Modellpflege und Weiterentwicklung des i-MiEV

Startbeitrag von i-MiEV am 03.03.2012 15:53

Das i-MiEV Modell 2012, das derzeit in den USA und Kanda auf den Markt kommt, ist in einigen Bereichen weiterentwickelt worden. Ich gebe hier auszugsweise die wichtigsten Informationen weiter, die von Mitsubishi Motors Nord Amerika veröffentlicht wurden. Ob und was davon auch in den europäischen i-MiEV übernommen wird, bleibt noch offen. Auf jeden Fall müsste der i-MiEV dafür in Europa neu typengeprüft werden.

Weil sich Mitsubishi Motors Japan bemüht die Zahl der Komponenten bzw. Varianten aus Kostengründen so klein wie möglich zu halten (es gibt z.B. einige Komponenten, die in Japan sowohl im i-MiEV als auch im i mit Benzinmotor verbaut werden), dürften einige technische Änderungen auch in die EU-Version übernommen werden.

Änderungen für den US-Markt

Leergewicht + 60kg
Maximalgewicht + 60 kg
Länge + 200 mm
Breite + 110 mm
Bodenfreiheit + 5 mm
Radstand unverändert
Spur vorne + 11 mm
Spur hinten + 11 mm

Innenbreite + 122 mm

Motor 49 kW 196 Nm (+16 Nm)
Max. Drehzahl 9900 U/min
Achsübersetzung 7.065 : 1 statt 6.066 : 1

Weiterentwicklungen (vor allem für kalte Gegenden)

Neues Akku Temperierungssystem (neue Funktionalitäten, neue Steuerung)

Es besteht aus folgenden Komponenten:

- HVAC = Heating Ventilating and Air-Conditioning system = Heizung, Kühlung mit Ventilator und eigener Steuereinheit ECU
- Gesteuerte Schaltklappe = umleiten von warmer oder kühler (Ab)Luft aus dem Passagierraum zum Akku
- Bodenkanal zur Verbindung des HVAC mit dem Akku
- Luftkanäle zur Zuführung der Luft zu den einzelnen Akkupaketen
- Zusätzlicher Ventilator zum Abführen der Luft um die Akkupakete

Die Akkukühlung arbeitet wie folgt:
Wird eine CHAdeMO-Schnelladung gestartet und der Akku ist wärmer als 20°C, so starten die beiden Ventilatoren (HVAC + Akku-Ventilator)
Übersteigt die Akku Temperatur 30°C, so wird zusätzlich der Kühlkompressor gestartet

Die Akkuheizung arbeitet wie folgt:
Wird an 110 oder 220V geladen, so prüft das BMS die Temperatur und lässt via HVAC die Heizung und Ventilatoren starten.

Die stationäre Temperaturüberwachung des Akku für arktische Verhältnisse (oder das schweizerische Engadin) arbeitet wie folgt:
Hat der Akku eine Temperatur zwischen -29°C und -25°C, so startet die Akkuheizung. Sie arbeitet, bis der Akku -20°C erreicht, damit laden wieder möglich ist.
Anschliessend macht die Heizung 6h Pause und prüft dann erneut, ob geheizt werden muss.
Diese Heizung startet nicht, wenn der SOC unter 40% liegt.
Diese Heizung stoppt, wenn der SOC unter 10% fällt.

Wenn der i-MiEV mit der neu vorhandenen Programmierung des Akku Ladezeitpunkts benutzt wird, passt sich die Batterieheizung entsprechend an und stoppt ebenfalls beim programmierten Ladeschluss-Zeitpunkt.


Neue Fernbedienung und Funktionen der Klimaanlage

- vorheizen oder vorkühlen des Innenraums (auch während der Ladephase)
- automatisches zeitgesteuertes Akku laden
- Akku Ladezustandanzeige
- Batterieheizung

Per Fernsteuerung kann die Kühlung, Heizung (inkl. Sitzheizung) und der Scheibendefroster (inklusive Heckscheibe) gesteuert werden.
Die Vorkühlung arbeitet maximal 30 Minuten.

Beim Akku laden lässt sich der Startzeitpunkt und die Stunden (0-19.5) während denen geladen werden darf fest programmieren.
Eine weitere Möglichkeit ist der ad hoc Ladebefehl per Fernbedienung inkl. der gewünschten Dauer. Die Fernsteuerung zeigt auch den aktuellen Ladezustand.

Per Fernsteuerung ist auch die Akku Heizung (Beschreibung oben) bedienbar.

