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219 003-1, Joachim Piephans

[HR] Das große Treffen von Ogulin und eine Lika-Fahrt der besonderen Art (m 20 B.)

Startbeitrag von Joachim Piephans am 03.10.2011 14:37

Schon längst sind die Dias gescannt und bearbeitet, eine große Eisenbahnreise nach Bulgarien liegt auch schon wieder dazwischen, doch nun will ich endlich die Dias von der Kurztour nach Ogulin im Juni d.J. zeigen.

Der Aufenthalt war begrenzt, da mit Daniel die Tage im Böhmerwald fest vereinbart waren. So ging es also am Dienstagabend nach Pfingsten nach München, wo mit Daniel vor dessen Nachtschicht eine Brotzeit beim Rubenbauer eingenommen wurde, und dann für mich im altgewohnten Schlafwagen nach Zagreb. Mittwoch vor zwölf war ich in Ogulin, bezog Quartier und war rechtzeitig zum Tagesereignis wieder am Bahnhof.

Zwischen 13.20 Uhr und 13.46 kreuzen hier planmäßig ICN 520 Split - Zagreb und ICN 523 Zagreb - Split, wobei beide Kopf machen, dazu gesellt sich Ub 901/900 von und nach Rijeka, der die Anschlüsse herstellt und dessen Lok hier Kopf machen muß.
Wenn das alles nach Plan geht, hätte aber die 1141 des Eilzuges schon umgesetzt, bis der erste Neigezug auf der Bildfläche auftaucht, und so wäre wegen des Sonnenstandes keine Aufnahme mit 1141 und 7123 möglich. Aber Verspätungen sind an der Tagesordnung. Würde ich Glück haben und Verspätungen in der richtigen Reihenfolge erleben? Ich hatte! - am ersten Tag. Siehe hier, wir schreiben den 15. Juni 2011:




Zuerst kam 7123 007/008 als ICN 520 von Split eingefahren. Der "Siebener" war zwei Jahre wegen Wartens auf Achsen abgestellt und fährt jetzt wieder fleißig. Hat ja auch einen Rückstand aufzuholen ... Ein paar Minuten später trifft hier auch 7123 015/016 (ICN 523 Zagreb - Split) ein. Schön sind die alten Gleichstrom-Tragwerke in den Bahnhöfen zwischen Zagreb und Moravice, die belassen und lediglich auf Wechselstromfahrleitung umgebaut wurden.




Erst als beide Triebwagen versammelt waren, taucht hinten von Rijeka/Moravice her der Ub 901 auf, mit einer satten Verspätung wegen der andauernden Bauarbeiten auf der Gebirgsbahn (nach Plan hätte er längst umgesetzt und nur der Zugschluß wäre noch zu sehen). Der Anschlußzug bleibt wegen der schmalen Zwischenbahnsteige weiter hinten stehen. Alle drei Bahnsteiggleise sind nun besetzt, rechts stapeln sich die Frachten. Vollbeschäftigung im Bahnhof Ogulin!




Das Motiv des Tages, Ziel der Reise erreicht! Die schöne 1141 016 setzt von ihrer Garnitur ab und passiert langsam die beiden "nagibnis". Alles andere, was die Tour noch bringt, ist Kür ;)




Noch einmal ein Blick auf die beiden Schnelltriebwagen, deren Fahrwege sich nun kreuzen. Während der 007 (links) auf die Zagreber Schiene wechseln und auf diesem neuen Gleis davonbrausen wird, muß der Fünfzehner auf der bis O¨tarije parallel liegenden Likabahn (7 km) mit 40 km/h dahinschaukeln.
Den 007 hatte an diesem Tag der Zagreber Lokführer Zoran Crnko, der aus dem Führerstand einen "Gegenschuß" machte ;):






Er verläßt nun als erster den Bahnhof, während nach Fahrstraßenwechsel ...




... auch ICN 523 nach Split den Abfahrauftrag bekommt. In Ogulin gibt es übrigens zwei Bahnhofsgebäude: das"eigentliche", weiße im Hintergrund dient dem Verkehr (Schalter, Wartesaal), während die Fahrdienstleitung samt Stellwerk in dem grünen untergebracht ist.




