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Informationen zum Thema:
Forum:
elweb I-Miev / Ion / CZero
Beiträge im Thema:
16
Erster Beitrag:
vor 1 Jahr, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
p.hase, Herbert Hämmerle, fjs77, R.M, teschnert, EL-KO, schachtelhalm, ION Oldenburg, Otto_Moeller, hefi

Akku defekt?!

Startbeitrag von fjs77 am 28.08.2016 11:20

Hallo zusammen,
bei unserer Knutschkugel vom EZ Ende 2010 mit 36000km sinkt die Restreichweite grad rapide. Es sind nur noch 80km möglich, und das trotz sparsamer Fahrweise im Sommer ohne Klima :cry:
Laut Mitsubishi Werkstatt "normaler" Verschleiss nach 6 Jahren.

Habe mir nun canion und Dongle besorgt und nach dem Vollladen den Akku komplett leer gefahren, bis 4% und die einzelnen Zellen schwanken doch ziemlich: 0,305V von der besten zur schlechtesten.
Ist das normal?!

Was würdet Ihr nun tun?

Beste Grüße!
FJS
[attachment 1971 Akku2016-8-27.png]

Antworten:

Hallo FJS,

unter Aufsicht von CanIon soweit runter "fahren" (am besten mit Heizung oder Klimaanlage) bis die "Benzinuhr" blinkt. Jetzt sollte die BMU anfangen Elektronen zu sortieren (Bottom Balancing). CanIon sollte sehen, dass die Spannungen jetzt ähnlicher werden. Bottom Balancing passiert laut Handbuch bei zwei Balken. Weniger muss es nicht sein.

Danach, wenn es geht mit 16 Ampere vollladen, wieder unter Aufsicht von CanIon.

Nach unten unbedingt verhindern, dass eine einzelne Zelle unter 2,5 Volt fällt, auf keinen Fall darf sie umpolen, sonst ist sie hin.

Das Vollladen ist noch kritischer. Wenn eine Zelle durchs Dach rauscht, also überladen wird, besteht Feuergefahr.

Am oberen Ende fängt der Lader wieder an Elektronen zu sortieren, diesmal Top Balancing. Wenn er damit fertig ist, dann ist die BMU wieder neu geeicht. Jetzt nochmal schauen, wie die Reichweite aussieht.

Liebe Grüsse von
Peter und Karin

von schachtelhalm - am 28.08.2016 18:05
Hallo FJS,

80 km Restreichweite als normalen Verschleiß nach 16.000 km zu bezeichnen ist eine absolute Unverschämtheit.
Ich bezweifle leider, dass die Tips von Karin und Peter zu signifikanter Verbesserung führen, für mich sehen die Abweichungen der einzelnen Zellen schon schwerwiegend aus. Selbst wenn sich diese Differenzen balancen lassen stellt sich die Frage, warum es soweit gekommen ist?

Ich habe kürzlich versucht, meine eigenen Garantieansprüche gegenüber Mitsubishi Deutschland geltend zu machen .i-Miev Bj. 04.2012, ca. 50.000km, nahezu lückenlose Datenaufzeichnungen verfügbar, so gut wie nie CHAdeMO geladen, vielleicht 20 mal mit 22kW. Mehrmals seit dem Kauf selbst mit dem MUT-3 bzw. in der Mitsubishi Werkstatt die Restkapazität gemessen.
Die Zellspannungen sind bei mir zwar sehr gleichmäßig, insgesamt aber nur noch ca. 83% Restkapazität. Der Verlauf des Kapazitätsverlustes ist leider auch moch degressiv, d.h. im nächsten April nach Ablauf der Garantiezeit von 5 Jahren werde ich deutlich unter 80% sein.

Viel Geld bezahlt um die lt. MMD nötigen Messungen machen zu lassen. Ergebnis der Einzelfallprüfung nach Gutsherrenart in Japan: "Alles in Ordung, mein Fahrzeug entspricht dem "Serienstand""
Kriterien, was als Garantiefall eingestuft wird, und wann dieser eintritt, werden trotz mehrfacher Nachfrage nicht genannt.
Beim i-On und C-Zero wird es wahrscheinlich aufgrund der bekannten Konstellation mit Mitsubishi noch schwieriger.

