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elweb Kewet / Buddy
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72 V Umbau

Startbeitrag von d!rk am 11.04.2013 21:51

Hallo

mit welchen Strömen ist bei einem 72 V Umbau zu rechnen?
Welche Kabelquerschnitte habt ihr für die Batteriebrücken verwendet?

Gruß

Die 50 interessantesten Antworten:

Hallo d!rk,

und genau da liegt der Hase im Pfeffer.
Je mehr desto besser.
Ich würde heute bei einer Neuverkabelung mindestens 50mm² verbauen, auch bei 72 V.
Ich rechne einmal.
Nach meinem Umbau auf 18 Lipo-Blöcke (58V) haben sich die Ströme nicht wesentlich verändert. In etwa sind das 100 - 150 A bei der einfachen Überlandfahrt (je nach Wind und Wetter), und 200 - 300 A (kurzfristig) bei der Beschleunigung.
Klar kommst Du auch mit weniger Querschnitt aus, aber bei den ca. 2 m Kabellänge ist der Spannungsabfall dann auch entsprechend höher. 50mm² ist da sicher auch noch ein Kompromiss, und es dürfte auch noch mehr sein. Ist halt auch eine Frage der Verarbeitung, weniger des Preises, denn die Kabellängen halten sich ja in Grenzen.
Die von Claus angesprochene Begrenzung sehe auch ich als notwendig an. Im Normalfall ist wohl auch kurzfristig nichts gegen hohe Ströme einzuwenden, aber an langen Steigungen, oder wenn, wie bei mir bereits vorgekommen ist, eine Bremse nicht ganz öffnet, und man dann der Strom dauerhaft bei >200 A liegt, dann sollte man vorsichtig sein.

elektrische Grüße
Peter

von hallootto - am 13.04.2013 09:20
Hallo Peter

ich konkretisiere mal meine Überlegungen:

Ich schwanke zwischen 50 und 70 mm2.
(An 95mm2 könnte ich umsonst rankommen. Ich weiß jedoch nicht wie ich es verpressen soll...)

Ich habe noch einige 50mm2 Brücken und 50mm2 kann ich selber verpressen...

Ich dachte eigentlich, dass sich die Ströme bei einer höheren Spannung verringern müssten.
Vermutlich ist es aber so, dass man bei höherer Spannung auch mit etwas höheren Geschwindigkeiten fährt und dann wieder bei den selben Strömen ankommt, oder oder oder???

Gruß

von d!rk - am 13.04.2013 09:33
- Kabelquerschnitte für die Batteriebrücke
Bei LiPo oder Blei Akkus?

Ich frage deshalb weil bei Bleiakkus die Zellenverbinder anders aussehen als bei Lipos.


z.B. Lipo Verbinder
(muß mal meine ausmessen)

Bei 72V sind die Ströme bei gleicher Leistung logischerweise kleiner.
Das Problem ist, das man einfach mehr Leistung vom Motor abruft, da der Kewet dann so richtig schön saust :D

von Claus. - am 13.04.2013 14:15
Hallo d!rk,

also meiner Überzeugung nach ist für den Motorstromm IMMER nur die Einstellung im Curtis verantwortlich. Dieser begrenzt Dir den Strom auf z.B. 300A.
Wenn er das nicht täte, hättes Du bei niedrigen Drahzahlen, wenn die Quellenspannung des Motors noch sehr niedrig ist, gigantische Störme (z.B. 2000A).
Mit 72V bekommst Du bei der Gleichstrommschine aber höhere Drehzahlen.
Weiterhin kannst Du länger (in der Beschleunigungsphase) viel Strom in den Motor bekommen weil die Differenz zwischen Akkuspannung und Quellenspannung des Motors höher ist.

Bei Deiner Plaung zum 72V-Umbau ist es übrigens sehr wichtig den Motorregler (hier umgangsaprachlich "Curtis" gannannt) im Blick zu behalten. Dieser kann im Orginal kein 72V Spannung aushalten, weiterhin wird bei 72V mehr Verlusleistung in ihm erzeugt. Auch das ist für Ihn kritsch. Ich gehe im Moment davon aus, das Du die Motorsteuerung nicht komplett umbauen willst.

Gruß Alex

P.S. Bevor es zu Fragen kommt :-) -> Die Quellenspannung ist die selbsterzugte Spannung im Motor, welche entsteht wenn er sich dreht, also er im Generatorbetrieb läuft. Dies tut er z.B. schon dann, wenn die PWM der Motorendstufe "Pause" macht.

von alklex - am 15.04.2013 10:01
Hallo Alex

Ich verstehe den Schaltplan des Kewet so:

Der Motor bekommt über den "Curtis" den Strom.
Der Curtis bekommt seine Informationen vom Strompedal
aber auch
von einer parallel geschalteten Reihenschaltung aus einem
Widerstand und einem regelbaren Widerstand (sprich Poti).
Da ich jedoch nicht weiß, welche (Steuer-) Ströme in diesem letzteren Stromkreis
fließen, kann ich nicht sagen, welche Auswirkung das Poti auf die zu regelnde Größe:
(den Maximalstrom am Motor) hat.

Der mittlere Motorstrom interessiert mich übrigens genau aus dem Grund, dass der
Curtis nicht nur eine Maximalspannung, sondern auch einen Maximalstrom hat.

Auf welche Spannung es bei meinem Umbau hinauslaufen wird, weiß ich
im Moment noch nicht so genau. Entscheidend ist, dass
ich nicht mit weniger Beschleunigung oder mit einer
geringeren Endgeschwindigkeit als bei meinem El
unterwegs sein will.
Dabei strebe ich verlässliche (also auch im Winter) 60km Reichweite an.

Ich überleg die 100Ah Saft Batterien aus meinem El im Kewet weiter zu verwenden...

Gruß

von d!rk - am 15.04.2013 12:54
Hallo Dirk,

bezüglich des aktuellen Motorstrom hast Du natürlich recht,
aber ich wollte auf die Einstellung des Curtis hinaus. Er hat (interne) Potis, womit der
Motorstrom (z.B. auf 350A) begrenzt wird.

Der mittlere Motorstrom ist dann jener, welcher maßgeblich Deinen Verbrauch bestimmt.
Der hängt dann natürlich auch von der Potieinstellung und Deinem Fahrverhalten ab.