Nachspiel ist jetzt noch der Zug nach Rijeka: 1141 016 setzt vollends um, nachdem 7123 015/016 das Gleis geräumt hat. Bei dem hochwichtigen Ereignis des Korrespondenztreffens ist natürlich der ¨ef kolodvora, der Herr Bahnhofsvorsteher, zugegen, hier neben seinem Fahrdienstleiter. Höchstpersönlich hatte er meine Fotogenehmigung eingesehen, die ich ihm von mir aus vorgelegt hatte. Tat ihm sicher gut ...




Und Abfahrt für den 900 nach Rijeka, und es kehrt Ruhe ein im Bahnhof. Etliche Eisenbahner gönnen sich jetzt einen Kaffee in der Bar vor dem Bahnhof.
Nebenbei: der 901/900 wird mit derselben klimatisierten Garnitur gefahren, die morgens als B 700 Zagreb - Rijeka und abends als B 701 Rijeka - Zagreb verkehrt.

Auch ich brauchte erst mal eine mala kava, viel Wasser und Schatten. Und beschloß, mit dem Triebwagen um 15.54 Uhr die ersten 68 Kilometer der Likabahn über die Mala Kapela bis Vrhovine und zurück zu fahren. Das wurde dann zum eigentlichen Höhepunkt der Tour, denn ...




... hinter Pla¨ki hauchte der alte Schwede 7122 029 aus. Motorüberhitzung, Schaden am Kühler. In der Steigung war Schluß, wir rollten zurück. Eine Ersatzlok wurde angefordert. Die Fahrgäste nahmen es gelassen, die allermeisten von ihnen waren eh Fahrdienstleiter und Weichenwärter, die zur Nachtschicht auf die entlegenen Bahnhöfe des Gebirges fuhren. Der Schichtwechsel der Eisenbahner ist denn auch der Existenzzweck der beiden im Zwölfstundentakt verkehrenden Personenzugpaare Ogulin - Vrhovine.




Hier steht er nun und kann nicht weiter. 70 Minuten Wartezeit bis zum Auftauchen der Hilfslok ließen genügend Möglichkeiten zur fotografischen Motivsuche wie hier am Wasserkran, der noch ein echter Teudloff & Dittrich aus Budapest ist.




Versorgt wurde das Gußteil einst aus dem obligatorischen Wasserhaus, das auch schon bessere Tage gesehen hat.




Es kam dann die 2062 001 angefahren, die sich vor den Schadtriebwagen setzte, und endlich ging's weiter in die Berge.





In den Wäldern, die ich ein Jahr zuvor mittels schöner Vollmondfahrten durchquert hatte (siehe LOK Report 11/2010, "Nachtfahrt durch die Lika, retour"), waren die Schatten schon tief. Gleichsam ohne spürbare Last röhrte die "Reagan" durch die Kurven und Steigungen, im Triebwagen war es nun endlich etwas kühler, gelassene Stimmung breitete sich aus. In Lička Jesenica mußten wir auf Kreuzung warten, 7123 013/014 kam uns als ICN 522 entgegen. Vor dem kriegsbeschädigten Betriebsgebäude (nur das angebaute Fahrdienstleiterbüro ist einigermaßen intakt) großes Palaver der übergebenden, ablösenden und weiterfahrenden Eisenbahner.




In Vrhovine waren wir nun sehr spät, dafür gab es beim Umsetzen eine schöne Lichtstimmung. Der Meister der 2062 001 gibt seinem Dieselross die Sporen, volle Kanne geht es durch den Bahnhof. Was für ein Erlebnis, diese Gebirgsfahrt!!


Ein Abendessen im Innenhof des Hotels, gute Nachtruhe und ein gemütlicher Vormittag mit wenig Eisenbahn und viel Kaffee folgten, bis am zweiten Tag (16. Juni) nochmal das große Mittagstreffen lockte. Diesmal aber, die Pflicht war ja schon "erledigt", suchte ich mir ein schattiges Plätzchen an der Einfahrt von O¨tarije und Josipdol (Kurve).




Heute kam der 901 ziemlich nach Plan, die 1141 016 war wiederum am Zug (anscheinend hatte sie an mehreren Tagen hintereinander den Umlauf Zg 700 Mor 901 Og 900 Mor 701 Zg) und setzte um, bevor auch nur der erste 7123 auftauchte. Im Bahnhof hätte ich heute also nicht dieselben Szenen aufnehmen können wie am Tag zuvor.




Zuerst traf 7123 015/016 ein, der in Split übernachtet hatte und nun als ICN 520 nach Zagreb zurückkehrte. Er schwenkt gerade vom Lika-Gleis aus Josipdol auf das Hauptgleis von Zagreb.