Die rechtiliche Situation ist wie folgt:
Garantie ist eine freiwille Leistung des Herstellers. Wenn dieser die Bedingungen wachsweich formuliert, weil er zum Zeitpunkt der Markteinführung selbst noch nicht weiß, wohin die Reise geht, kann er das Risiko gerne auf den Kunden abwälzen. Es ist nahezu aussichtslos, sich hiergegen zu wehren.

Das Problem ist symptomatisch, auch andere Hersteller geben sich sehr bedeckt. Da so langsam die ersten E-Fahrzeuge der großen Hersteller "in die Jahre" kommen wird das Thema Reichweitenverlust sicherlich demnächst häufiger zu lesen sein. Mal sehen, was passiert, wenn sich Kunden gehäuft beschweren.

Mich würde interessieren, welche Erfahrungen die anderen Forumsteilnehmer bei ähnlichen Problemen mit ihren Händlern machen.

Gruß
Thomas

von teschnert - am 30.08.2016 11:39
Hallo,

ich habe die selbe Erfahrung gemacht. MMD sagt alles ok. Sie haben sich viel zeit mit der Antwort gelassen. Es dauerte etwa 9 Wochen, bis ich Antwort bekommen hatte. Erst hat man sich zweimal das Serviceheft einscannen lassen mit den Service Stempeln, damit man 3 Wochen später schreiben konnte das der Verschleis normal ist.

Gruß Otto

von Otto_Moeller - am 30.08.2016 17:45
Hallo

Meine Erfahrung sagt da hilft nur Anwalt.

Die messung mit kalibriertem Equipment sollte jeder Gutachter machen können.

Kostet halt was wenns nur Gewährleistung ist. also genau schauen gibts eine Garantie oder eine Gewährleistung auf den Akku und wie lange zeit oder km.

wichtig ist vor allem erst mal eine vernünftige Ausgleichsladung machen, also genug Zeit zum balancieren lassen.

Wenn vorzeitig abgebrochen wird dann 2 km Fahren und erneut laden solange bis alle Zellen gleichmäsig sind. mehr als 20mv würde ich bei ladeschluß nicht akzeptiern.

es ist leider so daß viele BMS nicht unendlich lange balancieren sondern einen Timer haben, damit bekommt man einen auseinander gelaufenenen Akkusatz nicht in den griff.

gruß

Roman

von R.M - am 30.08.2016 19:27
Hallo Roman,

der Weg zum Anwalt wird Dir wenig nützen, den Teil habe ich schon geklärt, daher die Darstellung der rechtlichen Situation. In Europa ist das wie folgt:
2 Jahre gesetzliche Gewährleistung. Wenn überhaupt besteht innerhalb des ersten halben Jahres die Möglichkeit, einen Mangel im Rahmen der Gewährleistung geltend zu machen. Nach Ablauf des ersten halben Jahres Beweislastumkehr, d.h. der Käufer muss nachweisen, dass der Defekt schon von Anfang an da war- das kann er i.d.R, nicht, oder nur mit hohem Aufwand.
Nach 2 Jahren bis 5 Jahren greift die FREIWILLIGE Herstellergarantie. Diese ist bei MMD wie gesagt wachsweich formuliert.
Wenn der Hersteller nach 36.000 km behauptet, 80km Restreichweite seien "normaler Verschleiß", dann ist das eben so.
Es gibt meines Wissens Stand heute keine belastbaren Zahlen, wann eine Antriebsbatterie "verschlissen" ist. 80% nach 5 Jahren sind zwar ein oft genannter Wert, mehr aber auch nicht.

Belastbar kann die Ermittlung der Restkapazität ohnehin nur mit einem MUT-3 gemacht werden, und nicht mit irgendwelchem "kalibriertem Equipment" - wie soll denn das technisch gehen?
Leider ist der MUT3 proprietäres Mitsubishi Werkzeug, und legal Dritten nicht zugänglich.
"Jeder Gutachter" kennt bis heute noch nicht mal die Basics von E-Antrieben, geschweige denn hat er entsprechende Messausstattung, das ist zumindest meine Erfahrung. Auf welcher Zahlenbasis willst Du Dich da auf einen Rechtstreit mit einem OE einlassen?