Ich fürchte, dass Du mit den 100Ah NiCad nicht die Reichweite von 60km (im Winter) erreichst.
Ich habe 18Zellen 160Ah LiFePo drin (also ca 9kWh Energiegehalt) und würde meine (sichere) Reichweite bei Stadverkehr im Winter auch mit 60km angeben (konservativ gerechnet).

Ich kenne die von Dir erwartete Beschleunigung nicht, aber ich finde meine o.k. :-)

Gruß Alex

von alklex - am 16.04.2013 09:49

Kabelquerschnitt

Hallo Dirk.
Veraue bei den Brücken 50qmm, bei den langen Verbindungen eher 70qmm.
Dann kannst du auch kurzzeitig hohe Ströme fahren.
Es kommt natürlich immer auf die Begrenzung des Stromes an, aber kurzzeitig beim Beschleunigen offen fahren ist möglich, dann gibt es einen gewaltigen Unterschied zw. 72V und 52V!!!
Bei meinem Umbau waren beim Anfahren kurzzeitig Ströme deutlich über 500A möglich, längere Steigungen würde ich auf 170A begrenzen. Auf Dauer braucht der 2er Kewet auf der Geraden bei 70km/h ca. 60A. Übrigens tun es beim Anfahren auch 200A, das ist auch schon ganz flott...
Gruß Stefan

von Stefan B. - am 16.04.2013 21:07
Nabend

bin heute, während ihr vermutlich alle in Sinnsheim gewesen seid, durch die halbe Republik gefahren und habe mir 140er Safts besorgt.
Am Abend vorher habe ich noch Schrauben, Scheiben, Gewindestangen, 50mm2 Kabel, Kabelschuhe und Schrumpfschlauch besorgt.
Meine Akkus sind noch in den originalen Schalen vom Renault Express. Vielleicht kann ich die umbauen oder kürzen.

Wenn die Teile mit der Post angekommen sind, könnte ich Mitte der Woche loslegen.
(Wenn nicht mein Schlüsselbein gebrochen wäre...)

Frage bleibt der Fahrtregler und das Hauptrelais (Schütz).
Mein Curtis kann angeblich 60 V vertragen. Die 72 V verträgt er vermutlich nicht?!
Also muss ein anderer Fahrtregler her.

Welche Spannung muss der Schütz abkönnen?
Beim Laden komme ich nahe an die 100V dran?
Nach dem Laden sind es dann vielleicht noch 85-90V.
Welche Spannung ist ausschlaggebend?

Gruß

von d!rk - am 20.04.2013 21:46
Hallo Dirk,

der 48V Curtis hat 63V Elkos verbaut das die Spannung begrenzt.
[Mehr Infos]

Als neuen Schütz habe ich mir diesen gekauft (habe noch einen 2. als Reserve)
Schütze
Eine Anpassung der Spulenspannung kann man mit Leistungswiderständen anpassen.
Ist die Spannung zu groß wird die Spule sehr heiß und kann auch durchbrennen.
Datenblätter sind oft rar, ich teste dies mit einem regelbaren Netzgerät und messe wann der Schütz anzieht und wie viel Strom dieser zieht.

von Claus. - am 21.04.2013 09:37

Welches Anzeigegerät nutzt ihr im Kewet?

Hallo

so weiter geht's:
Ich habe dieses Anzeigegerät/BMS verbaut.
Zunächst habe ich gedacht, ich könnte es einfach mit Vorwiderständen (in Reihe) an den Messkabeln für meine Saft Batterien benutzen. Inzwischen bin ich mir unsicher, ob dass so einfach geht. Mal sehen, ob ich eine Antwort auf meine Anfrage in China bekommen...

Welche Anzeigegeräte benutzt ihr in euren Kewets?

Ich hätte gerne eine Einzelbatterien-Anzeige, Fahrstrom und eingeladene/entnommene Kapazität.

Gruß

von d!rk - am 22.04.2013 12:20
Hallo Zusammen

das mit der Reku geht wohl nicht, da dann der Strom erst getaktet werden müsste.
So sagte mit PJ.
Umso einfacher für mich. Sowohl von der Entscheidung her, als auch für den Einbau. :)
Ich habe mir nun das Gerät: KDZ 72550 bestellt.

Das J2 Kabel gehört wohl ebenso zum Lieferumfang wie ein serielles Kabel.
J1 ist nicht von Nöten.
Das Programm habe ich mir schon aufs Laptop gezogen.

Wie habt ihr eure Regler beim Einstellen mit Spannung versorgt?
Kann man dafür irgendein Netzgerät z.B. vom Laptop nehmen?
Soweit ich gesehen habe muss lediglich die Eingangsspannung zwischen 8 und 30V liegen.

Ich habe (noch) kein Labornetzteil. Vielleicht sollte ich mal eins anschaffen,
wäre vielleicht auch für die Reaktivierung der Safts gut...


Gruß
d°rk

von d!rk - am 22.04.2013 16:10
Zitat
wachno
Wie habt ihr eure Regler beim Einstellen mit Spannung versorgt?


Hallo Dirk,

1) eingebaut
2) verkabelt
3) Verkabelung nochmal geprüft
4) Fahrzeug gegen Fehlfunktionen gesichert (Aufbocken beim EL, Leerlauf beim 2er KEWET etc.)
5) Akkus angeklemmt
6) Laptop an Controller
7) Zündung EIN damit Kontroller startet
8) Programm auf Laptop gestartet
9) Parameter gesetzt/gespeichert
10) Zündung AUS damit Kontroller runterfährt
11) Zündung wieder EIN damit Kontroller startet und neue Parameter erkennt
12) Probelauf

hört sich alles schlimmer an als es ist und Peter hat auch immer bestens geholfen.

Du solltest jetzt übrigens eine Mail bezüglich des Bordcomputers haben.

Gruß
Horst

von hk12 - am 22.04.2013 19:05
Guten Abend

zu erst mal herzlichen Dank an alle fleißigen Berater!!!

Für den Bordcomputer habe ich auch noch Infos im Netz gefunden,
sogar mit der Belegung der Stecker.

