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vor 4 Jahren, 7 Monaten
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RR

[AL] Hummelflug in Albanien - Tag 12 ( m. 17 B. + 3 VL )

Startbeitrag von RR am 31.12.2013 00:32

Tag 12 - der letzte Fototag in Albanien, bevor es auf die Rückreise geht.

Mittwoch, 29.5.2013

Ich nehme mir vor, nochmal den Zug von / nach Vlorë zu machen sowie am Nachmittag die Leistung nach Shkodër - vielleicht klappt ja doch noch mal der Staudamm mit Sonne und Wasser.

Die Wetterprognose war gut, so dass ich früh los starte, um den Zug aus Vlorë aus dem Süden des Landes bereits auf der Hinfahrt vor Rrogozhine aufnehmen zu können. Während der Fahrt in die aufgehende Sonne bekomme ich jedoch Bedenken, was das Wetter anbelangt, obwohl keine Wolken am Himmel sind. Irgendwie kommt die Sonne nicht richtig durch - es sieht aus wie Sahara-Sand in der Luft, alles braun- und grünstichig. Man läßt sich dort oben ja einiges einfallen um mich zu ärgern.

Bei Lushnje führt die Schnellstrasse über die Bahn und bietet einen schönen Blick in beide Richtungen. Das Stehenbleiben an der Schnellstrasse / Autobahn stellt in Albanien im Gegensatz zu unseren Breitengraden kein Problem dar. Die Landschaft dort ist relativ flach und ob der vielen Felder und Gewächshäuser offenbar recht fruchtbar. Der Zug ist auf der langen Geraden schon eine gefühlte Ewigkeit zu sehen, bis er da ist. T669 1047 mit Zug Nr. 4 Vlorë - Rrogozhine kurz vor Luzhnje um 7.47 Uhr, nahezu pünktlich :



Wieder zurück nach Rroghozine, wo der Zug um 8.22 Uhr ankommen soll. Mit der Schnellstrasse ist das leicht zu schaffen. Da ich das morgendliche Dreier-Treffen dort bereits ausführlich fotografisch dokumentiert habe, entscheide ich mich für ein Video. Dabei habe ich das ( bisher noch nicht erlebte ) Glück, dass der eben abgelichtete Zug Nr. 4 aus Vlorë gleichzeitig mit dem Zug Nr. 6 aus Elbasan eintrifft. Nachdem es keine funktionierende Sicherungstechnik mehr gibt, übernimmt ein Bahnmitarbeiter die "Arbeit" des Einfahrsignals. Von rechts kommt der Zug aus Vlorë, von links der Zug aus Elbasan mit T669 1059 :

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Leider konnte ich die Ankunft des Zuges aus Tiranë nicht abwarten, da mein nächstes Motiv die kombinierte Schienen- Strassenbrücke gleich hinter Rrogozhine für die Rückfahrt des Zuges nach Vlorë sein sollte, planmäßige Abfahrt schon wieder um 8.32 Uhr. Als ich das erste Mal über diese Brücke fuhr - an einem Wochenende - fand dort ein Markt statt mit vielen frisch geschlachteten und nebeneinander an Holzgalgen aufgehängten Tieren, und das bei rund 30 Grad in praller Sonne. Einen solchen Markt gibt es heute nicht, aber die Brücke ist an sich sehenswert. Bei uns undenkbar, dass so etwas noch befahren wird, egal ob von Zug oder Auto. Nach wieder erfolgtem Lokwechsel ist es nun T669 1057, die von Tiranë gekommen war und nun Zug Nr. 5 von Rrogozhine nach Vlorë zu bringen hat :



Das Video zeigt, dass die Brücke wohl eine der wenigen Stellen im Lande ist, wo der Zug schneller ist als das Auto - bei dem Fahrbahnbelag ( oder auch nicht mehr ) kein Wunder :

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Den Zug konnte ich wieder einholen bis zu der Stelle, wo ich früh die erste Aufnahme machte, nur dieses mal der Blick in die andere Richtung mit der Stadt Lushnje im Hintergrund :



Als nächstes sollte es noch einmal Fier sein. Entweder die Brücke vor Fier - die aber nicht so leicht umzusetzen ist - oder der BÜ mit dem Geflügelmarkt, den ich bei meinem ersten Aufenthalt dort bereits kennengelernt hatte ( siehe Tag 8 ). Also gucke ich zuerst zum BÜ, und tatsächlich ist der Markt auch heute da, und wie beim letzten Mal das Durchfahrtsgleis mit gackerndem Geflügel belegt :



Ich war bereits ca. 45 Minuten vor Zugdurchfahrt vor Ort, wieder hatte der Zug trotz pünktlicher Abfahrt in Rrogozhine etwa 30 Minuten Verspätung eingefahren. So stand ich also mit meinem Stativ hinter dem BÜ neben den Gleisen, als ein eher intellektuell wirkender Albaner zu mir kam und sich neben mich stellte. Er sagte etwas lächelnd, das ich nicht verstand. Ich versuchte ihm mein Herkommen und Tun auf Englisch näher zu bringen, aber das verstand er nicht. Er lächelte weiter und reichte mir ein Karamelbonbon. So etwas hasse ich eigentlich, habe es aber aus Höflichkeit mit scheinbarer Freude gelutscht und er lächelte und lächelte - ich auch. Und der Zug kam nicht und kam nicht ... aber irgendwann verabschiedete er sich mit Handschlag und dann kam auch der Zug :



