Saisonrückblick

Startbeitrag von Analytiker am 07.05.2013 16:30

Bevor ich zu meiner eigentlichen Saisonanalyse komme, möchte ich mich hier aus dem Forum ganz offiziell verabschieden. Zwei Jahre habe ich meinen geistigen Quatsch zum Besten geben. Oft lag ich mit meinen Tipps daneben, aber häufig waren die Tendenzen auch richtig. Ich freute mich darüber, wenn ich auch mit unmöglichen Tipps richtig lag und fühlte mich geehrt wenn auf meine Bericht Bezug genommen wurde. Ab der kommenden Spielzeit sollen andere sich an dieser Stelle ausprobieren. Ich bin aufgestiegen und wenn es wirklich wieder in meinen Fingern kribbelt, werde ich Keule im Forum der Landesliga Gesellschaft leisten. Mir hat es viel Spaß gemacht Zeit zu investieren und werde als passiver Leser auf alle Fälle dabei bleiben! Und vielleicht habe ich ja dann doch zu dem Einen oder Anderen eine eigene Meinung.
Wer Lust hat, der kann mein letztes Werk lesen. Es ist mal wieder sehr subjektiv geschrieben und hat bestimmt Ecken und Kanten, besitzt Falschmeldungen und Fehlanalysen. Vielleicht aber auch einige richtigen Dinge. Fühlt euch nicht für dumm verkauft, aber so habe ich die Spielzeit 2012/13 gesehen
Analytiker