Bei dem Controller dachte ich, dass ich ihn vor dem Einbau einstellen muss
aber das ist natürlich völliger Unsinn...

Ich habe ihn nicht wie ursprünglich geplant bei Kelly direkt gekauft,
sondern bei JP (Bastelwastel). Seine Auskunft war, dass die
Dollarsumme sozusagen der Eurosumme entspricht, wenn er
dann bei mir zu Hause liegt.
Dafür habe ich mit Zoll und Fracht nichts zu tun und einen
deutschsprachigen und kompetenten Ansprechpartner...

Den von SB vorgeschlagenen KDZ72400 fand ich etwas unterdimensioniert,
wenn ich von euch höre, dass Ströme um 150-160A auf Dauer keine
Seltenheit sind...

Ach und noch eine Frage:

Beim El muss man, bevor man die Akkus anschließt, die Kondensatoren im Curtis laden.
Das macht man über einen geeigneten Verbraucher.
Beim Kewet müsste das doch eigentlich unnötig sein, da der Stromkreis durch den
Hauptschalter unterbrochen ist?


Frühlingsgrüße

von d!rk - am 22.04.2013 19:23
Hallo

Über den Hauptschütz liegt ein Widerstand, nach einschalten des Knochens wird der Controller über diesen Widerstand gelsden.

Aber beim anschließen funkts trotzdem da der 12V DCDC immer an der bei Kewet 1 bis 3 immer am laufen ist. die eine Leuchtdiode in der Kappaanzeige ist immer an und da keine 12V Bordbatterie drinnen ist muß der DCDC laufen.

Der zieht so ungefähr 50 mA aus den Akkus.

Gruß

Roman

von R.M - am 22.04.2013 20:09
Guten Abend

hier mal ein paar Bilder meiner Arbeiten.
Die Akkus in den original Akkukörben vom Express:


Der Batteriekorb nach dem Entrosten in dezentem Rot:


Dem neuen Schütz sieht man an, dass er mehr Leistung verträgt als der alte:


Dem "BMS" habe ich mit einem Spannungsteiler beigebracht das 50 V jetzt 5 V sind:


Für das BMS bilden nun die vordern sechs Batterien eine Einheit und die sechs Batterien unter
dem Sitz sind die zweite Einheit. Nun kann ich immer die Spannung der beiden Sätze vergleichen.
Sollten sich Abweichungen ergeben, dann weiß ich, hier stimmt etwas nicht.
Die Kapazitätsanzeige müsste eigentlich immer noch funktionieren.
Die elektrische Arbeit (kWh) wird wohl auch nur um den Faktor zehn kleiner angezeigt werden...

von d!rk - am 26.04.2013 21:03

Fragen zum Batteriekorb

Guten Abend

Die Akkus sind nun drin.
Dazu zwei Fragen.
Vorne ist das ganze mächtig eng.
Siehe Übergang zum Lenkgetriebe:

So ganz gefällt mir das nicht mir fällt aber auch nichts besseres dazu ein???

Das Sitzgestelle geht nun so über die Akkus.
Was spricht eigentlich dagegen, eine LKW Plane anzufertigen und
diese über die Akkus zu spannen.
Dann müsste ich den Sitz nicht erhöhen.


Gruß

von d!rk - am 28.04.2013 16:24

Re: Fragen zum Batteriekorb

Hallo Dirk,

schön das die Arbeiten so zügig fortschreiten. Gegen Plane ist grundsätzlich nichts einzuwenden, nur dran denken, das die NICDs auch gasen. Evtl. Schläuche nach unten führen?!.

Unter der Plane,über den Akkus, kann vielleicht eine Lage Gummi als Berührungsschutz, aus z.B. einem alten LKW-(Reifen-)Schlauch, auch nicht schaden.

Würde mich freuen, Dich und den KEWET die Tage beim BKK zu sehen.

Gruß
Horst

von hk12 - am 29.04.2013 07:01

Re: 72 V Umbau: Heizung in Serie schalten

Hallo Peter

nachdem ich das ganze Armaturenbrett abgeschraubt hatte, viel mir auch auf, dass die Heizung von unten zugänglich ist...

Vorher sah es so aus:

und nun so:

Dabei habe ich aber noch zwei Meter "tote Leitung" und die Batterieheizung entfernt.
Außerdem habe ich oben schon mal die kaputte Tachowelle gelöst.
Diese unten aus dem Kanal zu bekommen wir auch noch spaßig...

Gruß

von d!rk - am 30.04.2013 19:18

Re: 72 V Umbau: Anschluss Kelly

Hello

mein Kelly ist da.
Der Transport von Singapur über Neu-Delhi und Roissy (F)
nach Köln und Essen hat bestimmt die CO2-Bilanz zerstört...

Einige Fragen zum Verkabeln:

Ist es dem Reihenschlussmotor egal, wie der Strom
durch ihn hindurch fließt? In meinem Fahrzeug liegt
B+ an A1 und M- an D1 (Wie auch im Schaltplan vorgesehen).

Im Kelly-Schaltplan ist das genau andersherum...???


Hat jemand Erfahrung mit dem Einbau des Kellys?
Mir ist die Umfunktionierung des Widerstands-
in ein Spannungspedal nicht ganz klar.

Gruß

von d!rk - am 02.05.2013 19:31

Re: 72 V Umbau: Anschluss Kelly

Hallo

Wenn das Poti 3 anschlüsse hat dann gehts folgendermaßen.

An ein Ende 5V an das andere Ende Masse, den Schleifer an den Spannungseingang.

Vorher ausprobieren bei hochgebockten Antriebsrädern, ich nehme für solche Aktionen immer ein Labornetzteil mit 25A zum probieren da kann ich vorsichtig Strom und Spannung hochdrehen damit nicht gleich alles abraucht

Wenn nur 2 Anschlüsse da sind dann wirds tricky, mußt mit Widerstandsteilern arbeiten, da ist probieren angesagt oder das Wissen wie man belastete Spannungteiler berechnet, eine lineare Kurve kommt da nicht raus, muß man im Kelly bei der Programmierung wieder gerade biegen.

Gruß

Roman

von R.M - am 02.05.2013 21:25

Re: 72 V Umbau: Anschluss Kelly

Hallo Dirk,

grundsätzlich kann der Kelly sowohl 0-5k (also wie Curtis) als auch 0-5V verarbeiten.

