 aus Körmend - trotz oder gerade wegen des Gegenlichts, kann mich nicht so recht entscheiden. ;-) In Anbetracht der Bewölkung musste man wahrscheinlich froh sein, überhaupt Licht zu haben.

Viele Grüße nach München,
Julian

von J.N. - am 03.04.2010 11:25
Super Bericht.

Aktuelle Situation: ab 1.April Verkehr nur zwischen Szombathely und Körmend (M41 mit Schlieren und BDh), Körmend-Szentgotthárd gesperrt wegen Streckenumbau und Elektrifizierung bis Ende Mai.

Auch Sopron-Szombathely gibt SEV.

MfG


von CZZF50 - am 04.04.2010 20:50
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