Änderung an der Inneraumheizung

Wenn die Heizung in einer sehr kalten Umgebung benutzt wird, so wird der Wirkungsgrad gesteigert, indem ein Teil der bereits warmen Luft im Passagierraum rezirkuliert und mit der neuen Frischluft vermischt wird.

Änderungen am Fahrwerk

Der Geradeauslauf wurde verbessert durch Erhöhung des Nachlaufs und Verkleinerung des Lenkrollradius.

Komfortausrüstung

Neben einem Navi-System gibt es eine 40GB Harddisk (in Japan auch als SSD) zum speichern eigener Musik, dazu eine Sprachsteuerung (Bluetooth) auch für Mobile Phone und iPod plus einen USB-Anschluss.

Serienmässig ist jetzt auch das akustische Warnsystem AVAS. Es funktioniert wie folgt:

Nach dem Start des i-MiEV ist das AVAS-System aktiv (Leuchtanzeige im Instrumenten Display).
Fährt das Auto mit dem Fuss auf dem Bremspedal langsamer als 3 km/h oder befindet sich der Schalthebel auf "P" oder fährt das Auto schneller als 35 km/h, so ertönt kein Geräusch. Ab 3 km/h wird das Geräusch lauter und verändert zusätzlich die Tonhöhe bis zum Maximum bei 20 km/h. Danach nimmt die Lautstärke wieder ab bis es bei 35 km/h abschaltet.

Gruss Walter

Antworten:

Hallo Walter,

von anderen japanischen Produkten mit Intelligenz bin ich es gewohnt dass es nach der Einführung des Neuen ein Firmware-Update für das Alte gibt in dem ebenfalls viele Neuerungen drin sind. Klar, für zusätzlich Luftkanäle geht das nicht aber in allen anderen Bereichen die über Software gesteuert sind.
Gibt es da schon Planungen für ein Firmware-Update und was ist da evtl. drin?

Thomas

von Thomas Pernau (Ion) - am 04.03.2012 00:19
Zitat
i-MiEV
Die Akkuheizung arbeitet wie folgt:
Wird an 110 oder 220V geladen, so prüft das BMS die Temperatur und lässt via HVAC die Heizung und Ventilatoren starten.
(...) Hat der Akku eine Temperatur zwischen -29°C und -25°C, so startet die Akkuheizung. Sie arbeitet, bis der Akku -20°C erreicht, damit laden wieder möglich ist.
Anschliessend macht die Heizung 6h Pause und prüft dann erneut, ob geheizt werden muss.
Diese Heizung startet nicht, wenn der SOC unter 40% liegt.
Diese Heizung stoppt, wenn der SOC unter 10% fällt.

[/quote]

Hmmm - dann bringt die Akkuheizung aber nicht wirklich was. Wichtig wäre es doch die Akkuheizung würde die Akkus wenigstens nicht unter 0 Grad (besser 10 Grad ab denen ja die enorme Leistungsreduzierung beginnt) fallen lassen würde. :confused:

Das bringt doch z.B. meinen Schwiegereltern in Alberta (bis minus 45 Grad im Winter) nichts wenn sie bei -20 Grad laden können, aber dann wegen kaltem Akku und dem enormen Heizbedarf nur so wenig Reichweite haben, dass sie das Auto nicht sinnvoll nutzen können. Und in den kalten >Teilen Kanadas hast du an fast jedem (Supermarkt)Parkplatz Stromanschlüsse an den Parkplätzen damit die Verbrenner im Winter ihre Ölwannen-Heizungen anschließen können um das Auto nach dem Parken überhaupt wieder starten zu können. Eine Akkuheizung bis mind. 0 Grad wäre also kein Problem - wenn man manuell auf "nur Heizen statt Laden" stellen könnte.

Also das hätten die sich ja echt sparen können...

Cheers

Frank

von Franko30 - am 08.03.2012 09:31
Sehe ich ähnlich. Offenbar wollten die Entwickler mit der Heizung nur sicherstellen, dass der Akku auf die Mindesttemperatur zum laden kommt, weil das unter -20°C nicht mehr geht.

Mehr wollten sie offensichtlich nicht, weil das ja nur für diesen YUASA Akku so ist. Der alternative Toshiba SCiB in Japan hat ja dieses Kälteproblem nicht.
Vielleicht gibt es zukünftig ja nach Klimaregion einen anderen Akku (?)

Gruss Walter

von i-MiEV - am 08.03.2012 09:50
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