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Fotogalerie Ungarn
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Erster Beitrag:
vor 6 Monaten, 4 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 6 Monaten, 4 Wochen
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RR, Niels K.

Im Sommer mal nach Ungarn - Teil 1 ( m. 9 B. )

Startbeitrag von RR am 22.11.2017 00:22

Der Familienurlaub endete in diesem August des Jahres 2017 am Wörthersee im Süden Österreichs. Da bereits besprochen war, dass ich mich im Anschluss etwas den Eisenbahnen widmen wollte, war die Frage, wohin. Zunächst war ja von Salzburg die Rede, da wären CZ oder SK noch halbwegs im Bereich des Möglichen gewesen, nun aber Unsinn. Auf Slowenien hatte ich keine Lust, obwohl es am naheliegendsten gewesen wäre. Also dachte ich Ungarn als Durchgangsstation nach SK, wäre doch was. Im Vorfeld ließ ich mich darüber informieren, dass die geliebten Zweiachser aus Studénka flächendeckend im Nebenbahnnetz anzutreffen sind. Weiterhin las ich von einer bevorstehenden Elektrifizierung der Balaton-Norduferstrecke, worüber ich einige Bildberichte las, die in mir aber gar keine große Begeisterung aufkommen ließen ( ob das an der Qualität der Bilder, der Motivwahl oder sonst was lag, mag dahingestellt bleiben ). Dennoch entschied ich mich am vorletzten Urlaubstag, zuerst mal dorthin zu fahren und dann weiter zu sehen. Abgesehen von der Durchreise vor 4 Jahren nach Albanien meine erste Reise nach Ungarn ;)

Es erwarten euch nun eine gute Woche Ungarn sowie ein Abstecher in die Slowakei, der ( wie immer bei mir ) im Desaster enden sollte, so dass die Reise auch in Ungarn endet. Viel Vergnügen !

So startete ich am 23.8.2017 mittags nahe Klagenfurt und reiste bei Heiligenkreuz im Lafnitztal nach Ungarn ein. Vorsorglich wurde gleich nach der Grenze an einer "Geistertankstelle" ( irgendwie war die riesengroß, aber keiner da ) die ungarische Autobahnvignette erworben und in Körmend die ersten Forint getauscht, um sogleich in einem Lebensmittelgeschäft etwas Essbares zu erwerben. Gegen 17.00 Uhr erreichte ich Keszthely und damit den Balaton. Mein drittes großes Anliegen nach Vignette und Forint wäre eine halbwegs taugliche Landkarte gewesen ( nach wie vor verzichte ich auf ein sog. Navi ). Ich hatte nur die Freytag & Berndt-Strassenkarte im Maßstab 1:400.000 im Gepäck, welche für die Eisenbahnfotografie im Allgemeinen nicht ausreichend ist. Weder an den bis dort angefahrenen Tankstellen noch in einem in Keszthely besuchten Tesco-Supermarkt konnte ich aber fündig werden. Das änderte sich auch während meines Aufenthaltes in Ungarn leider nicht. So musste ich doch auf das Handy zurück greifen. Für gewöhnlich nutze ich mapy.cz, hier sind die Bahnstrecken deutlich besser kenntlich gemacht als bei Google Maps. Das klappte auch in Ungarn hervorragend.

Nach einem Blick ins Kursbuch - welches ich mir neben einigen anderen schon zum Fahrplanwechsel 2016/2017 zugelegt hatte, da es hieß, es gäbe in Zukunft keine gedruckten Ausgaben mehr - sollte eine erste Belegaufnahme noch gegen 18.00 Uhr in Bagacsonytomaj möglich sein :


418 304 mit Eilzug 19606 Budapest-Déli - Tapolca in Bagacsonytomaj, 23.8.2017

Fortan konzentrierte sich die ( planlose ) Suche auf ein Übernachtungsquartier. So zwei Nächte wollte ich mir geben. Wenig erschien mir passabel, da aber Balatonfüred immer näher kam, und ich doch eher mittig der Strecke bleiben wollte, fuhr ich in Örvényes ein Restaurant an der Hauptstrasse an, das auch Zimmer versprach. Aber weit gefehlt, man vermittelte nur Privatunterkünfte. Nach einem Telefonat gab man mir eine Adresse im gleichen Ort und ich fuhr dort hin. Eine Dame vermietete vier Zimmer im Obergeschoß Ihres Hauses, die Einrichtung sozialistisch angehaucht aber mehr braucht kein Mensch, perfekt für 15 Euro die Nacht.