Wesentlich schneller auf gutem Oberbau, doch um einiges verspätet, fuhr dann ICN 523 (7123 005/006) ein.




Bei den Ausfahrten nach dem Kopfmachen nahm ich wiederum die Postenbude mit ins Bild. Der Weichenwärter (dessen Aufgabe hauptsächlich in der Zugbeobachtung zu bestehen scheint, denn Ogulin besitzt ein Gleisplan-Stellwerk; möglicherweise ist aber eine Weichen-Freimeldung nötig?) macht alles vorschriftsmäßig und kann mir daher mit seiner Fahne nicht aus dem Motiv verschwinden ;)
Zuerst verläßt der als zweiter gekommene 006/005 nach Split den Bahnhof ...




... dann folgt der Fünfzehner nach Zagreb. Wer genau aufgepaßt hat: am Tag vorher standen die beiden nagibnis jeweils auf dem anderen Gleis. Anscheinend wird dies flexibel gehandhabt.

*************************

Was folgte, war eine Dusche im Hotel, gaaanz langsamer Gang mit Rucksack und Fototasche bei unglaublich schwüler Hitze zum Bahnhof, Kaffee und Wasser in der Bar, Fahrt nach Zagreb, Abendessen im Bahnhofsrestaurant und dann Fahrt im Nachtzug "Lisinski" Zagreb - München ...
- aber diesmal nur bis Salzburg, umsteigen (bei kühlem Nieselregen!!!) in den parallel stehenden EN 236. Mit diesem gings bis Linz, dort ein Frühstück und dann im REX 1930 nach České Budějovice. Umstieg in den Os 8113 gen Böhmerwald, vor dem bereits die 749 051 bollerte. Herrliche Fahrt hinter der Berta bis Černa v.P., wo bereits Daniel wartete. Was wir dann dort trieben, seht Ihr hier: [forum.mysnip.de] Ich werde dort noch ein paar Bilder von mir dazustellen.


Fazit: Das Pflichtprogramm des Südost-Redakteurs ist erfüllt, das Dreiertreffen in Ogulin dokumentiert (hat sonst keiner gemacht, wollen alle bloß laute Diesels weiter südwärts, die Banausen :mad: ). Und wahrscheinlich alles schon historisch, denn zur Zeit ist wieder mal große Krise im 7123-Bestand von H´ VV, immer wieder wird ein Zugpaar durch eine 2062 samt zwei Klassen ersetzt; und ab Fahrplanwechsel gibt es möglichweise einen neuen Plan mit veränderten Zeitlagen, sodaß nicht mehr in Ogulin gekreuzt bzw. gleichzeitig Kopf gemacht wird. Also: ich war da. Meine einzigen zwei Tage Kroatien in diesem Jahr haben sich gelohnt.


Grüße,
Joachim

Antworten:



Fazit: Das Pflichtprogramm des Südost-Redakteurs ist erfüllt, das Dreiertreffen in Ogulin dokumentiert (hat sonst keiner gemacht, wollen alle bloß laute Diesels weiter südwärts, die Banausen :mad: ). Und wahrscheinlich alles schon historisch, denn zur Zeit ist wieder mal große Krise im 7123-Bestand von H´ VV, immer wieder wird ein Zugpaar durch eine 2062 samt zwei Klassen ersetzt; und ab Fahrplanwechsel gibt es möglichweise einen neuen Plan mit veränderten Zeitlagen, sodaß nicht mehr in Ogulin gekreuzt bzw. gleichzeitig Kopf gemacht wird.


Also Joachim!!! Ich muss doch sehr bitten.:eek: Banausen wegen lauter Diesels im Süden:D Ich fahr doch nicht nach Kroatien, um da 612er zu knipsen. Die kann ich hier in DE zum Dutzend machen. Ich will Radau, RAMBA-ZAMBA im Maschinenraum, Abgaswolken wie Dampflok. Ohrenschmerzen vom lauten Brülldiesel, da bin ich :hot: drauf. Bloß, weil die Kisten da unten ä bissel anders angepinselt sind. Aber keine Angst, abgelichtet wurden sie dennoch von uns, wenn sie zufällig vor die Linse rollten:D Also, wegen mir können die Kisten ruhig durch ne GM ersetzt werden. Zum Glück kommt das häufiger vor.

Gruß, Matthias



von 219 003-1 - am 15.10.2011 19:24
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