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elweb I-Miev / Ion / CZero
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vor 6 Jahren, 1 Monat
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vor 3 Monaten, 2 Wochen
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Werner11, Herbert Hämmerle, i-MiEV, Solarstrom, R.M, p.hase, Adolar, Andreas106, fdl1409, Peter Dambier, ... und 11 weitere

Resümee nach einem Jahr Fahrpraxis mit einem Mitsubishi i-MiEV

Startbeitrag von Werner11 am 28.02.2012 20:00

Geschätzte Forumsteilnehmer,
mein Arbeitgeber, ein innovativer Energieversorger in Westösterreich, hat im Anfang letzten Jahres interessierten Mitarbeitern die Möglichkeit angeboten, zu attraktiven Konditionen für fünf Jahre ein Elektroauto (Mitsubishi i-MiEV, Citroen C Zero oder Peugeot iOn) zu leasen. Etwa einhundert Mitarbeiter haben das Angebot angenommen.

Im Folgenden ein subjektiver Bericht über ein Jahr praktischen Elektroautoeinsatz im Privatbereich.

+ Antrieb
Im Prinzip ist der Elektromotor das ideale Antriebsaggregat für ein KFZ:
- absolut leise (ab ca. 50 km/h sind Wind- und Abrollgeräusche dominant).
- hohes Drehmoment (zumindest im unteren Geschwindigkeitsbereich
- hoher Wirkungsgrad
- wartungsarm
- braucht kein Schaltgetriebe


+ Zuverlässigkeit
Über die Standzeit des Li-Akkus kann man nach einem Jahr noch keine abschließende Aussage treffen, das Fahrzeug insgesamt macht einen ausgereiften Eindruck und hat im abgelaufenen Jahr zu keiner Zeit Problem verursacht.


- Platzangebot
Auch wenn ich die meiste Zeit allein unterwegs bin, gibt es Situationen in denen ein größeres Auto praktisch wäre. Da sich der Normalverbraucher keinen Fuhrpark leistet, aus dem er situa-tionsbezogen das bestgeignete Fahrzeug auswählen kann, kauft er in den meisten Fällen ein etwas größeres Autos, dass dann im 90 % der Fälle überdimensioniert ist. Dass man ein Leihauto nimmt, wenn man ein größeres Brett vom Baumarkt nach Hause zu transportieren hat, ist unrealistisch.


- Reichweite
Die Werksangabe lautet „bis 150 km“. Tatsächlich erreicht man in diesen Wert, wenn die Randbedingungen optimal sind: Frühling/Herbst (keine Heizung, keine Klimaanlage), ebenes Gelände, sparsame Fahrweise (nur den halben ECO-Bereich ausnützen), sanft beschleunigen, höchstens 80 km/h auf der Autobahn). Im worst case (Winter, Heizung, nicht nur ebenes Gelände) kann die Reichweite in den Bereich von 50 km schrumpfen. Damit sind Fahrten über längere Strecken (z.B. eine Urlaubsreise nach Italien) illusorisch. Wer mag, kann Im Forum nachlesen, mit welcher logistischen Vorarbeit schon eine Reise über einige 100 km verbunden ist (Herbert Hämmerle).


- Lademöglichkeiten
In der Regel wird ein Elektroauto zu Hause oder am Arbeitsplatz aufgeladen, wobei Bewohner von Mehrfamilienhäusern das Problem haben, dass am Tiefgaragenplatz zumeist keine Steckdose zur Verfügung steht. Es ist relativ sinnlos, z. B. beim Einkaufen das Auto an die Ladesäule vor dem Supermarkt anzustecken, da in einer halben Stunde bei 3 kW Ladeleistung gerade einmal 1,5 kWh geladen werden, was im besten Fall einem Reichweitenzuwachs von 15 km entspricht. Die „normalen“ Ladesäulen haben daher eher psychologischen Wert. Auch die CHAdeMO-Ladestationen lösen das Problem nicht, da sie nur bis 80% der Batteriekapazität schnellladen können. Zudem sollte man genau dann die Schnelladestation erreichen, wenn der Akku fast leer ist. Ein System wie beim Tanken von konventionellen Autos, bei dem man ausgehend von einem beliebigen Füllstand des Tanks innerhalb von Minuten volltanken kann gibt es bei Elektroautos nicht. Das System von Better Place mit austauschbaren Akkus wird daran scheitern, dass sich die Hersteller niemals auf einen Einheitsakku einigen werden. Es nicht einmal möglich, dass sich die Anbieter von Ladeinfrastruktur auf einen gemeinsamen Ladestecker und ein gemeinsames Zutrittssystem zu den Ladesäulen einigen.


- Komfort
Im heurigen Winter, war es 14 Tage fast durchgehend –10 Grad kalt. In dieser Situation stellt man als Elektroautofahrer fest, dass der schlechte Wirkungsgrad des Verbrennungsmotors auch sein Gutes hat, mit dessen Abwärme kann man bequem und in kurzer Zeit den Fahrzeuginnenraum auf angenehme Temperaturen bringen. Persönlich habe ich kein Problem mit einem kalten Innenraum (solange die Scheiben frei sind), da man im Winter ohnehin warm bekleidet unterwegs ist.
Vermisst habe ich eine Lenkradheizung; ohne Handschuhe war das Fahren fast unerträglich. Vom Kauf beheizbarer (Motorrad-) Handschuhe hat mich nur der Umstand abgehalten, dass die Tage mit extremer Kälte in unseren Breitengraden abzählbar sind.
An den (ebenfalls abzählbaren) heißen Sommertagen würde man sich eine leistungsfähigere Klimaanlage wünschen.


- Anschaffungspreis
Den Listepreis von ca. 35 TEUR ist für den Normalverdiener jenseits von Gut und Böse. Um diesen Preis erhält man schon ein gut ausgestattetes „richtiges" Auto etwa einen Audi A4. Ein i-MiEV dürfte maximal ca. 10 TEUR kosten, damit er mit einem vergleichbaren konventionellen Kleinauto konkurrieren könnte.




+ Verbrauchskosten
Bei sehr sparsamer Fahrweise kommt man mit ca. 10 kWh/100 km über die Runden. Mit dem Nachtstromtarif meines Stromlieferanten von ca. 12 ct/kWh (Grenzkosten Netz + Energie incl. aller Abgaben und Steuern) kommt man auf Verbrauchskosten, die unter denen von einem Liter Benzin/Diesel liegen. Bei einem realistischen mittleren Verbrauch von ca. 20 kWh/100km und Stromkosten von 20 ct/kWh entspricht der Verbrauch den Kosten von ca. 4 l Benzin/Diesel, das ist ein Wert den sparsame Autos mit Verbrennungsmotor näherungsweise auch erreichen, d.h. in der Praxis ist der Vorteil in den Verbrauchskosten zu denen eines konventionellen Autos nicht erheblich und deckt niemals die etwa dreifach höheren Anschaffungskosten.


Fazit aus meiner Sicht:
Elektroautos wie der i-MiEV sind für den Massenmarkt untauglich, sie sind nur geeignet als interessantes Zweitfahrzeug für technikbegeisterte oder grün angehauchte Besserverdiener. Mit dieser Zielgruppe ist aber im Autogeschäft, wo vorwiegend mit Modellen, die im 6 bis 7-stelligenStückzahlen produziert werden Gewinn gemacht wird, kein Blumentopf zu gewinnen. Ich bin überzeugt, dass alle Hersteller, die sich derzeit stark im Elektroautosektor engagieren, Verluste einfahren werden (es sei denn, in der Batterieentwicklung ereignet sich bahnbrechendes, d. h. Kapazität pro Volumen bzw. Gewichtseinheit verbessert sich um einen Faktor 10 und die Kosten sinken um einen Faktor 10 – Wunder dauern aber bekanntlich etwas länger).
Das Ziel von 2 Mio. Elektroautos in Deutschland bis 2020 ist aus meiner Sicht absolut illusorisch (2011 sind gerade 100 Elektroautos an Privatkunden verkauft worden). Einen wesentlichen Beitrag von Elektroautos zu einer umweltschonenden Mobilität sehe ich nicht.

Ich teile die Ansicht von Experten aus der klassischen KFZ-Entwicklung, die Elektroautos primär als Katalysator für die Weiterentwicklung der Verbrennungsmotortechnik sehen. Ein 2-Literauto ist mit Optimierung der bestehenden Konzepte (z.B. Zylinderabschaltung) durchaus realistisch. Hybridantriebe (z.B. Prius, Ampera) haben wie reine Elektroautos ein unbefriedigendes Preis/Leistungsverhältnis.

Ich bereue die Entscheidung für den i-MiEV nicht, werde aber aus heutiger Sicht nach Ablauf der Leasingdauer wieder ein „normales“ Auto fahren wollen.

Schöne Grüße

Werner11

Ich freue mich über Kommentare

Antworten:

Hallo Werner.

