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vor 2 Jahren, 12 Monaten
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Der Bimmelbahner

[D][A][SI][HR][RS][MK]>[GR]: Der lange Weg nach Meteora - Teil 1 (m11B)

Startbeitrag von Der Bimmelbahner am 19.11.2014 19:09

[GR]: Der lange Weg nach Meteora - Teil 1 (m11B)

Prolog
Bereits im Frühsommer war klar, dass noch ein paar Urlaubstage zu verplanen sind. Einerseits sollte es eine entspannte Bahnfahrt geben und andererseits auch etwas Sightseeing dabei sein. Der Fokus lag schnell auf dem wärmeren Süden Europas und fiel dann schließlich nach Osten. Die Meteora-Platte wurde schon oft bei ortsansässigen griechischen Lokalitäten verspeist und so war das Ziel Nordgriechenland mit den Eckpunkten Meteora-Klöster und Edessa-Wasserfall auserkoren. Zumal man Richtung Heimat mit dem Flieger von Thessaloniki wesentlich günstiger wegkommt (Preis und Flughafen) als von Athen.

Tag oder besser Nacht 1:
Am Nachmittag des 30. Oktober wurde die Dusche auf Arbeit noch einmal bemüht, denn zerstäubtes Wasser aus der Wand würde in den nächsten Tagen rar sein. Und gegen 17:30 saßen Maik und ich in unserem gutgefüllten RE-D nach Hof Hbf. Glücklicherweise hatten wir gerade die Verbindung durch Westsachsen erwischt bei der in Hof umgestiegen werden muss, kamen wir doch so in den Genuss von bequemen Dostos. Danach fuhren wir im 612 weiter gen Nürnberg. In Neuhaus kam der Zug unplanmäßig zum Stillstand. Nach einigen Minuten des Wartens, fühlte sich der KiW (Kundenbetreuer im Wackeldackel oder wie auch immer der grad heißt) genötigt eine Signalstörung zu verkünden … keine zehn Sekunden später ruckte der Zug an und es ging weiter. In Nürnberg inspizierten wir mal den Allersberg-Express und Maik deckte sich dann noch mit Abendessen in der Bahnhofshalle ein. Kurz nach 22 Uhr rollte unsere ICE 729 nach München Hbf pünktlich in Nürnberg ein.


Im ICE 729 liegt unser EN 499 schon als Anschlusszug aus

München Hbf erreichen wir pünktlich und unser Zug steht auch schon bereit. Neben unserem „Lisinski“ fahren auch noch die Wagen des „Kalman Imre“ und des „Pictor“ mit. Und so vereint unser Zug im ersten Teil der Fahrt die Zielbahnhöfe Zagreb, Budapest und Venedig.


ÖBB 1116 267 | EN 499 (München Hbf - Zagreb Glavni Kolodvor) | München Hbf

Unser Wagen (ein WLee der HZ) ist der erste und wir bekommen das Abteil 6. Kurz nach Rosenheim legen wir uns schlafen. Das Abteil und die Betten sind eigentlich gemütlich. Ich schlafe trotzdem schlecht und bekomme auch Freilassing und Salzburg noch komplett mit. Irgendwann bin auch ich im Traumland angekommen und werde erst wieder richtig wach als unser Gaston an die Türe hämmert. Wir sind schon kurz vor dem nebelverhangenen Sevnica und bekommen jetzt einen Tee bzw. ein schwarzes Heißgetränk. Dem viel berichteten und wenig gelobten französischen Brötchenverschnitt können auch wir nicht unbedingt etwas abgewinnen, aber wir sind noch zu verschlafen und nehmen es einfach hin. In Dobova schleichen die slowenischen und kroatischen Grenzer durch den Zug, geht alles recht flott und reibungslos. Und kurz darauf sind wir auch schon in Kroatien. In Savski Marof überholen wir einen 6111er, der aber seinerseits auch noch vom dem 6111er überholt wird, den wir in Harmica sehen konnten.


HZ 6111 019 | Pu 8029 (Savski Marof - Zagreb Glavni Kolodvor) | Savski Marof

An der Einfahrt Savski Marof wartet noch HZ 1141 001 als Lz Richtung Westen, da wir über das dritte Gleis geleitet wurden. Vrmtl. um (nicht vorhandene) Personen auf dem Bahnsteig zu schützen. Die Bebauung wird dichter und über den Zagreber Westbahnhof erreichen wir den Hauptbahnhof der kroatischen Hauptstadt. Und dort werden erst einmal noch ein paar Züge geknipst. Zuerst unser EN an dem mittlerweile die 1142 001 und nur noch vier Wagen (SZ ABeelmt, HZ Bee, HZ Bcee, HZ WLee) hängen.


HZ 1142 001 | EN 499 (München Hbf - Zagreb Glavni Kolodvor) | Zagreb Glavni Kolodvor


HZ 2044 005 | Pu 3004 (Zagreb Glavni Kolodvor - Varazdin) | Zagreb Glavni Kolodvor


HZ 1142 3082 | Pu 4055 (Moravice - Zagreb Glavni Kolodvor) | Zagreb Glavni Kolodvor

Jetzt haben wir noch über zwei Stunden auf unseren Zug nach Belgrad. Maik hebt ein paar Kuna ab. Die beim Bäcker durch eine Art Plunder kleingewechselt werden und dann wird unser Gepäck im Schließfach verstaut. Auf dem Bahnhofsvorplatz wird noch eine Straßenbahn erlegt und dann geht’s einfach weiter Richtung Dom.