Mein Tip:
Mit dem CANION Screenshot direkt MMD kontaktieren und eine Aussage verlangen, die meisten Händler sind schon mit dem Durchführen der Kapazitätsmessung überfordert. Die muss aber auf jeden Fall auf eigene Kosten durchgeführt werden, und dann kann man auf das Wohlwollen des Herstellers hoffen. Zumindest in Deutschland ist vor einiger Zeit ein Programm angelaufen, das einige wenige besonders qualifizierte Mitsubishi Partner überhaupt die Batterie öffnen dürfen, und Zellen tauschen können- das ist erst seit einiger Zeit so. Wie die Situation bei Peugeot und Citroen ist weiß ich nicht.

Gruß
Thomas

von teschnert - am 31.08.2016 04:39
Hallo zusammen,
ich bin gestern nochmal bis zur Schildkröte gefahren und habe dann vollgeladen (von 8% auf 100%). Laut Zähler gingen 14,2kwh in den Akku- zieht man 10-15% Ladungsverlust ab, hat der Akku noch eine Kapazität von 12-12,8 kwh. Daher wahrscheinlich auch nur noch die 84km Restreichweite.

Gruss FJS

von fjs77 - am 31.08.2016 06:09
Hallo,

vl. kann dieser Bericht etwas helfen:

[www.drive-electric.at]

Grüsse Herbert

von hefi - am 31.08.2016 16:54
Hallo

Ist ganz einfach volladen, Strommesszange und elektronische Last bis das Teil leer ist

Strom und Spannung mitloggen, Integral über den Strom ist die Kapazität in AH und Integral (Strom*Spannung) sind die kwh.

Ein irgendwie geartetes Werkstattgerät würde ich ohne Nachweis der Messunsicherheit und Beschreibung des Meßverfahrens nicht akzeptieren.

Direkt an die Akkuanschlüsse kommt man ja über die Chademo Buchse.

Erstmal versuchen die Werkstatt zu einer dokumentierten Messung zu bringen.

Und dann halt direkt an den Importeur.

Wenn alles nichts hilft dann halt über die Presse wie Bild oder Wiso.

Der Händler kann nämlich gar nichts machen die werden vom Mutterkonzern recht allein gelassen.

deshalb da bohren wos weh tut

Gruß

Roman

von R.M - am 31.08.2016 20:03
neulich war ich sehr erstaunt über die gleichheit meiner zellen: ich bin nämlich mit dem i-miev gefahren wie noch nie! 60km am stück in verbrenner-diesel-vertreter-geschwindigkeit inkl. autobahn. immer 100-120km/h gefahren bis runter auf einen balken. nie langsamer. danach 16A aufgeladen und die zellen waren 0,005V auseinander. das fand ich schon sehr erstaunlich. ich muss aber auch sagen, daß ich den akku immer wie im handbuch empfohlen lade, wenig schnellladung und immer ganz runter bis zur zweiten reserve bevor ich auflade wenn ich nicht unbedingt laden muss. 16000km.

von p.hase - am 31.08.2016 22:25
Hallo Herbert,

Neue Zellen mit alten mischen ist purer Blödsinn.Nicht umsonst will er jetzt seinen I-MIEV als Defekt verkaufen !
Wenn man keine Ahnung von der Technik hat lasse ich die Finger davon und mache das auch nicht noch auf einer Homepage öffentlich !

von ION Oldenburg - am 02.09.2016 17:33
Warum immer ganz runterfahren zur "zweiten Reserve"?
Das brauchen die NiCds, aber niemals Lithium-Ionen.
Die fühlen sich eigentlich bei 30% bis 80% am wohlsten.
Weiter runter fahren nur im Ausnahmefall und um dem BMS wieder mal die Gelegenheit zu geben, die Batterie zu vermessen.
Nun zum Bereich über 80%: Tesla empfiehlt eine Volladung nur ausnahmsweise und kurz vor Antritt einer längeren Fahrt.
Bei iMiEVs Akkuwinzling natürlich schwer machbar.