Das ist ein sehr guter und Ausführlicher Bericht.
Deine Einschätzungen sind realistisch und ich würde das alles ohne Änderung unterschreiben.
Es ließt sich viel besser als z.B. Berichte von sogenannten Experten in Autozeitungen die von dem , was sie schreiben , wenig Ahnung zu haben scheinen und zeigt auch die Schwächen auf , die leider noch bestehen.
Also: selten so was gutes und realistisches gelesen.
Viele Grüße , Frank

von DL1DUK - am 29.02.2012 08:03
Egal, was man macht, solange ein Fahrzeug auch nur einen Tropfen Benzin braucht, ist man in der Abhängigkeitsfalle fossiler Brennstoffe. Jede Verbrauchsminderung beim Verbrenner mindert für eine gewisse Zeit die Spritkosten, aber nur für die, die sich laufend neue (verbrauchsärmere) PKW kaufen können oder wollen (ökologisch macht das eh keinen Sinn). Ein PKW läuft 8-10 Jahre, in dieser Zeit kann man nichts gegen den immer weiter steigenden Benzinpreis machen, egal wie viel oder wenig das Auto verbraucht. Auch ein Prius-Fahrer wird sich früher oder später über hohe Tankkosten ärgern - klar, er zahlt weniger, als andere, aber zahlen muss auch er. Davon abgesehen verbleiben wir in der Abhängigkeit fossiler Energien mit allen Konsequenzen. Auch Autogas oder Erdgas ändern daran nichts. Erdöl ist auch viel zu kostbar, um es zu verbrennen; wir (und unsere Kinder) brauchen es für Medikamente und langlebige Materialien, Dämmstoffe usw. Was weg ist, ist weg. Die Ölindustrie verseucht Böden und Wasser, holzt Wälder ab (Kanada), die Einnahmen gehen zum Teil in fragwürdige Regime usw. usw.

Bio-Kraftstoffe und Bio-Gas lasse sich mal außen vor, die Bilanzen sind fragwürdig und ich würde es besser finden, z.B. wertvolles Biogas in einem BHKW zu verheizen und mit dem Strom mein Auto zu laden. Mobilität als Abfall der Heizung...

Strom lässt sich dafür immer und überall aus sehr vielen Quellen erzeugen, es wird (hoffentlich) nie Kriege um Wind oder Sonne geben (um Wasser wohl eher). Dass das Elektroauto heute noch nicht perfekt ist - klar. Aber auch die Verbrenner sind nicht perfekt. So werden modernste Diesel erst nach 30 Minuten warm genug, um den Innenraum ausreichend zu heizen...Das Elektroauto hat viele Vor- und viele Nachteile. Jeder muss entscheiden, ich kaufe keinen Verbrenner mehr.

von J. Affeldt - am 29.02.2012 16:50
@julian:
die von Dir geschilderten Energiethemen haben auch bei mir zur Entscheidung geführt, vom (zumindest privaten) Verbrenner-Auto abzugehen, mit allen Vor- und Nachteilen.

@werner:
Bezüglich CHAdeMO:
Lieber in einer halben Stunde auf 80% aufgeladen als mit dem Normallader in drei Stunden.
Mit der entsprechenden Dichte der Schnelllader ist auch dieses Problem keines mehr.

von Herbert Hämmerle - am 29.02.2012 17:36
Schöner Bericht. Klar wird es immer verschiedene Meinungen und Erfahrungen geben. Hat sich denn das Leasing finanziell gelohnt am Ende? Oder war es die Erfahrung wert?

Zum Laden:
Ist das E-Auto ein Zweitwagen im urbanen Umfeld, wird er durch ständiges kurzes Nachladen nie leer und schont die Akkus. Also ich halte schon was vom "überall Nachladen" - auch mit Haushaltstrom und 1,5kWh während des Einkaufes ...

Zum Fahrzeugpreis:
Natürlich ist der überhöht. Es existiert ja kein Massenmarkt, also gibts hohe Preise. Wobei: 10TEuro sind nicht nur Wunschdenken, sondern sehr knapp. Schon bei 15-20TEuro würden sicher viele als private Zweitwagen verkauft. Denn der Zweitwagenanteil soll wohl so bei 30% liegen in Deutschland.

Zu den Verbrauchskosten:
20kWh zu 0,20€ wären 4,-Euro

Der Liter Super-Benzin hatte dieser Tage bei uns die 1,70Euro erreicht! Davon 4 Liter wären 6,80Euro ...

Aber fairerweise: die kWh NaturStrom kostet 23,4Cent:

[www.naturstrom.de]

Derzeit gibt es also kein wirtschaftliches Argument, auf ein neues E-Auto zu Mondpreisen umzusteigen.

von Joe-Hotzi - am 29.02.2012 21:32
Hallo,

ich finde Werner11s Bericht auch OK, stimme allerdings gerade bei den Schlussfolgerungen nicht ganz überein, wobei ich gerade Julian voll zustimme.

Meine Sichtweise zwischen dem zitierten Text:


Zitat
Werner11
- Platzangebot
Da sich der Normalverbraucher keinen Fuhrpark leistet, aus dem er situationsbezogen das bestgeignete Fahrzeug auswählen kann, kauft er in den meisten Fällen ein etwas größeres Autos, dass dann im 90 % der Fälle überdimensioniert ist. Dass man ein Leihauto nimmt, wenn man ein größeres Brett vom Baumarkt nach Hause zu transportieren hat, ist unrealistisch.


Hmmm, warum fahren dann soviele Leute Verbrenner-Kleinwagen?
Und natürlich ist es für viele Leute schwierig, sich vorzustellen, wie man überhaupt leben könnte, ohne jederzeit schnell mal nach Barcelona fahren zu können ;-)
Ich habe 2006 nach 8 Jahren Berlin, als ich wieder in die Provinz (Schwäbisch Hall, 30-tausend Einwohner Städtchen) gezogen bin gesagt: genug, ich fahre keinen Verbrenner mehr. Zuerst Twike mit ca. 70 km Reichweite, dann Twike mit ca. 130 km Reichweite, dann 2 Twike weil meine Lebensgefährtin, mittlerweile Frau, 2 Kinder hatte, dann 2 Citysax mit nur 80 km Reichweite, dann ein Citysax durch i-MiEV ersetzt mit ca. 130 km Maximalreichweite. Und es funktioniert!

Es geht alleinig darum, dass man es schaffen möchte, und dann ist es nicht schwierig: weite Strecken mit der Bahn (mit nun 3 Kindern sowieso bequemer für alle als Auto), schwere Transporte werden mit Mietwagen vom Baumarkt erledigt (die sind echt billig und in größeren Städten gibt es zuhauf Möglichkeiten Transporter etc. für ein paar EUR/h zu mieten), etwas weit weg zu erledigen an einem Tag machen wir mit Carsharing (auch eine kleine Stadt wie SHA kann Carsharing haben!). Und ich kenne auch hier in einer kleinen Stadt viele Leute die kein Auto haben (wollen)!

Gehen tut also alles, es ist also die Politik am Zug, die Rahmenbedingungen die das Fahren eines Verbrenners bequem und billig machen zu ändern! Wer hier nicht ansetzt schwingt nur Sonntagsreden...

Zitat
Werner11
- Reichweite
Damit sind Fahrten über längere Strecken (z.B. eine Urlaubsreise nach Italien) illusorisch. Wer mag, kann Im Forum nachlesen, mit welcher logistischen Vorarbeit schon eine Reise über einige 100 km verbunden ist (Herbert Hämmerle).


Und? Ich sehe das Problem nicht? Wenn wir 2050 unsere Energieversorgung zu 90-100 % regenerativ gestaltet haben sollen/werden, dann fällt schnell mal nach Italien flach. Das traut sich nur niemand, vor allem in der Politik, laut auszusprechen. Die Zukunft wird weniger langstreckenmobil sein!

Zitat
Werner11
- Lademöglichkeiten
Die „normalen“ Ladesäulen haben daher eher psychologischen Wert. Auch die CHAdeMO-Ladestationen lösen das Problem nicht, da sie nur bis 80% der Batteriekapazität schnellladen können. Zudem sollte man genau dann die Schnelladestation erreichen, wenn der Akku fast leer ist.


Nein: geladen werden kann jederzeit (wir reden nicht mehr von NiCd-Akkus). Und CHAdeMO kann auch Vollladung, wenn man nach der 80 % Abschaltung nochmals Start drückt. Das dauert dann aber etwas länger um die Batterien zu schonen (nochmals 30-45 min.). Und es ist kein Problem, die Software der CHAdeMO (und anderer zukünftiger anderer) Ladesäulen so zu ändern, dass das "sanfte" Laden automatisch an das Schnelle anknüpft.

Zitat
Werner11
Das System von Better Place mit austauschbaren Akkus wird daran scheitern, dass sich die Hersteller niemals auf einen Einheitsakku einigen werden. Es nicht einmal möglich, dass sich die Anbieter von Ladeinfrastruktur auf einen gemeinsamen Ladestecker und ein gemeinsames Zutrittssystem zu den Ladesäulen einigen.