Die Erfahrung hat allerdings gezeigt, das der Kelly gegenüber Widerstandsspitzen die in gebrauchten (und auch neuen) Poti's gerne auftauchen sehr empfindlich reagiert. Übersteigt der Widerstand nur kurzfristig die 5k, geht der Kelly sofort in den Fehlermodus und muß durch ZündungAus-ZündungAN neu gestartet werden bevor er die Arbeit wieder aufnimmt. Das ist mitten auf der Kreuzung sehr uncool.
Deswegen unbeding die 0-5V Schaltung (notfalls mit neuem Gaspoti für den dritten Anschluß) anstreben. Hintergrund ist, das unabhängig vom Widerstand, die vom Controller gelieferten 5V niemals überschritten werden können.

Was die Drehrichtung angeht, bin ich anderer Meinung:
Du hast einen Reihenschlußmotor. D.h. Feld und Ankerwicklung sind in Reihe hintereinander geschaltet.
Änderst Du die Stromrichtung, polt auch das Magnetfeld um, und das Zeitgleich sowohl für Anker als auch Feld. D.h. an den Stellen wo das Magnetfeld bisher anziehend wirkte (+ -) hast Du jetzt (- +) und es bleibt anziehend. An den Stellen wo es abstoßend war (z.B - - ) ist es jetzt (+ +) und damit immer noch abstoßend >> die Drehrichtung bleibt also solange man den Anker nicht mechanisch umverdrahtet und damit sein magnetisches Feld dreht.
Aus diesem Grunde können für Wechselstrom vorgesehene Reihenschlußmotore auch an Gleichstrom betrieben werden. Umgekehrt geht es auf Grund von störenden Wirbelströmen nicht immer (konstruktionsabhängig).

Gruß
Horst

von hk12 - am 03.05.2013 09:13

Er fährt...

...aber den Akkukasten vorne muss ich auch noch umbauen.
Das gefällt mir noch nicht.

Bin gestern einmal die Straße hoch und runter gefahren.
(Mehr geht nicht mit Rucksackverband...)

Zwei Fragen hätte ich da noch mal gerne:


  • Ich habe bei meinem Kelly KDZ 72550 den Brakeinput auf die Handbremse gelegt, damit man bei angezogener Handbrems nicht losfahren kann.
    Funktioniert auch, nur leider verkehrt herum. Wenn sie angezogen ist, könnte man losfahren; wenn sie offen ist die Spannug weg und man kann nicht fahren.
    Ich benötige also einen Öffner und keinen Schließer… wie könnte man den an der Handbremse realisieren???



  • Wichtiger ist die Frage des Ladens. Wie kann ich den Kelly vom Ladevorgang trennen, so dass er nicht mit der hohen Ladespannung belastet wird?


von d!rk - am 06.05.2013 06:49

Re: Er fährt...

Hallo Dirk
zum Kelly selbst weiss ich nichts aber mit der " wegfahrsperre " bei angezogener Bremse hab ich gemerkt das es beim Alltagsbetrieb eher hinderlich ist. Wen Du an einer Steigung stehst ist es schlecht zum anfahren wen Du ihn nicht etwas " vorspannen " kanst bevor Du die Bremse lößt. Ich habs wieder abgehängt.Du selber wirst beim anfahren sofort merken was los ist und für weitere Benutzer hilft großes rot blinkendes Licht vor der Nase am einfachsten.
Gruß
Norbert

von Norbert Kern - am 06.05.2013 15:22

Re: Er fährt...

Hallo Norbert

daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Also werde ich es auch erst mal lassen.
Jetzt muss ich nur noch meine Kelly vor zu hoher Ladespannung schützen.

Ich habe mir heute mal den Hauptschalter angeschaut.
Ein Widerstand scheint hier nicht verbaut zu sein.
Auf jeden Fall konnte ich keinen messen.

Jetzt muss ich nur noch irgendwie den Kabelschuh auf den vorderen Pol bringen...
Das ist doch recht eng da unten...


Gruß

von d!rk - am 06.05.2013 20:17
Hallo Gerd


das Verwirrt mich jetzt.
Meine Konfiguration sieht so aus:
Über dem Schütz liegt ein Widerstand von 1kOhm/10 W.
Über dem Hauptschalter liegt kein Widerstand.

Der Ausgang des Ladegerätes war ursprünglich an der Masse des Curtis (-) und am geöffneten Schütz (+) angeschlossen.
Wenn es so bleibt, dann fließt bei 95V ein Strom von 95mA in den Kelly.
DAS mag er nicht!
Wenn ich nun den Hauptschalter öffne, dann werden die Akkus nicht geladen.

Wenn ich aber den Massausgang des Laders vom Curtis weg auf den Kontakt
vom Hauptschalter vor dem Öffner verlege, dann kann ich bei geöffnetem Hauptschalter
laden und bei geöffnetem Hauptschalter fließt kein Strom in den Kelly.

Wo ist das Problem?

Gruß

von d!rk - am 07.05.2013 07:50
Servus , das mit der nicht abzuschaltenden Masse hab ich aus dem Manual . Ist auch überall der Schalter im pluskreis eingezeichnet ( kelly Schaltplan ).

Und wenn du das Ladegerãt an der batterieseite des Hauptschütz anschließt und natürlich den ladewiederstand abschaltbar machst dann bekommt der kelly nix von der Ladespannung mit und dein Batt. Management kann auch über den Shunt messen . Wenn der Hauptschalter offen ist geht das nicht außer du versetzt den Shunt

Beste Grüße Gerd .

von Strohmer - am 07.05.2013 09:47
Servus

die Verwirrung steigt. Im Manual steht:
"All contactors or circuit breakers in the B+ line must have precharge resistors across their contacts.
Lack of even one of these precharge resistors may severely damage the controller at switch-on."


Mein Hauptschalter hat keinen Überbrückungswiderstand...
Da müsste also noch einer hin...
Dann könnte ich dort auch nicht laden...
Dann müsste ich also den Vorwiderstand in der Plusleitung durch eine Schalter trennen, der wiederum
einen Widerstand bräuchte.....