Saisonanalyse!
Als ich heute Morgen mir die Tabelle der Bezirksliga 3 angeschaut habe, so muss ich mir eingestehen, dass ich eine solche Tabellenkonstellation wirklich nicht erwartet hatte, als am 8. September 2012 die Spielzeit begann. Klar, auch ich hatte so meine Vorstellungen, wie die Saison verlaufen könnte, wer als Favorit auf den Aufstieg in die Spielzeit geht und wer wohl mit dem Abstieg zu tun bekommt. Für mich waren der HCI, TV Jahn Rheine und der SC 08 ganz heiße Anwärter für die ersten Plätze. Im unteren Drittel habe ich Teams wie ISV 2, TVE3, TBB, Neuenkirchen, Kinderhaus und SWH erwartet. Die verbleibenden Teams würden, nach meinen Vorstellungen, die Plätze im Mittelfeld unter sich ausmachen. Doch der Handball wäre nicht so interessant, wenn vorgefertigte Meinungen sich durchsetzen würden. Überraschungen machen diesen Sport aus und die traten auch in der Saison 2012/13 wieder auf und sorgten erneut für eine spannende Runde.
Schon der erste Spieltag war gespickt mit Überraschungen. Der HCI untermauerte seine Aufstiegsfavoritenrolle mit einem deutlichen +10 Sieg beim TV Jahn Rheine, SWH schickte den SC08 mit +5 nach Hause, TBB und Kinderhaus schafften Heimsiege und der HSC siegte beim TVE3, was eigentlich zum damaligen Zeitpunkt keine Überraschung war, aber gleichzeitig der einzige Auswärtserfolg des HSC blieb. Und mit einem +11 Sieg bei der HSG Ascheberg/Drensteinfurt katapultierte sich der ASV2 an die Tabellenspitze der Liga. Doch dieses war nur der Anfang einer wirklich spannenden Spielzeit.
Im Verlaufe aller Spiele gab es mit dem ASV, HCI, SC08 und DJK Coesfeld vier Teams, die wenigstens einmal den Platz ganz oben inne hatten. Und auch den letzten Platz belegten während der Saison abwechselnd vier Teams, neben dem ISV2 und HSC Gronau traf es noch die HSG A/D und den TVE3, der nach der Niederlage am vierten Spieltag beim ISV2 ganz unten stand und damit auch zunächst seinem Ruf als Abstiegsaspirant nachgekommen ist.
Interessant auch, dass sich die Bezirksliga so ab dem fünften Spieltag zunächst einmal in zwei Hälften aufteilte und damit die ersten Trends möglich waren. Acht Teams spielten zunächst bis zur Saisonhälfte um die ersten Plätze und sechs Mannschaften sollten zunächst die unteren Plätze regelmäßig tauschen. Einzige Ausnahme: TBB und TVE3. Sie tauschen ihre Gruppenzugehörigkeit bis zum 9ten Spieltag, um dann unten (TBB) bzw. oben (TVE3) mitzuspielen. Überraschend für mich nur, dass der HSC sich dabei so weit unten einsortierte und der SWH für positive Schlagzeilen sorgte und sich oben festspielte. Hier hätte ich mit umgekehrten Vorzeichen gerechnet, aber an dieser Stelle (Forum) wurde von verschiedener Seite gesagt, dass eine arrivierte Mannschaft sich wohl unten einfinden wird, die damit nicht gerechnet hat. Diese Stimmen sollten Recht behalten.
Mit dem Jahreswechsel und der damit einsetzenden Rückrunde wurden dann die Strukturen der Liga sehr genau erkennbar. Mit dem HCI, TVE3 und DJK Coe setzten sich drei Teams auf den ersten drei Plätzen der Liga fest (Das der TVE sowie die DJK COE soweit vorne standen war für mich die Überraschungen schlecht hin, doch dazu später noch mehr). Und auch am Tabellenende nahmen der HSC und ISV2 ihre Plätze ein, die sie bis zum Abschluss so recht nicht mehr verließen. Der SUS Neuenkirchen hatte zu diesem Zeitpunkt Platz neuen inne und sich ein schönes Polster zu den darunter liegen Teams geschaffen, aber auch nach oben war schon reichlich Luft. Um die Platzierungen vier bis acht spielten Hiltrup, SWH, TV Jahn, ASV und SC08, die auch ständig die Positionen wechselten. Weiterhin mit Abstiegssorgen zu kämpfen hatten HSG A/D, TBB und Kinderhaus. Aber um die HSG A/D machte sich niemand große Sorgen, denn es ist Usus, dass dieses Team in der zweiten Saisonhälfte immer stärker spielt als in der Ersten.
Einzelanalyse der Teams
ISV 2
Die Reservemannschaft der Ibbenbürener Spielvereinigung wurde vor Saisonbeginn der Bezirksliga 3 neu zugeordnet. In der Spielzeit 2011/12 konnte das Team in der Bezirksliga 2 nur knapp den Abstieg vermeiden und wurde daher, auch in der Liga 3, von Beginn an als Abstiegskandidat gehandelt. Mit einer Niederlage startete der ISV in die Saison und landete am dritten Spieltag den ersten Sieg gegen den TVE3. Mit zwei weiteren Siegen an den Spieltagen 7 und 9 konnte letztmalig ein Abstiegsplatz in der Bezirksliga verlassen werden. Seit dem 10ten Spieltag ist das Team sieglos und konnte sich nur noch einen Auswärtspunkt in Havixbeck erspielen. Dieses war auch der einzige Auswärtspunkt für die ISV2 in der gesamten Spielzeit.

HSC Gronau 02 e.V.
Wie schon in den Jahren zuvor, sorgte der HSC Gronau schon vor dem Saisonanpfiff für die ersten Schlagzeilen. Der neu verpflichtete Trainer verließ schon vor dem ersten Spieltag den Verein. Daher war die Einschätzung des Vereines, dass es in der Spielzeit eher darum ging den Abstieg zu vermeiden, als sich im vorderen Drittel zu platzieren, im Nachgang sehr richtig. Denn begann die Spielzeit positiv mit einem Auswärtssieg gegen den TVE3. Dieses waren vermeintliche Big Points gegen einen Mitkonkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Als es dann im zweiten Spiel die knappe Niederlage gegen den TBB gab, dacht bestimmt noch niemand an den weiteren Werdegang der Mannschaft. Aber schon nach dem sechsten Spieltag und einer weiteren Heimniederlage mit einem Tor Unterscheid, stand das Team erstmalig auf einem Abstiegsplatz und eine Woche später war es dann der letzte Platz der Liga. Diese Abstiegsplätze konnte der HSC nur noch einmal verlassen, da im Dezember zwei überraschende Heimsiege gegen den HCI und ASV2 gelangen. Mit dem Jahreswechsel ging es dann erneut abwärts. Und Mitte Februar hatte Coesfeld sogar Angst vor den Worst Case. Immer mehr Mannschaften des HSC wurden aus ihren Ligen abgemeldet und sollte der HSC seine Bezirksligaspielzeit nicht zu Ende spielen, würde ein Rückzug die ganze Tabelle neu ausrichten. Der HSC hat die Saison geschafft und konnte sogar zum Ende wieder an einen Klassenerhalt denken, da die letzten drei Heimspiele gewonnen werden konnten. Am Ende fehlte ein Sieg um Platz 12 einnehmen zu können. Noch ein paar interessante Fakten: Der HSC konnte gegen direkte Mitkonkurrenten im Abstiegskampf nur zwei Punkte einfahren, die direkten Vergleicher gegen die Teams auf den Plätzen 11 bis 14 wurden alle verloren, im Saisonverlauf konnte nur gegen den SC08 der direkte Vergleich gewonnen werden.