Das stimmt leider - ein Nissan Händler hat mir gestern gesagt, dass er vor einem halben Jahr auf einer Automobilveranstaltung Leute von BMW und Daimler gehört hat, die sagen: "Nun, da wir uns nicht mehr über unsere Verbrenner-Motor-Eigenentwicklungen definieren/positionieren können, wird dies die Akkutechnik übernehmen müssen". Und mit solchen Geisteshaltungen, wird niemand 3-4 Standardakkutypen für Wechselstationen befürworten.

Zitat
Werner11
- Komfort
Im heurigen Winter, war es 14 Tage fast durchgehend –10 Grad kalt. (...)
Vermisst habe ich eine Lenkradheizung; ohne Handschuhe war das Fahren fast unerträglich.(...)
An den (ebenfalls abzählbaren) heißen Sommertagen würde man sich eine leistungsfähigere Klimaanlage wünschen.


Das ist
a) subjektiv,
b) kein Elektroautoproblem per se - der Nissan Leaf hat eine Lenkradheizung
c) Klimaanlage ist mir z.B. zu stark, ich erkälte mich mit Klimaanlage leicht - also auch hier wieder: subjektiv und nicht per se ein E-Auto Problem


Zitat
Werner11
- Anschaffungspreis[/b]
Den Listepreis von ca. 35 TEUR ist für den Normalverdiener jenseits von Gut und Böse. Um diesen Preis erhält man schon ein gut ausgestattetes „richtiges" Auto etwa einen Audi A4.


Kommt darauf an was man will:
Ich selbst wöllte z.B. kein so ein Schiff. Mir ist der Nissan Leaf eigentlich schon zu lang und schwer (auch wenn ich jetzt einen bestellt habe weil er noch das einzige schnellladefähige 5-sitzige Elektroauto auf dem Markt ist). Und für unsere Umwelt und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern gilt "je schwerer desto schlimmer"!

Angebot und Nachfrage spielen hier zudem auch noch mit rein: Produziere E-Autos in Riesenstückzahlen und verlease die Akkus, dann passt es preislich wieder.

Zitat
Werner11
Fazit aus meiner Sicht:
(...) es sei denn, in der Batterieentwicklung ereignet sich bahnbrechendes, d. h. Kapazität pro Volumen bzw. Gewichtseinheit verbessert sich um einen Faktor 10 und die Kosten sinken um einen Faktor 10 - Wunder dauern aber bekanntlich etwas länger


Da habe ich einen besseren Vorschlag der (oh Wunder, Wunder) sofort umgesetzt werden kann: gesetzlich das "Maximalgewicht pro Länge/Breite oder umbautem Autoraum" zunächst halbieren, dann später nochmals reduzieren und schon wird es schwieriger, Riesenautos zu vermarkten, der Verbrauch sinkt automatisch (mit einem leichten Auto ist es nicht möglich, relativ sicher 200 km/h zu fahren). Mit der Konzentration auf Leichtbau bei den "Großen" wird Leichtbau auch für E-Autos billiger und so kommt man auch mit der bestehende Akkutechnik deutlich weiter und hat Zeit für die Entwicklung höherer Akku-Kapazitäten.

Zitat
Werner11
Ich teile die Ansicht von Experten aus der klassischen KFZ-Entwicklung, die Elektroautos primär als Katalysator für die Weiterentwicklung der Verbrennungsmotortechnik sehen. Ein 2-Literauto ist mit Optimierung der bestehenden Konzepte (z.B. Zylinderabschaltung) durchaus realistisch. Hybridantriebe (z.B. Prius, Ampera) haben wie reine Elektroautos ein unbefriedigendes Preis/Leistungsverhältnis.


Es geht nicht um Preis/Leistungsverhältnis. Es geht darum, wie die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern beendet werden kann und nebenbei noch die Umweltverschmutzung (und die Menge der Schadstoffe die der Hinterherfahrende einatmen muss) zu verringern! Alles andere ist nicht zielführend.

Spass am Rande:
Insofern wäre natürlich eine dem Passivraucherschutz entsprechende Regelung für den Strassenverkehr sehr schnell sehr Verbrauchs- und Schadstoffreduzierend. :cheers:

Cheers

Frank

von Franko30 - am 01.03.2012 09:09
:spos:
Mehr kann ich nicht dazu sagen !

von Herbert Hämmerle - am 01.03.2012 09:44
Im Gegensatz zu Werner11 ziehe ich nach einem Jahr etwas andere Schlussfolgerungen:

1. Perfekt gemachtes E-Mobil, das wirklich störungsfrei funktioniert.

2. Deshalb Genuss und viel Spass mit der ruhigen, vibrationsfreien und ruckfreien Fortbewegung.

3. Genial tiefe Betriebskosten

4. Bringt genau das*, was ich mir gewünscht habe (Fahrleistungen, Platz, Verbrauch, Sicherheitssysteme, Fahrkomfort) und entspricht meinen Abklärungen, die ich vor dem Kauf gemacht habe (Heizung, Klimaanlage, Reichweite).

Fazit für mich: einmal EV - immer wieder EV :-)

* der i-MiEV ist ein leichter Kleinwagen mit 5 Türen mit variablem Laderaum, er wird als City-Auto angepriesen (kein Ferienreiseauto), er reicht für meine täglichen Fahrstrecken (ca. 45km) und Transportbedürfnisse, er geht sehr haushälterisch mit Energie um und er läuft störungsfrei.
Unser ebenso kleiner Benziner (Daihatsu Sirion) ist jetzt zum Zweitwagen geworden ;)

Gruss Walter

von i-MiEV - am 01.03.2012 12:21
Zitat
i-MiEV
3. Genial tiefe Betriebskosten


Hat jemand mal für das erste Jahr eine Gesamtkostenbetrachtung für seinen i-MiEV gemacht?
Mich würde das Ergebnis interessieren.

Ralf

von RalfZ - am 01.03.2012 12:26
Ein Hallo an die Forumskollegen,

es freut mich, dass mein Beitrag zu reger Kommentierung Anlass gibt.

Für die Nachlässigkeit in der Verbrauchsberechnung bitte ich um Nachsicht. Wie Jörg richtig feststellt sind es in dem Beispiel eher 2 als 4 Liter.

Ich gebe zu, dass ich die ökonomischen Aspekte des i-MiEV- in den Vordergrund gestellt habe. Es ist aber sicher so, dass der gemeine Nichtbesserverdiener zuerst in die Brieftasche sehen muss und – wenn er überhaupt ein eigenes Auto beschaffen will - ein „Universalauto“ haben möchte und sich nicht ein „Kurzstreckenkleinzweitauto für Frühjahr/Herbstbetrieb“ leisten kann. Wenn sich ein Porsche-Cayenne-Fahrer als Kontrastprogramm noch einen i-MiEV in die Garage stellt, ist dies nicht unbedingt repräsentativ.

Ein negativer wirtschaftlicher Aspekt ist noch nachzutragen: Der Wiederverkaufspreis von Elektroautos ist völlig unkalkulierbar, da er stark vom Zustand der Batterie und der zukünftigen Entwicklung abhängt. Es wird ähnlich wie bei einem LCD-TV-Gerät sein, das vor ein paar Jahren noch 5 TEUR gekostet hat und heute von einem Gerät um 300 EUR übertroffen wird.

Was die ökologischen Aspekte betrifft, bin ich der Meinung dass nicht der 1:1-Ersatz von Ben-zin/Dieselautos durch Elektroautos das Ziel sein kann, vielmehr sollte der Privatbesitz eines KFZ überhaupt entbehrlich werden (Ausbau öPNV, Radwege, Car-Sharing etc.) – das würde aber die Fahrzeugindustrie wohl nicht gerne sehen. Ein grüner Landesrat hat einmal gesagt: „Die Eisenbahn ist das effizienteste Elektroauto“.

Zur grundsätzlichen Vermeidung von fossilen Brennstoffen:
Solange es kaum regenerative grundlastfähige Stromerzeugung und zu wenig Speichermöglichkeiten gibt, andererseits die Atomenergie unerwünscht ist, wird man auf Stromerzeugung in Kraftwerken mit fossilen Brennstoffen nicht verzichten können. Volkswirtschaftlich ist es dann unerheblich ob ich mit dem Brennstoff ein Auto direkt betreibe oder mit mäßigem Wirkungsgrad daraus den Strom für ein Elektroauto produziere.



Schöne Grüße

Werner

von Werner11 - am 01.03.2012 12:29
Hallo Ralf,

meine Jahreskosten:
Leasingrate, Versicherung: keine Betragsangabe, damit niemand neidisch wird
Zierkappen für Winterräder : 15,- EUR
Uhr/Thermometer 25,- EUR
Strom ca. 15,- EUR (übriger Strom kostenlos von der Firmenladesäule)
Autobahnvignette (AT) 77,- EUR
ein paar mal Autowäsche 20,- EUR

der bevorstehende Jahresservice soll angeblich 180,- EUR kosten


Gruß Werner

von Werner11 - am 01.03.2012 12:52
Zitat
RalfZ
Zitat
i-MiEV
3. Genial tiefe Betriebskosten


Hat jemand mal für das erste Jahr eine Gesamtkostenbetrachtung für seinen i-MiEV gemacht?
Mich würde das Ergebnis interessieren.

Ralf


Wird noch kommen, wenn ich die Kosten für den Jahresservice erhalte.

