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Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 4 Monaten
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artmai

ETG verschwindet von der Bildfläche

Startbeitrag von artmai am 04.09.2013 20:10

Handball

Das letzte Hurra

„Ich musste ganz schön schlucken“, gab Frank Kobe zu – und das verwundert nicht wirklich: Schließlich hatte der Handball-Abteilungsleiter der ETG eine ganz schwere Pflicht zu erledigen und die Herrenmannschaft schon vor dem Start in die 2. Kreisklasse abzumelden.

Die ETG hat zuletzt im Juni ein Feld-Handball-Turnier organisiert: Abteilungsleiter Frank Kobe wird künftig jedoch im Tor des HSC Eintracht II stehen, das Traineramt bei den Südern übernimmt Andre Litzmann.

Diese Entscheidung kam auch zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich überraschend, und doch besitzt sie eine geradezu historische Tragweite. Denn damit endet erst einmal die Geschichte des Handballs unter dem Namen der ETG, wobei man an dieser Stelle exakt formulieren muss: Schließlich wird die Handballabteilung des Vereins vorerst weiterexistieren, aber es wird eben in der kommenden Saison kein ETG-Team mehr im Ligabetrieb antreten.

Jugendmannschaften gibt es schon seit längerem nicht mehr, und die Frauen laufen bekanntlich zusammen mit den Damen des HSC Eintracht unter dem Dach der Handball-Spielgemeinschaft (HSG) Vest Recklinghausen auf.
„Es hätte alles nichts mehr gebracht“, erläutert Kobe den Schritt, „wir waren insgesamt nur noch neun Leute, damit hätten wir die Saison nicht überstanden. Da muss sich nur einer verletzten, zwei haben Wechselschicht, schon sind wir nicht mehr genug.“

Dem Vorsitzenden des Gesamtvereins, Klaus Wintermeyer, waren die Probleme der Handball-Herren natürlich bekannt, und nach Lage der Dinge kann auch er nur sagen: „Es gab keine andere Lösung.“ Was Wintermeyer, der lange Jahre selbst Handball gespielt hat, trotzdem „wirklich weh tut“. Aber: „Es gibt eben Entwicklungen, mit denen man sich abfinden muss.“

Das letzte Hurra der ETG-Herren wird am kommenden Samstag erfolgen. Bei der Stadtmeisterschaft will man noch einmal antreten, zur Not auch mit ein wenig externer Verstärkung, worüber der Ausrichter schon informiert ist.

Dass das Verschwinden der ETG aus der Handball-Szene eine Zäsur darstellt, liegt auf der Hand: Seit 90 Jahren wird auf der Hillerheide Handball gespielt, zu Beginn noch unter dem Namen ETV. Erst seit der Fusion mit dem ETuS im Jahre 1961 gibt es den Vereinsnamen ETG.

Und die „Eisenbahner“ waren über Jahrzehnte hinweg eine feste Größe im Handball-Kreis. Klaus Wintermeyer weiß jedoch auch, wann der Niedergang langsam, aber stetig begonnen hat: „Das ging einher mit dem Abschied von Walter Lohmar, der hier alles zusammengehalten hat.“ Ironischerweise wird Letzterer möglicherweise die ETG-Handabteilung als Namenspatron der Halle an der Blitzkuhlenstraße überdauern.

Mit 20 Jahren war Frank Kobe selbst dem Klub beigetreten und irgendwann hat er diese Aussage getätigt: „Dieser Verein wird mein letzter sein.“ Was in gewisser Weise jetzt nicht mehr zu halten ist, denn Handball wird der Torhüter auch in der bald beginnenden Saison spielen. Beim HSC Eintracht. Doch das ist eine andere Geschichte, die möglicherweise belegt, dass jedem Abschied auch ein Neuanfang innewohnt.

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