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vor 3 Jahren, 9 Monaten
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vor 3 Jahren, 9 Monaten
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LVT 771, Frankenland

Westungarn Teil 2

Startbeitrag von Frankenland am 22.10.2014 15:40

Samstag, 13.September

Als ich aus dem Fenster blicke, glaube ich mich trifft der Schlag. Da wo gestern noch eine Wiese war, ist jetzt ein See. Über Nacht muss die Sintflut über Szombathely hereingebrochen sein. Es ist jetzt 8 Uhr morgens und noch stockfinster. Aber es regnet zumindest nicht.

Auf dem Bahnhof das übliche Programm, ich erlege noch 651 023 bei Ankunft mit dem Früh-IC aus Budapest. Ein 415 und ein "Schlieren"-Zug zieren die Szene




Auf dem Programm steht heute der Ludmilla-Langlauf nach Pecs mit Zug 8902. 250km Reichsbahn der 90er Jahre pur. Der Zug besteht heute nur aus drei "Halberstädtern". Im Innern der Wagen wurde seit der Übernahme aus Deutschland kaum was verändert. Gleich hinter der Lok das Fahrradabteil, ich hab es für mich alleine und kann so Fenster nach belieben öffnen ohne jemanden zu stören. Traumhafte Verhältnisse wenn nur das Wetter besser wäre.

Pünktlich 9.08 Uhr geht's los. Kurz hinter Szombathely wird mir das Ausmaß des Unwetters in der vergangenen Nacht immer deutlicher. Wasser soweit das Auge blickt. Aber nach etwa 30km Fahrt, was Wunder, es wird heller. Langsam kommt etwas Freude auf.

In Zalaszentivan etwas Aufenthalt, Gelegenheit für ein Zugfoto
651 008 hat heute den "Pecser" zu befördern.



Bis hierher geht der Streckenanteil der GySEV, fortan fahren wir auf MAV-Strecke weiter. Lok- und Zugpersonal der GySEV bleiben aber bis Pecs auf dem Zug.

Hier müsste auch Kreuzung mit dem Gegenzug aus Pecs sein, aber der hat wohl Verspätung. Der Gegenzug taucht auch in den zwei folgenden Bahnhöfen mit Kreuzungsmöglichkeit nicht auf, irgendwie hab ich ein ungutes Gefühl. Aber erst mal kann ich mich über immer besser werdendes Wetter freuen. Dann taucht der GySEV-Zugführer auf und erklärt mir:"Nagykanizsa Autobus, Gleis kaputt". Peng! Aus den geplanten 250km Ludmilla werden es also nur 102km, nicht mal die Hälfte.

Da die drei Wagen für 232 keine Mühe darstellen, sind wir überall zu früh dran, so auch in Nagykanizsa, 5min vor Plan. Der Umstieg auf die beiden bereit stehenden Busse geht zügig. Die Anzahl der Fahrgäste ist überschaubar. Dann passiert erst mal nichts. Nach 10min kommt der Zugführer und schickt alle wieder zurück in den Zug. Es geschehen also doch noch kleine Wunder. Schnell sind alle wieder im Zug und mit gut 10min Verspätung geht's weiter. Ich habe wieder mein Fahrradabteil für mich und bei der Ausfahrt kann ich noch zwei Fotos machen:

Trommel 628 302 vor dem Schuppen und 431 077 beleben die Szene



Außerdem steht ein Dreierpack 43x angeführt von 433 316 herum



Unverkennbar hat sich auch das Wetter merklich gebessert. In Murakeresztur stehen wir erst mal wieder. Nach 10min taucht die Aufsicht auf und händigt dem Zugpersonal einen Stapel Befehle aus. Die nächsten 8km sind alle Signaleinrichtungen ausgefallen und es gilt Fahren auf Sicht. Ein umgestürzter Baum hatte Oberleitung und Signalleitungen beschädigt.
Danach geht's wieder halbwegs normal. Die inzwischen 30min Verspätung sind leicht zu verschmerzen, da das Wetter immer besser wird. Unterwegs müssen natürlich die Zugkreuzungen auf der komplett eingleisigen Strecke verlegt werden, was zu weiteren Verzögerungen führt. Das gibt aber Gelegenheit zu weiteren Aufnahmen.

Im Bahnhof Vizvar stören 651 008 und 418 120 die Samstagnachmittägliche Ruhe ungarischen Landlebens nur kurz um zu kreuzen.



418 120 kommt mit dem Gegenzug aus Pecs. Die Schlieren passen in der Größe gut zur Lok.



Formsignale an der Einfahrt in Szigetvar




Pecs, der Zielbahnhof wird mit ca. 30min Verspätung erreicht, eigentlich schon wieder Abfahrtszeit für den Gegenzug nach Sopron. Aber vorher muss noch umfahren werden.

Nein, hier war kein Verhüllungskünstler am Werk, das Bahnhofsgebäude befindet sich im Umbau, es ist z.Zt. komplett entkernt.



Durch die Streckensperrung sind die Wagenumläufe an diesem Tag durcheinander geraten und deshalb setzt sich Ludmilla nicht etwa wieder vor die ex-Reichsbahn-Garnitur. Nein, zu meinem erstaunen nimmt sie für die Rückfahrt eine bereit stehende Schlieren-Garnitur an den Haken.

MAV 433 187 und GySEV 651 008 in Pecs



und entschwindet kurz darauf wieder gen Szombathely.



Leute, das wäre für mich der Traum gewesen, die Fahrt im Schlieren hinter der 232. Das ganze sieht zwar aus als wie wenn man auf der Modellbahn einer HO-Lok TT-Wagen anhängt, aber was soll's.

In Pecs steht auch so allerhand herum:

Hier ein Blick ins Bw



und ein Porträt von 433 224 vor den schon reichlich vergammelten Wasserturm



Dann geht's erst mal ins Hotel und anschließend in die sehr sehenswerte Stadt, 2010 immerhin eine der Kulturhauptstädte Europas.

Der Sonntag gehört den leiblichen Genüssen, dazu ist aber erst mal wieder Zug fahren angesagt. Es geht nach Villany, einer der angesagtesten Weinorte Ungarns.

Vor dem sehenswerten Bahnhofsgebäude ist Büchsentreffen, angeführt von 117 173



Danach geht es in den beschaulichen, aber sehr sehenswerten Ort um sich der Völlerei hinzugeben.

Weinkeller reiht sich an Weinkeller, wer könnte da widerstehen?





Zum Schluss noch einen Blick über den Ort. Am Horizont ist bereits Kroatien.




Morgen geht's weiter nach Budapest. Davon im nächsten Teil.

Grüße
Karlheinz

Antworten:

Danke

von LVT 771 - am 26.10.2014 17:11
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