Gruss Walter

von i-MiEV - am 01.03.2012 12:53
Hallo Werner,

bei den Themen mit der regenerativen Stromerzeugung stimme ich Dir zu. Allerdings könnte viel getan werden, um die Abwärme kalorischer Kraftwerke zu nutzen. Beim Verbrennungsmotor im Fahrzeug ist dies verlorene Abwärme. Nur ein sehr kleiner Anteil dient der Fahrzeugheizung.Die Abgaswärme wird nur bei wenigen Fahrzeugen genutzt, z.B. beim Prius 3.

Hier einige Zahlen bezüglich CO2-Emissionen der Stromerzeugung:
[www.bhkws.de]

Du sitzt ja an der Quelle und hast möglicherweise bessere Zahlen.
Die EVUs wären ja die Profiteure eines höheren Stromaufkommens - ich denke, da liege ich nicht falsch ?!

von Herbert Hämmerle - am 01.03.2012 13:30
Eine Gesamtkostenbetrachtung lässt sich nur für individuell erstellen, weil die Umstände je nach Wohnort, Einsatz des Fahrzeugs, Stromkosten und geplante Amortisationszeit verschieden sind.

Bei mir (Schweiz, Kanton Zürich) vergleiche ich stets mit unserem zweiten Kleinwagen (Benziner, 4WD, Automat). (Angaben in CHF)

- der i-MiEV hatte den doppelten Anschaffungspreis, somit ca. doppelte Amortisationsrate
- Versicherung kostet 627 gegenüber 497
- Verkehrssteuer 0 gegenüber 280

- Energiekosten pro Jahr 236 gegenüber 2231
- Unterhalt 151 gegenüber 510
- Reifen 100 gegenüber 150

Somit Total feste Kosten bei mir pro Jahr 5227 gegenüber 2977
Total bewegliche Kosten pro Jahr 487 gegenüber 2891
Gesamtkosten pro Jahr 5714 gegenüber 5868

Gesamtkosten pro km 0.38 gegenüber 0.39
Bewegliche Kosten pro km 0.0325 gegenüber 0.1928

Massgebenden Einfluss auf die Berechnung haben (in dieser Rangfolge) der Kaufpreis, die Amortisationsdauer, die Fahrleistung pro Jahr und damit die Energiekosten.

Da der Kaufpreis für EV deutlich sinken wird, wird sich die Gesamtkostenbetrachtung in Zukunft stark zu Gunsten des EV entwickeln.

Wie gesagt, die Rechnung sieht unter anderen Umständen wieder völlig anders aus.

Gruss Walter

von i-MiEV - am 02.03.2012 17:25
Zitat
Werner11
Solange es kaum regenerative grundlastfähige Stromerzeugung und zu wenig Speichermöglichkeiten gibt, andererseits die Atomenergie unerwünscht ist, wird man auf Stromerzeugung in Kraftwerken mit fossilen Brennstoffen nicht verzichten können.


Das ist doch gerade der Witz am Elektroauto: Das ist der von dir bemängelte, fehlende Speicher!

Mit zunehmender Verbreitung von Windkraft und Photovoltaik werden diese immer öfters vom Netz genommen werden müssen, damit die Ertragsspitzen abgeschnitten werden. Mit dem EEG 2012 ist dieses geänderte Einspeisemangement schon bei kleinsten Photovoltaikanlagen Pflicht: [www.photovoltaik-web.de]

Diese Energie kann man faktisch kostenlos nutzen. Oder das Elektroauto in kostengünstigen Zeit aufladen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass das Fahrzeug möglichst bei jedem Parken am Netz hängt und der Netzbetreiber einen gewissen Einfluß auf den Ladezeitpunkt bekommt.

von Solarstrom - am 03.03.2012 12:17
Geschätzte Kollegen,

ich möchte mich nicht als Dauermotzer in Sachen Elektroauto profilieren, aber folgende kleine Story möchte ich euch nicht vorenthalten:

Neulich steuerte ich von meinem Wohnort im unteren Vorarlberger Rheintal ein Bonsai-Fachgeschäft im Montafon an. Entfernung laut Navigationsgerät 65 km. Da in der Nähe des Zielortes eine CHAdeMO-Ladestation situiert ist, war ich zuversichtlich, nach einem kurzen Ladeaufenthalt wieder die Heimfahrt antreten zu können. Bei der Abfahrt nach Volladung zeigte die Reichweitenanzeige 105 km, am Ziel angekommen 30 km, obwohl ich besonders energiesparend unterwegs war (max. 90 km/h, möglichst im Windschatten von LKW).

Nachdem ich leicht geschockt und unverrichteter Dinge das Geschäft verlassen hatte (ein Zimmerbonsai nach meinen Vorstellungen hätte etwa 2.500 EUR gekostet) habe ich die besagte Schnelladestation angesteuert. Dort empfing mich das Display mit der Meldung „alle DC-Anschlüsse belegt – bitte warten“. Diese Meldung habe ich nicht verstanden, da die Station nur einen Yazaki-Stecker hat und mein Auto weit und breit das einzige war, das an einer Schnelladung interessiert war. Nach ein paar erfolglosen Versuchen die Station zum Laden zu bewegen, betätigte ich in meiner Verzweiflung die Not-Aus-Taste in der Hoffnung, dass mit der Not-Aus-Funktion auch ein Reset verknüpft ist.
Diesen Akt der Verzweiflung quittierte die Station mit der schadenfrohen Meldung: “Die Not-Aus-Taste wurde betätigt, die Ladestation ist außer Betrieb. Bitte den Betreiber kontaktieren“.
Nun blieb mir nichts anderes übrig als mich an die benachbarte Normalladestation anzuschließen. Nach einer gefühlt zweistündigen Zwangswanderung um einen kleinen Stausee auf einem Wanderweg, der zur Hälfte mit Glatteis, zur andern Hälfte mit Matsch bedeckt war (natürlich war ich mit unpassenden Schuhen unterwegs) ist die Reichweite immerhin wieder auf 42 km hochgeschnellt.

Da auf der halben Strecke nach Hause eine weitere Schnellladestation liegt, wagte ich die Weiterfahrt und kam fast mit letzter Kraft (15 km Reichweite) bei der nächsten Schnelladestation an. Wie es der Zufall wollte, war diese Station aber von einem Kollegen besetzt. Man stellt sich unwillkürlich vor, wie sich solche Zufälle häufen werden, wenn Elektroautos in mehr als homöo-pathischen Dosen auf der Straße unterwegs sind.
Das Auto des Kollegen war vollgeladen (78%) vom Fahrer war aber weit und breit nichts zu sehen.
Das vollgeladene Auto des Kollegen einfach abzustecken um das eigene anzuschließen ist
a) unmöglich, weil zur Steckerentriegelung die Zutrittskarte des Ladenden erforderlich ist und
b) sinnlos, weil das Ladekabel nicht bis zum Nachbarparkplatz reicht.
Nach ein paar Minuten ist der Kollege dann aufgetaucht und weggefahren, dann konnte ich mein Auto anschließen und problemlos den Schnelladevorgang starten. Die anschließende zweite Zwangspause konnte ich immerhin zum Einkaufen nutzen.
Bei der Rückkehr zur Ladestation wurde ich für meine schonende Fahrweise mit einer Reichweite von 102 km bei 82% Vollladung belohnt. Jetzt konnte ich beruhigt die Heimfahrt antreten.


Die Moral von der Geschichte:
Elektroautofahren kann Zeit und Nerven kosten, wenn man den Sicherheitsradius von 20 km überschreitet.

Schöne Grüße

Werner

von Werner11 - am 03.03.2012 16:44
Zitat
Werner11
Die Moral von der Geschichte:
Elektroautofahren kann Zeit und Nerven kosten, wenn man den Sicherheitsradius von 20 km überschreitet.

Schöne Grüße

Werner


Falsche Schlussfolgerung! Der Sicherheitsradius liegt je nach Wintertemperaturen zwischen 60 und 70 km. Und warum fährst Du im Winter Autobahn mit einem EV? :confused:

LG Walter

von i-MiEV - am 03.03.2012 18:27
Hallo Werner,

bei unserem knappen Energievorrat muß man berücksichtigen, daß 100m Höhenanstieg zusätzlich etwa 6km Fahrt in der Ebene entsprechen. Schruns liegt etwa 300m höher als Lustenau, also beansprucht der Anstieg etwa 18km Reichweite, die bei der Rückfahrt mit umgekehrtem Vorzeichen zu Buche schlagen.

Bezüglich ausgefallener oder besetzter Ladestationen bleibt nur zu hoffen, daß durch steigende Anzahl der Fahrzeuge eine Doppelausstattung der Stationen erfolgen kann. Benzin-/Dieseltankstellen haben ja öfters auch mehr als eine Säule pro Produkt.

von Herbert Hämmerle - am 04.03.2012 08:06
Lieber Walter,

ich schätze Deine Sachkenntnis rund um den i-MieV und habe schon einiges davon gelernt.
Trotzdem betrachte ich dieses Forum nicht als ausschließliche Plattform für Hardcore-i-MieV-Enthusiasten, die sich fast persönlich beleidigt fühlen, wenn jemand etwas nicht ausschließlich positives über ihr Lieblingsspielzeug zu schreiben wagt.