Den Satz kann man jetzt beliebig fortsetzen...

Vielleicht wäre es machbar das Ladeplus vor den Schütz zu setzen und den Widerstand über einen Schalter vor dem Laden aus- und nach dem Laden einzuschalten.
Damit ist der Controller vor zu hoher Spannung geschützt.
Vor dem Losfahren wird der Widerstandsstromkreis geschlossen und gewartet bis sich die Kondensatoren aufgeladen haben und dann erst der Zündschlüssel gedreht.

Ich könnte aber statt eines zusätzlichen Schalters am Widerstand den Hauptschalter benutzen,
um den Widerstand vor dem Laden ab- und nach dem Laden wieder einzuschalten.
Ich sollte dann jedoch vor dem Losfahren warten, bis die Kondensatoren aufgeladen wurden..
(Wie lange dauert das wohl. Bestimmt nur wenige Sekunden?)
Diese Version entspricht übrigens auch dem Originalschaltplan.


Wiedersprecht mir....!


Gruß

von d!rk - am 07.05.2013 12:47
Servus Dirk,

Jetzt hast du mich verstanden :)

Verbinde die Leitungen die am jetzigen Hauptschalter in der Massezuleitung hängen und setz den Hauptschalter auf die + Leitung vor dem Hauptschütz , dann nimmst du das Ladegerät auf die Batterieseite des Hauptschalters ung gut , das Vorladen übernimmt nach schliessen Des Hauptschalters weiterhin der Wiederstand am Hauptschütz. und Fertig.

Du solltest nur dauf achten , wo dein DC/DC abgreift , dass Der nicht zuviel Spannung abbekommt

PS: Sollte ich mich irren bitte um Korrektur.

Beste Grüsse Gerd.

von Strohmer - am 07.05.2013 13:36
Servus Dirk,

Hast du den umgebaut ? hab gerade das ganze Thema überflogen ( hab auch immer mitgelesen weil mich das auch betrifft) und nichts in der Richtung ausmachen können , serienmäßg sollte der Massse schalten , aber vielleicht liege ich falsch und mein Kewet ist ne Spezial Version und auch alle Schaltpläne die ich mir angeschaut habe.....

Entschuldige dich verwirrt zu haben.

Wollte nur hilfreich sein.

Beste Grüße Gerd..

von Strohmer - am 07.05.2013 19:50
Hallo Dirk,

Du hast doch einen 72V Controller. Der sollte eigentlich auch die Ladeschlußspannung eines 72V Systems verkraften auch wenn er in der erhöhten Spannungslage die Freigabe zu Fahren verweigert. Sprich da doch mal mit Peter und frag mal Stefan (oder auch NDEE) wie das an seinem Kewet mit Kelly gehändelt wurde.

Grundsätzlich ist es richtig das über dem Hauptschalter kein Widerstand liegt, da der Hauptschalter wirklich ALLES abschalten soll. Das Vorladen findet dann über den Widerstand am, in dem Moment abgefallenen, Schütz statt. Du könnstest natürlich den Widerstand mit Relais und Zündschloss-Stufe 1 schaltbar machen. Zündschlossstufe 2 würde dann das Schütz schließen. Haken ist dann aber das während des Ladens die Zündung aus bleiben muß und beim Einschalten der Schlüssel nicht zu schnell auf Stufe 2 gedreht werden darf. Statt Stufe 2 ginge dann noch die Schützanschaltung über Gaspedal, die ich persönlich nicht mag, die aber die Vorladezeit besser gewährleisten würde.

Eine weitere Möglichkeit wäre den Batterie-Hauptschalter durch eine 2Wege Version zu ersetzen, bei der Du nach Motor und Ladestromkreis unterscheidest.

Gruß
Horst

von hk12 - am 08.05.2013 07:59
Guten Tag

ich habe mal direkt bei Kelly angefragt:

Zitat
how do I have to connect the charger?
In the assembly wiring I can't find a charger…

While charging my NiCd Batteries the voltage reaches up to 100V.
Do I have to disconnect the Controller (KDZ 72550) while charging?



und das war die Antwort:
Zitat
Yes,the batteries should be disconnected to the controller during charging.
The charger output should be connected to the battery positive and minus respectively.

Thanks,



Ich habe mir nun noch drei Meter 16 mm2 Schweißkabel besorgt und werde
die schöne Verkabelung der Ansons erneuern...

von d!rk - am 08.05.2013 14:09
Eben!!!
Ich verstehe das ganze Gedöns hier nicht.
Der Lader ist immer fest mit den akkus verbunden. Ich hab den Lader am Schütz abgegriffen und die Zusatzladepunkte (anderson grau 50A) direkt an die akkus geklemmt.
Fertig.
Der Hauptschalter trennte bei mir Plus und nicht Masse. Und dieses Kabel ging direkt an den Schütz (Sekundärseite) .
Die Kondensatoren sind innerhalb 2 sek geladen aber selbst wenn du nach 1 Sek den Schlüssel drehst funkt da nicht mehr viel.
Ich hab übrigens den Hauptschalter nur sehr selten verwendet. Das ständige Code-Eingeben am Radio nervte.
Grusz Stefan

von Stefan B. - am 09.05.2013 19:27

Vatertagsrunde

Hi

Am Montag schraube so vor mich hin, da hält neben mir ein Twizzy.

Der Fahrer wohnt keine 50m von mir entfernt.
In unserem Gespräch stellte sich heraus, dass er auch dünne Edelstahl-Bleche
schweißen kann.

Wie günstig!

Heute konnte ich daher die vorderen Akkus in die umgebauten Express-Akkuskästen
einbauen. Das sieht deutlich besser aus, als vorher.



Die Tachowelle habe ich letzte Tage auch ausbauen wollen.
Als ich sie schon so halb draußen hatte, viel mir auf, dass die Welle ganz kurz vor dem
hinteren Ende gebrochen war. Ich habe mir gedacht:
"In der dritten Welt würde man das jetzt auch reparieren"



Also habe ich das Ding gekürzt, den Zapfen aufgebohrt und wieder neu verpresst.

Bei meiner Vatertagsrunde heute funktionierte der Tacho!
Prima, wieder 56 Euro gespart. Ein Angebot für eine neue Tachowelle hatte ich schon.