SC Westfalia Kinderhaus 2
Auch der Aufsteiger wurde vor Saisonbeginn als potentieller Absteiger gehandelt, konnte aber mit einem Sieg gegen ISV 2 einen gelungenen Start verbuchen. Nach vier Niederlagen in Folge und somit 2 – 8 Punkten, stand Westfalia am Ende des fünften Spieltages zum ersten und einzigen Mal auf dem letzten Platz der Bezirksliga. An den Spieltagen 6, 7 und 8 gab es Erfolge und als Belohnung gelang der Sprung auf Platz 9. Fünf weitere Niederlagen folgten und daher wurde nach der Hinrunde zum zweiten Mal mit Platz 13 ein Abstiegsplatz eingenommen. Nach dem Sieg zum Auftakt der Rückrunde wurde aber die Abstiegszone erneut verlassen und dann auch nicht mehr betreten, auch wenn es zum Ende der Spielzeit noch mal eng wurde. Letztendlich besagen aber diese Fakten, dass der Klassenerhalt durchaus verdient ist, obwohl die Anfangseinschätzung als möglicher Abstiegskandidat durchaus Berechtigung hatte.

TB Burgsteinfurt
Was für ein Saisonauftakt in Burgsteinfurt! Am fünften Spieltag ging es als Tabellendritter mit 6 – 2 Punkten zum Tabellenführer Coesfeld, der zum selben Zeitpunkt 7 – 1 Punkte eingefahren hatte. Der Sieger dieser Begegnung würde die Tabellenführung übernehmen und entsprechen heiß war das Aufeinandertreffen. Die DJK gewann letztendlich und für den TBB begann der schrittweise Abstieg in der Tabelle und vier Spieltage später war es nur noch Platz 11. Von da an pendelt der TBB immer zwischen den Plätzen 10 und 12 hin und her und schloss am Saisonende mit Platz 11 ab. Über die gesamte Spielzeit hat der TBB nie auf einem Abstiegsplatz gestanden!

SuS Neuenkirchen
Wie Westfalia Kinderhaus wurde der SuS natürlich auch als Abstiegskandidat gehandelt. Das ist nun mal so als Aufsteiger und die zurückliegenden Spielzeiten haben dieses auch immer wieder bestätigt. Einer Woche Verspätung, das Auftaktspiel gegen Coesfeld wurde verlegt, begann die Saison für den SuS mit einer Niederlage im Lokalderby gegen Rheine. Irgendwie musste der SuS erst einmal in der neuen Liga ankommen und Rheins suchte, nach der hohen Auftaktniederlage gegen den HCI, die Wiedergutmachung. Aber bei nur 25 Gegentreffern war klar, dass der SuS auf alle Fälle eine starke Abwehrarbeit leisten kann. Dieses bestätigte Neuenkirchen dann in den beiden kommenden Spielen, als Kinderhaus und Havixbeck besiegt werden konnten und auch hier nur max. 25 Gegentreffer zugelassen wurden. Im weiteren Saisonverlauf gab es für Neuenkirchen Niederlagenserien und auch Siegesserien. Aber gegen die vermeintlichen Abstiegskandidaten wurden, bis auf das Rückspiel in Gronau nur Siege eingefahren. Und dieses führte dazu, dass auch der SuS im Verlauf der Spielzeit nie einen Abstiegsplatz eingenommen hat. Eher war der Abstand zu diesen Plätzen immer ausreichend hoch um nicht in Gefahr zu geraten. Nach einer langen Saisonphase auf Platz 9 erreichte das Team letztendlich einen guten 10ten Platz im Endklassement und hätte im direkten Aufeinandertreffen mit HSG A/D durchaus auch den neunten Platz erreichen können.