Ich bleibe dabei: der Aktionsradius in dem man sich mit dem i-MieV problemlos ganzjährig ohne Nachladen bewegen kann, liegt jedenfalls näher bei 20 als bei 70 km.

Ich bin dankbar dafür, dass ich zu günstigen Konditionen persönliche Erfahrung mit der Elektromobilität machen kann, aber ich würde nicht im Traum daran denken, zu normalen Bedingungen einen i-MiEV zu beschaffen. Die Einschränkungen, die damit verbunden sind, machen das angenehme Fahrgefühl des lautlosen Dahingleitens für mich nicht wett – aber das muss jeder für sich entscheiden.

Gruß
Werner

von Werner11 - am 04.03.2012 08:15
Hallo Werner,

danke für Deine interessanten Erfahrungen.

Zitat
Werner11
Ich bleibe dabei: der Aktionsradius in dem man sich mit dem i-MieV problemlos ganzjährig ohne Nachladen bewegen kann, liegt jedenfalls näher bei 20 als bei 70 km.

Ich bin dankbar dafür, dass ich zu günstigen Konditionen persönliche Erfahrung mit der Elektromobilität machen kann, aber ich würde nicht im Traum daran denken, zu normalen Bedingungen einen i-MiEV zu beschaffen. Die Einschränkungen, die damit verbunden sind, machen das angenehme Fahrgefühl des lautlosen Dahingleitens für mich nicht wett – aber das muss jeder für sich entscheiden.


Aus meiner Sicht liegt das Problem einfach an der nicht vorhandenen Standheizung. Mit Standheizung wäre auch in der kalten Jahreszeit eine ausreichende Reichweite vorhanden und Du hättest nicht die schlechte Erfahrung während Deiner Einkaufsfahrt machen müssen. Beim i-MIEV wohl mind. 120km. Wir können nur hoffen, dass die Ladestellen und Zuverlässigkeit weiter zunehmen werden.

Schöne Grüße
Gerald

von Gerald_ - am 04.03.2012 11:55
@ Solarstrom

Elektroautos als Stromspeicher. Super Idee, aber …

In DE ist die Netzhöchstlast im Stromnetz ca. 90 GW, im Sommer ca. 50 GW.
Installierte on/offshore Windkraft ca. 35 GW, Photovoltaik ca. 17 GW, Tendenz steigend.

Nehmen wir an, es wären 10 GW zum Speichern verfügbar. Das wären dann 10.000.000 kW, entsprechend 3.000.000 Normalladesäulen oder 300.000 Schnelladestationen.

Wieviele Schnelladestationen gibt es in DE? 10? 100?
Wieviele Elektroautos hängen im passenden Moment an einer Ladesäule in DE?
1.000? 10.000?
Noch Fragen?

Gruß Werner

von Werner11 - am 04.03.2012 17:33
Hallo

Ladestationen mit 10kw schätzungsweise 5 Mio in Deutschland, nämlich in fast jedem Bastelkeller oder Garage, nennt sich dann halt 16A CEE 3 phasig.


Gruß

Roman

von R.M - am 04.03.2012 18:40
Hallo Roman,

nett zu wissen, wie viele Garagen es in Deutschland gibt (ich hätte mehr geschätzt) aber jetzt brauche ich noch eine Idee, wie ich mit der CEE-Steckdose Strom speichern kann.

Gruß
Werner

von Werner11 - am 04.03.2012 20:18
Zitat
Werner11
@ Solarstrom

Elektroautos als Stromspeicher. Super Idee, aber …

In DE ist die Netzhöchstlast im Stromnetz ca. 90 GW, im Sommer ca. 50 GW.
Installierte on/offshore Windkraft ca. 35 GW, Photovoltaik ca. 17 GW, Tendenz steigend.


Du hast alte Daten, bei Photovoltaik dürfte Deutschland aktuell irgendwo bei 25 - 27 GWp sein.

In Deutschland gibt es rund 50.000.000 Autos. Lass doch mal im Jahr 2050 davon nur 30.000.000 Elektroautos und PlugIn-Hybride sein. Und lass davon nur 20.000.000 eine Garage, Tiefgarage, Carport, Stellplatz mit Stromanschluss haben. In Deutschland gibt es schon seit Jahrzehnten in den Bauordungen den Zwang zu Wohnungen/Häusern eine bestimmte Anzahl von Stellplätzen zu bauen.

So, wann braucht man denn insbesondere für alternative Energien den Speicher bzw. die zeitlich verschobene Last? Bei Windkraft in der Nacht von viellecht 24:00 - 5:00 Uhr, bei Photovoltaik am Wochendende tagsüber.

Für die Windkraft dürften in der Nacht davon mindestens 15 Mio Fahrzeuge am Netz hängen, das macht bei nur 3kW angenommene Ladeleistung 45 GW.

Lass bei Photovoltaik nur 10 Mio Fahrzeuge am Wochenende am Netz hängen, macht 30 GW.

Ich gehe übrigens davon aus, dass man in Zukunft die Elektroautos nicht mit Stecker lädt, sondern induktiv oder ueber automatisch positionierte Kontakte. Und damit die Autos in der Garage/Stellplatz grundsaetzlich am Netz hängen.

von Solarstrom - am 04.03.2012 21:23
@Solarstrom

Mag sein, dass meine Zahlen nicht ganz taufrisch sind, das ist aber nicht kriegsentscheidend.
Für mich klingt es nach Märchenstunde, dass 2050 30 Mio. Elektroautos unterwegs sein werden. Hat Deutschland dann überhaupt noch soviele Einwohner?

Es müsste sich bis dahin jedenfalls noch Gewaltiges tun in Sachen Batterientwicklung. Mit Gefährten mit der Leistungsfähigkeit eines i-MiEV zu Mondpreisen sind solche Zahlen jedenfalls unrealistisch - es sei denn der Liter Treibstoff kostet dann nach heutigem Geldwert 100 EUR, aber dann haben sich private Autos sowieso erledigt.

Ich werde leider nicht mehr überprüfen können, ob sich deine Prognose bewahrheitet, bis 2050 werde ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Radieschen von unten besichtigen.

Gruß Werner

von Werner11 - am 04.03.2012 22:19
Hallo

Mehr Garagen gibts sicherlich aber warscheinlich viele ohne Stromanschluß.

Und an die Steckdose da kann man sein E-Fahrzeug dranhängen und ins Netz einspeisen bzw das Netz puffern.

Das ist ja einer der Gründe für die beidseitige Berührungssicherheit der Steckverbinder.

Leider siehts wohl so aus das die Energieversorger weder für die Infrastruktur noch für die Akkunutzung zahlen wollen.

Gruß

Roman

von R.M - am 05.03.2012 19:10
Hallo Zusammen,
die 30 Mil E-Fahrzeuge vielleicht schon bis 2050, wären hilfreich bei der Lastregelung.

Wir hatten 2011 24 GWp PV Leistung, Windkraft habe ich keine aktuelle Zahl, ich meine 38 GW und die regenerativen Zusammen einen Anteil an der Stromerzeugung in 2011 von 20,1%, das ist schon was. In den kalten Tagen haben wir den Spitzenstrom aus PV an die Franzosen verkauft zu Mondpreisen an der EEX (Strombörse).

Grüße
Ralf

von Ralf Wagner - am 05.03.2012 21:05
Guten Tag an alle Forumsteilnehmer

Nachdem in diesem Thread einiges fragwürdiges zum Stromspeichern mit Elektroautos gepostet wurde, ein Versuch einer technisch habwegs haltbaren Aussage:

Aus Sicht der Stromversorger ist das Laden von Elektroautos kein Speichern sondern ein gewöhnlicher Verbrauch, der derzeit nicht einmal beeinflussbar ist. Speichern aus Sicht der Stromversorger bedeutet, dass die gespeicherte Energie zu einem späteren Zeitpunkt auch wieder abrufbar ist, am besten mit kurzer Reaktionszeit. Das ist mit Elektroautos zwar theoretisch möglich, das gibt aber die Infrastruktur und die Ladesteuerung derzeit nicht her. Außerdem würde ich mich als Elektroautofahrer dagegen wehren, dass vom Stromversorger kostbare Ladezyklen meines Akkus verbraten werden.

Stromspeichern im oben definierten Sinn ist mit gutem Wirkungsgrad großtechnisch derzeit nur mit Pumpspeicherkraftwerken möglich. Diese benötigen einen Höhenunterschied zwischen Pumpe/Turbine mit Motor/Generator und einem Stausee. Je größer diese Höhendifferenz ist, umso weniger Wasser muss ich für die gleiche Leistung bewegen. Da der benötigte Höhenunterschied mit vertretbarem Aufwand nicht künstlich hergestellt werden kann, beschränkt sich der Bau von Speicherkraftwerken auf Gegenden, wo dieser von der Natur gratis beigestellt wird – da sind wir in den Alpen klar im Vorteil.
Speicherkraftwerke sind zwar auch nicht ganz ungefährlich, haben aber gegenüber Atomkraftwerken den Vorteil, dass nach Großstörungen (siehe z.B. [de.wikipedia.org]) sofort mit der Reparatur begonnen werden kann, ohne irgendwelche jahrzehnte- bis jahrtausendlange Abklingvorgänge bei der radioaktiven Strahlung abwarten zu müssen.

