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Informationen zum Thema:
Forum:
Fibromyalgie Erfahrungsaustausch
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Gisela B., Monika Draga (Admin), Gabriele Berg

Fibro/Arthrose - 2 Paar Schuhe, oder?

Startbeitrag von Gisela B. am 05.09.2001 20:22

Hallo,

da ich mit meinen Fibro-Schmerzen- und Einschränkungen alles erklärt habe, ist es mir wohl durchgegangen, dass besonders ein Knie mir außer Schmerzen ab und zu den Dienst versagte und einfach wegknickte. Nach und während meines Urlaubs konnte ich dann gar nicht mehr auftreten. Diagnose: aktivierte Gonarthrose. Nun wetzen die Orthopäden schon ihre Skapelle und ich bin unsicher, ob gleich operiert werden muß. Zur Zeit schone ich das Knie, kühle es und nehme recht erfolgreich CELEBREX ein. Da es aber schon sehr fortgeschritten ist mir der Arthrose und ich nach 6 Wochen (4 Wochen ohne Arztbesuch) unvermindert Beschwerden habe, bin ich wirklich frustriert.
Reagiert der Arzt, der nicht meine Fibro kennt und behandelt, vielleicht über? Aber ich bin ein Optimist und hoffe immer noch auf Besserung. Kennt Ihr das auch? Ist das im Zusammenhang mit der Fibro zu sehen? Hat mein schlechter Bewegungsablauf die Gelenke frühzeitig abgenutzt oder wie oder was?
Natürlich hat auch meine Schmerzmedikation das Bild verschleiert, eine weitere Gefahr bei starkem Schmerzmittelgebrauch.
Vielleicht habe ich ja hier im Forum einen Leidensgenossen?
Alles Gute
Gisela

Antworten:

Hallo Gisela,

da war wohl der große Radiergummi mal wieder dran oder der Besen, der alles unter den Teppich Fibromyalgie kehrt. Aber jetzt laß dich mal nicht von den Orthopäden "hetzen". Mit Celebrex bist Du erst mal bestens bedient! Was wollen denn die Orthopäden mit den gewetzten Skalpellen machen? Knorpel glätten oder Ersatzteil einbauen? Also da würde ich ja nicht so schnell dabei sein. Die Arthrose ist ja nicht innerhalb der 6 Wochen entstanden, sondern der Knorpel hat sich schön langsam verkrümelt und jetzt ist es zu einer Reizung bzw. Entzündung an den demolierten Gelenkflächen gekommen und das tut natürlich weh.

Ob nur Schonung das Ideale ist, da sollte doch ein Orthopäde noch etwas dazu sagen. Viel Laufen oder gar Treppensteigen ist natürlich erst mal out, auch Schwimmen, es sei denn Du kraulst, aber Brustschwimmen oder das sog. therapeutische Rückenschwimmen mit der Beingrätsche, das wäre jetzt nicht gut! Aber Radfahren und Aqua-Jogging, das wäre empfehlenswert. Eigentlich ist es sehr wichtig, dass das Gelenk so bald als möglich ohne Belastung durchbewegt wird. Stand Krankengymnastik nicht zur Debatte?

Für einen besseren Bewegungablauf, da habe ich vor wenigen Tagen zufällig etwas kennengelernt, das mich auf Anhieb begeistert hat. Ich würde kein Skalpell an meine Knie ran lassen, bevor ich damit nicht ein paar Tage geübt hätte.

