Spielbericht W. Scherlebeck - VfL Bochum

Startbeitrag von Rob Grubenmann am 18.09.2017 16:10

Am Ende ein verlorener Punkt
Westfalia Scherlebeck – VfL Bochum 29:29 (13:14)

Wo gehobelt wird, fallen Späne und bei einem Team im Umbau kann nicht alles glatt laufen.
Von Beginn an erzählt sah der Sonntag so aus: Nach einem überzeugenden Saisonauftakt zuhause gegen Erkenschwick hatte der VfL sich bei der ersten Reise auf die Fahnen geschrieben, auch zu der ungewohnten Anwurfzeit von 18:00 zwei Punkte mit in die Heimat zu nehmen.
Personell war man super aufgestellt, konnte mit Dean, Pascal und Youssef drei Debütanten und mit Julius einen Rückkehrer ins Team begrüßen. Von einer vollen Bank wollten wir wenig zulassen und aus einer stabilen Deckung heraus dem Gegner unser Spiel aufzwingen.

Auf der Platte ging es direkt intensiv zur Sache. Nachdem der erste Ball des Scherlebecker Rückraums Beute des Torwarts wurde, mussten wir uns im Angriff erst langsam an die sehr offene 3-3-Deckung der Gastgeber gewöhnen und kamen nur sehr schleppend in die Gänge. Durch leichte Ballverluste lagen wir nach fünf Minuten 3:1 hinten. Dann ging es im Angriff schneller, mehr Bewegung ohne Ball brachte klarere Abschlusschancen und beim 4:5 hatte man sich gefangen. Von da aus sollte sich ein enges Spiel anbahnen, wo sich bis zum 9:9 in der 23. Minute keine Mannschaft absetzen konnte. Kurz vor der Pause erwarf sich der VfL dann einen Drei-Tore-Vorsprung, der bis zum Pausentee auf 13:14 zusammenschrumpfte.

In der Kabine wurden die technischen Fehler im Angriff angesprochen. Der Gegner hatte in der ersten Halbzeit viele unsauberen Pässe knallhart bestraft, sich aus dem gebundenen Spiel aber schwer getan. Würde man die Fehler abstellen, wäre man auf einem guten Weg.

Mit viel Schwung kam der VfL aus der Halbzeit und konnte sich in den ersten zehn Minuten nach der Pause auf eine starke Deckung mit einem gut aufgelegten Torwart dahinter verlassen. Der Angriff präsentierte sich variabel, die Recken in Blau trafen sowohl aus dem Rückraum als auch nach schönen Anspielen an den Kreis. In der 40. Minute hatte man sich beim 17:21 und 18:22 einen Vorsprung von vier Toren herausgespielt.
Danach kam es nicht zu einem klaren Bruch im Spiel, doch die Betonwand in der Deckung wurde löchriger, auch der Torhüter hatte bei einigen Bällen Pech und innerhalb von fünf Minuten hatten die in weiß aufgelaufenen Gastgeber zum 23:23 ausgeglichen. Noch einmal fünf Minuten weiter hatte sich Scherlebeck sogar auf 27:24 abgesetzt, das Spiel gedreht.
Die letzten zehn Minuten waren durch viele Unterbrechungen geprägt, häufige Hinausstellungen und Verletzungen erlaubten keinen Spielfluss.
Trotz aller Widrigkeiten robbte sich die Auswärtsmannschaft Tor um Tor heran, lag 71 Sekunden nur noch ein Tor hinten. Dann wurde es noch einmal turbulent. Die Uhr fällt aus, der Trainer der Scherlebecker läuft im Time-Out aufs Feld und bekommt dafür zwei Minuten aufgebrummt.
Gegen vier Abwehrspieler räumte Bochum mustergültig von rechts ab, der Linksaußen setzte das Ding schön in die Maschen. Ausgleich, Team-Timeout Scherlebeck.
Bei noch zu spielenden 36 Sekunden ließ sich der Gastgeber immer wieder auf kleine Geplänkel ein, ließ sich festmachen und konnte am Ende auch den letzten, direkten Freiwurf nicht verwandeln.
Am Ende hieß es also 29:29. Ein intensives Handballspiel, bei dem der VfL sich grämen muss, vier Tore Vorsprung leicht aus der Hand gegeben zu haben. Trotzdem hatte man erneut Moral bewiesen und nicht aufgesteckt.
Am nächsten Samstag darf der VfL Bochum in der Festung am Lohring den DSC Wanne-Eickel begrüßen. Anpfiff ist um 16:30

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