Um Elektroautos als Stromspeicher für die Energieversorgung verwenden zu können, muss also erst die nötige Infrastruktur geschaffen und das Pflichtenheft für die Akkuentwickler erweitert werden: nicht nur die Parameter kWh/kg(m3) und EUR/kWh müssen um einen Faktor 10 verbessert werden, sondern auch die Anzahl der Ladezyklen (10.000 statt 1.000) und am besten gleich auch noch die Schnelladefähigkeit (3 statt 30 min) Dass solche Überlegungen einen E-Autobestand voraussetzen, der mehrere Zehnerpotenzen über dem heutigen Bestand liegt, ist wohl selbstverständlich – ein klassisches Henne-Ei-Problem.

In Japan ist nach Fukushima die Idee aufgetaucht, dass man mit den rund 20 kWh eines vollge-ladenen E-Autos beim Ausfall der öffentlichen Stromversorgung einen Haushalt 2-3 Tage ver-sorgen könnte. Auch das ist derzeit nur theoretisch möglich, könnte aber vermutlich relativ rasch realisiert werden.

Gruß Werner

von Werner11 - am 06.03.2012 11:21
Hallo Werner,

Bezüglich Stromspeicherung:
Das Thema "Windgas" oder EE-Gas bietet auch einen interessanten Ansatz, vor allem in den nahezu unbegrenzt ausbaubaren Speicherkapazitäten.
Die Wirkungsgrade sind allerdings nicht so optimal wie bei der Pumpspeicherung, wenn man die Abwärme nützt, sieht es schon etwas besser aus.

Es muß auf jeden Fall etwas getan werden, wenn man die Energiewende wirklich will.

von Herbert Hämmerle - am 06.03.2012 12:36
Hallo Werner und Kollegen,

einige I-Miev Fahrer hier sind ja bei einem Kraftwerksbetreiber aus Österreich beschäftigt, also bezüglich Speicherkraftwerke "vom Fach". Mich würde mal interessieren, ob bzw. wie sich das Geschäft mit den Speicherkraftwerken durch die deutsche Energiewende der letzten Jahre verändert hat. Also durch
a) den starken Ausbau der Photovoltaik
b) die Abschaltung von 10 AKWs

Meine Meinung war dieses Geschäft bisher wie ein Schweizer Uhrwerk: Nachts den Atomstrom billigst kaufen, und tagsüber zu Hochlastzeiten wieder teuer verkaufen. Nachts dürfte durch die Abschaltung der AKWs der Strom jetzt teurer geworden sein und tagsüber durch die massiven Erträge der Photovoltaik trotz Spitzenlast deutlich gesunken sein. Oder?

Die Netzintegration von Elektrofahrzeugen wird derzeit wegen den paar tausend Fahrzeug in Deutschland in keiner Weise wirtschaftlich sein. Aber wenn man das machen will, bräuchte man im einfachsten Fall nicht mal ein Smart Grid, sondern könnte es über die seit Jahrzehnten vorhandene und bewährte Technik mit den Rundsteuerempfängern lösen. Also so wie es mit Nachtspeicherheizungen, Wärmepumpen und Warmwasserspeichern schon ewig gemacht wird. Ich glaube damals war der in der Nacht anfallende Atomstrom der Grund für die Einführung dieser Technik.

Meines Wissens hat z.B. Siemens rund 100 Stromos gekauft, um die Netzintegration von Elektroautos zu testen. Ob es dabei jetzt "nur" um optimierte Ladezeiten geht, ober auch um Strom welcher wieder zurück ins Netz fliessen kann, ist mir unbekannt.

von Solarstrom - am 06.03.2012 15:16
Zitat
Werner11
... Außerdem würde ich mich als Elektroautofahrer dagegen wehren, dass vom Stromversorger kostbare Ladezyklen meines Akkus verbraten werden....


... denn bei einem Akkupreis von 6k€, Lebensdauer 1000 Ladezyklen und 16 kWh Ladekapazität kostet mich die Abnutzung des Akkus 37,5 cent pro kWh.
Aber ich bin gerne bereit meine Ladephasen so zu terminieren wie es dem Energieversorger am besten in den Kram passt bzw. wenn der Strom billigst verfügbar ist. Ich bin bei der ENBW, ich habe aber noch keinen 'intelligenten' Stromzähler gesehen der mir sagt was der Strom gerade kostet geschweige denn würde er gem. IEC 62196 mit einer Wallbox kommunizieren und die Ladung zum günstigsten Zeitpunkt starten.
Ich habe den Eindruck dass die bessere Lastverteilung von Kleinverbrauchern bei den Energieversorgern nur ein Randthema ist. Wenn es dann evtl. doch mal ein Problem werden sollte kann man ja auf die kleinen Einspeiser regenerativer Energie losprügeln weil die sind ja an allem Schuld.

von Thomas Pernau (Ion) - am 06.03.2012 15:39
@solarstrom

Ich bin zwar bei einem Netzbetreiber beschäftigt, aber meines Wissens ist es so, dass diejenigen Speicherkraftwerksbetreiber in Österreich, die Zugang zum deutschen Regelenergiemarkt haben, durch die Entwicklungen in DE kein schlechteres Geschäft machen als früher. Durch das stark schwankende Angebot an Energie aus regenerativer Erzeugung ist es eher wichtiger als früher, dass große Verbraucher (Pumpbetrieb) und Einspeiser (Generatorbetrieb) mit kurzen Reaktionszeiten verfügbar sind.

Zum Teil haben sich die Verhältnisse umgedreht: während früher zu Mittag die Speicher geleert wurden (Mittagsspitze) wird heute an schönen Tagen mittags Wasser hochgepumpt.

Im besten Fall klingeln die Kassen doppelt: zeitweise bekommen die Kraftwerksbetreiber Geld für die Abnahme von Pumpenergie, wenn die Energie sonst nicht verkauft werden kann (kommt aber nicht oft vor), das zweite mal wenn bei Dunkelheit und Windflaute Energie durch das Abfahren von Speichern kurzfristig bereitgestellt werden kann. Die Preise an der Strombörse sind volatiler als die meisten Aktienkurse (siehe www.eex.com)


Gruß Werner

von Werner11 - am 06.03.2012 15:44
Zitat
Werner11

In Japan ist nach Fukushima die Idee aufgetaucht, dass man mit den rund 20 kWh eines vollge-ladenen E-Autos beim Ausfall der öffentlichen Stromversorgung einen Haushalt 2-3 Tage ver-sorgen könnte. Auch das ist derzeit nur theoretisch möglich, könnte aber vermutlich relativ rasch realisiert werden.


Die Idee wurde in Japan mit speziell ausgerüsteten i-MiEVs realisiert, die in die Katastrophengebiete fuhren.
Auf dem Genfer Autosalon wird so etwas ausgestellt:
[www.greencarreports.com]

von Herbert Hämmerle - am 07.03.2012 09:59
Liebe Leute
möchte nur so mal meine Gedanken an Euch weiter geben. Was der Verkaufspreis für so ein Elektroauto angeht stimme ich zu, dass er unangemessen hoch ist.
Weil:
1. Kann jeder einigemassen begabter Bastler selbst zu Hause einen Elektromotor bauen, was ich beim einem Verbrennungsmotor auch wenn ich ein begabter Mechaniker wäre bezweifle.
2. Ein Verbrennungsmotor wesendlich mehr Steuerungselektronik nur alleine für den Motor benötigt. Mein Smartphone hätte bereits die Kappazität um die Steuerungen für ein Elektroauto zu bewältigen hat sogar Komplettes Navi mit der korrekten Geschwinigkeitsangabe drin.
Wenn ich dann einen Dagia oder wie sich die Günstige Automarke nennt anschaue was so ein Fahrzeug kostet, kann ich mir den hohen Preis für ein Elektofahzeug nur so erklären, dass die nie benötigten Ersatzteile wie Auspuff, Zahnriemen, Kerzen, Öl, Ölfilter, Kraftstoff-filter und Pumpen usw. auch gleich mit bezahlt werden.
3. Und das ist wohl der wichtigste Punkt weshalb Elektroautos nie Erfolg haben dürfen. Man bezahlt keine Kraftstoffsteuern mehr (Dem Staat würden Hunderte von Miliarden weg brechen) Die Tankstellen würden verschwinden, Die Zulieferer der Tankstellen würden verschwinden, Die Firmen die die Sicherheitsvorkehrungen an den Tankstellen wären auch nicht mehr nötig. Nur schon der Wegfall der Treibstoffversorgungsindustrie würde Zehntausende Arbeitslose schaffen.
Die Wartungen an Elektroautos sind so gering, dass es das grosse Netz an KFZ Werkstätten nicht mehr benötigt einzig für Reifen und Bremsen wechseln bräucht man noch kleine Werkstätte. Und wenn jeder ein E-Mobil hätte Könnten die Hersteller von Fahrzeugen und Ersatzteilen den Laden auch dicht machen. Also ein absoluter ruin für die Wirtschaft. GM hatte das bald fest gestellt und Die EV1 alle wieder eingezogen und mmit hilfe der Regierung verschrotten lassen.