Nun gewöhnte ich mir an, gegen 6.00 Uhr das Bett zu verlassen - Urlaub ade. Am ersten richtigen Fototag fuhr der Eilzug 19720 als dreiteilige Büchsengarnitur der Reihe 117, allerdings schlug gleich in Alsóörs die Fotowolke zu, aber ich blieb noch ruhig. Dachte mir, das geht morgen auch noch, ohne zu wissen, dass die nächsten Tage jeweils ein Desastro am Zug sein wird :mad:

So schlug ich erst so richtig im "Übernachtungsort" Örvényes mit dem darauf folgenden Eilzug zu :


418 307 mit Eilzug S 19707 Tapolca - Budapest-Déli in Örvényes, 24.8.2017

Danach fuhr ich weiter Richtung Osten für den nächsten Eilzug nach Budapest-Déli. In Refülöp postierte ich mich. Am Bahnsteig vernahm ich ( fast ) heimatliches Palaver bis der verspätete Zug einfuhr :


418 304 mit Eilzug S 19607 Tapolca - Budapest-Déli in Refülöp, 24.8.2017

Ich verfolgte den Zug unter anderem bis Balatonfüred. Der Bahnhof zeigt sich hoch modernisiert, wenn auch nicht sehr ansehnlich. Da hat nur die Betonindustrie verdient. Im Inneren gibt es neben einem Fahrkartenschalter nur eine Trafik und einen Kaffeeautomat, etwas wenig. Zumindest posieren zwei Ikarus-Busse fotogen am Bahnhofsvorplatz :


Ikarus 298 und Ikarus E95 in Balatonfüred, 24.8.2017

In Balatonalmádi war die Sonne rum für einen Westfahrer :


418 307 mit Eilzug S 19714 Budapest-Déli - Tapolca, Ausfahrt Balatonalmádi, 24.8.2017

Ich fuhr noch etwas weiter ostwärts und blieb in Balatonfüzfö hängen für den Entgegenkommer, hier drehte die Strecke wieder für Ostfahrer in die Sonne :


418 309 mit Eilzug S 19705 Tapolca - Budapest-Déli in Balatonfüzfö, 24.8.2017

Noch ein Stück mehr gen Osten - bald am Ostende des Balaton gelegen - fand ich das nächste Motiv für den entgegenkommenden Westfahrer, in Balatonkenese. Die Vielfalt der unterschiedlichen Bahnhofsarchitekturen gefiel mir :


418 304 mit Eilzug 16907 Budapest-Déli - Tapolca in Balatonkenese, 24.8.2017

Der Bahnhof Balatonalmádi setzt diesbezüglich noch eins drauf, vor allem das Flügelrad auf dem Dach gefällt :


418 334 mit Eilzug S 19704 Budapest-Déli - Tapolca, in Balatonalmádi, 24.8.2017

Fotografischer Abschluss des ersten Fototages war ein erster richtiger Balaton-Blick bei Örvényes :


418 XXX mit Eilzug S 19703 Tapolca - Budapest-Déli zwischen Örvényes und Aszófö, 24.8.2017

Obgleich die Strecke nicht viele Blicke auf den Balaton frei gibt, war ich begeistert, wie gepflegt sich die Umgriffe um das Bahngelände gaben, insbesondere im Bereich der Bahnhöfe. Es zeichnete sich schon ab, dass ich wohl noch gerne länger bleiben würde ...

Wie es weiter ging, lest ihr im nächsten Teil sehr bald.

Grüße

Robert

Antworten:

Re: Im Sommer mal nach Ungarn (m1B)

Hallo Robert!

Schöner Bericht von einer meiner Lieblingsstrecken. Erstaunlich dass Du diese erst so kurz vor Ende der Dieselherrlichkeit entdeckst.
Scheinbar scheint es aber mit der Elektrifizierung auch noch nicht so richtig vorangegangen zu sein. Oder hast Du irgendwelche diesbezüglichen Aktivitäten gesehen?

Die Landkartenbeschaffung war schon in "Vor-Navi-Zeiten" in Ungarn nicht ganz so einfach. Ich habe immer den Ringbuch-Atlas von donnerstag@bernd im Maßstab 1:250000 verwendet. Für die Übersicht ganz brauchbar, in Verbindung mit dem erwähnten mapy.cz für unsere Zwecke vermutlich unschlagbar.
Inzwischen gibt es so etwas wohl auch in 1:200.000: [www.freytagberndt.com]
Ein gebrauchtes Exemplar der 250.000er Ausgabe (1. Auflage aus dem Jahr 2000) hätte ich hier noch rumliegen. Interesse?


^ Der GySEV-Zug am 9.VIII.2014 kurz vorm Tunnel bei Balatonakarattya

von Niels K. - am 22.11.2017 10:48

Elektrifizierung

Hallo Niels,

von der "bevorstehenden" Elektrifizierung habe ich rein gar nichts mit bekommen, es waren keinerlei Aktivitäten diesbezüglich erkennbar.

Ungeachtet einer etwaigen zukünftigen Elektrifizierung bin ich in jedem Falle froh, diese wunderschöne Strecke kennengelernt zu haben.

Grüße Robert

von RR - am 22.11.2017 22:36
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