HSG Ascheberg/Drensteinfurt
Mit einer richtigen Heimspielklatsche (-11) begann für die HSG A/D die Saison 2012/13 und somit stand das erste Tabellenschlusslicht der neuen Spielzeit fest. Auch im zweiten Spiel gab es erneut eine Niederlage und festigte somit den letzten Platz. Zwar gab es am dritten Spieltag endlich das erste Erfolgserlebnis aber schon eine Woche später setzte es erneut eine Niederlage. Ein erstes Ausrufezeichen wurde dann gegen späteren Meister DJK Coesfeld gesetzt, die ihre erste Niederlage in Ascheberg hinnehmen mussten. Dieses brachte zwar etwas Luft auf die Abstiegsplätze, aber weitere Niederlagen sorgten dafür, dass die Abstiegsgefahr erhalten blieb. Erst mit den Siegen am 9ten und 10ten Spieltag wurden die letzten Punkte der Hinrunde gesammelt. Mit 8 -18 Punkten wurde diese abgeschlossen. Damit war das Hinrundenergebnis noch um drei Punkte schlechter als in der Vorsaison. Doch auch in dieser Spielzeit zeigte die HSG A/D, dass in der Rückrunde verstärkt mit ihr zu rechnen ist. Vor Jahresfrist wurde die Rückrunde mit 15 Pluspunkten gespielt und dieses Ergebnis wurde in der letzten Saison sogar noch übertroffen. Mit sieben Siegen und zwei Unentschieden konnten 16 Punkte eingefahren werden und seit dem 17ten Spieltag zeigte sich eine Leistungsstabilität die in mit einer Siegesserie zwischen dem 20ten und 24ten Spieltag gekrönt wurde. Mit Saisonabpfiff war der 9. Platz, nach spannender Auseinandersetzung mit dem SuS Neuenkirchen, in der Tabelle erreicht und hätte das Verletzungspech den Verein nicht so gebeutelt wäre vielleicht eine Wiederholung des Vorjahresergebnisses drin gewesen.

SC Münster 08
Nach dem Bekanntwerden, dass einige Spieler in dieser Saison nicht mehr zur Verfügung standen, war es schwer den Vorjahresvierten in seiner Leistung einzuschätzen. Das der SC aber zu den Topadressen der Liga zählt war allen klar. Und dann so ein Saisoneinstieg mit der Niederlage in Havixbeck. Schon war der alte Ruf wieder hergestellt: SC08 und Auswärts, dass passt so gut wie nie! Aber der dritte Spieltag sorgte dann, mit einem Sieg beim HCI, für eine Umkehr dieser Aussage. Zwei weitere Heimsiege anschließende und die Spitzengruppe war nicht nur erreicht, sonder die Tabellenspitze konnte erklommen werden. Bis zum 10ten Spieltag hielt sich der SC08 im vorderen Quartett, ehe es dann wieder abwärts ging durch, wie konnte es anders sein, zwei weitere Auswärtsniederlagen. Den größten Einbruch aber sollten dann die Schiedsrichter herbeiführen. Eine, diskussionswürdige Entscheidung im Spiel gegen die DJK Coesfeld führte zur ersten Heimniederlage nach langer Zeit in der Osthalle. Auch wenn der SC08, aus statistischen Gründen, diese Niederlage aus ihren Geschichtsbüchern entfernen ließ, diese Niederlage hatte Bestand und ein Remis in Rheine brachte den 8. Platz der Tabelle. Seit diesem Ereignis bewegten sich die Münsteraner immer im Bereich der Plätze 5 bis 8. Auch eine Serie von sechs Spielen ohne Niederlage zwischen dem 16ten und 21ten Spieltag sorgte nicht mehr für den Anschluss an das Führungstrio, auch wenn in diese Zeit der zweite Sieg über den HCI gelang. Am Ende reichte es für Platz acht in der Tabelle und der Gewissheit, dass fast alle Statistiken für den SC08 sprechen.