Ich weiß nicht, ob es ein Trost für Dich ist, aber ich kenne eine Ultra-ultra-ultra-Langstreckenläuferin, die hat, wie sie sagt, seit Jahren kein Spur von Knorpel mehr in den Knien. Und sie läuft und läuft und läuft. Was ich damit sagen will: Warte, bis die akute Entzündung abgeklungen ist. Das Celebrex ist dafür gut! Du kannst ja außerdem noch probieren, ob Dir Enzyme etwas bringen - allerdings darfst Du die nicht nehmen, wenn ernsthaft eine OP beabsichtigt ist (Blutungsrisiko!). Eine weitere Behandlungsmöglichkeit (teuer!) wären 1x wöchentlich Injektionen mit Hyaluronsäure in den Gelenkspalt. Die habe ich bekommen, nachdem der Orthopäde mein Knie schon von innen kannte und bevor bei mir die Fibromyalgie erfunden wurde. Ich war damals allerdings nicht in der Lage eine Wirkung festzustellen, weil mir ohnehin "alles" weh tat. Bei mir hat auch ein Medikament, von dem immer wieder mal behauptet wird, dass es angeblich überhaupt nichts bringe, sehr deutlich gewirkt. Vor allem, wenn ich es mal eine Weile weggelassen habe, bin ich bald wieder reumütig zu den Pillen zurückgekehrt - 8 Jahre lang. Seit die Fibro ordentlich behandelt wird, haben die Kniebeschwerden nachgelassen, d.h. ich nehme jetzt nichts mehr für den Knorpelschutz. Wenn es mal wieder Probleme gibt, dann wird sofort gezielt behandelt einschl. Krankengymnastik und dann ist das auch schnell wieder vorbei. Ich erschrecke nur manchmal etwas, wie heiß die Knie nach einer Belastung sind, aber solange noch kein Qualm aufsteigt .... ;-)

Ich wünsche Dir gute Besserung,
Monika

von Monika Draga (Admin) - am 05.09.2001 22:06
Liebe Monika,

danke für Deine Besserungswünsche.
Alles das, was Du schreibst ist wahr und ich bestätige Dir auch gern, dass ich schon seit 12 Jahren arthrotische Kniee habe. Vor 5 Jahren hatte ich auch schon eine arthroskopische Meniskus-OP. Aber jetzt habe ich eine sogenannte "Glatze".
Gelenkersatz kommt noch nicht in Frage, da ich, bis ich 60 Jahre alt bin, darauf warten muß. Was ansteht, wäre eine Reinigung des Knies, um evtl. Knorpelreste zu entfernen. Nächste Woche ist ein Kernspinntermin und danach wird entschieden.
Warum ich ins Forum geschrieben habe, war was anderes. Ist da ein Zusammenhang bekannt? Arthrose und Fibromyalgie?
Ich muß jetzt erstmal die Entzündung in den Griff bekommen und dann wird es wohl etwas besser gehen. KG und Bewegung ist bis dato nicht angebracht. Schlecht für mich, da ich auch so schon ganz schwache Muskeln habe.
Da ich sehr humpel, (und nur einseitig belaste)ist das wieder ganz schlecht für meine Fibro-Schmerzen. Besonders meine HWS-Symptome haben zugenommen und da hilft Celebrex natürlich nicht. So kommt eins zum anderen und der Schmerzmantel deckt alles zu, sodaß ich kaum noch auseinanderhalten kann, was schmerzt am meisten. Das ist wohl bei allen Chronisch Schmerzkranken ähnlich.
Gisela

von Gisela B. - am 06.09.2001 13:12
Hallo Gisela!
Auch ich bin ein Knie-Arthrotiker und habe manchmal mehr und manchmal weniger Probleme. Vor Jahren war es mal wieder ganz schlimm. Da habe ich für längere zeit täglich Verbände dick mit Kyttasalbe (Beinwell) gemacht. Damit ist zumindest die akute Entzündung vorüber gegangen und die Salbe ist angenehmer wie der Quarkwickel, der aber auch hilft. Auch Kohlblätter können kleine Wunder wirken. Es dauert mit der anwendung von Naturheilmitteln halt seine Zeit.
Wenn dann die akute Phase voüber ist, bleibt noch genug Zeit für die Chirurgen. Wie mir bekannt ist, operieren die nämlich auch nicht so gerne in entzündliche Bereiche!
Gute Besserung und sprich evtl. mal mit einem orthop. Schuhmacher, die wissen mitunter besser Bescheid als die studierten Orthopäden.
Gruß Gabriele

Gabrieles Galerie


von Gabriele Berg - am 25.09.2001 17:37
Hallo Gabriele,

danke für den Tipp mit Kytta (Beinwell). Ich kann bestätigen, dass das wirklich gut ist. Ich habe den Tipp mal vor ca. 20 Jahren bekommen und es hat bei mir sowohl bei Überlastungsreaktionen als auch bei Verletzungen (Prellungen, Zerrungen, Quetschungen, Verstauchungen) immer gut geholfen. Ich habe allerdings nur selten die Salbe, sondern lieber das Plasma verwendet. Zwei oder drei mal das Gelenk damit eingepackt, das hat meist gereicht.