Nur zu gerne hätte ich es auf Video gebannt, wenn kurz vor Durchfahrt des Zuges Hühner & Co vom Gleis geräumt werden und dann die Hummel die Szenerie durchbricht - aber die Gleisfreimachung ordnet der Bahnposten schon viel zu früh an, so dass ein realistischer zeitlicher Zusammenhang zur Zugdurchfahrt nicht mehr herzustellen ist. Aber sehenswert sind die bewegten Bilder dennoch :

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Weiter will ich den Zug nicht verfolgen, da es ja noch einmal einen Versuch am Staudamm an der Shkodër-Strecke geben soll. Und jetzt zurück zu fahren gibt die Gelegenheit auch vorher noch einiges umzusetzen. Als erstes läuft mir auf der Autobahn eine Schildkröte vor´s Auto. Da sie nicht über die mittlere Fahrbahnabtrennung aus Beton kommen kann, entscheide ich mich als Retter zu fungieren. Irgendwie habe ich etwas übrig für diese Tiere. Ich halte also an, und nachdem schon einige Fahrzeuge denkbar knapp drüber gefahren sind, hole ich sie zurück :



Ich bringe sie ein Stück weiter in´s Grüne und hoffe dass sie nicht wieder zurückläuft in den sicheren Tod.

Dennoch reicht es zeitlich ganz locker um noch Zeit in Durrës zu verbringen, das liegt auf halber Strecke am Weg. Im Bahnhof wird gerade Zug Nr. 11 nach Tiranë bereit gestellt. Vor T669 1041 setzt sich T669 1061, die ich bisher nur im BW stehen sah, aber noch nicht im Betriebsdienst erlebt hatte :



An der Ausfallstrasse in Strandnähe halte ich noch an einem kleinen Lokal und gönne mir den geliebten Gyros-Teller. Das Auto steht direkt vorm Fenster, so dass ich alles - auch Kamera & Co - drinnen liegen lassen kann. Wie immer lecker !

Die Fahrt an die Strecke Tiranë - Shkodër führt bei Fushë-Krujë an einer Stelle vorbei, an der Kinder immer als ich vorbei kam versuchten an der Strasse lebende Tiere zu verkaufen, meist Hasen, aber auch Hunde :



Ich fuhr nach Laç und nachdem noch Zeit war probierte ich aus, ob es zeitlich danach noch bis zur kombinierten Schienen-Strassenbrücke bei Milot zu schaffen ist - dank der Autobahn locker. T669 1032 mit Zug Nr. 15 Tiranë - Shkodër in Laç :





Bis zur Brücke hinter Milot war es zeitlich kein Problem, als ich ankam zog aber derartiger Qualm von einer daneben liegenden Fabrik direkt in das Motiv, dass die ohnehin immer schwächer werdende Sonne fast nichts mehr ausrichten konnte. Zumindest konnte der kombinierte Zweck der Brücke festgehalten werden :



Nochmal ohne Auto ( und nahezu ohne Sonne ) :



Wie immer klappt hier die Weiterverfolgung bis Lezhë und ich wiederhole praktisch ein Motiv von gestern, nämlich die Einfahrt in den Bahnhof Lezhë, nur ein anderer Blickwinkel :



Jeder vergnügt sich anders in einem Zug, in dem es keine Fenster gibt :



Wie bereits erprobt, ist es von Lezhë auch kein Problem vor dem Zug am Staudamm über den Drin bei Mjede zu sein, wenn man sich nicht verfährt. Die bange Frage war, hat es heute wieder Wasser ? Als ich ankomme zunächst leichtes Aufatmen, es sprudelt wieder, wenn auch nur mit halber Kraft. Dafür hat sich jetzt die Sonne nicht nur hinter Sahara-Sand und Fabrik-Qualm, sondern so wie es sich gehört hinter Wolken verabschiedet :



Wehmütig sehe ich dem Zug hinterher, wohlwissend dass das mein letztes Hummel-Bild dieser Reise gewesen sein wird. Oder doch nicht ? ( Auflösung aber erst im letzten Teil ). Jedenfalls war es nichts mit Staudamm, Wasser und Sonne. Auf der gemütlichen Rückfahrt nach Tiranë komme ich zwischen Lezhë und Milot noch an einer typisch albanischen Metzgerei vorbei :



Immerhin hatte er das meiste der Sau bereits verkauft ! Kühlung ? Ach geh ... Mahlzeit.

In Tiranë fällt mir noch ein so typischer Furgone ( Kleinbus nach überall ) in allseits gewohnter Umgebung auf, der noch dazu für parteipolitische Zwecke in der Vorwahlzeit genutzt wird :



Um 19.00 Uhr habe ich die Rückgabe meines Mietwagens vereinbart. Wir treffen uns an der deutschen Botschaft, gehen noch in ein Cafe und lassen das ganze bei einem frischen Nikšićko Pivo ausklingen. Schon ein Vorgeschmack auf den nächsten Tag, denn dann geht es auf die Rückreise, zunächst nach Montenegro - mit einem Abstecher nach Nikšić. Das ist noch drin. Ansonsten ist es nichts für schlechte Nerven - Anschlussaufnahme in Beograd usw., aber da erzähle ich ja vielen nichts Neues.

Zunächst wünsche ich euch allen aber einen guten Rutsch ins neue Jahr 2014 und dort viel Glück und gut Licht !

Den letzten Teil gibt es dann Anfang 2014.

Viele Grüße Robert

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