SV SW Havixbeck
Nach der recht schwachen Saison 2011/12 wurde der SWH auch als eines der Teams gehandelt, welches von Beginn an gegen den Abstieg spielen wird und am Ende im unteren Drittel der Liga einlaufen wird. Aber weit gefehlt. Mit dem neuen Trainer zog auch eine Spielsystem- und Konzeptänderung beim SWH ein. Dieses machte sich vom ersten Spieltag an bemerkbar, als der SC08 mit einer überraschenden Niederlage aus der Baumberghalle geschickt wurde. Auch der Sieg gegen den Abstiegskandidaten ISV2 war dann eher eine Formsache, die durch Niederlagen gegen den HCI und Neuenkirchen in recht Licht gerückt worden schienen. Dann aber eine Serie von fünf Spielen ohne Niederlagen bei der es durch den Sieg in Hiltrup auch unvorhergesehenes gab. Und plötzlich befand sich SWH, wie schon am zweiten Spieltag auf dem zweiten Platz der Liga wieder. Erst die beiden Niederlagen gegen die die Favoriten Rheine und TVE sortierten den SWH zur Halbzeit der Spielzeit auf den dritten Platz ein. Mit 15 – 11 Punkten wurde eine klasse Hinrunde gespielt und auch in der Rückrunde sollten noch einmal 14 Punkte gesammelt werden. Diese 29 Zähler reichten dann zwar nicht zu einem Platz im vorderen Quartett, aber für ein Team, welches zu Saisonstart viel weiter unten eingestuft wurde, sollte der 7te Platz genügend Motivation geben um dann in der kommenden Spielzeit vorne angreifen zu wollen.

TV Jahn Rheine
Wie soll denn hier begonnen werden. Nach zwei verdaddelten Heimspielen sowie einem Auswärtssieg und –niederlage, war der Fehlstart des hoch gehandelten Teams perfekt. Statt eines Platzes im Vorderfeld stand das Team zum zweiten Mal auf einem Abstiegsplatz. Es folgten vier Siege in Folge, u.a. der einzige Sieg gegen eines der drei Spitzenteams in Coesfeld, und Platz 3 in der Tabelle. Ab da wechselten sich Punktgewinne und Punktverluste in aller Regelmäßigkeit ab und es begann die Jahrestournee zwischen den Plätzen sieben und vier. Eine richtige Siegesserie wurde nicht mehr gestartet. Immer wieder setzte es Niederlagen gegen die vorne platzierten Teams und ab und an sogar nicht kalkulierbare Punktverluste in eigener Halle. Mit Saisonabpfiff wurde dann letztendlich Platz sechs erreicht. Aber bei der Dichte auf den Plätzen 4 bis 8 hätte es durchaus auch weiter nach unten bzw. auch nach oben gehen können.