von Nick_Name - am 28.01.2014 23:19
Hallo Werner, hallo @ all,

dann will ich mal meinen Senf auch dazugeben:
grundsätzlich gebe ich dir Recht, das will ich mal vorausschicken. Es gibt jedoch auch durchaus andere Möglichkeiten des Herangehens.
Für mich ist es vor Allem eine wirtschaftliche Herangehensweise. Ich habe jeden Arbeitstag ziemlich genau 100 Km zu fahren. Mein Arbeitgeber stellt mir eine Lademöglichkeit für 0,1 Euro/KWH zu Verfügung, so daß ich zu Hause (0,27 Euro/KWH) nur so wenig wie möglich dazulade. Die Neubeschaffung des iOn hat mich 20KEuro gekostet (und viel Aufwand an Zeit und Nerven für den Direktimport) Die laufenden Kosten halten sich in sehr engen Grenzen, so daß, Alles in Allem, sich das Gefährt nach ca. fünf Jahren (verglichen mit einem Kleinwagen Benzin/Diesel) für mich rechnet.
In die Rechnung fließt jedoch nicht ein:
+++alle kleineren Fahrten und derer gibt es seeehr viele wie Einkaufen, Elternversammlung, Besuch vom Bahnhof abholen……
+besseres Gewissen bezüglich Umweltverträglichkeit usw.
++Sehr günstiger Unterhalt (-zukünftige Maut???)
-schlechter Fahrkomfort (Federung, Plastikteile, mangelnde Heizung, wenig Beinfreiheit usw)
-teure Teile z.B. Reifen/Räder (ich habe noch nie im Leben so viel Geld für Winterräder ausgegeben
-/+ bewussterer Umgang mit der Mobilität – ständiges Nachdenken über: schaffe ich das hin und zurück?, gibt es dort eine Steckdose, habe ich heute Abend vergessen das Auto anzustöpseln?

Mein Resümee: mir ist es das Wert, vor Allem, wenn ich am Jahresende vergleiche, was habe ich verbraucht – was bekomme ich von der Steuer – wie oft war das Auto nicht einsatzbereit. Aber ich gebe dir insofern Recht: vieles bei diesem Modell ist verbesserungswürdig und viele Kollegen schauen mich mitleidig an, wenn ich mit Daunenjacke und Kniedecke im Winter aus dem Auto steige. Schon allein der Einbau einer Zusatzheizung würde einen Quantensprung (für mich) bedeuten. Ich denke, es ist für jeden eine eigene Entscheidung. Für mich unverständlich ist jedoch, daß solche, einfach zu lösenden Probleme nicht vom Hersteller gleich von vornherein behoben werden wie z.B. der Einbau einer Zusatzheizung. Und diejenigen, die nicht damit klarkommen, daß mit einem Wirkungsgrad von über 80% 0,6L/h fossiler Brennstoff oder Bio..bla zu Wärme umgewandelt werden, müssen sie ja nicht nutzen.
Ich könnte noch weiter…breche aber hier ab.

Gruß,
Adolar

von Adolar - am 29.01.2014 07:45
@Werner11: lese ich richtig? Deine Firma hat die 100 Drillinge für 5 Jahre verleast? Das ist dann 2017? wie ergeht es den 100 Kollegen inzwischen? Berichte doch mal!

Also ich kaufe gerade meinen dritten i-MiEV und meinen dritten LEAF. Werkstätten hab ich nur zum Softwareupdate und Reifenwechsel gesehen. Es ist frappierend, wie problemlos die Japaner, speziell der i-MiEV läuft. Inzwischen wurden ja knapp 100.000 Drillinge verkauft, das ist nicht viel aber kann sich sehen lassen.

Im Gegensatz zum LEAF hat der Drilling einen in Minuten wechselbaren Aktivkohlepollenfilter, heutzutage UNERLÄSSLICH, wenn man zwischen den schmutzigsten Städten Deutschlands S und RT pendelt.

Die Drillinge haben NUR EINEN Bug: mangelnde Isolierung von Heizung und Türen/Dach. Stellt man diesen Mangel ab, kommt man auch im Winter unerhört weit!

Der 2014er i-MiEV kommt 10km weiter, fast hätte ich gesagt sie haben die Heizung isoliert, kann aber nicht sein, im Sommer benötigt man die ja nicht. Vielleicht kommt ab Werk das Türdämmkit, welches von Anfang an als Zubehör in Japan erhältlich war? Dann spart man Wärme und Kälte, da die Heizung ja runterregelt. Man wird sehen... :)

von p.hase - am 29.01.2014 10:04
Hallo Adolar,

Zitat
Adolar
[..]
... und viele Kollegen schauen mich mitleidig an, wenn ich mit Daunenjacke und Kniedecke im Winter aus dem Auto steige.
[..]
Adolar


Das ist aber häufig beim Verbrenner nicht anders. Mein Elch und mein Smart haben beide eine Standheizung. Ich kenne aber nicht viele, die im Verbrenner eine Standheizung haben. Da werden in der Firma für die Chefs A8 geordert mit jedem Luxus. Aber die Standheizung wird schlicht vergessen. Dann wird an der teuren Karre das Eis weggekratzt, damit man einen Ausblick hat. Schon für diese 5 - 10 Minuten braucht es eine Winterkleidung. Voller Schnee steigt man in den kalten Wagen und verschafft dem Innenraum noch Feuchte. Bis der Wagen einigermaßen warm ist, vergehen dann gut 5 km. Nach knapp 10 km ist die Fahrt bei den meisten zu Ende. Natürlich hat keiner von ihnen nach 5 km die Winterkleidung abgelegt.
Jeden Tag sehe ich die eingepackten Verbrennerfahrer in ihren ach so toll beheizten Autos, wenn ich im Sweatshirt in meinem warmen Smart sitze. :hot:

Wenn ich dann im Elektroauto auch mit Winterkleidung fahre, ist das so, wie Verbrenner fahren auf Kurzstrecke. :D

von Andreas106 - am 29.01.2014 11:20
Zitat
Andreas106

Wenn ich dann im Elektroauto auch mit Winterkleidung fahre, ist das so, wie Verbrenner fahren auf Kurzstrecke. :D


Hallo Andreas und danke für die Fürsprache.

was mich daran ärgert ist: Sie konnten es besser! Mein Saxo hatte serienmäßig eine Webasto verbaut. Wenn man da regelmäßig den Tank auffüllte (ich hatte es auch mal vergessen weil die Intervalle recht groß waren) hatte man es immer schön warm.
Leider ist es aber so, daß, wenn der Hersteller den Tank nicht einbaut, es in D recht schwierig ist einen solchen nachzurüsten.

von Adolar - am 04.02.2014 05:55
Ich habe in einem Jahr mit dem i-MiEV vielleicht insgesamt eine Stunde die Heizung angehabt. Die Heizung ärgert mich, weil sie ausgesprochen ineffizient ist. Hatte keine Lust, das Auto nachzuarbeiten, obwohl das sicher eine Menge bringt.

Fehlen tut mir die Heizung nicht. Bin vorher 15 Jahre 3-Liter-Autos gefahren. Bei denen dauert es sehr lange, bis die Heizung mal was bringt. Habe das letztes Jahr getestet vor der Lieferung des i-Miev. Bin mit dem A2 10km nach Bad Laasphe gefahren und gleiche Strecke zurück. Bei -5° Aussentemperatur hatte ich bis dahin gerade mal +8° in der Fahrgastzelle.

Da ich weit überwiegend kurze Strecken fahre und die Heizungen meiner Kisten so langsam sind bin ich im Winterhalbjahr immer mit Jacke gefahren. Jetzt habe ich zwar die Heizung ausgeschaltet, aber dafür Sitzheizung, was sehr angenehm ist und nur sehr wenig Strom zieht. Mir fehlt eigentlich nur eine Lenkradheizung ( bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, ab -5° ziehe ich Handschuhe an ) und vielleicht noch eine beheizte Fußmatte. Die würden zusammen nicht mehr als 100 Watt ziehen und damit könnte ich auch weite Strecken angenehm zurücklegen.

Der i3 hat wohl eine deutlich effizientere Heizung, die werde ich vielleicht mehr nutzen, bin mir aber noch nicht sicher. Leider geht Wärmepumpe nicht mit dem REX.

Grüße
Frank

von fdl1409 - am 04.02.2014 11:23
Hallo

Aber vermutlich Standheizung, der Tank ist ja drinnen.

Gruß

Roman

von R.M - am 04.02.2014 18:59
Viel hin - viel wider.

Unser Abt hat gesagt, "geht nachhause und macht soviel Unsinn wie Euch in den Sinn kommt". Da haben wir uns ein Elektroauto gekauft. Karins Idee. Ich wollte es schon haben, aber ich konnte die Entscheidung nicht verantworten.