Das ist auch wichtig, dass man es nicht zu viel bzw. zu lange anwendet:
"Nicht länger als 4 bis 6 Wochen pro Jahr anwenden!

Der Beinwell enthält in allen Pflanzenteilen toxische ungesättigte Pyrrolizidinalkaloide, die sich in Langzeituntersuchungen als lebertoxisch, kanzerogen und mutagen erwiesen haben. Diese Verbindungen stehen auch im Verdacht, bei Langzeitanwendung Venenthrombosen fördern zu können. Daher ist von einer innerlich Einnahme dieser Verbindungen abzusehen.

Für die äußerliche Anwendung gelten Beschränkungen in der Dosierung und Anwendungsdauer."
Quelle siehe Link

Monika
Beinwell


von Monika Draga (Admin) - am 25.09.2001 19:17
Hallo Gisela,

gerade gelesen und sofort an Dich gedacht:
"Blutegel lindern Schmerzen von Gonarthrose-Patienten"
....mögliche Wirkmechanismen: Im Blutegelspeichel sind antiphlogistische und analgetische Substanzen enthalten, ferner das Enzym Hyaluronidase. Ein starker Placeboeffekt ist möglich, so Michalsen. "Die Patienten waren entzückt von der Therapie!" Sie spürten nur einen leichten Schmerz beim Ansetzen der Egel. Weitere Erklärung: Es kommt zu einer Kontrairritation wie bei der Akupunktur, ...."
Quelle siehe Link.

Also entzückt wäre ich nicht gerade, aber interessant ist die Sache trotzdem. Warum? Weil ich da wieder mal einen der Stoffe erwähnt gefunden habe, von dem ich als biochemisch ziemlich unbedarfter Laie trotzdem in Zukunft noch eine gewisse Rolle bei der Fibromyalgie erwarte. Hyaluronidase, das Enzym, das die Hyaluronsäure im Blut abbaut. Hyaluronsäure wird eigentlich zum Aufbau von Knorpelmasse benötigt, aber mich würde es nicht überraschen, wenn es beim Hyaluronsäuregehalt des Blutes bei Fibromyalgie noch Überraschungen geben würde. Kompliziert, was? Das liegt in der Natur der Sache. Die Hyaluronsäuremenge im Blut ist nämlich nur sehr schwer zu bestimmen. Deswegen wird das allenfalls mal im Rahmen von Forschungsarbeiten gemacht. Und da wiedersprechen sich in Bezug auf Fibromyalgie die Ergebnisse. Für mich als Querdenker ist aber gerade das ein "gefundenes Fressen" um weiter zu denken (warum so unterschiedliche Ergebnisse?) und die Augen offen zu halten.

Monika
Ärzte Zeitung, 24.09.2001


von Monika Draga (Admin) - am 27.09.2001 06:31
Hallo Monika und Gabriele,

ich war nur zu einer Stippvisite Zuhause und fand Eure Tipps, für die ich mich sehr bedanke. Da ich schon 4 Wochen mein Knie mit Salbenwickel hilfreich unterstützt habe, sollte ich eine Pause machen lt. Beratung in der Apotheke. Aber habe mir natürlich den Namen notiert und werde darauf zurückkommen. Es hat sich eine Baker-Zyste gebildet und ich muß/kann mich weiterhin leider wenig bewegen, was mir sehr schwer fällt.
Auch den Tipp mit den Blutegeln habe ich in meinem Gehirn gespeichert. Bin jetzt wieder eine Zeit an der Ostsee, also bitte nicht wundern, wenn ich mich im Forum nicht melde.
Dankeschön und eine schmerzarme Zeit
wünscht Gisela

von Gisela B. - am 28.09.2001 08:40
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