ASV Senden 2
Ich erinnere mich noch an den Hilferuf des Trainers vor dem ersten Anpfiff, in dem er aussagte, dass das Team personell so eng besetzt sei, dass er nicht wisse, wie er die Stärke seines Teams einschätze. Aber es wird nur gegen den Abstieg gespielt. So oder so ähnlich war es in der Presse zu lesen. Und dann der Paukenschlag mit +11 wurde das Lokalderby bei der HSG A/D gewonnen und nach dem ersten Spieltag stand Platz 1 zu Buche. Aber schon eine Woche später dann der Schritt zurück: mit -9 wurde das erste Heimspiel gegen DJK Coesfeld verloren. Sollten die Orakel des Trainers doch richtig sein? 7-1 Punkte in Serie zeigten, dass mit dem ASV2 eher vorne in der Tabelle zu rechnen ist, und Anfang November stand die Mannschaft immer noch weit oben in der Tabelle. Leider hielt diese Konstanz nicht an. Die weiteren sechs Spiele endeten mit einem Punkteverhältnis von 4 – 8. Dennoch wurde die Hinrunde mit 15 – 11 Punkten abgeschlossen und es gab die Gewissheit, dass zwischen Platz acht und eins vieles möglich ist. Die Rückrunde wurde mit einem identischen Punkteverhältnis abgeschlossen, aber erst eine sechs Punkteserie aus den letzten Spielen sorgte dafür, dass am Ende der Platz fünf heraussprang. Und nur der negative direkte Vergleich gegen, über Hiltrup sprach gegen eine bessere Platzierung.

DJK Eintracht Hiltrup
Nach dem die DJK in der Vorsaison als Aufsteiger einen dritten Platz belegt hatte, kann der Anspruch eigentlich nur heißen: Wir wollen die kommende Spielzeit besser abschneiden! Dennoch zählte die Mannschaft nur zum erweiterten Kreis der Aufstiegsfavoriten. Und der Saisoneinstieg sollte dieses durchaus bestätigen. Niederlage, Sieg und Unentschieden. Drei zu Drei Punkte nach drei Spieltagen und Platz sechs in der Tabelle. Mit zwei folgenden Siegen bestätigte aber Platz 2 den Anspruch oben dabei zu sein. Die zweite Hälfte der Hinrunde brachte dann siege und Niederlagen und zur Hälfte dann 15 Pluspunkte. Auch in der Rückrunde wurden erneut 15 Punkte erspielt und am Ende sollte die erreichte Punktzahle einen vierten Platz ergeben. In dieser zweiten Hälfte ließ die DJK aber aufhorchen, in dem es zu Punktgewinne gegen zwei Teams der ersten Drei kam. Dadurch griff das Team noch einmal sehr beherzt in die Aufstiegsfrage ein und deutete an, dass es durchaus auf Potential hat um ganz vorne mitzuspielen. Leider war die Konstanz dazu nicht ausreichend.

HC Ibbenbüren
Wie der Ortsnachbar ISV2 wurde der HC Ibbenbüren in der Sommerpause der Bezirksliga 3 zugeordnet. Dort belegte der HCI am Ende der Spielzeit 2011/12 mit 34 – 18 Punkten Rang vier. Und da war doch was in der Vorsaison: Die SG Sendenhorst wurde als Dritter der Liga2 mit 35 – 17 auch der Liga 3 zugeordnet und stieg direkt in die Landesliga auf. Da der HCI mit fast den gleichen Voraussetzungen die Liga wechselte, war die Favoritenbürde direkt auf eben den HCI verteilt. Der Auftaktsieg beim Mitfavoriten Rheine schien dieses noch zu unterstreichen. Zwei weitere Siege folgten und eigentlich schien schon alles gelaufen. Der Platz 1der Bezirksliga war erklommen. Dann aber die erste Heimniederlage gegen den SC08 und im nächsten Heimspiel eine weitere Niederlage gegen den TVE3, der bis dahin nur einen Sieg eingefahren hatte und ganz unten in der Tabelle stand. Nach drei folgenden Siegen schien die Wiedergutmachung geglückt, aber ein weiterer Patzer am 10ten Spieltag gegen das Kellerkind HSC Gronau ließ aufhorchen. Nach zwei weiteren Sieg, solle es dann am 13ten Spieltag zum direkten Aufeinandertreffen der beiden Spitzenteams HCI und DJK Coesfeld in Ibbenbüren kommen. In einem intensiven Spiel wurden erneut zwei Heimpunkte dem Gegner mit auf die Heimreise gegeben. Die Tabellenführung war damit futsch und wurde auch in der Rückrunde der Serie nicht wieder eingenommen. Von acht Minuspunkten der Hinrunde, wurden sechs in eigener Halle verloren. Zwar gab es dann in der zweiten Saisonhälfte keine Heimniederlage mehr, aber die verlorenen Spiele in Münster taten sehr weh. Übrigens verlor der HCI drei seiner Spielpaarungen im direkten Vergleich und auch hier waren mit Hiltrup und dem SC08 wiederum zwei der Münsteraner Teams vertreten. Mit nur vier Minuspunkten bei Auswärtsbegegnungen gehört der HCI neben DJK Coesfeld zu den besten Teams in fremder Halle. Der HCI hatte die zweitgrößte Anzahl an Führungstage auf Platz eins der Bezirksliga. Das es dann doch nicht zu einem direkten Aufstiegsplatz reichte, lag an den sieglosen Spielen gegen Teams aus dem unteren Drittel (TVE3 gehörte damals noch dazu). Aber noch stellt ja die Relegationsrunde einen versöhnlichen Abschluss in Aussicht.