ZET Tw 2293 | Linie 4 (Savski most - Dubec) | Glavni Kolodvor

Dann kommt sogar kurz etwas die Sonne durch den Nebel.


Kunstpavillon am Tomislav-Park


Nochmal eine Tram: ZET Tw 311 | Linie 13 (Žitnjak - Kvaternikov Trg) | Zrinjevac


Für die Stadt haben wir zwar keine Karte dabei, aber uns wird auch anderweitig geholfen


Ein kurzer Blick in den Zagreber Dom …

Wir laufen noch ein Stück weiter und biegen dann Richtung Westen ab, gehen ein paar Stufen zur Kirche des Evangelisten Markus hoch, deren Dach einige Wappen (vrmtl. der Stadt) in den Schindeln trägt. Durch Zufall treffen wir dann auch auf die Standseilbahn, die wir auf Initiative von Maik talwärts auch benutzen. Und nun ist es Zeit für den Rückweg. Am Bahnhof gibt’s für Maik noch ein paar Bäckereien und eine heiße Schokolade und ich bunkere ein Ozujsko. Der Alpine Pearls rollt mit etwas Verspätung ein, was aber durch den längeren Aufenthalt wieder kompensiert wird. Der Zug hat fünf Wagen und ist schon gut gefüllt. Da die letzten beiden in Vinkovci abgehängt werden, nehmen wir gleich den letzten Serben. Die Fahrt ist ein ewiges Geschleiche. Erst hinter Novska, wo die Strecke wieder zweigleisig ist, zeigt das Handy meist zwischen 150 und 160 km/h an. Damit hätte ich in den Ebenen Slawoniens jetzt wirklich nicht gerechnet, aber wir sind froh, denn es geht nun vorwärts. In Vinkovci wird der Zug ziemlich leer und um zwei Wagen geschwächt. Die Kontrollen in Tovarnik und Sid verlaufen auch reibungslos. Pünktlich fahren wir in Sid ab. Vorn hängt jetzt auch eine serbische Lok (444 011), die unsere drei Wägelchen (Aeelmt + 2x Beelmt; alle ZS) gen Belgrad zieht. Das angeblich mitgeführte Bistro beschränkt sich auf ein altes Männlein, dass ständig mit den Worten „Pivo, Kava, Kola, bla bla bla“ im Zug auf- und abrennt. Irgendwann wechselt dann eine Dose Cola und eine Fanta für 300 Dinar den Besitzer. Dinare haben wir ja noch genügend dabei. Die stammen von meinem Ausflug mit Gunar und ich bin sie bis jetzt noch nicht losgeworden. Ruma verlassen wir überpünktlich mit -1, genauso kommen wir in Stara Pazova an. Allgemein ging es in Serbien bis hierher doch erstaunlich flott. In Stara Pazova warten wir allerdings aus unerfindlichen Gründen ein paar Minuten und in Batajnica bremsen wir auch wieder bis zum Stillstand. Schlussendlich sammeln wir bis Belgrad Hauptbahnhof immerhin noch knapp zehn Verspätungsminuten. Aber das ist zu verschmerzen und wir haben ja auch genug Puffer.

In der Bahnhofsrestauration nehmen wir unsere warme Abendmahlzeit ein und trollen uns dann zu unserem Hellas-Express. Wir haben wieder den Wagen direkt hinter der Lok, wie schon von München. Allerdings sind wir in unserem Sechser-Abteil diesmal nicht allein. Tarzan und Jane (Namen geändert) sind auch schon da. Und es verspricht ein lustiger Abend zu werden. Er: Ire. Sie: aus Kassel. Und gemeinsam seit Mai zusammen durch Europa unterwegs. Im Eingangsbereich ihre beiden Fahrräder, die der Schlafwagenschaffner ausnahmsweise für ein kleinen, uneigennützigen Obolus gewähren ließ. Einziges Problem in unserem Abteil sind nun die ganzen Fahrradtaschen. Nach dem die beiden uns bedeuteten, dass es kein fließendes Wasser gäbe, mache ich mich auf den Zug zu inspizieren. Das Licht ging zwar nicht in jedem Sanitäreckchen, aber Wasser gabs natürlich per „Fußhupe“. Auch ich war zwar erstmalig in einem ehemaligen JZ-Liegewagen, aber die Pedale am Waschbecken musste man ja intuitiv benutzen. Auch Tarzan war sichtlich erleichtert als ich ihm die Funktion erklärte. Die Pedale kamen mit auch irgendwie bekannt vor. Vrmtl. ist der JZ-Liegewagen auch aus sächsischer Produktion. Und diese Pedale kenne ich dann auch noch aus den Zügen als es mit Muttern 1988 öfters nach Plauen ging. Irgendwo hinter Mladenovac brachte der Schaffner die Kissen, Laken und Decken und wir den kurzweiligen Abend dann auch bald zu Ende, wussten wir doch, dass wir ohnehin in der Nacht geweckt werden würden. Aber den Rest der Strecke u.a. durch Mazedonien gibt’s im nächsten Teil …


Bis dahin
Der Bimmelbahner

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