Natürlich habe ich überlegt, aber keine bessere Begründung gefunden, als unser Abt.

Einen i-MiEV hätte ich nicht unbedingt gewollt, aber der war eben da, einfach so - und da haben wir Schneewittchen mit Nachhause genommen.

Rentabilität war kein Entscheidungskriterium, die von Merkel angekündigte Steckdosenschwemme schon eher.

Beinahe 2 Jahre später, zwei Winter überlebt und immer noch keine Dieselheizung aber tolle Schall- und Wärmedämmung. Für zweimal im Jahr Reiten kaufe ich doch kein Pferd oder? Leihwagen für die zweimal ist bezahlbar und ich freue mich immer wenn ich am Ende der Reise in unseren i-MiEV einsteige und endlich wieder ein richtiges Auto fahre.

Ein Ding was an der Ampel steht und "brumm, brumm" macht. ist doch kein Auto oder? Ein Ding was einen Bocksprung macht und dann mit abgewürgten Motor auf der Kreuzung steht ist peinlich für Hersteller und Fahrer gleichermaßen. So gesehen ist ein Elektrischer schon seinen höheren Preis wert.

Rechnen? Wenn ich für lau lade, Flatte Rate bei der GGEW oder bei Park und Charge, dann rechnet es sich immer noch nicht. Wenn ich die Werkstatt nur von draussen sehe, nicht wirklich, aber vielleicht in ein paar Jahren?

Unsere (Karin und ich) Autos werden üblicherweise 13 und mehr Jahre alt. Der Prinz 4, ich schreibe den Hersteller lieber nicht, das Wort hat heute eine andere Bedeutung und die NSA kann so lange nicht speichern, hat 8 Jahre gehalten, aber der Käfer wurde beinahe 20 als er ein neues Frauchen bekam. Inzwischen haben die Autos viel dazugelernt, aber basteln war früher, ausser beim i-MiEV.

Schnellladen ist Glücksache. Frankenplug, Tesla oder CHAdeMO? Tesla ist die Realität und FrankenPlug war mal Vision aber bei CHAdeMO besteht zumindest die Hoffnung, daß das mehr werden.

Noch nicht ausgeträumt. Wir fahren hoffentlich noch 20 Jahre lang i-MiEV und dann haben wir ein ganz anderes Problem.

Liebe Grüße von
Peter und Karin

von Peter Dambier - am 15.02.2014 15:32
Nach mehr als 6 Jahren mit dem i-MiEV habe ich jetzt mein Verbrenner-Vergleichsfahrzeug (Daihatsu Sirion Automat) zu einem sehr guten Preis verkauft. Für mich: Ende Verbrennerzeitalter.

Jetzt fährt mein i-MiEV in der Gesamtkostenrechnung (10T km pro Jahr) günstiger als der halb so teure Sirion (Anschaffungskosten 2011). Das habe ich so erwartet nach meiner Wirtschaftlichkeitsrechnung 2010 für beide Fahrzeuge.

Der Kostenvorteil kommt aus folgenden Quellen:
- viel tiefere Unterhaltskosten (bei jährlichem Service):
- kein Motorölwechsel, kein Wechsel von Bremsbelägen, Bremsscheiben, keine Kupplungsbeläge, keine korrodierende Abgasanlage, null Reparaturen seit 6 Jahren, Top-Zustand bei der amtlichen Fahrzeugprüfung 2017, usw. usw.
- vergleichsweise extrem geringe Energiekosten (Nachtstrom für 10 Cent, gratis Strom bei Lidl, gratis Chademo in 4km Entfernung)
- im Kanton Zürich keine Verkehrssteuer
- moderate Tarife bei der Versicherung für Haftpflicht und Vollkasko

Fazit für mich: bei diesem Fahrkomfort zu so geringen Kosten: einmal elektrisch - immer elektrisch.

Gruss Walter

von i-MiEV - am 22.09.2017 16:58
Hallo Walter,

ich bin nun auch schon 6,5 Jahre und 80.000 km störungsfrei gefahren.
Das Neue lockt und ich habe mich für den Hyundai IONIQ entschieden.
Für den iMiEV fand sich sehr schnell ein Käufer, der sehr zufrieden damit ist.
Dank des damaligen Batterietauschs (wegen korrodierter Aufhängung) dürfte der Wagen noch lange eine gute Reichweite haben.

von Herbert Hämmerle - am 27.09.2017 05:56
wir haben beschlossen unseren 2013 i-MiEV nicht zu verkaufen. es ist ein schummel-werkswagen und komplett gemacht. alle bleche wie bei einer S-Klasse. alle türen und heizung und ausgleichsgefäss sind gedämmt sowie spalte verschlossen und man kann ihn super und selektiv über die remote vorheizen. scheibe oder fahrzeug einzeln oder zusammen. super! für die schule und für die stadt nichts besseres. der i-MiEV steckt voller überraschungen und technischen kniffen die andere hersteller bis heute nicht machen. der wendekreis ist winzig und mit dem sportfahrwerk läuft er erheblich flinker als serie und ermöglicht tiefe zeiten auf strecke.

von p.hase - am 16.12.2017 10:32
Zitat
p.hase
für die stadt nichts besseres. der i-MiEV steckt voller überraschungen und technischen kniffen die andere hersteller bis heute nicht machen. der wendekreis ist winzig


Gratulation! Sehe das genau so. Und werde ihn BJ 2010 (reparaturfrei!) fahren bis 2022... oder länger. Noch nie so ein günstiges Auto gefahren!

SUV und grössere Autos sind für mich tabu.

Die Menschheit stirbt wohl am Grössenwahn?

von i-MiEV - am 16.12.2017 12:26
I-Miev ist eigentlich das Fahrzeug meiner Wahl, nachdem ich mich von meinem Diesel wohl zwangsweise trennen muss und mein Saxo in die Jahre kommt, dessen Lebenszeit ich eigentlich durch Schnelladung verlängern könnte.
Frage: weiß jemand, ob man sein Fahrzeug an chademo anpassen kann, wenn es eine untere Spannungsgrenze beim Laden von 130 Volt hat? Gibt es in der Schweiz genügend Chademo-Stationen?
kann man möglicherweise ein Paket Zusatzakkus hinzuladen, das ich per Spannungswandler an die Fahrbatterie kopple? Wie verhält sich dann die Elektrik?

Schließlich hat der Ausfall der Klimaanlage von Andreas dazu geführt, dass das ganze Fahrzeug stillgelegt wurde und erst wieder zum Leben erwachte, als der defekte Klimakompressor für weit über 2000 Euro ersetzt wurde. Dabei wird für die Beheizung die Klimaanlage überhaupt nicht benutzt, die Heizung verwendet ausschließlich eine 4,5 kW-Widerstandsheizung.
An dieser Stelle möchte ich darauf noch einmal hinweisen, weil es viele offensichtlich nicht wissen: Im Winter darf man auf keinen Fall die Klimaanlage anstellen: die frisst ca 2 kW elektrische Leistung, die dann samt 2 kW aus der angesaugten Luft in die Außenwelt abgegeben werden: Ein voller Verlust von 4 kW elektrischer Leistung, die von der reichlich bemessenen Widerstandsheizung nur mühsam aufgefüllt werden. 2,5 kW Heizleistung bleiben dann bei bis 7kW Stromverbrauch.
Ansonsten entnehme ich Euren Berichten, dass die Anschaffung eines der drei Mitsubishiausgaben nicht die falscheste Entscheidung sein wird.
Was sagt Ihr: Sind , wenn alles glatt geht, 1000km machbar in 24 Stunden?
Mit der Ente dauerte es im Winter so lange bis Belluno.
Zeigt die Ladeanzeige richtig an, wenn ich mit einem externen, selbstgebauten Ladegerät lade? Dafür wäre ich gann gut ausgerüstet (15kW).
Chademo wäre natürlich bequemer. Welche Karte zeigt die Ladestationen in der Schweiz am besten an? Italien ist wohl immer noch Notstandsgebiet?

von Bernd Schlueter - am 31.12.2017 16:31
Zitat
Bernd Schlueter
kann man möglicherweise ein Paket Zusatzakkus hinzuladen, das ich per Spannungswandler an die Fahrbatterie kopple? Wie verhält sich dann die Elektrik?


Das würd ich unterlassen. Bei 330V kann man auch 103Stk von diesen in den Kofferraum schmeißen:
GWL/Power LiFePO4 High Power Cell (3.2V/20Ah) - Alu case, CE
und sich den Spannungswandler sparen. Du brauchst ja einen von der Zusatzzellspannung auf 330V und einen von der Ladespannung auf Zellspannung. Das ist beides nicht günstig beim freundlichen thanksbuyerhobby Chinesen erhältlich. Klar, ein (paar kleine billige) BMS, aber da gibts ja auch was von Ratiopharm. Dann bist du, UID vorausgesetzt, zusammen auf 2500€ für ca 6600Wh unter 70kg. Mehr geht, aber wohl nur aufs Dach.

von el El - am 02.01.2018 08:38
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