TV Emsdetten 3
Mit am Ende, 19 – 33 Punkten, gehörte der TVE3 am Ende der Serie 2011/12 zu jenem Quintett welches die Absteiger unter sich ausmachten. Daher war es klar, dass dieses Team auch in der Spielzeit 2012/13 wohl zu den Abstiegskandidaten zählen würde. Und der Start in die Spielzeit schien Recht zu behalten. Heimniederlage gegen den HSC, auswärts beim SC08 verloren. Dann zwar ein Kantersieg gegen den TBB, der bekanntlich hervorragend in die Spielzeit startete, und erneut eine Niederlage beim Mitabstiegskandidaten ISV. Resultat dieses Saisonstarts war der letzte Platz der Bezirksliga. Dann eine überraschende Wendung. Zunächst der Sieg beim Tabellenführer HCI und dann das Spitzenteam DJK Coesfeld aus der eigenen Halle gepustet. Anschließend ein klarer Sieg beim Abwehrriesen Neuenkirchen und erneut eine Demonstration der Handballstärke gegen den TV Jahn Rheine. Mit dieser unbeschreiblichen Serie arbeitete sich der TVE3 vom letzten Platz auf den sechsten Platz vor. Zwar wurde dann in Senden beim ASV noch mal verloren, aber anschließend gab es bis zum Hinrundenende keinen weiteren Punktverlust mehr. Verdienst dieser Serie: Der TVE3 gehörte zum Führungstrio der Liga. Die Rückrunde begann so wie die Hinrunde endete. Mit zwei Siegen wurde der zweite Platz eingenommen. Und mit dieser Platzierung begann das große Rätselraten. Will der TVE eine Liga höher oder will er nicht. Die Rückrundenbilanz läßt aber darauf deuten, das der TVE3 durchaus gewillt war/ist den Aufstiegsplatz wahr zu nehmen. Nur noch drei Punkte wurden abgegeben (gegen TBB und HCI wurde verloren und in Hiltrup gab es ein Unentschieden. Die beiden Niederlagen sorgten kurzzeitig für ein Verlassen des zum Aufstieg berechtigten 2ten Platzes. Aber nach dem Münstertrauma vom HCI am 22ten Spieltag konnte der zweite Platz erneut übernommen werden und wurde auch nicht mehr abgegeben. Zwar stand der TVE3 nie auf dem ersten Platz der Bezirksliga und hat auch von den drei Spitzenteams die wenigsten Tage auf einem Aufstiegsplatz verbracht, aber andere Fakten sprechen dafür, dass der Aufstieg verdient ist. In allen dreizehn Spielpaarungen hat Emsdetten den direkten Vergleich gewonnen, mit +111 hat TVE3 die zweitbeste Tordifferenz der Liga, mit 705 Gegentreffern die zweitbeste Abwehr und auch der Angriff ist mit 816 erzielten Treffern der Zweitbeste. Was spricht denn da noch gegen den zweiten Platz? Eigentlich nichts.