Außerdem funktioniert auch meine Idee mit dem Spannungsteiler.
Die vorderen Akkus werden als Block angezeigt und auch die inneren Akkus werden als Block angezeigt. Ich muss lediglich die Spannung mit den 10 multiplizieren.
Das schaffe ich so grade eben im Kopf. ;)

Scheinbar habe ich allerdings den Hallsensor falsch eingebaut.
Nach der Fahrt waren die "remaining Ah" angestiegen anstatt gesunken zu sein.
Vermutlich muss ich nur die Durchflussrichtung umkehren.

Außerdem habe ich noch eine Akkuabdeckung gestrickt.
Horsts Anmerkung mit der Gummiauflage hat mich auf die Idee gebracht.
Auf der Fahrerseite ist es allerdings recht eng. Ich werde den Sitz wohl doch noch
anheben müssen.




Nächste Tag werde ich dann mal Laden.
Fahren muss dann meine Frau, ich habe noch immer keine "Freigabe" von
der Chirurgin wegen meines Schlüsselbeinbruchs...


Gruß

von d!rk - am 09.05.2013 20:07
Manomann!

In den letzten Tagen habe ich meinen Kewet zum dänischen Christbaum gemacht.
An jede Batterie eine 12/55W Birne aus einem 1€ Shop geklemmt und zwei Tage gewartet.
Danach habe ich mit 108V/11,5A 198 Ah in die Akkus gepumpt.

Dann habe ich ganz langsam Wasser in die Blöcke gekippte.
Nach der Befüllung von sechs Batterien ( Saft 140er) war der erste 5l Kanister dest. Wasser leer

und ich etwas nervös.

Eine telefonisch Rücksprache mit Horst und später auch mit Carsten ergab, dass das wohl sein könnte. Ich bin dann gleich noch 15 km gefahren und heute das erste Mal mit dem Kewet zur Arbeit.

Insgesamt 53 km mit 89 Ah. Dabei gibt mein Kelly z.Z. im Moment nicht mehr als 190A frei.
Ich habe noch die Winterreifen drauf (2,5 bar).

Die Werte dürften im grünen Bereich liegen?

Gruß

von d!rk - am 15.05.2013 14:02
Hallo Stefan, Horst ,Carsten, Peter, Roman ...

Danke, dass ihr mir mit euren Ratschlägen geholfen habt.
Ohne dieses Netz würde ich vermutlich heute nicht Kewet fahren!

Ich hoffe, den einen oder anderen beim BKK am 01.06. zu treffen.
Die 60-80 km bis dort dürfte mein Fahrzeug gut schaffen!

Jetzt schau ich mal im elweb, ob ich eine
Möglichkeit finde, die Schaltung leichtgängiger zu machen...

Gruß

von d!rk - am 17.05.2013 12:15

Re: 72 V Umbau: Heizung in Serie schalten

Hallo

SO:


funktioniert das schon mal nicht mit der Heizung...
Gestern sind wir bei Regen vom Restaurant nach Hause gefahren.
Als die Scheiben beschlugen, habe ich zum ersten Mal die
Heizung arbeiten lassen. (Vorher nur kurze Testläufe)

Schon nach einer Minute roch es furchtbar nach Thermoplast...
Ich hatte auch den Eindruck, dass die Erwärmung der Heizung
noch weiter ging, nachdem ich sie ausgeschaltet hatte.

Erst als ich die Verkabelung an den Heizregistern (Siehe Bild oben)
gelöst habe, wurde die Heizung wieder kälter.

Vielleicht reicht tatsächlich die Lüfterleistung nicht aus...
Heute regnet es, da mag ich nicht draußen rumkrauchen...

frohe Maynachten wünscht

von d!rk - am 26.05.2013 10:01
Hi Stefan

auch schlaflos durch die Nacht??? ;)

Die Kiste fährt nun mehr als 80km weit und schafft nach GPS knapp über 80 km/h.
Den Batterieströme und den Motorstrom habe ich bei ca. 220A begrenzt. (70%).
Die Motorgeschwindigkeit steht bei 100%.

Beschleunigung habe ich noch nicht gemessen.
Ich komme aber gut im Straßenverkehr mit.

In den nächsten Tagen bekomme ich noch neue Dämpfer hinten rein.

Das einzige, was noch etwas nervt, ist die Getriebelautstärke und das Schalten.
Daran habe ich mich aber schon gewöhnt.
Ich bin auch schon ca. 60-70 km Autobahn gefahren.

Gruß

von d!rk - am 02.06.2013 23:08

Leistung

Hi
ich habe heute Horst sein Ladegerät zurück gebracht.
Dabei bin ich hin über die A52 und A3 gefahren.
Anfangs war ich doch etwas aufgeregt aber Sonntags ohne
LKWs bei guten Wetter war das völlig entspannt.



Zum Vergleich habe ich den Rückweg dann wieder über die Dörfer gemacht.



Der Verbrauch lag sowohl beim Hin- als auch beim Rückweg
bei 100Ah (bzw. habe ich bei Horst ca. 9 kWh nachgeladen),
obwohl der Hinweg 6 km länger und 7 Minuten schneller war....

Gruß
d°rk

von d!rk - am 09.06.2013 20:40

Re: Leistung

Hi
das war mit Sicherheit eine Messabweichung, wenn das GPS das Signal verliert.
Der Kurve rechts kann man eher glauben. Vmax war demnach ca. 90 km/h.
Dann zeigt mein Tacho schon etwas über 100 km/h an.

Wie schon geschrieben. Wenn ich laut Tacho zwischen 80 und 90 bleibe ist es
am Sonntag kein Problem gewesen. Unangenehme Verkehrssituationen hatte ich
bisher nur in der Stadt beim " VonAmpelzuAmpelspurt ".

Mich nervt die Lautstärke des Getriebes. Das würde ich gerne ändern.

Gruß

von d!rk - am 10.06.2013 08:05

Re: Leistung

Hallo D!rk,

was macht denn eigentlich dein Lüfter bzw. deine Heizung? Wird zwar noch nicht gebraucht, aber wer weiß.