von Herbert Hämmerle - am 02.09.2016 18:17
Zitat
Herbert Hämmerle
Warum immer ganz runterfahren zur "zweiten Reserve"?
Das brauchen die NiCds, aber niemals Lithium-Ionen.
Die fühlen sich eigentlich bei 30% bis 80% am wohlsten.
Weiter runter fahren nur im Ausnahmefall und um dem BMS wieder mal die Gelegenheit zu geben, die Batterie zu vermessen.
Nun zum Bereich über 80%: Tesla empfiehlt eine Volladung nur ausnahmsweise und kurz vor Antritt einer längeren Fahrt.
Bei iMiEVs Akkuwinzling natürlich schwer machbar.


z.b. weil es so in der anleitung steht?

von p.hase - am 02.09.2016 18:33
Was verstehst Du unter "zweiter Reserve"?

von Herbert Hämmerle - am 02.09.2016 18:49
na zuerst blinkt die tankanzeige gemächlich und irgendwann wird sie wild.

von p.hase - am 02.09.2016 19:13
Hallo ION Oldenburg,

Nur zur Info, ich hab sehr wohl Ahnung von der Technik, und es hat auch mit dem Austausch sehr gut funktioniert, siehe die Bilder auf meiner HP. bin mit den neuen Zellen auch schon 2.000km gefahren, jedoch hat das BMS den unterschied der Neuen/Alten Zellen nicht ausgleichen können, außerdem ist mir aufgefallen das die Zelle 15 auch noch getauscht gehört (war vorher nicht ersichtlich(siehe Bild)) somit hab ich den Akku gefühlte 10 mal ab und wieder angebaut um die einzelnen Zellen auszugleichen, lediglich beim Tausch der Zelle 15 ist mir ein kleines Missgeschick passiert, (hab beim Aufsetzen der CMU den Kontakt, nicht wie beim Letzten mal 100%ig hergestellt).

Meinen i-MiEV würde ich ja nicht als Defekt verkaufen wenn Mitsubishi in dieser Hinsicht Kooperativer wäre.

Aber ein Austausch eines 8er Blockes inkl. CMU für 3.200,-€ ohne Ein- und Ausbaukosten und einer Wartezeit von 5-6 MONATEN !!! sind einfach Zuviel, zumal der gesamte Akku Satz 8.500,-kostet (mehr als beim Leaf)

Ich bin mit dem Auto sehr zufrieden gewesen 105.000km ohne ein Problem, aber Mitsubishi ist hier auch nicht gerade sehr Kundenfreundlich.

Bin mit ersten Akkuproblemen ca. 11,5 kWh nutzbar bei 88tsd km und 4 Monate vor Garantieende zu Mitsubishi gefahren die sagten mir nur das die Akkugarantie nur auf Kurzschluss und Korrosion aber nicht auf die Degration gilt.
hatte dann auch einen i-MiEV Techniker vor Ort, der eine Diagnose durchführte, diese ergab Akku OK (klar kein Kurzschluss udg.) als ich sagte ich kann nur mehr max. 90 km fahren anstatt der 130km bekam ich als Antwort, müssen's halt langsamer fahren, das ist normal!!!!

Gut, aber anstatt der 16kWh hab ich jetzt nur mehr 11,5kWh
woher Wissens das ?
Ich hab ein Diagnosegerät das die Daten über den OBD auslesen kann,
achso, das ist nicht Mitsubishi die Daten können nicht Stimmen, unser Gerät sagt Akku ist OK und das gilt bei Mitsubishi.

Ich hätte mir ja gerne wieder einen Drilling gekauft, nur bei meiner Fahrleistung (35-40.000km/a) stehe ich in 3 Jahren wieder vor dem gleichen Problem, und darauf will ich mich ehrlich gesagt nicht mehr einlassen.

So gut das Auto in der Idee, der Technik, der Zuverlässigkeit und der Umsetzung ist (bis auf die Heizung)
so schlecht wird er von Mitsubishi gewartet da leider hier so gut wie keiner eine Ahnung hat :(

Ich würde das Auto jedem weiterempfehlen der im Jahr nicht mehr als 15.000km zurücklegt, alles darüber gerät in Gefahr den Akku tauschen zu müssen, und das traue ich Mitsubishi leider nicht mehr zu.


PS: Ich würde solch einen Eingriff in den Akku jederzeit wieder machen, man lernt eben aus Fehler, und Gott sei Dank ist dieser Fehler bei meinem Auto passiert.

von EL-KO - am 14.09.2016 05:37
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