DJK Eintracht Coesfeld
Als ich im Sommer lesen musste, wer alles die DJK Coesfeld verlassen wird bzw. wer die Handballschuhe an den Nagel hängt, hätte ich dem damaligen Rangfünften nie zugetraut, dass er eine solch dominante Rolle in der kommenden Saison spielen könnte. Schließlich gab es ja nur namenlosen Ersatz aus den eigenen Reihen, die van Wesel, Höltken, Plath und Co. ersetzen sollten.. Eher hätte ich auf einen ähnlichen Einlaufplatz getippt wie 2011/12, also so um den fünften Platz. Aber schon das erste Auftreten der DJK ließ aufhorchen. Der ASV 2 wurde in eigener Halle förmlich überlaufen und musste einer -9 Niederlage zustimmen. Zwar gab es in der nächsten Begegnung ein glückliches Unentschieden (Hiltrup scheiterte in der letzten Sekunde per 7m am Torsteher Pirkl), aber die drei folgenden Siege gegen eher schwächere Teams, und die damit verbundene Tabellenführung in der Bezirksliga deuteten dennoch an, dass der erste Sieg beim ASV nicht einfach nur Zufall war. Dann gab es aber einen Bruch in der Erfolgsserie und alles deutete darauf hin, dass Coesfeld, wie schon in der Saison zuvor, keine Konstanz zeigen könnte. Nach drei Niederlagen in Folge waren auch die Aufstiegsplätze, bei eigener Platzierung auf dem 5ten, außer Reichweite. Aber dieser fünfte Platz war im gesamten Saisonverlauf die schlechteste Platzierung der DJK. Am 17. November riss dann auch die Niederlagenserie mit einem hart erkämpften Sieg bei Kinderhaus und die weitern Spiel des Jahres 2012 wurden alle gewonnen. Dabei half beim SC08 auch eine, ich beschreibe es mal als, glückliche Schiedsrichterfügung. Aber solche Tatsachenentscheidungen gleichen sich im Verlauf einer langen Spielzeit irgendwie wieder aus. Das neue Jahr begann mit einem Kracher. Als Zweiter mit sieben Minuspunkten reiste Coesfeld zum Tabellenführer HCI, der sechs Minuspunkte besaß. Auch beim Spitzenreiter hielt die Siegesserie und die Tabellenführung wurde übernommen. Es folgten fünf weitere Siege und der Vorsprung an der Spitze wurde komfortabel. Anfang März reiste dann der TVE3 nach Coesfeld und bei einem Sieg der DJK hätte die gesamte Liga schon Glückwünsche zur Meisterschaft ausgesprochen. Aber an diesem Abend hatte wiederum ein Schiedsrichtergespann etwas gegen einen Heimerfolg. Irgendwie konnten die Neutralen das Spiel durch eigenartige Zeitauslegung drehen und nach 10 Siegen in Serie gab es wieder eine Niederlage für Coesfeld und die Bezirksliga wurde wieder spannend. Sechs weitere Siege in Folge brachten dann am vorletzten Spieltag die völlig verdiente Meisterschaft nach Coesfeld. Die Niederlage am letzten Spieltag gegen den HCI hatte nur noch statistischen Wert. Das die Meisterschaft verdient ist, unterstreichen folgende Zahlen: 20 Siege, ein Unentschieden und nur 5 Niederlagen; die gesamte Rückrunde wurde der erste Platz belegt; mit +113 das beste Torverhältnis; mit 624 Gegentreffern die mit Abstand beste Abwehr der Liga und das einzige Teamwelches (weit) unter 700 Gegentoren blieb; da fallen die nur 737 geworfenen Tore gar nicht mehr in Gewicht. Einziges Manko: gegen den Zweiten (TVE3) und den Dritten (HCI) wurde der direkte Vergleich verloren. Zur erfolgreichen Spielweise der Coesfelder passt die Beschreibung des SC08 sehr gut. Dort stand im Vorbericht zum Spiel in Coesfeld: „(…) Jetzt stehen sie ganz oben! Eine aggressive Deckung mit starkem Keeper dahinter ist die Grundlage dafür. Daraus resultiert das vermutlich bestorganisierte Tempospiel der Liga.“
Noch mal an dieser Stelle alles Gute zur Meisterschaft Jungs. Ach ja, ich bin nicht euer Trainer wie viele sehr lange vermuteten, sonder nur der Handballpostredakteur eurer Hallenzeitung ;-)

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