Ich sehe bei meinem KEWET auch das Problem mit dem lauten Getriebe, und glabe mir, auch ich mach mir Gedanken was man da machen kann. Ich habe vor einer Woche das nun 20 Jahre alte Öl ausgetauscht, brachte aber nichts. Übrigens 1,5L. Na ja, ich habe nun ein besseres Gefühl.

elektrische Grüße
Peter

von hallootto - am 10.06.2013 09:51

Re: Geräusche

Hallo Stefan,

die Idee mit der Schalldämmung hatte ich auch schon. Oben, unter der Holzplatte mit dem Teppich, liegt eine Dicke Dämmmatte. Aber die Spritzwand ist sicher noch verbesserungswürdig. Sollte man das von innen machen, oder von außen? Außen ist es ja ggf. recht fummelig und schmutzig.
Welche Materialien kann/sollte man verwenden?
Gibt es Dämmmatten, die man auch "auf" das Getriebe kleben kann?

Aber, das Getriebe produziert die Geräusche überwiegend unter Last, das könnte tatsächlich auf die Silentbuchsen hindeuten. Ohne Last, beim nur laufen lassen, ist alles ganz leise. Damit ist meine nächste Baustelle definiert. Wo bekommt man die günstig?
Werd mal bei KEWET.DE schauen, was da steht.

elektrische Grüße
Peter

von hallootto - am 10.06.2013 12:50
Ich habe für mein Twike früher Selbstklebende, wärmeflexible Anti-Dröhn-Platten für Bodenbleche verwendet. Diese Terodem 4410 R Platten sind auf einer Seite selbstklebend, eine Betumenschicht gegen Körperschall und haben eine weiche Schaumstoffschicht gegen Luftschall. Plattengröße 100cm x 50 cm, ca. 25 Euro
[Mehr Infos]

von Claus. - am 15.06.2013 18:59
Hallo

inzwischen habe ich ein wenig recherchiert:

Vermutlich ist die hauptsächliche Quelle des Schalls beim KEWET das Getriebe.
Dies liegt vermutlich daran, dass es ein geradverzahntes Getriebe ist:

Zitat
Schrägverzahnte Getriebe haben ... eine geringere Geräuschentwicklung, da jedes Zahnpaar mit einem kontinuierlichen Übergang in und aus dem Eingriff (Wikipedia)


Dabei kann der Schall entweder direkt als Körperschall oder über den "Umweg" Luft
als Luftschall in den Fahrgastraum gelangen.

Im Fall des Körperschalls ist die Dämpfung relativ einfach.
Zum einen kann ein Öl mit höherer Viskosität verwendet werden.
Das aber auch eine Verschlechterung des Wirkungsgrades des Getriebes
mit sich bringt.
Zum anderen sorgen die Gummidämpfer ("Silentbuchsen") dafür,
dass der Körperschall nicht auf den Rahmen übertragen wird.

Beim Luftschall ist die Sache schwieriger.
Wenn ich es richtig verstehe, wird die das Getriebe umgebende Luft
durch das Getriebegehäuse in Schwingungen versetzt.
Diese Schwingungen können durch die unzureichende Abdichtung
des Kofferraumbodens wandern oder sie treffen auf die Spritzwand bzw.
den Kofferraumboden. Diese schwingen nun auch und geben die
Schwingungen an die Luft im Fahrgastraum weiter.

Dort treffen sie auf meine zarten Trommelfelle....

Zum Schallschutz hat man nun zwei Möglichkeiten.
Entweder Dämmung oder Dämpfung.

Zur Dämmung errichtet man einen "Damm" aus einem reflektierenden Material.
Das sind in der Regel Materialien mit einer hohen Masse. (Das wollen wir im
Elektrofahrzeug nicht...)
Eigentlich müsste aber doch ein steifes Material, wie z.B. ein Faserverbund-
werkstoff auch funktionieren ???

Die Schallwellen Zur Dämpfung dienen Materialien, die die Schallenergie in Wärme umwandeln.
Das sind Materialien mit einer großen Oberfläche, wie z.B. Schäume.

Tja soweit die Theorie...
und die Praxis?

Mit Bitumen erhöhe ich die Masse der Spritzwand und sorge für ein Reflexion des Schalls.
Mit einem Schaum dämpfe ich entweder motorraumseitig den Schall ab der reflektiert werden
muss oder der Schaum dämpft den noch verbleibenden Schall der nicht reflektiert wurde
fahrgastraumseitig ab.

Könnten man nicht auch ein Material zur Dämpfung direkt auf dem Getriebe anbringen?
Das Getriebe sozusagen einpacken?

Wichtig scheinen auch die Übergänge an der Kofferraumabdeckung zu sein.
Lücken sind wohl enorme Schalldurchlassstellen.

Gruß

von d!rk - am 16.06.2013 10:49
Hi Peter

danke für den Hinweis. Ich weiß nicht wer behauptet hat es wäre ein geradverzahntes
Getriebe aber die Bilder zeigen eindeutig schrägverzahnte Zahnräder....

Ich hatte den Wagen heute auf der Bühne, um etwas Rost zu entfernen.
Dabei habe ich festgestellt das die Silentbuchsen scheinbar hinüber sind.

Die Bremsbeläge sind hinten auch schon auf 4mm runter.
Reicht das noch?

Gruß

von d!rk - am 16.06.2013 22:21

Re: Getriebe

Hallo Stefan

¡ jetzt bin ich etwas irritiert !

Sowohl wikipedia, als auch mein Dubbel schreiben, dass schrägverzahnte Getriebe leiser sind.
Die Erklärung, dass der Eingriff hier gleichmäßiger geschieht, ist für mich einleuchtend.

Bei mir wächst die Annahme, dass meine Lager doch kaputt sind.
Bei schrägverzahnten Getrieben entsteht an den Lagern ein nicht unerheblicher Anteil
an axialer Beanspruchung. Kein Wunder also, wenn die Lager mal hinüber sind.

Was benötige ich für einen Lagerwechsel außer den vier Lagern und
neuem Getriebeöl?
Sind noch Papierdichtungen verbaut? (welche Stärke?)

Wenn es tatsächlich so ist, dass bei einem Vielfahrer und Vielschalter das Getriebe
leichter zu schalten ist, dann muss die Abnutzung im Getriebe auch künstlich per
Zerspanung herzustellen sein.

Gruß

von d!rk - am 17.06.2013 08:02

Neuwagen

iiiiiiiich habe heute die Silentbuchsen getauscht.
Die drei am Getriebe waren total durch und die beiden am Motor waren auch schon nicht
mehr ganz i.O. Mich wundert das nicht, die Buchsen sind m.E.
unterdimensioniert! Vermutlich gehen sie aber auch schneller kaputt,
wenn sie nicht genau waagerecht verbaut werden. Das
ist mir heute aber bestimmt auch nicht gelungen.

Beim Einbau ist mir dann folgendes aufgefallen:
wenn man die Schrauben fest anzieht, dann legen sich die
äußeren Ringe der Silentbuchsen am Gehäuse und an den
Befestigungsblechen an. Das ganze ist also nicht
mehr entkoppelt...

Also habe ich alles wieder gelöst und überall Unterlegscheiben
dazwischen gelegt. Diese liegen nur an den inneren Ringen
der Silentbuchsen an!!!

Dann habe ich wieder alles zusammengebaut. Zum Schluss
habe ich alles überprüft und mir noch mal die Aufhängung
des Motor-Getriebeblocks als Gesamteinheit vorgestellt.

So wie die Aufhängung realisiert ist, kann der gesamte Block in den
Befestigungsblechen nach links und rechts wandern.
Das dürfte so nicht sein, da es absehbar ist, dass sich
irgendwo wieder eine Schallbrücke zwischen Motor und Rahmen
bildet.

Irgendwo müsste mindestens ein Silentblock senkrecht verbaut
werden, dann könnte das ganze nicht mehr rutschen.
Ich habe an einer Stelle eine große Gummischeibe unter-
gelegt. Vielleicht verhindert die das Verrutschen.
Leider hatte ich nicht noch mehr und ich
hatte auch keinen Nerv mehr...

Nach der ersten Testfahrt kann ich schon sagen,
das der Unterschied enorm ist. Der Aufwand für
den Wechsel der Silentbuchsen ist nicht sehr groß!

Gruß

von d!rk - am 18.06.2013 22:27

Re: Neuwagen

Hallo D!rk,

kann man die Buchsen "on the fly", also eine nach der anderen austauschen, ohne die gesamte Getriebe-Motor-Einheit ausbauen zu müssen? Ich habe nämlich die Silentbuchsen seit einer Woche hier schon liegen. Wie lange hat der Umbau gedauert?

@alle
Nochmal zu den Lagern im Getriebe. Da die Geräuschentwicklung unter Last am größten ist, und beim "Gas"-wegnehmen und rollen beinahe komplett verschwindet, habe ich die Vermutung, dass die axialen Kräfte von den verbauten Lagern nicht richtig aufgenommen werden können, oder das diese tatsächlich bereits geschädigt sind. Ich habe nun zwar bereits 36.000 Km runter, aber die Geräusche waren bereits so als ich den KEWET mit ca. 13000 Km übernommen habe.
Ich mach ja fast alles mit, schon aus Neugierde, aber lohnt ein Austausch der Lager wirklich?

elektrische Grüße
Peter

von hallootto - am 19.06.2013 07:04

Re: Neuwagen

Hallo Peter

ich hatte das Glück, dass ich bei Freunden auf die Hebebühne konnte.
Die ist aber nicht wirklich erforderlich.

Ich habe mit dem Blech auf der Fahrerseite begonnen.
Zur Sicherheit habe ich die Bühne runtergefahren und das Getriebe
an der untern Silentbuchse abgestützt.
Vermutlich ist das Abstützen gar nicht nötig.

Wenn du die vier Mutter am linken Blech und am Getriebe gelöst hast,
dann spürst du ja wie viel Last noch auf den Schrauben ruht.

Danach habe ich die unter Silentbuchse gewechselt.
Im Anschluss dann die Buchsen am Motor.

Wenn es unten am Getriebe etwas eng ist, dann kannst du, wenn die Schrauben am
Motor gelöst sind die gesamte Getriebe-Motor Einheit nach rechts schieben.

Halt auf jeden Fall Unterlegscheiben (M10) bereit, die nur den inneren Zylinder
der Buchsen bedecken. So kannst du sicher sein, dass du Buchse und Befestigung
entkoppelst.

Bei der unteren Buchse habe ich den äußeren Rand ca. 4mm abgedreht.
Das kann man aber auch abfeilen, wenn es überhaupt nötig ist.

Der ganze Umbau hat ca. 3-4 Std gedauert, wobei ich aber auch viel
zwischendurch palavert habe... ;)

Die Rillenkugellager habe ich auch schon bestellt.
Dabei zögere ich allerdings auch noch.

Wenn die Verbesserung ähnlich groß ist, wie die durch
die neuen Buchsen, dann fange ich morgen mit dem
Ausbau des Getriebes an ;)

Fotos folgen!

Gruß

von d!rk - am 19.06.2013 11:21

Fotos der Zerstörten Silentbuchsen

Hi

so sieht eine defekte Silentbuchsen aus:


und so sollte sie m.E. nicht eingebaut werden:


Zwischen Motorhalterung und Rahmen ist keine Luft mehr
und zusätzlich liegt die große Unterlegscheibe am Motorhalter an.

Der Körperschall pflanzt sich hier also fort.
¡Ich bin offen für andere Meinungen!

Gruß

von d!rk - am 19.06.2013 11:47

Re: Fotos der Zerstörten Silentbuchsen

Hallo Peter

es ist gut möglich, dass bei meinem Wagen nicht mehr die Originalschrauben
verbaut sind. Ich habe jedoch zwei der selbstsichernden Muttern gegen Muttern
mit Federring getauscht. Eine Setzsicherung ist aber ehrlich gesagt
Mist bei 8.8er Schrauben...

Wenn du es ganz nach Lehrbuch machen möchtest, dann ist
bei den hier auftretenden dynamischen Belastungen besser
einen Klebstoff (z.B. locktide) und evtl. etwas längere Schrauben.

Wenn du beim Ausbau feststellst, dass dein Buchsen hinüber sind,
dann wirst du bei der Probefahrt begeistert sein.

Gruß

von d!rk - am 19.06.2013 21:15
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